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	<title>Guerilla-Texte &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<title>Guerilla-Texte &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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		<title>Speakers Corner: Bin ich ein alter weißer Cis-Mann?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Sep 2022 03:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Guerrilla-Texte ohne Mitwirkung der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Guerilla-Texte]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein kleiner Guerilla-Text mit Selbstoffenbarung zum Wochenende aus dem Bedürfnis des Mausebär (Thorsten Dürholt) heraus.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Eine seltsame Frage führt zu einem Schwank aus meinem Leben. Vom Mausebär (Thorsten Dürholt), sehr tief aus seiner eigenen Lebensgeschichte gekramt.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">In letzter Zeit mache ich mir viele Gedanken über das Thema „Geschlechter“, sei es im Kontext der Sprache, als auch in der Frage des „Intersektionalen Feminismus“ und ich frage mich warum mich dieses Konzepte mit Ablehnung erfüllen? </p>



<h4 class="wp-block-heading">Was stört mich daran?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Bin ich am Ende tatsächlich ein „alter weißer CIS-Mann (ob so wirklich heterosexuell sei jetzt mal dahingestellt), also der Inhaber von traditionellen Privilegien und Vorteilen, der um diese bangt?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Vielleicht muss man dazu erst mal etwas über mein Geschlechterbild erfahren</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Um zu verstehen welches Geschlechterbild ich habe, muss ich ein wenig über mich erzählen und über mein Leben, welches dieses Bild geformt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin Ende der 70er Jahre auf diese Welt gekommen und habe keine Erinnerung an meinen Vater. Erfahren habe ich, dass er ein schweres Alkoholproblem hatte und unter Alkoholeinfluss zur Gewalttätigkeit neigte, was ich nicht weiter ausführen möchte, weil alle Erlebnisse aus diesem Bereich nur durch Dritte an mich gegeben worden. Ich war zu klein, um mich zu erinnern. <br>Meine Mutter hatte meinen Vater verlassen, um zu verhindern, dass mir etwas zustößt. Tatsächlich hat sie versucht die Situation so lange wie möglich auszuhalten, um mir einen Vater zu bieten, bis es halt nicht mehr ging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zeitlebens war für mich nur meine Mutter da, die ich für eine sehr starke Frau halte. Sie hatte mit vielen Widerständen zu kämpfen, abhängig davon, dass man zu der Zeit allein erziehende Mütter noch für untragbar hielt und sie ihre Befähigung als Mutter sogar beweisen musste. Zusätzlich war sie Vollzeit berufstätig und beruflich auch erfolgreich. Klar war sie dadurch sehr eingespannt und doch hat meine Mutter immer viel Zeit für mich und meine Fragen, Wünsche und Bedürfnisse gehabt. Sie ist in einer verdammt harten Situation gewesen und hat das niemals an mir ausgelassen. Sie hat mich niemals dafür Verantwortlich gemacht und sie hat mir Toleranz beigebracht. Eine Frau, die einen Grund gehabt hätte, wahrlich schlecht über Männer zu denken, die wahrhaften Sexismus und männliche Gewalt erlebt hat, hat mich niemals spüren lassen, das es was Schlechtes wäre, ein Mann zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Mutter wurde in der Erziehung von ihrer eigenen Mutter unterstützt, meiner heißgeliebten Großmutter. Ich habe die Zeit mit meiner Oma geliebt und ihr Tod hat mir mein Herz gebrochen. Meine Großmutter war eine starke Frau. Sie hat den Krieg mitbekommen, ist aus ihrer Heimat geflohen, war mit ihrer Schwester unter vielen Gefahren beim „hamstern“ und hat ihren Ehemann als schwerverletzten Krüppel aus dem Krieg zurück bekommen. Trotz allen hat sie ihn wieder gesund gepflegt und sich dabei um Haus und Garten und ihre zwei Kinder gekümmert. Mein Großvater war kein einfacher