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	<title>Politik und Gesellschaft &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<description>Selbsthilfe, Genesungsbegleitung und Betroffenenbeteiligung</description>
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	<title>Politik und Gesellschaft &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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		<title>Neue Divergenz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 May 2026 11:09:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[EaN Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
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					<description><![CDATA[Braucht es eine neue Art, psychische Erkrankungen zu betrachten und wenn ja wie? Sprache schafft Realität und vielleicht braucht es mal ein neues Wort um der Pathologisierung von psychischen Besonderheiten entgegen zu wirken, auch um Inklusion möglich zu machen!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Neurodivergenz &#8211; Psychodivergenz</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Braucht es eine neue Art, psychische Erkrankungen zu betrachten und wenn ja wie? <br>Sprache schafft Realität und vielleicht braucht es mal ein neues Wort um der Pathologisierung von psychischen Besonderheiten entgegen zu wirken, auch um Inklusion möglich zu machen!</h3>



<h5 class="wp-block-heading has-text-align-right">Eine kritische Betrachtung und ein Vorschlag von Thorsten Dürholt (der Mausebär)</h5>



<p class="wp-block-paragraph">In der letzten Zeit beschäftigt mich öfters ein spezieller Gedanke.<br>Seit ich meine neue <strong>Diagnostik</strong> habe und festgestellt wurde, dass ich <strong>ADHS</strong> habe und leicht im <strong>autistischem Spektrum</strong> unterwegs bin, fange ich an, einige in mir neu zu definieren. In meiner frühesten Kindheit wurde bei mir schon eine Form von <strong>Hochbegabung</strong> festgestellt (das ist mir als Narzisst ein Fest, dass zu erwähnen), die sich allerdings nur selten zeigt, den meistens bin ich gnadenlos unbegabt.<br><strong>ADHS</strong>, <strong>Autismus</strong>, bzw. <strong>Autismus-Spektrum</strong> (es ist ein weites Feld) und <strong>Hochbegabung</strong>, aber auch gewisse Lernstörungen, wie <strong>Dyskalkulie</strong>, (Rechenschwäche) oder <strong>Legasthenie</strong> (Leseschwäche), fallen unter den Begriff der <strong>Neurodivergenz</strong>.<br>Also bin ich jetzt <strong>Neurodivergent</strong>, also habe eine <strong>kognitive Ausprägung</strong> die sich von der gesellschaftlichen Norm unterscheidet. das ist ja nichts Neues, weil ich immer den Eindruck hatte, anders zu denken, zu fühlen und zu erfassen, wie meine wunderbare bunte Welt ist.<br>es hat jetzt einen Namen, ich bin <strong>neurodivergent</strong>, was sich irgendwie besser anhört, als eine kognitive Störung zu haben, oder neurologisch krank, behindert oder auffällig zu sein. <br>Ich bin halt divergent, also anders und dass darf sein, kann sein oder ist einfach so&#8230;<br>Leicht zu erklären, der Mausebär ist divergent, also akzeptiere, dass ich anders denke, als Du und dass ich das nicht mache, um Dich zu ärgern oder aus fehlender Empathie oder Bereitschaft. Es ist einfach so&#8230;<br>Divergent ist eher so wie Blind, oder gelähmt, ist scheiße, aber ist halt so, bin ich nicht schuld dran und eine solidarische und soziale Gesellschaft hat gefälligst meine Barrieren (mit) abzubauen, um mir Teilhabe zu ermöglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch was ist mit meinen<strong> Persönlichkeitsstörungen</strong>? Bin ich plötzlich kein krankhafter <strong>Narzisst</strong> mehr, weil ich jetzt <strong>neurodivergent </strong>bin?<br>Habe ich jahrelang verzweifelt und unter Rückschlägen, Tränen und Schweiß versucht, meinen inneren <strong>Narzissten </strong>zu bearbeiten, um ein funktioneller <strong>Narzisst</strong> zu werden, nur um jetzt zu erfahren, dass ich eigentlich gar nicht gestört bin, sondern einfach nur <strong>neurodivergent</strong>?<br>Nein, der innere <strong>Narzisst</strong> ist noch da, genauso, wie die die wiederkehrenden (rezidiviernden) <strong>Depressionen</strong>, denn sonst würde ich keine Medikamente dagegen mehr brauchen. Auch meine <strong>Ängste</strong> (generalisierte Angststörung) und meine Probleme mit dem Selbstbewusstsein sind noch vorhanden. Und meine kleine <strong>Phobien </strong>winken mir auch noch zu.<br>Vielleicht sind meine kleinen <strong>Traumata</strong> durch die <strong>Neurodivergenz </strong>verstärkt, ausgelöst oder unterstützt worden, aber sie sind nicht weg, nur weil ich jetzt weiß, dass diese Divergenz in mir ist.<br>Einzig meine <strong>Essstörungen,</strong> die mich von klein auf begleiten, die könnten (laut meinem sehr fähigem) Psychiater ein <strong>Symptom</strong> meiner <strong>Autismus-Spektrumstörung</strong> (wie gesagt, sehr leicht) sein. Also keine Erkrankung, nur ein Symptom.<br>Aber ist der Rest ein <strong>Symptom</strong>?