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	<title>Gender &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<description>Selbsthilfe, Genesungsbegleitung und Betroffenenbeteiligung</description>
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	<title>Gender &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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		<title>Speakers Corner: Bin ich ein alter weißer Cis-Mann?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Sep 2022 03:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Guerrilla-Texte ohne Mitwirkung der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Guerilla-Texte]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein kleiner Guerilla-Text mit Selbstoffenbarung zum Wochenende aus dem Bedürfnis des Mausebär (Thorsten Dürholt) heraus.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Eine seltsame Frage führt zu einem Schwank aus meinem Leben. Vom Mausebär (Thorsten Dürholt), sehr tief aus seiner eigenen Lebensgeschichte gekramt.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">In letzter Zeit mache ich mir viele Gedanken über das Thema „Geschlechter“, sei es im Kontext der Sprache, als auch in der Frage des „Intersektionalen Feminismus“ und ich frage mich warum mich dieses Konzepte mit Ablehnung erfüllen? </p>



<h4 class="wp-block-heading">Was stört mich daran?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Bin ich am Ende tatsächlich ein „alter weißer CIS-Mann (ob so wirklich heterosexuell sei jetzt mal dahingestellt), also der Inhaber von traditionellen Privilegien und Vorteilen, der um diese bangt?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Vielleicht muss man dazu erst mal etwas über mein Geschlechterbild erfahren</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Um zu verstehen welches Geschlechterbild ich habe, muss ich ein wenig über mich erzählen und über mein Leben, welches dieses Bild geformt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin Ende der 70er Jahre auf diese Welt gekommen und habe keine Erinnerung an meinen Vater. Erfahren habe ich, dass er ein schweres Alkoholproblem hatte und unter Alkoholeinfluss zur Gewalttätigkeit neigte, was ich nicht weiter ausführen möchte, weil alle Erlebnisse aus diesem Bereich nur durch Dritte an mich gegeben worden. Ich war zu klein, um mich zu erinnern. <br>Meine Mutter hatte meinen Vater verlassen, um zu verhindern, dass mir etwas zustößt. Tatsächlich hat sie versucht die Situation so lange wie möglich auszuhalten, um mir einen Vater zu bieten, bis es halt nicht mehr ging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zeitlebens war für mich nur meine Mutter da, die ich für eine sehr starke Frau halte. Sie hatte mit vielen Widerständen zu kämpfen, abhängig davon, dass man zu der Zeit allein erziehende Mütter noch für untragbar hielt und sie ihre Befähigung als Mutter sogar beweisen musste. Zusätzlich war sie Vollzeit berufstätig und beruflich auch erfolgreich. Klar war sie dadurch sehr eingespannt und doch hat meine Mutter immer viel Zeit für mich und meine Fragen, Wünsche und Bedürfnisse gehabt. Sie ist in einer verdammt harten Situation gewesen und hat das niemals an mir ausgelassen. Sie hat mich niemals dafür Verantwortlich gemacht und sie hat mir Toleranz beigebracht. Eine Frau, die einen Grund gehabt hätte, wahrlich schlecht über Männer zu denken, die wahrhaften Sexismus und männliche Gewalt erlebt hat, hat mich niemals spüren lassen, das es was Schlechtes wäre, ein Mann zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Mutter wurde in der Erziehung von ihrer eigenen Mutter unterstützt, meiner heißgeliebten Großmutter. Ich habe die Zeit mit meiner Oma geliebt und ihr Tod hat mir mein Herz gebrochen. Meine Großmutter war eine starke Frau. Sie hat den Krieg mitbekommen, ist aus ihrer