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	<title>Bilder &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<description>Selbsthilfe, Genesungsbegleitung und Betroffenenbeteiligung</description>
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		<title>Tankpause</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jun 2020 14:53:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
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		<category><![CDATA[Ruhepausen]]></category>
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					<description><![CDATA[Zum ersten Mal schreibt der vor Vorfreude ganz kribbelige Mausebär (td) eine Antwort auf einen Kommentar, als Beitrag.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Alle machen jetzt nochmal Pipi, bekommen ein Eis und dann geht&#8217;s ab ins Auto und weiter.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Zum ersten Mal schreibt der vor Vorfreude ganz kribbelige Mausebär (td) eine Antwort auf einen Kommentar, als Beitrag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade wollte ich ein paar Zeilen, als Antwort auf einen Kommentar von Gandalf, zu meinem letzten Beitrag schreiben. Aber meine Gedanken uferten dermaßen aus, dass ich diese Antwort als heutigen Beitrag verwende. <br>Auch, und gerade, weil der sehr ausführliche Kommentar mich sehr berührt hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum einen wurde endlich meine oft ausgesprochene Einladung zur Diskussion angenommen und zum anderen war es eine sehr ausführliche Kritik an meinem letztem Beitrag. <br>Den Beitrag findet man unter dem Titel<a rel="noreferrer noopener" href="https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/textament-wider-traditioneller-feiertage/" target="_blank"> „Textament wider traditioneller Feiertage“</a> und den entsprechenden Kommentar gleich darunter. <br>Beides werde ich, wenn überhaupt, nur auszugsweise zitieren und überlasse dem geschätzten Leser selbst die Arbeit der Recherche, denn es lohnt sich, Beides vollständig zu konsumieren. Daher will ich Niemanden dieser Freude durch schnödes Vorkauen berauben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich geht es bei der Kritik um die benötigten Ruhepausen. <br>Das wir Ruhepausen brauchen, wage ich nicht zu bestreiten, kenne ich das Problem doch selbst hinreichend genug. </p>



<h4 class="wp-block-heading">Doch was sind Ruhepausen? </h4>



<p class="wp-block-paragraph">Gandalf, der Kommentator, malt das schöne Bild von Tankstellen an der Straße unseres Lebens. <br>Ein Bild, dem ich mich völlig anschließen kann. <br>Nur sollte man vier Faktoren bei diesem Bild nicht unterschätzen. Es gibt nämlich vier Variablen in diesem Gleichnis (nicht Gleichung). </p>



<h4 class="wp-block-heading">Die erste Variable ist die Straße. </h4>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl Gandalf sehr eindeutig, in Bezug auf unsere schnelllebige Zeit, das Bild der Autobahn gewählt hat, so sehe ich doch verschiedene Möglichkeiten, seine Straße des Lebens zu definieren. Nicht jeder Mensch fährt Autobahn. Es gibt auch: </p>



