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	<title>Grüne Tücher &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<description>Selbsthilfe, Genesungsbegleitung und Betroffenenbeteiligung</description>
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	<title>Grüne Tücher &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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		<title>Der Mausebär liest</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Dec 2022 18:01:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Guerrilla-Texte ohne Mitwirkung der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Kommissar Zufall-Fälle]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne Tücher]]></category>
		<category><![CDATA[Lesungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebär]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär hat etwas vorgelesen.
da muss ich doch gleich hier mal Werbung machen.]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Vor längerer Zeit zum Ende meines Corona-Tagebuches kam es zu meinen ersten Literarischen Gehversuchen, die letztendlich den Weg zu meinem Buchprojekt vorbereiteten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die letztendliche Trilogie um den seltsamen Fall um die fünf Hamster findet man auch jetzt noch als <a rel="noreferrer noopener" href="https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/der-tod-schlaeft-in-gruenen-tuechern/" target="_blank">Teil 1</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/der-tod-schlaeft-in-gruenen-tuechern-teil-ii/" target="_blank">Teil 2</a> und <a rel="noreferrer noopener" href="https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/der-tod-schlaeft-in-gruenen-tuechern-teil-iii/" target="_blank">Teil 3</a> zum Nachlesen auf unserer Seite, falls ihr nochmal reinschauen wollt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sensation ist aber, das der Mausebär diese Texte liebevoll (und dilettantisch) eingelesen hat und auf seinem YouTube Kanal veröffentlicht hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also schaut doch mal rein, ihr findet das ganze Dilemma <a href="https://www.youtube.com/watch?v=BpIAV7wAaYA&amp;list=PLctD6u9p09BrQi6L6Xjoh-xvhzS3cLlxE&amp;index=1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wenn ihr es kommentiert, vielleicht sogar ein Like (also Daumen hoch) da lasst, oder gar den Mausebärkanal abonniert (Ich weiß, wer würde so etwas machen), dann freue ich mich um so mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Liebe Grüße,</p>



<p class="wp-block-paragraph">Thorsten Dürholt, auch bekannt als der Mausebär</p>
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		<title>Der Tod schläft in grünen Tüchern &#8211; Teil III</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jun 2020 09:58:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommissar Zufall-Fälle]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Prosatexte]]></category>
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		<category><![CDATA[Mitraten]]></category>
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		<category><![CDATA[Triologie]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein drittes und letztes Mal erdreistet sich der Mausebär (td), den ehrwürdigen Stand des Kriminalautoren mit seinem Schund zu beleidigen und verspricht, solche Beiträge nur noch auf speziellen Leserwunsch zu verfassen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ein drittes und letztes Mal erdreistet sich der Mausebär (td), den ehrwürdigen Stand des Kriminalautoren mit seinem Schund zu beleidigen und verspricht, solche Beiträge nur noch auf speziellen Leserwunsch zu verfassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Freitag Mittag, 12:31 Uhr. <br>Die Beweise verdichteten sich zunehmend. Es war mir gelungen, die beiden weiblichen Verdächtigen nicht nur zu identifizieren, sondern auch einem gründlichem Verhör zu unterziehen. In erster Linie war natürlich Sonja U. eine konkrete Verdachtsperson. <br>Sie stand in wirtschaftlichen Verhältnissen zu Herrn D., allerdings war es schwierig, ihrer habhaft zu werden, da sie sich gerade auf einer Urlaubsreise befand. <br>Laut ihrer Aussage befand sie sich während der Tatzeit auf einem Kurzbesuch bei ihrer ehemaligen Alma Mater in England, der bekannten Hogwarts-Schule. Ein Gespräch mit dem zuständigen Direktor verlief äußerst konfus und stützte dieses Alibi nur unzureichend. <br>Es fiel mir auch persönlich schwer, der Verdächtigen Frau U. glauben zu schenken, da sie sich in ihrer Freizeit aktenkundigerweise schon des häufigeren als Nonne ausgegeben hatte. Das schmälerte mein Vertrauen, da ich in religiöser Hinsicht eher so der Katzenmensch war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Tatsache war, dass die äußerst ehrgeizige Frau U., die laut meiner Recherchen unter einem gesteigerten Kontrollzwang litt, mit Herrn D. in äußerst suspekte Geschäfte verwickelt war. <br>Obwohl es nach außen so wirkte, als sei Herr D. nur ihr Erfüllungsgehilfe, der ihr auf eine devote Art verfallen war, schienen sich die Anzeichen zu verdichten, dass Herr D. sie als Fassade für seine zwielichtigen Geschäfte genutzt hatte. Gemeinsam mit Dr. K. hatten sie ein ominöses Firmenkonstrukt gegründet, was, unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit, für diverse subversive Geheimgesellschaften und obskure Einzelpersonen, obskure Projekte entwickelt hatte. <br>Tiefere Einzelheiten der verschwörerischen Tätigkeiten waren extrem gut durch ein Netzwerk aus Halbwahrheiten und exzentrischer Formulierungen verschlüsselt, die eindeutig die menschenverachtende Handschrift des Herrn D. besaßen. <br>Wann, oder in wie weit, Frau U. in die Machenschaften des infernalischen Duos von Herrn D. und Dr. K. hereingezogen wurde, war für mich nicht ersichtlich, deutlich war nur, dass der Kontakt mit Herrn D. ihre ansonsten so gesellschaftskonforme Lebensart nachweislich veränderte und sie sich immer häufiger zu einer politischen Aktivistin radikalisierte. <br>Durch die Befragung von Szeneaussteigern konnte mein Team ermitteln, dass Frau U. immer als das strukturgebende Element in Herrn D.s abstrusen und subversiven Verschwörungstheorien wahrgenommen wurde. <br>Offensichtlich litt sie auch zunehmend unter der, sexuell konnotierten, Beziehung zwischen Herrn D. und Dr. K., ob dieses allerdings auf Eifersucht zurückzuführen war, oder auf die Problematik, die sich zunehmend bei der Aufrechterhaltung ihrer bürgerlichen Fassade ergab, war mir an diesem Punkt nicht klar. <br>Es war schwierig, diese äußerst attraktive und eloquente Frau zu durchschauen, weshalb ich mein Team drauf angesetzt hatte, sie zu observieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Freitag Nachmittag, 15:21 Uhr.