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	<title>Gesellschaftsspiele &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<title>Gesellschaftsspiele &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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		<title>Wenn Stierexkremente sich richtig reihen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jun 2020 14:59:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaftsspiele]]></category>
		<category><![CDATA[inneres Team]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
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		<category><![CDATA[Unorthodoxe Allegorien]]></category>
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					<description><![CDATA[Aus Spiel wird heute Ernst, während der Mausebär (td) die Spielregeln erklärt, mit denen sein inneres Team ihn ärgert.]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Aus Spiel wird heute Ernst, während der Mausebär (td) die Spielregeln erklärt, mit denen sein inneres Team ihn ärgert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">[LIVE und liebevoll lektoriert vom Schmusehamster (ak) um 22:36 MESZ] </p>



<p class="wp-block-paragraph">Den heutigen Tag widme ich einem ganz besonderem Spiel. <br>Es ist eine Variante des bekannten Gesellschaftsspieles „Bingo“. Obwohl ich denke, dass fast jeder „Bingo“ eigentlich kennen sollte, werde ich es der Vollständigkeit halber kurz zusammenfassen. <br>Bei dem Spiel bekommt jeder Mitspieler eine Bingokarte (oder mehrere, je nach Absprache). Auf diesen Karten sind 16 Felder mit eingetragenen Zahlen (meist zufällig bestimmt), die in vier Reihen zu jeweils vier Spalten (also gleichmäßig) auf der Karte verteilt sind. <br>Ein Mitspieler betätigt einen Zufallsgenerator, der eine beliebige Zahl aus dem Zahlenraum, aus dem auch die Zahlen auf der Karte stammen, generiert. <br>Diese Zahl wird durch einen Ansager (der neutral ist, also keine Karte vor sich hat) verkündet und alle Mitspieler prüfen, ob sie diese Zahl auf ihrem Bogen haben. <br>Sollte diese Zahl in einem der 16 Felder auftauchen, wird sie vom Spieler markiert. <br>Hat nun einer der Spieler vier markierte Zahlen in Reihenfolge, entweder horizontal, vertikal oder diagonal, ruft er laut „Bingo“. <br>Der Ansager, welcher auch als Schiedsrichter fungiert, prüft die Richtigkeit anhand seiner Aufzeichnungen der ausgerufenen Nummern (ja, die sollte er sich notieren) und wenn diese mit jenen markierten Ziffern auf dem Spielschein des Rufenden identisch sind, hat dieser Mitspieler die aktuelle Runde gewonnen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Glücksspiel wird gerade in den Vereinigten Staaten als gerne genutzte Alternative zu einer reinen Tombola als Preisverteilungssystem bei mehr oder weniger wohltätigen Anlässen genutzt. In dem Fall werden die Bingokarten ähnlich wie Lose gegen ein bestimmtes Entgelt verkauft, was einem Spieler auch erlaubt, sich mehrere Karten zu kaufen. Während die Einnahmen als Spende dienen, werden im Spiel attraktive, meist gespendete, Sachpreise an die glücklichen Gewinner gebracht. <br>Das ist wie Lotto, nur mit dem Unterschied, dass man beim Lotto erst ankreuzt und dann die Zahlen bestimmt werden. <br>Da keine Karte mehrmals dabei sein darf, bestimmt die Anzahl der Karten auch den Zahlenraum, in dem sich die ausgelosten Zahlen bewegen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Soweit, so bekannt. Der Name dieses Spiels ist zu einem geflügelten Wort geworden, mit dem man beschreibt, dass sich eine Situation zur eigenen Zufriedenheit entwickelt hat. <br>Meistens genutzt, wenn mehrere positive Faktoren (oder auch zynischerweise verwendet bei mehreren negativen Faktoren) für den Nutzer des Wortes zusammen fallen.