<ul class="wp-block-list"><li>Landstraßen, </li><li>Schnellstraßen, </li><li>Umgehungsstraßen, </li><li>Forst- und Landwirtschaftliche Wege,</li><li>Privatstraßen, </li><li>Einbahnstraßen, </li><li>Wasserstraßen, </li><li>Sackgassen, </li><li>und vieles mehr&#8230; </li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht immer können wir selbst bestimmen, auf welchem dieser Wege wir unterwegs sind. <br>Halten wir uns dabei nicht an die allgemeinen Verkehrsregeln, provozieren wir Stress und Konsequenzen. <br>Interessanterweise stelle ich beim Autofahren fest, dass eine gewisse Ignoranz gegenüber der Straßenverkehrsordnung immer mehr gebräuchlich wird und frage mich, ob dieses Phänomen ebenfalls auf das Bild der Straße, als Lebensweg, übertragbar ist. <br>Ich fürchte, leider ist die Antwort auf negative Weise positiv.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die zweite Variable ist das Fahrzeug. </h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, wir sind von Natur aus mit verschiedenen Modellen ausgestattet. Während das eine Auto problemlos im „High-End- Bereich performt“, hat der andere Fahrer das Problem, seine „Nuckelpinne“ verkehrstauglich zu halten. <br>Im Gegensatz zum wahren Leben können wir unser Auto nicht so einfach wechseln. Wir müssen mit unserem „Lebensmodell“ klar kommen. <br>Was wir allerdings können, ist unser Fahrzeug liebevoll pflegen, warten und „tunen“. <br>Wir können uns mit jahreszeitlichen Besonderheiten ausrüsten, ähnlich der Winterreifen beim realen Wagen und zusehen, dass Verschleißteile ausgewechselt werden, sowie Verbrauchsgüter, wie Öl und Benzin, aufgefüllt werden. <br>Wir können uns durch Training, Bildung und Erfahrungen verbessern und somit unser Fahrzeug tunen und, ganz wichtig, die persönliche Ausstattung, die wir uns angedeihen lassen, bestimmen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die dritte Variable ist der Sprit, den wir tanken. </h4>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht jedes Auto läuft mit Benzin, sondern es gibt auch andere Kraftstoffe, die ein Fahrzeug bewegen können. <br>Viele unserer persönlichen Fahrzeuge haben sogar mehr als nur einen Tank. Somit können sie auf verschiedenen Kraftstoffen laufen, obwohl ich glaube, dass die meisten Menschen einen speziellen Kraftstoff bevorzugen. <br>Jeder dieser Kraftstoffe hat seine eigene Art und Dynamik und während der eine Mitmensch halt gerne „vollverbleiten Schlaf“ tankt, hat der andere lieber „Super-Unterhaltung“, oder seinen „Hobby-Diesel“. <br>Mittlerweile auch gerne gesehen sind „Gesellschafts-Gas“ und „Engagement-Strom“ . <br>Manche dieser Kraftstoffe sind gesellschaftlich besser gelitten, andere weniger &#8211; das ist eine Frage des Zeitgeistes und der Mode. <br>Wenn wir den falschen Kraftstoff tanken, kann das Ganze nichts werden, denn der Motor gibt den Geist auf und bedarf einer gründlichen Reparatur.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die vierte und auch letzte Variable ist die Art der Tankstelle. </h4>



<p class="wp-block-paragraph">Je nach Marke und Betreiber gibt es bei der Wahl der &#8222;Tanke&#8220; signifikante Unterschiede, sowohl im Angebot, als auch in der Preisgestaltung. <br>Während der eine Fahrer seiner „Lieblingskette“ treu bleibt, sucht der Nächste immer wieder nach „Schnäppchen“. <br>Manch einer ist Stammkunde bei „seiner Tanke“, ein anderer nimmt, was gerade da ist. <br>Auch andere Möglichkeiten der zusätzlichen Angebote variieren stark und manchmal suchen wir auch unsere Tankstelle danach aus, ob sie gute heiße Bockwürstchen im Programm hat. <br>Was ich damit sagen will ist, dass Tankstellen zwar an festen Orten stehen, aber dadurch keine Fixpunkte sind. <br>Je nach Tankverhalten und Verbrauch haben wir da extreme Auswahl. <br>Nur die Möglichkeit einer Tankstelle heißt noch lange nicht, dass ich diese auch anfahre, vorher kommt der Check des Tankanzeigers, ob ich sie benötige und die Einschätzung der Tankstelle, ob sie mein Produkt hat. <br>Die meisten Autofahren tanken nur im absoluten Notfall an einer x-beliebigen Tankstelle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich könnte jetzt auch noch etwas über die Finanzierung von Fahrzeug und Kraftstoff sagen, sowie über den Straßenbau, aber beides kann ruhig einen gesonderten Beitrag vertragen &#8211; daher werde ich es vertagen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die freien Tage</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Worauf ich noch eingehen wollte, ist, wie ich diese Tage, die nicht zu unserem (Berufs-) Alltag gehören, definiere, um meinen vorherigen Beitrag verständlicher werden zu lassen.</p>



<ul class="wp-block-list"><li><strong>Ruhetage</strong> – Sind die regelmäßigen Pausen, üblicherweise alle sieben Tage, wie z.B. der Sonntag. Diese Tage sehe ich als den von Gandalf verordneten Fixpunkt zur Regeneration. Auch, wenn ich mich selber viel zu selten daran halte, ist das der Tag, an dem man seine Kommunikationskanäle stark einschränken sollte und auch darf, um sich seinem Selbst zu widmen.</li><li><strong>Privattage</strong> &#8211; In Deutschland oftmals der Samstag, sollte das der Tag für unsere privaten Erledigungen sein. Diese Tage sollten Freunden, Familie, Haushalt und Freizeitvergnügen gehören.</li><li><strong>Urlaubstage</strong> – Das möglichst frei verfügbare Kontingent an Tagen, um dem Alltag zu entfliehen und etwas anderes zu machen. Was einen da am besten hilft aufzutanken, sollte jeder selber herausfinden.</li><li><strong>Krankentage</strong> – Besser auch Rekonvaleszenz-Tage genannt, sind die Tage, die wir brauchen, um uns von Krankheit, Verletzung und ähnlichem zu erholen. Tage, die man nehmen sollte, ohne schlechtes Gewissen zu haben.</li><li><strong>Feiertage</strong> – Tage, an denen man mit Freunden, Familie und/oder Gleichgesinnten, im Sinne eines höheren Gutes, zusammen kommt, um dieses, wie der Name schon sagt, festlich zu begehen. Zeit für Rituale, Feste und Geselligkeit.</li></ul>



