Zärtliche Cousinen und andere Hobbys – Teil 4

Erneut versuchte Alise, Sunny den Unterschied zu erklären. Sie waren in einer Straßenbahn auf dem Weg zu Alises Lieblingsladen und da in der vollen Bahn nur ein einzelner Sitzplatz frei war, saß Alise auf Sunnys Schoß und er hatte seinen Arm um ihre Hüfte geschlungen.
Während Sunny sie immer wieder mit kleinen Küssen und anderen zärtlichen Neckereien abzulenken versuchte, erklärte sie ihm geduldig, ja fast beharrlich, den Unterschied zwischen den verschiedenen Teilen ihres Hobbys.
Schon seit sie in der Innenstadt aufgebrochen waren, versuchte sie verzweifelt, ihm begreiflich zu machen, was ihr Hobby alles umfasste und dass man die einzelnen Teile durchaus nach eigenem Geschmack individuell beurteilen durfte.
Zum dritten Mal versuchte er zu begreifen, ob es jetzt ein Buchladen oder ein Spielwarenladen war, denn die Erklärungen schienen ihm da nicht ganz eindeutig.

Gespielt verzweifelte sie an Sunny und drohte ihm keck an, ihn zu beißen, wenn er nicht langsam mal mitdenken würde.
Herausfordernd fragte Sunny sie frech, worüber sie eigentlich sprach. Sie beugte sich schnell vor und knabberte leicht an seinem Hals, entschied sich aber dann doch, ihn lieber mit einem prächtigen Knutschfleck nicht nur zu bestrafen, sondern auch als ihr Eigentum zu markieren.
Während sie gierig an seiner sanften Haut saugte, spürte sie, wie sein Atem schneller ging und da sie in einer guten Position saß, vermeinte sie auch deutlich Anzeichen davon zu verspüren, dass Sunny ihr leidenschaftliches Saugen sehr genoss.
Sie löste sich mit noch zwei, drei kleinen Küssen und schob sein Haar zur Seite, um ihr Werk zu bewundern.
Sunny lächelte sie an und strich seinerseits über ihre Wange.

Also von vorne“, begann Alise,“der Laden führt Spiele, kein Spielzeug. Also zum einen so ganz normale Brettspiele, aber dann halt noch etwas kompliziertere Brettspiele. Und dann halt noch Rollenspielmaterialien.
Sunny unterbrach sie erneut mit einem Kuss.
Sei doch nicht so aufgeregt. Ich werde doch alles gleich sehen und dann wahrscheinlich auch verstehen.
Aber...“, begann Alise.
Kein aber, denn sobald wir da sind, willst Du Dich mit Deinen Freunden unterhalten, deshalb gehörst Du solange mir.
Alise schaute ihn direkt und frech an.
So, meinst Du?
Ja, meine ich“, antwortete Sunny und zog sie an ihrem Nacken leicht heran.
Während sie noch einen sanften Kuss erwartete, schob er plötzlich zärtlich aber bestimmt ihren Kopf leicht zur Seite und versank mit seinem Gesicht an ihrer Schulter. Kribbelnd zart spürte sie, wie er mit kleinen Küssen die Seite ihres Halses erkundete und bevor sie es richtig realisierte, fing er an, sich mit tiefem leidenschaftlichen Saugen zu revanchieren.
Sie spürte seine Berührung heiß und fordernd und versank in der Hitze der Leidenschaft. Der leichte Schmerz des etwas gebissenen Kusses vermischte sich auf erregende Art mit dem sanft zärtlichen Zungenspiel, welches sich harmonisch mit dem fordernden Saugen ablöste. Ihr ganzer Körper schien in Flammen zu stehen und gierig drückte sie sich fest an Sunny, um jede einzelne Berührung zu genießen.
Fast hätte sie im Sinnestaumel die Haltestelle verpasst, doch sie schaffte es gerade noch, trotz ihrer weichen Knie, Sunny hinter sich aus der Bahn zu ziehen.