<br>Nähern wir uns jetzt der Variante, die mich heute beschäftigt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit einigen Jahren grassiert eine beliebte Variante dieses sonst als &#8222;altbacken&#8220; verschrienen Spiels, in diversen Jugendszenen. Diese Variante nennt sich „Bullshit-Bingo“, also „Stier-Exkrement-Bingo“, was, im Gegensatz zu einer englischen Variante, bei der darauf gewettet wird, auf welches der markierten Felder eine Kuh ihren nächsten Fladen legt, überhaupt nichts mit Verdauungsendprodukten der liebenswerten Wiederkäuer zu tun hat. <br>Im amerikanischen Slang ist jenes besagte Verdauungsendprodukt ein Synonym für Unsinn, Dummheiten und Gelaber. So wie man in deutscher Tradition seinem Gegenüber nichts vom (sprichwörtlichen) Pferd berichten sollte, mag der Amerikaner an sich scheinbar keine Informationen über die Verdauung von Stieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte, die dahinter steckt, mag bestimmt genauso interessant sein wie die des uninteressanten Pferdes, aber gerade bin ich nicht in Recherchelaune und möchte Euch auch weder von dem ominösen Pferd, noch von Ferdinands (dem Stier aus einem Beitrag vom Schmusehamster) Verdauung berichten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Worum es sich bei &#8222;Bullshit-Bingo&#8220; handelt, ist genauso einfach wie perfide. <br>Ein ahnungsloses Opfer wird von der Spielgruppe ausgewählt und damit gleichzeitig sowohl zu Ansager, als auch Zufallsgenerator, lediglich die Aufgabe des Schiedsrichters bleibt ihm verwehrt. <br>Es werden Karten mit ausgewählten, entweder häufig genutzten Phrasen und/oder Verhaltensweisen des „Opfers“, bestückt und diese an die Mitspieler verteilt. <br>Zu einem vorher unter den Spielern festgelegten Anlass wird jetzt das „Opfer“ von allen beteiligten Spielern auf das genaueste beobachtet und die Nutzung der vorbestimmten Elemente auf seiner Karte zu notieren. <br>Zu einem passendem Augenblick, ganz nach Vorbild des &#8222;normalen&#8220; Bingo-Spiels, ruft dann der „Gewinner“ lauthals „Bingo“ und alle Mitspieler genießen die Verwirrung der umstehenden und unbeteiligten Personen, nicht zu vergessen jene Irritation und Peinlichkeit des bis dato uneingeweihten &#8222;Opfers&#8220;. <br>Das mag nicht freundlich erscheinen, hat aber auch viel mit sozialer Hygiene zu tun und, ähnlich wie beim Mobbing, macht es zumeist allen aktiven Mitspielern, nicht jedoch dem passiven &#8222;Opfer&#8220;, Spaß. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die moralischen Aspekte dieses Spiels will ich mich auch gar nicht viel auslassen, obwohl das ein Thema für einen gesamten Beitrag seien könnte, sondern es geht mir darum, dass ich heute morgen an dieses Spiel verstärkt denken musste. <br>Der Grund war, dass aus einem tiefen Winkel meines inneren Teams ein lautes &#8222;Bingo&#8220; herausschallte. <br>Ja, der Mausebär hatte es geschafft, einem seiner inneren Persönlichkeiten zu einem Bingo zu verhelfen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist mir nicht neu, dass eine gewisse Gruppierung innerhalb meines inneren Parteitages schon seit Jahren dieses, in diesem Fall ausschließlich freundlich gemeinte, neckische Spiel mit mir treibt. So manches mal sitzt mein Ich unbedarft in froher Runde mit meinem inneren Team und plötzlich höre ich ein kicherndes „Bingo“ in meinem Hinterkopf. <br>Zumeist dann, wenn ich unterbewusst wieder zu irgendwelchen Phrasen oder Verhaltensweisen gegriffen habe, von dem mein inneres Team weiß, dass sie mich selber an mir stören. Ich reibe mir sozusagen spielerisch mein eigenes Versagen unter die Nase. <br>Es ist sensationell, aber ich habe eine der höchsten Stufen der Masturbation erreicht, ich kann mich selber „mobben“. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ganze würde natürlich nicht funktionieren, wenn ich nicht diverse „Fehler“ in meinem System hätte. Damit meine ich eben jene von meinem inneren Team im &#8222;Bullshit-Bingo&#8220; aufs Korn genommenen Verhaltensweisen, auf die ich unterbewusst zurückgreife, obwohl sie mich an mir selber stören. <br>Es ist ein offenes Geheimnis, dass ich mich trotz narzisstischer Persönlichkeitsstörung &#8211; oder gerade deswegen &#8211; nicht sonderlich leiden kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum nicht? <br>Nun, ich habe einen sehr stark ausgeprägten inneren Perfektionisten, der äußerst hohe Ansprüche stellt. Ansprüche, denen ich selber gar nicht genügen kann. Während ich langsam dem Lernprozess folge, diesen inneren Kritiker neu zu bewerten, um seine Fähigkeiten als Motivator weiter zu nutzen, aber seine zerstörerischen Ansichten nicht auf mein Selbstbild zu übertragen, muss ich mit diesem Element meiner Persönlichkeit jeden Tag aufs Neue umgehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist ein Stück meines täglichen Kampfes, der ein Bestandteil dessen ist, dass ich ein Betroffener bin. <br>Es ist Teil meiner Erkrankung, der ich mich immer wieder stellen muss. </p>