Mensch, sondern ein wahrhaftiger Haustyrann, obwohl ich ihn später nur als den wunderlichen und verschrobenen alten Mann kennen gelernt hatte, aber es wahr, wie ich aus vielen Geschichten erfahren habe wahrlich nicht einfach. Ich habe meine Großeltern nie zusammen erlebt, da mein Großvater auf seinen zahlreichen Geschäftsreisen wohl viele Affären hatte und meine Großmutter sich von ihm getrennt hat. Zu einer Zeit als das nicht üblich war. <br>Meine Großmutter wollte immer Künstlerin werden (nein, sie war eine Künstlerin) doch um ihre Kinder zu versorgen musste sie auf dem Amt als Schreibkraft arbeiten. Und das tat sie resolut bis zur Rente, ohne sich zu beklagen. Meine Großmutter kam jeden Schultag die 15 Kilometer zu Fuß zu uns nach Hause, damit Jemand da war, wenn ich von der Schule nach Hause kam und hat mir Zeit, Liebe und Aufmerksamkeit geschenkt. Sie hat den Grundstein zu meiner humanistischen Bildung gelegt und mich für Kunst begeistert. <br>Eine starke Frau, die Gewalt, Unterdrückung und Widerstand erlebt hat. Eine Frau, die in harten Zeiten „ihren Mann stehen musste“ und wahrscheinlich mit jedem miesen Klischee konfrontiert wurde, hat mir Verständnis, Toleranz und Moral nahe gebracht. Niemals hat sie mich spüren lassen, dass es was schlechtes wäre ein Mann zu sein, nie hat sie etwas schlechtes über Männer gesagt, sondern mir einfach durch ihre Art gezeigt, dass sie alles konnte und mir den Mut gemacht, dass ich auch alles erreichen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Kind habe ich mit Jungs gespielt und auch mit Mädchen. Ich habe mit Lego gespielt und mit He-man und bei einer Freundin genauso mit Barbie. Ich habe Klemmbausteine und Playmobil geliebt und noch viel mehr meine Plüschtiere, mit denen ich Höhlen aus Decken gebaut habe um darin zu lesen, zu Träumen und zu phantasieren. Wenn ich mit der anderen Kinder mit den Fahrräder durch den Wald gedüst bin, Hütten gebaut habe oder Abenteuer erlebt habe, war es mir egal, ob es Jungs oder Mädchen waren. Wir hatten einfach Spaß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst in meinen härtesten Pubertätszeit fand ich Mädchen nie doof. Da ich keine männliche Bezugsperson in dem Sinne hatte, habe ich so etwas in den Medien gesucht und mochte Action und Abenteuer. Doch habe ich schon früh dieses Männerbild wieder hinterfragt.<br>Unter meinen Freunden waren stets auch Mädchen und das nicht nur weil ich Mädchen sexuell interessant fand. Für mich war es egal, wenn ich jemand mochte, ob er Junge oder Mädchen war und ich habe nie einen großen Unterschied in den Freundschaften gesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit 19 Jahren habe ich geheiratet. Eine Frau die neun Jahre älter als ich war und die ich ein knappe Jahr vorher davon überzeugt habe, eine dysfunktionale Beziehung zu beenden. Über zwanzig Jahre hielt diese Ehe, bis ich zum unglücklicherweise zum Witwer wurde. Wir hatten viele gute Zeiten, aber auch harte Phasen mit Frust, Drogenmissbrauch, Krankheiten und Psychischen Problemen, Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Familienproblemen und vielem mehr. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Frau war bei mir, als ich in der Bundeswehrzeit zusammengebrochen bin und in die Bundeswehrpsychiatrie musste und letztendlich aus psychologischen Gründen ausgemustert wurde. Sie hat mich durch drei misslungene Versuche einer akademische Ausbildung begleitet und durch zwei gelungene Berufsausbildungen. Sie hat erlebt, wie ich mich monatelang von der Welt zurückgezogen habe und wie ich mit meinen inneren Dämonen gerungen habe. Sie hat mich durch harte Krankheitszeiten begleitet und mich gehalten wenn es mir schlecht ging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch sie hatte viele Probleme, ich habe sie durch ihre zweite Ausbildung begleitet, durch ihre MS-Diagnose. Ich war da, als sie durch eine nötige Operation ihre Fähigkeit verloren hatte Mutter zu werden, obwohl sie gerne ein Kind von mir gehabt hätte. Ich war da während der Zeit die