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	<title>Grenzen &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<description>Selbsthilfe, Genesungsbegleitung und Betroffenenbeteiligung</description>
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	<title>Grenzen &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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		<title>Grenzerfahrungen Episode X &#8211; Der Zorn des Mausebärs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2020 10:33:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Beitrag zum Thema innerer Grenzen und Wut, am Beispiel von dem leicht zerknitterten Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt).]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ein Beitrag zum Thema innerer Grenzen und Wut, am Beispiel von dem leicht zerknitterten Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt).</p>



<p>Ich habe heute eine unangenehme Erkenntnis getroffen. <br>Besser gesagt wäre eigentlich, diese Erkenntnis hat mich getroffen, denn ich fühle mich davon betroffen. <br>Eine Reihe von kleinen Beobachtungen haben mich zum Nachdenken geführt. Ich bemerke an mir, dass ich unausgeglichen und aggressiv bin. Von jeder Kleinigkeit fühle ich mich angegriffen und gehe, zum Glück meist innerlich, an die Decke. <br>Aber immer mehr drängt sich dieser Zorn auch nach außen. Und während ich mich frage, warum ich zornig bin, rät mir mein innerer Therapeut in meinem Kopf dazu, die Sache doch mal logisch zu analysieren. </p>



<p>Ich versuche also, der Sache auf den Grund zu gehen. <br>Heute hatte ich drei Momente, in denen mich ein innerer Zorn überkam. </p>



<p>Zuallererst war die Situation, dass mich der Pflegedienst aufforderte, bei einem Arzt ein Rezept abzuholen. <br>Das passte mir zeitlich gar nicht ins Konzept. Ich habe diese Woche schon genügend Termine und Verpflichtungen. Der Arzt hat auch nur von 8 Uhr Morgens bis 13 Uhr geöffnet. Das ist so gar nicht meine Zeit. <br>Ich fand es gemein und unfair, dass ich mitten in der Nacht durch die niederrheinische Botanik fahren soll, um mich dem Stress einer Arztpraxis auszusetzen. Das Ganze noch unter zeitlichen Druck, weil das Medikament ja spätestens Donnerstag geholt werden muss. Ich mag es nicht, wenn andere Leute über meine Zeitplanung entscheiden. <br>Rigoros habe ich &#8222;Nein&#8220; gesagt.<br>Innerlich tat mir der Mitarbeiter leid, der meinen göttlichen Zorn spüren musste. Aber ich wollte keinen Millimeter weichen. <br>Ich entzog mich dann der Situation und flüchtete in meine Privatgemächer, um zu arbeiten. <br>Der Pflegedienst fand eine Lösung, aber halt erst, nach dem ich ruppig geworden war. </p>



<p>Das macht mir keine Freude. </p>



<p>Später lenkte ich mich ein wenig mit dem Konsum von Facebook-Post ab und es geschah etwas, was mir nahezu unmöglich erschien. <br>Zum ersten Mal überkam mich kalte Wut beim Lesen eines Beitrages. <br>Ich schrieb einen bitterbösen Kommentar. Dieses Verhalten finde ich absolut nicht akzeptabel. <br>Normalerweise lächele ich milde, scrolle weiter und suche mir was erfreuliches. <br>Normalerweise lässt mich anderer Menschen Meinung einfach kalt. <br>Aber heute nicht, es war einfach der eine dumme Post zu viel. Noch nicht einmal etwas besonderes, sondern einfach nur der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte. <br>Ich traue mich schon gar nicht mehr auf meine Profilseite, weil ich einen gerechtfertigten „Shitstorm“ befürchte. <br>Aber auf der anderen Seite habe ich auch Angst, mich wieder der Realität zu stellen, dass mein Kommentar wieder keine Sau interessiert.<br>Ich habe quasi eine Lose-Lose-Lose<strong> </strong>Situation vor mir, denn findet jemand den Beitrag schlecht, fühle ich mich verletzt, weil meine Gefühle missverstanden werden, findet jemand meinen Beitrag gut, schäme ich mch, weil ich zu den selben Aufhetzern gehöre, die ich sonst verdamme und kommentiert niemand meinen Kommentar, dann fühle ich mich unbeachtet und bedeutungslos. <br>Genau aus diesem Grund kommentiere ich selten und am wenigsten auf Facebook. </p>



