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	<title>Schatzkiste &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<description>Selbsthilfe, Genesungsbegleitung und Betroffenenbeteiligung</description>
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	<title>Schatzkiste &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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		<title>Kalt und Dunkel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jan 2025 11:37:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[EaN Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Winter]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Kalte Jahreszeit treibt einen manchen ganz schön in die seelische Enge. Doch was kann man tun, um gut durch den Winter zu kommen?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading has-text-align-center">Die Kalte Jahreszeit treibt einen manchen ganz schön in die seelische Enge. <br>Doch was kann man tun, um gut durch den Winter zu kommen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Januar ist Winterzeit und das bringt so manches mit sich. Vor allem aber Dunkelheit und Kälte. Rein metrologisch ist der Januar ein Wintermonat, dass heißt wir haben wenige Stunden Sonnenlicht und auch insgesamt weniger starkes Licht. Die Folge davon ist nicht nur die rein physikalische Kälte. Meist reicht ja schon ein Blick aus dem Fenster, um zu sehen, dass es entweder dunkel, oder in den wenigen hellen Stunden , richtig kalt ist. Die Natur zeigt ein düsteres, wenn auch für mich romantisches,Bild in dunklen, tristen Farben. Selbst der Himmel scheint weniger blau als in anderen Jahreszeiten. Da braucht man nicht erst vor die Tür zu gehen, um schon beim Anblick zu frieren.<br>Dabei brauchen wir doch unsere Portion Sonnenlicht, frische Luft und Bewegung. Nicht nur depressive Menschen sind mit regelmäßigen Spaziergängen an der frischen Luft gut beraten. Das ist essentiell für das körperliche und auch seelische Wohlbefinden.<br>Nicht nur, dass eine gute Portion Sonne gegen depressive Verstimmungen hilft, also im wahrsten Sinne des Wortes die Stimmung aufhellt, sondern auch die Bewegung regt positive Effekte im Körper an. Zusätzlich meist es auch eine gute Sache, manchmal aus seinen eigenen vier Wänden auszubrechen, denn unterwegs, zum beispiel in der Natur, kann man die Dinge neu bedenken und aus einem anderem Blickwinkel betrachten. Auch weil man seinen Blickwinkel wortwörtlich wechselt, wenn man nicht immer auf das gleiche Panorama, welches uns unsere eigenen vier Wände bietet, starrt. Position wechseln hilft beim Perspektivenwechsel &#8211; das zeigen diverse Übungen aus verschiedenen therapeutischen Ansätzen.<br>Ich selber gehe gerne spazieren und nehme meine Probleme mit, um ihnen nicht nur Zeit einzuräumen, sondern auch, um sie aus meinen eigenen vier Wänden zu entfernen (und möglichst dabei auch draußen zu lassen). das klappt besser, als alles andere, was ich so ausprobiert habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der kalten Jahreszeit ist es allerdings kein Vergnügen sich draußen zu bewegen. neben der eisigen Kälte wirkt auch die emotionale Kälte, denn die meisten menschen wollen genauso wenig draußen sein, wie ich selber. Daher bleibt es bei nur wenigen, wohltuenden Lächeln und netten Grüßen, die meist soviel Wärme schenken. Das ist schon Schade.<br>Aber auch die dicke Kleidung, die wir scheinbar brauchen, isoliert uns vor mehr, als nur der Temperatur. Es ist schwer soziale Kontakte mit Jemanden zu unterhalten, der unter einem Panzer aus Frostschutz verborgen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem ist gerade in dieser zeit die Selbstfürsorge wichtig. Eine Tageslichtlampe hilft mir, ein wenig Sonnenlicht zu bekommen und auch Sport im Inneren kompensiert die fehlende Bewegung. Dennoch empfehle ich, sich auch einfach mal aus dem haus zu trauen. Muss ja nicht weit oder lang sein. einfach ein kleiner Spaziergang. Draußen trifft man immer Menschen, schon alleine die vielen Hundehalter, die unterwegs sind. und ein freundlicher Gruß wird häufig beantwortet, denn anderen Menschen geht es ja genauso.<br>Nach einem Spaziergang in der Kälte ist die Wärme zuhause um so wohltuender. Hinzu kommt das Gefühl, etwas getan zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also, gönnt euch etwas und geht raus.</p>
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		<title>Der Weg durchs Leben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sonja Utzenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Oct 2020 09:36:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rat und Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Schatzkiste]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Heldenreise]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute möchte ich einen weiteren Gastbeitrag unseres guten Freundes Udo Klingen veröffentlichen, der uns schon viele Kommentare unter dem Pseudonym "Gandalf" sowie einige Artikel geschrieben hat.