<h5 class="wp-block-heading">Ich behaupte mal, damit ein Tag auch wirklich ein freier Tag ist, sollte auch der Zeitpunkt so frei wie möglich zu wählen sein.</h5>



<h4 class="wp-block-heading">Das Problem mit der &#8222;bösen Gesellschaft&#8220;</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke ein Hauptproblem der Gesellschaft ist, dass wir verlernt haben, alle diese Pausen vom Alltag zu nutzen. <br>In unserer heutigen Gesellschaft der „Performer“ ist es halt nicht gut angesehen, wenn man sein Recht auf Ruhe nutzt. <br>In der Hinsicht bin ich ganz bei meinem Kritiker, wir brauchen diese Zeiten und sollten nicht zulassen, dass unsere Leistungsgesellschaft uns diese vorenthält. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Würden wir allerdings endlich die anderen Möglichkeiten der Pausen einfach mal konsequent nutzen und Urlaubstage antreten, Wochenenden einhalten und uns unsere Krankentage gönnen, auch unter Einhaltung von Kommunikationsdisziplin (also Handy aus), dann könnten wir tatsächlich Feiertage für das nutzen, wozu sie gemacht sind, nämlich zum Feiern und Gedenken. <br>Viele Probleme sind hausgemacht, wie z.B., dass wir die wichtigste Möglichkeit unserer digitalen Kommunikation nicht nutzen – ich meine das Ausschalten. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Die vielen Möglichkeiten der Erreichbarkeit haben einen Vorteil. Da zitiere ich eine Filmfigur von Dieter Hallervorden: „Schreiben Sie es auf &#8211; ich beschäftige mich später damit!“. </h5>



<h4 class="wp-block-heading">Mein Fazit</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn wir die Feiertage nicht zurück erobern, verschenken wir unsere anderen freien Tage früher oder später an die Gesellschaft. <br>Daher verweigere ich mich, auch diese Tage, wie von Gandalf gefordert, als Ruhetage zu sehen. <br>Das sind sie in meinen Augen nicht, und sollten es auch nicht sein! </p>