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein, ich habe <strong>psychische Erkrankungen </strong>und weil so etwas nun einmal chronisch ist (wie mein <strong>Diabetes Typ 2</strong> und mein <strong>Bluthochdruck</strong>), werden mich diese <strong>Erkrankungen</strong> noch weiter auf meinem Lebensweg begleiten. Ich kann lernen damit zu leben, sie in meinen Alltag zu integrieren, die <strong>Symptome</strong> abschwächen und bekämpfen, aber bleiben werden sie. Die nächste <strong>Depressive Episod</strong>e wartet auf mich an der nächsten Straßenecke, mein innerer <strong>Narzisst</strong> mault und schaut darauf, wie er aus seinem Käfig ausbrechen kann und auch meine <strong>Ängste</strong> laufen immer neben mir und lassen sich nicht in die Karten schauen, ob sie nun ein <strong>Symptom</strong> meiner <strong>Persönlichkeitsstörung </strong>sind (wie mein geringes Selbstwertgefühl) oder tatsächlich eine eigenständige Erkrankung, halt eine <strong>generalisierte Angststörung</strong> sind.<br>Es bleibt bei mir, macht mich zu einem behinderten Menschen &#8211; nein, das sagt man ja nicht, heißt ja Mensch mit besonderen Bedürfnissen &#8211; dabei habe ich immer noch einen <strong>Schwerbehindertenausweis</strong> (SBA) und <strong>keinen Besondere-Bedürfnisse-Ausweis</strong> (BBA) -, was hilfreich ist, um hin und wieder etwas Unterstützung zu bekommen oder Verständnis für meine Situation. Wenigstens ein wenig Nachteilausgleich in unserer Solidargemeinschaft, worauf ich jetzt echt nicht eingehen will, weil es auch ein weites (Minen-) Feld ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mich stört ist nicht diese Erkenntnis, sondern der Umstand, dass ich krank sein soll.<br>Als Genesungsbegleiter glaube ich daran, dass es ein Bestandteil der <strong>Salutogenes</strong>, also der Gesundung sein muss, den Sinn in seinen Erkrankungen zu sehen und ein neues Verständnis von gesund zu erschaffen. Gesund bin ich, wenn ich mich Gesund fühle.<br>gesund bin ich, wenn meine chronischen körperlichen Erkrankungen gut eingestellt sind, denn solange meine Blutzuckerwerte und mein Blutdruck, dank guter Medikamente und Lebensführung nicht entgleisen, wird mich kein Arzt der Welt krankschreiben, oder meine Arbeits- und Leistungsfähigkeit in abrede stellen. Ich mag zwar besonder Bedürfnisse haben, wie meine Medikamente und besondere Verhaltensweisen, aber ansonsten kann ich ganz normal leben. Ich bin in der Hinsicht nicht krank, sondern körperlich eingeschränkt, oder vielleicht sogar physisch divergent.<br>Das gleiche muss und sollte doch auch für meine anderen Erkrankungen, also meine psychischen Krankheitsbilder gelten.<br>Außerhalb meiner depressiven Episoden fühle ich mich nicht krank und mein geringes Selbstwertgefühl und der Drang meiner gestörten Persönlichkeit stören mich zwar, aber ist das krank?<br>Krankheit ist etwas, was viele Menschen als einen vorübergehenden Zustand wahrnehmen. Eine Infektion ist eine Erkrankung, die vorübergehend ist. eine chronische Erkrankung, wie meine Diabetes oder meine Migräne sind Zustände die immer wieder mal aufbreche und der Behandlung bedürfen, um wieder zu verschwinden. Wir sehen als Gesellschaft die Symptome und bezeichnen sie als Krankheit.<br>Niemand würde einen blinden Menschen als krank bezeichnen, es sei denn die Blindheit ist vorübergehend. Wenn nicht spricht man von einem besondern Zustand, oder von einer Behinderung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte nicht <strong>pathologisiert </strong>werden und als dauerhaft krank gelten, weil ich im Rahmen meiner Möglichkeiten leistungsfähig bin. Weil ich aus meinen <strong>psychischen Besonderheiten</strong> versuche Stärken zu machen und ihnen Sinnhaftigkeit zu geben. Ich will auf meinem Weg der Recovery zu einem Zustand kommen, an dem ich mich im rahmen meiner eigenen Normalität, als gesund empfinde. Einfach um ein würdiges Leben zu führen, ein gesundes Leben mit allen meinen Besonderheiten.<br>Ich habe es über 30 Jahre versucht, meine <strong>psychischen Störungen </strong>gehen nicht mehr weg, sie sind chronisch, sie bleiben hier. Wer nicht gesunden kann, kann auch nicht krank sein, sondern hat Besonderheiten. Und deswegen integriere ich meine Auffälligkeiten in meinen Alltag, kontrolliere die <strong>Symptome</strong>, versuche in meinem Rahmen mich gesund und richtig zu fühlen, auch wenn ich nicht einer allgemeinen Norm entspreche.<br>ich bin in meiner Seele (griechisch auch <strong>Psyche</strong> genannt), anders, als andere Menschen, also <strong>divergent</strong>. Nicht krank, sondern <strong>divergent</strong>.<br>darum möchte ich mich nicht mehr als psychisch kranke Person bezeichnen sondern als <strong>Psychodivergent</strong>.<br>Das mag Augenwischerei sein, für jeden, der darunter nicht leidet, aber wir, als Gesellschaft stellen langsam fest, dass Worte tatsächlich Realität formen. das es wichtig für uns ist, wie wir uns definieren und wie wir unsere Definition bezeichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Ich bin nicht Krank, ich bin Psychodivergent</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Aussage fühlt sich gut an, hilft mir im eigenem <strong>Empowerment</strong>, unterstützt meine Weg zur Definition meiner eigenen <strong>Gesundheit</strong> im Rahmen des <strong>salutogenetischen</strong> Gedanken, vollendet meine <strong>Recovery </strong>ein Stück und gibt mir eine neue Definition für mein eigenes Ich.