<p class="wp-block-paragraph">So sehr, wie mein innerer Narzisst versucht, mein fehlendes positives Selbstbild durch äußere Bestätigung zu kompensieren, was auch der Grund ist, aus dem dieser Teil meiner Persönlichkeit entstanden ist, kollidiert er immer wieder mit meinem inneren Kritiker. <br>Der latente Streit zwischen den Leuten, die hinter meinem Bewusstsein (Alex würde es den Pressesprecher nennen) stehen, treibt mich in innere Verzweiflung, bis hin zur Erkrankung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grund meiner Depressionen liegt in zwei Faktoren:<br>Zum einen fehlt mir Vertrauen, denn mein Urvertrauen wurde in meiner Historie immer wieder auf das Übelste vernichtet, was meinen inneren Perfektionisten befeuert hat.<br>Zum anderen fehlt mir Selbstbewusstsein, bzw. Selbstvertrauen, ein Umstand, der meinen inneren Narzissten geboren hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon früh habe ich gelernt, meine Angst und Schüchternheit durch lautes und aggressives Verhalten zu kompensieren und entwickelte meine innere „Rampensau“, die immer dann übernimmt, wenn ich mich unsicher fühle. <br>Statt zu lernen, diese Gefühle zu überwinden, habe ich durch viele Elemente meine innere „Rampensau“ gestärkt und ihr neue Masken, Techniken und Ähnliches beigebracht, um dem unerbittlichen „Bullshit-Bingo“ meines Kritikerteams zu entgehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber man kann sich nicht vor sich selbst verstecken und noch weniger sich selbst entkommen. Es gibt keine Möglichkeit, sich von sich selbst scheiden zu lassen. <br>All diese Persönlichkeitselemente in mir sind erschienen, um zu bleiben, wahrscheinlich bis der Tod uns scheidet. <br>Ich weiß, dass meine einzige Möglichkeit zur &#8222;anständigen&#8220; Recovery der Weg der Akzeptanz ist. Das heißt, zu lernen, diese Elemente in mir zu verstehen und zu mögen, um mir anzueignen, mich selber zu mögen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterbewusst war mir schon immer klar, warum auch der Narzisst in mir erschienen ist &#8211;  jedes Persönlichkeitsmerkmal erfüllt einen Zweck, auch wenn dieser manchmal nicht offensichtlich ist &#8211; der mir einfach sagen will, dass, wenn andere Leute mich mögen können, dann kann ich doch gar nicht so schlimm sein, für wie ich mich selber halte. <br>Ein beständiger Streit des Narzissten mit meinem inneren Kritiker, dem Perfektionisten, welcher dem Vertrauen ins Gesicht fäkalisiert und jedes Kompliment, das ich höre, in negative Aussagen uminterpretiert, ist unvermeidlich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wahrscheinlich werde ich weiter daran arbeiten müssen, Tag für Tag, und weiterhin das gelegentliche „Bingo“ in meinem Hinterkopf ertragen. Es ist ja auch eine gute Maßeinheit, nicht für die Verbesserung meines Verhaltens, sondern für meinen Umgang mit mir selbst. Wenn ich irgendwann selber bei dem Spiel mitmache, dann habe ich einen großen Meilenstein auf meinem eigenen Weg erreicht, aber ein kleiner Meilenstein ist ja schon, meinem inneren Team die Freude am Spiel zu gönnen und einfach mal zu akzeptieren, dass ich bin, wer ich bin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer, heute selbstreflektierender, Mausebär (td)</p>
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		<title>Diskutieren, wie der Mausebär es mag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2020 13:05:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
