<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Gedanken &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
	<atom:link href="https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/tag/gedanken/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://erfahrungsexperten-niederrhein.de</link>
	<description>Selbsthilfe, Genesungsbegleitung und Betroffenenbeteiligung</description>
	<lastBuildDate>Thu, 20 Aug 2020 11:34:58 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>

<image>
	<url>https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2022/08/EaN_Logo_01_Bild-einzeln-transparent.png</url>
	<title>Gedanken &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
	<link>https://erfahrungsexperten-niederrhein.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Ich bin ein Egoist</title>
		<link>https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/ich-bin-ein-egoist/</link>
					<comments>https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/ich-bin-ein-egoist/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Aug 2020 11:34:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Egoismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Selbsterkenntnis]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/?p=3836</guid>

					<description><![CDATA[Der Mausebär (td) schreibt über seine eigenen Gedanken zum Thema Egoismus.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ich bin ein Egoist. Das ist für mich eine klare Sache und ich schäme mich nicht dafür. <br>Warum auch? <br>Denn was bedeutet Egoismus mehr, als Eigenliebe und auch Eigenverantwortung? <br>Warum sollte ich andere Personen und deren Bedürfnisse höher bewerten, als meine eigenen? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mann muss weder ein Arschloch sein, geschweige denn sich so benehmen, um ein Egoist zu sein, sondern ganz einfach entscheiden, seine eigenen Bedürfnisse an erste Stelle zu stellen. Das bedeutet nicht, dass mir anderer Leute Bedürfnisse egal, oder gar unwichtig sind. Warum auch? <br>Ich stelle nur anderer Menschen Bedürfnisse nicht über meine eigenen. Persönlich denke ich, dass seine eigenen Bedürfnisse hinter die Bedürfnisse seiner Umgebung zu stellen, einfach dumm ist. <br>Selbst bei Personen, für die ich Zuneigung, oder gar Liebe empfinde, ordne ich deren Bedürfnisse den meinen unter. <br>Warum tue ich das? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz klar, weil ich selber meine Bedürfnisse am besten verstehen kann. <br>Jeder andere Mensch kann meine Bedürfnisse nur erraten, erahnen oder erfragen, aber nicht unmittelbar empfinden. Daher bin ich auch der Einzige, der meine Bedürfnisse erfüllen kann. <br>Zwar können mir andere Menschen helfen, oder sogar noch konkreter, bin ich auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen, aber zur wirklichen Befriedigung meiner Wünsche muss ich selber die Verantwortung für mein Handeln und die Leitung meines Projektes übernehmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet in erster Linie, dass ich zu aller erst meine eigenen Ziele definieren sollte. <br>Obwohl mir die Gesellschaft schon oft vermitteln wollte, dass ich meine Mitmenschen und meine Umwelt als Faktoren bei der Zielbestimmung einbeziehen sollte, ist mir dieser Weg nun endgültig als ein Irrweg aufgefallen. <br>Es geht doch um meine Ziele und mein Leben, daher will ich auch zuerst definieren, was genau meine Wünsche und Ziele sind, unabhängig von Erreichbarkeit und Möglichkeit. <br>Da ich an äußere Grenzen des Machbaren schon früh genug auf meinem Weg stoßen werde, sollte ich diese nicht noch zusätzlich verinnerlichen und mir zu inneren Grenzen aufbauen. <br>Die Weltgeschichte kennt vor allem die Leute, die Grenzen überschritten haben und das Unmögliche geglaubt haben. <br>Warum sollte ich mich nicht an den Gewinnern orientieren? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Gesellschaft mag keine Außenseiter, erst recht nicht, wenn diese auch noch erfolgreich sind und dennoch werden sie als Zeichen des Fortschritts und des Erfolges gefeiert und beneidet. <br>Schon als Kind wurde ich von meiner Umgebung klein gehalten und es wurde stets versucht, meine Besonderheiten zu verstecken und zu unterdrücken, um mich zu einem konformen Gesellschaftsmitglied zu entwickeln. Natürlich wollte jeder nur mein Bestes und jeder hatte auch eine Vorstellung davon, was das denn sein würde, doch niemand kümmerte sich dabei um meine Gedanken und Ziele. <br>Selbst in meiner Therapie ging es darum, meine Persönlichkeit dahin zu bewegen, dass ich konformer in die Gesellschaft passe, ein weiterer Grund, warum ich Verhaltenstherapie nicht überzeugend finde. <br>Seit ich anfange, mich selbst zu entdecken und mich damit zu beschäftigen, was ich möchte und gutheiße, geht es mir deutlich besser. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Teenager habe ich die Werke von Nietzsche gelesen und habe darin seine interessante Weltsicht erfahren, die aufgrund des Missbrauches durch das Dritte Reich stark in Verruf gekommen ist. Es geht um die Theorie des Übermenschen und des Untermenschen. <br>Dank des Herrn Adolf H. zieht es jetzt wahrscheinlich bei einigen die Fußnägel nach oben, aber wer sich dennoch traut, einfach mal weiter zu lesen, wird schnell herausfinden, dass es mir weder um den faschistischen Missbrauch dieser Wörter geht, noch um einen Zusammenhang mit dem Herabwürdigen von Menschen.<br>In der Tat empfinde ich es als eine Art Krankheit unserer Gesellschaft, dass die Erhöhung des eigenen Ichs immer gleich in einem Topf mit der Erniedrigung anderer Menschen geworfen wird. <br>Nur, weil ich mich gut finde, heißt das doch nicht, dass ich automatisch jemand anderen schlecht finde. <br>Warum versucht man mir stets einzureden, dass ich mich selbst nur erhöhen kann, indem ich andere Menschen erniedrige? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Komme ich zurück zu dem bösen Ding mit dem Übermenschen und dem Untermenschen. <br>Nietzsche hat das Ganze schon ganz schön verschwurbelt ausgedrückt. Was ich daraus zu erkennen meine, ist eigentlich wesentlich einfacher zu erklären. <br>Es gibt zwei Arten von Menschen, die sogenannten &#8222;Übermenschen&#8220;, oder auch die &#8222;Starken&#8220; und die sogenannten &#8222;Untermenschen&#8220;, also die &#8222;Schwachen&#8220;. <br>Die &#8222;Untermenschen&#8220; haben sich im Rahmen der Entwicklung zusammen getan, um mit schierer Anzahl den &#8222;Übermenschen&#8220; zu unterwerfen. Ihre Werkzeuge waren dabei Gesetze, Moral und Religion. <br>Der &#8222;Schwache&#8220; hat also dem &#8222;Starken&#8220; erklärt, dass, wenn er ihm etwas wegnimmt, ihn die anderen &#8222;Schwachen&#8220; zur Verantwortung ziehen. Daher leben wir in einer Gesellschaft, die durch die &#8222;Untermenschen&#8220; dominiert wird, da die starken &#8222;Übermenschen&#8220; ja durch gesellschaftliche Normen und Regeln gebunden werden. <br>Das ist jetzt die krasse Darstellung, die man vielfach kritisieren kann, vor allem anhand der Frage, was denn jetzt den &#8222;Übermenschen&#8220;, den &#8222;Starken&#8220; ausmacht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich für meinen Teil sehe die Stärke eines Menschen darin, seine natürlichen Talente zu seinem (und seiner Mitmenschen) Vorteil einzusetzen. Unabhängig vom Thema, denke ich, dass jeder Mensch, der dem Weg seines Herzens folgt, unabhängig von der Meinung der Gesellschaft, ein Übermensch ist. <br>Da ich stets daran geglaubt habe, dass fast jeder Mensch (also außer mir jeder) ein besonderes Talent hat, glaube ich an den Übermenschen in jedem von uns. <br>Quasi eine geballte Kraft, die jeder von uns in sich trägt. <br>Jeder, der diese Kraft nicht nutzt, macht sich somit selber zum Untermenschen, beziehungsweise wird dahin „erzogen“ und durch die Werte, Regeln und Normen der Gesellschaft in diesem Status gehalten. <br>Wird sind philosophisch dann schnell schon fast bei dem guten Herrn Kant, wenn man meinem Gedanken folgt, dass die Erkenntnis unserer eigenen Stärke und das Nutzen unserer Talente der Schritt ist, um uns aus der Unmündigkeit der gesellschaftlichen Zwänge zu befreien. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer nahezu idealen Welt der aufgeklärten Menschheit würden meiner Meinung nach folgende Grundsätze reichen und bei Einhaltung sämtliche anderen Gesetze, Normen und Werte obsolet machen:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Die Freiheit des Einzelnen endet da, wo die Freiheit eines anderen beschnitten wird und erfordert somit einen Kompromiss, dem beide zustimmen können.</li><li>Das eigene Handeln ist nur in dem Umfang akzeptabel, in dem man das selbe Handeln auch anderen Menschen zugestehen kann. </li><li>Ein jeder sollte es sich zur Pflicht machen, seine Mitmenschen so zu behandeln, dass er diese weder behindert noch schädigt. </li><li>Ein Fehler ist dann ein Erfolg, wenn einer oder mehrere Menschen daraus lernen können.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke, viele Menschen würden mir zustimmen, dass es sich gut mit solchen Werten leben lässt, aber was hält uns davon ab? <br>Drei mächtige Antagonisten kommen mir gleich vor Augen, nämlich Gier, Neid und Angst. <br>Viele sehen diese drei Spieler als Teile des Egoismus, den ich ja eingangs erwähnt habe, aber ist es wirklich so? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Lässt uns Angst egoistisch werden oder macht uns Egoismus ängstlich?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke, die Verbindung zwischen Angst und Egoismus liegt in der negativen Bedeutung, die der Egoismus in der Gesellschaft hat. Ich habe keine Angst egoistisch zu sein, sondern für egoistisch gehalten zu werden. <br>Das ist ein wahnsinniger Unterschied, denn im Eigentlichen entspringt die Angst nicht dem Bedürfnis nach Egoismus, sondern aus dem Bedürfnis nach Egoismus entspringt die Angst vor der sozialen Verachtung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Macht mich Egoismus gierig? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich persönlich denke das nicht, sondern glaube sogar, dass Gier aus unterdrücktem Egoismus entsteht, denn durch nicht erkannte Ziele, Träume und Wünsche entsteht ein inneres Unglück, welches seinerseits nur durch Betäubung mit Ersatzbefriedigung zeitweise ruhig gestellt wird. <br>Aber da ja nur das Symptom behandelt wird, ändert sich nichts an dem eigentlichen Bedürfnis und so finde ich mich in einer Spirale der Ersatzbefriedigungen wieder, die zur Sucht verkommen. Und damit meine ich nicht nur materielle Süchte, sondern auch Sucht nach Anerkennung, Macht oder ähnlichem. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und was ist dann mit dem Neid? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Da frage ich mich doch gleich, wenn ich für die Befriedigung meiner Bedürfnisse sorge, was kümmert mich dann der Erfolg meiner Nachbarn? <br>Egoismus zielt auf innere Zufriedenheit ab, während der Neid als Hauptziel eine innere Unzufriedenheit hat. <br>Im Prinzip entsteht Neid als Konsequenz einer Leistungsgesellschaft, die uns weismacht, dass die teuersten Drogen die besten Drogen sind und uns vergessen lassen, dass die besten Drogen überhaupt ganz kostenlos von unserem eigenen Körper produziert werden. Wir müssen nur entdecken, wie wir ihn zur Produktion verleiten können. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich einen Text geschrieben habe, fühle ich mich wohl, das habe ich bei mir entdeckt. <br>Vielleicht ist das meine Stärke? Daher ist es für mich auch wichtig zu definieren, dass ich für mich schreibe, ganz egoistisch. <br>Wenn jemand das liest und sich dadurch gut fühlt, oder inspiriert, oder es ihm auf andere Weise hilft, dann freut mich das und streichelt auch meine Eitelkeit, aber das ist nicht mein Hauptzweck. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht wäre die Welt etwas besser, wenn wir alle Egoisten wären und damit offen umgehen würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer Mausebär (td)</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/ich-bin-ein-egoist/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Tod schläft in grünen Tüchern</title>
		<link>https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/der-tod-schlaeft-in-gruenen-tuechern/</link>
					<comments>https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/der-tod-schlaeft-in-gruenen-tuechern/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2020 11:33:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommissar Zufall-Fälle]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Prosatexte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne Tücher]]></category>
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/?p=2945</guid>