<br>Ich bin einfach <strong>Neuro-und Psychodivergent</strong> und werde damit großartig leben, in dem ich meine eigen Nische besetze, in die ich gerne alle Menschen einlade, die sich nicht von einer Diagnose aus dem Psychologischem oder Psychiatrischem Bereich pathologisieren wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Jahren verstehen meine Angehörigen nicht, was meine Erkrankung sein soll (weil ich ja nicht ihrem Bild von Krankheit entspreche. Sie verstehen meine Behinderungen nicht, weil ich ja alle Körperteile habe.<br>Mit seelischer Erkrankung oder psychischer Behinderung kann ich mich Ihnen nicht erklären.<br>Mit <strong>Neurodivergenz</strong> ging das allerdings wunderbar, das verstehen meine Leute und daher funktioniert das auch mit <strong>Psychodivergenz</strong>, zu erklären, dass ich einfach in manchen Punkten nicht der gesellschaftlichen Norm entspreche und auch nicht entsprechen kann.<br>Lasst uns also aus den bösen Krankheiten wieder etwas vergängliches (oder Episodenhaftes bei chronischen Krankheiten) und etwas körperliches in seinen Symptomen leicht sicht- und erkennbares machen und hören wir auf psychisch Krank zu sein und akzeptieren, dass wir Psycho divergent sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Ich bin nicht krank, ich bin Psychodivergent</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich genese durch Akzeptanz meiner Besonderheiten und durch die Anpassung meiner Ziele, meines Weges und meines Alltags an meine besonderen Bedürfnisse. Solange ich das machen kann und nicht von der Gesellschaft behindert werde, kann ich mich völlig gut, funktional und gesund fühlen. Meine Krisen sind Episoden, die daraus entstehen, dass ich meine Bedürfnisse nicht beachte (oder aus den Einflüssen, denen ich ausgesetzt werde) und wenn ich einem querschnittsgelähmten seinen Rollstuhl wegnehme, dann hat er auch eine Krise.<br>Wenn ich einen gesunden Menschen in eine schwierige und für ihn nicht lösbare Situation bringe, hat er auch eine Krise.<br>Eine Krise ist keine Krankheit, sondern eine Krankheit ist eine Form der Krise (eine von vielen). warum sollen meine seelischen Krisen krankhaft sein? Sie sind nicht ansteckend, nicht unbedingt körperlich, nicht vorübergehend, nicht&#8230;<br>Es gibt so viele Gründe, es nicht als Krankheit zu sehen, sondern als ein zustand des Anders sein.<br><br>Bitte denkt einmal darüber nach, wie ihr euch definieren wollt, als krank (gesellschaftlich bereits sehr negativ belegt), als leidend und hilflos, oder als ein Mensch, der seine besonderen Bedürfnisse erkannt hat, diese kommuniziert und von unserer sozialen Solidargemeinschaft Verständnis, Akzeptanz und Unterstützung erwartet?<br>Ich für meine Teil bin lieber divergent als krank, lieber anders, als hilflos, lieber Psychodivergent, als psychisch Krank.<br>Vielleicht können wir mit diesem kleinen Wort etwas großes ändern, nämlich die Wahrnehmung von psychischen Zuständen, die nicht der Norm der Gesellschaft entsprechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bitte unterstützt diese Idee und seit dabei&#8230;</p>
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		<title>Inklusion geht alle an!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 May 2026 09:45:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[EaN Beiträge]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir sind aktiv mit dabei Ein Bericht vom Mausebären (Thorsten Dürholt) Unter dem Motto &#8222;Menschenrechte sind nicht verhandelbar! Inklusion geht alle an!&#8220; gab es am 9. Mai zum Europäischem Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung einen Protestzug in Viersen, mit einem Programm auf dem Sparkassenvorplatz.Mit dabei waren die Vertreter der großen Verbände hier in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Wir sind aktiv mit dabei</h3>



<h5 class="wp-block-heading">Ein Bericht vom <em>Mausebären</em> (Thorsten Dürholt)</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Unter dem Motto &#8222;<em><strong>Menschenrechte sind nicht verhandelbar! Inklusion geht alle an!</strong></em>&#8220; gab es am 9. Mai zum <strong>Europäischem Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung</strong> einen Protestzug in <strong>Viersen</strong>, mit einem Programm auf dem Sparkassenvorplatz.<br>Mit dabei waren die Vertreter der großen Verbände hier in Viersen, wie die Paritätische, die AWO und die Psychiatrische Hilfsgemeinschaft, aber auch kleinere Anbieter, wie die BIS und diverse Interessengruppen, die Stände aufgebaut hatten.<br>Auf der Bühne wurde Programm präsentiert und zwischen den Reden von Politik und Engagierten, wurde mit Musik die Stimmung aufgelockert. es wurden Gespräche geführt und Betroffene, Mitarbeitende aus den sozialen Netzwerken und Interessierte kamen zusammen.