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	<title>Definition &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<description>Selbsthilfe, Genesungsbegleitung und Betroffenenbeteiligung</description>
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	<title>Definition &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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		<title>Wahrheit, Glaube und die Sache mit dem Blickpunkt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 May 2020 12:51:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
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		<category><![CDATA[Definition]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahrheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute enthüllt der Mausebär (td) in einer kleinen Apokalypse (altgriechisch für "Blick hinter den Vorhang") bereits bekannte Wahrheiten, die eigentlich nur Glauben sind.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">&#8222;Nehmen sie bitte ihre Wahrheit aus meinem Auge, das liegt mir nicht&#8220;</h4>



<p>Heute enthüllt der Mausebär (td) in einer kleinen Apokalypse (altgriechisch für &#8222;Blick hinter den Vorhang&#8220;) bereits bekannte Wahrheiten, die eigentlich nur Glauben sind.</p>



<p>Der heutige Beitrag wird mal wieder etwas philosophischer, denn es wird mal wieder Zeit, dass der Mausebär dem Titel seiner Rubrik gerecht wird. Also versuche ich es heute mit ein wenig verschwurbelter Gehirnakobatik. </p>



<p>Wird ja auch Zeit, dass ich mal wieder mein inneres Yoga auspacke und meine kleinen grauen Zellen ein wenig dehne. <br>Aus vielfachen Gründen beschäftigt sich mein Kopf mit dem Thema &#8222;Recht haben und Recht bekommen&#8220;. </p>



<p>Zu guter Letzt lande ich immer wieder bei dem Kampfbegriff „Wahrheit“. Ein tief philosophisches Motiv, dem sich schon die großen Denker der Antike verschrieben hatten. <br>Neben den Grundfragen&#8230;<br><em>Wer bin ich? <br>Wo komme ich her? <br>Wo gehe ich hin? <br>Wie bekomme ich das hübsche Mädchen da vorne in mein Bett? <br>Und welcher Lieferdienst liefert um diese Uhrzeit?</em><br>&#8230; gab es schon immer die Suche nach der Wahrheit, wobei die Grundfragen ja eigentlich auch zur Wahrheitsfindung beitragen, auch wenn so manche Antwort eine unbequeme Wahrheit bereithält.</p>



<p>Fangen wir doch mal mit der Wortherkunft an. <br>Der Kernpunkt des Wortes „Wahrheit“ liegt natürlich in dem Wort „Wahr“. Rein semantisch bedeutet also Wahrheit etwas, welches das Attribut „Wahr“ beinhaltet, also etwas, das „wahr“ ist. <br>Das Wort „wahr“ tauchte im mittelhochdeutschen Sprachgebrauch auf und leitete sich von dem althochdeutschen Wort „wār“  ab, das wiederum dem indogermanischem Wort, bzw. Wortbestandteil „wer-“ entstammt. Dieser Wortteil war ursprünglich in der Bedeutung eher dem Wort „Vertrauen“ verwandt und kennzeichnete die Glaubwürdigkeit des damit verbundenen Wortes. <br>Das heißt, rein sprachlich wurde zumindest in unserer Sprache aus &#8222;Vertrauen&#8220; einfach mal &#8222;Wahrheit&#8220;. </p>



<p>Das würde im Umkehrschluss ja bedeuten, dass alles, auf das wir vertrauen können, auch der Wahrheit entspricht. <br>Da würde wahrlich so manch einer widersprechen, denn für Viele steht die Wahrheit auf anderer Position als der Glaube, der die Wurzel alles Vertrauens ist. </p>



<p>Ich persönlich sehe das anders. <br>Für mich sind Glaube und Wahrheit zwei so eng verwandte Begriffe, dass man sie fast als Synonym verwenden kann. <br>Das ist eine Sichtweise, die nur funktioniert, wenn man sich darauf einlassen kann, dass keiner der Begriffe ein absolutes Phänomen beschreibt. <br>Beim Glauben leben wir in der Hinsicht bereits (zumeist) in aufgeklärten Zeiten und wissen, dass Glaubensvorstellungen eine individuelle Angelegenheit sind. Selbst bei Mitgliedern der selben Glaubensgemeinschaft können die Vorstellungen über die Interpretation der göttlichen Tatsachen frappierend abweichen. <br>Leider gibt es immer noch Gegenden, in denen irgendwelche verbohrten Fanatiker das Konzept ihres Glaubens mit der Waffe zu verteidigen bereit sind und keine alternativen Glaubenssätze dulden wollen. <br>Bei uns ist das zum Glück ja nicht mehr so, oder? </p>



