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	<title>Meinung &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<description>Selbsthilfe, Genesungsbegleitung und Betroffenenbeteiligung</description>
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	<title>Meinung &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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		<title>Internationaler Frauentag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Mar 2026 18:44:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Guerrilla-Texte ohne Mitwirkung der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
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					<description><![CDATA[Gedanken um den internationalen Frauentag, Feminismus, Gleichstellung und die Gesellschaft]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading has-text-align-center">Gedanken um den internationalen Frauentag, Feminismus, Gleichstellung und die Gesellschaft</h2>



<p>Es ist mir ein Bedürfnis, heute ein paar Worte zu schreiben, zum Thema Gleichberechtigung, Gleichstellung, Feminismus (in welcher Form auch immer) und welche Gedanken mich heute am internationalen Frauentag bewegen.<br>Als Mann ist es natürlich eine gute Frage, was man(n) damit zu tun hat. <br>Ist es nur ein politisches Ansinnen, wenn ich wie gestern geschehen, auf der Straße mit den Parteigenossinnen und Genossen zusammen Blumen verteile, um auf den Tag aufmerksam zu machen?</p>



<p>Heute habe ich mich dass einfach mal selber gefragt und mich auch hinterfragt. Und weil wir bei den Erfahrungsexperten am Niederrhein ja sowieso für Gleichberechtigung (aller Menschen) eintreten, denke ich, dass meine Meinung hier auch durchaus einen Platz hat und haben darf.</p>



<p>Starke Frauen haben mich mein Leben lang begleitet, denn ich bin als Kind einer Alleinerziehenden und voll berufstätigen Frau aufgewachsen. Dass Ende der 70er und in den 80er Jahren, wo sowas eher die Ausnahme, als die Regel war. Ich weiß, wie sehr meine Mutter kämpfen musste, um alles unter einen Hut zu bekommen und ich war auch nicht einfach, sondern eher ein Problemkind. Trotz aller Sorgen, wegen Arbeit, Alltag und halt dem Stress, denn ein Kind so macht, hat mich meine Mutter immer mit Liebe und Zuneigung behandelt. Ich wurde unterstützt, gefördert und hatte ein schönes zuhause.<br>Einer meiner wichtigen Miterzieher war meine Großmutter, eine Frau, die nach der Trennung von ihrem Mann ebenfalls Berufstätig war und ein Haus in Schuss gehalten hat, trotzdem Zeit fand aktiv zu sein, ihrer Leidenschaft der Kunst nachging und immer zeit hatte, mich zu fördern, aber auch zu fordern. Meine gesamte Liebe zur Kunst und Kultur wurde mir von dieser starken Frau vererbt, die mir viele Dinge beigebracht hat, die ich erst jetzt verstehe und immer noch dankbar bin, für den Schatz, den sie mir ins Herz gepflanzt hat.<br>In der Grundschule gehörten Mädchen zu meinen besten Freunden und ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, warum auch&#8230;<br>Und selbst als es anfing, dass die Hormone bei mir verrückt spielten, war es für mich immer noch klar, dass ein Junge auch mit Mädchen befreundet sein darf, kann und in meinem Fall auch will.</p>



<p>Ich habe eine Frau geheiratet, die nebenbei und für über 20 Jahre meine beste Kumpel, eine gleichberechtigte Partnerin, eine Vertrauensperson und ein Fels in der Brandung in meinen dunkelsten Zeiten war.<br>Ferner habe ich eine längere Zeit beim Kraftsport mit einer Trainingspartnerin trainiert und wir haben uns gegenseitig zu Höchstleistungen gepusht.<br>Und jetzt habe ich ein Unternehmen, gemeinsam mit einer Partnerin und stelle fest, dass diese Frau eine der ersten Geschäftspartner ist, mit der ich auf Augenhöhe agieren kann.</p>



<p>Ich habe einen typischen &#8222;Frauenberuf&#8220; erlernt, als Erzieher und war in einer Klasse mit mehr als 25 Mitschülerinnen (und nur vier Kerlen) und habe festgestellt, was viele Männer wahrscheinlich vergessen haben, nämlich dass es &#8222;die Frau&#8220; gar nicht gibt, sondern dass Frauen genauso vielseitig sind, wie Männer auch.<br>All dieses macht mich so absolut immun gegen Feminismus, weil ich es nie gelernt habe, dass Frauen andere Menschen als Männer sein könnten. Darüber nachzudenken, dass es Männer gibt die das anders sehen, finde ich irgendwie befremdlich, weil ich doch weiß, dass es Unsinn ist.<br>Ich interessiere mich nicht dafür, ob ein Mensch, den ich cool finde oder bewundere Brüste hat oder nicht&#8230;</p>



<p>Es wird Zeit, dass sich die Gesellschaft endlich emanzipiert, dahingehend sich von der dummen Vorstellung zu lösen, dass Geschlecht oder geschlechtliche Identität irgendetwas über die Fähigkeiten, den Charakter oder die Persönlichkeit aussagt. Es ist etwas individuelles wie Hautfarbe, Augenfarbe oder Haarfarbe, eine biologische Eigenschaft, wie die Körpergröße oder das Alter und somit etwas, was uns nicht dazu verleiten sollte über die Fähigkeiten einer Person zu urteilen.<br>Und deshalb möchte ich als mein Fazit den Frauentag einfach als eine Erinnerung sehen, daran, dass wir Menschen sind, die gleiche Rechte, Chancen und Hoffnungen mehr als verdient haben.</p>