Heimat geflohen, war mit ihrer Schwester unter vielen Gefahren beim „hamstern“ und hat ihren Ehemann als schwerverletzten Krüppel aus dem Krieg zurück bekommen. Trotz allen hat sie ihn wieder gesund gepflegt und sich dabei um Haus und Garten und ihre zwei Kinder gekümmert. Mein Großvater war kein einfacher Mensch, sondern ein wahrhaftiger Haustyrann, obwohl ich ihn später nur als den wunderlichen und verschrobenen alten Mann kennen gelernt hatte, aber es wahr, wie ich aus vielen Geschichten erfahren habe wahrlich nicht einfach. Ich habe meine Großeltern nie zusammen erlebt, da mein Großvater auf seinen zahlreichen Geschäftsreisen wohl viele Affären hatte und meine Großmutter sich von ihm getrennt hat. Zu einer Zeit als das nicht üblich war. <br>Meine Großmutter wollte immer Künstlerin werden (nein, sie war eine Künstlerin) doch um ihre Kinder zu versorgen musste sie auf dem Amt als Schreibkraft arbeiten. Und das tat sie resolut bis zur Rente, ohne sich zu beklagen. Meine Großmutter kam jeden Schultag die 15 Kilometer zu Fuß zu uns nach Hause, damit Jemand da war, wenn ich von der Schule nach Hause kam und hat mir Zeit, Liebe und Aufmerksamkeit geschenkt. Sie hat den Grundstein zu meiner humanistischen Bildung gelegt und mich für Kunst begeistert. <br>Eine starke Frau, die Gewalt, Unterdrückung und Widerstand erlebt hat. Eine Frau, die in harten Zeiten „ihren Mann stehen musste“ und wahrscheinlich mit jedem miesen Klischee konfrontiert wurde, hat mir Verständnis, Toleranz und Moral nahe gebracht. Niemals hat sie mich spüren lassen, dass es was schlechtes wäre ein Mann zu sein, nie hat sie etwas schlechtes über Männer gesagt, sondern mir einfach durch ihre Art gezeigt, dass sie alles konnte und mir den Mut gemacht, dass ich auch alles erreichen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Kind habe ich mit Jungs gespielt und auch mit Mädchen. Ich habe mit Lego gespielt und mit He-man und bei einer Freundin genauso mit Barbie. Ich habe Klemmbausteine und Playmobil geliebt und noch viel mehr meine Plüschtiere, mit denen ich Höhlen aus Decken gebaut habe um darin zu lesen, zu Träumen und zu phantasieren. Wenn ich mit der anderen Kinder mit den Fahrräder durch den Wald gedüst bin, Hütten gebaut habe oder Abenteuer erlebt habe, war es mir egal, ob es Jungs oder Mädchen waren. Wir hatten einfach Spaß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst in meinen härtesten Pubertätszeit fand ich Mädchen nie doof. Da ich keine männliche Bezugsperson in dem Sinne hatte, habe ich so etwas in den Medien gesucht und mochte Action und Abenteuer. Doch habe ich schon früh dieses Männerbild wieder hinterfragt.<br>Unter meinen Freunden waren stets auch Mädchen und das nicht nur weil ich Mädchen sexuell interessant fand. Für mich war es egal, wenn ich jemand mochte, ob er Junge oder Mädchen war und ich habe nie einen großen Unterschied in den Freundschaften gesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit 19 Jahren habe ich geheiratet. Eine Frau die neun Jahre älter als ich war und die ich ein knappe Jahr vorher davon überzeugt habe, eine dysfunktionale Beziehung zu beenden. Über zwanzig Jahre hielt diese Ehe, bis ich zum unglücklicherweise zum Witwer wurde. Wir hatten viele gute Zeiten, aber auch harte Phasen mit Frust, Drogenmissbrauch, Krankheiten und Psychischen Problemen, Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Familienproblemen und vielem mehr. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Frau war bei mir, als ich in der Bundeswehrzeit zusammengebrochen bin und in die Bundeswehrpsychiatrie musste und letztendlich aus psychologischen Gründen ausgemustert wurde. Sie hat mich durch drei misslungene Versuche einer akademische Ausbildung begleitet und durch zwei gelungene Berufsausbildungen. Sie hat erlebt, wie ich mich monatelang von der Welt zurückgezogen habe und wie ich mit meinen inneren Dämonen gerungen habe. Sie hat mich durch harte Krankheitszeiten begleitet und mich gehalten wenn es mir schlecht ging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch sie hatte viele Probleme, ich habe sie durch ihre zweite Ausbildung begleitet, durch ihre MS-Diagnose. Ich war da, als sie durch eine nötige Operation ihre Fähigkeit verloren hatte Mutter zu werden, obwohl sie gerne ein Kind von mir gehabt hätte. Ich war da während der Zeit die sie in der psychiatrischen Klinik war und habe sie so häufig es ging besucht, um sie zu unterstützen. Ich war das wen sie nachts mit Panikattacken aufgewacht ist. Und als sie dann einen Schlaganfall erlitt, war sie ihre letzte Jahre als Schwerstpflegefall natürlich zuhause bei mir. <br>Sie war bei mir (und ich bei ihr) bis zu ihrem Tod, wie ich es mit 19 Jahren versprochen habe, ohne eine Frage. Dieses Versprechen war mir über 20 Jahre heilig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe meine Frau geliebt, sie war meine beste Freundin, sie war mein Kumpel mit dem ich Scherze gemacht habe, sie war die einzige Person, die mich jemals richtig erkannt hat. Sie hat mich vieles gelehrt und mir vieles geschenkt.<br>Da wir immer ehrlich zu einander waren, habe ich viel durch ihre Augen sehen können. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und auch über Emanzipation haben wir geredet. Ihre Meinung war stets, dass sich die Männer endlich anpassen sollten und ihre eigene Emanzipation suchen sollten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wir waren über 20 Jahre zusammen, gleichberechtigt Seite an Seite und stets habe ich mich auf sie verlassen und sie auf mich.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich was gelernt habe von diesen drei starken Frauen in meinem Leben, dann ist es das eine:</p>



<h4 class="wp-block-heading">Es ist egal mit welchen Geschlechtsteilen du geboren wurdest, sondern es zählt nur was Du für ein Mensch bist</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist mir absolut egal, was andere Menschen für Feminin oder Maskulin halten, diese Klischees existieren in meinem Kopf nicht wirklich, weil ich für jedes dieser Klischees genug Beispiele erlebt habe, die mich auf positive Art von etwas anderem überzeugt haben. Es mag biologische Unterschiede geben, aber die rechtfertigen für mich keine soziale Abspaltung oder Trennung.<br>ja, es gab früher die Legende von Mädchenkram und Jungszeug, dass fand ich schon als Kind seltsam, als Jugendlicher albern und mittlerweile als unnötige Kategorien, die man bloß nicht wieder einführen sollte.</p>



<h4 class="wp-block-heading">So enden wir jetzt mit der Frage des alten weißen Cis-Mann.</h4>



<p class="wp-block-paragraph"> Ja, ich hatte nie einen Grund meine männliche Identität in Frage zu stellen, auch wenn ich als Kind gerne meinen rosafarbenen Pulli getragen habe. Auch wenn ich als Jugendlicher lange Haare hatte und mir Fingernägel lackiert und Lippenstift aufgetragen habe (Kayal sowieso).<br>Ja, ich bin sichtbar europäischer Abstammung. Da ich Sonne hasse, bin ich tatsächlich sehr bleich. <br>Und Alt? Eine Frage der Betrachtung. Mit langsam Mitte 40 bin ich jetzt nicht mehr neu.<br>Ich bin Eindeutig ein alter weißer Cis-Mann. <br>Bei anderen Themen spiele ich im Minderheiten-Bingo zwar gut mit, aber dass tut hier nichts zur Sache.<br>Ich sehe mich jedoch weder als Inhaber von Privilegien, noch habe ich das Gefühl mein Geschlecht hätte mir Vorteile gebracht. Aber selbst wenn, gönne ich meine nicht erkannten Vorteile und Privilegien all den Menschen da draußen, die sie brauchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube nur nicht , dass ich mir noch von jemanden erzählen lassen muss, was Gleichberechtigung ist, weil die lebe ich seit über 40 Jahren auch ohne Aufklärung.<br><br></p>