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					<description><![CDATA[Aus gegebenem Anlass formuliert der Mausbär (a.k.a. Thorsten Dürholt) seine Meinung über gute Diskussionen mal auf spielerische Art.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Aus gegebenem Anlass formuliert der Mausbär (a.k.a. Thorsten Dürholt) seine Meinung über gute Diskussionen mal auf spielerische Art.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mal wieder habe ich festgestellt, dass ich irgendwie etwas vermisse. <br>Ich vermisse eine anständige Diskussionskultur. <br>Nicht erst seit gestern, sondern schon eine geraume Zeit, plagt mich das Gefühl, dass meine Mitmenschen keinerlei Gefühl für Gesprächsetikette haben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Statt lange herum zu meckern, was ich mich stört, würde ich heute gerne einfach vorstellen, wie ich mir eine gute Diskussion vorstelle. <br>Das dauert nicht lange, ist wahrscheinlich eingängig und jeder, der mich dann demnächst in einer Diskussion genau so behandelt, kommt auf meine interne Liste der coolen Leute, fest versprochen.<br>Um es zu vereinfachen und auch, weil ich die Form aus bekannten Gründen mag, versuche ich mal die  Regeln einer für mich gut geführten Diskussion als Spielregeln zu formulieren.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Spielregeln für das Gesellschaftsspiel „Diskutieren, wie der Mausebär es mag“</h4>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><strong>Diskutieren, wie der Mausebär es mag &#8211; die Spielregeln</strong></p><p><strong>Spieleranzahl</strong></p><p>Das Spiel kann von 3-8 Personen im Alter von 14-99 Jahren gespielt werden. <br>Theoretisch können auch mehr Spieler teilnehmen, davon rät der Spielentwickler aber unbedingt ab. <br>Regeln für das Spiel mit zwei Personen werden demnächst im Erweiterungsset angeboten.</p><p><strong>Spielvorbereitung</strong></p><p>Das Spielfeld sollte eine gemütliche Situation sein, in der sich alle Personen gegenseitig direkt anschauen können. <br>Es eignet sich hervorragend ein sogenannter Stuhlkreis (dabei stehen die Stühle in einer kreisförmigen Formation mit der Sitzlehne nach außen), oder bei gewünscht weniger Kontakt, eignet sich auch ein einfacher Tisch als Mittelpunkt. <br>Die Umgebung sollte möglichst &#8222;reizarm&#8220; sein, um die Konzentration der Spieler nicht zu stören. <br>Die Mitspieler sollten sich in einer geeigneten Distanz zueinander hinsetzen. <br>Die Empfehlung ist hierbei, so nah aneinander zu sitzen, dass man sich verstehen kann, aber nicht so nah, dass ein körperliches Unwohlsein auftritt. <br>Vom Sitzen auf dem Schoss wird explizit abgeraten.<br>Die Spielrunde einigt sich auf ein Diskussionsthema. <br>Vorgefertigte Themen finden sich in jeder Nachrichtensendung und auch gratis im Internet. <br>Es ist empfehlenswert, dieses Thema schon frühzeitig festzulegen, um den Spielspaß durch passende Vorbereitung zu erhöhen.<br>Aus den Mitspielern wird  ein Spieler bestimmt, der die Rolle des Moderators bekommt. <br>Können die Spieler sich nicht auf einen Moderator einigen, wird der Mitspieler zum Moderator bestimmt, der am Spielort das Hausrecht vertritt. <br>Im Anschluss wird der Startspieler bestimmt. Startspieler sollte möglichst der Mitspieler mit dem Themenvorschlag sein, oder der unerfahrenste Mitspieler.</p><p><em><strong>Spielstart</strong></em></p><p>Der Moderator stellt noch mal kurz das Thema vor. <br>Diese Erklärung darf maximal fünf Sätze umfassen, die jeweils nur drei Nebensätze enthalten dürfen. <br>Sollte der Moderator das nicht einhalten können, muss er beim nächsten mal eine Moderationskarte vorbereiten und seine Einleitung nach dem Ende des Spiels als Protokoll ausformulieren und an alle Mitspieler einzeln in handschriftlicher Kopie überreichen. <br>Dann übergibt der Moderator an den Startspieler. <br>Dieser formuliert dann eine dem Thema entsprechende Aussage, die eine Meinung oder Behauptung, im weiteren als These bezeichnet, enthält. <br>Diese These wird für die gesamte Spielrunde benutzt.</p><p><strong>Spielverlauf</strong></p><p>Die anderen Mitspieler dürfen sich nun eine passende Antwort, im weiteren Spielverlauf Argument genannt, überlegen. Ein Argument muss zwingend eine einzelne, zu der These passende, Aussage enthalten und darf durch eine einfache (also kurze) Erklärung begründet werden. Das Argument darf nach freier Wahl des Mitspielers die These unterstützen oder widerlegen. <br>Der Mitspieler signalisiert daraufhin dem Moderator durch Handzeichen, dass er sein Argument vorbereitet hat. <br>Der Moderator erteilt nun den einzelnen Mitspielern das Wort. Hierbei achtet er auf eine möglichst faire Verteilung der Sprechanteile. <br>Der Mitspieler, der an der Reihe ist, stellt nun sein Argument vor und