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	<title>Guerillatexte &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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		<title>Textament wider traditioneller Feiertage</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jun 2020 00:55:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausbär (td) widmet sich unkontrolliert seinen Vorbehalten gegen das System von Feiertagen im allgemeinem Volksgebrauch]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Mausbär (td) widmet sich unkontrolliert seinen Vorbehalten gegen das System von Feiertagen im allgemeinem Volksgebrauch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der heutige Beitrag ist ein Guerilla- Beitrag [welcher vom Schmusehamster redaktionell achtsam und nachsichtig redigiert wurde].<br>Angesichts dessen, dass heute ein Feiertag ist, hat sich der Schmusehamster einen verdienten freien Tag genommen. <br>Es wäre für mich nicht ganz so offensichtlich, wenn zur Zeit unsere Leonessa nicht ihren wohlverdienten Urlaub angetreten und uns beiden Chaoten voller Vertrauen die Redaktion überlassen hätte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Da sitze ich nun allein in unserer Redaktion, die ja eigentlich nur ein Gedankenraum ist und entwickele einen Beitrag, ohne irgendein Hemmnis. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, es wird wieder einer der gefürchteten Guerilla-Beiträge, die ich, unzensiert und unkorrigiert, auf die Menschheit loslasse. <br>Es wird ein grauenerregender Mischmasch aus verdrehten Sätzen, falscher Interpunktion und gemeinen Provokationen, in einem sinnentstellenden Wirrwarr von falsch angewendeten Worthülsen, die ganze Metaphern ins Gegenteil pervertieren, um sich an dem Gekreische verwirrter Leser zu laben. <br>Vor allem soll es aber ein kurzer Text werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurzeit arbeite ich an einem Projekt und am Wochenende war ich geschlagene zehn Stunden täglich an meinem Schreibtisch, um mich kreativ zu betätigen. <br>Statt der verdienten Ruhepause habe ich nun schon fast Burn-Out. <br>Das ist natürlich grenzenlos übertrieben, aber der Kern der ganzen Geschichte ist, dass Freizeitgestaltung ein unglaublicher Energiefresser sein kann. Das ist nicht böse gemeint, sondern eine Feststellung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur ich stecke viel Zeit und Kraft in meinen kleinen Hobbyprojekte. <br>In der Physik heißt es übrigens, dass „Kraft“ multipliziert mit dem zurückgelegtem „Weg“ als Ergebnis „Arbeit“ ergibt. Konsequenz ist, dass ich meine Freizeitgestaltung durchaus auch als Arbeit sehen darf. <br>Leider sieht das nicht jeder Mitmensch so. <br>Jetzt ist aber auch mein gesamtes Kontingent an Kreativität ins Hobby geflossen und ich weiß daher nicht wirklich, was ich heute so schreiben soll. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht sollte ich an einem Feiertag demnächst mal keine Beiträge raus hauen, um sowohl die Redaktion vor mir zu schützen, als auch mir ein wenig Ruhe zu gönnen.<br>Aber dann werde ich wahrscheinlich nur wieder auf andere Art kreativ tätig. <br>Ausruhen ist immer erst zu spät mein Ding, nämlich, wenn ich es nicht mehr vermeiden kann. Selbst wenn ich mich ins Bett kuschele, rattert noch meine Denkmaschine. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weigere mich zusätzlich auch schlicht, den heutigen Feiertag anzuerkennen. <br>Nicht nur, weil es ein religiöser Feiertag ist, sondern auch noch von einer, mir fremden, Religion. <br>Ich wusste mal, was gefeiert wird, aber ich vergesse das immer wieder. Es hat was mit Jesus zu tun, aber das hat es ja gefühlt immer. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Befürchtung ist, dass ein Großteil der Menschen nicht weiß, was es mit Pfingsten auf sich hat  &#8211; den meisten ist es auch egal. <br>Aber was ist ein Feiertag wert, an dem nicht zweckgebunden gefeiert wird? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Früher gab es Feiertage, um den arbeitenden Menschen zu erlauben, ihre religiösen Rituale abzuhalten. <br>Man gab ihnen Zeit zur Ausübung ihrer Religion. <br>Doch heutzutage sind Bürger, die einen Feiertag in Andacht und angemessen begehen, eine Minderheit.