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		<title>Speaker&#8217;s Corner: Entgendern ?!?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Sep 2022 12:04:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär (Thorsten Dürholt) wirbt als Kompromiss für die "gendergerechte Sprache" mit der Methode "Entgendern nach Phettberg"]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Ein Kompromiss den ich unterstützen kann</h3>



<h4 class="wp-block-heading">Ein Beitrag vom Mausebär (Thorsten Dürholt), der einen versöhnlichen Schritt in Richtung Gendergerechtigkeit gehen will.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Vor wenigen Tagen habe ich geschrieben, warum ich meine persönlichen Texte nicht gendern werde. <br>Nach wie vor vertrete ich diese Haltung, aber der zunehmende Druck der Gesellschaft, beziehungsweise eines kleinen, aber sehr lauten Teils der Gesellschaft, zwingt mich dazu, Kompromisse zu finden. <br>Zumindest für bestimmte Auftragsarbeiten und Schreiben, die ich in Vertretung einer Körperschaft mache, die dem Gedanken des Genderns aufgeschlossen gegenüber steht.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was aber macht Sprache Gendergerecht?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Persönlich denke ich verstanden zu haben, dass es darum geht, die Sprache so zu gestalten, dass die Bilder, die sie vermittelt, nicht mehr auf einen geschlechtlichen Archetyp hinweisen. Einigen Menschen ist das generische Maskulinum immer noch zu sehr mit dem Gedanken einer männlichen Vormachtstellung verbunden. <br>Ob dieser Gedanke gerechtfertigt ist, das ist ein ganz anderer Konflikt, den ich hier nicht erörtern werde, denn beide Seiten in dieser Diskussion haben valide und weniger valide Argumente.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Aber was ist dann Gerecht?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Gerecht wäre es, wenn es einen Weg gäbe, alle Menschen, gleich ihres biologischen oder sozialen Geschlechtes immer dann anzusprechen, wenn es sich um eine heterogene Gruppe (also mehr als nur eine geschlechtliche Identifikation in der Gruppe vorhanden) handelt, das Geschlecht nicht bekannt ist (und nicht angenommen werden soll) oder es schlichtweg in dem Moment keine Rolle spielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diesen Effekt kann man zum Beispiel erlangen, in dem man alle Menschen anspricht, zum Beispiel als Leser*innen oder Leser_Innen. Hier soll verdeutlicht werden, dass sowohl Menschen, die sich als Leser, als auch Personen, die sich als Leserin identifizieren, angesprochen sind. Das zusätzliche Sternchen oder der Unterstrich (oder beliebige andere Zeichen) stehen hierbei, für alle diejenigen, die sich in den klassischen Geschlechterrollen nicht wiederfinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Kritik daran ist, dass diese Schreibweise nicht nur kompliziert ist, woran man sich gewöhnen könnte (was ein guter Hinweis darauf ist, dass die geschlechtliche Identität auch nicht immer einfach ist), sondern vor allem, dass es nicht integriert, sondern eigentlich ausgrenzt. <br>Aus der <em>Gruppe der Leser</em>, werden die Gruppen <em>der Leser</em>, <em>der Leserinnen</em> und <em>der Lese-was-auch-immer</em>. Eine vorher homogene Gruppe, geeinigt im Konsum der selben Literatur, zerfällt zu mindestens drei verschiedenen Gruppen. <br>Das mag gerecht sein, ist aber meiner Meinung nach nicht inkludierend.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was ist das Problem?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt stehen sich sogar mindestens zwei Probleme gegenüber. <br>Zum einen die gerechtfertigte Forderung der Menschen, in die Sprache inkludiert zu werden und einen Platz darin zu finden und zum anderen die verbitterte Ablehnung des generischen Maskulinums aufgrund der umstrittenen Geschichte der Geschlechtergerechtigkeit. <br>Und das Ganze bitte inkludierend und machbar!</p>