sie in der psychiatrischen Klinik war und habe sie so häufig es ging besucht, um sie zu unterstützen. Ich war das wen sie nachts mit Panikattacken aufgewacht ist. Und als sie dann einen Schlaganfall erlitt, war sie ihre letzte Jahre als Schwerstpflegefall natürlich zuhause bei mir. <br>Sie war bei mir (und ich bei ihr) bis zu ihrem Tod, wie ich es mit 19 Jahren versprochen habe, ohne eine Frage. Dieses Versprechen war mir über 20 Jahre heilig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe meine Frau geliebt, sie war meine beste Freundin, sie war mein Kumpel mit dem ich Scherze gemacht habe, sie war die einzige Person, die mich jemals richtig erkannt hat. Sie hat mich vieles gelehrt und mir vieles geschenkt.<br>Da wir immer ehrlich zu einander waren, habe ich viel durch ihre Augen sehen können. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und auch über Emanzipation haben wir geredet. Ihre Meinung war stets, dass sich die Männer endlich anpassen sollten und ihre eigene Emanzipation suchen sollten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wir waren über 20 Jahre zusammen, gleichberechtigt Seite an Seite und stets habe ich mich auf sie verlassen und sie auf mich.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich was gelernt habe von diesen drei starken Frauen in meinem Leben, dann ist es das eine:</p>



<h4 class="wp-block-heading">Es ist egal mit welchen Geschlechtsteilen du geboren wurdest, sondern es zählt nur was Du für ein Mensch bist</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist mir absolut egal, was andere Menschen für Feminin oder Maskulin halten, diese Klischees existieren in meinem Kopf nicht wirklich, weil ich für jedes dieser Klischees genug Beispiele erlebt habe, die mich auf positive Art von etwas anderem überzeugt haben. Es mag biologische Unterschiede geben, aber die rechtfertigen für mich keine soziale Abspaltung oder Trennung.<br>ja, es gab früher die Legende von Mädchenkram und Jungszeug, dass fand ich schon als Kind seltsam, als Jugendlicher albern und mittlerweile als unnötige Kategorien, die man bloß nicht wieder einführen sollte.</p>



<h4 class="wp-block-heading">So enden wir jetzt mit der Frage des alten weißen Cis-Mann.</h4>



<p class="wp-block-paragraph"> Ja, ich hatte nie einen Grund meine männliche Identität in Frage zu stellen, auch wenn ich als Kind gerne meinen rosafarbenen Pulli getragen habe. Auch wenn ich als Jugendlicher lange Haare hatte und mir Fingernägel lackiert und Lippenstift aufgetragen habe (Kayal sowieso).<br>Ja, ich bin sichtbar europäischer Abstammung. Da ich Sonne hasse, bin ich tatsächlich sehr bleich. <br>Und Alt? Eine Frage der Betrachtung. Mit langsam Mitte 40 bin ich jetzt nicht mehr neu.<br>Ich bin Eindeutig ein alter weißer Cis-Mann. <br>Bei anderen Themen spiele ich im Minderheiten-Bingo zwar gut mit, aber dass tut hier nichts zur Sache.<br>Ich sehe mich jedoch weder als Inhaber von Privilegien, noch habe ich das Gefühl mein Geschlecht hätte mir Vorteile gebracht. Aber selbst wenn, gönne ich meine nicht erkannten Vorteile und Privilegien all den Menschen da draußen, die sie brauchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube nur nicht , dass ich mir noch von jemanden erzählen lassen muss, was Gleichberechtigung ist, weil die lebe ich seit über 40 Jahren auch ohne Aufklärung.<br><br></p>
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		<title>Der Weg ist das Ziel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 May 2020 06:53:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Poesie]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Guerilla-Texte]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch der Mausebär (td) versucht sich heute, aus wichtigem Anlass, in der Schönheit der Poesie]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Auch der Mausebär (td) versucht sich heute, aus wichtigem Anlass, in der Schönheit der Poesie</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da am heutigen Dienstag viele Aufgaben für das