Grüße, Sonja]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Heute möchte ich einen weiteren Gastbeitrag unseres guten Freundes Udo Klingen veröffentlichen, der uns schon viele Kommentare unter dem Pseudonym &#8222;Gandalf&#8220; sowie einige Artikel geschrieben hat.</em> <br><em>Er beschert uns hier ein Musterexemplar dessen, was auch oft als &#8222;Heldenreise&#8220; bezeichnet wird und bei uns ein Teil der Schatzkisten-Themen ist.</em><br><em>Genießt also mit mir sein kleines Juwel.</em><br><em>Eure Sonja</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Weg durchs Leben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einst wanderte ich einen Berghang hinauf. Eiskalte Stürme zerrten mit großer Kraft an meinem Körper. Sie peitschten mein Gesicht mit eiskaltem Regen und Hagel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch unverdrossen ging ich weiter. Nicht mal die Blitze, die um mich herum einschlugen und alles in rauchende Asche verwandelten, konnten mich aufhalten. Meine Kraft war schier unüberwindlich. <br>Ich lachte diesen Stürmen ins Gesicht. <br>Ich forderte sie heraus. <br>Ich brüllte ihnen entgegen. &#8222;Is dat Alles, mehr habt ihr nich drauf?&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die Stürme ließen nach, Hagel und Eisregen, wurden zu einem leichten Nieselregen. Bis auch dieser aufhörte und die Strahlen der Sonne sich durch die Wolken bahnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich machte eine Rast und labte mich an dem, was ich in meinem Großen Rucksack mitgebracht hatte. Ich schaute nicht zurück, mein Blick war nur nach oben gerichtet. Ich sah den Gipfel des Berges, es war noch ein gutes Stück Weg, das ich zu bewältigen hatte. Also ging ich weiter, ich wollte da rauf, ich machte keine Pause mehr, bis ich den Gipfel erreichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Endlich oben angekommen, legte ich mich in die Sonne und genoss die Düfte, die der leichte Wind mir zutrug. Ich schloss die Augen und gab mich dem Gefühl hin, richtig was geschafft zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur kurz schaute ich zurück, warum auch länger hinschauen, da war ich doch schon überall.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor mir lag ein wunderschönes Hochplateau, mit saftigen Wiesen in denen die schönsten Blumen blühten und mit kleinen Wäldern, in denen sich allerlei Getier bewegte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte dieses Plateau erforschen, es schien endlos groß zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also schulterte ich wieder meinen Rucksack und wanderte über dieses Plateau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In sanften Schwüngen wand sich der Weg über das Plateau und führte mich zu einem der Wäldchen, ich ging hinein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch was von weitem so schön und friedlich wirkte, war voller Gefahren, die man durch die zahlreichen Büsche und Bäume nicht sehen konnte. Die Tierstimmen, die sich aus der Ferne so harmonisch anhörten, klangen in dem Wald ganz anders.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier waren sie laut und bedrohlich und zum ersten mal auf meinem Weg bekam ich ein mulmiges Gefühl. Also machte ich eine weitere Rast und öffnete meinen Rucksack.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wollte mich mit dem Inhalt erneut stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch all der Proviant war verdorben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Glücklicherweise traf ich auf andere Wanderer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sprachen mir Mut zu, zeigten mir den Schnellsten weg aus dem Wald und füllten meinen Rucksack, während ich für einen Moment eingenickt bin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich erwachte, war ich wieder allein, ich schulterte den Rucksack im Vertrauen, dass mir Gutes mit  auf meinen weg gegeben wurde. Doch der Rucksack war sehr schwer und zerrte bereits nach wenigen Schritten an meinen Schultern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ich gab nicht auf, ich wollte doch die guten Dinge, die mir gegeben wurden, nicht wegwerfen. Ich riss mich zusammen und ging schweren Schrittes weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir lief der Schweiß in die Augen und ich sah den Weg nur noch verschwommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich musste wieder rasten, ich wollte den Rucksack ablegen und mich am Inhalt bedienen. Doch irgendwie schaffte ich es nicht, den Rucksack ab zu schnallen, er hatte sich in meiner Kleidung verfangen. Ich torkelte unter der Last hin und her, kam vom Weg ab, schlug mich mit aller noch zur Verfügung stehenden Kraft durch das immer dichter werdende Gestrüpp.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich sah ich vor mir eine Lichtung. Ich kämpfte mich weiter durch das dornige Gestrüpp und durchbrach schließlich den letzten Wall der Dornenranken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch ich hatte nicht den Abgrund gesehen, der vor der Lichtung lag. Ich stürzte und mein schwerer Rucksack beschleunigte meinen Sturz. Nach einem scheinbar endlos langen und tiefen Fall schlug ich hart am Boden einer dunklen Schlucht auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So einiges in mir wurde schwer verletzt, viele Knochen waren gebrochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich lag am Boden und hoffte nur noch zu sterben, damit der Schmerz vergeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie durch Watte hörte ich Geräusche, konnte sie aber noch nicht einordnen. Zu schwer waren meine Verletzungen. Ich verlor das Bewusstsein, ich konnte nicht die Augen öffnen, als ich wieder Geräusche vernahm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nicht, wie lange ich so da lag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nicht, wie oft ich Geräusche hörte, manchmal öffneten sich meine Augen einen Spalt und ich sah schemenhafte Gestalten, doch immer wieder verlor ich das Bewusstsein bevor ich es ganz erlangen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber mit jedem mal erwachte ich ein wenig mehr und konnte mehr von dem, was um mich herum geschah, wahrnehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schmerzen