SoKo Sommerloch – Teil 3

Die drei Jungen hatten es sich im Zimmer, welches sich Sunny und Teddy in den Ferien teilten, gemütlich gemacht.
Nach einem leckeren Abendessen auf dem Sonnenbergerhof war Sunny auf die Idee gekommen, Paddy einzuladen, bei ihnen zu übernachten.
Da Sunnys Mutter Emilia keine Einwände hatte, rief Paddy kurzentschlossen seinen Großvater an, um ihn zu informieren.
Er reichte nach kurzem Gespräch Emilia Sonnenberger sein Smartphone, damit sie seinem Großvater persönlich versichern konnte, dass es keine ungebührliche Belastung für sie und ihre Familie darstellte, den Jungen auch über Nacht als Gast zu begrüßen. Nach dem somit die offiziellen Angelegenheiten geregelt waren, hatten die drei Jungen das Zimmer geentert und es sich entsprechend gemütlich gemacht.

Während sich Sunny auf seinem Bett herum lümmelte, hatte Paddy die Couch für sich entdeckt.
Teddy drehte auf Sunnys Schreibtischstuhl hin und her und streckte genüsslich seine langen, wohlgeformten Beine aus. Bei einer warmen Tasse Kakao berieten sich die Drei.
Natürlich war ihr Hauptthema die Ermittlungen der „SoKo Sommerloch“, beziehungsweise die nächsten Schritte, die anstanden. Da am morgigen Tag das dreitägige Schützenfest eröffnet wurde, stand natürlich das Problem Benediktina im Vordergrund ihrer Planungen.
Obwohl sein Plan, Teddy mit der hübschen Blondine zu verkuppeln, nicht aufgegangen war, eine Tatsache, die Sunny reumütig gestand, wollte er natürlich nicht das arme Mädchen mit ihrem Problem hängen lassen. Schließlich hatte sie sich in ihrer Not ihm anvertraut, daher war es für Sunny wichtig, sie nicht ohne Schutz zu lassen.
Außerdem, so stellten die drei Jungen fest, war es immer noch unbekannt, wie hoch der Bedrohungsgrad war, denn immerhin schien der „un-heimliche Liebhaber“ eine Menge in sein seltsames Hobby zu investieren, wenn Benediktinas Aussage stimmte.

Die drei Hobbyermittler versuchten, ein Profil des Verdächtigen zu erstellen, denn alle hatten in Krimis schon einmal davon gelesen.
Die große Frage war, ob es sich einfach um einen verzweifelt verliebten Mitschüler handelte, oder ob der Unbekannte ein geistig verwirrter Spanner war. Vielleicht sogar Schlimmeres, malten die Drei in ihrer Fantasie aus.
Sunny ergänzte noch das schlimmste Szenario, in dem es entweder der ruchlose Marc-André oder gar sein perverser Spießgeselle Werner sein könnte.
Es würde natürlich keine Antwort auf diese Frage geben, bis der mysteriöse Schurke auf frischer Tat enttarnt werden konnte.
Das weitergehende Problem war, dass Sunny nicht als Begleiter und Kavalier von Benediktina auf dem Schützenfest in Frage kam. Das Teddy jetzt auch ausfiel, war ein Dilemma.
Sie glaubten auch nicht, dass sie Paddy als Alternative anbieten konnten, abgesehen davon, dass Paddy sich auch schlichtweg weigerte, als „Escort-Boy“ zu arbeiten, wie er ausdrücklich betonte. Fest behauptete er, dass seine Erfahrungen ihm sagten, das solche Spielchen meistens in Tränen endeten und das Ergebnis auch nicht garantiert war.
Sein Vorschlag war, mit offenen Karten zu spielen und Benediktina anzubieten, sich ihrer kleinen Gruppe anzuschließen, um in Ruhe das Fest genießen zu können. Alles weitere würde sich sicher finden.
Zumindest wäre das Mädchen innerhalb ihrer Gruppe sicher und natürlich würden sie Benediktina zuhause abholen und auch wieder dorthin zurück eskortieren. Die Mädels könnten den Schutz an den Stellen übernehmen, die der männlichen Begleitung nicht zugänglich war.
Auch Teddy stimmte zu, dass es unwahrscheinlich war, den Täter in einem solchen Getümmel zu erwischen, wenn sich dieser überhaupt dort zeigen würde.
Sunny erschien es logisch, dass der heimliche Geselle auf einer so öffentlichen Veranstaltung geringe Möglichkeiten hatte. Trotzdem beunruhigte ihn der Gedanke, dass ja auch der dunkle Schatten wissen müsste, dass ihm drei Tage bevorstanden, in denen das Subjekt seiner Begierde von vielen Menschen umschwärmt wurde.
Klassischerweise war das Schützenfest die erste Möglichkeit der Ferien, einen Sommerflirt zu beginnen oder sich für eine potentielle Sommerliebe zu entscheiden. Viele Verehrer würden Benediktina in den drei Tagen den Hof machen und das Ergebnis war nicht vorherzusehen.
Wer weiß, welche Schurkerei der finstere Geselle für diese letzte Nacht vor dem Spektakel erdacht hatte? Beunruhigt teilte er seine Gedanken seinen Freunden mit.
Von Teddy kam sofort der Vorschlag, sich mit Benediktina in Verbindung zu setzen, um sie nicht nur über den Plan, sie morgen abzuholen und zu eskortieren in Kenntnis zu setzten, sondern auch vorzuschlagen, sich heute auf die Lauer zu legen, um vielleicht den heimtückischen Spanner auf frischer Tat zu ertappen. Sunny war begeistert und griff sofort zum Telefon.