begründet es mit möglichst wenigen Worten. <br>Der Moderator wiederholt die Argumentation, also das Argument samt seiner Begründung, in eigenen Worten und achtet darauf, ob es eventuelle Verständnisprobleme oder Fragen unter den Mitspielern gibt. <br>Die Mitspieler signalisieren hierbei dem Moderator Verständnis- oder Inhaltsfragen mit einem Handzeichen. <br>Jede Frage sollte mit einem W-Wort beginnen und maximal aus 30 Wörtern bestehen und mit einem Fragezeichen enden. Sollte es Verständnisprobleme geben, werden diese kurz durch den Moderator aufgeklärt. <br>Der Moderator darf zu diesem Zweck die anderen Mitspieler befragen. <br>Auch inhaltliche Fragen zur Begründung dürfen gestellt werden, die der Moderator, oder nach Worterteilung durch den Moderator,  der begründende Mitspieler erklären kann.<br>Danach wählt der Moderator einen anderen Mitspieler aus, der jetzt seinerseits seine Argumentation vorstellt. <br>Wenn alle Mitspieler jeweils ein Argument vorgetragen haben, dann darf der Startspieler noch einmal auf die Argumente eingehen und seine durch die Argumente veränderte These neu vorstellen. <br>Sollte sich der Startspieler entscheiden seine These beizubehalten, oder die Anpassung findet noch nicht das einvernehmliche Einverständnis der anderen Spieler, so wird eine weitere Argumentationsrunde gespielt.</p><p><strong>Das Ende</strong></p><p>Das Ende einer Spielrunde ist erreicht, wenn alle Mitspieler soweit mit der neu formulierten These des Startspielers einverstanden sind, wenn die Mitspieler keine passenden Argumente mehr finden oder nach einer vorherbestimmten Ablaufzeit. <br>Es folgt die Wertschätzung.</p><p><strong>Die Wertschätzung</strong></p><p>Als kooperatives Spiel hat „Diskutieren, wie der Mausebär es mag“ keinen einzelnen Gewinner. <br>Die Spielgruppe gewinnt oder verliert gemeinsam. Der Gewinn des Spieles ist von der sogenannten Wertschätzung abhängig. <br>Im Anschluss an die Spielrunde erteilt der Moderator jedem einzelnen Spieler das Wort. <br>Der Spieler hat nun eine angemessene Zeit, zu erläutern, was er aus der Spielrunde gelernt hat und wie er das Spielerlebnis fand. <br>Hierbei dürfen andere Mitspieler ausdrücklich gelobt werden, aber auch sachbezogen wegen ihres Spielverhaltens (und ausschließlich wegen ihres Spielverhaltens) kritisiert werden. <br>Entsteht durch diese Abschlussrunde ein Gefühl des Wohlseins und der Gemeinschaft, gilt die Spielrunde als gewonnen.</p><p><strong>Achtung!!!</strong></p><p>Beleidigungen, Zwischenreden, Schreien und seine Beiträge oder Fragen nicht kurz zu halten, ist genauso unzulässig wie körperliche Gewalt oder emotionale Erpressung. <br>Der Spielentwickler empfiehlt dringend, bei Zuwiderhandlung mit entsprechendem Mitspieler nicht mehr zu spielen.</p><cite>&#8222;Diskutieren, wie der Mausebär es mag&#8220;, Auszüge aus der Spielanleitung vom Mausebär, erschienen in der Fairbär- Edition des Mausebär-Eigenverlags</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">So, das war es, so stelle ich mir eine gute Diskussion vor. <br>Jeder der jetzt sagt: „Aber Mausebär, du verstößt ja selber dauernd gegen diese Regeln“, antworte ich gerne mit einem: „Da hast Du recht, aber ich würde es gerne lernen dieses Spiel so zu spielen“. <br>Also, wer versucht sich in einer kleinen Partie mit mir?<br>Vielleicht hilft Übung ja?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit spielerischem, aber auch gut argumentiertem Gruß,</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)</p>
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		<title>Gesellschaftsspiele im Netz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sonja Utzenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2020 14:52:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rat und Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Interaktion im Ausnahmezustand]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaftsspiele]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Kontakte]]></category>
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					<description><![CDATA[Dieser Gastbeitrag von Carsten Giesen reiht sich eher in die Kategorie "Rat und Hilfe" und "Soziale Interaktion im Ausnahmezustand" ein, als in die "Speaker's Corner". 