<p>Das bringt mich zu meiner Definition der Wahrheit, wie ich sie mir aus all den Ansätzen, die ich gelernt habe, herausgefischt habe. <br>Grundsätzlich liegt die „Wahrheit im Auge des Betrachters“. <br>Das ist nicht nur ein Glückskeksspruch , sondern eine Tatsache. Als „wahr“ kann ich nur definieren, was ich mit den eigenen Sinnen „wahrgenommen“ habe – wie schon das Wort „Wahrnehmung“ verdeutlicht. <br>Alles, was ich nicht durch eigene Sinne verifizieren kann (vom lateinischen Veritas, was Wahrheit bedeutet), ist also im Prinzip erst mal nur Glauben. <br>Wenn ich es nicht sehen, begreifen oder anderweitig wahrnehmen kann, bin ich darauf angewiesen, dem Urteil anderer zu vertrauen. <br>Ist dieses Urteil für mich vertrauenswürdig, dann glaube ich an die Dinge oder Umstände, die an mich herangetragen werden. <br>Daraus entsteht eine <strong>innere</strong> Wahrheit, die auf Vertrauen fußt und somit eigentlich eher ein Glaubenssatz ist. </p>



<p>Einfaches Beispiel, ich war noch nie am Nordpol, aber ich glaube, da ist es verdammt kalt. Ich weiß es nicht, weil ich diese Kälte noch nie gespürt habe, aber die Bilder, die ich gesehen habe und die Berichte, von denen ich gehört habe, klangen für mich recht glaubwürdig. <br>Würde mich jetzt spontan jemand zu der Entscheidung zwingen, ob die Aussage „am Nordpol ist es arschkalt“ wahr oder gelogen ist, würde ich daher auf „wahr“ tippen. <br>Im Prinzip würde ich das auch erwarten und daher zu einem Besuch am Nordpol nicht unbedingt kurze Hosen als Reisekleidung wählen. Trotzdem gibt es eine Restchance, dass ich mich irre und es am Nordpol lauschig warm ist. <br>Vielleicht sind alle diese Bilder und Berichte eine Finte einer ominösen Elite, die gerne am Nordpol ihr exklusives Feriendomizil unterhalten und nicht auf Touristen stehen. </p>



<p>So entstehen übrigens Verschwörungstheorien. Das Problem ist nämlich, dass jede Wahrheit angezweifelt werden kann. <br>Das liegt daran, dass Wahrheit auf Vertrauen begründet ist (wie ich oben ja schon erklärt habe) und mit dem Erschüttern des Vertrauens auch das &#8222;Gefühl der Wahrheit“ verloren geht. <br>Will ich also eine Verschwörungstheorie in die Welt setzten, brauche ich drei Stufen&#8230; </p>



<ul class="wp-block-list"><li>Auf der ersten Stufe brauche ich eine beliebige Handlung, Situation oder Gegebenheit, die nicht so einfach durch die eigenen Sinne zu überprüfen ist. </li><li>Dann brauche ich eine Begründung, warum uns eine, wie auch immer geartete Gruppe oder Person, eine Lüge über die die erste Stufe eintrichtern will. </li><li>Dann brauche ich noch ein paar (möglichst sinnesanregende) „Beweise“, die eine alternative Wahrheit untermauern. </li></ul>



<p>Da unsere Sinne auch nur in einem begrenztem Aktionsfeld arbeiten, ist das gar nicht wirklich schwer. <br>Jeder, der schon einmal einem „Magier“ oder „Mentalisten“ zugesehen hat, weiß, wie glaubwürdig Illusionen sein können. <br>Auch die Technik hilft dabei, unsere Sinne immer konkreter zu täuschen. </p>



<p>Bleiben wir beim Nordpol-Beispiel. <br>Natürlich habe ich schon Filmaufnahmen vom Nordpol gesehen, allerdings habe ich auch Filmaufnahmen vom Todesstern gesehen. <br>Das heißt, ich weiß genauso gut, wie es am Nordpol aussieht, wie auf dem Todesstern. <br>Entweder muss ich jetzt also zugestehen, dass ich bei Beiden nur glaube zu Wissen, oder halsstarrig darauf beharren, dass Beides der reinen Wahrheit entspricht. <br>Zweierlei Maß kann in dem Fall nicht zur Wahrheit führen. </p>