ließen nach, der Boden, auf dem ich lag, war weich und warm und ich spürte eine Decke, die mich wärmte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich fühlte sanfte Hände, die meine Wunden versorgten, die mich mit kräftigenden Speisen fütterten, die mir vorsichtig warme Getränke gaben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein vorsichtiges Wohlgefühl breitete sich in mir aus, ich wurde vom Bett, in dem ich zu mir kam, in einen Rollstuhl gesetzt und man ging mit mir an die frische Luft. Ich saß auf der Veranda und schaute auf die herrliche Landschaft, die sich wieder vor mir ausbreitete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit saftigen Wiesen und den schönsten Blumen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während meine Verletzungen heilten, kam hin und wieder eines der Kinder und jungen Leute zu mir, setzte sich neben mich und fragte mich nach dem Weg, den sie gehen sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Antwort war jedes mal:  &#8222;Ich weiß es nicht, es ist Dein Weg&#8220; und dann erzählte ich meine Geschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es grüßt euch, meine lieben,</p>



<p class="wp-block-paragraph">der gute Alte</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gandalf (aka Udo Klingen)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Lieber Udo</em>, <br><em>ich danke Dir für Deine Geschichte. </em><br><em>Für alle, die nicht wissen, was eine &#8222;Heldenreise&#8220; ist, sei kurz erwähnt, dass diese Technik in Modul 4 der EX-IN Kurse zum Genesungsbegleiter verwendet wird. Unter dem Titel <strong>Recovery als &#8222;Heldenreise&#8220;</strong> beschreibt sie die Entwicklung des Menschen durch die individuellen Erfahrungen seines Lebens, die hin zu einem neuen Leben oder auch hin zu einer neuen Sicht und einer neuen Bewertung seines Lebens führt und diese Erfahrung mitteilbar macht.</em> </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Genau so, wie Udo es beschreibt mit &#8222;und dann erzählte ich meine Geschichte&#8220;.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Liebe Grüße, Sonja</em></p>
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		<title>Spiel mit mir &#8211; ein kurzer Text über meine Lieblingsbeschäftigung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Apr 2020 13:56:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Schatzkiste]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne Tücher]]></category>
		<category><![CDATA[Rollenspiel]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt) schwadroniert heute über sein Hobby und versucht auf unterschwellige Art, seine Leser mit diesem "sektiererischem" Laster zu infizieren.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt) schwadroniert heute über sein Hobby und versucht auf unterschwellige Art, seine Leser mit diesem &#8222;sektiererischem&#8220; Laster zu infizieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gestern habe ich meinen Tag mit meinem liebstem Hobby abgeschlossen. <br>Gestern habe ich an einer schönen Runde Rollenspiel teilgenommen. <br>Natürlich Online, über einen Discord-Server, um meine Mitspieler im Besonderen und die Welt im Allgemeinen, nicht zu gefährden. Früher haben wir uns einmal, in der Woche, bei einem Mitspieler zuhause getroffen, um in froher Runde zu spielen. Um diese schöne Tradition aufrecht zu erhalten, haben wir kurzerhand unseren üblichen Spielort ins Internet verlegt und treffen uns jetzt virtuell. Am selben Tag und zur selben Uhrzeit wie vor der verordneten Kontaktsperre. <br>Klar, jedes mal kommt die Frage auf, wann wir uns endlich wieder „richtig“ treffen können, aber als Alternative finde ich die Online-Lösung gar nicht schlecht. <br>Tatsächlich habe ich mittlerweile so eine Freude an den Möglichkeiten des Online-Spiels, dass ich glatt überlege, die eine oder andere Spielrunde auf diese Art weiter zu verfolgen. <br>Aber vielleicht sollte ich erstmal erklären, wovon ich überhaupt rede…</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was ist Rollenspiel?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte gerade angefangen, eine langwierige Erklärung zu schreiben, aber bei anderthalb Seiten Länge habe ich  kurzerhand alles wieder gelöscht. <br>Es war nicht zielführend. <br>Wenn ihr wissen wollt, wie das Ganze funktioniert und wo es herkommt dann schaut bei <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pen-%26-Paper-Rollenspiel" target="_blank">Wikipedia</a>, oder sprecht mich privat an. <br>Ich möchte hier nicht lange über das „Was“ und „Wie“ fabulieren, sondern euch mein persönliches „Warum“ präsentieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon als Kind hielt ich mich eine gute Zeit meines Tages in Fantasiewelten auf. <br>Meist für mich alleine, da die meisten Mitmenschen von meinen endlosen Geschichten, die ich schon damals erzählen konnte, überfordert waren. Auch das gelegentliche Spiel mit anderen Kindern, zum Beispiel als Robin Hood im Wald, war nur zeitweise befriedigend. Zumal die meisten Kinder von meiner Immersion, also dem Eintauchen in die Geschichte, erschreckt waren und damit nicht umgehen konnten. <br>Ich war schrecklich allein in meinen virtuellen Welten. <br>Durch den zahlreichen Konsum immer mehr Bücher, wurden auch meine Fantasiewelten immer ausgefeilter und dadurch noch schwieriger zu kommunizieren. Sehr oft stellte ich mir vor, eine andere Person zu sein und die Welt aus diesen Augen zu betrachten. <br>Meine Umgebung konnte diesen Gedanken nicht folgen. Ich hatte wenige Freunde und war oft einfach allein. <br>Mit anderen zu spielen, war für mich langweilig und hohl, da niemand sich an meinen ausgiebigen „Gedankenexperimenten“ beteiligen wollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Teenager wurde ich dann endlich erlöst. Ein neuer Mitschüler brachte mir das Spiel „<a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Schwarze_Auge" target="_blank">Das schwarze Auge</a>“ näher, ein Rollenspiel. <br>Ich hatte gefunden, was ich gesucht hatte. <br>Tagelang versank ich mit Freunden in den aufregenden Fantasiewelten, die dieses Spiel anbot. <br>Weiter noch lernte ich neue Freunde kennen. Bald verbrachte ich viel Zeit mit deutlich älteren Mitspielern, die meinen