<p>Trotzdem darf ich immer noch Frauen die Tür aufhalten, nicht weil sie es brauchen, sondern weil ich ein Schleimer bin. Trotzdem werde ich weiter böse sexistische Witze machen und herb darüber lachen, wenn ich entsprechende Konter bekomme, von den vielen großartigen Frauen die ich kenne. Und was mich angeht, werde ich immer dafür stehen, dass Gleichberechtigung existiert, wenn wir endlich vergessen, dass es zählt wer wir sind, nicht welche Toilettentür wir durchschreiten.</p>



<p class="has-text-align-right">Thorsten Dürholt<br>Der Mausebär</p>



<p></p>
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		<title>Ein Magazin mit Herz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Jun 2025 11:53:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kooperationspartner]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichten aus der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebär]]></category>
		<category><![CDATA[Partner]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute kam die erste Ausgabe von "News mit Herz" bei mir an und neugierig habe ich gleich ein wenig gelesen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading has-text-align-center">Heute kam die erste Ausgabe von &#8222;<em>News mit Herz</em>&#8220; bei mir an und neugierig habe ich gleich ein wenig gelesen.</h2>



<h5 class="wp-block-heading has-text-align-right">Eine Rezension  von Thorsten Dürholt a.k.a. Der Mausebär</h5>



<p>Manchmal freue ich mich ja über Überraschungen, vor allem wenn es positive sind, aber meist bin ich ja sehr misstrauisch, wenn unerwartet plötzlich ein dicker Briefumschlag in meinem Briefkasten landet. das Misstrauen sank sofort, als ich sah, dass der Umschlag von Benedikt Schait, dem <a href="https://peer-mit-herz.ch/Home/"><strong>Peer mit Herz</strong></a>, abgeschickt wurde. Sofort war ich von Misstrauen auf Neugier umgeschaltet, denn ich war gespannt, was mir Bendikt da geschickt hatte.</p>



<p class="has-text-align-left">Zu meiner Überraschung hielt ich dann plötzlich ein Magazin in der Hand, welches den Titel &#8222;<strong>News mit Herz</strong>&#8220; trug und schon war meine Aufmerksamkeit geweckt.</p>



<p class="has-text-align-center"><img decoding="async" width="150" height="267" class="wp-image-7861" style="width: 150px;" src="https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2025/06/Antwort-Benedict-3.jpeg" alt="Bericht News mit herz" srcset="https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2025/06/Antwort-Benedict-3.jpeg 1080w, https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2025/06/Antwort-Benedict-3-169x300.jpeg 169w, https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2025/06/Antwort-Benedict-3-576x1024.jpeg 576w, https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2025/06/Antwort-Benedict-3-768x1365.jpeg 768w, https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2025/06/Antwort-Benedict-3-864x1536.jpeg 864w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></p>



<p>Erster Eindruck war gleich gut, denn die Aufmachung wirkt professionell (wie ich von einem Magazin erwarte) und das Design sprach mich an (das ist dann Geschmackssache &#8211; aber meinen trifft es). Guter Druck, gutes haptisches Gefühl &#8211; halt ein richtiges Magazin, kein einfaches Fanzine. <br>Gleich fühlte ich mich eingeladen, einen Blick hinein zu werfen und der erste Blick überzeugte mich, dass das was ich in den Händen hatte, mehr als nur ein gutes Cover war. Also gleich mal reinlesen&#8230;</p>



<p>Tatsächlich fand ich das vor, was ich gehofft hatte. Ehrliche Texte, von Betroffenen für Betroffene, in einer Aufmachung, die mir zeigt, dass ich, als Leser ernst genommen werde, unterhalten werden soll, aber auch nachdenken darf.<br><strong>News mit Herz</strong> will ein Sprachrohr sein, von Betroffenen, nicht nur für Betroffene, denn dass was präsentiert wird, ist abwechlungsreich und hat verschieden Facetten, die mich dazu einladen zu erkunden. ich denke, dass ich meine Ausgabe auch gerne mal Leuten zeigen, die nicht betroffen sind. Gerade auch um zuzeigen, wie vielseitig Betroffenheit sein kann.</p>



<p>Kurz um, kann ich sagen, dass ich das Projekt großartig finde und hoffe, dass es in dieser Art und Qualität weiter geht (ich freue mich auf jeden Fall auf eine zweite Ausgabe) und bin gerne bereit dieses Magazin uneingeschränkt zu empfehlen (<em>Ja, Benedikt &#8211; du darfst mich da zitieren</em>). Ich freue mich auf jeden Fall auf die nächste Ausgabe, auch wenn ich die jetzige nachher noch einmal in Ruhe genießen werde und mich in die Artikel vertiefen werde, denn es lädt halt auch zu einem zweiten (oder dritten) Blick ein.</p>



<p>Bitte weiter so&#8230;</p>



<p class="has-text-align-center"><img decoding="async" width="150" height="84" class="wp-image-7862" style="width: 150px;" src="https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2025/06/Antwort-Benedict-2.jpeg" alt="Antwort Benedict 2" srcset="https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2025/06/Antwort-Benedict-2.jpeg 1920w, https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2025/06/Antwort-Benedict-2-300x169.jpeg 300w, https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2025/06/Antwort-Benedict-2-1024x576.jpeg 1024w, https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2025/06/Antwort-Benedict-2-768x432.jpeg 768w, https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2025/06/Antwort-Benedict-2-1536x864.jpeg 1536w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></p>



<p>P.S.: Wer jetzt interessiert ist, der sollte unbedingt mal die Seite vom <strong><a href="https://peer-mit-herz.ch/Home/">Peer mit Herz</a></strong> besuchen, da bekommt ihr Kontakt. [<a href="https://peer-mit-herz.ch/Home/">https://peer-mit-herz.ch/Home/</a>]</p>