Draußen lehnte sie sich an Sunny, um erst mal wieder zu Atem zu kommen. Er schloss sie sanft in seine Arme, beugte sich leicht zu ihr herunter, knabberte kurz zärtlich an ihrem Ohr und flüsterte ihr dann etwas zu.
Alise spürte, wie ihre Beine noch weicher wurden und sich scheinbar in „Spagetti al Rente“ verwandelten, während ein warmes Feuer in ihrem unteren Bauch brannte.
Sie sah hoch und ihre smaragdgrünen Augen versanken in den tiefen azurblauen Seen in Sunnys Augen. Leicht nickte sie ihm zu und lehnte sich dann an seine breiten Schultern. Als sie sich löste, kam bereits die nächste Bahn und sie schüttelte ungläubig den Kopf. Sie umschlang mit den Fingern seine Hand mit dem festen Vorsatz, ihn nie wieder loszulassen.
Gemeinsam überquerten sie die stark befahrene Straße an der zur Haltestelle gehörenden Fußgängerampel.

Mit ihrer freien Hand wies Alise bei der Straßenüberquerung auf ein Ladenlokal an der stark befahrenen Straße. Die meisten Läden hier waren etwas größer als die Ladenlokale in der Innenstadt und beherbergten verschiedene, gut ausgestattete Geschäfte.
Auf dem Weg kamen sie unter anderem an einer Eisenwarenhandlung und einer Musikalienhandlung vorbei, die Sunny gleich als Plan B vormerkte, falls der Lieblingsladen von Alise nicht seinen Geschmack traf.
Scheinbar war das große Ladenlokal, das sie ansteuerten, mal ein größeres Geschäft gewesen, vielleicht mit Möbeln oder ähnlichem.
Eine überdachte Einfahrt, die in einem tieferliegenden Hof führte, trennte das Geschäft mittlerweile in zwei unabhängige Einheiten.
Auf der ihnen näherliegenden Seite war ein Kunstbedarfshandel, dessen geschmackvolle Schaufenstergestaltung Sunny gleich gefiel, sodass er die ungeduldige Alise zu einer kurzen Pause zwang, um sich die Auslage gründlich anzusehen.
Der Laden würde Teddy sicher sehr gefallen, stellte Sunny fest und teilte diese Erkenntnis auch umgehend seiner Freundin mit. Sie versuchte, sich in Geduld zu üben, denn es war ja ein auf der Hand liegender Vorteil, wenn dem besten Freund ihres Freundes der Laden neben ihrem Lieblingsgeschäft gefiel. Trotzdem fiel es ihr schwer, ihre hyperaktive Ader zu unterdrücken.
Erstaunlicherweise fiel ihr das mit Sunny an der Hand deutlich leichter, als sie es von sich gewohnt war. Irgendwas an seiner Art beruhigte scheinbar das wilde reißende Biest namens Ungeduld in ihr.

Endlich bewegte er sich weiter auf ihr eigentliches Ziel zu. Dass Sunny scheinbar stur wie ein Esel sein konnte, fand Alise eher anziehend, denn es erinnerte sie an den liebenswürdigen Dickkopf, der den Männern ihrer Familie zu eigen war.
Sie war schon ein wenig gespannt zu erfahren, was ihr Vater sagen würde, wenn er erfuhr, dass sie mit seinem Fechtschüler im zärtlichen Duell ganz andere Dinge erprobte.
Sunny betrachtete auch die Schaufenster des nächsten Ladens, der Alise so wichtig war. Scheinbar wurden beide Schaufenster von der selben Person gestaltet, denn obwohl die Fenster dieses größeren Ladens etwas überfrachteter wirkten, war die selbe ästhetische Handschrift zu erkennen.
Neugierig folgte er Alise in den seltsamen Laden.