<br>Die bisher als unbekannt eingeschätzte geheimnisvolle ältere Frau, die den Beamten während der Befragung der Nachbarn von Herrn D. beschrieben wurde, war identifiziert worden. <br>Aufgrund ihres auffälligen roten Sportcoupes der Marke Mercedes-Benz, mit einem ortsfremden Kennzeichen und der ständigen Begleitung eines als äußerst aggressiv beschrieben Kampfhundes, konnte es sich bei der besagten Frau nur um die ehemalige Berufsschullehrerin Frau Petra H. handeln, die ebenfalls die leibliche Mutter des verstorbenen Herrn D. war. <br>Auch hier gab es konkrete Verdachtsmomente, da Frau H. von dem gesellschaftsunkonformen Leben ihres Sohnes sich in ihrer Würde als Beamtin im Ruhestand brüskiert sah. <br>Das unstete Leben von Herrn D. war ihr stets ein Gräuel gewesen, doch die Eskapaden der letzten Monate wahren eindeutig zu viel. Aufmerksame Nachbarn waren Zeugen mehrer lauter Streitgespräche, in denen Herr D. mit seinen unsachlichen Provokationen zumeist die Überhand gewann. <br>Ein eindeutiges Motiv für die, in ihrer Ehre schwer verletzte Frau H.. <br>Ihr Alibi fußte auf dem Umstand, dass sie sich angeblich zur Tatzeit in ihrem Zweitwohnsitz, einem Cottage auf dem Lande, befunden haben sollte. Zeugen konnte, oder wollte sie zum Zeitpunkt der Befragung keine benennen. Ihr Verhalten im Verhör war nervös und nur als verdächtig zu bezeichnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Freitag Nachmittag, 15:59 Uhr. <br>Ich rief mein Team zusammen. Es war an der Zeit, die Untersuchung zu beenden. <br>Nur zehn Minuten später saßen wir alle in unserem inoffiziellen Besprechungsraum, beim Mc-Drive in der Oberbergstrasse, und verglichen unsere Ermittlungen. <br>Das gesamte Team war anwesend, inklusive meiner Partnerin, Oberkommissarin Greta Dinkelmayer, der Hauptkommissarin Aikido Tanaka, im übrigen wieder in obskurer Schuluniform, Hilfskommisar Egon Hammelbeck, der Schreibkraft Emilia Bohemia, die vor drei Jahren noch Otto Rammelsburg hieß, aber nach einer langjährigen Tätigkeit als Schlachter im Zentralschlachthof eine Umschulung zur Bürokauffrau gemacht hatte und nun auf charmante Weise unser Team verstärkte. Auch Kommissar Friedrich von Prengelsbüttel hatte sich solidarischerweise unter dem Tisch zusammengerollt, was in seiner Eigenschaft als Schäferhund durchaus ein angemessenes Verhalten darstellte.<br>Hammelbeck jonglierte gerade zwei Tabletts mit den Bestellungen der Mannschaft zum Tisch. Da er gestern beim wöchentlichen Höschen-Bingo der Abteilung verloren hatte, war er mit der Verköstigung des Teams beauftragt worden. <br>Oberkommissarin Dinkelmeyr fasst die Fakten noch einmal zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der umstrittene Schriftsteller, Politiker und selbsternannte Philosoph Thorsten D. war am Abend des 10. Juni durch die erzwungene orale Infusion von fünf Goldhamstern ermordet worden. Der Tod trat zwischen 22:30 und 23:00 Uhr ein. Um 23:07 Uhr übernahm der Kollege, Oberkommissar Erwin Spaltenstürmer, in seiner Eigenschaft als Bereitschaftsermittler der Mordkommission, den Fall und forderte sofort den Gerichtsmediziner, die Kriminaltechnische Untersuchung und aus irgendeinem obskuren Grund , mein Team, oder besser mich, an. <br>Als ich am Tatort erschien, waren neben besagtem Oberkommissar Spaltenstürmer und dem Gerichtsmediziner, Dr. Schrittlänge, drei Beamte in Uniform vor Ort. Der Gerichtsmediziner war nur kurz vor mir eingetroffen, wie meine, ebenfalls vor mir eingetroffe Assistentin Oberkommissarin Gerburg Dinkelmeyer bestätigen konnte, die ihn beim Betreten des Hauses sah.<br>Der Beamte, der die Zugangstür zum Tatort bewachte war, ebenfalls erst nach dem Oberkommissar eingetroffen. Laut Aussage hatte er einen ihm unbekannten Kollegen abgelöst. <br>Die beiden weiteren Beamten hatten den Tatort nie betreten, sondern waren nach ihrem Eintreffen am Tatort direkt von Oberkommissar Spaltenstürmer mit der Befragung der Nachbarn, Sicherung der Umgebung und Akquirierung von koffeinhaltigen Heißgetränken beauftragt worden. <br>Beide hatten weder Tatort, noch den ominösen Kollegen, der angeblich die erste Person am Tatort war, gesehen. <br>Meiner Kenntnis nach, war Spaltenstürmer somit die erste, mir bekannte Person in der Ermittlung. <br>Laut Bericht des diensthabenden Kollegen hatte er die Fahrbereitschaft und mich um 23:26 Uhr angefordert, was umgehend in die Wege geleitet wurde. Der junge Kollege an der Wohnungstür übernahm seine Position um 23:34 Uhr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendetwas passte nicht zusammen. Während das Team seine Fastfood-Mahlzeit konsumierte, ratterten meine grauen Zellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Freitag Abend 19:67 Uhr.<br>Das Puzzle hatte einige entscheidende Teile bekommen. <br>Gerade kam ich aus dem Verhörraum, in dem Ex-Oberkommisar Erwin Spaltenstürmer in sich zusammengebrochen war. Er hatte die widerliche Tat bereitwillig gestanden. <br>Doch war er auch der Täter? <br>Er war zumindest das ausführende Organ, doch war er dazu eindeutig getrieben worden. Es gab einen Hintermann, der ihn mit abartigem pornographischen Material erpresst hatte. <br>Dieses, sowie die Aussicht auf wirtschaftlichen Wohlstand und Karriere, hatten ihn zu diesem finsteren Auftragsmord verleitet.<br>Den Hintermann wollte er nicht enttarnen, offensichtlich aus großer Angst, aber ich hatte so einen Verdacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Freitag Abend, 21:21 Uhr:<br>Ich war wieder am Tatort. Allein.<br>Nach gründlicher Inspektion und einer halben Schachtel Zigaretten, fand ich, wonach ich gesucht hatte. <br>Unter dem Papierwust auf dem Schreibtisch des Toten fand ich ein wenige Seiten starkes Manuskript. <br>Nach nur wenigen Zeilen des grausigen Machwerkes mit dem obskuren Arbeitstitel „Der Tod schläft in grünen Tüchern“, wurde mir klar, wer hinter dem abartigem Anschlag steckte. Doch auch so hatte ich es die ganze Zeit geahnt. <br>Während mir durch das Manuskript endlich gewahr wurde, was es mit den besagten grünen Tüchern auf sich hatte, wurde mir klar, wer der Kopf der Verschwörung um den Tod von Herrn D. war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich entschied mich, samt dem Manuskript, zurück in meine Schreibstube zu fahren (natürlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln), um diesen endgültigen Abschlussbericht zu dem &#8222;Fall der fünf Hamster&#8220; zu schreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Liebe Leser, natürlich ist es Euch auch sonnenklar, wer der böse Hintermann des Mordes wahr, und doch möchte ich in guter Tradition der Mitrate-Krimis den eigentlichen Haupttäter an dieser Stelle nicht verraten. Schreibt doch bitte in den Kommentaren, wer der Hintermann dieses feigen Anschlages auf den Mausebär ist. </em><br><em>Sollte ich bis Sonntag Abend fünf Kommentare von verschiedenen Benutzern, direkt unter meinem Text auf unserer Seite Erfahrungsexperten-Niederrhein.de haben, die den Täter, bzw. den Hintermann korrekt benennen, werde ich in meinem Montagsbeitrag erzählen, was es mit den grünen Tüchern auf sich hat.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer gewinnbringend lächelnder Mausebär (td)</p>
