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	<title>inneres Team &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<description>Selbsthilfe, Genesungsbegleitung und Betroffenenbeteiligung</description>
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	<title>inneres Team &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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		<title>Wenn Stierexkremente sich richtig reihen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jun 2020 14:59:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
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		<category><![CDATA[Gesellschaftsspiele]]></category>
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		<category><![CDATA[Unorthodoxe Allegorien]]></category>
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					<description><![CDATA[Aus Spiel wird heute Ernst, während der Mausebär (td) die Spielregeln erklärt, mit denen sein inneres Team ihn ärgert.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Aus Spiel wird heute Ernst, während der Mausebär (td) die Spielregeln erklärt, mit denen sein inneres Team ihn ärgert.</p>



<p>[LIVE und liebevoll lektoriert vom Schmusehamster (ak) um 22:36 MESZ] </p>



<p>Den heutigen Tag widme ich einem ganz besonderem Spiel. <br>Es ist eine Variante des bekannten Gesellschaftsspieles „Bingo“. Obwohl ich denke, dass fast jeder „Bingo“ eigentlich kennen sollte, werde ich es der Vollständigkeit halber kurz zusammenfassen. <br>Bei dem Spiel bekommt jeder Mitspieler eine Bingokarte (oder mehrere, je nach Absprache). Auf diesen Karten sind 16 Felder mit eingetragenen Zahlen (meist zufällig bestimmt), die in vier Reihen zu jeweils vier Spalten (also gleichmäßig) auf der Karte verteilt sind. <br>Ein Mitspieler betätigt einen Zufallsgenerator, der eine beliebige Zahl aus dem Zahlenraum, aus dem auch die Zahlen auf der Karte stammen, generiert. <br>Diese Zahl wird durch einen Ansager (der neutral ist, also keine Karte vor sich hat) verkündet und alle Mitspieler prüfen, ob sie diese Zahl auf ihrem Bogen haben. <br>Sollte diese Zahl in einem der 16 Felder auftauchen, wird sie vom Spieler markiert. <br>Hat nun einer der Spieler vier markierte Zahlen in Reihenfolge, entweder horizontal, vertikal oder diagonal, ruft er laut „Bingo“. <br>Der Ansager, welcher auch als Schiedsrichter fungiert, prüft die Richtigkeit anhand seiner Aufzeichnungen der ausgerufenen Nummern (ja, die sollte er sich notieren) und wenn diese mit jenen markierten Ziffern auf dem Spielschein des Rufenden identisch sind, hat dieser Mitspieler die aktuelle Runde gewonnen. </p>



<p>Dieses Glücksspiel wird gerade in den Vereinigten Staaten als gerne genutzte Alternative zu einer reinen Tombola als Preisverteilungssystem bei mehr oder weniger wohltätigen Anlässen genutzt. In dem Fall werden die Bingokarten ähnlich wie Lose gegen ein bestimmtes Entgelt verkauft, was einem Spieler auch erlaubt, sich mehrere Karten zu kaufen. Während die Einnahmen als Spende dienen, werden im Spiel attraktive, meist gespendete, Sachpreise an die glücklichen Gewinner gebracht. <br>Das ist wie Lotto, nur mit dem Unterschied, dass man beim Lotto erst ankreuzt und dann die Zahlen bestimmt werden. <br>Da keine Karte mehrmals dabei sein darf, bestimmt die Anzahl der Karten auch den Zahlenraum, in dem sich die ausgelosten Zahlen bewegen. </p>



<p>Soweit, so bekannt. Der Name dieses Spiels ist zu einem geflügelten Wort geworden, mit dem man beschreibt, dass sich eine Situation zur eigenen Zufriedenheit entwickelt hat. <br>Meistens genutzt, wenn mehrere positive Faktoren (oder auch zynischerweise verwendet bei mehreren negativen Faktoren) für den Nutzer des Wortes zusammen fallen.<br>Nähern wir uns jetzt der Variante, die mich heute beschäftigt. </p>