gesamte Team der Erfahrungsexperten am Niederrhein anstehen, werden wir heute nicht die Zeit finden und auch nicht die Energie haben, einen der üblichen Texte aus der Kategorie „Mausebärs Philosophien“ zu veröffentlichen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich Schade, wo wir doch schon das gesamte Wochenende frei gemacht haben und ich meinen Veröffentlichungsdrang stringent unterdrückt habe. <br>Aber mein Team wollte keine Ausnahme zulassen und vehement wurden mir alle Formen der Guerilla-Texte verboten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Formen von Guerilla-Texten? <br>Nein, eine kleine Gruppierung von Worten, voller unbeugsamer Inhaltsschwere, kämpft immer noch gnadenlos gegen die Veröffentlichungssperre durch die Redaktion. <br>Die Macht, der allmächtigen Redaktion zu widerstehen, liegt in der künstlerischen Magie eines Zaubers namens Poesie. <br>Heißt, will ich einen Text veröffentlichen, muss ich meine Leser mit meiner lyrischen Seite bekannt machen…</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><strong>Der Weg ist das Ziel</strong><br>Vom Mausebär (td)</p><p>Ich folge dem Pfad des Lebens<br>Er führt mich durch dichte Wälder, mächtig und uralt<br>In den Blättern die Geschichten von gestern und morgen<br><br>Es zieht mich weiter<br>Der Weg ist das Ziel<br><br>Ich folge der Straße des Lebens<br>Sie führt mich durch die Schluchten einer Stadt<br>Hinter den Fenstern die Geheimnisse von gestern und morgen<br><br>Es treibt mich weiter<br>Der Weg ist das Ziel<br><br>Ich folge der Landstraße des Lebens<br>Sie führt mich durch sonnige Täler voller bunter Farben<br>Hinter den Hügeln verborgen die Bilder von gestern und morgen<br><br>Es ruft mich weiter<br>Der Weg ist das Ziel<br><br>Ich folge der Autobahn des Lebens<br>Sie führt mich durch die Nacht, erleuchtet durch der Metropolen Licht<br>In den Liedern aus dem Autoradio die Emotionen von gestern und morgen<br><br>Es treibt mich weiter<br>Der Weg ist das Ziel<br><br>Ich folge dem Fluss des Lebens<br>Er treibt mich gemütlich durch Städte und Land<br>Im Rauschen der Wellen verborgen die Lieder von gestern und morgen<br><br>Er trägt mich weiter<br>Der Weg ist das Ziel<br><br>Ich verharre im Heute<br>Es hält mich liebevoll in den Armen<br>Keine ausgetretenen Wege aus gestern und morgen<br><br>Ich bleibe zufrieden<br>Der Augenblick ist mein Ziel</p><p></p><cite>Keine Erklärung, keine Moral, einfach nur Mausebär</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Einen erfreulichen Dienstag wünscht Euch der Mausebär (td), der heute Dienst hat.</p>
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		<title>Der röhrende Bär</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 May 2020 15:23:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Dank]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute ist Samstag, da erscheint kein Text vom Mausebär (td) - auf keinen Fall. 
Ab diesem Wochenende habe ich Wochenende, Basta!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h5 class="wp-block-heading">Heute ist Samstag, da erscheint kein Text vom Mausebär (td) &#8211; auf keinen Fall. <br>Ab diesem Wochenende habe ich Wochenende, Basta!</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem schleicht sich jetzt dieser Guerilla-Text einfach bei uns in den Blog. <br>Warum?</p>



<h5 class="wp-block-heading">Weil ich gerade ein Gefühl von Dankbarkeit teilen möchte.</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Seit meinem gestrigen Artikel ist viel geschehen. <br>Freunde schenken mir Zeit, um sich meine Probleme anzuhören. <br>Freunde melden sich, um mir ihre Hilfe anzubieten. <br>Der Hirsch für meinen Schreibtisch ist angekommen (ganz lieben Dank). </p>