<p></p>
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		<title>Zieloffene Suchtarbeit &#8211; Neue Wege aus der Sucht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sonja Utzenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jul 2023 11:49:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Nachlese]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Zieloffene Suchtarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Eindrücke eines Vortrags ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Am Donnerstag, den 15.06.2023 fand in der alten Kirche Lobberich der 10. Fachtag des GPV Kreis Viersen in Zusammenarbeit mit der LVR-Klinik Viersen und Kontakt-Rat-Hilfe Viersen zum Thema „Sucht und … Grundlagen“ statt.</p>



<p>Im Morgenprogramm des Fachtages wurde ein Thema behandelt, das mich nachhaltig beeindruckt hat.</p>



<p>Der Referent, Herr Matthias Nanz vom<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.iss-nuernberg.de/" target="_blank"> Institut für innovative Suchtbehandlung und Suchtforschung (ISS)</a>, berichtete anschaulich aus seiner Arbeitspraxis, die die Behandlung von Suchterkrankung auf neue Füße stellt.</p>



<p>Wie vermutlich viele andere auch, habe ich bisher im Bereich der Suchtbehandlung nur von völliger Abstinenz als Behandlungsweg gehört. Herr Nanz und sein Team gehen mit ihren Kooperationspartnern seit nunmehr zehn Jahren neue Wege des Umgangs mit Betroffenen einer Suchterkrankung. Das Programm trägt den Titel „<strong>Z</strong>iel<strong>o</strong>ffene <strong>S</strong>uchtarbeit“ (ZOS).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was ist die Grundlage von ZOS?</h3>



<p>Auf der Internetpräsenz der ISS Nürnberg ist zu lesen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Wir verfolgen das Ziel, Menschen bei der Bewältigung ihrer Suchtproblematik zu unterstützen – vor allem diejenigen, die sich über ihr angestrebtes Ziel im Unklaren sind oder im Moment den Weg der Abstinenz nicht begehen möchten.<br></p>



<p id="block-d9b3e607-a1f4-4067-a090-9f1fc02730a6">Trust in you, we do!﻿</p>
<cite>– ISS Nürnberg –</cite></blockquote>



<p>Durch motivierende Gesprächsführung wird eine enge Zusammenarbeit des Betroffenen mit dem behandelnden Team erreicht. Eine Beschreibung des Programms ist hier zu finden: <em><a href="https://www.iss-nuernberg.de/zieloffene-suchtarbeit/#was-ist-zos" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.iss-nuernberg.de/zieloffene-suchtarbeit/#was-ist-zos</a></em></p>



<h3 class="wp-block-heading">Suchtbehandlung ohne Abstinenz? Wie geht das?</h3>



<p>Herr Nanz erläuterte, dass es neben der Abstinenz noch die Ansätze Suchtmittelreduktion und Suchtmittelsubstitution zur Verminderung der gesundheitsschädlichen Einflüsse gibt, die ebenfalls betrachtet werden sollten.</p>



<p>An Hand kleiner, aber deutlicher Fallbeispiele zeigt er auf, dass in der Betrachtung einer Suchtmittelabhängigkeit nicht nur verschiedene Perspektiven auf die Situation berücksichtigt werden müssen, sondern auch ein Betroffener selbst nicht immer den Umfang und die Abstufung seiner Suchtabhängigkeit genau kennt. Herr Nanz und sein Team haben Diagnose-Hilfsmittel entwickelt, die eine genaue (Selbst-)Betrachtung ermöglichen. Sie beruhen darauf, die betroffene Person zu einer ehrlichen Selbsteinschätzung anzuleiten, die Art und den Umfang der Suchtelemente zu beschreiben und individuelle Ziele für jedes entdeckte Suchtelement zu formulieren.</p>



<p>Diese Momentbetrachtung bildet die Grundlage individuellen zieloffenen Suchtarbeit mit der betroffenen Person. Hierbei wird aufgeklärt, statt zu verurteilen, wird bestärkt, statt zu verdammen und es wird nicht die Entgiftung und die vollständige Abstinenz vom Suchtmittel zur Grundlage der Behandlung erklärt, sondern gemeinsam mit der betroffenen Person kleinschrittige Ziele definiert, die sinnvoll, erreichbar und überschaubar sind.</p>



<p>Diese Methode gesteht der betroffenen Person zu, für sich selbst Entscheidungen treffen zu können und zu dürfen.</p>



<p>Ich finde das großartig. Salutogenese, Empowerment und Recovery in einem neuen erfolgreichen Programm zum Umgang mit Suchtereignissen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wann ist ein Rückfall ein Rückfall?</h3>



<p>Das ZOS-Programm der ISS betrachtet erneuten, ungeplant hohen Konsum der Suchtmittel nicht als Drama mit weitreichenden Folgen, sondern macht genau da weiter, wo der Betroffene sich grade befindet. Im Vortrag gewann ich den Eindruck, dass eher nach der Devise „Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen“ gehandelt wird als „einmal abhängig, immer abhängig“. Die behandelnden Teams gehen von einem Menschenbild aus, in dem jeder Mensch eigene Entscheidungen treffen darf und das Team bei der Erreichung der selbstgesetzten Ziele unterstützt. Ziele, die immer wieder gemeinsam auf ihre Erreichbarkeit geprüft werden. Ziele, die erreicht werden, motivieren für jeden weiteren Schritt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Und die Wirksamkeit?</h3>



<p>Die Wirksamkeit von Reduktions- und Substitutionsprogrammen ist mittlerweile durch mehrere Studien eindeutig belegt. Auch das ISS hat eigene Studien durchgeführt, eine davon in Frankfurt mit erfreulichen Ergebnissen, die die internationalen Studien bestätigen.</p>