<h4 class="wp-block-heading">Geht nicht? Gibt es Nicht!</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem hat eine einfache Lösung, nämlich das generische Maskulinum zugunsten eines generischen Neutrums abzuschaffen. <br>Richtig, jetzt kommen wir zum Entgendern. <br>Wenn das Problem darin besteht, dass sich manche Gruppen mit der Verwendung des Maskulinums nicht angesprochen fühlen, müssen wir ein neutrales Geschlecht entwickeln, das jeden einschließt, gleich seines Geschlechtes (oder anderer Sachen). <br>Die Lösung wäre, wie ich es schon lange vermute, aus der deutschen Sprache mit ihrem generischen Geschlecht eine Sprache mit einem natürlichem Geschlecht (wie in der englischen Sprache) zu machen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Kompliziert? Gar nicht!</h4>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Lösung gibt es bereits.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Thomas Kronschläger, promovierter Literaturdidaktiker der Technischen Universität Braunschweig und begnadeter Science Slammer, hat es geschafft, mich in einem <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.youtube.com/watch?v=1BfDggDMId4" target="_blank">Beitrag zu einem Science Slam</a> (eine Art Kurzvorstellung wissenschaftlicher Forschung und Ideen) und in einem <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.youtube.com/watch?v=EDpUMk4pddg" target="_blank">Interview</a> davon zu überzeugen, dass die Methode des Entgenderns nach Phettberg eine Lösung darstellt, die mich zufrieden stellt und für mich auch (zumindest da, wo nötig) anwendbar ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inspiriert durch den österreichischen Philosophen, Künstler und Kabarettist <a rel="noreferrer noopener" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hermes_Phettberg" target="_blank">Hermes Phettberg</a>, der diese Methode 1992 zuerst verwendete (es ist also etwas Erprobtes) schlägt Herr Kronschläger vor, wie es von Hermes Phettberg verwendet wurde, immer dann, wenn eine Person angesprochen wird, deren Geschlecht nicht bekannt oder im Kontext nicht erwähnenswert ist, die Grundform der Bezeichnung mit einem angehängtem „Y“ zu verwenden und den neutralen Artikel „Das“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/" target="_blank">Ein guter Artikel</a> schaffte es, mir das Prinzip nahe zu bringen und endgültig verständlich zu machen, so dass ich ihn jedem interessierten Menschen empfehlen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So redet man dann, statt von <em>eine/r Ärzt*in</em>, von <em>ein Ärzty</em>. <br>Somit sind sowohl „<em>die Ärztin</em>“, als auch „<em>der Arzt</em>“ (und alle anderen Geschlechtsformen) in dem Begriff „<em>das Ärzty</em>“ inkludiert.<br>Sollte ich zum Beispiel nach einem Zahnarzt suchen in einer fremden Stadt, kann ich nach <em>einer Zahnärztin</em> fragen, wenn ich auf eine weibliche Repräsentantin der dentalen Künste bestehe oder nach <em>einem Zahnärzt</em>y, wenn mir das Geschlecht egal ist (wie es das bei mir normalerweise ist).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mehrzahl verwendet ebenfalls ein „<em>Das</em>“, beziehungsweise die Mehrzahl &#8222;Die&#8220;, als Artikel und die Grundform der Ansprache mit einem angehängtem „ys“. Aus <em>den Lesern</em> werden somit <em>die Lesys</em>.<br>Klingt kompliziert, aber schon zu meinen Zeiten der kurzen Besuche einer höheren Bildungsakademie wurde von Seiten der Studentenschaft oft von „<em>den Studies</em>“ gesprochen, da ist der Weg zu „<em>den Studys</em>“ ein recht kurzer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klar machte es das auch nicht alles einfacher, aber in der Wahl zwischen „<em>der/ die Oberbürger*innenmeister*innenassistent*in</em>“ und „<em>das Oberbürgysmeistyassistenty</em>“ finde ich das zweite sowohl einfacher im Sprachgebrauch, als auch deutlich leichter zu schreiben.