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	<title>Erfahrung &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<description>Selbsthilfe, Genesungsbegleitung und Betroffenenbeteiligung</description>
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	<title>Erfahrung &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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		<title>Speaker&#8217;s Corner &#8211; Der Spatz ist mir zu klein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kunze]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Aug 2020 12:16:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrung]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker´s Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Von Spatzen und Tauben]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein weiterer Beitrag unseres Gastautors Udo Klingen. 
Ein Erfahrungsbericht mitten aus dem Leben, auf seiner Wanderung auf den verschlungenen Pfaden von Recovery, Salutogenese und Empowerment.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Ein weiterer Beitrag unseres Gastautors Udo Klingen. </em><br><em>Ein Erfahrungsbericht mitten aus dem Leben, auf seiner Wanderung auf den verschlungenen Pfaden von</em> <em>Recovery, Salutogenese und Empowerment</em>. <br><em>Er erzählt von einer Begebenheit, die sich am 03.07.2020 zugetragen hat.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Euer Alex</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Spatz ist mir zu klein</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gestern war wieder so ein besonderer Tag, dessen Besonderheit mir erst nach einem Tag Abstand so langsam, aber ganz langsam, klar wird.<br>Anstatt hier sofort zu schreiben, was mir so durch den Sinn geht, sollte ich lieber alles noch mal genau durchdenken, wie ich es meistens tue.<br>Doch mich drängte es, meine unausgegorenen Gedanken mit Euch zu teilen.<br>Auf diese Weise gebe ich euch einen weiteren Einblick in meine Gedankenwelt, warum ich das tue, … keine Ahnung, aber ich tue es.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gestern war ich nach langer Zeit, wieder mal auf einem persönlichen Treffen der Recovery Gruppe.<br>Ich habe es durchaus genossen.<br>Doch was den Tag so besonders gemacht hat, war weniger die Recocergruppe, als mehr die Gespräche davor und danach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rückblickend betrachtet, fühlt ich mich den größten Teil meines Lebens in der Position des Einäugigen unter den Blinden, in den letzten Jahren sehe ich mich immer öfter in der Position des Blinden unter den Einäugigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wurde mir heute bewusst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gestern befand ich mich im Gespräch mit Menschen, die im Gegensatz zu mir genau wissen, wovon sie reden.<br>Während ich sehr, sehr oft nur aus meinem <strong>Halbwissen </strong>schöpfe und drauf los plapper.<br>In solchen Momenten komme ich mir sehr schnell entsetzlich klein und unendlich dumm vor.<br>Ich fühle mich am falschen Platz, und mir kommen alte Sprüche in den Sinn, wie: Schuster bleib bei deinen Leisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Sprüche aus meiner Kindheit haben durchaus ihre Berechtigung.<br>Aber nicht immer und nicht in jeder Lebenslage.<br>Wenn ich immer bei meinem Leisten bleibe, kann ich mich nicht entwickeln und bleibe für den Rest meines Lebens auf dem gleichen Wissensstand. <br>Das ist mir zu <strong>wenig</strong>!<br>Mich <strong>verlangt </strong>nach der Taube auf dem Dach, denn der Spatz ist mir zu klein!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein kleines Hirnchen arbeitet. <br>Es schuftet. <br>Plagt sich. <br>Es qualmt. (Oder is dat nur die Kippe in meiner Hand?)<br>Und die Arbeit lohnt sich.<br>Während mein Eltern mir bei brachten, dass man in seiner „Geselschaftsschicht“ bleiben soll, will ich höher hinaus. <br>Ich will mehr. <br>Ich will mehr <strong>Wissen wissen</strong>. <br>Auch wenn ich mir oft wünsche, weniger zu wissen. Durch mehr Wissen lerne ich auch mit den Situationen um zu gehen, in denen ich lieber weniger wüsste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während mein Hirnchen sich plagt, wird mir klar, in welch erlesenen Kreisen ich mich heute bewegen darf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich unterhalte mich mit Menschen, die einen hohen Bildungsstand haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ehemaliger Hauptschüler ohne Abschluss, empfinde ich das als eine Ehre, die mir diese Menschen zu teil werden lassen und es erfüllt mich mit Dankbarkeit, aber in erster Linie mit Stolz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, ich fühle mich klein und dumm, wenn ich mit “die Studierte Köpp“ zusammensitze und versuche, auf ihrem Niveau zu kommunizieren.<br>Wenn ich das dann auch noch Frank und frei sage, bekomme ich zur Antwort: &#8222;Du bist nicht dumm und du brauchst dich nicht klein zu fühlen.&#8220;<br>Ich mache solche Äußerungen auch nur bei Leuten, denen ich, warum auch immer, vertraue.<br>Vielleicht legen sie es auch als &#8222;Fisching vor Kompliments&#8220; aus, das weiß ich nicht. Doch ich kann versichern, dass es das nicht ist. Ich habe einfach den Mut, zu meinen Empfindungen zu stehen. <br>Manch einer nennt das auch Dummheit, aber ich bin in meiner Entwicklung weiter als Herr/Frau Mancheiner.