<p>Mittlerweile arbeitet das Institut ISS mit einigen namhaften Trägern der Sozialpsychiatrie erfolgreich zusammen und bietet Qualifikationen und Begleitung für die Implementierung von ZOS in der Praxis an.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Und jetzt?</h3>



<p>Jetzt möchte ich es am liebsten laut in die Welt rufen, dass es neue Wege in der Suchtbehandlung gibt. Auch hier wäre ein gutes Betätigungsfeld für Experten aus Erfahrung, Peers und Selbsthilfe-Erfahrene, die sich in diesem Programm spezialisieren könnten.</p>



<p>Das ISS bietet am 22.11.2023 in der Villa Leon Nürnberg den „Fachtag Zieloffene Suchtarbeit – 10 Jahre Implementierung“<em> <a href="https://www.iss-nuernberg.de/event/fachtag-zieloffene-suchtarbeit-10-jahre-implementierung-22-11-2023-villa-leon-nuernberg/">https://www.iss-nuernberg.de/event/fachtag-zieloffene-suchtarbeit-10-jahre-implementierung-22-11-2023-villa-leon-nuernberg/</a></em> an, den ich hoffentlich werde besuchen können.</p>
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		<title>Speakers Corner: Bin ich ein alter weißer Cis-Mann?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Sep 2022 03:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Guerrilla-Texte ohne Mitwirkung der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Guerilla-Texte]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein kleiner Guerilla-Text mit Selbstoffenbarung zum Wochenende aus dem Bedürfnis des Mausebär (Thorsten Dürholt) heraus.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Eine seltsame Frage führt zu einem Schwank aus meinem Leben. Vom Mausebär (Thorsten Dürholt), sehr tief aus seiner eigenen Lebensgeschichte gekramt.</h4>



<p>In letzter Zeit mache ich mir viele Gedanken über das Thema „Geschlechter“, sei es im Kontext der Sprache, als auch in der Frage des „Intersektionalen Feminismus“ und ich frage mich warum mich dieses Konzepte mit Ablehnung erfüllen? </p>



<h4 class="wp-block-heading">Was stört mich daran?</h4>



<p>Bin ich am Ende tatsächlich ein „alter weißer CIS-Mann (ob so wirklich heterosexuell sei jetzt mal dahingestellt), also der Inhaber von traditionellen Privilegien und Vorteilen, der um diese bangt?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Vielleicht muss man dazu erst mal etwas über mein Geschlechterbild erfahren</h4>



<p>Um zu verstehen welches Geschlechterbild ich habe, muss ich ein wenig über mich erzählen und über mein Leben, welches dieses Bild geformt hat.</p>



<p>Ich bin Ende der 70er Jahre auf diese Welt gekommen und habe keine Erinnerung an meinen Vater. Erfahren habe ich, dass er ein schweres Alkoholproblem hatte und unter Alkoholeinfluss zur Gewalttätigkeit neigte, was ich nicht weiter ausführen möchte, weil alle Erlebnisse aus diesem Bereich nur durch Dritte an mich gegeben worden. Ich war zu klein, um mich zu erinnern. <br>Meine Mutter hatte meinen Vater verlassen, um zu verhindern, dass mir etwas zustößt. Tatsächlich hat sie versucht die Situation so lange wie möglich auszuhalten, um mir einen Vater zu bieten, bis es halt nicht mehr ging.</p>



<p>Zeitlebens war für mich nur meine Mutter da, die ich für eine sehr starke Frau halte. Sie hatte mit vielen Widerständen zu kämpfen, abhängig davon, dass man zu der Zeit allein erziehende Mütter noch für untragbar hielt und sie ihre Befähigung als Mutter sogar beweisen musste. Zusätzlich war sie Vollzeit berufstätig und beruflich auch erfolgreich. Klar war sie dadurch sehr eingespannt und doch hat meine Mutter immer viel Zeit für mich und meine Fragen, Wünsche und Bedürfnisse gehabt. Sie ist in einer verdammt harten Situation gewesen und hat das niemals an mir ausgelassen. Sie hat mich niemals dafür Verantwortlich gemacht und sie hat mir Toleranz beigebracht. Eine Frau, die einen Grund gehabt hätte, wahrlich schlecht über Männer zu denken, die wahrhaften Sexismus und männliche Gewalt erlebt hat, hat mich niemals spüren lassen, das es was Schlechtes wäre, ein Mann zu sein.</p>



<p>Meine Mutter wurde in der Erziehung von ihrer eigenen Mutter unterstützt, meiner heißgeliebten Großmutter. Ich habe die Zeit mit meiner Oma geliebt und ihr Tod hat mir mein Herz gebrochen. Meine Großmutter war eine starke Frau. Sie hat den Krieg mitbekommen, ist aus ihrer Heimat geflohen, war mit ihrer Schwester unter vielen Gefahren beim „hamstern“ und hat ihren Ehemann als schwerverletzten Krüppel aus dem Krieg zurück bekommen. Trotz allen hat sie ihn wieder gesund gepflegt und sich dabei um Haus und Garten und ihre zwei Kinder gekümmert. Mein Großvater war kein einfacher Mensch, sondern ein wahrhaftiger Haustyrann, obwohl ich ihn später nur als den wunderlichen und verschrobenen alten Mann kennen gelernt hatte, aber es wahr, wie ich aus vielen Geschichten erfahren habe wahrlich nicht einfach. Ich habe meine Großeltern nie zusammen erlebt, da mein Großvater auf seinen zahlreichen Geschäftsreisen wohl viele Affären hatte und meine Großmutter sich von ihm getrennt hat. Zu einer Zeit als das nicht üblich war. <br>Meine Großmutter wollte immer Künstlerin werden (nein, sie war eine Künstlerin) doch um ihre Kinder zu versorgen musste sie auf dem Amt als Schreibkraft arbeiten. Und das tat sie resolut bis zur Rente, ohne sich zu beklagen. Meine Großmutter kam jeden Schultag die 15 Kilometer zu Fuß zu uns nach Hause, damit Jemand da war, wenn ich von der Schule nach Hause kam und hat mir Zeit, Liebe und Aufmerksamkeit geschenkt. Sie hat den Grundstein zu meiner humanistischen Bildung gelegt und mich für Kunst begeistert. <br>Eine starke Frau, die Gewalt, Unterdrückung und Widerstand erlebt hat. Eine Frau, die in harten Zeiten „ihren Mann stehen musste“ und wahrscheinlich mit jedem miesen Klischee konfrontiert wurde, hat mir Verständnis, Toleranz und Moral nahe gebracht. Niemals hat sie mich spüren lassen, dass es was schlechtes wäre ein Mann zu sein, nie hat sie etwas schlechtes über Männer gesagt, sondern mir einfach durch ihre Art gezeigt, dass sie alles konnte und mir den Mut gemacht, dass ich auch alles erreichen kann.</p>