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		<title>Der Tod schläft in grünen Tüchern &#8211; Teil II</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2020 13:17:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommissar Zufall-Fälle]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Prosatexte]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne Tücher]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär (td) hofft, dass seine Leser, aber insbesondere jene Personen, deren Ähnlichkeit mit Protagonisten der folgenden Geschichte völlig zufällig ist (ganz Bestimmt), genauso viel Spaß beim Lesen dieser Krimi-Groteske haben, wie der Mausebär beim Schreiben hatte.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Mausebär (td) hofft, dass seine Leser, aber insbesondere jene Personen, deren Ähnlichkeit mit Protagonisten der folgenden Geschichte völlig zufällig ist (ganz Bestimmt), genauso viel Spaß beim Lesen dieser Krimi-Groteske haben, wie der Mausebär beim Schreiben hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Donnerstag Morgen, 00:22. <br>Noch immer hörte ich die letzten Worte von Oberkommissar Spaltenstürmer, bevor Griselda und ich die Wohnung betraten. <br>Wer hätte diese lyrisch kraftvollen und doch so aufrichtigen Worte auch je wieder vergessen können? <br>In feurigen Flammen werden sie stets in meine Herzen eingebrannt sein. <br>Es heißt, jeden Menschen küsst einmal im Leben wahre Inspiration &#8211; Ich hatte Oberkommissar Erwin Spaltenstürmers Moment miterlebt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Davon abgesehen, hatten sich die Ermittlungen, seit dem ersten Besuch in dieser Lasterhöhle von einer Wohnung, beständig weiter bewegt. <br>Mit einem tiefen Seufzen schaute ich über das Sammelsurium von Tatortbildern auf meinem Schreibtisch. Egon Hammelbeck, einer meiner Assistenten, hatte eine große Pinnwand besorgt, an welcher diverse Bilder, Notizzettel und Ähnliches angeheftet und mit Edding-Zeichnungen und Bindfäden an Reißzwecken wild zu einem Zufallsmuster verstrickt wurden. <br>Wahrscheinlich hätte ich bei der Fortbildung weniger schlafen und vor allem weniger saufen sollen. <br>Egal, wie ich den Fall betrachtete, es machte keinen Sinn. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während mein Blick abwechselnd zwischen Schreibtisch und Pinnwand pendelte, stellten sich mir zwei Fragen:<br>„Wieso war es zu dieser abscheulichen Tat gekommen?“ <br>und <br>„Wieso trug Hauptkommissar Aikido Tanaka schon wieder eine von diesen seltsamen Schulmädchenuniformen?“ <br>Lächelnd stellte sie die Kaffeetassen mit heißen Kaffee auf meinen Schreibtisch. <br>Kommissar Friedrich von Prengelsbüttel, der sie begleitete, stellte sich diese Frage natürlich nicht. Als Schäferhund war ihm menschliche Bekleidung sowieso recht egal. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder einmal gelang es der Kollegin, schwungvoll einige Unterlagen vom Schreibtisch zu fegen. Trotz ihrer beeindruckenden Talente als zivile Ermittlerin und als Einzelkämpferin, war Büroarbeit ihre Achillesferse und mein komplexes Schreibtisch-Biotop ihre natürliche Nemesis. <br>Trotz allem lächelte sie ihr niedliches kleines Lächeln, während sie sich bückte, um die Unterlagen wieder aufzusammeln. <br>Sofort nutzte ich die Gunst der Stunde, um unter ihr kurzes Röckchen zu blicken. Mein Blick wurde nicht enttäuscht und innerlich jubelte ich. Ein rosafarbener „Hello Kitty“-Tanga. <br>Ich war begeistert, das war mein Bingo. Heute würde Hammelbeck meine Kantinenrechnung übernehmen. <br>Ihr hübsches Gesicht tauchte wieder über meinem Schreibtisch auf. „Die Unterlagen aus der Pathologie sind da. Und den Bericht von der KTU habe ich auch gleich abgeholt.“ Ich nickte ihr anerkennend, aber mit väterlicher Strenge, zu. <br>Ich wusste, dass diese Art des Verhaltens sie erregte, aber trotz meiner Flugangst mochte ich sie. <br>Zart rosig leuchteten ihre pfirsichfarbenen Wangen, als sie versuchte, ihre erotische Aufregung zu verbergen. <br>Doch verantwortungsbewusst musste ich sie, als ihr Vorgesetzter, warnen, dass diese Erzählung jugendfrei bleiben musste. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich in den Unterlagen blätterte und Kommissar von Prengelsbüttel sein Dienstkörbchen aufsuchte, gab sie mir eine kurze Zusammenfassung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Der Tod ist tatsächlich durch Ersticken verursacht worden. Aufgrund von Abwehrverletzungen ist eine autoerotische Asphyxie auszuschließen. Es handelte sich eindeutig um fünf erwachsene Tiere, von denen vier Weibchen waren. Das Männchen wurde zuletzt eingeführt, aber kurz vorher auf laienhafte Weise kastriert. Vermutlich war da das menschliche Opfer bereits tot. Der Arzt vermutete, dass der Tod zwischen dem zweiten und  dritten Hamster eintrat und die beiden letzten Hamster definitiv postmortem inhaliert wurden. Eine kurze, aber gründliche Untersuchung ergab, dass Herr D. nicht unter einer Kleintierallergie litt, also ist ein anaphylaktischer Schock auszuschließen. Vor seinem Tod hat Herr D. noch eine Pizza Funghi gegessen, wie die Untersuchung des Mageninhaltes ergab. Laut dem Pizzaboten, der diese lieferte, war Herr D. alleine in seiner Wohnung, als er die Pizza in Empfang nahm. Er wirkte genauso wie auch sonst, wusste der Lieferant, da Herr D. wohl Stammgast in seiner Pizzeria war.</em>“ <br>Ich blätterte kurz durch den Bericht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eindeutig war das Essen zwei Stunden vor seinem Tod geliefert worden. Laut Lieferschein war das gegen 20:30 Uhr. Laut Obduktion war sein Tod zwischen 22:30 und 23:00 Uhr eingetreten. Was war in der Zeit zwischen Pizza und Hamstern passiert? <br>Eine Antwort auf diese Frage zu finden, war essentiell, da Herr D., besser bekannt unter seinem Pseudonym „Mausebär“, ein umstrittener Autor und Blogger war. <br>Es gab viele enervierte Moralapostel, die den Tod dieses selbsternannten Philosophen begrüßten und doch forderte das Feuilleton die nahtlose Aufklärung der Schändung ihres entarteten Lieblings. <br>Ich konnte mir nie erklären, was die Leute in den Texten dieses Wahnsinnigen sahen. Voll mit Provokationen und Sauereien, versuchte er angeblich die verkrustete Gesellschaft wachzurütteln. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem erzwungenen Lesen seiner letzten Blogbeiträge war mir klar, dass dieser selbsternannte Guru und Menschenfreund ein weinerliches hedonistisches Arschloch ohne Bezug zur Realität war. Er behauptete, die menschlichen Abgründe zu kennen und hätte dennoch keine drei Stunden in meiner Dienststelle ausgehalten. <br>Aber wer hätte Grund, ihn mit Hamstern zu ermorden? <br>Klar war, die Tiere waren nicht seine. Es gab keine Spuren von Kleintierhaltung in seiner gammeligen Mietwohnung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und warum fünf Hamster? <br>Und war das Geschlecht zufällig? <br>Wie ging nochmal das Hamsterlied, das wir früher im Schießsportverein am bunten Abend immer gesungen hatten? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, es fiel mir wieder ein. Ich summte es vor mich hin (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=uX4OMR5S7Ko" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kostprobe</a>). Ich brauchte mehr Anhaltspunkte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Donnerstag Nachmittag, 17:42. <br>Es war ein langer Tag. Aber die Ermittlungen hatten sich gelohnt. <br>Mittlerweile hatten sich vier Verdächtige herauskristallisiert, die sowohl ein Motiv, als auch die Möglichkeit gehabt hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nummer eins der Verdächtigen war für mich der undurchsichtige Dr. Alexander K., der laut Zeugen ein langes und wohl auch sexuell sehr intensives Verhältnis zu Herrn D. hatte. <br>Laut mehrerer Informanten hatten die beiden langhaarigen Bartträger bereits lange Zeit an einem gemeinsamen subversiven Netzwerk gearbeitet. Dabei hatte Herr D. ungeniert von Dr. K.s wissenschaftlichen Expertisen profitiert und seine sexuelle Unerfahrenheit benutzt, um ihn in die Abgründe diverser Perversionen zu ziehen. <br>Nachdem ihn Dr. K. monatelang in seinem schriftstellerischen Bemühen unterstützt und unter dem Pseudonym „Schmusehamster“ geholfen hatte, eine immer größer werdende Gemeinde von Anhängern um sich zu scharen, hatte sich Herr D. nur um seine eigene Karriere bemüht. <br>Und mit dem zweifelhaften Ruhm kamen die üblichen Probleme. Sex, Drogen und Ruhm entzweiten die beiden Verbal-Guerillas und während Dr. K. bemüht war, den inneren Kreis ihrer subversiven Gruppierung mit etwas, das er als „Graswurzelarbeit“ bezeichnete, zusammenzuhalten, stieg Herr D. wie ein Komet in der alternativen Literaturszene auf. <br>Die letzte offizielle Begegnung der Beiden war an dem Tag, als Herrn D. seine langersehnte Ehrendoktorwürde in dem Bereich der von ihm begründeten Psycho-Proktologie verliehen wurde. <br>Gut unterrichtete Kreise munkelten, dass die eigentliche und vor allem die wissenschaftliche Arbeit größtenteils das Werk von Dr. K. war. In wie weit Dr. K. mit den späteren Plagiatsvorwürfen, die das schnelle Ende sowohl der politischen, als auch der akademischen Karriere von Herrn D. bedeuteten, in Zusammenhang stand, war maximal eine Vermutung. Zumindest wussten „Insider“, dass sich die beiden Verbalterroristen einen schmutzigen Blog-Krieg lieferten, den Herr. D, aufgrund seines ruchlosen Schreibstils dominierte. <br>Eindeutig ein Hauptverdächtiger. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl Dr. K. sämtliche Beteiligung am Ableben von Herrn D. leugnete, blieben Restzweifel. <br>Sein Argument, dass er niemals seinem Nagetier etwas so schreckliches antun könnte, stand im krassen Gegensatz zu seiner Vergangenheit als Biochemiker, wo er, unter anderem, an Tierversuchen beteiligt war. Er wusste also genau um die Beschaffung, Vorbereitung und tödliche Anwendung von Kleinnagern Bescheid. <br>Auch sein Alibi für den Tatabend war sehr dürftig. Angeblich hatte er den Abend in Gesellschaft eines anderen Mitgliedes der ehemaligen Sekte um die charismatischen Langhaarfetischisten verbracht &#8211; natürlich in dessen Privaträumen. <br>Angeblich hatten sie lange diskutiert und die Zeit vergessen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Fest steht allerdings, dass Udo K. genauso ein Hauptverdächtiger war, wie Dr. K., denn auch er hatte genug Grund, dass Ableben von Herrn D. herbeizusehnen. <br>Im Gegensatz zu Dr. K. wurde Herr K. schon des öfteren, wegen Todesdrohungen, Beleidigungen und Belästigungen gegen Herrn D. aktenkundig.<br>Es schien ganz so, als könnte Herr K. die gemeinsame Vergangenheit innerhalb der Sektenstrukturen der ominösen „Phönix“-Vereinigung nicht verarbeiten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die sogenannte „Phönixgruppe“ war wohl eine Verschwörergruppe in der Anfangszeit von Herrn D.s unrühmlicher Karriere und Herr K. war unter dem Decknamen „Gandalf“ eines der Gründungsmitglieder der subversiven Keimzelle. <br>Herr K. gehörte dabei stets zum „inneren Kern“ und war eines der planenden Organe, die sich um Herrn D. gruppierten. <br>Es war allzu offensichtlich, dass er den Erfolg von Herrn D. als Verrat an der Bewegung sah. <br>Ein Grund, ihn zu töten, aber auf so besondere Weise?</p>



<p class="wp-block-paragraph"> Und dann waren da noch die beiden weiblichen Verdächtigen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem Seufzen traf ich eine Entscheidung, deren Tragweite mir zu dem Zeitpunkt noch nicht bewusst war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fortsetzung folgt&#8230;</p>
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		<title>Der Tod schläft in grünen Tüchern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2020 11:33:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommissar Zufall-Fälle]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Hauptkommissar Zufall-Fall vom kriminalistisch begabten Mausebär (td) zu Ehren einer Woche mit langem Wochenende.]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Ein Hauptkommissar Zufall-Fall vom kriminalistisch begabten Mausebär (td) zu Ehren einer Woche mit langem Wochenende.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dienstag Nacht, 23:35 Uhr. <br>Es war wieder einer dieser typischen Dienstagnächte, an denen alles passieren konnte.<br>Wolkenverhangen blickte der schmutzig-silberne Halbmond müde durch die leicht angestaubten Fensterscheiben der Amtsstube. Der Regen spielte ein entnervendes Stakkato, während er vom Wind gegen die Scheibe gepresst wurde. Für eine angeblich lauschige Juni-Nacht war es zu kalt und zu feucht. <br>Während der Mond von einer Wolke verdeckt wurde, stimmte ich leise das Lied von Rio Reiser an. „Junimond“, nichts passte zu dieser Stimmung besser als diese Reminiszenz an meine verflossene Jugend. „Es ist vorbei, bye bye“.