Er vermisste eines seiner schönsten Hobbies in Zeiten der "sozialen Distanz" äußerst schmerzlich, mit Freunden gemeinsam Gesellschaftsspiele zu spielen. 
Er suchte und fand eine Lösung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Dieser Gastbeitrag von Carsten Giesen reiht sich eher in die Kategorie &#8222;Rat und Hilfe&#8220; und &#8222;Soziale Interaktion im Ausnahmezustand&#8220; ein, als in die &#8222;Speaker&#8217;s Corner&#8220;. <br>Er vermisste eines seiner schönsten Hobbies in Zeiten der &#8222;sozialen Distanz&#8220; äußerst schmerzlich, mit Freunden gemeinsam Gesellschaftsspiele zu spielen. Und dabei einen gemütlichen Nachmittag oder Abend mit Tee und Knabbereien zu verbringen. <br>Er suchte und fand eine Lösung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ich will spielen! </h2>



<p class="wp-block-paragraph">von Carsten Giesen</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich vermute, vielen geht es in der aktuellen gesellschaftlichen Situation ähnlich wie mir &#8211;  sie ver­missen es, sich mit Freunden zu treffen und gemeinsam etwas zu machen und sich dabei zu unter­halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den gemeinsamen Dingen, die ich am meisten vermisse, zählen Gesellschaftsspiele. „Siedler von Cathan“ und „Carcassonne“ sind zwei Beispiele, die recht bekannt sind. <br>Aufgrund des Kontaktverbotes we­gen der Corona-Epidemie, geht das nun nicht wie gewohnt. Man darf sich nicht bei einem der Spieler treffen und an einen Tisch setzen. <br>Da wurde ich auf eine Webseite aufmerksam gemacht &#8211;  <a rel="noreferrer noopener" href="http://brettspiel­welt.de" target="_blank">brettspiel­welt.de</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dort kann man über 20 Gesellschaftsspiele im Internetbrowser gegen andere menschliche Spieler spielen. Der Dienst ist kostenlos, es genügt eine E-Mailadresse zur Anmeldung. <br>Die Brettspielher­steller stellen offenbar die Rechte an den Spielen zur Verfügung, weil sie es als Werbung ansehen. <br>Und man erhält einen Vierteljährlichen Werbe-Newsletter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Anmeldung muss man zunächst einen Benutzernamen festlegen. Dieser dient nicht nur zur Anmeldung, sondern auch als Spielernamen in den Spielen und zur Kommunikation z.B. in Einladungen zum Spielen. Dazu muss man ein Passwort festlegen. Es gibt Berichte, dass Sonderzeichen im Passwort zu Problemen führen können, daher ist es ratsam, sich auf Klein-, Großbuchstaben und Zahlen zu beschränken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Anmelden kann man sich in der „Spieleauswahl“(1) ansehen, welche Spiele zur Auswahl stehen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="484" src="https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2020/04/kommentiertes_Bilschirmfoto-1-1024x484.png" alt="" class="wp-image-435" srcset="https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2020/04/kommentiertes_Bilschirmfoto-1-1024x484.png 1024w, https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2020/04/kommentiertes_Bilschirmfoto-1-300x142.png 300w, https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2020/04/kommentiertes_Bilschirmfoto-1-768x363.png 768w, https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/wp-content/uploads/2020/04/kommentiertes_Bilschirmfoto-1.png 1127w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>kommentiertes Bildschirmfoto der BrettspielWelt</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Klickt man ein Spiel an, erscheint eine Beschreibung, in der es aber in erster Linie um die Bedienung des Spiels auf der Webseite geht. Die Spielregeln sollte man folgerichtig auf den Webseiten der Spielehersteller nachlesen. <br>Man