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	<title>Corona &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<description>Selbsthilfe, Genesungsbegleitung und Betroffenenbeteiligung</description>
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	<title>Corona &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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		<title>Prosa statt Corona</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jun 2020 12:14:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
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		<category><![CDATA[Abschluss]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär präsentiert seinen offiziell letzten Beitrag zum Thema "Corona-Krise" und wendet sich der schnöden Prosa zu.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Mausebär präsentiert seinen offiziell letzten Beitrag zum Thema &#8222;Corona-Krise&#8220; und wendet sich der schnöden Prosa zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ach ja, Corona, das Ganze wird ja immer mehr zur Normalität. Langsam gewöhnt man sich an die Masken und wahrscheinlich werden sie noch lange unseren Alltag bereichern. Auch das Kontaktverbot verliert allmählich den Schrecken. <br>Einige Sachen werden erfolgreich gelockert und an andere Einschränkungen gewöhne ich mich widerwillig. Ich befürchte, aus der Krise wird für mich erneut Alltag und ich merke, dass mich das Thema weder weiter berührt, noch an jeder Ecke anspringt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie immer wurde aus Krise Normalität und meine Befürchtungen, dass uns einige der Maßnahmen der Krise noch lange Zeit begleiten, wird für mich langsam zur Realität. <br>Welche Neuerungen gekommen sind, um zu bleiben, zeigt die Zeit, ebenso, welche davon zum Vorteil und welche zum Nachteil gereichen. Ich merke nur, dass sich mein Leben wieder mit Terminen füllt und ich meine Freunde jetzt wieder live sehen darf. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Neue Verabredungen werden getroffen, um alte Beziehungen wieder aufleben zu lassen und es werden nach Alternativen für die Gewohnheiten, denen man noch nicht nachgehen kann oder darf, gesucht. So empfinde ich das auf jeden Fall. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich ist Corona schon keine Krise mehr und ich habe beschlossen, mein Coronatagebuch zu beenden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Anfang hatte ich versprochen, während der Krise jeden Tag einen Beitrag zu veröffentlichen, um im Kontakt zu bleiben und mir und meinen Lesern durch die Krise zu helfen. <br>Aus Vernunftgründen wurde aus der kompletten Sieben-Tage-Woche eine Fünf-Tage-Arbeitswoche, an der ich, dank der unschätzbaren Hilfe meines Reaktionsteams, mich jeden Tag mit einem Text meldete. <br>Meiner Meinung nach habe ich viel über mich erzählt und häufig meine Meinung dargestellt. Ich habe versucht darzustellen, was mir wichtig ist und mir durch die Krise hilft. <br>Aber ich spüre die Krise nicht mehr und meine Themen werden Banal – quasi sogar ohne B, da mich gerade meine bevorstehend Koloskopie sehr beschäftigt. Es ist der Tag gekommen, an dem ich mich von meinem Projekt verabschieden muss und auch darf, um mich Neuem zuzuwenden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine alte Weisheit sagt ja, man sollte aufhören, wenn es am Schönsten ist. Da ich zwar mit meiner Arbeit sehr zufrieden bin, aber auch denke, dass es von jetzt an nicht mehr in der gewohnten Qualität weitergehen wird, nutze ich diesen Zenit meines Schaffens, um mich von diesem Teil meines literarischen Werkes zu verabschieden und mich in neue Richtungen zu bewegen. <br>Das heißt nicht, dass die Rubrik „Mausebärs Philosophien“ geschlossen wird oder für immer versiegt. Es heißt lediglich, dass es dort nicht mehr den täglichen Text geben wird und ich dort nur noch etwas veröffentliche, wenn es mir wichtig ist. <br>Gerne werde ich weiterhin philosophische Gedanken und Erkenntnisse dort mit euch teilen, aber halt nur noch sporadisch, ganz nach Gelegenheit und Laune. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Voller Freude wende ich mich einem neuem Projekt zu und werde auf eine weitere Reise in meinen Kopf gehen. <br>Eine Reise, die ich bereits begonnen habe und die in den letzten Tagen in meinem Corona-Tagebuch begonnen hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während dieser Beitrag also der Letzte unter der gedanklichen Rubrik „Mausebärs Coronatagebuch“, sein wird und sich &#8222;Mausebärs Philosophien&#8220; zu einem ruhigeren Ort entwickeln wird, werde ich mich weiter an Prosatexten versuchen. <br>Weiterhin werde ich auf den üblichen Kanälen ankündigen, wenn es wieder zu einem inhaltsschweren Beitrag kommen wird, aber ich würde mich freuen wenn auch einige meiner Leser sich durchringen könnten, meinen Prosatexten zu folgen und diese vielleicht sogar zu bewerben. <br>Als verkappter Künstler, würde ich mich nämlich gerne an etwas Applaus laben, Ihr wisst schon, so von wegen Brot und so&#8230; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich ist es eine schwere Entscheidung, die ich auch erst heute getroffen habe, aber ich muss den Weg weitergehen, den ich für mich als notwendig sehe. <br>Natürlich wird auch in meiner Prosa sehr viel zwischen den Zeilen stehen und ich werde weder meine Ansichten noch meine Meinungen daraus heraus halten können. Es wird auch viel „Klugscheißerei“ in den Geschichten geben, aber ich will nicht mehr unterrichten oder anleiten, sondern unterhalten und Platz für Träume lassen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hoffe, ihr verzeiht dem Mausebär, dass er sich hier und heute von Corona, in Form einer Krise, verabschiedet und für sich wieder etwas wie einen Normalzustand ausruft und bleibt mir gewogen.<br>Ich werde weiterschreiben, in noch vielen und bunten Formen und bis dahin liebe ich Euch alle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grüße sendet der Mausebär (td)</p>