<p>Aber heute hatte mich der Zorn fest im Griff. </p>



<p>Der letzte Fall des Tages war dann in in unserer heutigen Sitzung der Selbsthilfegruppe. <br>Ich bat darum, ein spezielles Thema nicht zu thematisieren, weil es mich ungünstig triggert, aber meine Bitte wurde missachtet. <br>Das ist natürlich mein Problem. Wahrscheinlich habe ich falsch kommuniziert. <br>Ich dachte, ich hätte schon in der Befindlichkeitssrunde deutlich gemacht, dass ich Abstand von dem Thema brauche und ich den Umgang damit weder als produktiv empfinde, noch als aushaltbar. <br>Trotzdem wurde einige Minuten darüber fröhlich doziert, während ich mich mental ausklinkte und kurz davor war, auch die digitale Leitung zu kappen. <br>Ich ließ es aus Respekt vor der Gruppe, bereute dieses aber, da ich kurz darauf, als ich mich wieder thematisch einbrachte von der selben Person des Wortes enthoben wurde und mir ähnliches vorgeworfen wurde, von dem mich nur wenige Minuten vorher unangenehmst getriggert gefühlt hatte. <br>Mein innerer Revolutionär hielt in mir eine kurze flammende Rede über „zweierlei Maß“ und „Missachtung“ und ein geraumer Teil meines inneren Teams beschloss, den Rest des Treffens geschlossen zu boykottieren. <br>Ich brachte das Treffen aufgrund meines Respektes vor den Teilnehmern zu Ende, trotz des schalen Geschmackes in meinem Mund. </p>



<p>Zum Glück verliefen die beiden nächsten sozialen Kontakte sehr erfreulich. </p>



<p>Ich hatte noch ein produktives Telefongespräch mit einer der Teilnehmerinnen, was mir mehr brachte, als das heutige Treffen und konnte noch Online mit lieben Menschen eine Runde Brettspiel spielen. Beides holte meinen inneren Revolutionär so langsam wieder von der Palme. Und während ich die mitgebrachte Kokosnuss schlürfte, begann ich zu reflektieren. </p>



<p>Ich war nicht sauer auf jemanden &#8211; ich war sauer auf mich. <br>Seit Tagen gehe ich immer wieder über meine persönlichen Grenzen und erlaube diese Übertretungen auch anderen Menschen. <br>Das kostet mich soviel Energie, dass mein innerer Grenzschutz mittlerweile auf Alarmbereitschaft geschaltet ist. <br>Zwar hat niemand die Absicht eine Mauer zu errichten, aber der Schießbefehl wurde ausgegeben. </p>



<p>Es ist wieder an der Zeit, dass ich mehr auf meine Bedürfnisse achte. </p>



<p>Ich muss meine Grenzen besser kommunizieren. <br>Seit einiger Zeit arbeite ich jetzt sieben Tage in der Woche und bin mir nicht zu schade, meine Aktivitäten hier auch als Arbeit zu bezeichnen. <br>Die Mitglieder der Redaktion haben alle schon begründet, warum sie zwischendurch Pause brauchen, aber wie ein Getriebener versuche ich, ein Versprechen einzulösen. <br>Ich denke dabei nur an mich und gleichzeitig nicht an mich selbst. </p>



<p>Schon gestern habe ich beschlossen, nur noch fünf Texte die Woche zu schreiben.<br>Es wird nur noch Werktags ein neuer Beitrag vom Mausebär erscheinen. <br>Ich muss einfach die Redaktion entlasten. <br>Ich muss mich entlasten. <br>Ich brauche meine Tage für mich, für meine Freunde, für meine Hobbys und zum schlafen. <br>Ich sehe das weder als Entschuldigung, noch als Ausrede. Ich weiß, ich könnte meine Redaktion anstacheln, weiter täglich mit mir zu arbeiten, aber ich schade damit uns allen. </p>



<p>Ich möchte jetzt die Ereignisse des Tages für mich ablegen und die nächsten Tage, die voller Termine sind, einfach gut durchstehen. <br>Und dann werde ich am Wochenende mich einfach mal pflegen. </p>



<p>Ein Teil von mir ist jetzt tot-unglücklich. Ich fühle mich wie ein Versager. <br>Ich hatte mir etwas vorgenommen und kann es nicht zu Ende bringen. <br>Warum nicht? <br>Weil ich mich überschätzt habe! </p>