<p>Als Kind habe ich mit Jungs gespielt und auch mit Mädchen. Ich habe mit Lego gespielt und mit He-man und bei einer Freundin genauso mit Barbie. Ich habe Klemmbausteine und Playmobil geliebt und noch viel mehr meine Plüschtiere, mit denen ich Höhlen aus Decken gebaut habe um darin zu lesen, zu Träumen und zu phantasieren. Wenn ich mit der anderen Kinder mit den Fahrräder durch den Wald gedüst bin, Hütten gebaut habe oder Abenteuer erlebt habe, war es mir egal, ob es Jungs oder Mädchen waren. Wir hatten einfach Spaß.</p>



<p>Selbst in meinen härtesten Pubertätszeit fand ich Mädchen nie doof. Da ich keine männliche Bezugsperson in dem Sinne hatte, habe ich so etwas in den Medien gesucht und mochte Action und Abenteuer. Doch habe ich schon früh dieses Männerbild wieder hinterfragt.<br>Unter meinen Freunden waren stets auch Mädchen und das nicht nur weil ich Mädchen sexuell interessant fand. Für mich war es egal, wenn ich jemand mochte, ob er Junge oder Mädchen war und ich habe nie einen großen Unterschied in den Freundschaften gesehen.</p>



<p>Mit 19 Jahren habe ich geheiratet. Eine Frau die neun Jahre älter als ich war und die ich ein knappe Jahr vorher davon überzeugt habe, eine dysfunktionale Beziehung zu beenden. Über zwanzig Jahre hielt diese Ehe, bis ich zum unglücklicherweise zum Witwer wurde. Wir hatten viele gute Zeiten, aber auch harte Phasen mit Frust, Drogenmissbrauch, Krankheiten und Psychischen Problemen, Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Familienproblemen und vielem mehr. </p>



<p>Meine Frau war bei mir, als ich in der Bundeswehrzeit zusammengebrochen bin und in die Bundeswehrpsychiatrie musste und letztendlich aus psychologischen Gründen ausgemustert wurde. Sie hat mich durch drei misslungene Versuche einer akademische Ausbildung begleitet und durch zwei gelungene Berufsausbildungen. Sie hat erlebt, wie ich mich monatelang von der Welt zurückgezogen habe und wie ich mit meinen inneren Dämonen gerungen habe. Sie hat mich durch harte Krankheitszeiten begleitet und mich gehalten wenn es mir schlecht ging.</p>



<p>Auch sie hatte viele Probleme, ich habe sie durch ihre zweite Ausbildung begleitet, durch ihre MS-Diagnose. Ich war da, als sie durch eine nötige Operation ihre Fähigkeit verloren hatte Mutter zu werden, obwohl sie gerne ein Kind von mir gehabt hätte. Ich war da während der Zeit die sie in der psychiatrischen Klinik war und habe sie so häufig es ging besucht, um sie zu unterstützen. Ich war das wen sie nachts mit Panikattacken aufgewacht ist. Und als sie dann einen Schlaganfall erlitt, war sie ihre letzte Jahre als Schwerstpflegefall natürlich zuhause bei mir. <br>Sie war bei mir (und ich bei ihr) bis zu ihrem Tod, wie ich es mit 19 Jahren versprochen habe, ohne eine Frage. Dieses Versprechen war mir über 20 Jahre heilig.</p>



<p>Ich habe meine Frau geliebt, sie war meine beste Freundin, sie war mein Kumpel mit dem ich Scherze gemacht habe, sie war die einzige Person, die mich jemals richtig erkannt hat. Sie hat mich vieles gelehrt und mir vieles geschenkt.<br>Da wir immer ehrlich zu einander waren, habe ich viel durch ihre Augen sehen können. </p>



<p>Und auch über Emanzipation haben wir geredet. Ihre Meinung war stets, dass sich die Männer endlich anpassen sollten und ihre eigene Emanzipation suchen sollten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wir waren über 20 Jahre zusammen, gleichberechtigt Seite an Seite und stets habe ich mich auf sie verlassen und sie auf mich.</h4>



<p>Wenn ich was gelernt habe von diesen drei starken Frauen in meinem Leben, dann ist es das eine:</p>



<h4 class="wp-block-heading">Es ist egal mit welchen Geschlechtsteilen du geboren wurdest, sondern es zählt nur was Du für ein Mensch bist</h4>