<br>(Hat mich viel Zeit und Schmerz gekostet, ist es aber wert.)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich denke, ich sollte und darf mich Wohl fühlen!<br>Und Ehrlich: das tue ich auch. Ich fühle mich wohl!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wünsche euch <strong>allen </strong>ein wunderschönes Wochenende, <br>Euer Udo.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ein ehrlicher Text, der mich sehr berührt hat, lieber Udo.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>So long, Euer Alex</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ergänzung von Sonja</em><br><em>Lieber Udo, Deine Erzählung erinnert mich an eine Begebenheit aus dem Jahr 1996. <br>Carsten, der beste aller Ehemänner, war in jenem Sommer nach einem Studien-Jahr in Amerika nach Hause zurück gekehrt. Er wurde von seinen Freunden am Flughafen abgeholt und alle feierten zusammen im Garten. Just an jener Stelle, an der Du auch an jenem Freitag gesessen hast. <br>Die Gespräche und Diskussionen waren bunt, vielschichtig und höchst interessant. Einem der Gäste &#8211; ein junger Mann, der durch Carstens Auslandsjahr den Ausbildungplatz quasi von ihm &#8222;geerbt&#8220; hatte &#8211; fiel plötzlich auf, dass er der einzige in der Runde war, der kein Abitur hatte. Er platzte heraus, dass er sich minderwertig fühle, weil er &#8222;nur&#8220; einen Realschulabschluss habe.<br>Daraufhin meinte Carsten:<br>&#8222;Sieh es doch mal so &#8211; Du bist der einzige, der kein Abitur braucht, um hier mitzudiskutieren!&#8220;<br>Und genau das rufe ich auch Dir zu!<br>Deine Sonja</em></p>
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		<title>Dünnhäutig</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sonja Utzenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2020 12:08:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Rat und Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Schatzkiste]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrung]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Betrachtung schwer erträglicher Themen und ihrer Position zur Schatzkiste - von Leonessa (su)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine Betrachtung schwer erträglicher Themen und ihrer Position zur Schatzkiste &#8211; von Leonessa (su)</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eines der für mich wichtigsten Elemente in meiner Schatzkiste ist das Hören von Hörbüchern. Da ich leider nicht mehr ausreichend Energie für das Lesen unbekannter Bücher habe, jedoch einem vorgelesen Text gut folgen kann, begleiten Hörbücher mich durch meine täglichen haushaltlichen Pflichten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das mir liebste Genre ist hierbei &#8222;Krimi und Thriller&#8220;, was mich manchmal selber erstaunt. Allerdings habe ich erst heute wieder einmal festgestellt, dass ich bei Büchern, die dem direkten oder indirekten Protagonisten hautnahe Erfahrungen im psychiatrischen System bescheren, sehr dünnhäutig bin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erste mal fiel mir dies beim Roman &#8222;Der Sündenfall von Wilmslow&#8220; von David Lagercrantz auf. Den Autor schätze ich sehr und ich war neugierig darauf, wie er die Geschichte über die Untersuchung der Todesumstände des Mathematikers Alan Turing gestalten würde. Von den elf Stunden, die das Hörbuch eigentlich dauern sollte, habe ich knapp zwei Stunden ausgehalten.  Mich bedrückten die Schilderungen der Erniedrigungen, denen Alan Turing ausgesetzt war und die der Autor sehr stimmig beschrieben hat, derart, dass ich nicht weiterhören konnte. Es besteht ein großer Unterschied darin, die öffentlich zugänglichen Informationen über Turing zu lesen oder seinen fiktiven Todesfallermittlern quasi über die Schulter zu schauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen einer Untersuchung durch die Bundesarbeitsgemeinschaft Gemeindepsychiatrischer Verbünde habe ich einige Interviews mit Betroffenen geführt. Es sollte das Thema &#8222;Zwang und Gewalt in der Psychiatrie&#8220; beleuchtet werden. Die in den Interviews geschilderten Erfahrungen, die sich zum Teil über viele Jahrzehnte erstreckten, fand ich im Roman um ein Vielfaches potenziert vor. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich selbst hatte die &#8222;Ehre&#8220;, das Psychiatrische System von innen erleben zu dürfen. Das Gefühl, die eigenen Bürgerrechte quasi an der Pforte der Klinik zurückgelassen zu haben, war &#8211; bei aller Nützlichkeit der Therapie und des Schutzraumes &#8211; nur schwer zu ertragen. Meine Entscheidung, Genesungsbegleitung zu meinem Beruf zu machen, ist eng mit dieser Erfahrung verknüpft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum ist aber dann ein Roman zu diesem Thema für mich so schwer zu ertragen? Ich glaubte zunächst an einen Einzelfall, denn die Romanhandlung war doch, trotz der erkennbaren Nähe zu den historischen Fakten, eindeutig fiktiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute wollte ich mir den Roman &#8222;Playground &#8211; Leben oder Sterben&#8220; von Lars Kepler anhören. Die Zusammenfassung klang interessant. Die Protagonistin muss sich mit einem Kriegstrauma aus dem Kosovo, nebst einer folgenreichen Nahtoderfahrung, herumschlagen. Einer klassischen PTBS, einer Posttraumatischen Belastungsstörung, wie ich sie in der einen oder anderen Form bei Bekannten miterlebt habe. Es