<p>Kurz und gut, wir sind leicht zu betrügen und schnell in ein Gefühl der Wahrheit zu locken. <br>Ist das jetzt ein Grund für Misstrauen gegenüber allem und jedem? <br>Ich entscheide mich für ein klares „Nein“, denn wenn Wahrheit und Glaube zwei Zwillingsgeschwister sind, dann bedeutet das für mich, dass ich Beiden vertrauen kann. <br>Vertrauen entbindet mich nämlich nicht von einer regelmäßigen Prüfung meiner eigenen Glaubenssätze. <br>Nur durch ständiges (positives) hinterfragen, kann ich meinen Glauben erweitern und somit auch meine eigene Wahrheit. </p>



<p>Also, die heutige Moral lautet: <br>„Wenn Dir jemand etwas als &#8222;Wahr&#8220; verkaufen will, ist es nur ein Glaube, der Dir angedreht wird. Wirkliche Wahrheit definiert jeder Mensch für sich allein“. <br>Oder im einfacheren Worten: <br>„Religion, Wissenschaft und Philosophie ist das selbe Glaubensprodukt aus dem Sortiment unterschiedlicher Wahrheitshändler“.</p>



<p>Natürlich ist alles, was vom Mausebär kommt, nichts als die reine Wahrheit, also immer schön bei mir abholen.</p>



<p>Euer philosophisch gestimmter Mausebär (td)</p>
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		<title>Schatzkiste</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sonja Utzenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Apr 2020 13:49:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rat und Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Schatzkiste]]></category>
		<category><![CDATA[Definition]]></category>
		<category><![CDATA[Inspiration]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine neue Kategorie entsteht! Die "Schatzkiste" als gemeinsame Betrachtung von Alex, Thorsten und Sonja.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Eine neue Kategorie entsteht! Die &#8222;Schatzkiste&#8220; als gemeinsame Betrachtung von Alex, Thorsten und Sonja.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was verstehen wir darunter?</h2>



<p>Das Konzept der Schatzkiste haben wir alle drei in einem der Montagskurse in der PHG Viersen kennen gelernt. In der Fortbildung zum Genesungsbegleiter wurde dieses Thema ebenfalls behandelt. Auch in unseren Selbsthilfegruppen kommt das Thema &#8222;Schatzkiste&#8220;, mitsamt seiner  praktischen Anwendung, immer wieder vor.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Meine „Schatzkiste“ verstehe ich als Sammlung von Puzzleteilen, die mir dabei helfen, in kritischen Situationen mich selbst nicht zu verlieren. Ähnlich dem Motiv aus „Hänsel und Gretel“, dem bekannten Märchen der Brüder Grimm, können mir die in meiner Schatzkiste abgelegten Dinge helfen, einer Spur aus hellen Kieseln durch den dunklen Wald meiner seelischen Krise folgen zu können.<br>Auf dem Weg zurück zu meinem persönlichen Wohl, in das Heim von Recovery, Salutogenese und Empowerment, zu mir selbst zurück zu finden. Dabei betrachte ich es für mich als wichtig, dass diese Dinge auch ganz praktisch, d.h. anfassbar, in einem Kästchen abgelegt werden, denn gerade in Krisenzeiten fällt es mir schwer, mich meiner Ressourcen zu erinnen.</p><cite>Alex</cite></blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Das Wort Schatzkiste beinhaltet zwei Worte, Schatz und Kiste. Eine Kiste ist, in meiner Vorstellungswelt, ein Gegenstand in dem andere Dinge verwahrt werden können &#8211; abgeschlossen und gesichert. <br>Ein Schatz ist etwas wertvolles. Etwas bedeutsames, was erobert werden will. Etwas begehrenswertes und einmaliges. <br>So sehe ich meine Schatzkiste als ein Hort von Dingen, die mich erfreuen, die mit Bedeutungen belegt sind und denen ich einen Wert beimesse. <br>Wenn ich hineinblicke, erinnere ich mich an bestandene Abenteuer, an gute und auch schlechte Zeiten. Und vor allem daran, dass ich, egal was mir der Tag bringt, am Ende ein neues Erinnerungsstück meinem Hort zufügen kann.</p><cite>Thorsten</cite></blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Meine Schatzkiste habe ich sehr wörtlich genommen. Eine kleine Dose enthält Karteikarten mit allen Dingen, die mir gut tun. Mal als Zeichnung, mal als Text oder auch nur als Stichwort.</p><cite>Sonja</cite></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Wann und wie baut man die Schatzkiste auf?</h2>