<br>Mein Büro in der dritten Etage des Polizeipräsidiums war genauso zu einer Sackgasse geworden wie meine dritte Ehe, deren Scheitern mit jedem Tag mehr zur Gewissheit wurde. Ich war einer dieser glücklichen Menschen, deren Leben zugleich Einbahnstraße als auch Sackgasse war. <br>Wie vom Schicksal geführt, blickte ich auf die Uhr. Die Zeit dehnte sich wie das Nikotinkaugummi unter meinem Schreibtischstuhl, als plötzlich das Telefon mit schaurigem Ton die melancholische Stille meines tabakvernebelten Schreibzimmers durchdrang. <br>Ich drückte meine Zigarette im Kaffeebecher aus und nahm bedächtig den Hörer ab. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Selten klingelte es in der SoKo 42 der Kriminalpolizei, welche neben mir aus lediglich vier weiteren Beamten bestand, von denen einer ein deutscher Schäferhund war, was ihn nicht zum dümmsten Mitglied dieser illustren Truppe von Versagern unter dem Kommando des größten Verlierers von allen, nämlich Hauptkommissar Zufall, also mir, machte.<br>Ja, so war es, geboren als Rainer Maria Zufall, war es schon von meiner jüngsten Kindheit an mein größter Wunsch, Polizeibeamter zu werden. Trotzdem hatte mich ein harter Wind nicht den Weg die Karriereleiter hochgetrieben, sondern mich barsch auf das Abstellgleis einer mehr als verzichtbaren Sonderkommission, namens SoKo 42, von anderen Polizisten auch gerne SoKo „Pillepalle“ genannt, gedrängt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Müde und verbraucht hustete ich, unterstützt von den Folgen Jahrzehnte langer Nikotinabhängigkeit, meinen Namen in den Telefonhörer. Es war der Bereitschaftsdienst, der mich aufforderte, in die Mühlengasse 312 zu kommen, am besten sofort. Der Fahrdienst würde schon am Eingang Drei des Präsidiums warten. <br>Ich meinte einen lakonischen Unterton zu hören. Es gab wohl kaum einen Kollegen im ganzen Revier, dem die unglückseligen Umstände, die zum Verlust meiner Fahrerlaubnis führten, nicht bekannt waren. <br>Es war an der Zeit. Ich zog meine Hose an, die ich aus Bequemlichkeitsgründen auf der Stuhllehne verwahrte und nahm die Dienstwaffe aus dem Blumentopf mit dem Kaktus. <br>Mein Mobiltelefon und mein Notizbuch landeten genauso in der Innentasche meines beigen Trenchcoats, wie eine Schachtel Zigaretten, samt meinem treuem Zippo. Ein kurzes Kontrollschütteln überzeugte mich, das mein Dienstflachmann ordentlich betankt war. <br>Ich nahm einen letzten Schluck aus der Kaffeetasse, spuckte die versoffene Fluppe, die darin schwamm, geübt in den Papierkorb und verließ mein Büro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dienstag Nacht, 23:58 Uhr. <br>Der Dienstwagen schoss durch die Nacht. Eben hatte ich meinen besten Mann, Oberkommisssarin Gudrun Dinkelmeier, telefonisch zu der Adresse gebeten, um nicht ohne Unterstützung an einem Tatort zu sein. <br>Ich wusste weder, was uns bevorstand, noch wohin uns der mysteriöse Fall führen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittwoch Morgen, 00:21 Uhr. <br>Quietschend kam der Streifenwagen in der Mühlengasse zu stehen. Oberkommisarin Dinkelmaier stand bereits neben der Treppe, die zu dem Haus 312 führte. <br>Wie immer war sie vor mir da und trug eine enganliegende Motorradkombi, die ihren athletischen, aber dennoch weiblichen Körper perfekt betonte. Die Nonchalance, mit der sie ihren Motorradhelm locker in der Hand schwang, hätte manchen Mann in die Verzweiflung getrieben. Mich nicht, denn ich war bekennender Rotweintrinker. <br>Während sie ihr feuerrotes Haar lasziv schüttelte wie ein Mädchen aus einer Shampoowerbung wehte ein leichter Duft von Schleichwerbung in meine Nase, aber diese Ermittlung war nun mal durch Produktplatzierungen finanziert. <br>Ich nickte ihr knapp zu und begrüßte sie mit einem kurzen „<em>Gisela</em>“. <br>Sie erwiderte das Nicken. „<em>Womit haben wir es zu tun, Rainer?</em>“ fragte sie, während ihre dunkelgrünen Augen mich interessiert fixierten. <br>Wieder einmal wunderte ich mich, dass die ehemalige SEK-Beamtin, die jegliche Polizeiliche Ausbildung, samt Sondertraining und Verwaltungslehrgang 7B mit Auszeichnung bestanden hatte, immer noch in der lächerlichsten SoKo der ganzen Stadt diente. Oberkommisarin Dinkelmayr hätte in fast jeder Abteilung arbeiten können, aber Gabrielle war uns stets treu geblieben, oder besser gesagt mir, dem Chef des traurigen Haufens. <br>Ich zuckte ahnungslos mit den Schultern und zündete mir eine Zigarette an. <br>Noch im Licht meines Feuerzeuges öffnete sich die Haustür zu dem Mehrfamilienwohnhaus. <br>Die dienstbeflissenen Augen von Oberkommissar Spaltenstürmer, einem engagierten Arschkriecher des Morddezernates, blickten in unsere Richtung. Ich erkannte sofort die Abscheu meines ehemaligen Praktikanten in seinen hellblauen Fischaugen. Unser Verhältnis war, seit einer missglückten Liaison, nicht das beste, obwohl ich ihn vorgewarnt hatte. Ich war nun einmal der Typ Mercedes-Fahrer, da biss die Maus keinen Faden ab. Seine nicht erwiderte Liebe hatte er nie verkraftet und über die letzten Jahre hatte sie sich in das grüne Monster namens Missgunst verwandelt. <br>Es wunderte mich, dass mich Spaltenstürmer in seine Ermittlung einbezog. <br>Ich nahm noch einen tiefen Zug meiner Zigarette und schnippte den Rest achtlos über meine Schultern. Hinter mir hörte ich einen Schmerzensschrei, gefolgt von einem Fluchen. Die Stimme klang sehr nach dem jungen Polizisten der Fahrbereitschaft, aber ich durfte mich nicht von Details ablenken lassen. <br>Getrud folgte mir wie ein sehr wohlgeformter Schatten, während ich auf die offene Tür zusteuerte. „<em>Erwin, was gibt es</em>?“ richtete ich meine erste Frage an Spaltenstürmer. Er blickte mich kurz nichtssagend aus seinen kalten toten Augen an. &#8222;<em>Hauptkommissar Zufall, Oberkommissarin Dinkelmeir</em>,“ begann er sehr betont „ <em>Wenn sie mir bitte folgen würden</em>“. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir betraten den Flur des Mehrfamilienhauses. Es war ein typisches Reihenhaus im Stil der fünfziger Jahre. Sechs Parteien, ein einfacher Flur mit Treppe, alle sechs Wochen Flurdienst. Kein Aufzug, wie ich gleich sah. <br>„<em>Es ist im dritten Stock</em>“. Natürlich, es war immer der dritte Stock. <br>Das Treppenhaus wirkte nichtssagend. Nicht sauber, aber auch nicht dreckig. Nicht neuwertig, aber in Ordnung. Ein Treppenhaus wie viele andere in unserer Stadt. Wir folgten der Treppe zu ihrem logischen Ende. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der obersten Etage war die linke Wohnungstür offen. Daneben stand ein uniformierter Kollege, der beim Anblick von Spaltenstürmer, angesichts seiner offensichtlichen Kleinkariertheit, sogleich angstvoll Haltung annahm. Gerda und ich tauschten einen kurzen, aber vielsagenden Blick aus. <br>Aus der Wohnung kam Dr. Schrittlänge, der Gerichtsmediziner. Ich nickte ihm kurz zu. Kurz nickte er zurück und begrüßte mit einem tiefen Blick in das Dekolletee samt massiven Erröten meiner Begleitung. Deren, mittlerweile geöffnete, Motorradlederjacke und ihr knappes Top luden dazu gerade ein und Dr. Schrittlänge konnte solchen Einladungen von Natur aus nicht widerstehen. „<em>Fräulein Dinkelmair…,</em>“ begann er, bevor er rüde von Spaltenstürmer unterbrochen wurde. „<em>Die Fakten, Doktor, nur die Fakten</em>!