Gedankengängen eher folgen konnten. <br>Mein liebstes Hobby war entdeckt. <br>Ich versuchte mein Hobby zum Beruf zu machen (erfolglos), verbrachte viel Zeit damit und letztendlich half es mir, nach dem Talboden meiner Depression wieder soziale Kontakte zu etablieren. <br>Ich könnte jetzt sagen, beim Rollenspiel trifft man die besten Menschen, aber sagt das nicht jeder über sein Hobby? <br>Ich treffe dort zumindest Menschen, die gut für mich sind! <br>Über mein Hobby habe ich meine Frau kennen gelernt, viele interessante Sachen erlebt (und das nicht nur in der Fantasie) und jede Menge glückliche Stunden verbracht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ein oder andere mag es fragwürdig finden, dass es mich glücklich macht, wenn ich im simulativen Spiel mit anderen Menschen, eine völlig fremde Person verkörpere. <br>Hat sich ja auch schon mal einer dabei psychisch verfranzt (es gibt Horrorgeschichten aus Amerika und Japan über psychopathische Rollenspieler). <br>Aber &#8211; und zwar ein dickes Aber &#8211; ich wurde durch mein Hobby auch geschult. <br>Ich lerne und übe soziale Verhaltensweisen (wie immer beim gemeinsamen Spiel), ich kann Perspektivenübernahme trainieren und ich schule meine Allgemeinbildung. Ich habe soziale Kontakte durch mein Hobby und regelmäßige Termine, also ein Stück Struktur in meinem Leben. <br>Ich brauche das Spiel in meinem Leben und für mein Leben (Mist, ich bin süchtig).</p>



<h4 class="wp-block-heading">Und, mal wieder, ein Fazit&#8230;</h4>



<p class="wp-block-paragraph">In anderen Zusammenhängen habe ich ja aufgefordert, in dieser Zeit das Spielen wieder zu entdecken. <br>Rollenspiel ist eine sehr interessante Art, das zu machen. Als kooperatives Spiel hat man nicht das Problem, mit Sieg und Niederlage umgehen zu müssen und man kann sich mal so richtig mental austoben. <br>Wer denkt, man brauche dafür spezielle Fähigkeiten, irrt sich, man braucht weder so „fanatisch“ und „durchgeknallt“ wie ich zu sein, noch irgendwelche schauspielerischen Talente oder spezielle Bildung zu haben. <br>Es ist ein Spiel! <br>Wer jetzt „Blut geleckt“ hat, kann mich gerne ansprechen, um mehr zu erfahren. <br>Ich hoffe, ich konnte ansonsten etwas näher erläutern, warum dieses Hobby ein integraler Bestandteil meines Lebens ist und was es für mich bedeutet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht will auch der ein oder andere mir schreiben, welches Hobby bei ihm zum Lebenszweck geworden ist. Ich bin bei so was furchtbar neugierig…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also Leute, nutzt die Zeit um auch mal was Schönes zu machen und teilt eure Hobbys mit lieben Menschen, vielleicht auch mal mit mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit spielerischen und verschmitzten Grüßen,</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)</p>
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		<title>Dünnhäutig</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sonja Utzenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2020 12:08:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Rat und Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Schatzkiste]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrung]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Betrachtung schwer erträglicher Themen und ihrer Position zur Schatzkiste - von Leonessa (su)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine Betrachtung schwer erträglicher Themen und ihrer Position zur Schatzkiste &#8211; von Leonessa (su)</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eines der für mich wichtigsten Elemente in meiner Schatzkiste ist das Hören von Hörbüchern. Da ich leider nicht mehr ausreichend Energie für das Lesen unbekannter Bücher habe, jedoch einem vorgelesen Text gut folgen kann, begleiten Hörbücher mich durch meine täglichen haushaltlichen Pflichten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das mir liebste Genre ist hierbei &#8222;Krimi und Thriller&#8220;, was mich manchmal selber erstaunt. Allerdings habe ich erst heute wieder einmal festgestellt, dass ich bei Büchern, die dem direkten oder indirekten Protagonisten hautnahe Erfahrungen im psychiatrischen System bescheren, sehr dünnhäutig bin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erste mal fiel mir dies beim Roman &#8222;Der Sündenfall von Wilmslow&#8220; von David Lagercrantz auf. Den Autor schätze ich sehr und ich war neugierig darauf, wie er die Geschichte über die Untersuchung der Todesumstände des Mathematikers Alan Turing gestalten würde. Von den elf Stunden, die das Hörbuch eigentlich dauern sollte, habe ich knapp zwei Stunden ausgehalten.  Mich bedrückten die Schilderungen der Erniedrigungen, denen Alan Turing ausgesetzt war und die der Autor sehr stimmig beschrieben hat, derart, dass ich nicht weiterhören konnte. Es besteht ein großer Unterschied darin, die öffentlich zugänglichen Informationen über Turing zu lesen oder seinen fiktiven Todesfallermittlern quasi über die Schulter zu schauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen einer Untersuchung durch die Bundesarbeitsgemeinschaft Gemeindepsychiatrischer Verbünde habe ich einige Interviews mit Betroffenen geführt. Es sollte das Thema &#8222;Zwang und Gewalt in der Psychiatrie&#8220; beleuchtet werden. Die in den Interviews geschilderten Erfahrungen, die sich zum Teil über viele Jahrzehnte erstreckten, fand ich im Roman um ein Vielfaches potenziert vor. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich selbst hatte die &#8222;Ehre&#8220;, das Psychiatrische System von innen erleben zu dürfen. Das Gefühl, die eigenen Bürgerrechte quasi an der Pforte der Klinik zurückgelassen zu haben, war &#8211; bei aller Nützlichkeit der Therapie und des Schutzraumes &#8211; nur schwer zu ertragen. Meine Entscheidung, Genesungsbegleitung zu meinem Beruf zu machen, ist eng mit dieser Erfahrung verknüpft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum ist aber dann ein Roman zu diesem Thema für mich so schwer zu ertragen? Ich glaubte zunächst an einen Einzelfall, denn die Romanhandlung war doch, trotz der erkennbaren Nähe zu den historischen Fakten, eindeutig fiktiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute wollte ich mir den Roman &#8222;Playground &#8211; Leben oder Sterben&#8220; von Lars Kepler anhören. Die Zusammenfassung klang interessant. Die Protagonistin muss sich mit einem Kriegstrauma aus dem Kosovo, nebst einer folgenreichen Nahtoderfahrung, herumschlagen. Einer klassischen PTBS, einer Posttraumatischen Belastungsstörung, wie ich sie in der einen oder anderen Form bei Bekannten miterlebt habe. Es ist nicht einfach, als Angehöriger oder Freund mit einem PTBS Betroffenen umzugehen. Auch die psychotischen Phasen einer Trigger-Situation als Nebenstehender auszuhalten, erfordert viel Fingerspitzengefühl. In meiner persönlichen Beobachtung fehlt dieses Fingerspitzengefühl oft auch im Psychiatrischen System. Sehr häufig, weil die nötige (Betreuungs-) Zeit, die der Betroffene dringend bräuchte, im System nicht vorgesehen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mich also dem neuen Hörbuch gewidmet und dachte mir nichts Böses. Ich war aber nicht auf die Wirkung gefasst, die diese fiktive Geschichte auf mich haben würde. Alles in mir wehrte sich bei den Beschreibungen des Klinik-Aufenthaltes der Protagonistin nach einer Re-Traumatisierung. Kaum war diese Episode überstanden, scheiterte meine Kraft an der Art und Weise, wie die Familie der Protagonistin reagierte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles nur Fiktion &#8211; natürlich &#8211; aber mein Kopfkino schlug Purzelbäume und rüstete zum Großangriff auf einen imaginären Feind. Obwohl meine Betroffenheit dem depressiven Spektrum angehört, &#8222;litt&#8220; ich plötzlich in einer Art mit, die ich nur selten an mir wahrnehme. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gut, dass mir in diesem Fall eine eindeutige und wirksame Lösung zur Verfügung stand. Ich habe umgehend die Wiedergabe gestoppt und das Hörbuch aus dem Player gelöscht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem bleibt das Gefühl zurück, dünnhäutig zu sein. Dabei bin ich für mich und für andere jeden Tag stark. In den letzten Wochen, im Zuge der Corona-Krise, bin ich beschäftigter als in vielen Jahren zuvor. Ich freue mich darüber, anderen Menschen helfen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie schafft es also ein Roman, eine Fiktion, mich derart zu schwächen? <br>Wie kann ein Schatzkisten-Element so sehr fehlzünden? <br>Nach einigen Stunden Selbstbetrachtung kam ich zu dem Schluss, dass es genau der fiktive Charakter der Beschreibung war, der mir zu schaffen machte. Es fällt mir viel leichter, der Erzählung eines Betroffenen empathisch zu lauschen und mit ihm oder ihr in einen Dialog über die Erfahrungen einzutreten. Ich habe sämtliche nonverbalen Kommunikationswege zur Verfügung, um die innere Qual meines Gegenübers aufzunehmen, mit zu fühlen und zu durchdenken. Diese Interaktionsmöglichkeit fehlt in der Fiktion. Indem ich meinem Gegenüber zuhöre, Fragen stelle, Perspektivwechsel anbiete und generell für ihn da bin, helfe ich ganz konkret. Und das wiederum hilft mir, mich dabei gut und hilfreich zu fühlen, etwas daraus zu lernen und zu wissen, dass mein eigener Zusammenbruch zu etwas Wertvollem und Wichtigem in meinem Leben geführt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anderen zu helfen, ohne mir selbst dabei zu schaden, ist definitiv ein wichtiges Element in meiner Schatzkiste. Genau so wie die Hörbücher.  Und wenn ich einem Hörbuch begegne, das meine seelische Haut gefährdet, dann schalte ich es einfach aus!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit sonnigen Grüßen, </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eure Leonessa (su)</p>
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		<title>Die Guten-Morgen-Runde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kunze]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2020 12:55:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rat und Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Schatzkiste]]></category>
		<category><![CDATA[Empowerment]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Salutogenese]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Erfahrungsbericht zum Thema „Schatzkiste“ über den Wert einer digitalen Umarmung von Eurem Schmusehamster (ak)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Erfahrungsbericht zum Thema „Schatzkist</strong>e<strong>“ über den Wert einer digitalen Umarmung von Eurem Schmusehamster (ak)</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor kurzem hatte ich mit einer Freundin einen interessanten Austausch, welchen ich hier gerne mit Euch teilen möchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem ich ihr während der letzten Tage regelmäßig über WhatsApp ein digitales „Guten Morgen“ geschickt hatte, schickte diese Freundin mir schließlich eine Nachfrage. Wertschätzend, aber wohl etwas irritiert, fragte sie mich, was es denn mit diesem „Guten-Morgen“-Gruß auf sich habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welchen Zweck dieser erfüllen sollte?<br>Ob ich ihr diesen Gruß nun jeden Tag schicken wolle?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was klingt wie die Einleitung zu einer ziemlich seichten Ferienlektüre [&#8222;Der Sat-1-Film-Film!&#8220;, Anmerkung meines inneren Kängurus], bei der man nicht böse ist, wenn man das Buch nach ein paar Kapiteln abends am Strand vergisst, oder – und besser! – das bedruckte Papier die unfreiwillige Taufe mit wahlweise Sonnenöl, Speiseeis oder Erbrochenem der eigenen Kinder nicht übersteht, war für mich der Ausgangspunkt einer interessanten Selbstreflexion, die mich tief in die verzerrte Wahrnehmungswelt eines Asperger-Betroffenen führen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst entschloss ich mich zu einer knappen, dafür immerhin zügigen Antwort. Ich teilte meiner guten Freundin mit, dass ich das „Guten Morgen“ so lange schicken möchten würde, wie sie selbst dies wolle, d.h. solange ich es dürfe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei war mir klar, dass diese Erklärung nur die Ouvertüre eines ungleich längeren Absatzes werden sollte, in welchem ich dieser Freundin (und nicht zuletzt mir selbst) in Worte zu fassen versuchte, welche Bedeutung das digitale &#8222;Guten Morgen&#8220; hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich wurde ich 2017 erstmals mit dieser Methode bekannt, welche ich heute gerne in meiner seelischen „Schatzkiste“ vorfinde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Teilnehmer des von mir besuchten <a href="https://www.phg-viersen.de/home/ex-in/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Montagskurses“ der PHG Viersen</a>, aus welchem später die Keimzelle der <a href="http://shg-phoenix-viersen.