<p>Das passiert mir häufiger. <br>Ich habe mehr abgebissen als ich kauen kann und jetzt habe ich nur zwei Optionen – schlucken oder spucken. <br>An meiner Figur kann jeder erraten, welche Option ich meistens wähle, aber diesmal nicht. <br>Irgendwann muss auch ich erkennen, das es Zeit ist, mal etwas anderes zu versuchen. <br>Damit spucke ich jetzt diesen Text tief aus mir raus und damit all das Gift, was gerade in mir ist. <br>Ich will nicht zornig sein! <br>Ich will nicht ungeduldig sein! <br>Ich will nicht unfair sein!</p>



<p>Ich bin auf niemanden sauer und auch nicht beleidigt – ich brauchte diesen Text als Befreiungsschlag. </p>



<p>Ich merke, wie es mir langsam besser geht. <br>Auch heute werde ich die Kommentarfunktion abschalten, weil ich weder Feedback zu, noch Diskussion über, das Geschehene haben möchte. <br>Das würde mich nur in die falsche Richtung zerren. <br>Ich werde mir wieder eine gemütliche Distanz schaffen, mir Zeit nehmen für die anderen Baustellen in meinem Leben und wieder zu meiner inneren Ausgeglichenheit zurückfinden. <br>Und solange mich niemand für meine Arbeit entlohnt, habe ich dabei auch nicht die geringste Form von schlechtem Gewissen.</p>



<p>Mit zurückhaltendem Gruß aus 1,5m Sicherheitsabstand,</p>



<p>Euer Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Mal wieder diese Grenzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Apr 2020 10:58:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Rollen]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein grenzenloses Thema, Rollen und Grenzen, frisch aufgebrüht vom Mausebär]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ein grenzenloses Thema, Rollen und Grenzen, frisch aufgebrüht vom Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)</p>



<p>Schon wieder bewegt mich das Thema Grenzen. <br>Doch diesmal ist es persönlicher. <br>Der Gedanke fing dabei eigentlich recht objektiv an.</p>



<p>Ich dachte vorhin darüber nach, was mein heutiges Thema sein wird. <br>Eigentlich wollte ich aus gegebenem Anlass etwas über Feiertage schreiben. Ein ungutes Gefühl stieg in mir auf. <br>Eine wahre Hassrede sprudelte vor meinem geistigem Auge aus mir raus. Es ging um die verlogene Doppelmoral christlicher Feiertage in unserer Gesellschaft. Ja, sogar über die menschenverachtende Einstellung des organisierten Christentums. <br>Doch dann griff ein sonst eher ruhiger Geselle aus meinem inneren Team ein. Er stellte die richtigen Fragen:</p>



<p>„Was hat das auf dieser Seite verloren?“ <br>„Wem hilft dieser Text auch nur im geringsten weiter?“ <br>„Verletzt Du damit nicht Gefühle?“ <br>„Warum willst Du diesen Text überhaupt schreiben?“</p>



<p>Zweifel kamen bei mir auf und ich fragte mich, warum diese Stimme plötzlich mit mir sprach. <br>Tatsächlich fühlte ich mich sogar sanft, aber überheblich gemaßregelt. <br>Und plötzlich fiel eine andere Stimme ein. Eine bekannte Stimme aus meinem inneren Team schrie plötzlich auf:</p>



<p>„Warum lässt du dir das bieten, ist es nicht deine Entscheidung, welches Thema Du wählst?“<br>„Stichwort Meinungsfreiheit – du lässt dir doch wohl nicht den Mund verbieten?“<br>„Überhaupt, wer bestimmt denn, was erlaubt ist und ist deine Meinung weniger wert, als die von anderen Menschen?“<br>„Wie willst du etwas ändern, wenn du es nicht anprangerst?“</p>



<p>Ich war eine geraume Zeit völlig gebannt, während ich der darauf folgendem Diskussion in meinem Kopf lauschte. <br>Was war denn da passiert?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Es geht um Grenzen</h4>



<p>Zwei Grenzproblematiken sind kollidiert. <br>Was meine ich damit? <br>Nun, obwohl ich genau dieses Problem sogar tatsächlich mal unterrichtet habe, bin ich noch lange nicht perfekt im Umgang damit. Trotzdem will ich es kurz erklären: <br>Das, was in meinem Kopf gerade vorgeht (Ja, es brodelt immer noch im Hinterkopf, aber ich habe die Versammlung einfach mal verlassen, um zu schreiben.), nennt man in den Sozialwissenschaften einen Rollenkonflikt &#8211; spezifisch gesagt sogar einen Inter-Rollenkonflikt. </p>