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		<title>Der kurze Weg von Corona zu Diskriminierung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2020 11:49:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Meinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Schon wieder verhält sich ein Beitrag in seinem Verlauf nicht so, wie es sich der Mausebär (td) wünscht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Schon wieder verhält sich ein Beitrag in seinem Verlauf nicht so, wie es sich der Mausebär (td) vorher gewünscht hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gestern hatte ich die Ehre, den hundertsten Beitrag auf der Seite der &#8222;Erfahrungsexperten am Niederrhein&#8220; zu veröffentlichen. Alleine in der Rubrik „Mausebärs Philosophien“ habe ich 65 der insgesamt 73 Beiträge, die auf meine Kappe gehen, einsortiert. <br>Wieder mal gibt mir dieses &#8222;Jubiläum&#8220; Zeit zum Hinterfragen, denn bis zu meiner eigenen &#8222;großen 100&#8220; als Autor unter dieser Rubrik ist es jetzt auch nicht mehr so weit. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei meiner jetzigen Schreib-, bzw. Veröffentlichungsrate von fünf Texten in der Woche werde ich in sieben Wochen das hundertste Mal für &#8222;Mausebärs Philosophien&#8220; auf den Veröffentlichungsbutton gedrückt haben. <br>Das genaue Datum wird spätestens der 20. Juli sein, wenn mich nicht irgendetwas Unvorhergesehenes vom Schreiben abhält und ich jeden Text thematisch in &#8222;Mausebärs Philosophien&#8220; einsortieren kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wie wird  meine Welt dann aussehen? <br>Zur Zeit hat die Krise für mich einen Flachpunkt erreicht. Nicht nur die gefürchtete Kurve der Neuinfektionen scheint konstant gesunken zu sein, sondern auch das Interesse.<br>Während vor ein paar Wochen noch jedem Corona-Pups medial höchste Aufmerksamkeit gewidmet wurde, scheinen sich die Medien endlich abgeregt zu haben.<br>Entweder habe ich es geschafft, sämtliche News-Ticker erfolgreich abzuschalten, oder das Thema wird langsam langweilig. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die sozialen Medien sind, aus meiner Perspektive, sehr vehement in das Lager des „bedeutsamen schwarzen Lebens“ (#blacklifesmatter) umgezogen. <br>Ich finde es ein wenig zynisch, dass nach dem Tod eines Menschen, wegen dessen Hautfarbe, ein medialer Zirkus das nächste „Betroffenheitsschwein“ durchs Dorf treibt. <br>Damit will ich weder zum Ausdruck bringen, dass Gewalt gegen afroamerikanische Bürger, egal ob durch Polizei oder andere Menschen, in Ordnung wäre, das ist nicht so. Es liegt auch nicht in meinem Interesse, ein doch sehr prägnantes Rassismus-Problem in der amerikanischen Gesellschaft, oder der menschlichen Gesellschaft im Allgemeinen, zu verleugnen. <br>Was mich stört, ist die Art, in der diese Probleme angeprangert werden. <br>Sowohl im Protest, als auch in der darauf reagierenden Satire, werden Grenzen gefestigt statt eingerissen zu werden – so fürchte ich zumindest, aufgrund meiner Wahrnehmung der Berichte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es erstaunt mich immer wieder von neuem, welche Aufmerksamkeit auf das Ausgrenzen von Leuten gelegt wird – und zwar von unterschiedlichsten Seiten sowie aus mannigfaltigsten Gründen. <br>Gefühlt würde ich sagen, dass die Menschen, die heutzutage nicht zu mindestens einer „bedrohten Minderheit“ gehören, tatsächlich eine Minderheit sind. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eine Zeit, in der sich scheinbar jeder entweder persönlich angegriffen fühlt, oder für eine angegriffene Gruppe von Menschen Partei ergreift.<br>Nicht auf eine versöhnliche und vor allem nicht auf die aufklärende Art, sondern ich empfinde einen &#8222;sozialen Krieg&#8220;, der auf diversen Ebenen stattfindet. <br>Ich weiß nicht, ob es sich dabei um eine mediale Verzerrung oder um die Wirklichkeit handelt, aber tatsächliche Probleme werden in der Öffentlichkeit so dargestellt, dass meiner Meinung nach Brücken eingerissen werden, statt sie zu bauen. <br>Es werden Forderungen gestellt, statt sich auf den Weg zu Lösungen zu machen und &#8222;Feindeslager&#8220; erschaffen. Mir kommt es so vor, als wäre die Frage der Schuld wesentlich bedeutsamer für alle Beteiligten, als die Suche nach konkreten Lösungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Prinzipiell fühle ich mich durch die gerade aufkeimende neue „Anti-Rassimus-Kampagne“ nicht angesprochen. Ich bin ganz bewusst weder ein Teil der Lösung, noch bin ich, trotz anderer Weltanschauung, ein Teil des Problems. Ich würde mich ganz gerne neutral sehen, obwohl ich, ganz ehrlich gesagt, ein Alltags-Rassist bin. <br>Manchmal sehe ich Menschen eines offensichtlich anderen kulturellen Hintergrundes und habe gleich ein Bild im Kopf. <br>Das Bild ist nicht negativ oder positiv, sondern im Prinzip einfach nur eine Schublade, welche mir hilft, die vielen Menschen, die ich sehe, einzusortieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich knüpfe ich daran eine Erwartungshaltung, also Vorurteile und bin meist überrascht, wenn diese sich als falsch erweisen. <br>Das tue ich in allen möglichen Dingen, nicht nur bezogen auf Hautfarbe, Geschlecht, Altersgruppe oder religiöser Zugehörigkeit, sondern auch nach Haarfarben, Vornamen, Modegeschmack und ähnlichem. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum tue ich das? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin ein Angstmensch, daher versuche ich eine gewisse Kontrolle über meinen Alltag zu behalten. <br>Menschen durch Vorurteile einzusortieren, hilft mir bei der schwierigen Entscheidungsfindung, wie ich mich verhalten soll, wer mir als potentielle Gefahr auffällt oder wer mich interessiert (oder auch nicht). <br>Dafür schäme ich mich nicht im geringsten, sondern so arbeitet mein Gehirn einfach. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein grundsätzliches Problem sehe ich darin, wenn ich entweder anfangen würde, aus Vorurteilen heraus zu hassen oder eine Machtposition zu missbrauchen, um vorurteilsorientiert Entscheidungen zu treffen, die von der Sache an sich her eigentlich eine neutrale Betrachtung verlangen. <br>Wenn ich neue Menschen kennenlerne, also mich jemand entweder interessiert, mir vorgestellt wird oder ich an einer gemeinsamen Gruppenaktivität teilnehme, versuche ich stets, meine Vorurteile zu unterlassen, bzw. zu unterdrücken, weil ich den Menschen hinter all den Eigenschaften, die ich erkennen kann, sehen möchte. <br>Daraus habe ich gelernt, nicht nur meine Schubladen regelmässig zu entstauben, sondern auch, dass bei der Auswahl meiner Freunde und Bekannten viele Faktoren einfach keine Rolle spielen. <br>Manchmal wundere ich mich, warum andere Leute dem soviel Bedeutung zumessen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine ganze Gedankenreise zeigt mir eines &#8211; im Prinzip vermisse ich anständige Diskussionskultur und vernünftige Debatten. Gefühlt wird nur über Nachteile und Anschuldigungen geredet, statt mal klar zu stellen, welche Vorteile eine möglichst vorurteilsneutrale Welt hätte. <br>Natürlich werden Menschen immer Vorurteile haben, aber eine Begegnungsstätte hilft mehr, diese abzubauen, als jedes Antidiskriminierungsgesetz &#8211; jedenfalls ich werde davon deutlich mehr angesprochen. <br>Meiner Meinung nach ist es deutlich schwerer, einen Menschen zu hassen, dessen Leben man kennengelernt hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um eine Gruppe zu bilden, habe ich mal gelernt, ist es wichtig, nach Gemeinsamkeiten zu suchen und nicht nach Unterschieden. Eindeutig genieße ich bei Menschen, mit denen ich eine gemeinsame Ebene gefunden habe, sehr gerne die Unterschiede. <br>Für mich ist eine wichtige Lebensentscheidung somit getroffen: Ich teile weiterhin die Menschen nach „mag ich“ oder „mag ich nicht“ ein und entscheide, mit wem ich spielen möchte &#8211; da bleibe ich einfach ganz Kind, denn Kindern ist so vieles einfach egal, solange das Gegenüber einfach ein toller Spielkamerad ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich wollte ich weiterhin überlegen, wie es mit Corona weitergeht und wie meine weiteren Beiträge gestaltet werden. Ich frage mich ja doch, ob meine mausebärischen Coronachroniken die Marke von 100 Beiträgen unter &#8222;Mausebärs Philosophien&#8220; erreicht und wie es dann weitergeht. <br>Ganz gegen mein inneres Bestreben habe ich mich wieder mit Dingen beschäftigt, die mich nur rudimentär etwas angehen. Mal wieder habe ich meine Weltsicht laut herausgeschrieben und das, obwohl ich doch verbale Fastenzeit halten wollte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zumindest habe ich einen Beitrag erstellt und bin selbst erstaunt, welche Wege er genommen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Sinne grüßt Euch Alle der Mausebär (td)</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Die große Logik-Lüge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 May 2020 14:41:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär (td) enthüllt unerschrocken, welches abstruse Lügengebilde sich hinter Logik, Mathematik und besonders Statistik versteckt. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Mausebär (td) enthüllt unerschrocken, welches abstruse Lügengebilde sich hinter Logik, Mathematik und besonders Statistik versteckt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein großes Thema der heutigen Zeit ist die Wahrheit über eine Ausnahmesituation. <br>Es gibt mittlerweile mehr Theorien zu dem Coronavirus in diesem Land, als tatsächlich an Coronaviren gestorbene Menschen. <br>Was allen diesen Theorien<strong> </strong>gemein ist, ist die Vehemenz, mit der sie als absolute Wahrheit dargestellt werden, sowie die zeitgleiche hektische Aktivität, mit der dieselben Behauptungen als Lügen entlarvt werden. Bei all diesen Bemühungen ist eines gleich &#8211; sie argumentieren mit logischen Herleitungen, die die inhaltsschwere Wahrheit beweisen sollen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei bedienen sich sowohl Wissenschaftler als auch Politiker und auch private Investigatoren der Methoden der Statistik und anderer Zahlenspielereien, ohne dem geneigten Konsumenten eine abscheuliche Wahrheit zu enthüllen: </p>



<h5 class="wp-block-heading">Logik ist eine der dienstältesten Huren der Argumentation! </h5>



<p class="wp-block-paragraph">Bäm! &#8211; Da stelle ich so was einfach in den Raum; aber wer den Mausebär kennt, weiß, die Begründung folgt und startet gleich mit ein paar erklärenden Details. <br>Im Kern weiß der normale Mensch nicht, was Logik ist und verwechselt diese nur allzu oft mit dem gesunden Menschenverstand. „Das ist doch logisch!“, ist eine oft gehörte Aussage, wenn dem Umgangssprachler eine Aussage als richtig erscheint und er nicht daran zweifelt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch meist ist es das nicht. <br>Dank eines gesamten Seminars über Logik während eines meiner hoffnungslosen Studienversuche, lernte ich die Hintergründe zur Logik und erfuhr, dass Logik letztendlich nur eine folgerichtige Aussage bedeutet. <br>Im weitesten Sinne ist Logik unabhängig von Werten wie Wahrheit. Insgesamt sind absolute Konzepte total unlogisch. <br>Deshalb kommt es auch oft zu größeren Löchern in der Logik, ein gutes Beispiel ist Aristoteles, der behauptete, dass alle Athener Lügner seien. Da er selbst aus Athen stammte, ist diese Behauptung eindeutig gelogen, oder nicht ? <br>Bei absoluten Bedingungen, die ich gerne als Dogmen bezeichne,  verschwindet die Logik meist in großen &#8222;schwarzen Löchern&#8220;, die auch Paradoxien genannt werden. <br>Daher ist es nahezu unmöglich, dogmatische Inhalte zu begründen, ohne sich in Widersprüche zu verstricken. <br>Absolut dogmatische Lehren, wie z.B. die Religionen &#8211; Mathematik, die ebenfalls dogmatisch ist, einmal ausgenommen &#8211; sind daher nahezu allergisch auf Logik. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Lehre der Logik werden zwei (oder mehr) Aussagen, unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt, in ein Verhältnis zueinander gestellt. <br>Ist das Verhältnis stimmig, ist die Gesamtaussage logisch folgerichtig. <br>Klingt jetzt total kompliziert, ist es aber nicht &#8211; frag&#8216; mal den Mausebären.