<p class="wp-block-paragraph">All das zeigt mir etwas, nämlich &#8211; ich bin nicht allein. Es gibt Menschen, die auf meiner Seite sind. <br>Daraus schließe ich, dass ich, bei allen Selbstzweifeln, wahrscheinlich doch etwas richtig mache. <br>Und dieses Gefühl ist zurzeit einfach Balsam auf meinen Wunden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab eine Zeit in meinem Leben, da habe ich mich unendlich einsam gefühlt. <br>Heute habe ich bemerkt, dass diese Zeit vorüber ist. Ich spüre in mir, dass dieses Gefühl wahrscheinlich endgültig weg ist. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Heimat ist da, wo man Freunde hat und ihr gebt mir, hier und heute, eine Heimat. </h5>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird sich alles einrenken. Ich genieße mein Wochenende und werde mich Montag wieder mit frischen Ideen und Gedanken melden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer, gemeinsam mit dem Hirsch röhrender Mausebär (td)</p>
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		<title>Einer dieser Tage</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2020 08:43:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Depressionen]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Guerilla-Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstreflektion]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine, kaum hilfreiche Selbstbetrachtung, lieblos hingeschmiert vom unmotiviertem Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt).]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Eine kaum hilfreiche Selbstbetrachtung, lieblos hingeschmiert vom unmotiviertem Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)</p>



<p class="wp-block-paragraph">[Gelesen und nur geringfügig redigiert von su, die heute auch einen dieser beschriebenen Tage hat &#8211; mit Halsweh und Erschöpfung]</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mal wieder ist es Freitag. Und es ist einer dieser Tage&#8230;<br>Ich weiß nicht, ob ihr es schon wusstet, aber manchmal habe ich diese Tage. <br>Also, ich meine jetzt nicht so in dem Sinne wie das holde Geschlecht. <br>Es sind diese doofen Tage, an denen man morgens schon merkt: „Das wird heute einer dieser Tage“ <br>Wenn ich morgens aufwache, auf Klo gehen muss und im Badezimmer wieder diesem komischen Mann begegne, der sein Fenster direkt an meinem Fenster hat und die Unverschämtheit besitzt, sein Badezimmer haargenau wie meines einzurichten, ist es schon zu spät. <br>Er schaut mich mit diesem lustlosen und müden Augen an. Ich schaue zurück und lasse mich von der Apathie anstecken. <br>Ab ins Wohnzimmer, meine tägliche Anbetung der Götter der Pharmazie durch ein Schluckopfer durchführen, grob mit Wasser nachspülen und ab zurück ins Bett. Möglichst ohne ein Gespräch aufgedrängt zu bekommen. <br>Dann wieder ins Bett kuscheln. Jetzt kommt der kritische Moment. Die Spannung steigt. <br>Und ja, ich mache den kritischen Fehler, ich schaue auf mein Handy-Display. <br>Damit ist die Entscheidung unwiderruflich &#8211; es wird einer dieser Tage. <br>Ich stelle fest, dass ich wieder mal schneller als mein Wecker war. Ich hätte noch eine Stunde voll sanftem Schlaf. Trotzdem mal die Mails checken. Dann die Messenger-Dienste, What‘s App, Threema und Telegram, alles wird gecheckt. Nachrichten mal eben beantworten und zack, plötzlich sitze ich vor meinem Rechner und haue in die Tasten. <br>Im Hinterkopf sortiere ich meine Termine für heute. Lust habe ich keine… <br>Aber es geht ja nicht nach dem Lust-Prinzip, das Leben ist kein „Ponyschlecken“. <br>Aber warum eigentlich nicht? <br>Darf ich mir mein Leben nicht so gestalten wie ich will?<br>Nein, ich habe heute Termine, Verpflichtungen und ähnliches. Ich könnte mich zwar krank melden, aber ich bin ja nicht krank. <br>Warum ist Unlust eigentlich keine anerkannte Krankheit? <br>Ich meine nicht die vorgeschobene Unlust, weil man eigentlich was ganz anderes machen möchte, sondern diese echte Unlust. <br>Wo ich mich den ganzen Tag zusammenreißen muss, um nicht unfair und verletzend zu meinen Mitmenschen zu werden. <br>Wo jede Tätigkeit mit der Option des Scheiterns beginnt. <br>Wo ich das geistige „Ach, Nö&#8230;“ im internem „Spar-Abo“ gleich fünfmal abonniert habe. <br>Tatsächlich habe ich an diesen Tagen auch immer die gleichen Sorgen und Ängste. <br>Ich mache den ganzen Mist, weil ich mich der Konfrontation nicht stellen will. Ich habe versprochen etwas zu tun und dann tue ich es auch.