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	<title>Guerrilla-Texte ohne Mitwirkung der Redaktion &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<description>Selbsthilfe, Genesungsbegleitung und Betroffenenbeteiligung</description>
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	<title>Guerrilla-Texte ohne Mitwirkung der Redaktion &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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		<title>Internationaler Frauentag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Mar 2026 18:44:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Guerrilla-Texte ohne Mitwirkung der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
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					<description><![CDATA[Gedanken um den internationalen Frauentag, Feminismus, Gleichstellung und die Gesellschaft]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading has-text-align-center">Gedanken um den internationalen Frauentag, Feminismus, Gleichstellung und die Gesellschaft</h2>



<p>Es ist mir ein Bedürfnis, heute ein paar Worte zu schreiben, zum Thema Gleichberechtigung, Gleichstellung, Feminismus (in welcher Form auch immer) und welche Gedanken mich heute am internationalen Frauentag bewegen.<br>Als Mann ist es natürlich eine gute Frage, was man(n) damit zu tun hat. <br>Ist es nur ein politisches Ansinnen, wenn ich wie gestern geschehen, auf der Straße mit den Parteigenossinnen und Genossen zusammen Blumen verteile, um auf den Tag aufmerksam zu machen?</p>



<p>Heute habe ich mich dass einfach mal selber gefragt und mich auch hinterfragt. Und weil wir bei den Erfahrungsexperten am Niederrhein ja sowieso für Gleichberechtigung (aller Menschen) eintreten, denke ich, dass meine Meinung hier auch durchaus einen Platz hat und haben darf.</p>



<p>Starke Frauen haben mich mein Leben lang begleitet, denn ich bin als Kind einer Alleinerziehenden und voll berufstätigen Frau aufgewachsen. Dass Ende der 70er und in den 80er Jahren, wo sowas eher die Ausnahme, als die Regel war. Ich weiß, wie sehr meine Mutter kämpfen musste, um alles unter einen Hut zu bekommen und ich war auch nicht einfach, sondern eher ein Problemkind. Trotz aller Sorgen, wegen Arbeit, Alltag und halt dem Stress, denn ein Kind so macht, hat mich meine Mutter immer mit Liebe und Zuneigung behandelt. Ich wurde unterstützt, gefördert und hatte ein schönes zuhause.<br>Einer meiner wichtigen Miterzieher war meine Großmutter, eine Frau, die nach der Trennung von ihrem Mann ebenfalls Berufstätig war und ein Haus in Schuss gehalten hat, trotzdem Zeit fand aktiv zu sein, ihrer Leidenschaft der Kunst nachging und immer zeit hatte, mich zu fördern, aber auch zu fordern. Meine gesamte Liebe zur Kunst und Kultur wurde mir von dieser starken Frau vererbt, die mir viele Dinge beigebracht hat, die ich erst jetzt verstehe und immer noch dankbar bin, für den Schatz, den sie mir ins Herz gepflanzt hat.<br>In der Grundschule gehörten Mädchen zu meinen besten Freunden und ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, warum auch&#8230;<br>Und selbst als es anfing, dass die Hormone bei mir verrückt spielten, war es für mich immer noch klar, dass ein Junge auch mit Mädchen befreundet sein darf, kann und in meinem Fall auch will.</p>



<p>Ich habe eine Frau geheiratet, die nebenbei und für über 20 Jahre meine beste Kumpel, eine gleichberechtigte Partnerin, eine Vertrauensperson und ein Fels in der Brandung in meinen dunkelsten Zeiten war.<br>Ferner habe ich eine längere Zeit beim Kraftsport mit einer Trainingspartnerin trainiert und wir haben uns gegenseitig zu Höchstleistungen gepusht.<br>Und jetzt habe ich ein Unternehmen, gemeinsam mit einer Partnerin und stelle fest, dass diese Frau eine der ersten Geschäftspartner ist, mit der ich auf Augenhöhe agieren kann.</p>



<p>Ich habe einen typischen &#8222;Frauenberuf&#8220; erlernt, als Erzieher und war in einer Klasse mit mehr als 25 Mitschülerinnen (und nur vier Kerlen) und habe festgestellt, was viele Männer wahrscheinlich vergessen haben, nämlich dass es &#8222;die Frau&#8220; gar nicht gibt, sondern dass Frauen genauso vielseitig sind, wie Männer auch.<br>All dieses macht mich so absolut immun gegen Feminismus, weil ich es nie gelernt habe, dass Frauen andere Menschen als Männer sein könnten. Darüber nachzudenken, dass es Männer gibt die das anders sehen, finde ich irgendwie befremdlich, weil ich doch weiß, dass es Unsinn ist.<br>Ich interessiere mich nicht dafür, ob ein Mensch, den ich cool finde oder bewundere Brüste hat oder nicht&#8230;</p>



<p>Es wird Zeit, dass sich die Gesellschaft endlich emanzipiert, dahingehend sich von der dummen Vorstellung zu lösen, dass Geschlecht oder geschlechtliche Identität irgendetwas über die Fähigkeiten, den Charakter oder die Persönlichkeit aussagt. Es ist etwas individuelles wie Hautfarbe, Augenfarbe oder Haarfarbe, eine biologische Eigenschaft, wie die Körpergröße oder das Alter und somit etwas, was uns nicht dazu verleiten sollte über die Fähigkeiten einer Person zu urteilen.<br>Und deshalb möchte ich als mein Fazit den Frauentag einfach als eine Erinnerung sehen, daran, dass wir Menschen sind, die gleiche Rechte, Chancen und Hoffnungen mehr als verdient haben.</p>



<p>Trotzdem darf ich immer noch Frauen die Tür aufhalten, nicht weil sie es brauchen, sondern weil ich ein Schleimer bin. Trotzdem werde ich weiter böse sexistische Witze machen und herb darüber lachen, wenn ich entsprechende Konter bekomme, von den vielen großartigen Frauen die ich kenne. Und was mich angeht, werde ich immer dafür stehen, dass Gleichberechtigung existiert, wenn wir endlich vergessen, dass es zählt wer wir sind, nicht welche Toilettentür wir durchschreiten.</p>



<p class="has-text-align-right">Thorsten Dürholt<br>Der Mausebär</p>



<p></p>
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		<title>There is no place like home sweet home</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kunze]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Apr 2023 12:24:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ankündigung]]></category>
		<category><![CDATA[Aspergers Nähkästchen]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Guerrilla-Texte ohne Mitwirkung der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichten aus der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Selbsthilfe im Ausnahmezustand]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Haus an der Dorenburg Grefrath]]></category>
		<category><![CDATA[Schmusehamster]]></category>
		<category><![CDATA[SHG Phönix]]></category>
		<category><![CDATA[SHG Recovery]]></category>
		<category><![CDATA[Sudhaus Viersen]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Schmusehamster lässt die drei Jahre währende Schifffahrt mit der SHG Phönix und SHG Recovery und deren Rückkehr in heimatliche Gewässer Revue passieren. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Eine längst überfällige und finale Eintragung in die Logbücher unserer heimatlosen Fahrt über die Weltmeere der Recovery, Salutogenese und Empowerment. Die letzten Zeilen des Reise- mögen überleiten in das Hafenlogbuch.</p>



<p>Es ist leicht, in Momenten, die einem wichtig erscheinen, verbale Superlative auszudrücken.<br>Obwohl es mir einerseits so scheint, dass dieser sprachliche Stil zunimmt und jedes noch so alltägliche Bundesligaspiel zum &#8222;Schicksalsspiel&#8220; mit &#8222;grandioser Spannung&#8220; gepriesen wird oder die glattgekämmten Ergüsse mancher politischen Konferenz wahlweise als &#8222;Zeitenwende&#8220; oder &#8222;Doppelwumms&#8220; verkauft werden, muss auch ich an dieser Stelle gestehen, dass es manchmal Spaß macht und aus tiefempfundenem Herzen kommt, den Kommunikationsschalter bis zur nachbarschaftlichen Rückmeldung hochzudrehen.</p>