<p>Es ist mir absolut egal, was andere Menschen für Feminin oder Maskulin halten, diese Klischees existieren in meinem Kopf nicht wirklich, weil ich für jedes dieser Klischees genug Beispiele erlebt habe, die mich auf positive Art von etwas anderem überzeugt haben. Es mag biologische Unterschiede geben, aber die rechtfertigen für mich keine soziale Abspaltung oder Trennung.<br>ja, es gab früher die Legende von Mädchenkram und Jungszeug, dass fand ich schon als Kind seltsam, als Jugendlicher albern und mittlerweile als unnötige Kategorien, die man bloß nicht wieder einführen sollte.</p>



<h4 class="wp-block-heading">So enden wir jetzt mit der Frage des alten weißen Cis-Mann.</h4>



<p> Ja, ich hatte nie einen Grund meine männliche Identität in Frage zu stellen, auch wenn ich als Kind gerne meinen rosafarbenen Pulli getragen habe. Auch wenn ich als Jugendlicher lange Haare hatte und mir Fingernägel lackiert und Lippenstift aufgetragen habe (Kayal sowieso).<br>Ja, ich bin sichtbar europäischer Abstammung. Da ich Sonne hasse, bin ich tatsächlich sehr bleich. <br>Und Alt? Eine Frage der Betrachtung. Mit langsam Mitte 40 bin ich jetzt nicht mehr neu.<br>Ich bin Eindeutig ein alter weißer Cis-Mann. <br>Bei anderen Themen spiele ich im Minderheiten-Bingo zwar gut mit, aber dass tut hier nichts zur Sache.<br>Ich sehe mich jedoch weder als Inhaber von Privilegien, noch habe ich das Gefühl mein Geschlecht hätte mir Vorteile gebracht. Aber selbst wenn, gönne ich meine nicht erkannten Vorteile und Privilegien all den Menschen da draußen, die sie brauchen.</p>



<p>Ich glaube nur nicht , dass ich mir noch von jemanden erzählen lassen muss, was Gleichberechtigung ist, weil die lebe ich seit über 40 Jahren auch ohne Aufklärung.<br><br></p>
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		<title>Speaker&#8217;s Corner: Entgendern ?!?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Sep 2022 12:04:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär (Thorsten Dürholt) wirbt als Kompromiss für die "gendergerechte Sprache" mit der Methode "Entgendern nach Phettberg"]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Ein Kompromiss den ich unterstützen kann</h3>



<h4 class="wp-block-heading">Ein Beitrag vom Mausebär (Thorsten Dürholt), der einen versöhnlichen Schritt in Richtung Gendergerechtigkeit gehen will.</h4>



<p>Vor wenigen Tagen habe ich geschrieben, warum ich meine persönlichen Texte nicht gendern werde. <br>Nach wie vor vertrete ich diese Haltung, aber der zunehmende Druck der Gesellschaft, beziehungsweise eines kleinen, aber sehr lauten Teils der Gesellschaft, zwingt mich dazu, Kompromisse zu finden. <br>Zumindest für bestimmte Auftragsarbeiten und Schreiben, die ich in Vertretung einer Körperschaft mache, die dem Gedanken des Genderns aufgeschlossen gegenüber steht.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was aber macht Sprache Gendergerecht?</h4>



<p>Persönlich denke ich verstanden zu haben, dass es darum geht, die Sprache so zu gestalten, dass die Bilder, die sie vermittelt, nicht mehr auf einen geschlechtlichen Archetyp hinweisen. Einigen Menschen ist das generische Maskulinum immer noch zu sehr mit dem Gedanken einer männlichen Vormachtstellung verbunden. <br>Ob dieser Gedanke gerechtfertigt ist, das ist ein ganz anderer Konflikt, den ich hier nicht erörtern werde, denn beide Seiten in dieser Diskussion haben valide und weniger valide Argumente.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Aber was ist dann Gerecht?</h4>



<p>Gerecht wäre es, wenn es einen Weg gäbe, alle Menschen, gleich ihres biologischen oder sozialen Geschlechtes immer dann anzusprechen, wenn es sich um eine heterogene Gruppe (also mehr als nur eine geschlechtliche Identifikation in der Gruppe vorhanden) handelt, das Geschlecht nicht bekannt ist (und nicht angenommen werden soll) oder es schlichtweg in dem Moment keine Rolle spielt.</p>



<p>Diesen Effekt kann man zum Beispiel erlangen, in dem man alle Menschen anspricht, zum Beispiel als Leser*innen oder Leser_Innen. Hier soll verdeutlicht werden, dass sowohl Menschen, die sich als Leser, als auch Personen, die sich als Leserin identifizieren, angesprochen sind. Das zusätzliche Sternchen oder der Unterstrich (oder beliebige andere Zeichen) stehen hierbei, für alle diejenigen, die sich in den klassischen Geschlechterrollen nicht wiederfinden.</p>



<p>Meine Kritik daran ist, dass diese Schreibweise nicht nur kompliziert ist, woran man sich gewöhnen könnte (was ein guter Hinweis darauf ist, dass die geschlechtliche Identität auch nicht immer einfach ist), sondern vor allem, dass es nicht integriert, sondern eigentlich ausgrenzt. <br>Aus der <em>Gruppe der Leser</em>, werden die Gruppen <em>der Leser</em>, <em>der Leserinnen</em> und <em>der Lese-was-auch-immer</em>. Eine vorher homogene Gruppe, geeinigt im Konsum der selben Literatur, zerfällt zu mindestens drei verschiedenen Gruppen. <br>Das mag gerecht sein, ist aber meiner Meinung nach nicht inkludierend.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was ist das Problem?</h4>



<p>Jetzt stehen sich sogar mindestens zwei Probleme gegenüber. <br>Zum einen die gerechtfertigte Forderung der Menschen, in die Sprache inkludiert zu werden und einen Platz darin zu finden und zum anderen die verbitterte Ablehnung des generischen Maskulinums aufgrund der umstrittenen Geschichte der Geschlechtergerechtigkeit. <br>Und das Ganze bitte inkludierend und machbar!</p>