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Mein Fazit</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird sicher Situationen geben, in denen es sprachlich wichtig sein kann, auf die Vielfalt der Menschen hinzuweisen und das sei den entsprechenden Aktivisten auch unbenommen, doch dies ist nicht inkludierend, sondern exkludierend.<br>Wenn man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen will, kann man halt entweder (gendergerecht) ein Apfel und eine Birne sagen oder (entgendernd) zweimal Obst. <br><strong>Inkludierend ist es, wenn man Obst sein darf und nicht, wenn man als liebe Äpfel und Birnen als zwei Gruppen angesprochen wird.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher werde ich da, wo genderneutrale Sprache wichtig ist, mich der Methode des Entgenderns nach Phettberg bedienen und diese auch als Lösung für die EaN UG anregen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich danke euch, liebe Lesys*</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer Mausebäry</p>



<p class="wp-block-paragraph">*Und ja, ich finde das auch niedlich und weich, etwas was die harte deutsche Sprache gebrauchen kann. „<em>Du Arschlochy</em>“ oder du „<em>mieses Schweiny</em>“ klingt gleich viel weniger aggressiv.</p>
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		<title>Speaker&#8217;s Corner: Der Mausebär gendert nicht!!!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Sep 2022 11:41:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär äußert sich zur Genderfrage.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Nein, der Mausebär verändert seinen Schreibstil nicht. <br>Ich habe nicht vor in absehbarer Zeit mit Sternchen oder Doppelpunkten meine Texte ins unleserliche zu verändern um den Punkt Rechenschaft zu bieten, dass es neben dem weiblichen und männlichen jetzt auch weitere soziale Geschlechter gibt, denen man sich angehörig fühlen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe weder ein Problem damit, dass es Menschen gibt, die sich biologisch dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen (Transsexuell) oder Menschen, die sich in ihrer Identität einem anderem Geschlecht zugehörig fühlen (Transgender).<br>Auch der Umstand, dass keine der beiden etablierten Geschlechterrollen auf jeden Menschen passt und es daher auch andere Möglichkeiten der Identität gibt, stören mich nicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Sag mir, als was Du wahrgenommen werden willst und ich werde es versuchen zu verstehen und zu respektieren.</em> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich allerdings schreibe, verwende ich weiterhin das jeweilige generische Geschlecht und zwar so wie immer, ohne dabei eine tatsächliche geschlechtliche Zuordnung im Kopf zu haben. <br>Zumeist wird das generische Maskulinum verwendet, weil es kurz und einfach ist. Die Aussage, dass ich durch die Verwendung des generischen Maskulinums allerdings eine geschlechtliche Deutung vornehme, ist eine reine Interpretation des Lesers und für die Bilder im Kopf meines Lesers kann und will ich keine Verantwortung tragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich will auch nicht krampfhaft alles aufweichen, um im Sumpf der Geschlechtslosigkeit zu versacken, wo wir alle Teilnehmende statt Teilnehmer sind, denn spätestens bei Teilhabende, statt Teilhaber wird es kompliziert, auch durch die Doppelbelegung der Bedeutung mancher Wörter. <br><strong>Das tut der Sache nicht gut</strong>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich verweigere mich nicht, weil ich ein Problem habe, Leute zu integrieren. Auch nicht, weil ich ein Problem damit habe, dass