<p>Da die Form der persönlichen Schatzkiste individuell sehr verschieden ist, kann es keine allgemein gültige &#8222;Bauanleitung&#8220; für eine Schatzkiste geben. Der Zeitpunkt für das &#8222;Wann&#8220; ist jedoch sehr klar zu benennen. In den Zeiten, in denen es uns gut geht, haben wir die Energie, die Muße und die Gelegenheit, unsere Schätze zu erkennen und einzusammeln. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Beim Aufbau meiner „Schatzkiste“ habe ich jeweils Qualitäten ausgewählt, von denen ich heute weiß, dass sie mir gut tun. Dabei verwende ich Hinweise, die ich seit nunmehr sieben Jahren persönlicher Recovery gelernt habe. Ich habe nicht den Anspruch, dass mir jede abgelegte Qualität zu jedem Zeitpunkt sicher weiterhelfen kann. Es ist vielmehr ein breitgefächertes Spektrum, von dem ich weiß, dass es in jeder Phase meines Lebens mindestens eine Qualität gibt, die mir einen Ansatzpunkt aus meiner persönlichen Krise bieten kann.</p><cite>Alex.</cite></blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Ich denke, man kann seine Schatzkiste nicht bauen, sondern man muss sie finden. Egal ob in der realen Welt oder in der eigenen Gedankenwelt.<br>Meine persönliche Schatzkiste ist zum Beispiel kein materieller Gegenstand. Nichts, was jemand außerhalb meiner Erfahrungswelt „begreifen“ kann. Sie ist Teil meines Gedankenpalastes und lebt schon gefühlte Ewigkeiten in den Katakomben meiner inneren Burg. Seit ich in meiner Kindheit meine Gedankenburg, oder besser meine Festung der wohlverdienten Einsamkeit, erbaut habe, gehört sie zum festen Inventar. <br>Manchmal verändert sie ihr Aussehen, oder ihren genauen Stellplatz, aber sie ist immer da und wartet darauf, dass ich sie füttere. Meine Kiste ist aus intelligentem Birnbaumholz, importiert von Terry Prattchets „Scheibenwelt“ , und folgt mir so manches mal einfach auf meinen geistigen Reisen. Sie erlaubt mir, viele Souvenirs aus meinen Reisen in mein Inneres zu transportieren. Wenn ich dann zuhause in meiner Gedankenfestung residiere und in dem alten Lehnsessel vor dem offenem Kamin sitze, liegt sie schnurrend zu meinen Füßen und erlaubt mir aus ihrem, oder besser meinem, Fundus zu schöpfen.</p><cite>Thorsten</cite></blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Meine Schatzkiste ist in ihrer Ur-Form in einer Kunst-Gruppentherapie entstanden. In einer Sitzung zum Thema &#8222;Was tut mir gut?&#8220; sollten wir kreativ werden. Andere malten Bilder, kneteten Ton und ich &#8211; stellte kleine Kärtchen her, die ich mit den Dingen beschriftete, die mir Energie geben können, wenn ich selbst keine habe. Eine Dose, oder das Konzept der Schatzkiste, gab es damals für mich noch nicht. Dieses Gedankenbild in seiner physischen Ausprägung kam erst sehr viel später hinzu.<br>Heute befinden sich noch fast alle dieser ersten Kärtchen in meiner Dose, viele andere sind hinzugekommen. </p><cite>Sonja</cite></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Was kommt hinein?</h2>