<br>Wenn aus einer wahren Aussage eine wahre Aussage folgt, ist das eine logisch richtige Schlussfolgerung.<br>Wenn aus einer falschen Aussage eine falsche Aussage folgt, ist die Schlussfolgerung ebenfalls logisch richtig. <br>Kombiniert man allerdings eine wahre Aussage mit einer falschen Aussage, wird die abgeleitete Schlussfolgerung logisch falsch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Logik bedeutet nur, dass an jedem Ende einer Gleichung derselbe Gehalt von Wahrheit stehen muss. <br>Das ist im großen und ganzen wie mit Plus und Minus. <br>Verbindet man zwei positive Zahlen wird das Ergebnis eine größerer Betrag, verbindet man zwei negative Zahlen, wird das Ergebnis ebenfalls eine größerer Betrag, auch wenn die eigentliche Zahl negativ ist. <br>Mischt man allerdings beides, also subtrahiert von einer positiven Zahl, oder addiert zu einer negativen Zahl wird dass Ergebnis im Betrag kleiner als eine der beiden beteiligten Zahlen. <br>Fasse ich also zwei Wahrheiten zusammen, entsteht daraus eine größere Wahrheit, und das ist folgerichtig logisch. <br>Fasse ich zwei falsche Aussagen zusammen, entsteht daraus eine größere Falschaussage, und auch das ist folgerichtig logisch. <br>Logik enthüllt somit keine Wahrheit, sondern erfasst nur deren Relation in Bezug auf eine Schlussfolgerung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Kommen wir mal zu einer Tochter der Logik, nämlich der Mathematik. <br>Ich rede jetzt über abstrakte Mathematik und nicht über das Rechnen, das wir in der Grundschule gelernt haben. <br>Mathematik ist im Prinzip eine Sprache mit eigenen Vokabeln, bestehend aus Zahlen und einzelnen Buchstaben &#8211; davon manche alt-griechisch &#8211; und eigener Grammatik, bestehend aus Zeichen, die die Verhältnisse zwischen den einzelnen Wörtern (also den zusammengesetzten Zahlen und/ oder Buchstaben) definieren, sowie einigen Regeln.<br>Wie in allen Sprachen stammen diese Regeln aus Absprachen &#8211; vielleicht kommt das Wort genau daher?<br>Wenn ich sehe, dass aus dem Zusammenschluss zweier Zahlen eine höhere Zahl wird, dann kann ich das zwar folgerichtig nachvollziehen, da ich dieses mit Beobachtungen beispielhaft darstellen kann, aber dass ein Apfel und noch ein Apfel zusammen zwei Äpfel sind, ist im Prinzip erst mal genauso eine Definition wie die, dass ein Apfel ein Apfel ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es geht darum, dass wir eine bestimmte und mathematisch geprüfte Anzahl von (ganzen) Äpfeln, die größer als eins, aber kleiner als drei ist, mit der Zahl zwei definiert haben. <br>Hätten wir die Zahl &#8222;Torg&#8220; genannt, wäre es vielleicht logisch, dass &#8222;feng&#8220; Äpfel minus &#8222;karr&#8220; Äpfel gleich &#8222;torg&#8220; Äpfel sind. Das können wir jetzt  aber nicht beweisen, da wir keine Vorstellung von &#8222;Karr&#8220; und &#8222;Feng&#8220; haben. <br>Wir lernen die Zahlen mit ihren Bezeichnungen wie Worte einer Sprache, die weit verbreitet ist, zumindest in schriftlicher Form. Daher hilft die Mathematik in erster Linie, beobachtete Phänomene zu beschreiben, um sie jemand Anderem zugänglich zu machen. <br>Mathematik schert sich nicht um Wahrheit oder Sachverhalte, sondern nur darum, dass die Aussagen links und rechts eines Gleichheitszeichens übereinstimmen. <br>Somit ist die Lösung einer mathematischen Aufgabe nicht wahr, sondern richtig &#8211; und zwar folgerichtig. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Natur schert sich übrigens einen Dreck um eine mathematische Ordnung, weswegen viele Mathematiker und theoretische Physiker auch einen Großteil ihrer Zeit damit beschäftigt sind, das schöne System der Mathematik immer mehr zu erweitern und zu verbessern, um der Deckungsgleichheit mit der tatsächlichen Realität irgendwann nahe zu kommen. <br>Leider verhält sich die Realität zur Mathematik eher wie eine Parallele, beides läuft nebeneinander her ohne sich absehbar zu berühren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann ist da noch die arme missbrauchte Tochter der Mathematik &#8211; die Statistik. <br>Ein armer Nachkomme der Logik, der schon all zu oft von Sozialwissenschaftlern, Wirtschaftsweisen und Politikern geschändet wurde. <br>Und während schon der britische Premierminister Winston Churchill gerüchtweise verkünden ließ, dass er keiner Statistik trauen würde, die er nicht selbst gefälscht hätte, unterlasse ich es hier, meine Leser mit den Fallstricken der Statistik intim vertraut zu machen und gebe ihnen lieber ein einfaches Beispiel. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Zu den Zeiten, als die weltweite Piraterie am größten war, waren die Ausstöße von CO2-Emissionen wesentlich geringer als heutzutage (wahre Aussage). 2018 war Nigeria das Land mit den meisten Piratenübergriffen auf Seeschiffe. 2018 lag Nigeria auf Platz 144 des Ländervergleiches im CO2-Ausstoß. <br>Also kann man logisch begründen, dass Piraterie die CO2-Emissionen positiv beeinflusst. </p><cite>Vom Mausebär im Internet gewissenhaft recherchiert und sinnentstellend zusammengefasst</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Die Statistik stützt diese Aussage, auch wenn sie faktisch falsch ist. Wir lernen daraus, dass jede statistische Behauptung abhängig von den verwendeten Daten und deren Zusammenhängen ist. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>So steht zum Beispiel statistisch fest, dass einer von acht deutschen Bundeskanzlern bevorzugt Frauenunterwäsche trägt. Das bedeutet, dass stolze 12,5% aller deutschen Bundeskanzler regelmäßig Büstenhalter tragen. <br>Folgerichtig gibt es statistisch eine Chance von 12,5 %, dass z.B. Gerhard Schröder mindestens einmal während seiner Zeit als Bundeskanzler einen Büstenhalter unter seiner Kleidung trug. </p><cite>Originale Mausebär-Statistik</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Alles statistisch vollkommen korrekt, wenn auch wissenschaftlich unsauber. Lasst Euch mal vom Schmusehamster erklären, wie Wissenschaftler arbeiten, Ihr bekommt das Grauen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sagen wir abgekürzt, Wissenschaftler fokussieren sich auf die Beobachtung von einzelnen Ausschnitten, machen Experimente und &#8211; wenn sich das Experiment eine gewisse Anzahl von Malen mit ähnlichem Ergebnis wiederholen lässt &#8211; dann freuen sie sich und formulieren eine These<strong> </strong>oder Theorie, die solange gilt, bis man genügend Ausnahmen gefunden hat, dass sich eine Änderung der These lohnt. <br>Dieses System lässt sich einfach schlecht in unseren Lebensalltag integrieren. <br>Schließlich will keiner von uns die tatsächliche Wahrheit hören, dass Wissenschaftler festgestellt haben, dass Äpfel die Tendenz haben, unter menschlicher Beobachtung sich ohne sichtbare Außeneinwirkung in Richtung des Bodens zu bewegen, was den berechtigten Rückschluss auf eine sogenannte Gravitationskraft zulässt. <br>Solche Wahrheiten könnten Teile der Bevölkerung verunsichern, daher wird man pragmatisch und sagt, &#8222;die Gravitationskraft sorgt dafür, dass alles, was nicht fliegt oder schwebt, zu Boden fällt&#8220;. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wissenschaftler sind folgerichtig nicht gut darin, einfachen Menschen die von ihnen herrlich kompliziert gemachte Arbeit sachgerecht zu präsentieren. Das machen dann Ausnahmetalente, wie der Herr Lesch oder unsere freundlichen Freunde von der Presse, die den Schwurbel zwar auch nur halb verstehen, aber gut verpacken. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und so wird Wahrheit gemacht. Klingt komisch, ist aber so. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Also nicht alles verbreiten, was richtig klingt, nicht alles glauben, was wichtig klingt, einfach mal verschiedene Quellen checken und &#8211; besonders wichtig &#8211; anderen Menschen ihre Wahrheiten lassen, denn die liegt noch immer im Auge des Betrachters. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Pseudowissenschaftliche Grüße definiert Euch der Mausebär (td), der, statistisch gesehen, wahrscheinlich gerade schläft.</p>
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		<title>Über weibliche Diplomatie radikaler Tendenzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kunze]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 May 2020 12:50:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aspergers Nähkästchen]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[inneres Team]]></category>
		<category><![CDATA[Maske]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialexperiment]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein vergnügliches Sozialexperiment im inneren Team des Schmusehamsters (ak)]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Ein vergnügliches Sozialexperiment im inneren Team des Schmusehamsters (ak)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute Nachmittag war ich zum ersten mal seit der behördlichen Verordnung der &#8222;Maskenpflicht&#8220; in meinem benachbarten Discount-Supermarkt.<br>Zunächst war ich recht stolz auf mein inneres Team. In einer ebenso lustigen wie unbeholfenen Bastelstunde habe ich aus nicht mehr tragfähigen Kleidungsstücken Stoffstücke ausgeschnitten. Diese habe ich nun versucht, zu einem Mund-Nase-Schutz umzuwidmen. Dabei schwebte mir zunächst vor, das zurechtgeschnipselte Stoffstück an den Bügeln meiner Brille zu befestigen. Dann entschied ich mich allerdings doch zu einer Version mittels Halstuch. Passt auch besser zum Cowboyhut, dachte ich mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Parkplatz des Supermarktes angekommen, kam es zu einer unerwarteten Allianz in meinem inneren Team.<br>Mein innerer linker Gegendemonstrant, Modell &#8222;Schwarzer Block&#8220;, eroberte zusammen mit meinem inneren Wutbürger, Typ &#8222;Südstaaten-Redneck&#8220;, den Platz am Steuerpult meiner Psyche.<br>Es ist selten &#8211; ja geradezu nie &#8211; der Fall, dass diese beiden sich sonst diametral gegenüber stehenden Kontrahenten meines inneren Teams gemeinsame Sache machen.<br>Ich beschloss, das Ganze mal zu beobachten und falls notwendig, energisch einzuschreiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einkaufen stellt für mich dieser Tage ein Unternehmen dar, welches einer Expedition in potentiell feindliches, mindestens aber unwirtliches Gebiet gleicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Phase 1: <br>Eroberung eines der abgezählt ausgegebenen Einkaufswagen nach Wartezeit in der ersten Schlange. <br>Maske noch in der Tasche, wenn auch als Einziger, denn die übrigen Menschen sind schon vermummt. Wenn überhaupt, dann erst im letzten Moment, bin noch an der frischen Luft und die Wartenden halten brav voneinander Abstand, denke ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Phase 2: <br>Mit eigenem Einkaufswagen die Filiale betreten und vorher die dort rund um die Tür angebrachten Sonderhinweise gegen Corona studieren.<br>Dann passiert es: einer Laune folgend, hindern mich Wutbürger und linker Gegendemonstrant daran, meine Maske aus der Tasche zu ziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Steht vorne nirgends dran, das ich das muss!&#8220; grölt der Wutbürger.<br>&#8222;Machen wir doch mal ein Experiment zu sozialem Ungehorsam.&#8220; zischt der linke Gegendemonstrant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Phase 3: <br>Der Laden wird betreten, die ersten Einkäufe verstaut. Ich bin der einzige ohne Maske. <br>Es dauert keine fünf Minuten und es passiert: eine andere Kundin macht einen Verkäufer auf mich aufmerksam. Äußerlich ruhig, so tuend, als hätte ich nichts gehört, gehe ich, Unschuld heuchelnd, weiter meinem Einkauf nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In meinem inneren Team überschlagen sich die Ereignisse.<br>&#8222;Man hat uns verpfiffen!&#8220; knurrt der Wutbürger.<br>&#8222;Wir wurden denunziert!&#8220; echauffiert sich der linke Gegendemonstrant.<br>&#8222;Ja genau &#8211; demontiert hat man uns!&#8220; grölt mein innerer Wutbürger.<br>&#8222;Schnell, ketten wir uns an die Kühltruhe.&#8220; macht der linke Gegendemonstrant den nächsten Vorschlag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnitt</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von der petzenden Kundin alarmiert, spricht mich ein Verkäufer an. Ich drehe mich um.