<p>Also seid Zeugen, liebe Mitlesende und Mitlesendinnen, wie Euer Schmusehamster, sein seidenweiches Fell von oben bis unten gebürstet, mit frisch geputzten Pfötchen und sauber blinkenden kleinen Krallen den Schemel herbeischiebt, die Leiter ausklappt und sodann auf flinken Füßchen ans Schubfach fürs ganz große Besteck hinlangt, erwartungsvoll schnuppernd, sich in die kleine Hamsterbrust wirft und verkündet:</p>



<p>Die Odysee ist zu Ende!</p>



<p>Fast exakt drei Jahre, nachdem die Welt der Fluch irgendeines auf dem Markt im chinesischen Wuhan eingekerkerten kleinen Säugetieres getroffen hat (die nackten Finger, welche empört auf das goldgelbe Antlitz der hamsternden Verwandtschaft des Autors zeigen, seien an dieser Stelle nagezähnefletschend abgewehrt), durften zwei Schiffe, die &#8222;SHG Recovery&#8220; und die &#8222;SHG Phönix&#8220; mit ganz besonderen Menschen wieder in ihren heimatlichen Hafen einlaufen.</p>



<p>Synchron mussten wir vor 36 Monaten die Segel setzen und zur zunächst heimatlosen Irrfahrt über die Weltmeere im berühmt-berüchtigten Dreieck von Recovery, Salutogenese und Empowerment antreten.</p>



<p>So manches Abenteuer galt es zu bestehen. Manch ein Mitstreitender ging verloren, zu anderen blieb nur der wackelige, doch manchmal auch permanente Funkkontakt, gemeinsam mit der oft bitteren Erkenntnis, dass persönliche Nähe durch digitalen Ton und Bilder bestenfalls abgebildet, aber nur schwer gespürt werden kann.</p>



<p>Unser Dank gilt allen, welche die digitalen Zumutungen ertragen und durch Neugierde und Lernbereitschaft bereichert haben.</p>



<p>Unser Dank gilt besonders jenen, die unsere sturmgeschüttelten Schiffe in ihren ganz privaten heimatlichen Häfen gastfreundlich aufgenommen haben. </p>



<p>Jawohl, die Athmosphäre war eine andere und in der Tat blieben unsere eingeschworenen Gruppen unter sich, teils aus Selbst- und teils aus Fremdschutz und dies sicherlich auf Kosten so mancher unbekannter seelisch heimatlos vertriebener Schiffbrüchiger.</p>



<p>Jedoch, und das war unser hauptsächliches Ansinnen, wir haben beide als Gruppen überlebt und mögen in der nun zaghaft wieder aufblühenden Landschaft der Selbsthilfe als Brückenköpfe dienen und all jenen eine Anlegestelle bieten, die dies brauchen.</p>



<p>So wenig wie das Wetter sich Pausen gönnt, so ist auch unsere persönliche Reise als Gruppe und Individuum weitergegangen. Wir haben geliebte Mitmenschen, teils weise alte Wegweiser, an Krankheit oder Alter verloren, wir haben Mitstreiter Krisen durchleiden sehen vom ersten Niedergang über das Auftreffen am Boden bis zum Erklimmen jener Zinnen, hinter denen die Wärme des psychischen Sonnenscheins unsere Tränen trocknet. </p>



<p>Es kommt mir kleinem Hamsterherz so vor wie in manchem Hollywoodstreifen, wenn diese Heldenreisen ihren Tribut fordern und auch heute, wo wir an heimatlichen Gestaden angekommen sind, treu an unserer Seite Kämpfende auf den letzten Metern, die Küste in Sichtweite, über Bord gegangen sind, weil die schwärende und zunächst im Verborgenen gebliebene Wunde, die unsere Odyssee im Zusammenspiel mit individuellen Unwettern geschlagen hat, die Heldin am Ende doch noch in seelische Schwärze hat abstürzen lassen.</p>



<p>Ich merke an dieser Stelle mein Hamsterschnäuzchen aufrichtig zittern und meine dunklen Knopfaugen feucht werden. So gerne würde ich das Geheimnis jener Pille oder Therapie kennen, welche uns alle von dem Joch befreit, in welches wir an schlechten Tagen gespannt sind oder zumindest uns an guten Tagen unser Bündel auf dem Rücken etwas leichter tragen lässt.<br>Doch bevor ich beginne, Maß und Mitte zu verlieren, kehre ich zurück zu jenen Heimathäfen, in die wir zurück gekehrt sind.</p>



<p>Die SHG Recovery ist seit März 2023 wieder &#8222;zuhause&#8220; im Sudhaus Viersen und trifft sich dort wie gewohnt an jedem ersten Freitag im Monat, Feiertage ausgenommen. Zusätzlich wird das Online-Angebot via zoom immer vierzehn Tage nach dem persönlichen Treffen aufrecht erhalten.</p>



<p>Die SHG Phönix ist seit April 2023 wieder &#8222;zuhause&#8220; im Haus an der Dorenburg in Grefrath und trifft sich dort wie gewohnt an jedem Dienstag in der Woche, Feiertage ausgenommen, von 18-20 Uhr.</p>



<p>Allen interessierten Menschen sei empfohlen, sich entweder an die Mitarbeiter des Sudhauses Viersen oder des Hauses an der Dorenburg oder der BIS Brüggen zu wenden und dort unsere Kontaktdaten für ein erstes gegenseitiges Kennenlernen zu erfragen.</p>



<p>Musikalisch umrahmt in meinem kleinen Asperger-Nähkästchen, das sich Schmusehamsterhirn nennt, läuft der schöne Song von Dr. Alban &#8222;Home Sweet Home&#8220;.</p>



<p>Nun wird sich der Schmusehamster, ermattet vom Tippen, in sein holzwollegefülltes Nest für ein Nickerchen zurückziehen. Störenden im Sinne von meinen Schönheitsschlaf unterbrechenden Elementen sei ob frisch gewetzter Nagezähne das Tragen eines Lederhandschuhs, wie Falkner sie verwenden, empfohlen. Mittelalterfreunde und Freunde mittleren Alters können es auch mit einem Kettenhandschuh versuchen.</p>



<p>So long,</p>



<p>Euer Schmusehamster</p>
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		<title>Zeit &#8211; mein inneres Musical-Video</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kunze]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2023 21:06:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aspergers Nähkästchen]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Guerrilla-Texte ohne Mitwirkung der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Abschied]]></category>
		<category><![CDATA[Hoffnung]]></category>
		<category><![CDATA[Musical]]></category>
		<category><![CDATA[Pferde]]></category>
		<category><![CDATA[Trauer]]></category>
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					<description><![CDATA[musikalisch angelehnte Bewältigungsstrategie des Schmusehamsters]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>musikalisch angelehnte Bewältigungsstrategie des Schmusehamsters</p>



<p><strong>Vorbemerkung:</strong></p>



<p>Es gibt einen recht prominenten Anteil meiner seelischen WG, welcher einen Hang zur musikalisch phantasievollen Deutung von Liedern hat, stellenweise bis hin zu schaurig-schönen Musical-Elementen mit Anleihen aus dem Bereich der Fabel. Lange habe ich dieses Element in mir mit der Außenwelt nicht geteilt, weil ich es so schwierig finde, mein Gedankenkino in passende Worte und ganze Sätze zu bringen, die dann noch die emotionale Wucht von Bild und Ton und den anderen Sinneseindrücken haben, die in mir dann ablaufen. Hier lest Ihr Versuch Eins dieses translativen Ansatzes.</p>