ist nicht einfach, als Angehöriger oder Freund mit einem PTBS Betroffenen umzugehen. Auch die psychotischen Phasen einer Trigger-Situation als Nebenstehender auszuhalten, erfordert viel Fingerspitzengefühl. In meiner persönlichen Beobachtung fehlt dieses Fingerspitzengefühl oft auch im Psychiatrischen System. Sehr häufig, weil die nötige (Betreuungs-) Zeit, die der Betroffene dringend bräuchte, im System nicht vorgesehen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mich also dem neuen Hörbuch gewidmet und dachte mir nichts Böses. Ich war aber nicht auf die Wirkung gefasst, die diese fiktive Geschichte auf mich haben würde. Alles in mir wehrte sich bei den Beschreibungen des Klinik-Aufenthaltes der Protagonistin nach einer Re-Traumatisierung. Kaum war diese Episode überstanden, scheiterte meine Kraft an der Art und Weise, wie die Familie der Protagonistin reagierte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles nur Fiktion &#8211; natürlich &#8211; aber mein Kopfkino schlug Purzelbäume und rüstete zum Großangriff auf einen imaginären Feind. Obwohl meine Betroffenheit dem depressiven Spektrum angehört, &#8222;litt&#8220; ich plötzlich in einer Art mit, die ich nur selten an mir wahrnehme. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gut, dass mir in diesem Fall eine eindeutige und wirksame Lösung zur Verfügung stand. Ich habe umgehend die Wiedergabe gestoppt und das Hörbuch aus dem Player gelöscht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem bleibt das Gefühl zurück, dünnhäutig zu sein. Dabei bin ich für mich und für andere jeden Tag stark. In den letzten Wochen, im Zuge der Corona-Krise, bin ich beschäftigter als in vielen Jahren zuvor. Ich freue mich darüber, anderen Menschen helfen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie schafft es also ein Roman, eine Fiktion, mich derart zu schwächen? <br>Wie kann ein Schatzkisten-Element so sehr fehlzünden? <br>Nach einigen Stunden Selbstbetrachtung kam ich zu dem Schluss, dass es genau der fiktive Charakter der Beschreibung war, der mir zu schaffen machte. Es fällt mir viel leichter, der Erzählung eines Betroffenen empathisch zu lauschen und mit ihm oder ihr in einen Dialog über die Erfahrungen einzutreten. Ich habe sämtliche nonverbalen Kommunikationswege zur Verfügung, um die innere Qual meines Gegenübers aufzunehmen, mit zu fühlen und zu durchdenken. Diese Interaktionsmöglichkeit fehlt in der Fiktion. Indem ich meinem Gegenüber zuhöre, Fragen stelle, Perspektivwechsel anbiete und generell für ihn da bin, helfe ich ganz konkret. Und das wiederum hilft mir, mich dabei gut und hilfreich zu fühlen, etwas daraus zu lernen und zu wissen, dass mein eigener Zusammenbruch zu etwas Wertvollem und Wichtigem in meinem Leben geführt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anderen zu helfen, ohne mir selbst dabei zu schaden, ist definitiv ein wichtiges Element in meiner Schatzkiste. Genau so wie die Hörbücher.  Und wenn ich einem Hörbuch begegne, das meine seelische Haut gefährdet, dann schalte ich es einfach aus!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit sonnigen Grüßen, </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eure Leonessa (su)</p>
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		<title>Was fließt da auf der Straße ?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2020 11:11:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Empowerment]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrung]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne Tücher]]></category>
		<category><![CDATA[Kompetenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein knackiger Text, im jugendlichen Leichtsinn, über die Kompetenzverbesserung des Mausebärs (a.k.a. Thorten Dürholt) und seinem persönlichen Gewinn an der Krise.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ein <strong>knackiger</strong> Text, im <strong>jugendlichen</strong> Leichtsinn, über die Kompetenzverbesserung des Mausebärs (a.k.a. Thorten Dürholt) <strong>und</strong> seinem persönlichen Gewinn an der Krise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt ein faszinierendes Zitat für mein heutiges Thema:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><strong>Kaufe, wenn das Blut auf den Straßen fließt.</strong></p><cite>Nathan Mayer Rothschild, 1. Baron Rothschild (1840 &#8211; 1915), erster Rothschild-Bankier im britischen Erbadel</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Faszinierend ist nicht nur der Umstand, dass es wohl historisch nicht ganz einwandfrei bewiesen ist, dass es diese Aussage wirklich gab, sondern-  und vor &#8211; allem welche Wahrheit hinter dem vermeintlichen Zynismus verborgen liegt. <br>Ignorieren wir unseren humanistischen Ekel, werden wir feststellen, dass es schon immer die „unruhigen Zeiten“ waren, die für den Zuwachs an Gewinnen bei einzelnen Personen sorgte. <br>Der alte chinesische Fluch „mögest Du in interessanten Zeiten leben“, war für Händler scheinbar schon zu allen Zeiten eher ein Segen.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Was kann ich davon für mich gebrauchen?