<br>Die Kamera zoomt so, dass wir beide komplett gut sichtbar sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Wenigkeit, 38, knapp 1,85 m und 90 Kilo schwer, Vollbart, lange Haare, Brille, Arbeitsklamotten und Cowboyhut auf dem Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Wenigkeit, vermutlich volljährig aber noch mit dem Aussehen eines Vor-Konfirmanden, knapp 1,75 m und um die 70 Kilo, rotes, kurzgeschorenes Haar krönt ein Gesicht mit Stupsnase und Sommersprossen, in welchem sich nicht die kleinste Spur eines frühreifen Barthaars verirrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Mein Herr, ich muss Sie bitten, Ihre Nase und den Mund zu bedecken, sonst muss ich Sie bitten, die Filiale zu verlassen.&#8220; entwindet sich ein dünnes Stimmchen aus dem viel zu dünnen Hals des Verkäufers.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;In Deutschland herrscht Vermummungsverbot!&#8220; brüllt mein innerer Wutbürger.<br>&#8222;Es ist gut zu wissen, dass man in Deutschland auch 75 Jahre nach Kriegsende noch zuverlässig denunziert wird!&#8220; schnappt mein innerer linker Gegendemonstrant.<br>Der Rest meines inneren Teams hat sich irgendwo versteckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt erscheint, wie ein Springteufel, in einem Konfettiregen, mein inneres Blumenmädchen zwischen Wutbürger und linkem Gegendemonstranten und flötet:<br>&#8222;Guckt mal, ich hab hier zwei Clownsnasen. Die setzt Ihr Euch jetzt auf und dann streitet Ihr weiter.&#8220;<br>Synchron fahren die Köpfe zu ihr herum: &#8222;WTF?&#8220;<br>&#8222;Ja&#8220;, flötet das Blumenmädchen weiter, &#8222;das ist ein Rat aus Eckhard von Hirschhausens &#8218;Liebesbuch&#8216;.<br>Und haucht, errötend: &#8222;Ist sowieso ein toller Mann.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnitt</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den kurzen Moment der allseitigen Iritation nutzt dann endlich mein innerer Mediator, Diplomat und Pressesprecher. Sachlich, aber bestimmt, erobert er die Kontrolle am Schaltpult meiner Psyche zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sage: &#8222;Entschuldigen Sie.&#8220;<br>Ich ziehe mein Halstuch aus der Tasche und bedecke Mund und Nase.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasse</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abspann</p>



<p class="wp-block-paragraph">Outtake:</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem Akt des Empowerments erscheint mir an diesem Abend erneut das Blumenmädchen meines inneren Teams. Gekleidet nur in einen Hauch von Kreativität. Die Muse küsst, der Mann bastelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine erste selbstgebastelte Maske für Mund und Nase</p>



<p class="wp-block-paragraph">So long, Euer Schmusehamster (ak)</p>
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		<title>Maskentanz und Mummenschanz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2020 10:41:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine kleine Erklärung, ganz unpolitisch gemeint, warum der Mausebär (td - ja, ich arbeite jetzt auch mit Kürzel) keine Maske tragen möchte.]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Eine kleine Erklärung, ganz unpolitisch gemeint, warum der Mausebär (td &#8211; ja, ich arbeite jetzt auch mit Kürzel) keine Maske tragen möchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute hatte ich gleich zwei begründete Ausflüge in die böse Welt außerhalb meiner heimeligen Höhle. <br>Der eine Weg führte mich zu meinem Reifenexperten des Vertrauens, bei dem ich meine Winterreifen einmotten ließ, um mit meinen Sommerreifen vom Hof zu reiten, bzw. zu fahren. <br>Der zweite Weg führte mich, in angenehmer Gesellschaft durch meinen Betreuer (auch des Vertrauens), zu meinem wöchentlichem Einkaufshorror.  In jugendlichem Leichtsinn hatte ich wieder die Pfandflaschen von mehr als zwei Wochen gehortet und ich denke, ein Pfandbon von über 18€ ist ziemlich selbsterklärend. <br>In allen Fällen hatte ich meinen neuen Begleiter, die verordnete Gesichtsbedeckung. <br>Während ich am Montag schon erste Erfahrungen mit meinem alternativen Palästinenser-Tuch aus alten Punkzeiten sammeln konnte und die Erkenntnis gewinnen durfte, dass sich bei schönem Wetter mit dicker Wolle zu vermummen echt schweißtreibend und den Atem störend ist, sammelte ich heute Erfahrungen mit einem Wegwerf-Mundschutz aus dem Vorrat der Pflegestation in meinem Zuhause und bei der zweiten Tour mit einem wunderbaren Geschenk in Form einer handgenähten Einhornmotiv- Maske. <br>Ich war also, trotz meiner inneren Auflehnung, brav und hielt mich an die verordneten Maßnahmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch fühle ich mich mit der Situation unwohl und kann das auch erklären. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch bevor ich dazu komme, brauche ich noch eine Erklärung vorab. <br>Ich weiß, das Thema triggert zur Zeit nahezu jeden Menschen und Meinungen kochen hoch wie überhitzte Atomkraftwerke. <br>Selbst ich bin darüber schon explodiert.<br> Das, was ich hier schreibe, ist kein Politikum, sondern alleine meine Ansicht und Meinung. <br>Ich möchte damit keinen Menschen zu irgendwas anstiften, radikalisieren oder ähnliches, sondern nur meine Sicht der Dinge wiedergeben. Auf keinen Fall möchte ich auf den Sinn oder auch Unsinn der Maskenpflicht eingehen. Ich könnte mich dazu äußern, will ich aber nicht, da eine vernünftige Diskussion, in diesem politisch aufgeheizten Kontext, meiner Meinung nach nicht zielführend ist. <br>Die Entscheidung wurde getroffen und die Verordnung ist jetzt da, damit Basta. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es geht mir ausschließlich um mein Gefühl. <br>Es passt für mich nicht zusammen, dass ich mich an eine Regel halten soll, deren Sinn ich bei aller Liebe nicht verstehen kann. <br>Ja, ich kenne alle Erklärungen, habe mir alle Seiten angehört, und verstehe auch die Unterschiedlichen Methoden. Es scheint nur niemand verstehen zu können, das ich mir daraus einfach selber eine Meinung bilde. <br>Und ich habe ein Recht auf diese Meinung. <br>Und auch andere haben ein Recht auf ihre Meinung, auch wenn sie mit meiner nicht übereinstimmt. <br>Ich bin überzeugter Demokrat und denke, wenn halt mehr Leute eine andere Meinung haben, dann sollte ich mich halt anpassen und dem Weg der Gesellschaft folgen. <br>Aber ich muss es weder toll finden, noch unterstützen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Persönlich finde ich auch toll, wie viele Leute aus der „Pro-Maske-Fraktion“ sich Mühe geben, andere Leute zu unterstützen. Nähaktionen und ähnliches, genauso wie gemeinsame Maskenbeautytipps oder andere positive Beiträge.<br> Ich freue mich über den teilweise so liebevollen und sozialen Umgang mit der Situation. <br>Mein Problem mit der Maskenpflicht besteht nicht darin, dass ich das ganze Unsinnig finde. Da gibt es weit unsinnigere Gesellschaftsregeln, die ich auch toleriere. <br>Mein Problem besteht aus meiner persönlichen Krise und meinen eigenen Erkrankungen und diese Sicht möchte ich gerne mal schildern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe eine Angststörung! <br>Meine behandelnden Ärzte sind sich nicht sicher, ob es sich um eine generelle Angststörung oder eine sogenannte Sozialphobie handelt. <br>Fakt ist, ich fühle mich im Umgang mit fremden Menschen extrem unwohl. <br>Aus diversen Ängsten heraus habe ich bereits als Kind gelernt, Mimik und Gestik von Personen zu deuten, da ich diese schon immer als sehr ehrliche Kommunikationskanäle erkannt habe.<br> Ich habe extreme Angst in Menschenmassen und fürchte große, anonyme Ansammlungen. <br>Durch die vermummten Gesichter und den zur Zeit vorherrschenden, unsicheren körperlichen Umgang miteinander, fühle ich mich extrem verunsichert. <br>Ein wichtiger Teil meiner eigenen Analyse der Umgebung ist dadurch gestört und das triggert mich auf das ungemeinste. <br>Der Aufenthalt unter Vermummten macht mich extrem aggressiv und ängstlich. <br>Daher brauche ich im Moment meine wöchentliche Einkaufsbegleitung, um mich abzulenken und „runter zubringen“. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb finde ich auch, dass die Benutzung von Masken mich als individuelle Persönlichkeit schädigt und bezweifele, dass ich so eine spezielle Schneeflocke bin und ich damit alleine dastehe. <br>Und bevor sich jemand aufregt, sage ich noch schnell, dass mein Angstgefühl mich so sehr in meiner Lebensqualität beeinflusst, dass ich dadurch tatsächlich die potentielle Gefährdung anderer Personen als zweitrangig sehe. <br>Das mag egoistisch sein, aber wenn jemand das ernst meinen würde, könnte er einen Beitrag leisten und für mich einkaufen fahren, gerne auch mit Maske. <br>Handeln statt meckern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit endet es aber noch nicht…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe eine Persönlichkeitsstörung. <br>Einen großen Teil meines Lebens habe ich hinter Masken gelebt. Keine physischen Masken, sondern verschiedene Rollen, die ich sehr akribisch eingenommen habe. <br>Das führte bei mir zu einer inneren Zwangsproblematik, durch die ich mich in meinem Verhalten immer perfekt meiner Umwelt anpassen wollte. <br>Ich habe meine eigene Persönlichkeit erfolgreich unterdrückt und eine Unzahl an alternativen Persönlichkeiten aufgebaut, in deren Rolle ich schlüpfen konnte. <br>Das Problem war, dass meine Persönlichkeitsentwicklung darunter enorm gelitten hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"> In den letzten Jahren habe ich damit begonnen, meine<strong> </strong>Masken<strong> </strong>systematisch abzubauen und Nähe und Persönlichkeit zu zeigen. <br>Viel positives Feedback und schöne Momente haben mir gezeigt, dass mir dieser Weg gut bekommt und ich Fortschritte mache. <br>Aber wenn ich die Masken aufsetze, klickt etwas in mir um. Ich spüre regressives Verhalten in mir und bemerke, wie alte Muster in mir aufsteigen. <br>Ich möchte mir die Maske abreißen und darauf herumtrampeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Probleme gemeinsam bedeuten für mich die ernsthafte Gefahr, in meiner Erkrankung Rückschritte zu machen. <br>Wenn die Situation länger anhält, bleibt mir nur die soziale Isolation (wie ich es früher schon einmal hatte) oder die Reaktivierung meiner soziopatischen Anteile, um meine eigene Seele zu schützen. <br>In jedem Fall macht die Maske etwas schlechtes aus mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt, dass ich ein extrem adipöser Diabetiker mit Bluthochdruck bin. <br>Mir fällt Bewegung schwer und zur Zeit komme ich nicht zu meinem einzig akzeptablem Sport und kann somit auch nichts dagegen machen. Konsequenz &#8211; ich bin kurzatmig. Unter der Maske bekomme ich extrem schlecht Luft und meine Körperhitze staut an. <br>Nach dem Besuch eines einzigen Discounters bin ich absolut durchgeschwitzt und hechele wie ein Husky in der Sahara.<br>Ich fürchte Atemnot und Kreislaufprobleme. <br>Und ich glaube, ich bin nicht der einzige Mensch mit diesen Problemen. In mir springt mein persönlicher Hasskasper an und schreit: „ Ja, die Fetten dürfen am Kreislaufkollaps krepieren, damit die alten Menschen länger leben können. Das ist mal Rücksichtnahme!!!“ <br>Ich fürchte, über diese Punkte denken viele Menschen nicht nach und verurteilen lieber pauschal alle Maskengegner als Egoisten und Asoziale. <br>Und sie haben recht, ich bin Egoist. Und Warum? <br>Weil die wenigsten über meine Probleme nachdenken und sich auch irgendwer um mich kümmern darf. <br>Und ich bin auch asozial. Und Warum? <br>Weil ich dazu gezwungen werde, mich aus der Gesellschaft zu distanzieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wäre schön, wenn manche Menschen einfach mal überlegen würden, warum andere Menschen so sind, wie sie sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich werde demnächst mit meinem Hausarzt diese Probleme besprechen und hoffe auf eine Ausnahmegenehmigung von der Maskenpflicht. <br>Für meine Gesundheit. <br>Aber wenn ich so an die pseudomittelalterlichen Rotten denke, die skandierender Weise mit Mistgabel und Fackel durch die digitalen Landschaften pöbeln um sämtlichen nicht-maskentragenden Ketzern ihr finsteres Zauberwerk austreiben wollen, suche ich lieber schon mal Online nach feuerfester Unterwäsche. Wir sehen uns dann am Scheiterhaufen…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer, durch Masken unangenehm berührter, Mausebär (td)</p>