Menschen mit einer anderen Identität die gleichen Rechte haben die mir auch zugesprochen werden (zumeist sogar mehr). Sondern allein, weil durch die Beschäftigung damit eine Spaltung in meinem Kopf erst entsteht. <br>Bei meinen sozialen Kontakten ist es mir zumeist egal, welches Geschlecht mein Gegenüber hat oder welchem er sich zugehörig fühlt. Das ist für mich nur einer von vielen Aspekten, die eine Person ausmachen und für mich kein Wertungskriterium. <br>Wenn ich allerdings anfange, mir Gedanken zu machen, wie ich jemanden integriere, empfinde ich Wut, Traurigkeit und auch Hilflosigkeit, denn hinter der Forderung, meine Sprache zu ändern, steht die Anschuldigung, ich würde Menschen aufgrund meiner Sprache diskriminieren. Ich fühle mich davon angegriffen und das erzeugt erst eine Abgrenzung in meinem Kopf, nämlich zwischen den Leuten, die mich so verstehen, wie ich rede und den Leuten, die beleidigt sind, wenn ich sie nicht explizit und auf ihre Weise beachte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Jeder Mensch ist für sich eine Minderheit, denn er ist als Individuum einzigartig. </em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher wird es nie gelingen, jeden Menschen persönlich und gerecht anzusprechen. Ich denke das Problem liegt nicht darin, ob ich meine Leser im generischen Maskulinum anspreche, sondern einfach darin, dass ich mir wünsche, dass jeder Mensch in seiner eigenen Identität die Selbstsicherheit und Akzeptanz findet, dass er sich als Leser identifizieren kann. <br>Dahinter steckt einfach die Hoffnung, dass ein Leser für mich eine Person ist, die gleich ihrer geschlechtlichen Identität, ihrer sexuellen Ausrichtung, ihrer kulturellen und religiösen Herkunft und Zugehörigkeit, ihres Alters, Bildungsstandes oder Vermögens angesprochen wird, in der Gewissheit, dass ich niemanden exkludiere, nur weil ich die Worte knackig halte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich empfinde die sogenannte „gendergerechte“ Sprache weder als <strong>barrierefrei</strong>, noch als <strong>intuitiv</strong> (was Sprache sein sollte). <br>Aber was mich vor allem stört ist, dass es ein weiterer Teil der Veränderung unserer Rechtschreibung ist, die, angefangen bei der Rechtschreibreform, die Verbindlichkeit unserer Sprache aushöhlt. Es gibt keine klaren Regeln, kein Richtig und Falsch und doch wird erbittert darum gestritten, diskutiert und argumentiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch rein sachlich erfüllt das Thema für mich keinen Sinn. Ich habe die Argumente angehört, geprüft und überdacht. Das Ergebnis war, dass der Mehraufwand, meine eigene Sprachgewohnheit anzupassen, keinen Mehrwert für mich oder mein Umfeld hat. Im Gegenteil entzweit es in meinem Kopf die Menschen mehr, als es sie vereint. Inklusion bedeutet für mich, unsere Gemeinsamkeiten zu finden und darauf aufzubauen und nicht, uns unsere Unterschiede beständig unter die Nase zu reiben.<br>Inklusion beginnt vor allem im Kopf und in der Wahrnehmung. Es geht darum, dass ich andere Menschen als gleichwertig und auf Augenhöhe betrachte. Dafür braucht es aber kein &#8222;Du und Ich und der da und auch noch die da und dann noch die Anderen&#8220;, sondern ein <strong>Wir</strong>. Und das auch in der Sprache. Die Sprache zu verändern, verändert nicht das Denken, sondern wenn sich das Denken verändert, verändert sich die Sprache.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht passe ich meine Sprache irgendwann von selbst an, wenn ich einen sprachlichen Ausdruck gefunden habe, der zu meinem inneren Inklusionsgedanken passt, aber im Sinne meiner Meinungsfreiheit und der Freiheit meines persönlichem Ausdrucks, möchte ich dafür gerne meinen eigenen Weg entdecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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