</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der Tatsache, dass ich weder ein Klorollen-Monopol auf die Beine stellen konnte, noch einen lukrativen Handel mit Desinfektionsmitteln begonnen habe, lässt schon erahnen, dass der Zwischenhandel nicht so ganz das Meine ist. <br>Auch dass ich mich Online lüsternden Hausfrauen willig zur digitalen Befriedigung ihrer Fleischeslust angeboten habe, erwies sich als &#8211; sagen wir mal nicht ganz so lukrativ. <br>Also finanzielle Erfolge waren bei mir bis jetzt nicht wirklich drin. <br>Trotzdem empfinde ich mich eindeutig als Profiteur der Krise. Ich habe einen Profit gemacht. Keinen Materiellen, wohlgemerkt, sondern einen viel wertvolleren. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Ich habe Kompetenzen erworben.</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Beginn der Krise arbeite ich mehr als vorher. <br>Nicht nur, dass mein Projekt „schöner wohnen“ durch mehrere Bauphasen gewandert ist, nein, ich habe auch andere Aufgaben für mich entdeckt. <br>Von einer dieser Aufgaben kann sich jeder sofort ein Bild machen. Es geht um meine täglichen Blog-Beiträge. <br>Nicht nur, dass ich eindeutig sehr stark therapeutisch mit mir selber arbeite und auf aristotelische Weise meine Leser zu meinem bezeugendem Freu(n)deskreis mache – ich lerne auch durch das Schreiben an sich. <br>Mein Ausdruck erweitert sich, ich spiele mit meinem Wortschatz und verbessere meinen Stil. Selbst meine Fähigkeiten des Tippens werden besser und Sonjas und Alex Argwohn zum Trotz, verbessert sich auch meine Grammatik. <br>Die täglichen Redaktionssitzungen öffnen mir auch neue Wege. Ich merke, was mir meine Redaktion bedeutet. Sanft üben wir uns in Kommunikation. <br>Auch die anderen Online-Kontakte bilden mich weiter. Ich übe mich in neuen Formen der Kommunikation. <br>Ich lerne (zwangsweise) eine ganz neue Ebene des Zuhörens. Nicht nur durch die Beschränkungen der natürlichen Kommunikationskanäle, sondern auch über den Umstand, dass man online halt nicht so ungestraft anderen ins Wort fallen kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es heißt ja, wenn einem Lebewesen ein Sinn entzogen wird, schärfen sich die übrigen Sinne umso mehr. <br>Schon im Mittelalter trainierten daher die japanischen Schattenkämpfer (Ninja) mit dem Entzug von verschiedenen Sinnen, um die Wahrnehmung zu verbessern. Genau das passiert jetzt gerade mit mir &#8211; ich absolviere ein Training.<br>Ich bastel zur Zeit fleißig an zwei Websites mit und arbeite mit verschiedenen Facebook-Möglichkeiten. Das alles mittlerweile über einen Linux-Rechner. <br>Ich, der vor drei Jahren noch nicht mal einen Social-Media-Acount hatte. <br>Da kann ich schon ein wenig stolz auf mich sein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hantiere mit unterschiedlichen Endgeräten und bin über mehre Kanäle erreichbar. <br>Und mein anderes Zeug bekomme ich auch erledigt. Ich koche sogar häufiger als vor der Krise. <br>Es gibt wahrscheinlich noch mehrere andere Dinge, die ich gerade vergesse, oder einfach unterschlage, aber meine Leser dürfen mich gerne daran erinnern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute darf man mich in den Kommentaren fröhlich beweihräuchern, heute ist ein Bärentag. <br>Am besten, jeder meiner Leser beweihräuchert sich gleich mal mit. <br>Einfach mal reflektieren, was uns die letzten Wochen gebracht haben – wo haben wir uns verbessert? <br>Da fällt doch Jedem was ein…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weil ich in den letzten Tagen immer so endlos gejammert habe, oder ausschweifend philosophiert (bzw. gelabert) habe, gönne ich mir &#8211; und auch der Redaktion &#8211; heute einfach einen kurzen Text.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wünsche allen einen schönen Bärentag,</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)</p>
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		<title>Speaker&#8217;s Corner: Noch einer dieser Tage&#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Apr 2020 15:56:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Asperger]]></category>
		<category><![CDATA[Depressionen]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrung]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfsmittel]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker´s Corner]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein persönlicher Einblick von unserem Gastautor Sascha Rück (Redaktionell bearbeitet und mit einem Vorwort von Thorsten Dürholt)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein persönlicher Einblick von unserem Gastautor Sascha Rück (Redaktionell bearbeitet und mit einem Vorwort von Thorsten Dürholt)</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Zu meiner großen Freude präsentiere ich Euch erneut einen Text von einem Gastautor.<br>Auch diesmal ist es wieder eine sehr persönliche Betrachtung, über die ich mich aufrichtig freue. <br>Sascha ist ein guter Freund von mir, was es schwer macht, den Text objektiv zu betrachten, aber das muss ich zum Glück auch gar nicht. <br>Ich hoffe, dass wir bald häufiger Gastautoren bei uns begrüßen dürfen und lade Euch jetzt ohne weitere Umschweife zu Saschas Text ein&#8230;</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Noch einer dieser Tage&#8230;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist das erste Mal, dass ich versuche meine Gedanken zu verschriftlichen.<br>Als Aspi und Kommunikationsass sollte mir dies nicht schwer fallen.<br>Tatsächlich fühle ich mich gerade eher in einem automatischen Schreibmodus, dass irgendwie Ballast mal aus meinem Hirn raus muss und aus Distanz und von Anderen betrachtet wird.