<p>Rollen sind in der sozialwissenschaftlichen Praxis definiert als ein Paket von Erwartungen, die auf eine benannte Position, also der Rolle, projiziert werden. Gerne reden wir dann von sogenannten Rollenmodellen, also der perfekten Vorstellung davon, was der Träger einer gewissen Rolle leistet. Wir alle nehmen in unserem Leben eine Reihe von Rollen an, z.B. bin ich Genesungsbegleiter, Sohn, Freund und noch vieles anderes. Kollidieren nun die Erwartungen von verschiedenen Rollen, dann spricht man von einem Inter-Rollenkonflikt. Ein gängiges Beispiel ist der Lehrer, der seinen eigenen Sohn zum Schüler hat. Hier kollidieren zeitweise die Erwartung, dass er, als Lehrer, alle Schüler gleich behandelt, mit der Erwartung, dass er sich als Vater besonders um die Erziehung seines Sohnes bemüht.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was ist jetzt bei mir passiert?</h4>



<p>Zwei Rollen kollidieren gerade kräftig, und zwar der Genesungsbegleiter und der „Verbalterrorist“ (Alex würde sagen, das „innere Känguru“.). <br>Der Genesungsbegleiter sieht sich in der Verantwortung, den Autoren dran zu hindern, die Grenzen seiner potentiellen Leser zu überschreiten. Anders gesagt, ich habe die Verantwortung übernommen, diese Texte so zu schreiben, dass der Leser zwar zum Nachdenken angeregt wird, aber nicht unbedingt provoziert wird. Diese Rolle sagt mir eindeutig: „Lass die Finger von dem Reizthema Religion! Das führt zu nichts Gutem!“. <br>Dann kommt die Rolle des „Verbalterroristen“. Das ist der kleine gereizte Mann, der immer die Kommunikationsbombe dabei hat (sogar teilweise als suizidalen Sprengstoffgürtel), um mich an meine Aufgabe zu erinnern, gegen „das Böse“ in der Welt zu kämpfen. <br>Wer mich kennt, weiß, ich bin ein großer Verfechter der uneingeschränkten Meinungsfreiheit. Sagt jemand zu mir: „Das kann man so nicht sagen!“, lautet meine Antwort, ganz klar „Doch, hörst du doch!“. <br>Hurra, Konflikt!!!</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was hat das jetzt konkret mit Grenzen zu tun?</h4>



<p>Nun, es gibt zwei Arten von Grenzüberschreitungen, bzw. zwei Wege der Grenzüberschreitung. Man kann fremde Grenzen überschreiten oder die eigene Grenze wird überschritten. <br>Und in dem Fall habe ich die Wahl zu treffen, ob ich potentiell die Grenze meiner Leser überschreite, oder halt meine eigene Grenze.</p>



<p>In vielen Fällen überschreite ich zur Zeit meine eigenen Grenzen. <br>Sei es, wenn meine Mutter an meinem Arbeitszimmer klopft, ihr zu erlauben einzutreten, obwohl ich gerade beschäftigt bin. <br>Sei es durch die Situation mit dem Pflegedienst meiner Frau, die 24 Stunden am Tag bei mir rumwuseln. <br>Freundlich lächelnd gebe ich mich sehr oft geschlagen und scheiß&#8216; auf meine Grenzen. <br>Alle paar Wochen wird mir dann der Haufen zu groß und ich miste aus. Dabei spritzt es dann in alle Richtungen. Ich werde unleidlich, laut und beleidigend &#8211; im allgemeinen also unfair. <br>Seit Jahren arbeite ich nun an meinem eigenem Grenzschutz. Ich helfe sogar anderen bei dieser Arbeit. Mühsam mache ich Fortschritte.<br> Und jetzt? <br>Jetzt überschreite ich eine meiner wichtigsten Grenzen, nämlich das Recht alles sagen zu dürfen und mir nicht den Mund oder meine Meinung verbieten zu lassen.</p>



<p>Und ich schände heute diese Grenze aus gutem Grund:<br>Nicht wegen meiner eigenen Erwartungen als Genesungsbegleiter an mich! <br>Nicht aus Angst vor der redaktionellen Diskussion!<br>Nicht aus Furcht vor einem Shit-Storm! <br>Nicht um einen meiner Leser zu schützen! <br>Der Grund ist schlichtweg, das mein Blatt für heute  jetzt voll ist. <br>Ich bin fertig.</p>