					<description><![CDATA[Ein Hauptkommissar Zufall-Fall vom kriminalistisch begabten Mausebär (td) zu Ehren einer Woche mit langem Wochenende.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ein Hauptkommissar Zufall-Fall vom kriminalistisch begabten Mausebär (td) zu Ehren einer Woche mit langem Wochenende.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dienstag Nacht, 23:35 Uhr. <br>Es war wieder einer dieser typischen Dienstagnächte, an denen alles passieren konnte.<br>Wolkenverhangen blickte der schmutzig-silberne Halbmond müde durch die leicht angestaubten Fensterscheiben der Amtsstube. Der Regen spielte ein entnervendes Stakkato, während er vom Wind gegen die Scheibe gepresst wurde. Für eine angeblich lauschige Juni-Nacht war es zu kalt und zu feucht. <br>Während der Mond von einer Wolke verdeckt wurde, stimmte ich leise das Lied von Rio Reiser an. „Junimond“, nichts passte zu dieser Stimmung besser als diese Reminiszenz an meine verflossene Jugend. „Es ist vorbei, bye bye“.<br>Mein Büro in der dritten Etage des Polizeipräsidiums war genauso zu einer Sackgasse geworden wie meine dritte Ehe, deren Scheitern mit jedem Tag mehr zur Gewissheit wurde. Ich war einer dieser glücklichen Menschen, deren Leben zugleich Einbahnstraße als auch Sackgasse war. <br>Wie vom Schicksal geführt, blickte ich auf die Uhr. Die Zeit dehnte sich wie das Nikotinkaugummi unter meinem Schreibtischstuhl, als plötzlich das Telefon mit schaurigem Ton die melancholische Stille meines tabakvernebelten Schreibzimmers durchdrang. <br>Ich drückte meine Zigarette im Kaffeebecher aus und nahm bedächtig den Hörer ab. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Selten klingelte es in der SoKo 42 der Kriminalpolizei, welche neben mir aus lediglich vier weiteren Beamten bestand, von denen einer ein deutscher Schäferhund war, was ihn nicht zum dümmsten Mitglied dieser illustren Truppe von Versagern unter dem Kommando des größten Verlierers von allen, nämlich Hauptkommissar Zufall, also mir, machte.<br>Ja, so war es, geboren als Rainer Maria Zufall, war es schon von meiner jüngsten Kindheit an mein größter Wunsch, Polizeibeamter zu werden. Trotzdem hatte mich ein harter Wind nicht den Weg die Karriereleiter hochgetrieben, sondern mich barsch auf das Abstellgleis einer mehr als verzichtbaren Sonderkommission, namens SoKo 42, von anderen Polizisten auch gerne SoKo „Pillepalle“ genannt, gedrängt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Müde und verbraucht hustete ich, unterstützt von den Folgen Jahrzehnte langer Nikotinabhängigkeit, meinen Namen in den Telefonhörer. Es war der Bereitschaftsdienst, der mich aufforderte, in die Mühlengasse 312 zu kommen, am besten sofort. Der Fahrdienst würde schon am Eingang Drei des Präsidiums warten. <br>Ich meinte einen lakonischen Unterton zu hören. Es gab wohl kaum einen Kollegen im ganzen Revier, dem die unglückseligen Umstände, die zum Verlust meiner Fahrerlaubnis führten, nicht bekannt waren. <br>Es war an der Zeit. Ich zog meine Hose an, die ich aus Bequemlichkeitsgründen auf der Stuhllehne verwahrte und nahm die Dienstwaffe aus dem Blumentopf mit dem Kaktus. <br>Mein Mobiltelefon und mein Notizbuch landeten genauso in der Innentasche meines beigen Trenchcoats, wie eine Schachtel Zigaretten, samt meinem treuem Zippo. Ein kurzes Kontrollschütteln überzeugte mich, das mein Dienstflachmann ordentlich betankt war. <br>Ich nahm einen letzten Schluck aus der Kaffeetasse, spuckte die versoffene Fluppe, die darin schwamm, geübt in den Papierkorb und verließ mein Büro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dienstag Nacht, 23:58 Uhr. <br>Der Dienstwagen schoss durch die Nacht. Eben hatte ich meinen besten Mann, Oberkommisssarin Gudrun Dinkelmeier, telefonisch zu der Adresse gebeten, um nicht ohne Unterstützung an einem Tatort zu sein. <br>Ich wusste weder, was uns bevorstand, noch wohin uns der mysteriöse Fall führen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittwoch Morgen, 00:21 Uhr. <br>Quietschend kam der Streifenwagen in der Mühlengasse zu stehen. Oberkommisarin Dinkelmaier stand bereits neben der Treppe, die zu dem Haus 312 führte. <br>Wie immer war sie vor mir da und trug eine enganliegende Motorradkombi, die ihren athletischen, aber dennoch weiblichen Körper perfekt betonte. Die Nonchalance, mit der sie ihren Motorradhelm locker in der Hand schwang, hätte manchen Mann in die Verzweiflung getrieben. Mich nicht, denn ich war bekennender Rotweintrinker. <br>Während sie ihr feuerrotes Haar lasziv schüttelte wie ein Mädchen aus einer Shampoowerbung wehte ein leichter Duft von Schleichwerbung in meine Nase, aber diese Ermittlung war nun mal durch Produktplatzierungen finanziert. <br>Ich nickte ihr knapp zu und begrüßte sie mit einem kurzen „<em>Gisela</em>“. <br>Sie erwiderte das Nicken. „<em>Womit haben wir es zu tun, Rainer?</em>“ fragte sie, während ihre dunkelgrünen Augen mich interessiert fixierten. <br>Wieder einmal wunderte ich mich, dass die ehemalige SEK-Beamtin, die jegliche Polizeiliche Ausbildung, samt Sondertraining und Verwaltungslehrgang 7B mit Auszeichnung bestanden hatte, immer noch in der lächerlichsten SoKo der ganzen Stadt diente. Oberkommisarin Dinkelmayr hätte in fast jeder Abteilung arbeiten können, aber Gabrielle war uns stets treu geblieben, oder besser gesagt mir, dem Chef des traurigen Haufens. <br>Ich zuckte ahnungslos mit den Schultern und zündete mir eine Zigarette an. <br>Noch im Licht meines Feuerzeuges öffnete sich die Haustür zu dem Mehrfamilienwohnhaus. <br>Die dienstbeflissenen Augen von Oberkommissar Spaltenstürmer, einem engagierten Arschkriecher des Morddezernates, blickten in unsere Richtung. Ich erkannte sofort die Abscheu meines ehemaligen Praktikanten in seinen hellblauen Fischaugen. Unser Verhältnis war, seit einer missglückten Liaison, nicht das beste, obwohl ich ihn vorgewarnt hatte. Ich war nun einmal der Typ Mercedes-Fahrer, da biss die Maus keinen Faden ab. Seine nicht erwiderte Liebe hatte er nie verkraftet und über die letzten Jahre hatte sie sich in das grüne Monster namens Missgunst verwandelt. <br>Es wunderte mich, dass mich Spaltenstürmer in seine Ermittlung einbezog. <br>Ich nahm noch einen tiefen Zug meiner Zigarette und schnippte den Rest achtlos über meine Schultern. Hinter mir hörte ich einen Schmerzensschrei, gefolgt von einem Fluchen. Die Stimme klang sehr nach dem jungen Polizisten der Fahrbereitschaft, aber ich durfte mich nicht von Details ablenken lassen. <br>Getrud folgte mir wie ein sehr wohlgeformter Schatten, während ich auf die offene Tür zusteuerte. „<em>Erwin, was gibt es</em>?