<br>Ich bitte daher im Voraus um Verständnis, wenn mein innerer Lektor dieses Mal ausgeschaltet bleibt und ich &#8211; wie schon erwähnt &#8211; einfach automatisch schreibe.<br>Mausebär mag es dann in der Redaktion diskutieren und entscheiden, ob es veröffentlicht wird oder nicht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Prolog &#8211; Wild River</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Einer dieser Tage&#8230;das war ein Beitrag von Mausebär.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einer dieser Tage war gestern, wo ich mich tatsächlich in einem Zustand befand, wo ich kurz vor einem &#8222;Meltdown&#8220; stand.<br>Mir war alles zu viel.<br>Mein derzeitiger Job macht mir zwar Spaß, allerdings &#8222;bettel&#8220; ich schon seit Antritt der Stelle um eine behindertengerechte Ausstattung des Arbeitsplatzes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei meinem alten Arbeitgeber gab es dafür eine Schwerbehindertenvertretung &#8211; man ging hin, formulierte sein Anliegen, was man brauchte. Es kostete einen Anruf und eine E-Mail an den Integrationsdienst der Stadt und zwei bis drei Wochen später hatte man das Verlangte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier in der Niederlassung existiert (noch) keine Schwerbehindertenvertretung (SBV). Anträge werden über die Gesamt-SBV des Konzerns &#8211; welcher in Hamburg sitzt &#8211; geleitet und diese sollte im Idealfall für die Bereitstellung der notwendigen Mittel sorgen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Erster Akt &#8211; Das Drama nimmt seinen Lauf</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Weit gefehlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich äußerte, dass ich aufgrund meiner Schwerbehinderung eine besondere Ausstattung brauche, wurde ich erstmal schräg angeschaut.<br>Nun gut, der Betriebsrat (BR) erbarmte sich meiner, nahm meine Anliegen auf und leitete sie weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und es geschah &#8211; nichts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Rückfrage wurde mir mitgeteilt, dass dies erstmal über die Rechtsabteilung des anderen Standortes laufen musste (ich frage mich immer noch warum, da das Sozialgesetzbuch (SGB) alles klar vorgibt).<br>Nach weiteren zwei Wochen &#8211; in denen nichts geschah &#8211; und mehrere Interventionen an den BR später übergab man den Vorgang an die lokale Personalchefin.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zweiter Akt &#8211; Das Inferno</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann geschah etwas, was ich zwar schon vorausgeahnt hatte, was bei mir wiederum Frustrationen auslöste und in eine schwere depressive Episode führte. Symbolisch hätte ich mir in diesem Moment den Strick genommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wurde tatsächlich &#8211; und allen Ernstes &#8211;  gefragt, warum ich diese Hilfsmittel benötige (es handelt sich dabei um drei Monitore und einen Laptop).<br>Ich wies &#8211; zum Glück mit Hilfe eines BR-Mitgliedes, welches bei diesem Gespräch auf meinen ausdrücklichen Wunsch dabei war &#8211;  darauf hin, dass mir diese technischen Hilfsmittel meine Arbeit erleichtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Antwort kam dann: &#8222;Ja, nur im Zuge der Gleichberechtigung müssten das dann ja deine Kollegen auch haben. Hast Du nicht etwas Schriftliches, eine Empfehlung eines Arztes oder Psychiaters?&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">WTF &#8211; ich bin derjenige, der Hilfe braucht und muss mich allen Ernstes noch für meine Behinderung rechtfertigen?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Dritter Akt &#8211; Planet der verlorenen Zeit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Und da schaltete ich ab. Ich habe den Rechtfertigungsmodus so satt gehabt die ganzen Jahre, BEVOR meine Behinderung als solche festgestellt wurde.<br>Und hier geht es wieder von vorne los, weil sämtliche Leute keine Ahnung haben, wie man den Integrationsdienst als Arbeitgeber kontaktiert und um Unterstützung bittet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Letztendlich lieferte ich die lokale Adresse und man sicherte mir zu, mich sobald wie möglich zu informieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies ist jetzt auch schon wieder zwei Wochen her. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin durch Home Office gezwungen, mit einem aufs Minimalste ausgestatten Rechner und einem(!!!) Monitor zu arbeiten. Recherche kann nicht betrieben werden, da die IT-Regeln jede Seite, die aus Google weiter herausführt, blockt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück zu gestern.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vierter Akt &#8211; Samurai</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war durch das Wetter nicht gerade gut drauf &#8211; Wetterumschwünge führen bei mir zu Kopfschmerzen, die ich dann massivst mit Medikamenten unterdrücken muss, um funktionsfähig zu sein.<br>Und bedingt durch fehlende Psychopharmaka war ich seit Tagen auf kaltem Entzug, was mir meine Arbeit nicht wirklich erleichterte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem dann gestern mit Mühe und Not einige Reporte fertiggestellt waren, holte ich mir einen weiteren Kollegen ins Boot.<br>Ich war fertig, ich zitterte, ich hatte Mühe, mein äußeres Konstrukt zu wahren. Dennoch gelang es mir, mein Anliegen nochmal dringendst zu schildern, auch mit dem Hinweis, dass ich so nicht effektiv und effizient arbeiten kann und will.