Nach einem längeren Gespräch, verkündete er den anderen Beiden, dass Benediktina mit beiden Plänen einverstanden war.
Zwar war sie morgen vor der Eröffnung des Schützenfestes mit ihrer Familie bei der vorherigen Schützenweihe in der Kirche, aber da sie dort sicher war, könnte man sich im Anschluss an die Veranstaltung vor der Kirche treffen.
Dort könnte sie ihrem Vater auch gleich vorstellen, mit wem sie zu den Festlichkeiten ging, was diesen sicher auch beruhigen würde.
Zur Zeit war sie mit ihren Eltern beim Abendessen in einem Lokal und schätzte, dass sie gegen 23 Uhr wieder Zuhause seien, also eine gute Zeit, sich auf die Lauer zu legen.
Sie hatte Sunny auch zwei Stellen genannt, die sich auf dem elterlichen Grundstück für einen Voyeuristen anbieten würden und empfahl, diese zu überwachen.
Kurz planten die Jungs und entschieden sich, dass Sunny und Teddy jeweils einen der Beobachtungsposten überwachen sollten, während Paddy das Gesamtbild im Auge behalten würde.
Sunny fiel ein, dass er im Keller letztens sein altes Set mit den Funkgeräten gesehen hatte, mit denen er als Knirps gespielt hatte. Es war keine Hightech, aber mit neuen Batterien würden sie ausreichen, um sich bei der Mission zu koordinieren. Außerdem lag im Keller noch das alte Nachtsichtgerät, welches sein Vater mal auf dem Trödelmarkt gekauft hatte, um es dann, wie vieles von seinem Kram,wieder zu vergessen. Beides holte er engagiert aus dem Keller und nach kurzer Pflege waren die Elektroteile wieder voll einsatzfähig.

Sie packten ihre Ausrüstung zusammen und machten sich auf den Weg.
Als sie die Treppe herunterstiegen und an der offenen Tür des Wohnzimmers lang gingen, blinzelte Oma Irmelbert verwundert mit ihren Augen. Ruhig erklärte ihr Sunny, dass sie auf dem Weg zu einer wichtigen nächtlichen Mission waren. Oma Irmelbert nickte verständnisvoll und wünschte den drei Jungen viel Erfolg.
Leise gingen sie an der Küche vorbei, in der Emilia Sonnenberger gerade etwas vorbereitete.
Kopfschüttelnd sah sie aus dem Fenster, als die drei Jungen in der Dunkelheit verschwanden. Es war ja Ferien, stellte sie seufzend für sich selber fest und ging mit dem Teller voller Schnittchen zurück ins Wohnzimmer, um mit Oma Irmelbert den Spätfilm zu sehen.

Die drei Jungen gingen ruhig durch die laue Sommernacht. Die Sterne waren heute so hell, dass sie keine Beleuchtung brauchten, um ihren Weg zu finden. Es war angenehm warm, mit einem leichten Wind.
Da der Hof der Zapfenstreichs nur weniger als drei Kilometer vom Sonnenbergerhof entfernt war, gingen sie zu Fuß. Sunny war aufgeregt und gespannt auf das Ergebnis ihrer Mission.
Sie stoppten bei der alten Eiche, die in der Nähe des Hofes der Zapfenstreichs stand und deren große Krone die wenigen anderen Bäume hier überragte. Paddy bekam das Nachtsichtgerät und eines der Funkgeräte und erstieg den alten Baum. Nach wenigen Minuten war er im dichten Grün der Krone verschwunden. Mit dem Funkgerät verkündete er den beiden Anderen, dass er einen guten Aussichtspunkt gefunden hatte und somit jetzt auf Posten sei.