<br>Klar, wäre ein verschieben durchaus eine Möglichkeit, aber wer immer die Idee hat weiß nicht mit welchen infernalischen Mächten ich es in meinem Leben zu tun habe. Ich zitiere da mal die Comicfigur Werner von Brösel:“ Auweia, das gibt Mecker&#8230;“. <br>Ich möchte mich auch nicht auf meine Diagnosen zurückziehen. Ich habe keinen depressiven Schub, ich habe Unlust. Das hat doch jeder mal. <br>Eigentlich will ich jetzt auch gar nicht schreiben. <br>Gut, das Schreiben macht mir Spaß. Ich setze meine eigenen Regeln, habe freie Auswahl der Themen und kann über meine Unlust meckern. Ich kann auch selbst bestimmen wie viel ich heute schreibe und vor allem wann. <br>Moment, das Wann kann ich gar nicht bestimmen. Ich sitze ja schon dran. <br>Hatte ich nicht noch vor kurzer Zeit den Gedanken: “Na gut, dann mache ich das mal eben, dann ist fertig und ich kann mich wieder in meiner Grütze suhlen!“ <br>Fairerweise muss ich das zugeben. Selbst die Dinge die mir Spaß machen, sind mir an einem dieser Tage irgendwie lästig. <br>Und Aufmunterung ist keine Option. Ich hasse motivierende und aufmunternde Dinge, jedenfalls an diesen Tagen. <br>Mein innerer Zyniker verwandelt sich in einen Werwolf und zerreißt alles, was nur im Ansatz positiv oder motivierend ist. Blut spritzt, Knochen splittern. Ein Blutbad der guten Laune. Mein innerer Sadist jauchzt vor Freude. <br>Ja, an diesen Tagen könnte ich anderen Menschen mit Freude wehtun, wäre ich nicht so unmotiviert. <br>Mein innerer Narzisst will zwar bespaßt werden, wie ein römischer Imperator thront er auf einem Diwan in meinem Palast und lässt sich von den drei Grazien, Faulheit, Zynismus und Selbstsucht mit Weintrauben füttern. Mit eiskaltem Daumen entscheidet er, dass der Sadist ihn nicht bespaßt und die Wachen zerren in zurück in seinen Kerker. <br>Ja, an diesen Tagen gibt es keine Demokratie in meinem Kopf, da herrscht „spätrömische Dekadenz“. <br>Die Logik hängt noch schlaftrunken im Vomitorium ab (schlagt es nach, es lohnt sich) &#8211; ich meine das Legendäre nicht das „Areniale“(das ist jetzt eine neue Wortschöpfung, befürchte ich). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und weil heute einer dieser Tage ist, wird mein Text heute kurz.<br> Habe ich eine Lösung für mein Problem? <br>Nein, habe ich nicht! <br>Heute gibt es keinen Ratschlag am Ende. <br>Die einzige Moral ist, das ich manchmal diese Tage habe. <br>Ich glaube, das hat nichts mit krank oder gesund zu tun. Wahrscheinlich kennt jeder dieses Phänomen. <br>Und vielleicht hat es auch was Gutes. <br>Vielleicht gönne ich mir heute auch einen dieser Tage. <br>Einfach mal in meiner inneren Unzufriedenheit rumsuhlen. <br>Wir alle kenne wahrscheinlich den tiefen See unserer Melancholie, aber es ist unsere Entscheidung, ob wir darin versinken, oder pfeifend auf unserem Rücken darauf herumzuschwimmen und uns die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Oder mit unsere Liebsten darauf eine Bootstour machen. Oder…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schaue jetzt mal was ich aus „diesem“ Tag so machen lässt, und gebe zurück in die Redaktion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute mal mit missmutigen, ja sogar pampigen Grüßen (aber doch viel Liebe),</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer Mausebär (a.k.a Thorsten Dürholt)</p>
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		<title>(M)eine Adlergeschichte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Apr 2020 01:06:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Empowerment]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne Tücher]]></category>