<br>Die kommunale Politik war nicht nur durch den Schirmherren der Veranstaltung, dem Bürgermeister Christoph Hopp und den beiden Dezernenten Ertunc Deniz und Jens Ernesti vertreten, die Grußworte sprachen, sondern auch Mitglieder der Parteien <strong>DIE LINKE</strong> und <strong>die Grünen</strong> mischten sich unter die engagierten Demonstranten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Hauptgrund des Protest waren nicht nur die drohenden Kürzungen im sozialem Sektor, die mangelnde Transparenz politischer Entscheidungen und die immer mehr wachsende wirtschaftliche Not von betroffenen und den Anbietern von Hilfeleistungen, sondern auch der Umstand, dass wir es nicht zulassen wollen, dass eine Gruppe von Menschen marginalisiert und an den Rand der Gesellschaft (in die Vergessenheit) gedrängt werden. Wir müssen gerade jetzt laut sein, um eine bunte und pluralistische Gesellschaft zu erhalten und sogar zu fördern, denn nur so kann Inklusion gelingen, der Garant für eine stabile, zukunftsorientierte und soziale Gemeinschaft, in der sich zu leben lohnt.<br>Deshalb waren wir dabei, nicht nur aus Interesse, weil auch unsere Arbeit davon betroffen ist, nicht nur als Betroffene (ich habe ja selber eine Behinderung anerkannt) und nicht nur um politisch Flagge zu zeigen (auch wenn ich politisch aktiv bin), sondern um solidarisch zu sein und zu zeigen, für welche Form von Zukunft wir einstehen.<br>es ist gerade heutzutage dringend nötig, sich zu informieren (möglichst beriet gefächert und außerhalb seiner Wohlfühlzone), kritisch zu hinterfragen und dann auch weiter zu informieren. Die Menschen im eigenem Umfeld abzuholen und mitzunehmen.<br>Noch können wir dem was kommt entgegen stehen, noch ist es möglich, sich zu verbinden, um ein besseres Miteinander zu erlangen, deshalb ist es jetzt auch an der zeit, sich zu positionieren und sich gegenseitig zu unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin froh darüber, dass ich gestern dabei war und viele bekannte und neue Gesichter gesehen habe und das wir, als Erfahrungsexperten am Niederrhein dabei sind und uns zeigen, denn wir wollen Inklusion (er)leben&#8230;<br></p>
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		<title>Wer sich nicht wehrt&#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2026 09:48:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[EaN Beiträge]]></category>
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					<description><![CDATA[Unter anderem der Eingliederungshilfe drohen schon wieder drastische Kürzungen und damit versucht sich die aktuelle Politik wieder aus der sozialen Verantwortung gegenüber den Menschen, die den meisten Schutz brauchen, zu stehlen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Unter anderem der Eingliederungshilfe drohen schon wieder drastische Kürzungen und damit versucht sich die aktuelle Politik wieder aus der sozialen Verantwortung gegenüber den Menschen, die den meisten Schutz brauchen, zu stehlen</h2>



<h5 class="wp-block-heading">Ein Aufruf von Thorsten Dürholt (dem Mausebären)</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Ein aktuelles Arbeitspapier enthüllt, was Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände palen, um wieder da an Geldern zu sparen, wo sie am wichtigsten wären.<br>Nicht öffentlich diskutiert, sondern im Hinterzimmer werden Kürzungen geplant, die zu Kosten der Anbieter von wichtigen Dienstleistungen, den Betroffenen und deren Angehörigen gehen, also kurzum, auf den Deckel derer, die jetzt schon über das Maß belastet werden.<br>Nicht nur, dass an den Schwächsten der Gesellschaft gespart werden soll (den Menschen mit Einschränkungen, Kindern, chronisch Kranken), sondern dadurch werden auch weitere Arbeitsplätze verbrannt, soziale Arbeit unattraktiver gestaltet und kleiner Anbieter vom Markt gedrängt.<br>Ein weiterer Axthieb beim sozialem Kahlschlag, der im stillen Wald heimlich vollzogen wird.<br>Das Ganze ohne die Expertise der betroffenen, ohne die Erfahrungen der Anbieter, ohne Rücksicht auf die Angehörigen, die durch die schon jetzt zu leistende Carearbeit (und Kosten) an ihren grenzen, oder teilweise auch weit darüber hinaus sind.<br>Die Paritätische spricht in ihrer Einschätzung (und ihrem Leak der Pläne &#8211; zu finden <a href="https://www.der-paritaetische.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/doc/paritaetischer_drohender-kahlschlag-2026.pdf"><strong>hier</strong></a>) in der nötigen Einordnung von drastischen Einschnitten in den Sozialstaat.<br>Ein wahrer Schlag ins Gesicht, nein, ein Tritt in die Familienplanung, für Menschen, wie mich, die nicht nur direkt Betroffen sind (als chronisch erkrankter mensch), sondern auch Zeit , Geld und Energie in diesen Sektor stecken und davon gerade (oder in meinem Fall auch nicht) Leben können.<br>Wenn wir bedenken, dass in Deutschland die viertgrößte Zahl (weltweit) an Milliardären lebt, ist dass doch ein schlechter Witz. Wenn wir betrachten, wie viel Geld in die Förderung von (erfolgreicher und nicht Förderungsbedürftiger) Wirtschaft geht, wird der Witz immer zynischer.