<p>Was immer uns gut tut, es darf und kommt in die Schatzkiste.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>In meiner Schatzkiste befinden sich sowohl kleine Erinnerungsstücke, wie ein Pferdezahn oder ein kleiner hölzerner Buddha, als auch zusammengefaltete Zettel, auf denen ich stichwortartig Tätigkeiten oder Gedanken vermerkt habe, oder auf denen sich Kontaktdaten verbergen. All diesen Dingen gemeinsam ist ihre relativ einfache und zeitnahe Möglichkeit zur Umsetzung.</p><cite>Alex</cite></blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Unweigerlich kommt mir bei der Fragestellung das Lied „Bilder im Kopf“ von Sido in den Sinn. Dort singt er von dem imaginären schwarzen Photoalbum mit dem silbernen Knopf, in dem er alle seine Erinnerungen bewahrt. <br>Sofort denke ich an meine Schatzkiste. In erster Linie verwahre ich dort Erinnerungsstücke. Dinge, die mich in guten oder schlechten Zeiten begleitet haben. Sie helfen mir bei der Verarbeitung von Krisensituationen. Es ist die Erinnerung daran, was ich bereits meistern konnte, was mir hilft, wenn ich wieder einmal an mir selbst scheitere. Um mich nicht unfähig zu fühlen, brauche ich Beweise. Diese Beweise werden, schön in durchsichtigen Beweisbeuteln, archiviert und beschriftet. Dann stecke ich sie in das Archiv, versteckt in meiner Schatzkiste. Sollte es mal wieder zur Anklage in meinem Kopf kommen, werden sie herausgeholt und dem Gericht vorgelegt. <br>Auch für andere Zwecke lagere ich Erinnerungen und Gedanken in meiner Kiste. Einige horte ich als wundervolle Schätze, andere bewahre ich vor der Welt – oder die Welt vor &#8222;Ihnen&#8220;. So ist meine Schatzkiste nicht nur Archiv, Tresor oder Bärdoras Box, sondern noch so vieles mehr.</p><cite>Thorsten</cite></blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Ich habe grade einmal meine Kärtchen zur Hand genommen. <br>Meine Ideen reichen von sportlicher Betätigung (Nordic Walking, Radfahren, Spazieren gehen), über kreative Beschäftigung (Puzzeln, Nähen, Stricken, Weben und Singen), bis hin zum geistigen &#8222;Innehalten&#8220;. <br>Sei es bei der Meditation, beim Lesen, im Garten oder beim Tee trinken &#8211; ich muss mir immer wieder klarmachen, dass es in Ordnung ist, sich auszuruhen.<br>Und dass ich es mir immer wieder bewusst mache, dass ich meine Schätze anwenden sollte.</p><cite>Sonja</cite></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Welche Beiträge werden in diese Kategorie aufgenommen?</h2>



<p>Beiträge und Themen, die unserer persönlichen Meinung nach &#8222;Schätze&#8220; sind, können in diese Kategorie einsortiert werden. Wir möchten, dass die Beiträge positiv stimmen können und hoffen, dass die Beiträge auch anderen Menschen als Quelle der Inspiration dienen können.</p>



<p>Lasst Euch inspirieren!</p>



<p>Euer Erfahrungsexperten Team</p>
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		<title>Das grenzt an Analyse von Grenzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2020 14:30:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
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		<category><![CDATA[Grüne Tücher]]></category>
		<category><![CDATA[Regeln]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein grenzüberschreitende Analyse vom Mausebär]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ein grenzüberschreitende Analyse vom Mausebär (a.k.a Thorsten Dürholt)</p>



<p>Gestern hatten wir, mal wieder, unsere Redaktionssitzung (Brav über Google Duo). <br>Diesmal hatten wir einen Gast an unserem virtuellem Tisch. Udo hatte sich uns angeschlossen, um uns bei der redaktionellen Arbeit an seinem Text zu helfen. <br>Es kam zu einer interessanten Diskussion über zwei Sätze seines Textes. In diesen Sätzen ging es um Drogenkonsum und Prostitution. Diese Sätze ließen ein Mitglied aufhorchen, dabei hörte man  die innere Frage „Darf ich Das?“ in der verbalen Äußerung: „Ich fühle mich mit diesem Absatz nicht wohl!“ <br>Sofort gab es Diskussionsbedarf, wobei sich der Autor gepflegt zurückhielt, während bei uns, in der Redaktion, eine neue Auflage von „Drei Stühle – Drei Meinungen“ herrschte. <br>Es kristallisierte sich heraus, dass eines unserer Redaktionsmitglieder den Text aus Gründen der Authentizität, so belassen wollte (quasi mit dem „Schweinkram“), ein anderes Mitglied war der Meinung, dass dieser Text eine eindeutige Anmerkung der Redaktion erforderte (das nennt man kommentierte Veröffentlichung – Geht ja auch mit „Mein Kampf“), während dass dritte Redaktionsmitglied um die Streichung bat. <br>Es gab keinen Streit, denn die anderen Mitglieder konnten (auch dank Udos Verständnis) der Löschung beipflichten. <br>Wir können uns halt einigen &#8211; eine unserer angenehmsten Stärken. <br>Was bei mir hängenblieb, war die Argumentation, dass solche Sätze bei „Teilen unserer Leserschaft Fragen aufwerfen könnte“. Oder Unwohlsein. <br>Und das brachte mich auf mein heutiges Thema.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Grenzen &#8211; Was ist das ?</h3>