<h4 class="wp-block-heading">Geht nicht? Gibt es Nicht!</h4>



<p>Das Problem hat eine einfache Lösung, nämlich das generische Maskulinum zugunsten eines generischen Neutrums abzuschaffen. <br>Richtig, jetzt kommen wir zum Entgendern. <br>Wenn das Problem darin besteht, dass sich manche Gruppen mit der Verwendung des Maskulinums nicht angesprochen fühlen, müssen wir ein neutrales Geschlecht entwickeln, das jeden einschließt, gleich seines Geschlechtes (oder anderer Sachen). <br>Die Lösung wäre, wie ich es schon lange vermute, aus der deutschen Sprache mit ihrem generischen Geschlecht eine Sprache mit einem natürlichem Geschlecht (wie in der englischen Sprache) zu machen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Kompliziert? Gar nicht!</h4>



<p><strong>Die Lösung gibt es bereits.</strong></p>



<p>Thomas Kronschläger, promovierter Literaturdidaktiker der Technischen Universität Braunschweig und begnadeter Science Slammer, hat es geschafft, mich in einem <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.youtube.com/watch?v=1BfDggDMId4" target="_blank">Beitrag zu einem Science Slam</a> (eine Art Kurzvorstellung wissenschaftlicher Forschung und Ideen) und in einem <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.youtube.com/watch?v=EDpUMk4pddg" target="_blank">Interview</a> davon zu überzeugen, dass die Methode des Entgenderns nach Phettberg eine Lösung darstellt, die mich zufrieden stellt und für mich auch (zumindest da, wo nötig) anwendbar ist.</p>



<p>Inspiriert durch den österreichischen Philosophen, Künstler und Kabarettist <a rel="noreferrer noopener" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hermes_Phettberg" target="_blank">Hermes Phettberg</a>, der diese Methode 1992 zuerst verwendete (es ist also etwas Erprobtes) schlägt Herr Kronschläger vor, wie es von Hermes Phettberg verwendet wurde, immer dann, wenn eine Person angesprochen wird, deren Geschlecht nicht bekannt oder im Kontext nicht erwähnenswert ist, die Grundform der Bezeichnung mit einem angehängtem „Y“ zu verwenden und den neutralen Artikel „Das“.</p>



<p><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/" target="_blank">Ein guter Artikel</a> schaffte es, mir das Prinzip nahe zu bringen und endgültig verständlich zu machen, so dass ich ihn jedem interessierten Menschen empfehlen kann.</p>



<p>So redet man dann, statt von <em>eine/r Ärzt*in</em>, von <em>ein Ärzty</em>. <br>Somit sind sowohl „<em>die Ärztin</em>“, als auch „<em>der Arzt</em>“ (und alle anderen Geschlechtsformen) in dem Begriff „<em>das Ärzty</em>“ inkludiert.<br>Sollte ich zum Beispiel nach einem Zahnarzt suchen in einer fremden Stadt, kann ich nach <em>einer Zahnärztin</em> fragen, wenn ich auf eine weibliche Repräsentantin der dentalen Künste bestehe oder nach <em>einem Zahnärzt</em>y, wenn mir das Geschlecht egal ist (wie es das bei mir normalerweise ist).</p>



<p>Die Mehrzahl verwendet ebenfalls ein „<em>Das</em>“, beziehungsweise die Mehrzahl &#8222;Die&#8220;, als Artikel und die Grundform der Ansprache mit einem angehängtem „ys“. Aus <em>den Lesern</em> werden somit <em>die Lesys</em>.<br>Klingt kompliziert, aber schon zu meinen Zeiten der kurzen Besuche einer höheren Bildungsakademie wurde von Seiten der Studentenschaft oft von „<em>den Studies</em>“ gesprochen, da ist der Weg zu „<em>den Studys</em>“ ein recht kurzer.</p>



<p>Klar machte es das auch nicht alles einfacher, aber in der Wahl zwischen „<em>der/ die Oberbürger*innenmeister*innenassistent*in</em>“ und „<em>das Oberbürgysmeistyassistenty</em>“ finde ich das zweite sowohl einfacher im Sprachgebrauch, als auch deutlich leichter zu schreiben.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Mein Fazit</h4>



<p>Es wird sicher Situationen geben, in denen es sprachlich wichtig sein kann, auf die Vielfalt der Menschen hinzuweisen und das sei den entsprechenden Aktivisten auch unbenommen, doch dies ist nicht inkludierend, sondern exkludierend.<br>Wenn man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen will, kann man halt entweder (gendergerecht) ein Apfel und eine Birne sagen oder (entgendernd) zweimal Obst. <br><strong>Inkludierend ist es, wenn man Obst sein darf und nicht, wenn man als liebe Äpfel und Birnen als zwei Gruppen angesprochen wird.</strong></p>



<p>Daher werde ich da, wo genderneutrale Sprache wichtig ist, mich der Methode des Entgenderns nach Phettberg bedienen und diese auch als Lösung für die EaN UG anregen.</p>



<p>Ich danke euch, liebe Lesys*</p>



<p>Euer Mausebäry</p>



<p>*Und ja, ich finde das auch niedlich und weich, etwas was die harte deutsche Sprache gebrauchen kann. „<em>Du Arschlochy</em>“ oder du „<em>mieses Schweiny</em>“ klingt gleich viel weniger aggressiv.</p>
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		<title>Speaker&#8217;s Corner: Diskussionskultur?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Sep 2022 10:43:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär redet über seine Ansichten zur modernen Diskussionskultur. Ein Text von T. Dürholt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Ein wohlmeinender Kommentar vom Mausebär</h4>