kann hier durch Klick auf das Herzsymbol (2) Spiele als Favoriten markieren, damit man sie zum späteren Spielen in der Rubrik „Favoriten“ schneller findet und nicht alle Spiele durchsuchen muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter „Gesuche“ kann man sehen, ob jemand bereits Mitspieler für ein Spiel sucht. Hier kann man filtern lassen, ob z.B. nur bestimmte Spiele angezeigt werden sollen, welche Spieleranzahl vor­gesehen ist und vieles mehr. Dann kann man mit „Fremden“ spielen und diese gegebenenfalls kennenlernen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Häufiger wird man jedoch sich mit Bekannten zum Spielen verabreden. Das geht sehr gut, wenn man die Benutzernamen der Bekannten kennt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hat man unter &#8222;Spiele&#8220; eines ausgewählt, gibt es eine Schaltfläche, auf der „Spielen“ steht (3) und ein Pfeil nach unten. Mit Klick auf diesen Pfeil kann man Optionen für ein Spiel auswählen. Die wich­tigsten sind hier &#8222;Anzahl der Spieler&#8220; und &#8222;erlaubte bzw. notwendige Spieler&#8220;. <br>Dort kann man die Benutzer­namen seiner Bekannten eintragen, wenn man ausdrücklich mit diesen spielen will. <br>Wählt man dann „Spielen“, erhalten diese eine Einladung zum Spiel und das Spiel wird unter „Aktive Spiele“ einsortiert. <br>Dort kann man dann über ein Pfeil nach unten Spieloptionen auswählen, wie z.B. bei „Carcassonne“, mit welchen Erweiterungen gepielt werden soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Spieler die Einladung annehmen, wird der virtuelle Spieltisch zur Verfügung gestellt. Auf die Meldung „zum Chat gehen“ sollte man dann klicken. <br>Es wird ein Chat am rechten Rand geöffnet. Dort können die Mitspieler neben ihrem Namen auf ein „PLAY“-Symbol klicken, um Bescheid zu geben, dass sie mit dem Spiel anfangen können. Das Spiel wird eröffnet, wenn alle zugestimmt haben. <br>In dem Chatfenster tauchen dann Hinweise auf, wie z.B. erzielte Punkte. Man kann natürlich neben dieser Steuerung auch Nachrichten an die anderen Spieler schicken. <br>Wer ungern tippt, kann auch auf das Mikrofon-Sym­bol klicken, dann hören die anderen, was er am Computer sagt, sofern er ein Mikrofon angeschlos­sen hat und dem Browser den Zugriff darauf erlaubt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach kann man spielen, ähnlich wie am normalen Wohnzimmertisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob man die „Community“-Funktionen nutzen möchte, wie „den Sieger bekanntgeben“ oder ähnliche Spielereien, ist jedem selbst überlassen. Man kann alles sehr privat halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Ende des Spiels kann man einfach über eine Schaltfläche nochmal spielen, oder der Initiator beendet das Spiel und man startet ein anderes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Hinweis: Je nach Ansturm auf den Dienst kann es zu Überlastungen kommen. Wenn sich dadurch nur das Mikrofon abschaltet, kann man das durch erneutes Anklicken schnell beheben. Insbesondere am Wochenende abends kann es wohl auch passieren, dass ein Spiel komplett einfriert. Bisher musste man dann alles beenden und es nach einer Weile noch einmal versuchen. Das angefangene Spiel ist dann allerdings gelöscht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Spaß!<br>Carsten Giesen</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hoffe, dass diese Anregungen in der aktuellen Zeit auf unsere Leserschaft ebenso gute Auswirkungen haben, wie auf Carsten und mich. Entspannt mit Freunden einen virtuellen schönen Abend zu verbringen, hebt definitv die Stimmung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eure Sonja</p>
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