<br>Was macht es dann für einen Sinn, Feiertage auszurufen? <br>Vor allem wenn wir uns größtenteils noch nicht mal auf eine bundeseinheitliche Feiertagsregel einigen können. <br>Es gibt doch genügend nicht-religiöse Anlässe, an denen man etwas Wichtigem gedenken kann. Sei es Wiedervereinigung, Entnazifizierung oder der Tag des Baumes. <br>Keine Ahnung, halt etwas, bei dem jeder mitmachen kann und darf &#8211; vor allem aber, sich damit identifizieren kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum regelt man es nicht so, dass es eine bestimmte Anzahl von Volksfeiertagen gibt (Andenken unserer Geschichte und so etwas) und dann bekommt jeder Bundesbürger ein persönliches Kontingent an freien Tagen, zur Ausübung religiöser Pflichten oder ethisch und moralischer Angelegenheiten? <br>Kann ja dann jeder selber entscheiden, zu welchem Anlass er diese nimmt. <br>Für den einen ist das dann halt Pfingsten, für den anderen StarWars-Day oder Karneval. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Klingt kompliziert, wäre aber fair und, vor allem, würden die Feiertage wieder ihrer Bestimmung, nämlich dem Feiern oder Gedenken, zugeführt und nicht nur, z.B. als alternative Urlaubstage, missbraucht werden. <br>Auch der Wirtschaft würde das nicht nur Schwierigkeiten bereiten, sondern auch Dinge vereinfachen. <br>Die Leute würden ihren Jahresurlaub halt nicht mehr geschickt um Feiertage wickeln, um mehr Urlaub zu bekommen. Auch Feiertagszuschläge würden wegfallen. <br>Es wäre eine wirkliche Chance, Dinge zu vereinfachen und Kultur vielseitiger zu gestalten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass, ganz nebenbei, die individuelle Religionsausübung davon profitieren würde und damit auch eine Bestimmung des Grundgesetzes erfüllt wird, nämlich die Gleichstellung von religiösen und ethischen Ansichten, wäre für mich fast mehr wert, als das Ende bigotter Rituale, die ohne Glaubensinhalte, aus Tradition, in unsere Nachkommen rein gehämmert werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ist alles eine Utopie, ich weiß, aber ich wollte den Vorschlag einfach mal heraus hauen. <br>Vielleicht sieht es ja jemand ähnlich und geht mit mir in den Austausch. <br>Ansonsten wünsche ich allen einen angenehmen freien Tag und genieße diesen jetzt ebenfalls.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer kreativ ausgelasteter Mausebär (td)</p>
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		<title>Die Frage nach der Toleranz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2020 14:15:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Definition]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Guerillatexte]]></category>
		<category><![CDATA[Intoleranz]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein spontaner Guerillabeitrag über den eigenen Toleranzbegriff vom Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ein spontaner Guerillabeitrag über den eigenen Toleranzbegriff vom Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)</p>



<h4 class="wp-block-heading">Warum ein Guerillabeitrag ? </h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ich stelle diesen Text mal wieder ohne die redaktionelle Überarbeitung durch mein Lektorat (a.k.a. Sonja, alias das Alphatier) ein. Und das, obwohl wir noch vor ein paar Minuten sehr erfolgreich meinen letzte Text überarbeitet haben (mein Feind die Grammatik). <br>Aber ich habe mir versprochen jeden Tag einen Text einzustellen (jedenfalls während der Krise) und der andere Text war ja von gestern.<br>Also kommt hier mein heutiges Machwerk.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Warum ein Text über Toleranz ?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">In letzter Zeit bemerke ich eine seltsame Eigenschaft bei mir. <br>Ich bin Intolerant. <br>Nicht, dass ich das nicht von mir wusste. Ich habe mich schon lange mit der Thematik „Toleranz und Intoleranz“ beschäftigt. Zur Zeit fällt es mir nur Unangenehm auf. <br>Zuallererst natürlich an Anderen. <br>Ja, über meine Mitmenschen kann ich mich prima aufregen. Jeder hat es doch bemerkt, wie mies sich die Gesellschaft immer mehr entwickelt. <br>Doch ist das wirklich so oder liegt es an meiner Wahrnehmung der sogenannten Gesellschaft? <br>Ist es eine Beobachtung oder nur wieder eine andere Form von „die Anderen“?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit einiger Zeit beobachte ich mich selber und mach mir geistige Notizen über den Stand meiner eigenen Toleranz. <br>Die Ergebnisse sind alles Andere als zufrieden stellend. <br>Liegt es am Alter? <br>Macht die aufkommende Lebenserfahrung (ich wage nicht von Weisheit zu sprechen) gleichzeitig unflexibel im Denken?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war immer Stolz darauf, jegliche Sichtweisen nachvollziehen zu können. <br>Perspektivenübernahme ist mein Zauberwort. <br>Kann ein Mensch der in der Lage ist, die Perspektive seiner Mitmenschen einzunehmen überhaupt Intolerant sein?