<br><br>Was wir brauchen ist eine Lobby und die bekommen wir nicht geschenkt, die müssen wir erschaffen. dafür müssen wir gemeinsam auf die Strasse gehen, gemeinsam laut sein und den Schulterschluss zwischen Sozialverbänden, Interessenvertretungen der Betroffenen, den Menschen die im sozialem Sektor arbeiten, leben und wirken und den Menschen, denen es nicht egal ist, wenn ein Haufen Leute für die gewinne einiger weniger Wesen leiden, vollziehen.<br>Positionieren und nicht wegschauen bedeutet auch sich dem was kommt zu stellen (werft bitte unbedingt mal den Blick <strong><a href="https://www.der-paritaetische.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/doc/paritaetischer_drohender-kahlschlag-2026.pdf">hier</a></strong> drauf &#8211; ist schwierig und viel, aber es ist wichtig es zu verstehen, es bedeutet nicht untätig zu sein, sondern seinen Stimme auch mal zu erheben, was ganz leicht <strong><a href="https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2026/_02/_27/Petition_195716.$$$.a.u.html">hier</a></strong> zu machen ist, denn auch wenn das Ziel dieser <strong><a href="https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2026/_02/_27/Petition_195716.$$$.a.u.html">Petition</a></strong> schon erreicht ist (sie wird vorgelegt), jede weiter Unterschrift gibt mehr Gewicht.<br>Und schaut auch mal zu, dass ihr eure Stimme im demokratischen Prozess nutzt und gebt sie ab und zwar zum Beispiel bei der nächsten Landtagswahl (<strong>2027 </strong>ist <strong>NRW,</strong> also bei uns dran und ich werde aktiv im Wahlkampf mit dabei sein, um etwas zu verändern).<br><br>Und wenn ihre die Energie dafür habt, geht mit auf die Strasse, zum Beispiel am<strong><a href="https://www.viersen.de/unsere-stadt/veranstaltungen/europaeischer-protesttag-zur-gleichstellung-von-menschen-mit-0"> 9. Mai in Viersen</a></strong>, gemeinsam dann mit mir, denn ich werde dabei sein. Informiert euch, wo ihr Flagge zeigen könnt, und informiert mich auch gerne, wenn es hier in meiner Nähe ist, denn dann werde ich mit dabei sein und es auch gerne bewerben.<br>Gemeinsam können wir was ändern, sollten wir was ändern, werden wir was ändern.<br>Also seit dabei&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Internationaler Frauentag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Mar 2026 18:44:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[EaN Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Guerrilla-Texte ohne Mitwirkung der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
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					<description><![CDATA[Gedanken um den internationalen Frauentag, Feminismus, Gleichstellung und die Gesellschaft]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading has-text-align-center">Gedanken um den internationalen Frauentag, Feminismus, Gleichstellung und die Gesellschaft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist mir ein Bedürfnis, heute ein paar Worte zu schreiben, zum Thema Gleichberechtigung, Gleichstellung, Feminismus (in welcher Form auch immer) und welche Gedanken mich heute am internationalen Frauentag bewegen.<br>Als Mann ist es natürlich eine gute Frage, was man(n) damit zu tun hat. <br>Ist es nur ein politisches Ansinnen, wenn ich wie gestern geschehen, auf der Straße mit den Parteigenossinnen und Genossen zusammen Blumen verteile, um auf den Tag aufmerksam zu machen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute habe ich mich dass einfach mal selber gefragt und mich auch hinterfragt. Und weil wir bei den Erfahrungsexperten am Niederrhein ja sowieso für Gleichberechtigung (aller Menschen) eintreten, denke ich, dass meine Meinung hier auch durchaus einen Platz hat und haben darf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Starke Frauen haben mich mein Leben lang begleitet, denn ich bin als Kind einer Alleinerziehenden und voll berufstätigen Frau aufgewachsen. Dass Ende der 70er und in den 80er Jahren, wo sowas eher die Ausnahme, als die Regel war. Ich weiß, wie sehr meine Mutter kämpfen musste, um alles unter einen Hut zu bekommen und ich war auch nicht einfach, sondern eher ein Problemkind. Trotz aller Sorgen, wegen Arbeit, Alltag und halt dem Stress, denn ein Kind so macht, hat mich meine Mutter immer mit Liebe und Zuneigung behandelt. Ich wurde unterstützt, gefördert und hatte ein schönes zuhause.<br>Einer meiner wichtigen Miterzieher war meine Großmutter, eine Frau, die nach der Trennung von ihrem Mann ebenfalls Berufstätig war und ein Haus in Schuss gehalten hat, trotzdem Zeit fand aktiv zu sein, ihrer Leidenschaft der Kunst nachging und immer zeit hatte, mich zu fördern, aber auch zu fordern. Meine gesamte Liebe zur Kunst und Kultur wurde mir von dieser starken Frau vererbt, die mir viele Dinge beigebracht hat, die ich erst jetzt verstehe und immer noch dankbar bin, für den Schatz, den sie mir ins Herz gepflanzt hat.<br>In der Grundschule gehörten Mädchen zu meinen besten Freunden und ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, warum auch&#8230;<br>Und selbst als es anfing, dass die Hormone bei mir verrückt spielten, war es für mich immer noch klar, dass ein Junge auch mit Mädchen befreundet sein darf, kann und in meinem Fall auch will.