<h5 class="wp-block-heading">Wenn wir zulassen, dass unsere gesellschaftlichen und religiös-moralischen Pflichten sich einen Tag mit unserer benötigten Erholung teilen, dann haben wir ein Problem. </h5>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe nichts gegen fixe Ruhetage, davon sollten wir jede Woche ein- bis zwei haben, aber Feiertage sollten an einen Anlass gebunden sein und der sollte dem individuellen Sinn entspringen (So könnten auch Familienfeste darunter fallen). Genauso sollten der Urlaub oder Krankentage (auch wenn da der Bedarf nicht positiv ist) individuell angelegt werden. <br>Das muss, meiner Meinung nach, eine bedarfsorientierte Verteilung bleiben, bzw. werden. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Dann könnte man Urlaub, sowie auch Sonderurlaub, also Tage für außerordentliche Erledigungen halt (Gerichtstermine, Umzüge,etc&#8230;) oder individuelle Feiertage (Religiöse Feiern, Familienfeiern, Politische Aktivitäten), mit einem jeweiligem Kontingent an Tagen ausstatten.</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Eine beispielhafte Lösung wäre:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Ein freier Tag, als Ruhetag, pro Woche (z.B. Sonntag)</li><li>Ein Verfügungstag, für persönliche Verpflichtungen, pro Woche (z.B. Samstag)</li><li>42 Tage Urlaub, pro Jahr (Ohne Einrechnung von freien Tagen und Verfügungstagen, sondern Brutto)</li><li>21 Feiertage, pro Jahr (nach Individuellen Maßstäben und Absprache)</li><li>Benötigte Krankentage, pro Erkrankung (nach ärztlichem Ermessen)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hoffe, dieser Beitrag erklärt meine Position etwas besser. <br>Ich freue mich auf weitere Diskussion und Fragen und denke, dieses Thema hat auch noch viel zu bieten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich danke Gandalf für seine Anregungen, Ideen und Kritiken, denn lernen kann ich nur durch Austausch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer begeisterter Mausebär (td)</p>
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		<title>Die Labilität des Seins</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 May 2020 11:54:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute beschäftigt sich der Mausebär (td) mit einem flüchtigen Gedanken und wandert auf ganz anderen Pfaden, als es den ersten Anschein macht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Heute beschäftigt sich der Mausebär (td) mit einem flüchtigen Gedanken und wandert auf ganz anderen Pfaden, als es den ersten Anschein macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein neues Wort schwirrt mir gerade durch den Geist – Labilität. <br>Ich weiß gar nicht, woher es gerade kam. Ich fuhr den Computer hoch und dachte darüber nach, über was ich schreiben möchte und über den Gedanken, etwas über das Wesen der Existenz an sich zu meditieren, kam es plötzlich über mich: <br>„Die Labilität des Seins“ &#8211; könnte die Überschrift zu einem philosophischen Essay sein. <br>Oder der Titel zu einem Song einer Gruftiband aus den frühen 90er Jahren. <br>Vielleicht auch zu einem der scheußlichen Gedichte, die ich in meiner pubertären „Sturm und Drang Zeit“ verbrochen habe, obwohl diese ja eindeutig von den beiden ersteren Vorschlägen inspiriert waren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugegeben drücke ich mich sehr oft, vielleicht sogar meistens, etwas kompliziert aus und lasse gerne irgendwelche Phrasen meinem Mund entspringen, um diese dann mit ausschweifenden Erklärungen zu versehen. <br>Ein Machwerk mit dem Titel „Die Labilität des Seins“ zu beginnen, schürt große Erwartungen, denn was kann sich dahinter nur verbergen? <br>Die Auswahl besteht nur zwischen entweder pseudo- intellektuellem Geschwurbel, prosaisch-romantischem Gedöns oder einer inhaltsschweren philosophischen Erkenntnis. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Was es davon sein wird, liegt, wie bei vielen Dingen, mal wieder im Auge des Betrachters, oder in diesem Fall des Lesers. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich schon am Anfang mein literarisches Maul ganz schön aufgerissen habe. <br>Gierig habe ich den tiefschürfenden Gedanken in meinen Mund gestopft, ohne zu bedenken, dass ich vielleicht mehr abbeiße, als ich kauen kann. <br>Der Geifer läuft meine metaphysischen Lefzen runter und mein Atem hechelt schwer, während ich mit dem glutheißen Brocken, der glühend aus dem Sternenhimmel meiner inneren Welt, einem Asteroiden gleich, auf den Boden meiner mentalen Tatsachen gefallen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"> Einem Tier mehr ähnelnd als einem Menschen, reiße und zerre ich an der noch frischen Beute und versuche mit allen Nuancen meiner Sinne jedes Stück Erkenntnis aufzusaugen, während noch das frische jungfräuliche Blut meines erlegten Gedankengutes heiß über meinen zitternden Geist rinnt. <br>Das Wort „Labilität“ klingt in mir wie ein ferner Klang eines unbekannten Instrumentes, das eine uralte und doch neue Melodie intoniert. Ich versuche mich nicht zu verlieren, während ich mich mitreißen lasse und meinen Weg zu der tieferen Bedeutung dieses einzigartigen Klanges folge. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie ein Sahnebonbon, dieser einzigartigen Qualität, wie sie nur mein Großvater kaufte, oder wie es zumindest in der Werbung beschrieben wurde, lasse ich das Wort in all seinen Facetten über meine inneren Geschmacksknospen gleiten und gleich einem Weinkenner versuche ich, die tieferen Eindrücke zu verspüren. <br>Ich versuche, diesen Geschmackseindrücken Namen zu geben und sie zu sortieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Kategorien, wie wohlschmeckend oder eklig, eröffnen sich, um Teilen der gefundenen Anteile Schubladen zu verleihen, um sie für mich zu sortieren. Um die tiefsten Eindrücke zu erlangen, muss ich den Impuls, das Wort, in alle möglichen Bestandteile zerlegen, ja sogar sezieren, um all diese Informationen wieder in einer gewaltigen Komposition zu einem Crescendo der Erkenntnis zu vereinen. <br>Ich giere nach Abgleich, versuche, andere Worte zu finden, Informationen zu verknüpfen, Gedanken zu verweben, um ein Netz zu spannen, in dem ich die scheuen Gedanken, einem Wildtier gleich, einfangen kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte den ursprünglichen Impuls erhalten &#8211; nein, festhalten, mich an ihn klammern, um ihn nicht während des kalten Prozesses des Abgleiches in der Kühle meines Archivs erstarren zu lassen. <br>Tot wie jede Trophäe, jedes Fundstück, jedes Präparat in den inneren Hallen der Wissenschaft, wo die spielerische Neugier plötzlich von den kühlen Wächtern der Erkenntnis zur Räson gebracht wird. <br>So oft ich es genieße, durch diese kühlen und imposanten Hallen zu wandern und mich mit der Präzision analytischer Gedanken und der ewigen Verknüpfung von archiviertem Wissen zu amüsieren, ist mir doch heute mehr danach, dem launigem Jäger &#8222;Neugier&#8220; meinen Astralleib als Werkzeug für seine fröhliche Jagd zu verleihen. Teilhaftig zu werden, an den Emotionen eines jeden Bestandteils der Hatz auf das scheue Wild. Dem glockenhellem Klang zu folgen, ohne mich der Furcht der Willkür hinzugeben. Den reinen Genuss erlebbar zu machen und die Labsal, einer fröhlichen Hatz durch meine inneren Jagdgründe zu folgen, erquickt einfach meine Seele und lässt die Beute der gefundenen Erkenntnis um so heller strahlen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch immer klingt das Wort in mir nach und huscht gleich einem Eichhörnchen von Baum zu Baum. Kaum kann mein Auge folgen, wo sich der kecke Gesell versteckt. <br>Der tiefere Inhalt wird egal, es ist die äußere schimmernde Fassade, die mich reizt. Der Klang des Wortes und wie es sich auf meinen Lippen anfühlt. Die Komposition des Satzes im Sinne einer musischen Erfahrung. <br>Ich wiederhole es für mich ein Dutzend mal und schrecke auch nicht davor zurück, es leise in die physische Welt zu entlassen, um zu spüren, wie es sich auf der Zunge verhält. <br>Ich lasse es erst allein im Raum stehen und sende es erneut auf die Reise, diesmal im Geleit seiner Geschwister, der anderen drei Worte, die die Phrase „ Die Labilität des Seins“ bilden, die heute die Überschrift, ja sogar das Credo, meines Textes sein sollen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon lange habe ich die Ebene verlassen, auf der ich diese Worte für jemanden analysieren würde. Ich lasse es klingen und suche danach, wohin mich die Schwingungen tragen. <br>Und trotz der Vorbehalte, die aus den Tiefen des Zensurbüros meines Inneren dringen, kann ich nichts Böses in dem Klang erkennen. <br>Die Bedeutung mag vielleicht ein furchtbares Monster sein, aber das Gewand, in das sich dieses Monster kleidet, vermag mich zu entzücken und ein Stück weit auch zu entrücken. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hoffe darauf, dass ich das nächste Mal, wenn ich über meine eigene Labilität nachdenke, ein Stück dieser Ästhetik wiederfinde und mich daran erinnere, dass nicht alles dunkel ist an der Labilität. <br>Diese Erkenntnis möchte ich behalten, dass nicht alles schlecht ist, sondern auch Gutes und Kunstvolles, gar Starkes, darin liegen kann – und sei es nur der Klang. <br>Vielleicht macht mich dieser künstlerische Friedensschluss mit dieser Nemesis, die in mir liegt, ein klein wenig stärker, zufriedener und glücklicher. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sollte öfter mit den Worten, die mein Leben bereichern – denn das tun sie alle – so umspringen, das macht mich zufrieden und erfüllt mich mit Harmonie. Vor allem aber nimmt es dem Wort den Schrecken &#8211; der niemals im Wort selbst, sondern in der Bedeutung liegt &#8211; und Bedeutung ist schließlich nur Interpretationssache. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich überlasse es jetzt anderen, mit meinem Titel „ Die Labilität des Seins“ zu spielen. Möge jeder daraus machen, was ihm in den Sinn kommt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht habe aus diesem Text heute mal nur ich selber, für mich ganz persönlich, etwas gelernt, vielleicht auch nicht, aber vorkauen werde ich heute nichts, denn schließlich habe ich ja keinen Platz, da ich meinen Mund schon zu Beginn zu voll genommen habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit gerade sehr zufriedenen Grüßen von Eurem Mausebär (td)</p>
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