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Gespräch war mir wirklich zum Heulen.<br>Ich konnte es nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also ging ich auf Youtube und suchte mir was aus meiner Musikapotheke.<br>Es lief viel von Michael Cretu.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Samurai<br>Wild River<br>Zeitlose Reise<br>Planet der verlorenen Zeit</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und bei jedem Lied fühlte ich mich mieser. Ich postete sie auf Facebook mit einem Emoticon.<br>War es ein Hilfeschrei? <br>Lediglich eine Person hat diesen gehört und fragte mich, was passiert sei.<br>Ich habe nicht geantwortet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Epilog &#8211; Zeitlose Reise</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Heute wachte ich nach einer unruhigen Nacht mit weiteren Kopfschmerzen auf.<br>Okay, das war ein STOP meines Körpers (oder Geistes?).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem täglichen Teamgespräch nahm ich mir heute frei. Ich wollte und konnte nicht mehr.<br>Immerhin kam heute eine kurze Rückmeldung, dass sich die IT Abteilung telefonisch Montag bei mir melden will.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit dröhn ich mich aus meiner Musikapotheke mit Enya zu.<br>Macht nicht abhängig und beruhigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hoffe, wenn die Hilfestellung der &#8222;Happy Pills&#8220; eintrifft, dass ich dann wieder den Logiker (Vulkanier) in mir zum Vorschein bringe, der alles unter Kontrolle hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Falls Euch Ideen kommen, was ich noch machen kann, kommentiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grüße vom Polarbären </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Es ist natürlich maximalfäkalisiert, wenn man in seinen Problemen vom Wohlwollen anderer Personen abhängig ist. Schlimmer noch: wenn der &#8222;Gegner&#8220; eine Organisation ist, in der sich jeder Ansprechpartner auf die Sachkompetenz anderer beruft. Da hilft nur Geduld und zähes &#8222;daran herum nagen&#8220;. <br>Persönlich kenne ich &#8222;solche Tage&#8220; aus der &#8222;liebevollen&#8220; Zusammenarbeit mit dem Jobcenter, wo schon manche imaginäre Bissstelle die Tische garniert. <br>Im Namen der Redaktion wünsche ich Dir, lieber Polarbär, ganz viel Kraft und statt dauernd in trauriger Musik zu ertrinken, rate ich Dir zur Kontaktaufnahme mit wohlmeinenden Freunden. Manchmal muss der innere Verdauungsendproduktsbestand einfach sachgerecht entsorgt werden. </em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Also bleib mit uns im Gespräch.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Liebe Grüße,</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Thorsten Dürholt</em></p>
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		<title>Selbsthilfe im Ausnahmezustand: Gruppenstunde als Telefonkonferenz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sonja Utzenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2020 11:50:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rat und Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Selbsthilfe im Ausnahmezustand]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrung]]></category>
		<category><![CDATA[Gruppenstunde als Telefonkonferenz]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Erfahrungsbericht zu unserer Gruppenstunde am letzten Freitag als Telefonkonferenz über Meebl. 
Von Sonja Utzenrath.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ein Erfahrungsbericht zu unserer Gruppenstunde am letzten Freitag als Telefonkonferenz über Meebl. <br>Von Sonja Utzenrath.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wird das funktionieren?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Frage beschäftigte mich am letzten Freitag nach dem Öffnen der Telefonkonferenz, während ich auf die anderen Teilnehmer wartete. Wie werden die Teilnehmer mit den notwendigen Gesprächsregeln klarkommen? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bilder aus vergangenen Zeiten stiegen in mir auf, als ich mich mit meinen damaligen Kollegen international in solchen Konferenzen zu verständigen hatte. In englischer Sprache, die für die meisten Kollegen eine Fremdspache war. Welchen Stress es damals für mich bedeutete, eine Konferenz mit mehr als vier Teilnehmern zu leiten. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Es geht los</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als dann pünktlich zwischen 18:00 und 18:05 in schneller Folge sieben Mitglieder der Selbsthilfegruppe Recovery in der Leitung waren, atmete ich noch einmal tief durch und begann unser erstes virtuelles Audio-Gruppentreffen. Einer Begrüßung folgte ein eindringlicher Hinweis auf die Gesprächsdisziplin, verstärkt durch ein hilfreiches Beispiel:<br>Ich forderte alle Teilnehmer auf, gleichzeitig zu spechen. <br>Das babylonische Stimmengewirr verebbte bereits nach wenigen Sekunden. Alle hatten schnell festgestellt, dass es auf diese Weise nicht möglich ist, überhaupt jemanden klar zu verstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Selbsthilfegruppe zeichnet sich auch in unseren bisherigen Treffen durch eine ausgezeichnete Diskussionskultur aus. <br>Am Freitag war es nicht anders. Einem Blitzlicht (&#8222;Wie geht es mir heute?&#8220;) folgte eine &#8222;Selbsthilfe Pur&#8220;-Diskussion zu einem brandaktuellen Thema in der Gruppe, das nur am Rande mit Corona zu tun hatte. Reihum kam jeder zu Wort und stellte seine Erfahrungen und seinen Zuspruch zum Thema zur Verfügung. Als ich die Augen schloss und dem Gespräch lauschte, fühlte ich mich fast so, als wären wir alle in einem Raum &#8211; wie sonst auch. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich war die Moderation schwieriger, weil die nonverbalen Zeichen der Kommunikation wegfielen, die sonst häufig bei uns die Wortmeldungen einleiten. Aber diese Klippe haben wir gemeinsam erfolgreich umschifft. </p>