<p><strong>Sicherheitshinweis:</strong></p>



<p>Die folgenden Zeilen entstammen dem Zusammenspiel meiner phantasievollen (andere würden vielleicht sagen: morbid-kruden) Seele auf der Grundlage des Liedes &#8222;Zeit&#8220; von Rammstein.<br>Ohne das Lied werden meine gedanklichen Bilder nicht verständlich. Ich verwende dessen Zitat daher als liebevolle Hommage eines bekennenden Fans und hoffe sehr, eventuelle juristische Verstrickungen hinsichtlich des Urheberrechts zu vermeiden. Mein inneres Känguru empfiehlt jenen kapitalgetriebenen Winkeladvokaten, sich ihre innerlich schon gespitzten Bleistifte dorthin zu schieben, wo die Sonne nie hinscheint. Schade, dass Kängurus nicht sprechen können. Achtung &#8211; Satire! Vielen Dank für Euer Verständnis.</p>



<p><strong>Intro:</strong></p>



<p>Satt und zufrieden liege ich an einem Wochenendtag im heimischen Sessel und döse einem Verdauungsnickerchen entgegen.</p>



<p><em>Parallel höre ich den instrumentalen Prolog des Liedes einsetzen, untermalt von spärischen Chören, graduell lauter werden.</em></p>



<p>Das Telefon klingelt. Meine beste Freundin: &#8222;Unser Pferd steht nicht auf.&#8220; Der Alarm in ihrer Stimme macht mich schlagartig hellwach. Unser Pferd ist mit über 30 (auf menschliche Maßstäbe umgerechnet über 90) Jahren der Methusalem der Weide-Herde, komplett mit allen dem natürlichen Alterungsprozess geschuldeten, auch uns Menschen nicht unbekannten Wehwehchen. &#8222;Was ist passiert?&#8220; stelle ich die erste Frage, &#8222;Was hast Du bisher versucht?&#8220; die zweite und schließlich die dritte: &#8222;Soll ich kommen?&#8220;. Kurz kommt die Antwort, knapp und irgendwie mit einer endgültigen angstbelegten Kälte: &#8222;Ja.&#8220;</p>



<p><strong>Erste Strophe:</strong></p>



<p><em>Manches sollte, manches nicht.<br>Wir sehen, doch sind wir blind.<br>Wir werfen Schatten ohne Licht.</em></p>



<p>In Hut und Mantel gehüllt, stürze ich die Treppe zu meiner Wohnung, die ich gerade verlassen habe, wieder hinauf, um Pantoffeln in Schuhe auszutauschen.</p>



<p><strong>Zweite Strophe:</strong></p>



<p><em>Nach uns wird es vorher geben.<br>Aus der Jugend wird schon Not.<br>Wir sterben weiter, bis wir leben.<br>Sterben lebend in den Tod.</em></p>



<p>Am Steuer meines Autos, auf dem Weg durch wind- und regenzerzauste Dunkelheit &#8211; das letzte Aufbäumen quasi warmer Witterung verlässt unsere Breiten mit Blitz und Donner &#8211; treiben meine Gedanken umeinander. Ich sehe das Jungpferd, welches seit kurzem in unserer Obhut ist. Daneben unser altes Pony im Wandel der Jahre und Jahrzehnte &#8211; stets das schönste und beste von &#8218;die ganze weite Welt&#8216;, lange stattlich und stark, dann zunehmend von Alter und chronischer Krankheit gebeugt und geschwächt.<br>Das ein oder andere Polaroidfoto meiner Eltern mischt sich unter meinen seelischen Zugwind &#8211; Wann sind SIE eigentlich so alt geworden, dass nun wir Kinder die rüstigen Kümmerer sind?</p>



<p><strong>Dritte Strophe:</strong></p>



<p><em>Dem Ende treiben wir entgegen.<br>Keine Rast, nur Vorwärtsstreben.<br>Am Ufer winkt Unendlichkeit.<br>Gefangen so im Fluss der ZEIT.</em></p>



<p>Das Wetter an diesem Abend ist fürwahr filmreif. Böen treiben wogend Regen meinem Auto entgegen. Ich umfasse das Lenkrad fester als nötig. &#8222;Ist heute&#8220; frage ich mich, &#8222;der Tag des Abschieds gekommen?&#8220; Es wäre nicht überraschend in der Schlussphase eines langen und erfüllten Lebens auf vier Hufen.<br>Der gesunde Erwachsene in mir betritt meine innere Szenerie. Wie so oft mit der Stimme Leonessas fragt er bzw. sie mich bzw. den halb ängstlichen, halb gefassten Teil in mir: &#8222;Was wäre das Schlimmste, was Du vorfinden könntest?&#8220; &#8222;Meinen toten vierbeinigen Freund!&#8220; konstatiere ich und merke, wie ich ein Stück weit ruhiger werde ob der Tatsache, dass ich mich mit fortschreitendem Alter meines Gefährten mit diesem endgültigen Gedanken schon vertraut gemacht, gewissermaßen in ihn hineingefühlt habe wie eine Hand in eine Socke.<br>&#8222;Wäre es schlimmer, ihn bereits verstorben vorzufinden oder noch lebend und die finale Entscheidung zum assistierten Tod der herbeigerufenen Veterinärin mit-fällen und mitteilen zu müssen?&#8220;<br>An diesem Punkt will mein innerer Wut-Zerberus meinem gesunden Erwachsenen im Stile des tasmanischen Teufels mitteilen, wo er oder sie sich diese Frage hinstecken soll. Der gesunden Erwachsenen, immer noch gespielt von Leonessa, gelingt es nur durch das Heben eines Fingers ohne Blickkontakt, aus dem geifernden Raubtier ein süßes gelbes flauschiges Hühnerküken zu machen.<br>&#8222;Die Entscheidung mittreffen zu müssen.&#8220; würge ich meine Antwort hervor und ein Teil in mir verachtet mich mit der damit einhergehenden Feigheit.<br>Ich trete aufs Gaspedal und hoffe nun, nicht zu spät zu kommen.<br>&#8222;Lass es nicht so BILLIG enden!&#8220; schleudere ich dem Himmel entgegen, mein Auftakt zu einem fortgesetzten Gebetsmarathon. &#8222;Der Kölner betet, wenns eng wird.&#8220; versetzt mein innerer Zyniker und bekommt eine wohldosierte linke Gerade meiner zurückverwandelten inneren Wut ab.</p>



<p><strong>Refrain:</strong></p>



<p><em>ZEIT<br>Bitte bleib stehn, bleib stehn.<br>ZEIT<br>Das soll immer so weiter gehn.</em></p>



<p>Ich rolle durch den Autobahntunnel, knapp unter der für die Blitzer auslösenden Maximalgeschwindigkeit und bin froh, dass ein gelassener Verkehrsteilnehmer in mir nicht jeglich Maß und Mitte im wahrsten Sinne des Wortes fahren lässt. Der Slapstickregisseur in mir spielt die Erinnerung an mein Abendessen, Kohlgemüse &#8218;bürgerlich&#8216;, ab und der Beginn eines vielleicht ein klitzekleines bißchen hysterischen Lachanfalls gurgelt durch meine Kehle.</p>



<p><strong>Vierte Strophe:</strong></p>



<p><em>Warmer Körper ist bald kalt.<br>Zukunft kann man nicht beschwören.<br>Duldet keinen Aufenthalt.<br>Erschaffen und sogleich zerstören</em>.</p>



<p>Schnitt zur Weide. Im irrlichternden Schein einer Kopflampe und strömendem Regen steht meine beste Freundin neben unserem auf der Seite liegenden alten Pony, das junge nahebei. Wiederholt und zunehmend verzweifelt motiviert sie das Tier, sich aufzurichten. Dieses will der Aufforderung nachkommen, doch die Kraft in den Hinterbeinen scheint nicht ausreichend oder der aufgeweichte Grund zu rutschig. Mit jedem Versuch scheinen Ross und Reiterin gleichermaßen die Kräfte zu schwinden. Regentropfen vermischen sich mit Tränen.</p>