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Selbsthilfegruppe Phönix</a> hervorgegangen ist, haben ihrerseits damit begonnen, mir ein digitales „Guten Morgen“ über WhatsApp zu schicken. Aus einem Grüßenden wurden über die Monate mehrere. Die Qualität der Nachrichten unterschied sich dabei. Manche Grüßende gaben ihrer Weiblichkeit Ausdruck und verpackten ihr „Guten Morgen“ in eine schöne digitale Postkarte, wahlweise mit Blumen, Tieren oder ähnlichen Motiven. Andere Grüßende hielten es schlichter mit bunten Emojis oder begegneten mir eher männlich konnotiert bzw. norddeutsch-knapp mit einem schlichten getippten „Guten Morgen“, oder – noch knapper, aber gefühlt nicht weniger herzlich &#8211; „Moin“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei ist für mich interessant, dass ich mich &#8211; unabhängig der jeweiligen künstlerischen Ausgestaltung oder eben Schlichtheit &#8211; über jede dieser kleinen digitalen Aufmerksamkeiten gleichsam freue. Entsprechend positiv kann ich in meinen Tag starten. Manchmal wirken diese Grüße auf mich wie über Nacht in braunem Rum getränkte Rosinen in einem butterzarten Stuten [gemeint sind hier nicht die weiblichen Pferde, dt.: die Stute (sg.)/die Stuten (pl.), sondern das Backwerk, dt.: der Stuten (sg.)/die Stuten (pl.) – Anmerkung meines inneren Kängurus] – sie spicken ansonsten eintöniges mit dem &#8222;gewissen Etwas&#8220; &#8211; meinen regelmäßig wenig erfreulichen, weil schläfrig-muffeligen, Start in den Tag, zu nachtschlafender Zeit und auf Kaffee-Entzug, mit der ersten kleinen Freude des Tages.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es dauerte nicht lange und ich war nicht mehr nur Empfänger des „Guten Morgen“, sondern selbst Versender, je nachdem, wer aus der &#8222;Guten-Morgen-Runde&#8220; früher in den Tag startete. Ich gebe gerne zu, das sind die meisten, denn ich bin die Nachtigall und nicht die Lerche. [Der Vogel, nicht der Baum! &#8211; Anmerkung meines inneren Kängurus].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber zurück zum eigentlichen Thema:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Beginn der Kontaktsperre habe ich den Personenkreis, welchem ich mein digitales &#8222;Guten Morgen&#8220; schicke, erweitert. Seitdem sind nicht nur jene, die mich auf diese Methode gebracht haben, sondern weitere ausgesuchte Menschen Teil meiner allmorgendlichen „Glücks-Routine“. Es sind Menschen, die mir etwas bedeuten und die ihrerseits mir das Gefühl geben, dass ich ihnen etwas wert bin. Oft verbinden uns gemeinsame Erlebnisse oder Vertrauenssituationen während unserer Recovery. Ich könnte es auch derart formulieren, es sind Menschen, die jeder ihren Platz in meinem Herzen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht im Sinne Romeos, sondern eher Platons. Mir gefällt das Bild einer Kathedrale, in welcher, neben dem Haupt- und dem Querschiff, Seitenschiffe, sowie viele kleine Kapellen, angelegt sind und wo sich zahlreiche, große und kleine, Nischen finden, in denen jene Menschen, die ich meine, alle ihren eigenen, festen Platz haben. Dieses Bild habe ich jüngst durch meinen geschätzten Kollegen Mausebär (td) skizziert bekommen, kenne es aber auch aus meiner Kindheit, genauer gesagt von einem Trinkspruch eines meiner Onkel, der auf feuchtfröhlichen Familienfeiern in Gaststätten gerne den Erhalt eines neuen Kaltgetränks durch weibliche Serviererinnen in breitestem Schwäbisch mit den beseelten Worten würdigte: „In der Kathedrale meines Herzens werde ich eine Kerze für Sie entzünden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ich schweife erneut ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die „Guten Morgen“-Runde stellt für mich heute ein wichtiges und wertvolles Werkzeug meiner Recovery dar. Der digitale Gruß hilft mir dabei, mich seelisch gesund zu erhalten, ist also auch ein Mosaiksteinchen im Fundament meiner Salutogenese. Die positive Energie, die ich durch jeden Gruß erhalte oder versende, kann man als einen kleinen Akt des Empowerments sehen. In der Genesungsbegleitung empfehle ich dieses Werkzeug Interessierten gerne weiter, wodurch sich der Effekt des Empowerments vervielfacht, ähnlich eines positiven &#8222;Schneeballsystems&#8220; [oder einer kaskadischen Aktivierung durch Phosphorylierung &#8211; Anmerkung meines inneren Biologen]. <br>Die &#8222;Guten-Morgen-Runde&#8220; hat für mich die Bedeutung eines digitalen Marktplatzes oder eines gemeinsam, d.h. von allen Bewohnern eines Hauses, genutzten Raumes, wem diese Vorstellung eher gefällt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich begegne dort Menschen, die mir bekannt sind und die eine Bedeutung für mich haben &#8211; natürlich auch umgekehrt. Ich kann sie sehen und grußlos vorübergehen, lächelnd (Emojis!) oder verbal grüßen, bzw. gegrüßt werden. Ob ich einen Gruß erwidere, liegt in meiner Freiheit. Tue ich dies jedoch, haben beide – Grüßender und Gegrüßter – einen Moment der Freude. Ich bekomme das Gefühl, dass ich nicht allein bin, sondern Teil eines aufgebauten sozialen Netzes und gebe dieses Gefühl an andere Menschen weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleich einer Begegnung auf der Straße, können beide Beteiligten frei entscheiden, ob aus dem einfachen Gruß eine (digitale) Umarmung, ein kurzes Schwätzchen, oder der Ausgangspunkt für ein längeres Gespräch wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die „Guten Morgen“-Runde macht mein, im Laufe meiner Recovery aufgebautes, soziales Netz für mich fast physisch spürbar, also greifbar. Einen der wichtigsten Effekte dabei finde ich, dass durch dieses Kommunikationsmittel die für mich bei der Herstellung eines Sozialkontaktes auftretende Hemmschwelle, bzw. die dafür notwendige Aktivierungsenergie [mein innerer Biologe nickt zufrieden], herabgesetzt wird. Wie für viele Betroffene, ist gerade dieser kleine &#8222;Schubser&#8220; hilfreich, einen Kontakt herzustellen oder zu vertiefen, d.h. einen über das Medium des digitalen Chats zustande gekommenen Austausch von Befindlichkeiten als &#8222;Sprungbrett&#8220; für ein Gespräch über einen anderen digitalen Kanal (Telefon) oder &#8211; ganz analog &#8211; bei einem gemeinsamen Spaziergang, z.B. an der Schwalm, zu nutzen. [Natürlich unter Wahrung des vorgeschriebenen Mindest-Abstandes von 1,5 Metern. Anmerkung meines inneren Angsthasen und Hypochonders].