<p>Eindeutig befürchtete eines unserer Redaktionsmitglieder (nein, ich enthülle nicht, wer bei uns die Stimme von Vernunft und Anstand ist), dass wir mit diesem Absatz Grenzen überschreiten. <br>Das brachte mein inneres Team dazu, das Thema Grenzen mal auf die Tagesordnung zu setzen. <br>Und wie immer, begann ich mit einer Bestandsaufnahme und einer Definition. <br>Es gibt für mich drei Hauptarten von Grenzen, physische Grenzen, soziale Grenzen und psychische Grenzen. <br>Wie unterscheide ich diese nun?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die physischen Grenzen – Am Ende unserer Möglichkeiten</h4>



<p>Physische Grenzen zu definieren ist auf den ersten Blick leicht. <br>Ich bewege mich (wie auch immer) und werde dann in meiner Bewegung gestoppt. <br>Das kann eine natürliche Grenze, wie ein breiter Fluss, eine Felswand oder eine Schlucht sein. Oder eine erbaute Barrikade, wie eine Wand oder ein Zaun. Aber auch einfach die Grenzen meiner körperlichen Fähigkeiten, wie z.B. mein Bewegungsradius, oder einfach ausgedrückt: Paris ist für mich kein realistisches Ziel für einen Spaziergang, da komme ich schon sehr weit vorher an meine Grenzen. <br>Manche Grenzen werden auch durch extreme Belastungen des Körpers gesetzt, wie zum Beispiel die Tiefsee, deren Wasserdruck ein normaler Mensch (ohne Ausrüstung) nicht aushält. Oder die oberen Schichten unserer Atmosphäre. <br>Einfach nicht für unseren Körper gemacht.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die sozialen Grenzen – Die Macht der Gemeinschaft</h4>



<p>Hier wird es etwas kniffliger, denn diese Grenzen sind meist immateriell. <br>Die politischen Grenzen (Politik gehört auch, wenn man es meist nicht glauben will, zu den Sozialwissenschaften), sind zuallererst Linien auf Landkarten, auf die sich Menschen geeinigt haben. Manchmal kann man diese Grenzen weder sehen noch spüren, während man fröhlich in ein anderes Bundesland, oder gar in eine andere Nation, wandert. <br>Auch unsere Gesetze gehören zu den sozialen Grenzen, denn sie definieren die Grenzen unseres gemeinsamen Zusammenlebens. <br>Eigentlich sind alle Regeln und Normen Grenzen. <br>Es werden Parameter festgelegt, in denen wir uns bewegen dürfen. <br>Die Grundlage aller dieser Grenzen sind Absprachen und daraus resultierende Verfügungen. Irgendwer hat diese Grenzen festgesetzt und solange es keine Änderung gibt, bleiben sie bestehen. <br>Leider auch  in den Köpfen der meisten Menschen – aber das ist mein persönliches Problem mit der Gesellschaft und wird irgendwann anders (wahrscheinlich in der Speaker‘s Corner) erläutert.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die psychischen Grenzen &#8211; Am Rande unseres Vorstellungsvermögens</h4>



<p>Jetzt komme ich zu den inneren Grenzen. <br>Das wird jetzt richtig kompliziert, denn hier reden wir über unsere innere Haltung. <br>Auf der einen Seite steht unsere Moral (das, was wir denken, dass es richtig ist), unser Glauben (das, was wir denken, dass es wahr ist) und unser Selbstvertrauen (das, was wir denken, dass wir es können). <br>Auf der anderes Seite stehen unsere Ängste (das, vor dem wir aus Furcht Abstand halten), unsere Zweifel (das, vor dem wir aus Machtlosigkeit Abstand halten), unsere Intoleranz (das, vor dem wir aus schlechter Erfahrung Abstand halten) und unsere Ignoranz (das, vor dem wir aus Unwissenheit Abstand halten). <br>Wir setzen uns bewusst oder unbewusst selber Grenzen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was mache ich jetzt damit?</h4>



<p>Der Mensch ist schon seit Urzeiten ein Wesen, das gerne seine natürlichen Grenzen herausfordert. <br>Das ist ein Trieb, der in uns steckt. <br>Wenn wir unsere eigenen Grenzen überschreiten, reagiert meist das Belohnungssystem in unserem Körper unmittelbar. Sei es das gute Gefühl nach dem Sport, seine Leistungsgrenze überschritten zu haben, das Erfolgsgefühl ein Hindernis überwunden zu haben, oder der Rausch, von verbotenen Früchten zu naschen.<br>Mittlerweile gibt es sogar ganze Zweige der Industrie, die uns (gegen eine kleine Aufwandsentschädigung) dabei helfen, Grenzen zu überwinden. Seien es Anwälte, Therapeuten, Sporttrainer, Motivationsgurus oder Reiseunternehmen.</p>