		<category><![CDATA[Guerilla-Texte]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Fundstück aus dem Repertoire des Mausebären (a.k.a Thorsten Dürholt) frisch aufgewärmt und als Guerilla-Text serviert]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ein Fundstück aus dem Repertoire des Mausebären (a.k.a Thorsten Dürholt), frisch aufgewärmt und als Guerilla-Text serviert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl ich heute sehr beschäftigt bin (ich nehme an einer Online-Rollenspielkonvention von 12:00 Uhr bis 24:00 Uhr teil), präsentiere ich euch wie versprochen trotzdem einen Text. <br>Zu meinem Glück fand ich neulich beim Aufräumen meiner Dateien noch eines meiner Machwerke. <br>Der folgende Text entstand vor ca. 2 Jahren im Rahmen des Kurses &#8222;Recovery,  Salutogenese und Empowerment&#8220; in der PHG; ich glaube im Empowerment-Modul. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dort wurde uns eine Geschichte von einem Adler vorgestellt. Diese Geschichte traf zwar weitgehend meinen Geschmack, aber es blieben Kritikpunkte für mich übrig. Im Rahmen meiner eigenen Metamorphose beschloss ich, statt etwas zu boykottieren, die gute Idee aufzunehmen und zu verbessern. <br>Damals ein Fortschritt, weiß ich heute, dass es besser ist, diesen Prozess anders zu formulieren. Ich nehme mir, was mir richtig erscheint und mache dann etwas eigenes, für mich passendes, daraus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund meiner Beschäftigung heute bleibt mir keine Zeit, eine redaktionelle Arbeitsstunde abzuhalten und den Text von den anderen Teammitgliedern der Erfahrungsexperten am Niederrhein in dem mir zur Verfügung stehenden Zeitfenster lektorieren zu lassen. [Daher hat sich der Schmusehamster mit dem Guerilla-Text beschäftigt, nachdem dieser bereits online war. &#8211; Anmerkung von ak]<br>Anhand der Fehler werdet ihr sehen, wie abhängig euer Mausebär von seinem Lektorat ist [jetzt nicht mehr &#8211; Anmerkung von ak].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Spaß mit meinem Text und pre-osterliche Grüße,</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Adler</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Bauer fand einmal ein Adlerküken auf einem Spaziergang. Da er es nicht besser wusste, nahm er den kleinen Adler mit und steckte ihn in sein Hühnergehege, da die Hühnervögel einen anderen Vogel wohl versorgen und aufziehen könnten. <br>Der kleine Adler wurde von den Hühnern aufgenommen und aufgezogen, doch fühlte er sich immer fremd in seiner Umgebung. Die jungen Hühner ließen in spüren, dass er anders war und die alten Hühner rieten ihm permanent, er solle sich doch einfach mehr Mühe geben, dann werde wohl noch ein gutes Huhn aus ihm. <br>So vergingen die Tage und der Adler wurde immer unzufriedener.<br>Eines Tages kam ein Fuchs zum Hühnerstall. Alle Hühner flüchteten entsetzt in die hintersten Winkel, denn der Fuchs war ein wohlbekannter Hühnermörder, doch der Adler blieb ruhig. Nicht nur, weil er sowieso seinem Leben nicht viel Wert beimaß, sondern auch weil das Adlerherz in seiner Brust ihn nicht die Angst der Hühner spüren ließ. <br>Neugierig näherte sich der Fuchs dem jungen Adler und sprach ihn an: „Wohlan, mein junger Freund, Du scheinst keine Furcht vor mir zu spüren; weißt Du nicht wer ich bin?“ „Das weiß ich wohl.“, sprach der Adler „Doch fremd ist mir, wer ich bin. Wenn ich mich nicht fühle wie ein Huhn, obwohl ich unter ihnen lebe, muss ich dann den Hühnerschreck fürchten?“. Der Fuchs stockte kurz und meinte: “Wahrlich, ein Huhn bist Du wirklich nicht“. „Aber was bin ich dann?“ fragte der junge Adler. <br>„Folge mir und wir werden es herausfinden“, bot der Fuchs an, drehte sich um und schickte sich an, seines Weges zu ziehen. Der junge Adler, der nicht viel zu verlieren hatte, folgte zögerlich dem Fuchs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Weg kamen sie an einem Teich vorbei und darin schwamm ein Schwan. Bewundernd betrachte der junge Adler das stolze Tier und spürte auch Stolz in seiner Brust. „Was ist dies für ein Vogel?“ fragte er den Fuchs. „Ein Schwan.“ entgegnete dieser. „Bin ich auch ein Schwan?