Es war, wie in eine andere Welt einzutauchen. Der große Laden teilte sich im hinteren Bereich in zwei Ebenen auf, eine größere Empore und einen unteren Bereich, der scheinbar auf selber Ebene lag, wie der tieferliegende Hof.
Der vordere Bereich war zur Straße und zur Einfahrt mit Schaufenstern ausgestattet, da aber halbhohe Regale die Schaufenster vom Rest des Ladens trennten, merkte man nur wenig von dem geschäftigen Verkehr, der sich jenseits dieser fremden Welt, auf der Straße, abspielte. Die halbhohen Regale vergrößerten sich an der Außenwand zu einem richtig hohen Regal, das bis zum Ende der Wand, an dem sich die beiden Halbetagen teilten, reichte.
Das seitliche Schaufenster endete in einem durch eine Wand abgetrennten Bereich, der zu einem Drittel in das Geschäft reinragte. Der erste Teil dieser Wand war noch mit einem ebenfalls halbhohen Regal bedeckt, über dem eine größere Pinnwand hing, die voller Zettel und Flyer war, mündete dann aber in einem Verkaufstresen, der sich um die Ecke zog und erst an den Treppen, die nach oben und unten führten, endete. Der Tresen war aus dunklem Holz und hatte eingelassene Vitrinen. An der Wand hinter dem Tresen waren noch weitere Vitrinen, bis auf die Stelle, wo eine mit einem schweren rotem Samtvorhang verschlossene Tür in den abgegrenzten Bereich führte.
Das Innere des Ladens war mir sogenannten Gondeln, also speziellen Möbeln zur Warenpräsentation ausgestattet. Sämtliche Gondeln waren aus schwarz lackiertem Holz und dünnen schwarzen Metallgittern und auch die Regale waren in schwarz gehalten. Da die Raumhöhe sehr hoch war, schätzte Sunny, das große Regal auf etwas über drei Meter Höhe.
Zwischen den Gondeln waren große Tische aufgestellt, um die schwarz gestrichene Holzhocker verteilt waren. Der Platz reicht für drei dieser großen Tische. Sunny bemerkte, dass sich im oberen Teil nicht nur weitere Regale befanden, sondern auch noch mehr Tische. Der untere Bereich war ihm auf den ersten Blick nicht einsehbar.

Ein kurzer Blick zeigte ihm, dass der Bereich rechts von der Tür, der durch den abgetrennten Bereich kleiner war, scheinbar der Literatur gewidmet war, denn in den halbhohen Regalen standen vor allem Bücher, größtenteils Taschenbücher.
Auf der linken Seite sah er Comics und Fanartikel.
An dem Tisch in dem Bereich saßen mehrere Kinder und Jugendliche und sortierten irgendwelche Sammelkarten in ihre Alben oder spielten ein Sunny unverständliches Kartenspiel. Das musste so etwas sein, wie dieser japanische Zeichentrickkram, von dem ihm Teddy erzählt hatte, bei dem Kinder um die Welt reisten und bei einem seltsamen mystischen Kartenspiel Duelle um das Wohl der Welt ausfochten. Viele Plastikfiguren, gerade japanische, waren auf den Regalen zu bestaunen.
Auf den beiden anderen Tischen wurden Brettspiele gespielt. Es hatten sich jeweils zwei kleinere Grüppchen an einem der Tische versammelt und waren in das Geschehen auf den bunten Spielbrettern vertieft.
Beim Blick auf das Regal stellte Sunny fest, wie viele Gesellschaftsspiele es erstaunlicherweise gab.

Da sich Alise gerade mit einem übergewichtigen, unrasierten und langhaarigen Mann mittleren Alters unterhielt, der auf einem Drehstuhl hinter dem Tresen thronte, konnte Sunny in Ruhe seinen Blick schweifen lassen, denn er wollte das Gespräch nicht stören.
Der Mann trug ein schwarzes T-Shirt, das ähnlich wie bei zwei jungen Männern, die an den Tischen beschäftigt waren, mit einem Logo versehen war und auf dessen Rückseite der Aufdruck „Shopcrew“ in weiß stand.
Das Logo, welches in dunklen Farben gehalten war, verkündete, dass es sich bei „Omen“ um einen Teil von „Oswald Morden Entertainment“ handelte. Scheinbar war „Omen“ der Name des Ladens und der mysteriöse Oswald Morden sein Besitzer. Es war alles mysteriös und spannend.
Er trat von hinten an Alise, schmuste sich leicht an und beschloss, Teddy eine Nachricht zu senden, wo er sie finden konnte.

Fortsetzung folgt auch diesmal…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Nach oben