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe eine Frau geheiratet, die nebenbei und für über 20 Jahre meine beste Kumpel, eine gleichberechtigte Partnerin, eine Vertrauensperson und ein Fels in der Brandung in meinen dunkelsten Zeiten war.<br>Ferner habe ich eine längere Zeit beim Kraftsport mit einer Trainingspartnerin trainiert und wir haben uns gegenseitig zu Höchstleistungen gepusht.<br>Und jetzt habe ich ein Unternehmen, gemeinsam mit einer Partnerin und stelle fest, dass diese Frau eine der ersten Geschäftspartner ist, mit der ich auf Augenhöhe agieren kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe einen typischen &#8222;Frauenberuf&#8220; erlernt, als Erzieher und war in einer Klasse mit mehr als 25 Mitschülerinnen (und nur vier Kerlen) und habe festgestellt, was viele Männer wahrscheinlich vergessen haben, nämlich dass es &#8222;die Frau&#8220; gar nicht gibt, sondern dass Frauen genauso vielseitig sind, wie Männer auch.<br>All dieses macht mich so absolut immun gegen Feminismus, weil ich es nie gelernt habe, dass Frauen andere Menschen als Männer sein könnten. Darüber nachzudenken, dass es Männer gibt die das anders sehen, finde ich irgendwie befremdlich, weil ich doch weiß, dass es Unsinn ist.<br>Ich interessiere mich nicht dafür, ob ein Mensch, den ich cool finde oder bewundere Brüste hat oder nicht&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird Zeit, dass sich die Gesellschaft endlich emanzipiert, dahingehend sich von der dummen Vorstellung zu lösen, dass Geschlecht oder geschlechtliche Identität irgendetwas über die Fähigkeiten, den Charakter oder die Persönlichkeit aussagt. Es ist etwas individuelles wie Hautfarbe, Augenfarbe oder Haarfarbe, eine biologische Eigenschaft, wie die Körpergröße oder das Alter und somit etwas, was uns nicht dazu verleiten sollte über die Fähigkeiten einer Person zu urteilen.<br>Und deshalb möchte ich als mein Fazit den Frauentag einfach als eine Erinnerung sehen, daran, dass wir Menschen sind, die gleiche Rechte, Chancen und Hoffnungen mehr als verdient haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem darf ich immer noch Frauen die Tür aufhalten, nicht weil sie es brauchen, sondern weil ich ein Schleimer bin. Trotzdem werde ich weiter böse sexistische Witze machen und herb darüber lachen, wenn ich entsprechende Konter bekomme, von den vielen großartigen Frauen die ich kenne. Und was mich angeht, werde ich immer dafür stehen, dass Gleichberechtigung existiert, wenn wir endlich vergessen, dass es zählt wer wir sind, nicht welche Toilettentür wir durchschreiten.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Thorsten Dürholt<br>Der Mausebär</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Zieloffene Suchtarbeit &#8211; Neue Wege aus der Sucht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sonja Utzenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jul 2023 11:49:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Nachlese]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Zieloffene Suchtarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Eindrücke eines Vortrags ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Am Donnerstag, den 15.06.2023 fand in der alten Kirche Lobberich der 10. Fachtag des GPV Kreis Viersen in Zusammenarbeit mit der LVR-Klinik Viersen und Kontakt-Rat-Hilfe Viersen zum Thema „Sucht und … Grundlagen“ statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Morgenprogramm des Fachtages wurde ein Thema behandelt, das mich nachhaltig beeindruckt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Referent, Herr Matthias Nanz vom<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.iss-nuernberg.de/" target="_blank"> Institut für innovative Suchtbehandlung und Suchtforschung (ISS)</a>, berichtete anschaulich aus seiner Arbeitspraxis, die die Behandlung von Suchterkrankung auf neue Füße stellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie vermutlich viele andere auch, habe ich bisher im Bereich der Suchtbehandlung nur von völliger Abstinenz als Behandlungsweg gehört. Herr Nanz und sein Team gehen mit ihren Kooperationspartnern seit nunmehr zehn Jahren neue Wege des Umgangs mit Betroffenen einer Suchterkrankung. Das Programm trägt den Titel „<strong>Z</strong>iel<strong>o</strong>ffene <strong>S</strong>uchtarbeit“ (ZOS).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was ist die Grundlage von ZOS?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Internetpräsenz der ISS Nürnberg ist zu lesen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Wir verfolgen das Ziel, Menschen bei der Bewältigung ihrer Suchtproblematik zu unterstützen – vor allem diejenigen, die sich über ihr angestrebtes Ziel im Unklaren sind oder im Moment den Weg der Abstinenz nicht begehen möchten.<br></p>



<p class="wp-block-paragraph" id="block-d9b3e607-a1f4-4067-a090-9f1fc02730a6">Trust in you, we do!﻿</p>