<p>Mit provokanten, aber lieben Grüßen,</p>



<p>Euer Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)</p>
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		<title>Das grenzt an Analyse von Grenzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2020 14:30:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Definition]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Grüne Tücher]]></category>
		<category><![CDATA[Regeln]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein grenzüberschreitende Analyse vom Mausebär]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ein grenzüberschreitende Analyse vom Mausebär (a.k.a Thorsten Dürholt)</p>



<p>Gestern hatten wir, mal wieder, unsere Redaktionssitzung (Brav über Google Duo). <br>Diesmal hatten wir einen Gast an unserem virtuellem Tisch. Udo hatte sich uns angeschlossen, um uns bei der redaktionellen Arbeit an seinem Text zu helfen. <br>Es kam zu einer interessanten Diskussion über zwei Sätze seines Textes. In diesen Sätzen ging es um Drogenkonsum und Prostitution. Diese Sätze ließen ein Mitglied aufhorchen, dabei hörte man  die innere Frage „Darf ich Das?“ in der verbalen Äußerung: „Ich fühle mich mit diesem Absatz nicht wohl!“ <br>Sofort gab es Diskussionsbedarf, wobei sich der Autor gepflegt zurückhielt, während bei uns, in der Redaktion, eine neue Auflage von „Drei Stühle – Drei Meinungen“ herrschte. <br>Es kristallisierte sich heraus, dass eines unserer Redaktionsmitglieder den Text aus Gründen der Authentizität, so belassen wollte (quasi mit dem „Schweinkram“), ein anderes Mitglied war der Meinung, dass dieser Text eine eindeutige Anmerkung der Redaktion erforderte (das nennt man kommentierte Veröffentlichung – Geht ja auch mit „Mein Kampf“), während dass dritte Redaktionsmitglied um die Streichung bat. <br>Es gab keinen Streit, denn die anderen Mitglieder konnten (auch dank Udos Verständnis) der Löschung beipflichten. <br>Wir können uns halt einigen &#8211; eine unserer angenehmsten Stärken. <br>Was bei mir hängenblieb, war die Argumentation, dass solche Sätze bei „Teilen unserer Leserschaft Fragen aufwerfen könnte“. Oder Unwohlsein. <br>Und das brachte mich auf mein heutiges Thema.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Grenzen &#8211; Was ist das ?</h3>



<p>Eindeutig befürchtete eines unserer Redaktionsmitglieder (nein, ich enthülle nicht, wer bei uns die Stimme von Vernunft und Anstand ist), dass wir mit diesem Absatz Grenzen überschreiten. <br>Das brachte mein inneres Team dazu, das Thema Grenzen mal auf die Tagesordnung zu setzen. <br>Und wie immer, begann ich mit einer Bestandsaufnahme und einer Definition. <br>Es gibt für mich drei Hauptarten von Grenzen, physische Grenzen, soziale Grenzen und psychische Grenzen. <br>Wie unterscheide ich diese nun?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die physischen Grenzen – Am Ende unserer Möglichkeiten</h4>



<p>Physische Grenzen zu definieren ist auf den ersten Blick leicht. <br>Ich bewege mich (wie auch immer) und werde dann in meiner Bewegung gestoppt. <br>Das kann eine natürliche Grenze, wie ein breiter Fluss, eine Felswand oder eine Schlucht sein. Oder eine erbaute Barrikade, wie eine Wand oder ein Zaun. Aber auch einfach die Grenzen meiner körperlichen Fähigkeiten, wie z.B. mein Bewegungsradius, oder einfach ausgedrückt: Paris ist für mich kein realistisches Ziel für einen Spaziergang, da komme ich schon sehr weit vorher an meine Grenzen. <br>Manche Grenzen werden auch durch extreme Belastungen des Körpers gesetzt, wie zum Beispiel die Tiefsee, deren Wasserdruck ein normaler Mensch (ohne Ausrüstung) nicht aushält. Oder die oberen Schichten unserer Atmosphäre. <br>Einfach nicht für unseren Körper gemacht.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die sozialen Grenzen – Die Macht der Gemeinschaft</h4>