Sunny und Teddy gingen noch ein kleines Stück gemeinsam auf das Gehöft zu, bis sie sich voneinander trennten, um auf ihre jeweiligen Positionen zu schleichen. Beide hatten das Funkgerät mit Kopfhörern ausgestattet, um sich nicht durch Geräusche zu verraten.
Sunny schlich leise zwischen den großen Rhododendren entlang, die den Garten des Hauses eingrenzten. Als er näher an das Haus kam, kroch er unter die großen Büsche und robbte auf eine Position, von der er sowohl das nächtlich dunkle Haus, als auch den Platz, welchen Benediktina ihm erklärt hatte, gut überblicken konnte.
Gespannt wartete er in der Dunkelheit auf die Dinge, die sich entwickeln würden.

Sunny war schon fast am Einschlafen, als ein kurzer Lichtstrahl ihn wieder hellwach machte. Er sah auf und bemerkte, dass sich im Haus etwas tat.
Ganz offensichtlich waren die Zapfenstreichs nach Hause gekommen. Er beobachtete die kurze Betriebsamkeit und bemerkte nach kurzem, dass sich im Obergeschoss ein Fenster öffnete.
Im Licht des dahinter befindlichen Zimmers konnte er deutlich Benediktina sehen. Sie hatte das Fenster weit geöffnet und sog etwas von der frischen Nachtluft ein, bevor sie sich umdrehte.
Aus seiner Position konnte Sunny gut beobachten, wie sie vor einem Spiegel ihr dezentes Make-Up entfernte.
Augenscheinlich handelte es sich um ein Badezimmer.
Der Verdacht erhärtete sich auf mannigfaltige Weise, als Sunny beobachten konnte, wie Benediktina langsam die Knöpfe ihrer weißen Bluse öffnete. Obwohl er eigentlich die Stelle in seiner Nähe beobachten wollte, fiel es ihm schwer, den Blick abzuwenden.
Trotzdem versicherte er sich, dass er immer noch alleine auf dieser Seite des Gebäudes war.

Da er keinen anderen Menschen weit und breit entdecken konnte und das einzige Lebewesen ein schnüffelnder Igel auf dem Rasen vor ihm war, blickte er erneut hoch, um zu sehen, ob alles in Ordnung war.
Er beobachtete mit stockendem Atem, wie Benediktina die Bluse von ihren wohlgerundeten Schulten gleiten ließ. Ihre helle Haut schimmerte im Licht des Badezimmers wie Seide und der Winkel, in dem Sunny ins Badezimmer sehen konnte, war gerade genug, dass er ihren weißen Spitzen-BH in allen Details betrachten konnte.
Sie wand sich suchend ein wenig vom Fenster ab, so dass er mehr von ihrem leicht muskulösen, wohlgeformten Rücken sehen konnte. Er sah, wie ihre Hände geübt über ihren Rücken glitten, um den BH zu öffnen und sich ihm nun die vollständig freie Rückenansicht präsentierte.
Während sie das Kleidungsstück von ihren Armen gleiten ließ, konnte Sunny einen Hauch der Rundungen sehen, die es sonst verbarg.
Sie drehte sich leicht um und schloss das Fenster. Kurz vermeinte Sunny ein wenig von ihren wohlgeformten Brüsten zu sehen, bevor ihm das undurchsichtige Glas des Badezimmerfensters die Aussicht versperrte und nur eine Silhouette aus Schatten zu erahnen war.
Sunny schämte sich ein wenig, da er sich ja genau dem wollüstigem Treiben hingegeben hatte, das er bei einem Anderen vereiteln wollte.
Er hatte das Gefühl, beichten zu müssen und zwar nicht nur bei Teddy, sondern auch Alise und beschloss auch, sich, trotz aller Peinlichkeit, bei Benediktina zu entschuldigen.
Plötzlich hörte er Teddys Stimme über Funk.

Der alte Wanderer saß wiederum gemütlich bei einer Tasse Kaffee auf seinem Zimmer.
Sein Funkscanner hatte einen interessanten Sender aufgefangen, so folgte er aus gemütlicher Ruhe seines Zimmers der nächtlichen Mission, während er sich schmunzelnd Aufzeichnungen machte.
Es war eine Freude, wenn sich die Dinge so gut zu seinem Vorteil entwickelten und er war gleichzeitig zufrieden mit seiner Arbeit, als auch gespannt wie es weitergehen würde.

Fortsetzung folgt…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Nach oben