<h2 class="wp-block-heading">So weit gut &#8211; und dann?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Pünktlich gegen 19:00 begannen dann jedoch technische Probleme die Diskussion zu stören. Die Tonqualität der Übertragung verschlechterte sich rapide. Über die Ursache können wir nur spekulieren. <br>Ist die Konferenzzeit doch auf eine Stunde eingeschränkt? <br>Erhöhte sich das Datenaufkommen im Internet an einem Freitag Abend um 19:00 schlagartig?<br>Wir wissen es nicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben dann die Gruppenstunde abbrechen müssen. <br>Schade!<br>Es fehlte uns der übliche Abschluss unserer Treffen, das Blitzlicht &#8222;Wie geht es mir jetzt?&#8220;. <br>Daher telefonierte ich im Anschluss den ganzen Abend über noch mit den einzelnen Teilnehmern, damit bei keinem ein ungutes Gefühl zurückbleiben konnte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Aufwand, der sich in meinen Augen gelohnt hat. <br>Die Rückmeldungen der Teilnehmer betätigten dies auch. Ich bin stolz auf Euch!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Telefonkonferenz als Mittel der Kommnikation in einer Selbsthilfegruppe zu wählen, ist keine leichte Entscheidung. Die Gruppe ist auf auditive Kommunikation beschränkt.<br>In einer Zeit, in der so viele Menschen wie selbstverständlich über Zugang zu den verschiedensten visuell-auditiven Kommunikationsmitteln (über den PC oder das Smartphone) verfügen, mag es seltsam erscheinen, dass es durchaus noch Menschen gibt, für die dies nicht möglich ist. <br>Telefonieren können sie aber doch fast alle. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gespräch am Freitag hat mir gezeigt, dass es funktionieren kann. <br>Natürlich nur, wenn alle Teilnehmer die nötige Disziplin aufbringen &#8211; und die Technik nicht schlapp macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Haltet durch und bleibt gesund!<br>Eure Sonja</p>
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		<title>Gesellschaftsspiele im Netz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sonja Utzenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2020 14:52:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rat und Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Interaktion im Ausnahmezustand]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaftsspiele]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Kontakte]]></category>
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					<description><![CDATA[Dieser Gastbeitrag von Carsten Giesen reiht sich eher in die Kategorie "Rat und Hilfe" und "Soziale Interaktion im Ausnahmezustand" ein, als in die "Speaker's Corner". 
Er vermisste eines seiner schönsten Hobbies in Zeiten der "sozialen Distanz" äußerst schmerzlich, mit Freunden gemeinsam Gesellschaftsspiele zu spielen. 
Er suchte und fand eine Lösung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Dieser Gastbeitrag von Carsten Giesen reiht sich eher in die Kategorie &#8222;Rat und Hilfe&#8220; und &#8222;Soziale Interaktion im Ausnahmezustand&#8220; ein, als in die &#8222;Speaker&#8217;s Corner&#8220;. <br>Er vermisste eines seiner schönsten Hobbies in Zeiten der &#8222;sozialen Distanz&#8220; äußerst schmerzlich, mit Freunden gemeinsam Gesellschaftsspiele zu spielen. Und dabei einen gemütlichen Nachmittag oder Abend mit Tee und Knabbereien zu verbringen. <br>Er suchte und fand eine Lösung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ich will spielen! </h2>



<p class="wp-block-paragraph">von Carsten Giesen</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich vermute, vielen geht es in der aktuellen gesellschaftlichen Situation ähnlich wie mir &#8211;  sie ver­missen es, sich mit Freunden zu treffen und gemeinsam etwas zu machen und sich dabei zu unter­halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den gemeinsamen Dingen, die ich am meisten vermisse, zählen Gesellschaftsspiele. „Siedler von Cathan“ und „Carcassonne“ sind zwei Beispiele, die recht bekannt sind. <br>Aufgrund des Kontaktverbotes we­gen der Corona-Epidemie, geht das nun nicht wie gewohnt. Man darf sich nicht bei einem der Spieler treffen und an einen Tisch setzen. <br>Da wurde ich auf eine Webseite aufmerksam gemacht &#8211;  <a rel="noreferrer noopener" href="http://brettspiel­welt.de" target="_blank">brettspiel­welt.de</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dort kann man über 20 Gesellschaftsspiele im Internetbrowser gegen andere menschliche Spieler spielen. Der Dienst ist kostenlos, es genügt eine E-Mailadresse zur Anmeldung. <br>Die Brettspielher­steller stellen offenbar die Rechte an den Spielen zur Verfügung, weil sie es als Werbung ansehen. <br>Und man