“, forderte der missverstandene Karnevalsprinz im Beamtenzwirn. <br>Dr. Schrittlänge fing nervös an, seine Brille mit einem Taschentuch zu putzen. „<em>Ja, also, wir haben es mit einem männlichen Weißen im Alter von Anfang bis Mitte 40 zu tun. Er ist, sagen wir es mit einfachen Worten, tot</em>“ „<em>Ich brauche mehr Details</em>“, merkte ich ruhig an, während ich mir eine Aufmerksamkeitszigarette anzündete.<br>„<em>Nun ja, also, er ist, bzw. war, obwohl eigentlich ist er es immer noch, nun ja, sagen wir, adipös. Oder, wie wir Mediziner sagen würden, Adipositas per Magna, aber das hat mit der Todesursache überhaupt nichts zu tun, hoffe ich</em>.“ „<em>Wieso hoffen Sie das</em>?“ fragte Gina mit ihrer rauchigen Telefonsexstimme. <br>Fasziniert betrachtete ich die kleinen Schweißperlen auf seiner Stirn und das nervöse Nesteln an seiner Brille, als ihr Timbre seine gewohnte Arbeit tat. „ <em>Nun, Fräulein Dinkelmeyr, es ist die Art des Todes, wir haben es mit einer klassischen Asphyxia per Cricetinae zu tun</em>“. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine bedeutungsvolle Stille trat ein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurzentschlossen brach ich das betreten Schweigen und erklärte Spaltenstürmer: „<em>Das ist Erstickung durch einen oder mehrere Hamster, meist oral intubiert, bzw. eingeführ</em>t.“ Spaltenstürmer blickte genauso hilflos und fischig wie ein Goldfisch im Zahnputzbecher. <em>„Kommt häufiger vor, als man meinen mag</em>“ ergänzte der Pathologe. „<em>Schätzungsweise trat der Tod vor zwei bis drei Stunden ein, alles weitere erst nach der Autopsie</em>“ „<em>Von dem Opfer oder dem Hamster?</em>“, scherzelte Spaltenstürmer, um seine angeschlagene Autorität zu retten. <br>Mitleidig betrachtete Dr. Schrittlänge ihn. „<em>Erstens handelt es sich nicht um einen, sondern um fünf Hamster, der Familie Mesocricetus auratus, also Goldhamster, zweitens ist es eine allgemeine moralische Frage, wer hier das Opfer ist und drittens, Ja!</em>“ Er setzte die Brille wieder auf seine Nase und ließ den verdutzten Oberkommissar stehen, als er die Treppe nach unten nahm. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich blickte auf das Klingelschild der Wohnung. In fast kindlich anmutender Krakelschrift aus Druckbuchstaben, mit einem Kugelschreiber auf kariertem Papier geschrieben und danach abgerissen, stand unter dem Plastikschutz der Türklingel „T. Dürholt“. <br>Ich schob die Tür weiter auf und betrat die Wohnung. Während mir Gerlinde, ohne zu zögern, folgte, rief uns Oberkommissar Spaltenstürmer noch hinterher&#8230; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Fortsetzung folgt&#8230;</p>
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		<title>Kreative Beziehungsunfähigkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Jun 2020 16:50:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Belastbarkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne Tücher]]></category>
		<category><![CDATA[Innere Grenzen]]></category>
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		<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär(td) berichtet in diesem Beitrag von seinem Beziehungsstress mit seinem neustem kreativen Projekt.]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Der Mausebär (td) berichtet in diesem Beitrag von seinem Beziehungsstress mit seinem neuestem kreativen Projekt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine kleine Beziehungsstreitigkeit mit Otakuria, der Muse der nerdigen Phantasien, reißt mein jetziges Projekt nahezu gnadenlos aus der kuscheligen Wärme seiner flauschigen grünen Tücher und schleudert es schutzlos auf den Boden. <br>Alle meine Bedürfnisse bilden einen Stiefelkreis und treten gnadenlos auf mein Baby ein. Meine innere Müdigkeit droht sogar mit &#8222;Bordsteinknabbern&#8220; und meine Nachschubbeauftragte (Verantwortlich für Einkauf und Vorratshaltung), hat Stiefel mit Stahlkappen an. Ich fühle mich wie ein geprügelter Hund, denn mein Projekt, das bin auch ich. So wanke ich blutend durch die dunkle Nebengasse und während ich ein verrotztes Taschentuch, statt meiner heißgeliebten grünen Tücher, benutze, um meine Wunden zu säubern, frage ich mich&#8230;</p>



<h5 class="wp-block-heading">Warum scheitert eigentlich die Wirklichkeit so oft an meiner Phantasie?</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Ich frage es bewusst so herum, denn es ist mitnichten eine Grenze meines Vorstellungsvermögens, die mich plagt.<br>Ganz im Gegenteil scheint mir der Raum meiner Kreativität zur Zeit nahezu grenzenlos. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Es sind andere Faktoren, die mich schier zur Verzweiflung treiben. </h5>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Unfähigkeit, an genauso vielen Baustellen zu arbeiten, wie ich es manchmal in Gedanken kann, ist einer dieser Faktoren. <br>Manchmal würde ich mich gerne aufsplitten um an mehreren Gedanken zu einem Projekt gleichzeitig zu arbeiten, sozusagen mein inneres Team zu einem physischen Team werden zu lassen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurzeit ist es leider so, dass alle kreativen Mitarbeiter in meinem inneren Team ihre Aufnahmen des kreativen Diktiergerätes bei einem einsamen Sekretär zur Niederschrift ablegen. Da staut sich gerade eine Menge im Eingangskörbchen auf. <br>Leider hat mein innerer Sekretär, der in der Wirklichkeit durch meinen Körper repräsentiert wird, nur ein begrenztes Vermögen an Schreibkraft. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das ist ein weiterer Faktor. Meine Fähigkeit, Dinge niederzuschreiben, ist abhängig von meiner Energie und Schreibfertigkeit. Während ich zwar nicht mehr das Adler-Suchsystem, also Buchstaben suchen und darauf stürzen, beim Tippen verwende, bin ich noch weit vom flüssigen Schreiben an der Tastatur entfernt. <br>Von der Geschwindigkeit meiner Gedanken, die mir den jeweiligen Text diktieren, wage ich gar nicht erst zu reden. <br>Das jeweilige Innehalten zur Fehlerkorrektur ermöglicht meinem Körper zwar die notwendigen Pausen, nervt meine kreative Ader aber auf das äußerste. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl ich es schaffe, kognitiv, also geistig, eine Konzentration scharf wie ein Solinger Handwerksprodukt zu erhalten, spielt mein Körper da nicht mit und fordert unbedingte Ruhepausen. <br>Leider lässt der innere Protest gegen diese Ruhepausen meinen Geist nicht zur Ruhe kommen. Dass ich auch ein gewisses Kontingent an Schlaf brauche, versucht mein strebsamer Geist zur Zeit gepflegt zu ignorieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Allein der Körper braucht, was er braucht und das nimmt er sich &#8211; notfalls mit Gewalt. <br>Während ich die letzten Tage einfach zu wenig schlafe, merke ich, wie mein Körper mir langsam die Pistole auf die Brust setzt. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Ungeduld und Zielstrebigkeit &#8211; schön und gut &#8211; aber Grenzen sind Grenzen. </h5>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Grenze zu überschreiten, ist häufig ein Konflikt. <br>Diesen Konflikt spüre ich gerade und es ist Zeit, in Friedensverhandlungen zu treten. <br>Meist sind die Ergebnisse der Verhandlung zwischen Körper und Geist, oder auch zwischen „Wollen und Können“, recht einseitige Verhandlungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel zu oft lasse ich es zu, dass meine eigene Ungeduld die Musen, die mich küssen wollen, nicht nur zu verstärkter Zärtlichkeit, sondern zur sexuellen Nötigung meines Leistungsvermögens drängen. <br>Das schadet nicht nur der erotischen Beziehung zu meinen süßen Musen, sondern auch die sorgsam angefertigten Kunstfilme für Erwachsene, die meine Ungeduld von den  Interaktionen dreht, verlieren deutlich an Qualität. Nicht gut für meine Libido. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht zuletzt drängt mich kein Abgabetermin, sondern alles, was mich gerade beschäftigt, ist mein eigenes Projekt. <br>Es ist nur zu meinem eigenen Vergnügen und trotzdem nagt es wie eine gefräßige Ratte Stücke aus meiner Zeit, die ganz konkreten Verpflichtungen gehören. <br>Das ist nicht gut. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Verpflichtungen sind ein weiterer Faktor. Ein klein wenig Besessenheit gehört zwar zu jedem Herzensprojekt, aber es darf nicht alles andere, was mir wichtig ist &#8211; oder seien sollte &#8211; im Feuer der Leidenschaft verzehren. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Ich sollte eine Grenze ziehen, um mich zu schützen &#8211; wieder mal vor mir selbst. </h5>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn die Gefahr des Scheiterns meinen inneren Narzissten aufschreien lässt, mein Körper sagt radikal &#8222;Schluss!&#8220; und ich scheitere an der Realität. Mein Projekt wird begraben. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Aber ist das wirklich so?</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Meiner Vermutung nach bin ich wieder dabei, Grenzen zu scharf zu ziehen und nur extreme Lösungen zu sehen. <br>Es gibt aber nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch jede Menge Grautöne. <br>Ich hatte mir selbst die Aufgabe gestellt, diese zu entdecken. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In meinen inneren Friedensverhandlungen bin ich daher so weit gekommen, das Projekt, was mich quält, erst mal säuberlich zu speichern, ein paar Tage nicht daran zu rühren und mich mit anderen Dingen zu beschäftigen. <br>Aber ich werde es nicht löschen oder aufgeben, sondern nach angemessener Ruhepause einfach weiter daran feilen. Stückchen für Stückchen. <br>Manchmal brauchen die Dinge Zeit. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein innerer Narzisst nickt nun zufrieden. Kein Aufgeben, sondern einfach ein besseres Zeitmanagement meines Projektes. Pausen zulassen und die Gelegenheit nutzen, mein Erwartungsmanagement neu zu justieren. <br>Nicht mit der heißen Nadel stricken, sondern mit kühlen Kopf elegant erschaffen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine innere Muse, die dieses Projekt betreut, kichert fröhlich, schnappt sich ihre Unterwäsche vom Boden und zwinkert mir noch einmal verführerisch zu, während sie meine Gedankenkammer verlässt. <br>Mich plagt deswegen keine Wehmut, denn ich weiß, diese Liebesaffäre geht noch weiter. Ich werde für mein Projekt mehr Zeit einplanen und die kreative Schöpfung in Ruhe genießen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die heiße Affäre mit meiner Muse ist, im Gegensatz zu diesem Beitrag, noch nicht am Ende. <br>Fortsetzung folgt…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer Mausebär (td)</p>
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		<title>Fünfzig &#8211; soviel Mausebär macht [bitte setzen Sie hier ein Wort ein] !</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 May 2020 12:13:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Ausblick]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne Tücher]]></category>
		<category><![CDATA[Jubiläum]]></category>
		<category><![CDATA[Stolz]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär (td) präsentiert voller Stolz den 50. Beitrag in der Kategorie "Mausebärs Philosophien".]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Mausebär (td) präsentiert voller Stolz den 50. Beitrag in der Kategorie &#8222;Mausebärs Philosophien&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon wieder steht ein Jubiläum an. Denn dieser Text ist der genau 50. Beitrag, der in der Kategorie „Mausebärs Philosophien“ erscheint.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 30. März wurde mein Beitrag mit dem Titel „Lagerkoller – Eine Betrachtung meiner persönlichen Krise“ der Grundstein für eine spannende Reise. <br>Der 50. Beitrag ist jetzt so eine Art Meilenstein für mich. <br>Es ist ein Zeitpunkt, um kurz inne zu halten und zu genießen, um im Anschluss sowohl einen Blick rückwärts, als auch nach vorne zu richten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Oder, um es anders zu sagen, heute werde ich mich kurz feiern, bevor ich noch einmal zurückblicke auf die Ereignisse. <br>Danach werde ich den Blick wieder nach vorne richten, um den nächsten Meilenstein anzusteuern. <br>Natürlich möchte ich alle meine Leser daran teilhaben lassen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wegen, für mich typischer, falscher Bescheidenheit, lasse ich das gnadenlose Lobhudeln meiner eigenen Person kurz ausfallen. <br>Ich sitze an meinem Rechner, tippe vor mich hin und grinse, in verdienter Selbstverliebtheit, in mich rein. <br>Eigentlich wäre das ein Zeitpunkt dafür, mich selber wieder so klein zu machen, dass alle Leser gar nicht anders können, als mir armen kleinen Mausebär Lob und Anerkennung zu schenken. <br>Aber mittlerweile funktioniert dieses Prinzip nicht mehr so gut. <br>Natürlich freue ich mich über Lob. Sogar sehr, denn die Anerkennung durch meine Leserschaft ist ein wichtiger Bestandteil meiner Motivation zum Schreiben. <br>Mittlerweile hat es aber in mir eine kleine Veränderung gegeben. <br>Es hat sich tatsächlich heraus gestellt, dass der Versuch, durch übermäßige Bescheidenheit eine Bestätigung meiner Person durch Andere zu erlangen, nicht nur ein Teil meiner narzisstischen Persönlichkeitsstörung, sondern auch keineswegs zielführend ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum einen denke ich, dass ich selber gute Arbeit abliefere und daher auch eine Anerkennung verdiene. <br>Ich brauche sie mir nicht zu erbetteln oder zu erschleichen, sondern ich darf sie einfordern, denn ich habe etwas dafür getan. <br>Zum anderen fällt mir auf, dass ich selber diese Art, sich Komplimente zu erschleichen, bei anderen Personen als störend empfinde. <br>Zeit, etwas daran zu ändern – und zwar bei mir. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hoffe, ich bleibe auf dem Teppich und bekomme keinen Höhenflug, da ich ja gerne mal von einem Extrem ins Andere verfalle, aber ich habe das feste Vertrauen in meine Freunde, dass ich nicht nur sanft darauf hingewiesen, sondern auch nach einer Bruchlandung getröstet werde und ein hübsches Pflaster auf meine Wunden bekomme. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der aufmerksame Leser hat ja schon mitbekommen, dass ich meinem inneren Narzissten mehr Freiräume einräumen möchte und ein wenig mehr Nonchalance in mein Leben bringen werde. <br>Heute ist dafür ein weiterer guter Tag. <br>Also schreibe ich es einfach mal frei heraus: ich bin stolz auf 50 veröffentlichte Beiträge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich bin ich schon mitten in der Retrospektive. <br>Die Gegenwart ist schon ein ganz schön weiblicher Hund, wie der Amerikaner sagen würde. <br>Es lässt sich sehr schwer gegenwärtig bleiben, daher erlaube ich es mir jetzt, ein wenig in die Historie von 50 Texten zu schauen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Erstaunlicherweise sind meine Texte, ungesetzt und unlektoriert, im Schnitt etwa anderthalb Standardseiten lang. Dies entspricht ungefähr 1.000 Wörtern pro Beitrag. <br>Das bedeutet, dass ich in den letzten zwei Monaten hier in etwa 50.000 Wörter von mir gegeben habe. <br>Schon beeindruckend, würde ich sagen. <br>Ich frage mich manchmal, bei den geschätzten 75 Din A4 Seiten, wie viele Buchseiten das wären, bin aber zu faul, alle Texte auf eine Normseite zu setzen, um zu zählen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist auch nicht wichtig, viel interessanter ist es, dass ich es schaffe, seit nun fast zwei Monaten an fünf Tagen in der Woche an meinem PC zu sitzen und zu schreiben. <br>Früher dachte ich immer, dass ich so etwas nicht schaffen würde und traute mich nicht an eine literarische Kariere, obwohl mir von verschiedenen Seiten Talent betätigt wurde. <br>Jetzt merke ich, dass ich vielleicht doch die Ausdauer und den Spaß habe, zu schreiben. <br>Wer weiß, wohin mich dieser Gedanke noch führt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zumindest bin ich zufrieden, dass ich 50 Beiträge geschafft und immer noch Freude an dieser fast täglichen Reise in mein Inneres habe.<br>Und ich freue mich, dass auch meine Redaktion immer noch Spaß an der Zusammenarbeit hat. <br>Das liegt auch daran, denke ich, dass ich es fast jeden Tag schaffe, ein kleines Lächeln, oder gar ein lautes Lachen, bei meinen Lektoren zu erzeugen – und sei es nur durch meine, sagen wir, kreative Rechtschreibung. <br>Oft genieße ich auch wieder Wörter und Phrasen und spiele mit ihnen in meinen Gedanken. <br>Es bewegt sich etwas in meinem Geist &#8211; auf eine unerwartet sinnliche Art. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Meist versuche ich, viele der Abstrusitäten in meinem Kopf gefangen zu halten, doch seit ich der ein oder anderen verrückten Geisteskreatur erlaube, sich frei im Biotop meiner Beiträge zu tummeln, erfreue ich mich immer mehr an der bunten Vielfalt meiner Phantasie. <br>Dieser Spielplatz, der mir hier geschaffen wurde, erleichtert mir mein Sein, denn hier darf ich dasselbe, nämlich sein – und zwar ich selbst.<br>Es erstaunt mich sogar, wie viel Freiheit mir von Seiten der Redaktion gewährt wird. Natürlich wird der eine oder andere Satz liebevoll zurecht gerückt, aber eher des lieben Verständnisses wegen, als der Zensur. <br>Meine Wortgebilde dürfen frei wie Vögel fliegen, solange sie sich nicht wie Harpyien auf meine Leserschaft stürzen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Scheinbar scheint mir auch meine Leserschaft genüsslich zu folgen und mir meinen Stil nicht nur zu verzeihen, sondern ihn gar zu mögen. Ich habe sogar das Gefühl, langsam so etwas wie einen Stil zu entwickeln. <br>Ich glaube, meine Texte werden langsam besser und ich lerne aus meinen Betrachtungen. <br>Nicht nur über mich und für mich, sondern auch rein handwerklich. <br>Darum bin ich auch schon jetzt gespannt, wie mein 100. Beitrag aussehen wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube fest daran, dass er kommen wird. Ich weiß nicht, wie lange es dauern wird und was bis dahin passiert, aber ich freue mich auf jeden einzelnen Text, den ich auf dem Weg schreiben werde. <br>Es bleibt spannend, ob ich bis dahin weitere Leser dazu gewinne, oder welche verliere und was sich alles sonst so in meinem Leben verändert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Krise, die als Geburtshelfer dieser Kategorie von Beiträgen gedient hat, wird uns neue Dinge bringen, auf die ich gespannt warte.<br>Mal schauen, was noch so alles passieren wird in der „wunderbaren Welt des Mausebären“. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht wird es noch weiter spannende Lektionen des weisen Sensei Mausebärs geben, um meine Leser tiefer in die mystischen Aspekte der Mausebärischen Kommunikationslehre einzuweihen. <br>Vielleicht meldet sich auch mein innerer Poet zurück, um entweder schöne Bilder aus meinen Gedanken zu malen, oder frech mit Worten zu spielen und zu jonglieren. <br>Vielleicht gibt es weitere tiefe Betrachtungen aus meinem Leben oder meinen Gefühlen. <br>Vielleicht passieren neue Katastrophen in meinem Leben, denen ich einen Platz einräumen muss. <br>Vielleicht findet sich auch noch eine neue Quelle der Inspiration in meiner verrückten inneren Welt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr wahrscheinlich wird es wieder eine bunte Mischung aus all dem Genannten. <br>Und wiederum werde ich meine Leser zu meinem inneren Buffet der kreativen Sprachnutzung, oder, je nach Perspektive, Sprachmissbrauchs, einladen, um sich freimütig zu bedienen &#8211; noch ist es kostenlos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Wortsäckchen für heute ist leer, darum ende ich an diesem Punkt und freue mich einfach auf die nächste Zeit. <br>Bis zum nächsten Meilenstein, lade ich ein zum bärig sein…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer Mausebär (td)</p>
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