<p><strong>Fünfte Strophe:</strong></p>



<p><em>Ich liege hier in Deinen Armen.<br>Ach, könnt&#8216; es doch für immer sein.<br>Doch die Zeit kennt kein Erbarmen.<br>Schon ist der Moment vorbei.</em></p>



<p>Kaleidoskopartig purzeln in meinem Kopf die Erinnerungsbilder, durchmischt mit den anderen Sinneseindrücken, gnadenlos realistisch wie das kalte weiße Licht auf dem Abort einer Studentendisco.<br>Gleichzeitig fühle ich den warmen Atem aus den Nüstern des Ponys, streichele sein zotteliges Fell, spüre die Kraft seiner Bewegungen und bin zurückversetzt in jene Lebensperiode, wo Frauchen und Herrchen noch ein Paar waren, empfinde uns eng umschlungen im Akt der Liebe, erinnere meinen zu diesen Gelegenheiten selbst herbeigesehnten Wunsch nach der Ewigkeit dieses Moments. Meine Sicht verschwimmt und ich blinzele Tränen weg.</p>



<p><strong>Refrain:</strong></p>



<p><em>ZEIT, bitte bleib stehn, bleib stehn.<br>ZEIT, es soll immer so weiter gehn.<br>ZEIT, es ist so schön, so schön.<br>Ein jeder kennt den perfekten Moment.</em></p>



<p>Ich habe die Autobahnausfahrt erreicht, lege die letzten Kilometer über dunkle Landstraßen zurück, auf denen durch den Sturm abgerissene Zweige liegen und große Wasserlachen schimmern.<br>Schnitt zur Weide &#8211; die Stallbesitzerin ist angekommen, eine starke Außentaschenlampe dabei. Gemeinsam beginnen sie und meine beste Freundin mit weiteren Versuchen, unserem immer noch liegenden Pferd wieder auf die Beine zu helfen.</p>



<p><strong>Sechste Strophe:</strong></p>



<p>Ich imaginiere.<br>Unsichtbar für meine beste Freundin und die Stallbesitzerin ist Gevatter Tod auf seinem Sensenpferd an der Weide eingetroffen. Seelenruhig steigt die schlanke Gestalt in schwarzer Kutte ab und geht, sein dunkles Ross am Zügel führend, auf die Szenerie rund um unser Pony zu. Nur dieses kann den schwarzen Reiter und seinen behuften Gefährten wahrnehmen. Sich Schritt um Schritt nähernd, beginnt Gevatter Tod, mit leiser Stimme zu singen.</p>



<p><em>Wenn unsre Zeit gekommen ist.<br>Dann ist es Zeit, zu gehn.<br>Aufhören, wenns am schönsten ist.<br>Die Uhren bleiben stehn.</em></p>



<p>In den Augen des liegenden Pferdes scheint sich die von mir gerne benutzte Vorstellung der himmlischen Wiese zu materialisieren, auf deren grüner Weite jene Herdenfreunde meines Ponys, die ihm voraus gegangen sind, ihn freundlich zu erwarten scheinen.<br>Aus einer seiner Satteltaschen holt Gevatter Tod eine Sanduhr, hält sie prüfend vor sein knochenbleiches Gesicht, die letzten Körner feinen Sandes geduldig fallen sehend.</p>



<p><strong>Siebte Strophe: </strong></p>



<p><em>So perfekt ist der Moment.<br>Doch weiter läuft die Zeit.<br>Augenblick, verweile doch.<br>Ich bin noch nicht bereit.</em></p>



<p>Ist es der plötzliche kalte und zeitlose Hauch der Unendlichkeit, den die Stallbesitzerin nun spürt, welcher sie auf einer tiefen Ebene des Unterbewusstseins die Anwesenheit des Todes wahrnehmen lässt?<br>Greift ein Engel auf weißem, geflügelten Ross ein?<br>Es bleibt unbekannt.</p>



<p>Gevatter Tod erstarrt, das Sensenpferd schnobert nervös. Der rieselnde Sand ist stecken geblieben. Mehrere Körner des pulvrigen Mediums scheinen zusammen gebacken zu sein. Mit knochigem Finger klopft er leicht an den Kristall der Hülle seines Zeitmessers, ohne Erfolg.<br>Ungehalten über die Verzögerung und im Angesicht, unverrichteter Geschäfte wieder heimkehren zu müssen, schüttelt Gevatter Tod seine Sanduhr, erreicht dadurch aber nur, dass etwas abgelaufener Sand wieder nach oben fließt.</p>



<p>Im Hintergrund und mit dem letzten Mute der Verzweiflung, sammelt mein Pferd seine letzten Kräfte, motiviert durch gebrüllte Kommandos, eine Lawine unchristlicher Flüche als Lösungsmittel und den Katalysator greller Blendung der Pferdeaugen durch die Taschenlampe.<br>Irgendwie reicht all das, um den entscheidenden Millimeter des Schwerpunktes zu verlagern und meinem Pferd, auf die Beine zu kommen.</p>



<p>Gevatter Tod blickt auf und sieht, dass seine Chance vorbei ist. Schulterzuckend verstaut er die kostbare Sanduhr erneut in der Satteltasche, schwingt sich behende auf sein Sensenpferd und verschwindet in den Schatten des nun nachlassenden Gewitters.</p>



<p>In diesem Moment biege ich in den asphaltierten Feldweg zur Weide ein.</p>



<p><strong>Finaler Refrain:</strong></p>



<p><em>ZEIT, bitte bleib stehen, bleib stehen.<br>ZEIT, es soll immer so weiter gehen.<br>Zeit, es ist so schön, so schön.<br>Ein jeder kennt den perfekten Moment.</em></p>



<p>Ich weiß noch, wie in dem Moment, als ich auf das Weidetor zugefahren bin, mein Herz vor alles verzehrender Dankbarkeit einen extra Schlag machte. Da stand, im nachlassenden Regen, ER, mein Pony und daneben, müde, matschbespritzt und glücklich im patschnassen Regenmantel, meine beste Freundin und die Stallbesitzerin.<br>Die mittlerweile ebenfalls eingetroffene und notfallmäßig verständigte Tierärztin teilte uns mit, dass bis auf das fortgeschrittene Alter sowie Stadium einer chronischen Erkrankung nichts Ungewöhnliches festzustellen sei. Alle Systeme normal, gesund, keine Schmerzen. &#8222;Heute nacht&#8220;, habe ich ihre Stimme noch im Ohr, &#8222;passiert nichts mehr.&#8220; Ob mir geglaubt wird, oder nicht, an dieser Stelle donnerte es laut. Gevatter Tod war auf einen späteren Zeitpunkt vertagt.</p>



<p><strong>Outro:</strong></p>



<p>Unter leiser werdenden E-Gitarren-Klängen und synchron anschwellenden sphärischen Chören geht meine musikalische Reise zu Ende.</p>



<p><strong>Epilog:</strong></p>



<p>Mittlerweile sind schon wieder etliche Wochen ins Land gegangen seit dem Zeitpunkt der Erlebnisse, die dieser Geschichte zugrunde liegen.<br>Unser Pony hat sich erholt, ein paar Kilos draufgepackt und erfreut sich während des gerade herrschenden Wetters von nahe fünf Grad und Nieselregen, seinem für Rasse und Charakter geltenden Optimum, wieder so mancher Lust auf Schabernack, ist gut zu Fuß und wieder das liebe Onkel-Pferd für ein Reitkind.</p>