erhält einen Vierteljährlichen Werbe-Newsletter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Anmeldung muss man zunächst einen Benutzernamen festlegen. Dieser dient nicht nur zur Anmeldung, sondern auch als Spielernamen in den Spielen und zur Kommunikation z.B. in Einladungen zum Spielen. Dazu muss man ein Passwort festlegen. Es gibt Berichte, dass Sonderzeichen im Passwort zu Problemen führen können, daher ist es ratsam, sich auf Klein-, Großbuchstaben und Zahlen zu beschränken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Anmelden kann man sich in der „Spieleauswahl“(1) ansehen, welche Spiele zur Auswahl stehen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="484" src="https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2020/04/kommentiertes_Bilschirmfoto-1-1024x484.png" alt="" class="wp-image-435" srcset="https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2020/04/kommentiertes_Bilschirmfoto-1-1024x484.png 1024w, https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2020/04/kommentiertes_Bilschirmfoto-1-300x142.png 300w, https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2020/04/kommentiertes_Bilschirmfoto-1-768x363.png 768w, https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2020/04/kommentiertes_Bilschirmfoto-1.png 1127w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>kommentiertes Bildschirmfoto der BrettspielWelt</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Klickt man ein Spiel an, erscheint eine Beschreibung, in der es aber in erster Linie um die Bedienung des Spiels auf der Webseite geht. Die Spielregeln sollte man folgerichtig auf den Webseiten der Spielehersteller nachlesen. <br>Man kann hier durch Klick auf das Herzsymbol (2) Spiele als Favoriten markieren, damit man sie zum späteren Spielen in der Rubrik „Favoriten“ schneller findet und nicht alle Spiele durchsuchen muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter „Gesuche“ kann man sehen, ob jemand bereits Mitspieler für ein Spiel sucht. Hier kann man filtern lassen, ob z.B. nur bestimmte Spiele angezeigt werden sollen, welche Spieleranzahl vor­gesehen ist und vieles mehr. Dann kann man mit „Fremden“ spielen und diese gegebenenfalls kennenlernen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Häufiger wird man jedoch sich mit Bekannten zum Spielen verabreden. Das geht sehr gut, wenn man die Benutzernamen der Bekannten kennt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hat man unter &#8222;Spiele&#8220; eines ausgewählt, gibt es eine Schaltfläche, auf der „Spielen“ steht (3) und ein Pfeil nach unten. Mit Klick auf diesen Pfeil kann man Optionen für ein Spiel auswählen. Die wich­tigsten sind hier &#8222;Anzahl der Spieler&#8220; und &#8222;erlaubte bzw. notwendige Spieler&#8220;. <br>Dort kann man die Benutzer­namen seiner Bekannten eintragen, wenn man ausdrücklich mit diesen spielen will. <br>Wählt man dann „Spielen“, erhalten diese eine Einladung zum Spiel und das Spiel wird unter „Aktive Spiele“ einsortiert. <br>Dort kann man dann über ein Pfeil nach unten Spieloptionen auswählen, wie z.B. bei „Carcassonne“, mit welchen Erweiterungen gepielt werden soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Spieler die Einladung annehmen, wird der virtuelle Spieltisch zur Verfügung gestellt. Auf die Meldung „zum Chat gehen“ sollte man dann klicken. <br>Es wird ein Chat am rechten Rand geöffnet. Dort können die Mitspieler neben ihrem Namen auf ein „PLAY“-Symbol klicken, um Bescheid zu geben, dass sie mit dem Spiel anfangen können. Das Spiel wird eröffnet, wenn alle zugestimmt haben. <br>In dem Chatfenster tauchen dann Hinweise auf, wie z.B. erzielte Punkte. Man kann natürlich neben dieser Steuerung auch Nachrichten an die anderen Spieler schicken. <br>Wer ungern tippt, kann auch auf das Mikrofon-Sym­bol klicken, dann hören die anderen, was er am Computer sagt, sofern er ein Mikrofon angeschlos­sen hat und dem Browser den Zugriff darauf erlaubt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach kann man spielen, ähnlich wie am normalen Wohnzimmertisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob man die „Community“-Funktionen nutzen möchte, wie „den Sieger bekanntgeben“ oder ähnliche Spielereien, ist jedem selbst überlassen. Man kann alles sehr privat halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Ende des Spiels kann man einfach über eine Schaltfläche nochmal spielen, oder der Initiator beendet das Spiel und man startet ein anderes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Hinweis: Je nach Ansturm auf den Dienst kann es zu Überlastungen kommen. Wenn sich dadurch nur das Mikrofon abschaltet, kann man das durch erneutes Anklicken schnell beheben. Insbesondere am Wochenende abends kann es wohl auch passieren, dass ein Spiel komplett einfriert. Bisher musste man dann alles beenden und es nach einer Weile noch einmal versuchen. Das angefangene Spiel ist dann allerdings gelöscht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Spaß!<br>Carsten Giesen</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hoffe, dass diese Anregungen in der aktuellen Zeit auf unsere Leserschaft ebenso gute Auswirkungen haben, wie auf Carsten und mich. Entspannt mit Freunden einen virtuellen schönen Abend zu verbringen, hebt definitv die Stimmung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eure Sonja</p>
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