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus ermöglicht mir dieses Kommunikationsmittel, meine „feinen Antennen“ digital auszufahren. Das bedeutet, ich bekomme ein &#8211; zumindest ungefähres &#8211; Gefühl davon, wie es meinem digitalen Gegenüber in diesem Moment geht. Dabei gleiche ich in meinem Kopf sein (digitales) Kommunikationsverhalten, welches er mir gegenüber für gewöhnlich zeigt, also gewissermaßen die Schnittmenge meiner Erfahrungen, seit ich mit ihm über Chatprogramme in Kontakt stehe, mit dem kurzfristig gezeigten Verhalten dieser Person ab. Daraus lassen sich für mich manchmal Tendenzen ableiten und das dauerhafte Abgleiten meines Kommunikationspartners in nicht zielführende, oder gar destruktive, Verhaltensmuster erspüren, welche letztendlich in den Beginn einer Krise führen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Essenziell ist es dabei für mich, mir permanent die Grenzen des benutzten Kommunikationskanals, in diesem Fall des Chats, vor Augen zu führen. Mir steht im Zweifel immer das Mittel der (persönlichen) Nachfrage offen, in welcher ich digital oder analog im Gespräch dann schnell gewahr werden kann, ob tatsächlich Grund zur Beunruhigung besteht. <br>Ich habe mich bisher so kennengelernt, dass meine psychischen Antennen eher zu fein eingestellt sind, d.h. mein seelischer Brandmelder bereits Alarm schlägt, obwohl das Kabel nur durch die Sonne etwas wärmer ist als gewöhnlich, um diese bildliche Analogie zu verwenden. Aber eine gewisse Überempfindsamkeit meiner psychischen Antennen [nicht Überempfindlichkeit! &#8211; Eat this, Trigger!, Anmerkung meines inneren Beschützers] nehme ich gerne in Kauf, denn zehn Fehlalarme sind wertvoller als ein tatsächlicher psychischer Brand, auf den ich erst zu spät aufmerksam werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenso sollte ich mir darüber im klaren sein, ob eine (mögliche) Reaktion meines Gegenübers, zum Beispiel ein Stimmungstief, kurzfristig (Tage) und damit „normal“, im Sinne von „uns allen bekannt“ ist. Falls ja, besteht &#8211; für mich &#8211; erst einmal kein Grund zur Beunruhigung, weil unsere Recovery nicht eine Gerade, sondern eine wellenförmige Kurve ist. Ich finde in diesem Fall das Bild der DAX- oder einer vergleichbaren Schwankungskurve, als für mich prägnanten Vergleich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine ich jedoch, ein mittel- oder gar langfristig ausgeprägtes Stimmungstief wahrzunehmen, gleiche ich meine Beobachtung und die daraus gewonnene Einschätzung im Rahmen einer Intervision mit Vertrauenspersonen ab. Im Prozess der klassischen Selbsthilfe „Vom-Ich-Wissen-Zum-Wir-Wissen“ können wir gemeinsam eine Krisenprävention oder -intervention bei dem Betroffenen einleiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist für mich schwer fassbar, weil eher emotional als verbal formulierbar, aber während ich die eben geschilderten Prozesse erlebe, die ihren Ausgangspunkt in der &#8222;Guten-Morgen-Runde&#8220; haben, werden meine psychischen „Antennen“ noch feiner justiert, sowie permanent &#8222;dem aktuellen Verhältnis von spezifischem Signal und Hintergrundrauschen angepasst&#8220;. So würde es jedenfalls mein innerer Biologe ausdrücken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade in der aktuellen Zeit, in der durch die geltende Kontaktsperre und die Schließung sozialer Begegnungsstätten, der für unsere Salutogenese so wichtige, persönliche und soziale Kontakt enorm erschwert wird, ist es für mich umso wichtiger, mit den Menschen, die mir etwas bedeuten, in Kontakt zu bleiben. Gerade weil sie &#8211; wie ich &#8211; Betroffene sind, für die Ängste, Isolation und Soziophobie keine kurzfristig lästigen Ärgernisse sind, sondern riskante Verhaltenstendenzen und Warnsignale für den Beginn einer Krise darstellen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele von uns sind die regelmäßig stattfindenden Gruppentreffen so wichtig, wie die tägliche Nahrung. Schrumpft der Blickwinkel auf digitale Kanäle zusammen, ist es für den Einzelnen wie für die Gruppe schwerer, dann wird das aufgebaute Netz weitmaschiger, mitunter brüchiger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich bedeutet die „Guten Morgen“-Runde den ersten Sonnenstrahl, den ein neuer Tag in meine Seele scheinen lässt. Diesen gebe ich nur allzu gerne weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit lieben Grüßen und fühlt Euch gedrückt,</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer Schmusehamster (ak)</p>
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		<title>Ferdinand, der Lenz ist da!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kunze]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Apr 2020 13:51:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rat und Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Schatzkiste]]></category>
		<category><![CDATA[Frühling]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Episode zum Thema „Schatzkiste“ von Alexander Kunze]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Eine Episode zum Thema „Schatzkiste“ von Alexander Kunze</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer dieser Tage – maximal zu zweit mit mindestens 1,5 m Abstand – seinen inneren Schweinehund überwindet und ins Freie tritt, dem wird es bereits aufgefallen sein: der Frühling (poetisch: Lenz) ist da!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus jeder Pore der Natur dringt der sinnlich-süße Duft blühender Pflanzen, das kräftig-würzige Aroma gedüngter Felder oder die ätherisch-saftige Note der frischen hellgrünen Triebe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Ohren werden umschmeichelt von einem dichten Netz weicher Vogelstimmen mit ihrem Zwitschern und Singen, eingebettet in sanft summend fliegende Insekten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kann mich nicht sattsehen an den intensiven Farben der blühenden Bäume und Sträucher, Blumen und Schmetterlingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">All diese Reize wecken einen wohlbekannten Mitspieler meines inneren Teams, der von November bis Februar für gewöhnlich in tiefem Winterschlaf liegt: Ferdinand.