“ richtete ich meine erste Frage an Spaltenstürmer. Er blickte mich kurz nichtssagend aus seinen kalten toten Augen an. &#8222;<em>Hauptkommissar Zufall, Oberkommissarin Dinkelmeir</em>,“ begann er sehr betont „ <em>Wenn sie mir bitte folgen würden</em>“. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir betraten den Flur des Mehrfamilienhauses. Es war ein typisches Reihenhaus im Stil der fünfziger Jahre. Sechs Parteien, ein einfacher Flur mit Treppe, alle sechs Wochen Flurdienst. Kein Aufzug, wie ich gleich sah. <br>„<em>Es ist im dritten Stock</em>“. Natürlich, es war immer der dritte Stock. <br>Das Treppenhaus wirkte nichtssagend. Nicht sauber, aber auch nicht dreckig. Nicht neuwertig, aber in Ordnung. Ein Treppenhaus wie viele andere in unserer Stadt. Wir folgten der Treppe zu ihrem logischen Ende. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der obersten Etage war die linke Wohnungstür offen. Daneben stand ein uniformierter Kollege, der beim Anblick von Spaltenstürmer, angesichts seiner offensichtlichen Kleinkariertheit, sogleich angstvoll Haltung annahm. Gerda und ich tauschten einen kurzen, aber vielsagenden Blick aus. <br>Aus der Wohnung kam Dr. Schrittlänge, der Gerichtsmediziner. Ich nickte ihm kurz zu. Kurz nickte er zurück und begrüßte mit einem tiefen Blick in das Dekolletee samt massiven Erröten meiner Begleitung. Deren, mittlerweile geöffnete, Motorradlederjacke und ihr knappes Top luden dazu gerade ein und Dr. Schrittlänge konnte solchen Einladungen von Natur aus nicht widerstehen. „<em>Fräulein Dinkelmair…,</em>“ begann er, bevor er rüde von Spaltenstürmer unterbrochen wurde. „<em>Die Fakten, Doktor, nur die Fakten</em>!“, forderte der missverstandene Karnevalsprinz im Beamtenzwirn. <br>Dr. Schrittlänge fing nervös an, seine Brille mit einem Taschentuch zu putzen. „<em>Ja, also, wir haben es mit einem männlichen Weißen im Alter von Anfang bis Mitte 40 zu tun. Er ist, sagen wir es mit einfachen Worten, tot</em>“ „<em>Ich brauche mehr Details</em>“, merkte ich ruhig an, während ich mir eine Aufmerksamkeitszigarette anzündete.<br>„<em>Nun ja, also, er ist, bzw. war, obwohl eigentlich ist er es immer noch, nun ja, sagen wir, adipös. Oder, wie wir Mediziner sagen würden, Adipositas per Magna, aber das hat mit der Todesursache überhaupt nichts zu tun, hoffe ich</em>.“ „<em>Wieso hoffen Sie das</em>?“ fragte Gina mit ihrer rauchigen Telefonsexstimme. <br>Fasziniert betrachtete ich die kleinen Schweißperlen auf seiner Stirn und das nervöse Nesteln an seiner Brille, als ihr Timbre seine gewohnte Arbeit tat. „ <em>Nun, Fräulein Dinkelmeyr, es ist die Art des Todes, wir haben es mit einer klassischen Asphyxia per Cricetinae zu tun</em>“. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine bedeutungsvolle Stille trat ein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurzentschlossen brach ich das betreten Schweigen und erklärte Spaltenstürmer: „<em>Das ist Erstickung durch einen oder mehrere Hamster, meist oral intubiert, bzw. eingeführ</em>t.“ Spaltenstürmer blickte genauso hilflos und fischig wie ein Goldfisch im Zahnputzbecher. <em>„Kommt häufiger vor, als man meinen mag</em>“ ergänzte der Pathologe. „<em>Schätzungsweise trat der Tod vor zwei bis drei Stunden ein, alles weitere erst nach der Autopsie</em>“ „<em>Von dem Opfer oder dem Hamster?</em>“, scherzelte Spaltenstürmer, um seine angeschlagene Autorität zu retten. <br>Mitleidig betrachtete Dr. Schrittlänge ihn. „<em>Erstens handelt es sich nicht um einen, sondern um fünf Hamster, der Familie Mesocricetus auratus, also Goldhamster, zweitens ist es eine allgemeine moralische Frage, wer hier das Opfer ist und drittens, Ja!</em>“ Er setzte die Brille wieder auf seine Nase und ließ den verdutzten Oberkommissar stehen, als er die Treppe nach unten nahm. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich blickte auf das Klingelschild der Wohnung. In fast kindlich anmutender Krakelschrift aus Druckbuchstaben, mit einem Kugelschreiber auf kariertem Papier geschrieben und danach abgerissen, stand unter dem Plastikschutz der Türklingel „T. Dürholt“. <br>Ich schob die Tür weiter auf und betrat die Wohnung. Während mir Gerlinde, ohne zu zögern, folgte, rief uns Oberkommissar Spaltenstürmer noch hinterher&#8230; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Fortsetzung folgt&#8230;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/der-tod-schlaeft-in-gruenen-tuechern/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>3</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Drei (Kopf-) Nüsse für Mausebär</title>
		<link>https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/drei-kopf-nuesse-fuer-mausebaer/</link>
					<comments>https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/drei-kopf-nuesse-fuer-mausebaer/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 May 2020 13:11:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Hobby]]></category>
		<category><![CDATA[Kreisende Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/?p=2705</guid>

					<description><![CDATA[Der Mausebär (td) schreibt heute ganz langatmig, warum er eigentlich nichts hat, über das er schreiben kann und präsentiert daher heute, welche Themennüsse in seinem Kopf schwer zu knacken sind.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Mausebär (td) schreibt heute ganz langatmig, warum er eigentlich nichts hat, über das er schreiben kann und präsentiert daher heute, welche Themennüsse in seinem Kopf schwer zu knacken sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute ist es schwierig, ein Thema zu finden. <br>Meistens greife ich nur in meinen Kopf und zack, da ist was. Warum klappt das heute nicht? <br>Ehrlich gesagt, Themen habe ich genug im Kopf, ich habe nur das Gefühl, dass keines davon in diesen Rahmen passt. Alles, was mich zur Zeit beschäftigt, sind halt schwer zu knackende Nüsse &#8211; sozusagen Kopfnüsse.<br>Zur Zeit beschäftigen mich drei zentrale Themen ganz prägnant, also drei Nüsse für Aschenbär, oder Mäuseputtel (je nach Geschmack). <br>Das eine sind die neuen Absprachen zur Hygiene und zum körperlichen Abstand, wie sie jetzt bis zum 29. Juni gelten sollen. <br>Das zweite ist der gesundheitliche Zustand meiner lieben Ehefrau und mein sozialer Umgang mit dem Pflegedienst. <br>Als drittes habe ich noch ein privates Projekt im Rahmen meines Hobbys (Rollenspiel), was mich zurzeit beschäftigt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist schwer, dementsprechend anderen Themen in meinem Kopf Raum zu geben, da sich eines dieser drei zentralen Gedankenkonstrukte immer wieder in den Vordergrund drängt. <br>Aber warum finde ich, dass diese Themen, die mich ja scheinbar so fundamental berühren, nicht in diesen Beitrag gehören? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke, ich werde mir kurz die Zeit nehmen, die Problematik, mit der ich innerlich kämpfe, zu erläutern. Dazu räume ich, in voller Erkenntnis meiner eigenen Inkonsequenz, jetzt jedem dieser Themen doch einen kleinen Raum ein.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Neues zu Corona</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wie schon angedeutet, macht es mir Bauchschmerzen, mich zu diesem Thema zu äußern. <br>Es gibt mittlerweile so viele Meinungen und Ansichten, dass es nahezu unmöglich ist, sich zu dem Thema eine objektive Meinung zu bilden und diese adäquat zu äußern, ohne nicht einer oder mehreren Personen auf die emotionalen Füße zu treten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Meinungsfronten sind so verhärtet, dass mir die gewählten Entscheidungsträger schon fast leid tun, da sie keine Entscheidung treffen können, die nicht einen Sturm der Entrüstung von irgendeiner Seite auslöst. <br>Viele versuchen dieser emotionalen Krise, die aus der medizinischen Krise erwachsen ist, durch Unverbindlichkeit zu begegnen, einfach aus Angst, sich als Anhänger einer falschen Meinung zu positionieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das schließt mich auch ein. Zwar kann ich sowieso nichts an den jetzigen Verordnungen ändern, außer den Weg des Protestes zu wählen (was nicht heißt, dass ich das tun würde), aber ich möchte mich auch nicht in die emotionalen Nesseln setzen. <br>Das Thema ist einfach mittlerweile zu groß und auch zu kontrovers, um eine einfache Meinung in den Austausch zu bringen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und so kommt zum verordneten körperlichen Abstandsgebot ein stillschweigendes meinungsbezogenes Abstandsgebot, was auch von vielen Kritikern lauthals verteufelt wird. <br>Ich mache mir selber so meine Gedanken und vermeide die Diskussion, da schon alles wichtige gesagt wurde. <br>Daher beziehe ich auch heute und hier keine Stellung, auch wenn mir das Thema wieder einige Zeit Recherchearbeit abgezwungen hat, denn es ist auch schwierig sich objektiv zu informieren – Leider.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die Pflege meiner Frau</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Schon von Natur aus sollte klar sein, dass ich hier nichts über den konkreten Gesundheitszustand meiner Frau berichte, dass wäre nicht angemessen. Es reicht wenn ich erwähne, dass es in den letzten Tagen einige milde, sagen wir Problematiken gab, die mich Zeit und Gedanken gekostet haben. <br>Es ist nichts, was nicht in den Griff zu bekommen ist, aber natürlich frisst es Zeit und Energie. <br>Leider bin ich schlecht darin, diesen Energieverbrauch nach außen zu kommunizieren. Aber ich habe das Gefühl, dass fast jeden Tag irgendeine neue Anforderung an mich gestellt wird und dementsprechend fürchte ich den morgendlichen Gang in die öffentlichen Räume meiner Wohnung. <br>Es ist halt doof, dass gerade einiges zusammen kommt und das hat auch nichts mit Schuld oder Vorwürfen zu tun, sondern es ist einfach eine Tatsache, dass diese Angelegenheit einen Teil meiner Aufmerksamkeit benötigt, den ich anderswo dann nicht mehr habe. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt, dass es ein persönliches Problem zwischen mir und der Geschäftsführung des Pflegedienstes gibt. <br>Das ist dahin gehend besonders Schade, weil die Mitarbeiter, die hier täglich ihre Arbeit machen, sowohl fachlich als auch menschlich einfach genau richtig sind und einen ausgezeichneten Job machen. <br>Mit vielen dieser „Dauergäste“ in meinen eigenen vier Wänden habe ich ein sehr gutes Verhältnis und zu behaupten, man arrangiere sich, ist weit untertrieben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Klar ist es manchmal nervig, den ganzen Tag eine weitere Person um sich zu haben, aber das Pflegeteam macht es einen über ihre Pflicht hinaus leicht, diesen Umstand meist zu übersehen. <br>Auch auf menschlicher Ebene entstehen Kontakte und darüber dann auch Beziehungen mit wertvollen Menschen, was mir die Situation „versüßt“. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider gibt es auf der oberen Organisationsebene eine Missstimmung, die mir nicht möglich ist aus dem Weg zu räumen und mich in die, für mich üble Situation bringt, von anderer Personen Entscheidungen und Handlungen abhängig zu sein. <br>Ich kann einen Konflikt, dem ich nur passiv begegnen kann, schwer aushalten, dafür bin ich zu ungeduldig. <br>Ich kann auch dieses Problem hier nicht näher erläutern, denn ich halte es für falsch, hier meine dreckige Wäsche zu waschen &#8211; hier ist nicht „Mausebärs sarkastischer Waschsalon“.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Mein Hobby</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich jetzt damit anfangen würde, was Rollenspiel ist, wie es funktioniert und was es so toll macht, würde ich die nächsten Stunden und Tage beschäftigt sein. <br>Ein komplexes Thema, wie ein leidenschaftliches Hobby, zu erklären, ist niemals so einfach, wie es sein könnte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Also knapp gesagt, Rollenspiel ist ein sehr aufwendiges Gesellschaftsspiel mit einem ähnlichem Suchtfaktor wie Heroin. <br>Wie bei jedem Hobby, gibt es unzählige Möglichkeiten, sich neben der direkten Ausübung des Spaßes, mit Vorbereitungsarbeiten, Recherche und ähnlichem zu beschäftigen. Man kann somit sowohl allein, als auch in einer Gruppe, sehr viel Zeit da rein investieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Da die Gruppenzeit unter dem Kontaktverbot leidet, erhöht sich der Bedarf der eigenen Beschäftigung mit dem Thema immens. <br>Man könnte sagen, der Entzug hat mich voll im Griff. <br>Es gibt in diesem Hobby sehr viel Raum für Kreativität und die Muse, die dafür zuständig ist, ich glaube dass ist Otakuria – die Muse der besessenen Fans, hat mir strahlend einen sehr gierigen Zungenkuss aufgedrückt. <br>Kurz, aus einer kleinen Idee wurde ein zeitfressendes Projekt, was mich viele Stunden an den Computer bannt, ohne das ich merke, wie die Zeit verfliegt. <br>Das alles, ohne zu wissen, ob dieses Projekt jemals zum Einsatz kommen wird. Manchmal bin ich halt bekloppt&#8230;</p>