<p>Mir ist klar, dass an bewusstem Abend das Unvermeidliche nur vertagt wurde, wie es für Huftiere unserer Stallgemeinschaft nicht unüblich ist. So gibt es zwei noch ältere Liebhaberstücke bei uns, die ob ihres fortgeschrittenen Alters nicht mehr mit auf die Sommerweide gehen und unser alter Herdenchef hat es geschafft, das Sensenpferd und dessen Reiter gleich dreimal zu vertrösten.</p>



<p>Doch ich glaube, dass jene Episode für mich sehr wichtig war. Sie hat mich eindringlich mit der Nase darauf gestoßen, dass ich mich für den Abschied von meinem Gefährten rüste. Es kommt so oder so weder überraschend, noch kann ich irgendwem oder -etwas dafür böse sein. Einerseits bringe ich mich seither etwas mehr bei unserem neuen Jungpferd ein. Andererseits bin ich froh, eine so patente wie empathische Tierärztin zu haben, die uns den guten Rat mit auf den Weg gegeben hat, uns klarzumachen, dass wir nicht wissen, wann unser aller letzter Tag gekommen ist. Aber nach einem langen und erfüllten Leben kann es jederzeit soweit sein oder auch erst nach Monaten oder Jahren. Wichtig ist, das emotionale Loslassen zuzulassen und jeden Tag mit Pferd als Geschenk zu nehmen, denn unser Gefährte hat es nicht verdient, wenn wir mit einem Buckel voller Angst und Sorgen zu ihm kommen.</p>



<p>Ich bin mir bewusst, dass der Abschied hart wird und eine Zeit der gesunden Trauer nach sich ziehen wird. Aufgrund meines Netzwerks, vieler gleichgesinnter und mir wohlmeinender Menschen und der Gewissheit, dass das Leben im Stall weitergehen wird, wie es immer weitergegangen ist, fühle ich mich sicher. Dafür bin ich dankbar.</p>



<p>Ich weiß nicht, ob Ihr meiner musikalischen Phantasiereise, die mir ein großes Stück Erlebnisbewältigung ermöglicht (hat), folgen konntet. Auf jeden Fall fühle ich mich nun besser.</p>



<p>So long,</p>



<p>Euer Schmusehamster</p>



<p><strong>Nachtrag</strong></p>



<p>Wer die vorhergehenden Zeilen aufmerksam gelesen hat, dem mag das Bild der Sanduhr, welche Gevatter Tod, in seinem Einsatz unterbrochen, schüttelt. Lukas war eine allerletzte Gnadenfrist gegeben worden. Doch die wenigen Körner, welche im Stundenglas nach oben gerutscht waren, sollten nicht lange währen und die endgültig letzten sein.</p>



<p>Am Ende eines langen, glücklichen und gesunden Lebens ist mein treuer Begleiter am 25.12.22 vormittags von uns gegangen, mit 30,5 Pferdejahren, umgerechnet Anfang 90 Menschenjahren, läuft Lukas nun über die immergrüne Himmelswiese, umgeben von jenen getreuen Vierhufern, die ihm vorangegangen sind.</p>



<p>Das Leben im Stall geht für mich und mit mir weiter. Leben entsteht und Leben vergeht. Lukas&#8216; Besitzerin hat ein Jungpferd zum Ausbilden und ich einen weiteren rüstigen Jungrentner gefunden, der sich über altersgerechte Bespaßung freut.</p>
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		<title>Der Mausebär liest</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Dec 2022 18:01:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Guerrilla-Texte ohne Mitwirkung der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Kommissar Zufall-Fälle]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne Tücher]]></category>
		<category><![CDATA[Lesungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebär]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär hat etwas vorgelesen.
da muss ich doch gleich hier mal Werbung machen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Vor längerer Zeit zum Ende meines Corona-Tagebuches kam es zu meinen ersten Literarischen Gehversuchen, die letztendlich den Weg zu meinem Buchprojekt vorbereiteten. </p>



<p>Die letztendliche Trilogie um den seltsamen Fall um die fünf Hamster findet man auch jetzt noch als <a rel="noreferrer noopener" href="https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/der-tod-schlaeft-in-gruenen-tuechern/" target="_blank">Teil 1</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/der-tod-schlaeft-in-gruenen-tuechern-teil-ii/" target="_blank">Teil 2</a> und <a rel="noreferrer noopener" href="https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/der-tod-schlaeft-in-gruenen-tuechern-teil-iii/" target="_blank">Teil 3</a> zum Nachlesen auf unserer Seite, falls ihr nochmal reinschauen wollt.</p>



<p>Die Sensation ist aber, das der Mausebär diese Texte liebevoll (und dilettantisch) eingelesen hat und auf seinem YouTube Kanal veröffentlicht hat.</p>



<p>Also schaut doch mal rein, ihr findet das ganze Dilemma <a href="https://www.youtube.com/watch?v=BpIAV7wAaYA&amp;list=PLctD6u9p09BrQi6L6Xjoh-xvhzS3cLlxE&amp;index=1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a>.</p>



<p>Und wenn ihr es kommentiert, vielleicht sogar ein Like (also Daumen hoch) da lasst, oder gar den Mausebärkanal abonniert (Ich weiß, wer würde so etwas machen), dann freue ich mich um so mehr.</p>



<p>Liebe Grüße,</p>



<p>Thorsten Dürholt, auch bekannt als der Mausebär</p>
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		<title>Speakers Corner: Bin ich ein alter weißer Cis-Mann?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Sep 2022 03:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Guerrilla-Texte ohne Mitwirkung der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Guerilla-Texte]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein kleiner Guerilla-Text mit Selbstoffenbarung zum Wochenende aus dem Bedürfnis des Mausebär (Thorsten Dürholt) heraus.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Eine seltsame Frage führt zu einem Schwank aus meinem Leben. Vom Mausebär (Thorsten Dürholt), sehr tief aus seiner eigenen Lebensgeschichte gekramt.</h4>



<p>In letzter Zeit mache ich mir viele Gedanken über das Thema „Geschlechter“, sei es im Kontext der Sprache, als auch in der Frage des „Intersektionalen Feminismus“ und ich frage mich warum mich dieses Konzepte mit Ablehnung erfüllen? </p>



<h4 class="wp-block-heading">Was stört mich daran?</h4>



<p>Bin ich am Ende tatsächlich ein „alter weißer CIS-Mann (ob so wirklich heterosexuell sei jetzt mal dahingestellt), also der Inhaber von traditionellen Privilegien und Vorteilen, der um diese bangt?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Vielleicht muss man dazu erst mal etwas über mein Geschlechterbild erfahren</h4>



<p>Um zu verstehen welches Geschlechterbild ich habe, muss ich ein wenig über mich erzählen und über mein Leben, welches dieses Bild geformt hat.</p>



<p>Ich bin Ende der 70er Jahre auf diese Welt gekommen und habe keine Erinnerung an meinen Vater. Erfahren habe ich, dass er ein schweres Alkoholproblem hatte und unter Alkoholeinfluss zur Gewalttätigkeit neigte, was ich nicht weiter ausführen möchte, weil alle Erlebnisse aus diesem Bereich nur durch Dritte an mich gegeben worden. Ich war zu klein, um mich zu erinnern. <br>Meine Mutter hatte meinen Vater verlassen, um zu verhindern, dass mir etwas zustößt. Tatsächlich hat sie versucht die Situation so lange wie möglich auszuhalten, um mir einen Vater zu bieten, bis es halt nicht mehr ging.</p>



<p>Zeitlebens war für mich nur meine Mutter da, die ich für eine sehr starke Frau halte. Sie hatte mit vielen Widerständen zu kämpfen, abhängig davon, dass man zu der Zeit allein erziehende Mütter noch für untragbar hielt und sie ihre Befähigung als Mutter sogar beweisen musste. Zusätzlich war sie Vollzeit berufstätig und beruflich auch erfolgreich. Klar war sie dadurch sehr eingespannt und doch hat meine Mutter immer viel Zeit für mich und meine Fragen, Wünsche und Bedürfnisse gehabt. Sie ist in einer verdammt harten Situation gewesen und hat das niemals an mir ausgelassen. Sie hat mich niemals dafür Verantwortlich gemacht und sie hat mir Toleranz beigebracht. Eine Frau, die einen Grund gehabt hätte, wahrlich schlecht über Männer zu denken, die wahrhaften Sexismus und männliche Gewalt erlebt hat, hat mich niemals spüren lassen, das es was Schlechtes wäre, ein Mann zu sein.</p>