“ fragte der junge Adler. „Probiere es aus und finde es für Dich raus“ riet ihm der Fuchs. So beobachtete der junge Adler den Schwan und glitt dann selbst ins Wasser um es ihm gleich zu tun. Doch ein Adler ist kein Wasservogel und er merkte schnell, dass er kein Talent zum Schwimmen hatte.<br>Doch bevor er ertrinken konnte, hielt ihm der Fuchs mit seiner Schnauze einen Ast hin, den er in weiser Voraussicht geholt hatte und zog den jungen Adler sicher an Land. „Ein Wasservogel bin ich wohl nicht!“ japste der junge Adler. <br>„Wahrlich nicht, lass uns weiter ziehen“, sprach der Fuchs und schritt voran.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So kamen die Beiden in den Wald und der junge Adler hörte ein Geräusch. Dann sahen seine suchenden Augen einen Specht, der an einem Baum sein Werk vollbrachte.  Als er den Vogel im Baum sah, fühlte der Adler, dass sein Platz nicht auf dem Boden war, wo die Hühner lebten, sondern in der Höhe. „Was ist das für ein Vogel?“ fragte er den Fuchs. „Das ist ein Specht“, kam die Antwort. „Bin ich auch ein Specht?“. „Probiere es aus und finde es für Dich heraus.“, sprach der Fuchs. Also beobachtete der junge Adler den Specht eine Weile und erkletterte dann selbst einen Baum. Die Aussicht war grandios, doch so richtig konnte sich der Adler nicht festklammern an der Borke des Baumes und als er den Schnabel gegen den Baum stieß, fühlte es sich auch nicht richtig an, doch mutig probierte er weiter, bis er endlich einen Käfer erhaschen konnte. Doch dieser schmeckte fast so schlimm wie Hühnerfutter und satt machte er auch nicht. Enttäuscht und hungrig kletterte der Adler von seinem Baum. <br>Der Fuchs hatte in weiser Voraussicht in der Zwischenzeit ein fettes Kaninchen erlegt und großzügig bot er dem Adler davon an. Als der Adler vorsichtig probierte, schmeckte er das wohlschmeckendste Essen seines ganzen Lebens. „Ein Specht bin ich wohl nicht.“, bemerkte er zwischen zwei Happen. „Wahrlich nicht; wir werden weiter ziehen.“ sprach der Fuchs. „Doch ein Jäger scheine ich zu sein, denn Deine Beute tut mir wahrlich wohl. Wahrscheinlich bin ich ein Jagdvogel; lass uns danach schauen.“, schlug der Adler vor. „So sei es.“, sprach der Fuchs und sie gingen gesättigt weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend sah der junge Adler eine Eule, die auf einen Baum saß. Während er sie noch betrachtete, flog diese auf ihren lautlosen Schwingen los und schlug ein unvorsichtiges Eichhörnchen. Beeindruckt fragte der Adler den Fuchs: „Was ist das für ein Vogel?“. „Das ist eine Eule“ antwortete der Fuchs. „Bin ich auch eine Eule?“. „Probiere es aus und finde es für Dich heraus.“, schlug der Fuchs vor. So setzte sich der Adler auf einen Ast und wartete auf Beute. Kaum sah er die Bewegung eines kleinen Tieres, stürzte er sich vom Baum, doch seine Schwingen waren zu laut, die Beute entkam und seine Sicht war die Dunkelheit nicht gewöhnt. So verfing er sich im dichten Dickicht. Grinsend befreite der Fuchs den jungen Adler. „Nein!“, sprach der Adler, “Der Wald ist nicht mein Revier und die Nacht nicht meine Zeit; eine Eule bin ich nicht.“ „Wahrlich nicht.“, sprach der Fuchs. „Drum lass uns weiterziehen.“. Und so verließen die Beiden den Wald.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann erreichten sie ein hohes Gebirge und am Himmel kreiste ein mächtiger Raubvogel. „Was ist das für ein Vogel?“ fragte der junge Adler. „Das, mein Freund, ist ein Adler.“ sprach der Fuchs. „Bin ich auch ein Adler?“. „Probiere es aus und finde es heraus“. So ließ der Adler den Wind des Gebirges unter seine Federn gleiten und stieg höher und höher und je näher er dem Himmel kam, umso glücklicher und freier fühlte er sich. Als er hoch oben über den Himmel glitt, spürte er sich selbst und wusste nun, was er war. Nun spähte er mit seinen scharfen Adleraugen nach dem Fuchs, um ihm zu danken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch dieser war bereits verschwunden, denn er hatte vorausgeahnt, was passieren würde. Da der Adler ihn nicht mehr brauchte, war er seines Weges gegangen.</p>
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