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was ist überhaupt Intoleranz?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Allen voran, ich bin nicht der Duden und auch nicht Wikipedia. Meine Definition von Intoleranz ist zuallererst ausschließlich meine Meinung. Wer für sich eine andere Sicht hat, darf (Nein, sollte) diese gerne haben. <br>Ich würde mich sogar freuen, wenn er diese in den Kommentaren mitteilt. Aus Diskussionen kann ich am Besten (und am meisten) lernen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Intoleranz ist für mich genau das Gegenteil von Perspektivenübernahme. <br>Es geht nicht darum zu erkennen, das Menschen (oder andere Dinge) sich unterscheiden. Das sind Tatsachen. Wir sind nicht gleich. <br>Es geht auch nicht darum, die Dinge wertungsfrei zu halten oder alles zu akzeptieren. <br>Es geht für mich darum, einfach mal meine eigene Sichtweise zu verlassen und die Perspektive eines Anderen anzunehmen. <br>Mir zu überlegen wie Dieser eine Situation bewertet und warum er so handelt. <br>Es geht mir nicht darum etwas zu rechtfertigen, oder meine Meinung zu ändern sondern um Verständnis. <br>Tolerieren bedeutet für mich nicht gleich Akzeptanz. <br>Es bedeutet für mich eine neue Deutungsebene einzunehmen. <br>Mal „ein paar Meilen in eines anderen Menschen Schuhe zu laufen“- wie es eine amerikanische Redewendung empfiehlt. <br>Vielleicht führt es zu Akzeptanz, also dazu, dass ich dieses Verhalten als annehmbar hinnehme. Vielleicht lerne ich sogar eine neue Verhaltensweise. Oder im schlimmsten Fall muss ich erkennen, dass ich ein gewisses Verhalten so wenig verstehe, dass ich es „aus meiner Welt tilge“, also mit totaler Ignoranz sanktioniere. <br>Ich möchte gerne offen sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als junger Mensch entschied ich mich „Intolerant gegen Intoleranz“ zu sein. <br>Erst in meiner Ausbildung zum Erzieher begann ich daran zu zweifeln. Schuld war mein Religionslehrer. <br>Großspurig verkündete er: „in meinem Klassenraum darf jeder Alles sagen, nur wer rassistische oder diskriminierende Bemerkungen macht fliegt raus“. <br>Die Worte schwangen noch in der Luft, als sich mein ausgestreckter Arm dazu gesellt. <br>Mir brannte die Frage auf den Nägeln, ob Rassismus zu sanktionieren nicht auch eine Form von Diskriminierung wäre. <br>Die kurze Diskussion mit dem Lehrer brachte nur ein Ergebnis, nämlich das wir uns fortan nicht leiden konnten (ich merkte es vor allem an der Note). <br>Das bewegte was in mir. Ich wollte nicht diskriminieren. <br>Ich wollte nicht Intolerant sein. <br>Ich beschloss für mich, niemals Mitglied einer Bewegung zu sein, die gegen etwas arbeitet, sondern wollte mich für ein „Dafür“ engagieren. Ich wollte mich neben dem, liebevoll von Ulli Stein gezeichneten, Pinguin mit dem Schild „Dagegen“ setzen mit dem Schild „Dafür“.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Und nun ?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Schwerer umzusetzen als gedacht. <br>Es gibt soviel in der Welt was mir nicht passt und manchmal habe ich keinen Mut mehr die Welt einfach durch ein anderes Vorbild zu verändern. <br>Es ist soviel einfacher zu hassen, als zu lieben. <br>Aber auch soviel unbefriedigender. <br>Während ich jetzt schreibe kommt bei mir neuer Mut auf. Ich spüre wieder das sich meine Stimme in mir erhebt, die genau diese Einstellung immer predigt und mir stets Mut zuspricht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war in letzter Zeit sehr oft Intolerant und es geht mir nicht gut. <br>Liegt es an der Welt, oder an mir ? <br>Ich werde es erfahren, denn ich werde weitermachen und weiter andere Perspektiven erkunden. <br>Weiter meinen Horizont erweitern. <br>Weiter in der Diskussion bleiben. <br>Und weiter lernen, denn das macht mich aus. <br>Es wird manchmal anstrengend aber die Schätze die ich in meinem Gedanken und in meinen Gefühlen verwahre sind so ungleich viel wertvoller. <br>Ich versuche es weiter und öffne mich für neue Sichtweisen. Statt von mir auf andere zu schließen, werde ich einfach mal anders sein. <br>Ich bleibe neugierig, den Neugier ist der größte Widersacher der Intoleranz und am Ende auch des Hasses und der Angst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ladet mich doch auch mal in eure Gedanken ein,</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)</p>
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