<p>Meine Mutter wurde in der Erziehung von ihrer eigenen Mutter unterstützt, meiner heißgeliebten Großmutter. Ich habe die Zeit mit meiner Oma geliebt und ihr Tod hat mir mein Herz gebrochen. Meine Großmutter war eine starke Frau. Sie hat den Krieg mitbekommen, ist aus ihrer Heimat geflohen, war mit ihrer Schwester unter vielen Gefahren beim „hamstern“ und hat ihren Ehemann als schwerverletzten Krüppel aus dem Krieg zurück bekommen. Trotz allen hat sie ihn wieder gesund gepflegt und sich dabei um Haus und Garten und ihre zwei Kinder gekümmert. Mein Großvater war kein einfacher Mensch, sondern ein wahrhaftiger Haustyrann, obwohl ich ihn später nur als den wunderlichen und verschrobenen alten Mann kennen gelernt hatte, aber es wahr, wie ich aus vielen Geschichten erfahren habe wahrlich nicht einfach. Ich habe meine Großeltern nie zusammen erlebt, da mein Großvater auf seinen zahlreichen Geschäftsreisen wohl viele Affären hatte und meine Großmutter sich von ihm getrennt hat. Zu einer Zeit als das nicht üblich war. <br>Meine Großmutter wollte immer Künstlerin werden (nein, sie war eine Künstlerin) doch um ihre Kinder zu versorgen musste sie auf dem Amt als Schreibkraft arbeiten. Und das tat sie resolut bis zur Rente, ohne sich zu beklagen. Meine Großmutter kam jeden Schultag die 15 Kilometer zu Fuß zu uns nach Hause, damit Jemand da war, wenn ich von der Schule nach Hause kam und hat mir Zeit, Liebe und Aufmerksamkeit geschenkt. Sie hat den Grundstein zu meiner humanistischen Bildung gelegt und mich für Kunst begeistert. <br>Eine starke Frau, die Gewalt, Unterdrückung und Widerstand erlebt hat. Eine Frau, die in harten Zeiten „ihren Mann stehen musste“ und wahrscheinlich mit jedem miesen Klischee konfrontiert wurde, hat mir Verständnis, Toleranz und Moral nahe gebracht. Niemals hat sie mich spüren lassen, dass es was schlechtes wäre ein Mann zu sein, nie hat sie etwas schlechtes über Männer gesagt, sondern mir einfach durch ihre Art gezeigt, dass sie alles konnte und mir den Mut gemacht, dass ich auch alles erreichen kann.</p>



<p>Als Kind habe ich mit Jungs gespielt und auch mit Mädchen. Ich habe mit Lego gespielt und mit He-man und bei einer Freundin genauso mit Barbie. Ich habe Klemmbausteine und Playmobil geliebt und noch viel mehr meine Plüschtiere, mit denen ich Höhlen aus Decken gebaut habe um darin zu lesen, zu Träumen und zu phantasieren. Wenn ich mit der anderen Kinder mit den Fahrräder durch den Wald gedüst bin, Hütten gebaut habe oder Abenteuer erlebt habe, war es mir egal, ob es Jungs oder Mädchen waren. Wir hatten einfach Spaß.</p>



<p>Selbst in meinen härtesten Pubertätszeit fand ich Mädchen nie doof. Da ich keine männliche Bezugsperson in dem Sinne hatte, habe ich so etwas in den Medien gesucht und mochte Action und Abenteuer. Doch habe ich schon früh dieses Männerbild wieder hinterfragt.<br>Unter meinen Freunden waren stets auch Mädchen und das nicht nur weil ich Mädchen sexuell interessant fand. Für mich war es egal, wenn ich jemand mochte, ob er Junge oder Mädchen war und ich habe nie einen großen Unterschied in den Freundschaften gesehen.</p>



<p>Mit 19 Jahren habe ich geheiratet. Eine Frau die neun Jahre älter als ich war und die ich ein knappe Jahr vorher davon überzeugt habe, eine dysfunktionale Beziehung zu beenden. Über zwanzig Jahre hielt diese Ehe, bis ich zum unglücklicherweise zum Witwer wurde. Wir hatten viele gute Zeiten, aber auch harte Phasen mit Frust, Drogenmissbrauch, Krankheiten und Psychischen Problemen, Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Familienproblemen und vielem mehr. </p>



<p>Meine Frau war bei mir, als ich in der Bundeswehrzeit zusammengebrochen bin und in die Bundeswehrpsychiatrie musste und letztendlich aus psychologischen Gründen ausgemustert wurde. Sie hat mich durch drei misslungene Versuche einer akademische Ausbildung begleitet und durch zwei gelungene Berufsausbildungen. Sie hat erlebt, wie ich mich monatelang von der Welt zurückgezogen habe und wie ich mit meinen inneren Dämonen gerungen habe. Sie hat mich durch harte Krankheitszeiten begleitet und mich gehalten wenn es mir schlecht ging.</p>



<p>Auch sie hatte viele Probleme, ich habe sie durch ihre zweite Ausbildung begleitet, durch ihre MS-Diagnose. Ich war da, als sie durch eine nötige Operation ihre Fähigkeit verloren hatte Mutter zu werden, obwohl sie gerne ein Kind von mir gehabt hätte. Ich war da während der Zeit die sie in der psychiatrischen Klinik war und habe sie so häufig es ging besucht, um sie zu unterstützen. Ich war das wen sie nachts mit Panikattacken aufgewacht ist. Und als sie dann einen Schlaganfall erlitt, war sie ihre letzte Jahre als Schwerstpflegefall natürlich zuhause bei mir. <br>Sie war bei mir (und ich bei ihr) bis zu ihrem Tod, wie ich es mit 19 Jahren versprochen habe, ohne eine Frage. Dieses Versprechen war mir über 20 Jahre heilig.</p>



<p>Ich habe meine Frau geliebt, sie war meine beste Freundin, sie war mein Kumpel mit dem ich Scherze gemacht habe, sie war die einzige Person, die mich jemals richtig erkannt hat. Sie hat mich vieles gelehrt und mir vieles geschenkt.<br>Da wir immer ehrlich zu einander waren, habe ich viel durch ihre Augen sehen können. </p>



<p>Und auch über Emanzipation haben wir geredet. Ihre Meinung war stets, dass sich die Männer endlich anpassen sollten und ihre eigene Emanzipation suchen sollten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wir waren über 20 Jahre zusammen, gleichberechtigt Seite an Seite und stets habe ich mich auf sie verlassen und sie auf mich.</h4>



<p>Wenn ich was gelernt habe von diesen drei starken Frauen in meinem Leben, dann ist es das eine:</p>



<h4 class="wp-block-heading">Es ist egal mit welchen Geschlechtsteilen du geboren wurdest, sondern es zählt nur was Du für ein Mensch bist</h4>



<p>Es ist mir absolut egal, was andere Menschen für Feminin oder Maskulin halten, diese Klischees existieren in meinem Kopf nicht wirklich, weil ich für jedes dieser Klischees genug Beispiele erlebt habe, die mich auf positive Art von etwas anderem überzeugt haben. Es mag biologische Unterschiede geben, aber die rechtfertigen für mich keine soziale Abspaltung oder Trennung.<br>ja, es gab früher die Legende von Mädchenkram und Jungszeug, dass fand ich schon als Kind seltsam, als Jugendlicher albern und mittlerweile als unnötige Kategorien, die man bloß nicht wieder einführen sollte.</p>