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer ist Ferdinand?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um zu erklären, wer Ferdinand ist, muss ich ein wenig ausholen. In meiner Kindheit, Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrtausends, sah ich mehrfach im Fernsehen einen kurzen Zeichentrickfilm:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umgeben von saftig grünen, sonnenbeschienenen Weiden erblickte Ferdinand, ein prächtiger schwarzbunter Stier, das Licht der Welt. Schon farblich passte er nicht recht zu seinen zahlreichen Altersgenossen, die eintönig schiefergrau geboren wurden. Von seiner Mutter, einer karamellbraunen Kuh, wurde der junge Ferdinand liebevoll, aber bestimmt, dazu ermuntert, doch mit den anderen Stierkälbchen zu spielen, d.h. seine Kräfte zu messen. Denn er sollte eines Tages in die Hufstapfen seines berühmten Vaters, eines schwarzblauen ehemaligen Kampfstieres treten, der, unbezwungen in der Arena, die Ehre hatte, als begehrter Zuchtbulle zu dienen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch Ferdinand hatte kein Interesse daran, mit seinen Altersgenossen zu spielen. Im Gegenteil war er lieber allein, erfreute sich an der Natur und roch an den herrlichen Blumen. Von seinem berühmten Vater verachtet, von seiner gütigen Mutter aber stets geliebt, ändert Ferdinand auch als ausgewachsener Stier sein Verhalten nicht. Er ist allein, aber glücklich, auf seiner Weide, beseelt von der Schönheit Mutter Naturs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während seine Altersgenossen im Zeichentrickfilm nun einer nach dem anderen von einem Händler an die örtliche Stierkampfarena verkauft werden (die Brutalität der Kämpfe spart der Film kindgerecht aus!), bleibt der friedfertige Ferdinand als „Ladenhüter“ zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst als alle anderen Stiere bereits verkauft sind, lässt sich der Händler von Ferdinands menschlichem Besitzer übers Ohr hauen und tritt &#8211; todunglücklich &#8211; den Weg in die Arena an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dort wartet ein ebenso zahlreiches wie blutrünstiges Publikum auf die Befriedigung seiner niedersten Triebe. Ferdinand, an Statur seines berühmten Vaters mindestens ebenbürtig, sitzt (jawohl – er sitzt!) in der Mitte der Arena auf dem staubigen roten Boden. Bühne frei für den Torero – eine lokale Prominenz. Dieser verzweifelt angesichts der Tatsache, dass sich Ferdinand nicht im mindesten von ihm provozieren lässt und ihn, den Torero, gar nicht beachtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun folgt die Szene, die sich in meinem kindlichen Gehirn eingebrannt und wohl zur Aufnahme Ferdinands in mein inneres Team geführt hat:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine junge Frau wirft einen Blumenstrauß in die Manege und haucht ihrem vergötterten Torero einen Kuss hinterher. Der Blumenstrauß kommt vor Ferdinand zu liegen. Ferdinand riecht daran und verdreht, vom süßen Duft der Rosen entzückt, genießerisch die Augen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbstverständlich besitzt auch dieser Zeichentrickfilm die komisch-chaotische Wendung, die für begeistertes Lachen und In-die-Hände-Klatschen der kleinen und großen Zuschauer vor der Mattscheibe führen soll:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ferdinand wird von einer Wespe, die sich in dem Blumenstrauß versteckte, in die Nase gestochen. Der Schmerz lässt ihn in ziellose Rage geraten, infolge der Ferdinand &#8211; jeweils unabsichtlich &#8211; den Torero über den Haufen rennt und anschließend die hölzerne Stierkampfarena in Schutt und Asche legt. Selbstverständlich wird dabei niemand verletzt &#8211; nicht einmal der Torero. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Schlusssequenz sieht man Ferdinand, wie er zurück auf seine Weide transportiert wird. Den Blumenstrauß hat er noch auf dem Viehwagen bei sich. Ferdinand darf den Rest seines Lebens so sein, wie er sein möchte, in der Nase den Duft der herrlichen Blumen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ferdinand in meiner Schatzkiste</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen meiner Recovery habe ich schon zu dunkelsten Klinik-Zeiten festgestellt, dass das Grünen und Blühen der Natur im Frühling auch für mich essenzielle Quelle positiver Energie ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst als „Ding, das mir gut tut“ oder „Belohnung“ im Rahmen von Reflexion und Therapien herausgearbeitet, habe ich diese Qualität für mich auch zu einer „Schatzkisten-Ressource“ gemacht. <br>Diese Ressource hilft mir, zusammen mit anderen, gedanklich und ganz praktisch, das heißt zum Anfassen, in Zettelform in einem hübschen Kästchen zuhause aufbewahrt, mir den Weg durch eine schwere Zeit zu weisen, wenn ich die guten Dinge zu vergessen drohe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Jahr im Frühling gehe ich nun spazieren und pflanze gedanklich schöne blühende Pflanzen in meinen seelischen Blumenkasten, bzw. Garten, aktuell zum Beispiel sonnengelben Löwenzahn, silberhelle Pusteblumen, Vergißmeinnicht, so tiefblau wie ein Gletschersee, am Fuße dreier blühender Bäume: schneeweiße Kirsche, so fluffig wie Zuckerwatte, blassrosa Magnolien, die Elben-Bäume unserer Natur, und schließlich altrosa blühender Apfelbaum – mein innerer Ferdinand schwebt auf Wolke Sieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Neigung von mir verstehen wohl die wenigsten Männer, so gänzlich unmännlich kommt sie daher. Doch, so wie ich nicht wie andere Männer aussehe, so bin ich auch nicht wie sie. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin gut, so wie ich bin, weil ich glücklich bin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit sonnigen Grüßen und blumigen Worten,</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer Schmusehamster</p>
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