<p>Hier wird es etwas kniffliger, denn diese Grenzen sind meist immateriell. <br>Die politischen Grenzen (Politik gehört auch, wenn man es meist nicht glauben will, zu den Sozialwissenschaften), sind zuallererst Linien auf Landkarten, auf die sich Menschen geeinigt haben. Manchmal kann man diese Grenzen weder sehen noch spüren, während man fröhlich in ein anderes Bundesland, oder gar in eine andere Nation, wandert. <br>Auch unsere Gesetze gehören zu den sozialen Grenzen, denn sie definieren die Grenzen unseres gemeinsamen Zusammenlebens. <br>Eigentlich sind alle Regeln und Normen Grenzen. <br>Es werden Parameter festgelegt, in denen wir uns bewegen dürfen. <br>Die Grundlage aller dieser Grenzen sind Absprachen und daraus resultierende Verfügungen. Irgendwer hat diese Grenzen festgesetzt und solange es keine Änderung gibt, bleiben sie bestehen. <br>Leider auch  in den Köpfen der meisten Menschen – aber das ist mein persönliches Problem mit der Gesellschaft und wird irgendwann anders (wahrscheinlich in der Speaker‘s Corner) erläutert.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die psychischen Grenzen &#8211; Am Rande unseres Vorstellungsvermögens</h4>



<p>Jetzt komme ich zu den inneren Grenzen. <br>Das wird jetzt richtig kompliziert, denn hier reden wir über unsere innere Haltung. <br>Auf der einen Seite steht unsere Moral (das, was wir denken, dass es richtig ist), unser Glauben (das, was wir denken, dass es wahr ist) und unser Selbstvertrauen (das, was wir denken, dass wir es können). <br>Auf der anderes Seite stehen unsere Ängste (das, vor dem wir aus Furcht Abstand halten), unsere Zweifel (das, vor dem wir aus Machtlosigkeit Abstand halten), unsere Intoleranz (das, vor dem wir aus schlechter Erfahrung Abstand halten) und unsere Ignoranz (das, vor dem wir aus Unwissenheit Abstand halten). <br>Wir setzen uns bewusst oder unbewusst selber Grenzen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was mache ich jetzt damit?</h4>



<p>Der Mensch ist schon seit Urzeiten ein Wesen, das gerne seine natürlichen Grenzen herausfordert. <br>Das ist ein Trieb, der in uns steckt. <br>Wenn wir unsere eigenen Grenzen überschreiten, reagiert meist das Belohnungssystem in unserem Körper unmittelbar. Sei es das gute Gefühl nach dem Sport, seine Leistungsgrenze überschritten zu haben, das Erfolgsgefühl ein Hindernis überwunden zu haben, oder der Rausch, von verbotenen Früchten zu naschen.<br>Mittlerweile gibt es sogar ganze Zweige der Industrie, die uns (gegen eine kleine Aufwandsentschädigung) dabei helfen, Grenzen zu überwinden. Seien es Anwälte, Therapeuten, Sporttrainer, Motivationsgurus oder Reiseunternehmen.</p>



<p>Ich könnte jetzt extrem philosophisch werden und mit dem Text „Mängelwesen Mensch“ von Arnold Gehlen anfangen, aber mir ist heute nicht nach klugscheißen. Darum Ende ich jetzt mit meiner persönlichen Meinung über Grenzen…</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was denke ich über Grenzen?</h3>



<p>Grenzen sind gut, denn sie helfen mir dabei, mich zu orientieren. <br>Manchmal als Mauern und manchmal nur als Haltegriffe, geben sie mir einen klar definierten Raum.<br>Etwas zum festhalten. <br>Wie jede Mauer bieten sie mir auch Schutz. Schutz vor anderen Dingen. <br>Aber muss ich immer Brav bleiben? <br>Nein, denn ich wandere gerne an meinen Grenzen und betrachte sie gründlich. <br>Manchmal muss ich einen löchrigen Teil ausbessern, manchmal eine neue Tür installieren. <br>Und manchmal muss ich meine Grenzen neu definieren. <br>Ich gehe zeitweise über meine Grenzen. Danach frage ich mich, ob es mir gut getan hat. Wenn ja, ist es Zeit, meine Grenzen neu zu ziehen. Wenn nein, dann sollte ich lernen, meine Grenzen zu respektieren.</p>



<p>Das ist was ich mitteilen will – Nicht Grenzen sind das Problem, sondern der richtige Umgang damit.</p>



<p>Mit grenzenloser Freude,</p>



<p>Euer Mausebär (a.k.a Thorsten Dürholt)</p>
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