<cite>– ISS Nürnberg –</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Durch motivierende Gesprächsführung wird eine enge Zusammenarbeit des Betroffenen mit dem behandelnden Team erreicht. Eine Beschreibung des Programms ist hier zu finden: <em><a href="https://www.iss-nuernberg.de/zieloffene-suchtarbeit/#was-ist-zos" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.iss-nuernberg.de/zieloffene-suchtarbeit/#was-ist-zos</a></em></p>



<h3 class="wp-block-heading">Suchtbehandlung ohne Abstinenz? Wie geht das?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Herr Nanz erläuterte, dass es neben der Abstinenz noch die Ansätze Suchtmittelreduktion und Suchtmittelsubstitution zur Verminderung der gesundheitsschädlichen Einflüsse gibt, die ebenfalls betrachtet werden sollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An Hand kleiner, aber deutlicher Fallbeispiele zeigt er auf, dass in der Betrachtung einer Suchtmittelabhängigkeit nicht nur verschiedene Perspektiven auf die Situation berücksichtigt werden müssen, sondern auch ein Betroffener selbst nicht immer den Umfang und die Abstufung seiner Suchtabhängigkeit genau kennt. Herr Nanz und sein Team haben Diagnose-Hilfsmittel entwickelt, die eine genaue (Selbst-)Betrachtung ermöglichen. Sie beruhen darauf, die betroffene Person zu einer ehrlichen Selbsteinschätzung anzuleiten, die Art und den Umfang der Suchtelemente zu beschreiben und individuelle Ziele für jedes entdeckte Suchtelement zu formulieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Momentbetrachtung bildet die Grundlage individuellen zieloffenen Suchtarbeit mit der betroffenen Person. Hierbei wird aufgeklärt, statt zu verurteilen, wird bestärkt, statt zu verdammen und es wird nicht die Entgiftung und die vollständige Abstinenz vom Suchtmittel zur Grundlage der Behandlung erklärt, sondern gemeinsam mit der betroffenen Person kleinschrittige Ziele definiert, die sinnvoll, erreichbar und überschaubar sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Methode gesteht der betroffenen Person zu, für sich selbst Entscheidungen treffen zu können und zu dürfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich finde das großartig. Salutogenese, Empowerment und Recovery in einem neuen erfolgreichen Programm zum Umgang mit Suchtereignissen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wann ist ein Rückfall ein Rückfall?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das ZOS-Programm der ISS betrachtet erneuten, ungeplant hohen Konsum der Suchtmittel nicht als Drama mit weitreichenden Folgen, sondern macht genau da weiter, wo der Betroffene sich grade befindet. Im Vortrag gewann ich den Eindruck, dass eher nach der Devise „Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen“ gehandelt wird als „einmal abhängig, immer abhängig“. Die behandelnden Teams gehen von einem Menschenbild aus, in dem jeder Mensch eigene Entscheidungen treffen darf und das Team bei der Erreichung der selbstgesetzten Ziele unterstützt. Ziele, die immer wieder gemeinsam auf ihre Erreichbarkeit geprüft werden. Ziele, die erreicht werden, motivieren für jeden weiteren Schritt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Und die Wirksamkeit?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wirksamkeit von Reduktions- und Substitutionsprogrammen ist mittlerweile durch mehrere Studien eindeutig belegt. Auch das ISS hat eigene Studien durchgeführt, eine davon in Frankfurt mit erfreulichen Ergebnissen, die die internationalen Studien bestätigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlerweile arbeitet das Institut ISS mit einigen namhaften Trägern der Sozialpsychiatrie erfolgreich zusammen und bietet Qualifikationen und Begleitung für die Implementierung von ZOS in der Praxis an.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Und jetzt?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt möchte ich es am liebsten laut in die Welt rufen, dass es neue Wege in der Suchtbehandlung gibt. Auch hier wäre ein gutes Betätigungsfeld für Experten aus Erfahrung, Peers und Selbsthilfe-Erfahrene, die sich in diesem Programm spezialisieren könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ISS bietet am 22.11.2023 in der Villa Leon Nürnberg den „Fachtag Zieloffene Suchtarbeit – 10 Jahre Implementierung“<em> <a href="https://www.iss-nuernberg.de/event/fachtag-zieloffene-suchtarbeit-10-jahre-implementierung-22-11-2023-villa-leon-nuernberg/">https://www.iss-nuernberg.de/event/fachtag-zieloffene-suchtarbeit-10-jahre-implementierung-22-11-2023-villa-leon-nuernberg/</a></em> an, den ich hoffentlich werde besuchen können.</p>
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		<title>Pride Month?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jun 2023 11:41:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nachrichten aus der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Position]]></category>