<p>Ich könnte jetzt extrem philosophisch werden und mit dem Text „Mängelwesen Mensch“ von Arnold Gehlen anfangen, aber mir ist heute nicht nach klugscheißen. Darum Ende ich jetzt mit meiner persönlichen Meinung über Grenzen…</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was denke ich über Grenzen?</h3>



<p>Grenzen sind gut, denn sie helfen mir dabei, mich zu orientieren. <br>Manchmal als Mauern und manchmal nur als Haltegriffe, geben sie mir einen klar definierten Raum.<br>Etwas zum festhalten. <br>Wie jede Mauer bieten sie mir auch Schutz. Schutz vor anderen Dingen. <br>Aber muss ich immer Brav bleiben? <br>Nein, denn ich wandere gerne an meinen Grenzen und betrachte sie gründlich. <br>Manchmal muss ich einen löchrigen Teil ausbessern, manchmal eine neue Tür installieren. <br>Und manchmal muss ich meine Grenzen neu definieren. <br>Ich gehe zeitweise über meine Grenzen. Danach frage ich mich, ob es mir gut getan hat. Wenn ja, ist es Zeit, meine Grenzen neu zu ziehen. Wenn nein, dann sollte ich lernen, meine Grenzen zu respektieren.</p>



<p>Das ist was ich mitteilen will – Nicht Grenzen sind das Problem, sondern der richtige Umgang damit.</p>



<p>Mit grenzenloser Freude,</p>



<p>Euer Mausebär (a.k.a Thorsten Dürholt)</p>
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		<title>Die Frage nach der Toleranz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2020 14:15:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Definition]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein spontaner Guerillabeitrag über den eigenen Toleranzbegriff vom Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ein spontaner Guerillabeitrag über den eigenen Toleranzbegriff vom Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)</p>



<h4 class="wp-block-heading">Warum ein Guerillabeitrag ? </h4>



<p>Ich stelle diesen Text mal wieder ohne die redaktionelle Überarbeitung durch mein Lektorat (a.k.a. Sonja, alias das Alphatier) ein. Und das, obwohl wir noch vor ein paar Minuten sehr erfolgreich meinen letzte Text überarbeitet haben (mein Feind die Grammatik). <br>Aber ich habe mir versprochen jeden Tag einen Text einzustellen (jedenfalls während der Krise) und der andere Text war ja von gestern.<br>Also kommt hier mein heutiges Machwerk.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Warum ein Text über Toleranz ?</h4>



<p>In letzter Zeit bemerke ich eine seltsame Eigenschaft bei mir. <br>Ich bin Intolerant. <br>Nicht, dass ich das nicht von mir wusste. Ich habe mich schon lange mit der Thematik „Toleranz und Intoleranz“ beschäftigt. Zur Zeit fällt es mir nur Unangenehm auf. <br>Zuallererst natürlich an Anderen. <br>Ja, über meine Mitmenschen kann ich mich prima aufregen. Jeder hat es doch bemerkt, wie mies sich die Gesellschaft immer mehr entwickelt. <br>Doch ist das wirklich so oder liegt es an meiner Wahrnehmung der sogenannten Gesellschaft? <br>Ist es eine Beobachtung oder nur wieder eine andere Form von „die Anderen“?</p>



<p>Seit einiger Zeit beobachte ich mich selber und mach mir geistige Notizen über den Stand meiner eigenen Toleranz. <br>Die Ergebnisse sind alles Andere als zufrieden stellend. <br>Liegt es am Alter? <br>Macht die aufkommende Lebenserfahrung (ich wage nicht von Weisheit zu sprechen) gleichzeitig unflexibel im Denken?</p>



<p>Ich war immer Stolz darauf, jegliche Sichtweisen nachvollziehen zu können. <br>Perspektivenübernahme ist mein Zauberwort. <br>Kann ein Mensch der in der Lage ist, die Perspektive seiner Mitmenschen einzunehmen überhaupt Intolerant sein?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was ist überhaupt Intoleranz?</h4>



<p>Allen voran, ich bin nicht der Duden und auch nicht Wikipedia. Meine Definition von Intoleranz ist zuallererst ausschließlich meine Meinung. Wer für sich eine andere Sicht hat, darf (Nein, sollte) diese gerne haben. <br>Ich würde mich sogar freuen, wenn er diese in den Kommentaren mitteilt. Aus Diskussionen kann ich am Besten (und am meisten) lernen.</p>