<h4 class="wp-block-heading">So enden wir jetzt mit der Frage des alten weißen Cis-Mann.</h4>



<p> Ja, ich hatte nie einen Grund meine männliche Identität in Frage zu stellen, auch wenn ich als Kind gerne meinen rosafarbenen Pulli getragen habe. Auch wenn ich als Jugendlicher lange Haare hatte und mir Fingernägel lackiert und Lippenstift aufgetragen habe (Kayal sowieso).<br>Ja, ich bin sichtbar europäischer Abstammung. Da ich Sonne hasse, bin ich tatsächlich sehr bleich. <br>Und Alt? Eine Frage der Betrachtung. Mit langsam Mitte 40 bin ich jetzt nicht mehr neu.<br>Ich bin Eindeutig ein alter weißer Cis-Mann. <br>Bei anderen Themen spiele ich im Minderheiten-Bingo zwar gut mit, aber dass tut hier nichts zur Sache.<br>Ich sehe mich jedoch weder als Inhaber von Privilegien, noch habe ich das Gefühl mein Geschlecht hätte mir Vorteile gebracht. Aber selbst wenn, gönne ich meine nicht erkannten Vorteile und Privilegien all den Menschen da draußen, die sie brauchen.</p>



<p>Ich glaube nur nicht , dass ich mir noch von jemanden erzählen lassen muss, was Gleichberechtigung ist, weil die lebe ich seit über 40 Jahren auch ohne Aufklärung.<br><br></p>
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		<title>(M)ein Mittsommernachtsalptraum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Aug 2020 20:16:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Guerrilla-Texte ohne Mitwirkung der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Planung]]></category>
		<category><![CDATA[Probleme]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Subjektive Wahrnehmung]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute meldet sich der Mausebär (td) überraschend wieder mal aus der Versenkung. Mit einem ominösen Guerillatext, den ich zum Schrecken meiner Redaktion einfach so mal raushaue. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute meldet sich der Mausebär (td) überraschend wieder mal aus der Versenkung. Mit einem ominösem Guerillatext, den ich zum Schrecken meiner Redaktion einfach so mal raushaue. <br>Der Anlass? </p>



<p>Es gab berechtigte Kritik daran, dass sich unsere Seite schon seit langem eher der Literatur widmet, als der eigentlichen Arbeit der Erfahrungsexperten. Ich fasse noch einmal zusammen. </p>



<p>Wir haben eine Gruppierung gegründet um in der Betroffenenarbeit wirksam zu werden. <br>Das betrifft vor allem Personen, die von psychischen Krankheiten betroffen sind, sowie deren Angehörige und professionelle Kräfte, die in diesem Bereich arbeiten, soll aber kein ausschließliches Kriterium der Betroffenheit darstellen. <br>Auch Menschen mit anderen Erfahrungen und Problemen sind uns, beziehungsweise mir, wichtig und willkommen. <br>Um eine Möglichkeit des „Netzwerkens“ zu schaffen, haben wir uns entschieden unsere Onlinepräsenz zu erschaffen. </p>



<p>Eigentlich hat sie sogar Sonja erschaffen und ich fummele mit Alex ein wenig mit daran herum. <br>Diese Plattform sollte dazu beitragen uns zu koordinieren und unserer Arbeit ein zuhause zu geben. <br>Geplant war ein Forum, ein Veranstaltungskalender und halt Kontaktmöglichkeiten, auch für unsere Kooperationspartner. </p>



<p>Wir wurden von zwei Dingen eingeholt, oder quasi überholt, die unser Baby schneller aus der Taufe hoben, als wir geplant hatten. <br>Zum einen, der Tag der seelischen Gesundheit, dessen Organisation uns dazu nötigte unsere Idee „scharfzuschalten“.<br>und dann kam da diese Kleinigkeit namens Corona. <br>Aus irgendeinem verrückten Grund wollte ich in der Krise eine Chance sehen und fing an zu schreiben. Über mich und meine Ideen und Ansichten&#8230;</p>



<p>Es wurden 69 Texte, die als das „Coronatagebuch“, in meiner frisch gegründete Kategorie „Mausebärs Philosopien“ veröffentlicht wurden. <br>Ehrlich gesagt hätte ich mir vor dieser Zeit nie zugetraut ein Blogger zu sein, der zeitweise täglich seine Texte auf die Menschheit, oder den minimalen Teil der Selben, die das Ganze hier liest, los zulassen. <br>Ich bewarb alles brav auf Facebook, um die Reichweite zu erhöhen und um andere Leute mit in den kreativen Prozess einzubinden.<br> Leider blieben die Kanäle stumm. <br>Nur einige, wenige Auserwählte folgten meinem Beispiel und teilten Gedanken und Ideen mit uns auf unserem Blog. <br>Vielleicht denke ich im zu großen Maßstab und sehr wahrscheinlich brauchen die Dinge Zeit, aber das ist weder mein Problem, noch mein persönlicher „Alptraum“. </p>



<p>Vor einigen Wochen habe ich Spaß an der Prosa gefunden und bin froh, dass mein kleines Projekt so gut läuft. <br>Was daran besonders gut läuft, ist der Umstand, dass mir die Schreiberei eine Menge Dinge ersetzt, die ich vermisse. <br>Einige vermisse ich durch Corona, andere durch den gesundheitlichen Zustand meiner Frau und wiederum andere durch meine eigene Erkrankung, die ich bei weitem nicht so gut im Griff habe, wie ich es gerne nach außen darstelle. <br>Mein Fortsetzungsroman gibt mir gleichzeitig ein Ventil, mit meinen Problemen umzugehen, als auch ein Ziel,was mir hilft mich selber auf meinem Weg der Recovery fortzubewegen. <br>Die Hoffnung die gesamte Geschichte in nicht allzu ferner Zukunft als gebundenes Buch in meinen Händen zu halten ist für mich ein wichtiger Empowerment-Gedanke, der mich gerade zur Zeit „auf Kurs“ hält. </p>



<p>Viele Dinge in meinem Leben laufen gerade suboptimal, jedenfalls gefühlt und ich stehe, mal wieder, vor riesigen Bergen an Problemen, die mir Angst machen. <br>Ich brauche keine Hilfe, oder ehrlicher gesagt ich bekomme schon Hilfe und rein rational geht auch alles seinen Weg, aber im Inneren bin ich ungeduldig und unleidlich. <br>Mein Leben macht mir gerade wenig Spaß und meine Möglichkeiten der fröhlichen Ablenkung sind durch Corona blockiert. <br>Was mir bleibt sind viele gute Ideen und weit zu wenige Ressourcen, um diese umzusetzen. </p>



<p>Der Roman ist für mich ein sanfter Hügel auf dem ich wandere, der mir die Hoffnung gibt, erklimmbar zu sein und mich auf seinem Gipfel erhöht zu fühlen, statt dauernd nur durch ein Tal zu wandern. <br>Es regt meine Fantasie an und lässt mich hoffen, dass vielleicht, trotz der sehr geringen Wahrscheinlichkeit, die damit verbunden ist, ich etwas erschaffe, was meine eigen Existenz überdauert. <br>Dieses Buch ist mein Lottoschein und auch wenn es, realistisch gesehen, unwahrscheinlich ist, dass es je mehr als 10 Exemplare geben wird, beziehungsweise verkauft werden, erlaubt es mir die Hoffnung zu haben, die ich in vielen Teilen in meinem Leben bereits begraben habe. <br>Daher klammere ich mich, wie viele merken, an diese Utopie, da sie mich hoffen lässt und meinem innerem Pessimisten ungehemmt über den Mund fährt. <br>Ich verrenne mich nicht, denn ich weiß, dass meine Ideen nicht unbedingt realistisch sind. <br>Es geht am Ende auch nicht darum, dass ich eine Enttäuschung erfahren könnte, sondern darum, dass ich diesen Weg gehe und goldene Ziele mich motivieren, auch wenn ich sie niemals erreichen werde. </p>