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					<description><![CDATA[Gedanken zum "Pride Month" und unsere Haltung]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Seit einigen Tagen beschäftige ich mich mit dem sogenannten „Pride Month“, eine Erscheinung die aus den Vereinigten Staaten zu uns herüber gekommen ist. Dieser wird gerade aktuell im Juni gefeiert und erinnert an den „Christopher Street Day“ und seine Herkunft, die ebenfalls im Juni verordnet sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ursprünglich eine Aktion der homosexuellen Community, wurde in den letzten Jahren daraus eine Veranstaltung der sogenannten<em> </em>LGBTQ*-Szene<em>.</em> Diese Abkürzung kommt aus dem Englischen und steht für lesbische, schwule, bisexuelle, transgender und queere Menschen und, dank dem angesetzten Sternchen, auch für sämtliche andere sexuellen Orientierungen.<br>Wobei strenggenommen Transsexualität ja keine sexuelle Orientierung ist, sondern eine geschlechtliche Identitätsfrage. Aber mittlerweile werden auch geschlechtliche Identitäten, welcher Form auch immer, politisch unter dem Begriff LGBTQ* vertreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den klassischen Partys und Paraden zum „CSD“ (Christopher Street Day), sind auch politische Auftritte und Protestaktionen geplant, um für die Rechte der LGBTQ* Menschen zu werben und auf soziale Ungerechtigkeiten und Unterdrückung aufmerksam zu machen.<br>Auch stellvertretend gerade für die Menschen aus Ländern, die aufgrund der politischen Situation an dieser Demonstration der Freiheit nicht teilnehmen können, ohne extreme Konsequenzen erdulden zu müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur Mitglieder der LGBTQ*-Szene zeigen zu diesem Zeitpunkt im wahrsten Sinne Flagge, ist doch die Regenbogenfahne das einende Symbol der Bewegung, sondern auch sogenannte „Allys“, also Menschen, die zwar nicht selber betroffen sind, aber Solidarität zeigen wollen. Gemeinsam stehen sie in diesem Monat öffentlich zu den Rechten und der Gleichberechtigung von Menschen aus der Szene.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit zwei oder drei Jahren etabliert sich, dass im Angesicht dieses Monats diverse Unternehmen ihre Verbundenheit mit der LGBTQ*-Szene ausdrücken, indem sie ihr Zeichen, die Regenbogenflagge, zum Beispiel in ihr Logo einarbeiten oder auf spezielle Produkte aufdrucken.<br>Über diese Tatsache kann man nun kontrovers diskutieren und sich selber fragen, ob es sich dabei um tatsächliche Solidarität für die Thematik oder gezieltes Marketing handelt (oder irgend etwas dazwischen). Vor allem weil gerade die Internationalen Unternehmen diese Farben nun einmal nicht in den Ländern zeigen, wo die Unterdrückung am stärksten ist.<br>Aber darüber möchte ich ganz ausdrücklich nicht diskutieren, weil es nicht in meiner Hand liegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob ich nun selber mich als „Ally“ sehe, oder als Mitglied der LGBTQ*-Szene, oder gar als Gegner, ist in erster Linie meine Angelegenheit, die niemanden etwas angeht.<br>Ja, heutzutage eine steile These, da ich nicht einsehe mich außerhalb meines sozialen Umfeldes zu dieser Thematik zu positionieren oder diese Positionierung von jemanden Anderen verlange.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich finde, dass ein Mensch, unabhängig von seinem Aussehen, seiner Kultur, seiner Speisegewohnheiten, seines Glaubens, seiner körperlichen oder geistigen Erkrankungen oder Dispositionen, seiner geschlechtlichen Identität, seiner sexuellen Ausrichtung oder seines Alters die gleichen Rechte, Pflichten und Chancen verdient. Weder mehr noch weniger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da ich der Meinung bin, dass man seine eigene Einstellung auch leben muss (und nicht nur fordern), gebe ich jedem Menschen die gleiche Chance und den gleichen Vertrauensvorschuss, gerade wenn es um meine Arbeit geht.<br>Ich möchte einen Menschen individuell betrachten und so wenige Schubladen wie möglich verwenden, weswegen mir viele Sachen an anderen Menschen solange egal sind, bis sie mich direkt oder indirekt betreffen. Erst dann befasse ich mich nämlich, individuell der Situation angepasst, damit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus diesen Gründen trage ich auch keine Regenbogenflagge, weder zum „Pride Month“ noch zu Weihnachten und auch sonst nicht, weil ich keinen aktivistischen Bezug zu dieser Szene habe und ich nicht ihre Interessen oder Angelegenheiten vertreten kann. Weder aus Überzeugung noch aus Erfahrung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich trage häufiger die grüne Schleife zum Thema geistige Gesundheit (also der Hinweis auf psychische Krankheiten), weil ich mich in diesem Bereich politisch engagiere (ja, nahezu ein Aktivist bin) und mich ansprechbar zeigen will.<br>Hier habe ich etwas zu sagen, hier will ich etwas mitteilen und das zeige ich auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies ist Grund, warum die EaN UG (haftungsbeschränkt), vertreten durch Sonja und Thorsten, den „Pride Month“ nicht aufnimmt und sich nicht beteiligt, weil wir jederzeit alle Menschen der LGBTQ*-Szene willkommen heißen und sie bei uns genauso Menschen sind wie alle anderen Menschen auch. Und das 365 Tage im Jahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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