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		<title>Dick-Pics sind systemrelevant</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2020 13:10:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne Tücher]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Systemrelevanz]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein vom Schmusehamster angeregter Aufruf vom Mausebär.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ein vom Schmusehamster angeregter Aufruf vom Mausebär.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade hat es mich aus dem Bett geschmissen. <br>Erst war es die engagierte (sprich laute) Arbeit des Schornsteinfegers. Der Schornstein ist direkt neben meinem Schlafzimmer. <br>Kurz entschlossen wechselte ich meine Schlafstätte auf das Sofa. <br>Auch da fand ich keine Ruhe. Erst wurde ich  durch meine Mitbewohnerschaft „informiert“, dann von meinem heißgeliebtem Schmusehamster aus den Träumen gerissen. <br>Den Rest gab mir das Gebimmel meines Handys, das mich zur Teilnahme an diversen sozialen Medien aufforderte.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Also ab an den Schreibtisch. </h4>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich hier schreibe, sitze ich zeitgleich in der Redaktion. In Wahrheit sitze ich natürlich in meinem Homeoffice. <br>Google Duo mischt unser jeweiliges Homeoffice zu einem großen Redaktionstisch.<br>Meine Frage an den Schmusehamster, „Was wollte ich den heute schreiben?“, wurde ganz schlagfertig mit dem Titel „Dick-Pics sind systemrelevant“ beantwortet. <br>Kurzes Stoppen. <br>Dann eine Diskussion. <br>Würde das kurzzeitig entschuldigt abwesende Alphatier es erlauben? <br>Oder können wir als Team den „demokratischen Aufstand proben“?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Gedanken kreisten um die Frage, ob Dick-Pics systemrelevant sind. <br>Tatsächlich kam sofort ein Medienbeitrag in meinen Kopf. <br>Das geniale Comedy- und Musikduo „Suchtpotential&#8220; (absolute Empfehlung), spielte gestern, live auf Youtube, ihr zweites „Wunschkonzert“.<br>Mehrfach war dort der Einwand der beiden zu hören, sie wären jetzt einkommenslos, da sie ja nicht systemrelevant wären. <br>Trotzdem wurden ich (und hunderte andere Menschen) gestern, mehr als zwei Stunden mit Musik unterhalten. <br>Und das nicht zum ersten Mal, denn es war das zweite Online-Konzert der Beiden.<br>Ich bleibe mit  Fragen zurück.<br>Was ist eigentlich systemrelevant?<br>Wer entscheidet, was Teil des Systems und was unrelevant ist?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was ist für mich relevant?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kann nur für mich sprechen, denn ich kenne nur das &#8222;System Mausebär&#8220; hinreichend genug, um die Relevanz zu beurteilen. <br>Ja, auch ich habe ein System &#8211; Ich bin ein System. <br>Und gerade in Zeiten der Krise stelle ich fest, was für mich wichtig (somit relevant) ist.<br>Natürlich gibt es dutzende Sachen, die ich rein materiell brauche, wie die Versorgung mit Lebensmitteln und allen anderen Verbrauchsgütern, meine Kommunikationsausstattung, die Entsorgung meines Abfalls und dergleichen. <br>Eindeutig systemrelevant. <br>Auch medizinische Versorgung würde ich gerne weiterhin in Anspruch nehmen. <br>Also &#8211; Pflege ist eindeutig systemrelevant. <br>Jetzt geht es aber auch persönlich weiter, denn auch soziale Kontakte sind systemrelevant. Jedenfalls für mein System. <br>Und auch Unterhaltung. <br>So banal wie das klingt, aber in den Zeiten der Krise bedeutet die Unterhaltungsindustrie viel für mich. <br>Nicht nur die Gewissheit, dass trotz der Krise sich die Welt weiterdreht. Ein Stück weg von der Angst. <br></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein System braucht Input!<br>Ideen und Gedanken sind für mich ebenso Nahrung, wie das tägliche Brot. <br>Ich brauche das tägliche Treffen mit anderen Geistern, damit mein eigener Geist nicht verhungert. Und die Medien sind Fast-Food für meinen Verstand.<br>Ich bin ein Junkie, ich liebe Fast-Food, real und auch geistig. Ohne diese Sünden gehe ich ein, wie eine Grünpflanze in meiner Wohnung (ich habe den braunen Daumen des Todes).<br>Also, für mein System ist Kultur (wie die Arbeit des besagten Comedyduos) eindeutig systemrelevant. <br>Kann es dann nicht sein, dass für jemanden da draußen das versenden von Genitalbildern (oder der Konsum davon) systemrelevant ist?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Das Fazit meines Gedankens</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Fazit ist, dass ich den Begriff &#8222;Systemrelevanz&#8220; nicht mag. <br>Es ist ohne eine Definition des entsprechenden Systems eine Floskel. Eine Worthülse, die mich fragend stehen lässt&#8230; <br>Wer bestimmt, was Teil des Systems ist? <br>Und wer definiert, was relevant für das Bestehen des Systems ist?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Und die daraus folgende Predigt&#8230;</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wünsche mir, dass jeder mal selber für sich darüber nachdenkt &#8211; darüber nachdenkt, was für Ihn relevant ist und welche Teile für sein persönliches System wichtig sind. <br>Ich will nicht alle Worthülsen einfach so stehen lassen. <br>Große Worte sollen mich (und euch) nicht von der demokratischen Aufgabe abhalten, mit zu definieren, was für unser gemeinsames System relevant ist. <br>Ich möchte einen Beitrag leisten, damit aus unserer Demokratie keine Rhetorikratie (geile Wortschöpfung) zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es fing an mit Penis und endet mit einer Predigt. Was ein Text…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit predigenden Grüßen,</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer Mausebär</p>
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