<p>Eigentlich wollte ich mich heute aufregen. Oder, besser gesagt, ich wollte meine wenigen Leser an meiner Aufregung der letzten Tage teilhaben lassen. Doch irgendwas stimmt mit mir heute nicht. Ich sitze an meiner Tastatur und meine Wut, meine Frustration und auch meine Resignation über das Elend der modernen Gesellschaft sind verschwunden.</p>



<p>Täglich regen sich Leute in den verschiedensten (sozialen) Medien auf und führen Stellvertreterkriege, als Diskussionen getarnt. Meinungen werden vehement rausgebrüllt und angegriffen, verteidigt, zerstört oder etabliert. Das alles mit Methoden von Beleidigungen, verbalen Ausfällen und Scheinargumenten. Seit das Internet jedem eine Stimme gegeben hat machen auch alle davon Gebrauch, was in sich schon einmal großartig und demokratisch ist, aber leider ist Quantität nicht Qualität.</p>



<p>Leider geschieht das, was oft passiert, dass Glied ist bekannterweise nur so stark, wie seine schwächste Kette. Und so orientiert sich das Niveau der Debatte auch am kleinsten gemeinsamen Nenner, was dafür sorgt, dass auch viele Journalisten und Politiker, also Leute, die eine rhetorische Bildung genossen haben sollten, plötzlich aus der untersten Schublade der verbalen Entgleisungen fröhlich winken. Das wäre im Prinzip erstmal nicht so schlimm, wenn nicht zeitgleich jeder geübte Demagoge, egal aus welchem politischen Lager, es leicht hat, mit einer vernünftigen Gesprächsführung plötzlich als der Vernünftige und Durchdachte aufzutrumpfen. <br>In Zeiten, wo Politiker des rechten Lagers (oder auch des linken) es schaffen Propaganda intellektuell zu verkaufen, weil ihnen professionelle Journalisten als Gesprächspartner nicht gewachsen sind, ist der Boden für eine extreme Meinungsbildung und auch eine extreme Politik bereits geebnet.</p>



<p>Da die bestehende Politik zusätzlich auch wenig dazu beiträgt, die Sorgen des normalen Bürgers zu zerstreuen oder gar zu beseitigen, ist der Nährboden für Populisten frisch gedüngt von der jetzigen Atmosphäre.<br>Die zusätzliche Einstellung der Schuldzuweisung, der ungewünschten Selbstoffenbarungen und Erklärungen, aber auch die &#8222;Alle nur nicht ich&#8220;- Mentalität, zeigt, dass die &#8222;Geiz ist geil&#8220;-Einstellung auch bei den intellektuellen Ressourcen des Bürgers angekommen ist.<br>Wir leben in einer Zeit, in der Scheinargumente und Anschuldigungen, Beleidigungen und Drohungen, Ablenkmanöver und Verdrehungen zu legitimen Argumenten geworden sind und sich die wenigen Menschen, die noch einen Austausch wünschen immer mehr aus der öffentlichen Diskussion gedrängt werden.</p>



<p><strong>Wahrlich keine Zeit der Aufklärung und des Geistes, sondern ein Abfall ins dunkleste Mittelalter</strong>.</p>



<p>Die Dorfgemeinschaften des Mittelalters sind nun unsere Filterblasen in den sozialen Medien, die jeden fremden Gedanken argwöhnisch betrachten und lieber verteufeln, als eine Veränderung des Status zu erlauben. &#8222;Shitstorm&#8220; und &#8222;Canceling&#8220; sind die Heugabeln und Fackeln des Mobs und &#8222;Doxing&#8220; (das veröffentlichen persönlicher Daten) der neue Pranger. <br>Sogenannte Kämpfer für die Gerechtigkeit verfeuern mit Hassreden andere Meinungen, samt deren Anhängern auf dem Scheiterhaufen ihrer eigenen Eitelkeit und hetzen genauso die Leute auf, wie die bösen anderen Menschen, die es wagen sie zu kritisieren es offensichtlich tun.</p>



<p>Längst geht es nicht mehr um &#8222;Gut gegen Böse&#8220; oder &#8222;Richtig gegen Falsch&#8220;, sondern das sind nur Schlagworte für &#8222;Wir gegen die&#8220;. Und leider kann die Vernunft diesen Krieg nicht mehr gewinnen. Es geht nicht mehr um Logik, Wahrheit oder Konsens, sondern darum, seine eigene Meinung, so absurd sie auch sein mag, anderen aufzudrängen und zu indoktrinieren. Und ein Meinungsaustausch mit Fanatikern funktioniert einfach nicht.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Doch warum macht mich das nicht mehr sauer?</h4>



<p>Mein Fazit ist, dass der berühmte Drops gelutscht ist. Ich bilde mir meine Meinung, stehe dazu und bin bereit sie in einem wohlmeinendem Austausch mit anderen auf die Waagschale zu legen. Ich bin bereit zu lernen und mich zu entwickeln. Aber ich kann niemanden dazu zwingen das auch zu tun. Sonst bin ich kein Stück besser als jene, die Ich ob ihrer Methoden in Zweifel ziehe. </p>



<p><em>Was ich machen kann, ist selber nach meinen Maßstäben zu leben und zu hoffen, dass sich jemand ein Vorbild daran nimmt</em>. </p>



<p>Und deshalb versuche ich jeden Tag weniger dogmatisch zu denken und meine Meinung zu hinterfragen. Ich will mich nicht über andere Meinungen aufregen, denn sonst habe ich nichts anderes mehr zu tun. Letztendlich sind Meinung ja wie Verdauung, jeder Mensch hat eine.</p>



<p></p>



<p></p>



<p></p>



<p></p>



<p></p>
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