<h4 class="wp-block-heading">Des Weiteren…</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, es gibt sogar noch ein paar kleine Dinge, die wie kleine Blütenfeen schillernd durch meinen Aufmerksamkeitsraum flattern und kichernd nach Beachtung suchen. <br>Zum einen wollen sowohl die beiden Frauen in meinem privaten Leben, also Mutter und Ehefrau (mal wieder bin ich froh, dass ich keine Tochter habe, sonst wäre das Hexentrio komplett) zumindest zeitweise meine ungeteilte Aufmerksamkeit. <br>Und dann ist ja auch noch der Hund, der gekrault werden will. <br>Zusätzlich wollte ich eigentlich noch einige Texte für eine Freundin schreiben, was ich glorreich vor mich hin schiebe &#8211; und nicht zu vergessen, dass ich den neckischen Plan hege, zusammen mit dem Schmusehamster einen Schundroman zu schreiben.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Fazit</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich hier schreibe, was mich alles vom Schreiben ablenkt, habe ich es tatsächlich geschafft, meinen heutigen Teil an Wörtern, mehr oder weniger sinnvoll, aneinander zu reihen. <br>Ich hoffe, dass es zu mindestens Unterhaltung bietet, denn inhaltlich habe ich ja weder eine Lösung angeboten, noch mein Dilemma so ausführlich beschrieben, dass der Leser sich daran erfreuen kann. <br>Auch Kunstfertigkeit und Witz blieben heute auf der Strecke. <br>Es verbleibt Offenheit und der Einblick in des Mausebärens Höhle. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Seid also willkommene Gäste. Und wenn Ihr wieder nach schweren Themen lechzt, dann schreibt mir doch mal Anregungen in die Kommentare. <br>Sonst müsst ihr weiter mit den seichten Gedanken eines viel beschäftigten, aber fröhlich schreibenden Mausebärs zufrieden sein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">So, jetzt alle man raus aus meiner inneren Höhle, der Mausebär braucht ein wenig Platz. <br>Morgen seid ihr alle wieder eingeladen, so ganz ohne Mindestabstand in die „Wunderbaren Welt des Mausebären“ &#8211; Ihr dürft sogar die Grünflächen betreten, nur wer dort grillen will, muss eine zusätzliche Grillwurst, extra für den Mausebär, auf den Rost legen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fluffige Grüße und eine bärige Umarmung sendet Euch der Mausebär (td)</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/drei-kopf-nuesse-fuer-mausebaer/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vatertag</title>
		<link>https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/vatertag/</link>
					<comments>https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/vatertag/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 May 2020 11:11:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstreflektion]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/?p=2626</guid>

					<description><![CDATA[Der Mausebär (td) lässt anlässlich des heutigen Tages seinen Gedanken zum Thema Vaterschaft freien Lauf.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Mausebär (td) lässt anlässlich des heutigen Tages seinen Gedanken zum Thema Vaterschaft freien Lauf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da ich ja mit der Heimfahrt eines gewissen Herren aus dem Nahen Osten (oder dem mittleren Osten, wie unsere amerikanischen Freunde sagen), eher wenig zu tun habe, kann ich mich, anlässlich des heutigen Feiertages, mit etwas völlig anderem beschäftigen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich spreche von der jährlichen Sauf-Eskalation, die, als Pendant zum lieblichen &#8222;Muttertag&#8220;, als &#8222;Vatertag&#8220; in die Annalen der menschheitsgeschichtlichen Abgründe eingeht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich will ich mich aber nicht über die Rituale dieses, von mir so bezeichneten, &#8222;Männertages&#8220; auslassen, denn nicht jeder der mitsäuft, hat schon seiner entsprechenden Zeugungspflicht genüge getan. Sondern ich möchte die Gunst der Stunde, bzw. des Tages, nutzen, um mir über das Konzept der Vaterschaft Gedanken zu machen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Thema Vaterschaft ist für mich seit jeher ein Reizthema. <br>Das liegt vor allem daran, dass ich weder aktiv noch passiv davon Ahnung habe. <br>Genauer gesagt, bin ich weder ein Vater, noch hatte ich jemals einen. <br>Das stimmt, biologisch betrachtet, natürlich nicht. Ich hatte eindeutig einen Erzeuger und dieser hat auch die ersten 1-2 Jahre meines Lebens scheinbar eine Rolle gespielt, nur habe ich daran keine bewusste Erinnerung. <br>Was ich von meinem Vater habe, sind eine Handvoll alter Bilder und eine Todesanzeige, was mir deutlich klar macht, dass ich die Person, die mit ihrem Samen zu meiner Entstehung beigetragen hat, niemals persönlich kennen lernen werde. <br>Das macht, für mich natürlich, auch die Frage unnütz, ob ich das überhaupt wollen würde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist ein Fakt, dass, zumindest soweit ich weiß, meine Mutter erst wieder eine feste Beziehung zu einem Mann hatte, als ich schon volljährig war. <br>Tatsächlich erinnere ich mich daran, dass sie fragte, ob es in Ordnung wäre, wenn ihr neuer Lebensgefährte als Gast zu meiner Hochzeit kommen dürfe, da er und ich uns ja noch nicht lange kannten. Natürlich durfte er. <br>Es war eine gute Entscheidung, da dieser Mann meine Mutter sehr glücklich gemacht hat und dieses sogar nach seinem Tod, durch sein geistiges Erbe, weiterhin tut. <br>Als Stiefvater habe ich ihn aber trotzdem nicht wirklich wahrgenommen. Ich war zu seinen Lebzeiten in so vielen anderen Konflikten, dass ich mir darüber keine Gedanken gemacht habe. Bevor sich dies ändern konnte, war seine Lebenszeit um. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal denke ich, dass es schwierig ist, mich auf dem Weg der Veränderung zu begleiten, denn jeweils in den signifikanten Zeiten des Umbruchs starben in meiner Gegenwart wichtige Menschen oder erlitten andere Schäden, wie zum Beispiel meine Frau ihren Schlaganfall. <br>Ich möchte das jetzt nicht zu einem Fluch hochstilisieren, aber es ist nun mal ein seltsamer Fakt, dass mein persönlicher Fortschritt immer unschuldige Opfer aus meiner nächsten Umgebung fordert. <br>Wäre eine prima Ausrede, mich nicht mehr zu entwickeln, gilt aber wahrscheinlich nicht, also Pech gehabt und zurück zum Thema. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Also, fest steht, dass ich von Vaterschaft soviel verstehe wie eine Kuh von Astrophysik. <br>Der ein oder andere weiß natürlich, dass ich gelernter Erzieher bin und damit zumindest etwas von Kindererziehung verstehen sollte, aber das ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. <br>Weder konnte mir die Ausbildung das Gefühl vermitteln, das ein Vater für seinen Sohn empfindet, oder ein Sohn gegenüber seinem Vater, noch mich darin ausbilden, ein Vater zu sein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn mir gute Freunde, die selbst Kinder gezeugt und auch aufgezogen haben, klar machen wollen, dass ich dieses Gefühl nicht verstehen kann, dann rennen sie bei mir offene Türen ein. <br>Klar habe ich Vorstellungen davon, aber das sind halt nur Vorstellungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein paar Sachen, die mir klar sind, bestehen aus dem Wissen, dass es mehr braucht, als seinen Samen zur Eizelle der Mutter zu transportieren, um ein Vater zu sein. Eigentlich weiß ich es nicht, aber ich habe da eine sehr feste Vermutung. <br>Es geht um eine Beziehung, ähnlich der Beziehung zur Mutter, aber doch ganz anders, glaube ich. <br>Wie gesagt, ich spreche nur aus Beobachtung, nicht aus Erfahrung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin froh, kein Vater zu sein, jedenfalls soweit ich weiß. Nicht, weil mich der Gedanke stört, denn das tut er nicht. <br>Manchmal frage ich mich sogar, ob ich etwas verpasse, aber es ist eine Tatsache für mich, dass ich dazu nicht geeignet wäre. <br>Mir fehlt, mangels eines Vorbilds, eine Vorstellung davon, was meine Aufgaben und Pflichten sein könnten &#8211; keine Ahnung, was ein Vater so macht. <br>Außerdem ist die Anfangszeit extrem schwierig, denn ich bezweifle ganz ausdrücklich, dass ich mit der Problematik von Windelwechsel und anderen fiesen Details, die mit Kleinkindern verbunden sind, zurecht kommen würde. <br>Angeblich helfen die natürlichen Instinkte darüber hinweg, aber ich fürchte, bei mir würde das nicht funktionieren. <br>Ich finde ja noch nicht mal Babys niedlich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das einzige Mal, dass ich so ein kleines Leben auf dem Arm hatte, war scheinbar für das Kind eine genauso schlimme Erfahrung wie für mich. <br>Ja, eine mir bekannte Mutter hatte mir ihren Säugling in den Arm gedrückt, aus welchem fieberhaften Wahn auch immer. Ich kam mir extrem seltsam vor und war wesentlich unprofessioneller als alle anderen anwesenden Herren der Schöpfung. <br>Und das mir, als ausgebildetem Profi!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Niemals habe ich einen Hehl daraus gemacht, dass meine profunden Fähigkeiten in der Erziehung bei aufkommender Pubertät meiner Opfer, sprich Schutzbefohlenen, liegt. <br>Mit den sogenannten &#8222;Pubertieren&#8220; komme ich bestens klar, da schlägt mein erzieherisches Herz und meine Kompetenz, aber die frühkindliche Entwicklung ist mir ein Graus. <br>Meine praktische Zeit im Kindergarten, also die &#8222;vier Monate des Grauens&#8220;, haben mich davon überzeugt, dass dieses Arbeitsfeld, im gegenseitigen Einverständnis, seine Tore dauerhaft vor mir verschließt. <br>Wenn ich nicht einmal professionell mit Kleinkindern umgehen kann, wie soll ich das erst 24 Stunden am Tag aushalten?<br>Am Ende würde ich mir, nur aus Fluchtgründen, eine Arbeitsstelle suchen, egal was, nur nicht zu Hause sein. <br>Davon, dass ich ein schlechtes Vorbild bin und meine Lebensführung in keinster Weise als jugendfrei einzustufen ist, will ich nicht einmal reden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher gönne ich den heutigen Tag ganz besonders jenen edlen Recken, die uns Männern alle Ehre machen und hervorragende Väter sind. Gönnt Euch heute etwas, bevor ihr wieder die Zukunft unserer Welt vorbereitet. <br>Sowohl meine Anerkennung, als auch mein Dank ist Euch sicher &#8211; und vielleicht spielt auch ein wenig Neid mit &#8218;rein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen schönen Feiertag genießt heute auch der Mausebär (td)</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/vatertag/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Labilität des Seins</title>
		<link>https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/die-labilitaet-des-seins/</link>
					<comments>https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/die-labilitaet-des-seins/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 May 2020 11:54:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Bilder]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirnkrampf]]></category>
		<category><![CDATA[Knoten im Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/?p=2612</guid>

					<description><![CDATA[Heute beschäftigt sich der Mausebär (td) mit einem flüchtigen Gedanken und wandert auf ganz anderen Pfaden, als es den ersten Anschein macht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Heute beschäftigt sich der Mausebär (td) mit einem flüchtigen Gedanken und wandert auf ganz anderen Pfaden, als es den ersten Anschein macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein neues Wort schwirrt mir gerade durch den Geist – Labilität. <br>Ich weiß gar nicht, woher es gerade kam. Ich fuhr den Computer hoch und dachte darüber nach, über was ich schreiben möchte und über den Gedanken, etwas über das Wesen der Existenz an sich zu meditieren, kam es plötzlich über mich: <br>„Die Labilität des Seins“ &#8211; könnte die Überschrift zu einem philosophischen Essay sein. <br>Oder der Titel zu einem Song einer Gruftiband aus den frühen 90er Jahren. <br>Vielleicht auch zu einem der scheußlichen Gedichte, die ich in meiner pubertären „Sturm und Drang Zeit“ verbrochen habe, obwohl diese ja eindeutig von den beiden ersteren Vorschlägen inspiriert waren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugegeben drücke ich mich sehr oft, vielleicht sogar meistens, etwas kompliziert aus und lasse gerne irgendwelche Phrasen meinem Mund entspringen, um diese dann mit ausschweifenden Erklärungen zu versehen. <br>Ein Machwerk mit dem Titel „Die Labilität des Seins“ zu beginnen, schürt große Erwartungen, denn was kann sich dahinter nur verbergen? <br>Die Auswahl besteht nur zwischen entweder pseudo- intellektuellem Geschwurbel, prosaisch-romantischem Gedöns oder einer inhaltsschweren philosophischen Erkenntnis. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Was es davon sein wird, liegt, wie bei vielen Dingen, mal wieder im Auge des Betrachters, oder in diesem Fall des Lesers. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich schon am Anfang mein literarisches Maul ganz schön aufgerissen habe. <br>Gierig habe ich den tiefschürfenden Gedanken in meinen Mund gestopft, ohne zu bedenken, dass ich vielleicht mehr abbeiße, als ich kauen kann. <br>Der Geifer läuft meine metaphysischen Lefzen runter und mein Atem hechelt schwer, während ich mit dem glutheißen Brocken, der glühend aus dem Sternenhimmel meiner inneren Welt, einem Asteroiden gleich, auf den Boden meiner mentalen Tatsachen gefallen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"> Einem Tier mehr ähnelnd als einem Menschen, reiße und zerre ich an der noch frischen Beute und versuche mit allen Nuancen meiner Sinne jedes Stück Erkenntnis aufzusaugen, während noch das frische jungfräuliche Blut meines erlegten Gedankengutes heiß über meinen zitternden Geist rinnt. <br>Das Wort „Labilität“ klingt in mir wie ein ferner Klang eines unbekannten Instrumentes, das eine uralte und doch neue Melodie intoniert. Ich versuche mich nicht zu verlieren, während ich mich mitreißen lasse und meinen Weg zu der tieferen Bedeutung dieses einzigartigen Klanges folge. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie ein Sahnebonbon, dieser einzigartigen Qualität, wie sie nur mein Großvater kaufte, oder wie es zumindest in der Werbung beschrieben wurde, lasse ich das Wort in all seinen Facetten über meine inneren Geschmacksknospen gleiten und gleich einem Weinkenner versuche ich, die tieferen Eindrücke zu verspüren. <br>Ich versuche, diesen Geschmackseindrücken Namen zu geben und sie zu sortieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Kategorien, wie wohlschmeckend oder eklig, eröffnen sich, um Teilen der gefundenen Anteile Schubladen zu verleihen, um sie für mich zu sortieren. Um die tiefsten Eindrücke zu erlangen, muss ich den Impuls, das Wort, in alle möglichen Bestandteile zerlegen, ja sogar sezieren, um all diese Informationen wieder in einer gewaltigen Komposition zu einem Crescendo der Erkenntnis zu vereinen. <br>Ich giere nach Abgleich, versuche, andere Worte zu finden, Informationen zu verknüpfen, Gedanken zu verweben, um ein Netz zu spannen, in dem ich die scheuen Gedanken, einem Wildtier gleich, einfangen kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte den ursprünglichen Impuls erhalten &#8211; nein, festhalten, mich an ihn klammern, um ihn nicht während des kalten Prozesses des Abgleiches in der Kühle meines Archivs erstarren zu lassen. <br>Tot wie jede Trophäe, jedes Fundstück, jedes Präparat in den inneren Hallen der Wissenschaft, wo die spielerische Neugier plötzlich von den kühlen Wächtern der Erkenntnis zur Räson gebracht wird. <br>So oft ich es genieße, durch diese kühlen und imposanten Hallen zu wandern und mich mit der Präzision analytischer Gedanken und der ewigen Verknüpfung von archiviertem Wissen zu amüsieren, ist mir doch heute mehr danach, dem launigem Jäger &#8222;Neugier&#8220; meinen Astralleib als Werkzeug für seine fröhliche Jagd zu verleihen. Teilhaftig zu werden, an den Emotionen eines jeden Bestandteils der Hatz auf das scheue Wild. Dem glockenhellem Klang zu folgen, ohne mich der Furcht der Willkür hinzugeben. Den reinen Genuss erlebbar zu machen und die Labsal, einer fröhlichen Hatz durch meine inneren Jagdgründe zu folgen, erquickt einfach meine Seele und lässt die Beute der gefundenen Erkenntnis um so heller strahlen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch immer klingt das Wort in mir nach und huscht gleich einem Eichhörnchen von Baum zu Baum. Kaum kann mein Auge folgen, wo sich der kecke Gesell versteckt. <br>Der tiefere Inhalt wird egal, es ist die äußere schimmernde Fassade, die mich reizt. Der Klang des Wortes und wie es sich auf meinen Lippen anfühlt. Die Komposition des Satzes im Sinne einer musischen Erfahrung. <br>Ich wiederhole es für mich ein Dutzend mal und schrecke auch nicht davor zurück, es leise in die physische Welt zu entlassen, um zu spüren, wie es sich auf der Zunge verhält. <br>Ich lasse es erst allein im Raum stehen und sende es erneut auf die Reise, diesmal im Geleit seiner Geschwister, der anderen drei Worte, die die Phrase „ Die Labilität des Seins“ bilden, die heute die Überschrift, ja sogar das Credo, meines Textes sein sollen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon lange habe ich die Ebene verlassen, auf der ich diese Worte für jemanden analysieren würde. Ich lasse es klingen und suche danach, wohin mich die Schwingungen tragen. <br>Und trotz der Vorbehalte, die aus den Tiefen des Zensurbüros meines Inneren dringen, kann ich nichts Böses in dem Klang erkennen. <br>Die Bedeutung mag vielleicht ein furchtbares Monster sein, aber das Gewand, in das sich dieses Monster kleidet, vermag mich zu entzücken und ein Stück weit auch zu entrücken. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hoffe darauf, dass ich das nächste Mal, wenn ich über meine eigene Labilität nachdenke, ein Stück dieser Ästhetik wiederfinde und mich daran erinnere, dass nicht alles dunkel ist an der Labilität. <br>Diese Erkenntnis möchte ich behalten, dass nicht alles schlecht ist, sondern auch Gutes und Kunstvolles, gar Starkes, darin liegen kann – und sei es nur der Klang. <br>Vielleicht macht mich dieser künstlerische Friedensschluss mit dieser Nemesis, die in mir liegt, ein klein wenig stärker, zufriedener und glücklicher. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sollte öfter mit den Worten, die mein Leben bereichern – denn das tun sie alle – so umspringen, das macht mich zufrieden und erfüllt mich mit Harmonie. Vor allem aber nimmt es dem Wort den Schrecken &#8211; der niemals im Wort selbst, sondern in der Bedeutung liegt &#8211; und Bedeutung ist schließlich nur Interpretationssache. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich überlasse es jetzt anderen, mit meinem Titel „ Die Labilität des Seins“ zu spielen. Möge jeder daraus machen, was ihm in den Sinn kommt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht habe aus diesem Text heute mal nur ich selber, für mich ganz persönlich, etwas gelernt, vielleicht auch nicht, aber vorkauen werde ich heute nichts, denn schließlich habe ich ja keinen Platz, da ich meinen Mund schon zu Beginn zu voll genommen habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit gerade sehr zufriedenen Grüßen von Eurem Mausebär (td)</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/die-labilitaet-des-seins/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