<p>Nun kommt die berechtigte Kritik, dass diese Romane ja nur bedingt auf unsere Website passen, denn der Bezug zu unserer Arbeit ist nicht deutlich genug. <br>Es freut mich dass es jemandem auch so wichtig ist uns trotz der eigenen Angst, man könne es ihm übel nehmen, darauf hinweist, welche Sorgen er sich in Bezug auf die Außenwirkung unseres Projektes macht. <br>Das Dilemma, dass sich mir als Alptraum anbahnt, fußt auf einem ganz gewaltigem und vor allem egoistischen Problem. </p>



<p>Das Verfassen meiner Texte ist der eine Teil meiner wohltuenden Freude, aber der mindestens genauso wichtige Teil ist die gemeinsame Lesung und das Lektorat mit meinen Mitstreitern. <br>Es ist etwas, was mich im bestem Sinne empowert und mir einfach gut bekommt. <br>Es hilft mir durch die Woche, genauso, wie mein wöchentlicher Spieltermin (natürlich Online) und das Treffen unserer Selbsthilfegruppe Phönix (leider auch online). </p>



<p>Mit viel Egoismus habe ich zwei Arbeitstage durchsetzen können, die meinem literarischem Werk gewidmet sind, was mir schon fast zu wenig ist, aber ich will ja nicht gierig werden. <br>Das Problem ist, dass meine Mitstreiter und auch ich noch diverse andere Verpflichtungen haben, die an unserer Energie knabbern und so lieb es auch von meinen beiden Lieblingslektoren ist, mich mit meiner Droge zu füttern, muss ich einsehen, dass es nur begrenzte Ressourcen von dem gutem Zeug gibt. <br>Das heißt eindeutig, dass es nur ein gewisses Kontingent von Texten gibt, die wir gemeinsam bearbeiten können, um sie online zu stellen. </p>



<p>Das hat nichts mit meinem Output an Texten zu tun, der weit höher liegt, sondern tatsächlich mit der Möglichkeit der Bearbeitung. <br>Da ich nicht jeden Tag ungeprüfte Texte voller grammatikalischer Fehler (wer welche findet darf sie gerne behalten, ich habe genug davon) veröffentlichen darf, da mir sonst die Redaktion mit dem unbedecktem Hinterteil ins Gesicht springt, ist meine Veröffentlichungsrate einfach gedeckelt. <br>Mit einer gewissen Beharrlichkeit durfte ich es auf fünf Texte pro Woche hoch handeln. <br>Das heißt aber auch, dass jeder Text, der mehr in die Idee unserer Seite passt, von meinem Kontingent an Romantexten abgezogen wird. Damit wird nicht nur die für mich dringend notwendige Freude der gemeinsamen Bearbeitung verringert, sondern auch mein Ziel der Vollendung weiter in die Ferne gerutscht. </p>



<p>Da ich mich kenne, weiß ich, dass eine Verringerung meiner „Schlagzahl“ in kürzer Zeit zur Resignation führen wird und mein Romanprojekt sein vorzeitiges Ableben finden wird. <br>Ein Punkt der mir schon beim darüber Nachdenken unglaubliche Angst macht. <br>Da aber die Erfahrung gezeigt hat, dass sich im engeren und auch weiteren Umfeld der Erfahrungsexperten wohl der einzige bin, der eine gewisse Anzahl an alternativen Texten fabrizieren kann, oder will, die meine Fortsetzungsromane in ihrer Hinblick auf ihre Sichtbarkeit auf unserer Seite relativieren kann, stecke ich jetzt in einem Gewissenskonflikt.<br>Morgen wird die Redaktion tagen und das Thema wird sehr wahrscheinlich auf der Agenda stehen und es wird eine Entscheidung fallen. </p>



<p>Obwohl der besagte Kritiker nicht auf meine Romantexte verzichten möchte, wird es schwer, nicht genau darüber zu diskutieren, denn es ist zu bezweifeln, dass wir plötzlich zwei bis drei Autoren finden, die uns genügend Texte liefern, um das gewünschte Gleichgewicht der Seite herzustellen. <br>Ich weiß, es wird natürlich das Vernunftsargument kommen, dass ich mir nicht soviel Druck machen muss. Schließlich hat mein Projekt objektiv gesehen ja Zeit. <br>Hat es aber subjektiv eben nicht. <br>Wie ich mich kenne, werde ich mich der Vernunft beugen und die Schlagzahl verringern, um mich vermehrt anderen Texten zuzuwenden und dabei wird, wie so oft in meinem Leben, wieder etwas in mir langsam absterben. <br>Mein Projekt wird langsam vor sich hin krepieren und eines nicht fernen Tages, werde ich sämtliche Dateien auf meinem Rechner in einem depressiven Schub einfach löschen und damit alles wegwerfen. Das ist ein Erfahrungswert, der mir wohlbekannt ist. <br>Daher gibt es für mich drei Lösungsansätze, die mir spontan einfallen:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Wir legen die Fortsetzungsroman auf eine andere Website um, oder veröffentlichen nicht mehr vorab, sondern schreiben das gesamte Buch vorerst intern weiter. Damit wird die Anzahl der „unpassenden“ Veröffentlichungen geringer, aber auch die Zahl der Veröffentlichungen insgesamt.</li><li>Ich verfasse eine angemessen Menge an alternativen Texten und veröffentliche meine Fortsetzungsgeschichte halt nur an ein oder zwei Tagen, während die anderen Tage anderen Texten gewidmet sind. Das erhöht signifikant die Wahrscheinlichkeit, das mein Projekt Roman in naher Zukunft einfach sterben wird.</li><li>Wir erhöhen die Schlagzahl an veröffentlichten Texten insgesamt, was sowohl die Qualität, als auch das Energielevel meiner Mitarbeiter signifikant belastet. Und mich natürlich entsprechend auslutscht.</li></ul>



<p>In allen Fällen sehe ich eine unbedingte Verlustsituation, die mich gerade einfach traurig macht. <br>Nicht aufgrund der Tatsachen, die berechtigt ausgesprochen wurden, sondern weil meine Seifenblase wieder zu zerbrechen droht. </p>



<p>Es gäbe vielleicht noch die Möglichkeit, mich soweit zu fordern, dass ich mich partiell zurückziehe aus allen anderen Unternehmen und einfach alleine weiterschreibe, dann wäre ich aber unkontrolliert und würde wahrscheinlich durchdrehen in irgendeiner Form. <br>Das würde der Seite auch nicht dienen, daher stehe ich gerade vor der Wahl zwischen Pest und Cholera. </p>



<p>Innerlich habe ich Angst vor der Diskussion, die kommen wird und zu einem auf jeden Fall suboptimalen Ergebnis führen wird. <br>Die Realität hat mich erneut eingeholt und beweist mir gerade, warum ich nicht nur das Leben an sich, sondern mich im Besonderen, hasse. <br>Wäre ich fähig meine Sachen alleine auf die Reihe zu bekommen, oder einfach mehr Geduld zu üben, wäre das Problem nicht so groß, aber ich bin leider nicht der „Performer“ der ich gerne wäre. <br>Ich werde gleich noch einen weiteren Teil meines Romans schreiben, auch um in gewisser Weise mich noch daran zu erfreuen, solange es geht und dann mal abwarten, welches der vielen Schwerter, die über meinem Haupt schweben, morgen in der Teamsitzung gnadenlos auf mich einkracht, denn ich weiß keine Lösung, die allen Beteiligten gerecht wird. </p>



<p>Euer resignierter Mausebär (td)</p>
]]></content:encoded>
					
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