<p>Intoleranz ist für mich genau das Gegenteil von Perspektivenübernahme. <br>Es geht nicht darum zu erkennen, das Menschen (oder andere Dinge) sich unterscheiden. Das sind Tatsachen. Wir sind nicht gleich. <br>Es geht auch nicht darum, die Dinge wertungsfrei zu halten oder alles zu akzeptieren. <br>Es geht für mich darum, einfach mal meine eigene Sichtweise zu verlassen und die Perspektive eines Anderen anzunehmen. <br>Mir zu überlegen wie Dieser eine Situation bewertet und warum er so handelt. <br>Es geht mir nicht darum etwas zu rechtfertigen, oder meine Meinung zu ändern sondern um Verständnis. <br>Tolerieren bedeutet für mich nicht gleich Akzeptanz. <br>Es bedeutet für mich eine neue Deutungsebene einzunehmen. <br>Mal „ein paar Meilen in eines anderen Menschen Schuhe zu laufen“- wie es eine amerikanische Redewendung empfiehlt. <br>Vielleicht führt es zu Akzeptanz, also dazu, dass ich dieses Verhalten als annehmbar hinnehme. Vielleicht lerne ich sogar eine neue Verhaltensweise. Oder im schlimmsten Fall muss ich erkennen, dass ich ein gewisses Verhalten so wenig verstehe, dass ich es „aus meiner Welt tilge“, also mit totaler Ignoranz sanktioniere. <br>Ich möchte gerne offen sein.</p>



<p>Als junger Mensch entschied ich mich „Intolerant gegen Intoleranz“ zu sein. <br>Erst in meiner Ausbildung zum Erzieher begann ich daran zu zweifeln. Schuld war mein Religionslehrer. <br>Großspurig verkündete er: „in meinem Klassenraum darf jeder Alles sagen, nur wer rassistische oder diskriminierende Bemerkungen macht fliegt raus“. <br>Die Worte schwangen noch in der Luft, als sich mein ausgestreckter Arm dazu gesellt. <br>Mir brannte die Frage auf den Nägeln, ob Rassismus zu sanktionieren nicht auch eine Form von Diskriminierung wäre. <br>Die kurze Diskussion mit dem Lehrer brachte nur ein Ergebnis, nämlich das wir uns fortan nicht leiden konnten (ich merkte es vor allem an der Note). <br>Das bewegte was in mir. Ich wollte nicht diskriminieren. <br>Ich wollte nicht Intolerant sein. <br>Ich beschloss für mich, niemals Mitglied einer Bewegung zu sein, die gegen etwas arbeitet, sondern wollte mich für ein „Dafür“ engagieren. Ich wollte mich neben dem, liebevoll von Ulli Stein gezeichneten, Pinguin mit dem Schild „Dagegen“ setzen mit dem Schild „Dafür“.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Und nun ?</h4>



<p>Schwerer umzusetzen als gedacht. <br>Es gibt soviel in der Welt was mir nicht passt und manchmal habe ich keinen Mut mehr die Welt einfach durch ein anderes Vorbild zu verändern. <br>Es ist soviel einfacher zu hassen, als zu lieben. <br>Aber auch soviel unbefriedigender. <br>Während ich jetzt schreibe kommt bei mir neuer Mut auf. Ich spüre wieder das sich meine Stimme in mir erhebt, die genau diese Einstellung immer predigt und mir stets Mut zuspricht.</p>



<p>Ich war in letzter Zeit sehr oft Intolerant und es geht mir nicht gut. <br>Liegt es an der Welt, oder an mir ? <br>Ich werde es erfahren, denn ich werde weitermachen und weiter andere Perspektiven erkunden. <br>Weiter meinen Horizont erweitern. <br>Weiter in der Diskussion bleiben. <br>Und weiter lernen, denn das macht mich aus. <br>Es wird manchmal anstrengend aber die Schätze die ich in meinem Gedanken und in meinen Gefühlen verwahre sind so ungleich viel wertvoller. <br>Ich versuche es weiter und öffne mich für neue Sichtweisen. Statt von mir auf andere zu schließen, werde ich einfach mal anders sein. <br>Ich bleibe neugierig, den Neugier ist der größte Widersacher der Intoleranz und am Ende auch des Hasses und der Angst.</p>



<p>Ladet mich doch auch mal in eure Gedanken ein,</p>



<p>Euer Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)</p>
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