<p>Seit einigen Jahren grassiert eine beliebte Variante dieses sonst als &#8222;altbacken&#8220; verschrienen Spiels, in diversen Jugendszenen. Diese Variante nennt sich „Bullshit-Bingo“, also „Stier-Exkrement-Bingo“, was, im Gegensatz zu einer englischen Variante, bei der darauf gewettet wird, auf welches der markierten Felder eine Kuh ihren nächsten Fladen legt, überhaupt nichts mit Verdauungsendprodukten der liebenswerten Wiederkäuer zu tun hat. <br>Im amerikanischen Slang ist jenes besagte Verdauungsendprodukt ein Synonym für Unsinn, Dummheiten und Gelaber. So wie man in deutscher Tradition seinem Gegenüber nichts vom (sprichwörtlichen) Pferd berichten sollte, mag der Amerikaner an sich scheinbar keine Informationen über die Verdauung von Stieren. </p>



<p>Die Geschichte, die dahinter steckt, mag bestimmt genauso interessant sein wie die des uninteressanten Pferdes, aber gerade bin ich nicht in Recherchelaune und möchte Euch auch weder von dem ominösen Pferd, noch von Ferdinands (dem Stier aus einem Beitrag vom Schmusehamster) Verdauung berichten. </p>



<p>Worum es sich bei &#8222;Bullshit-Bingo&#8220; handelt, ist genauso einfach wie perfide. <br>Ein ahnungsloses Opfer wird von der Spielgruppe ausgewählt und damit gleichzeitig sowohl zu Ansager, als auch Zufallsgenerator, lediglich die Aufgabe des Schiedsrichters bleibt ihm verwehrt. <br>Es werden Karten mit ausgewählten, entweder häufig genutzten Phrasen und/oder Verhaltensweisen des „Opfers“, bestückt und diese an die Mitspieler verteilt. <br>Zu einem vorher unter den Spielern festgelegten Anlass wird jetzt das „Opfer“ von allen beteiligten Spielern auf das genaueste beobachtet und die Nutzung der vorbestimmten Elemente auf seiner Karte zu notieren. <br>Zu einem passendem Augenblick, ganz nach Vorbild des &#8222;normalen&#8220; Bingo-Spiels, ruft dann der „Gewinner“ lauthals „Bingo“ und alle Mitspieler genießen die Verwirrung der umstehenden und unbeteiligten Personen, nicht zu vergessen jene Irritation und Peinlichkeit des bis dato uneingeweihten &#8222;Opfers&#8220;. <br>Das mag nicht freundlich erscheinen, hat aber auch viel mit sozialer Hygiene zu tun und, ähnlich wie beim Mobbing, macht es zumeist allen aktiven Mitspielern, nicht jedoch dem passiven &#8222;Opfer&#8220;, Spaß. </p>



<p>Über die moralischen Aspekte dieses Spiels will ich mich auch gar nicht viel auslassen, obwohl das ein Thema für einen gesamten Beitrag seien könnte, sondern es geht mir darum, dass ich heute morgen an dieses Spiel verstärkt denken musste. <br>Der Grund war, dass aus einem tiefen Winkel meines inneren Teams ein lautes &#8222;Bingo&#8220; herausschallte. <br>Ja, der Mausebär hatte es geschafft, einem seiner inneren Persönlichkeiten zu einem Bingo zu verhelfen. </p>



<p>Es ist mir nicht neu, dass eine gewisse Gruppierung innerhalb meines inneren Parteitages schon seit Jahren dieses, in diesem Fall ausschließlich freundlich gemeinte, neckische Spiel mit mir treibt. So manches mal sitzt mein Ich unbedarft in froher Runde mit meinem inneren Team und plötzlich höre ich ein kicherndes „Bingo“ in meinem Hinterkopf. <br>Zumeist dann, wenn ich unterbewusst wieder zu irgendwelchen Phrasen oder Verhaltensweisen gegriffen habe, von dem mein inneres Team weiß, dass sie mich selber an mir stören. Ich reibe mir sozusagen spielerisch mein eigenes Versagen unter die Nase. <br>Es ist sensationell, aber ich habe eine der höchsten Stufen der Masturbation erreicht, ich kann mich selber „mobben“. </p>



<p>Das ganze würde natürlich nicht funktionieren, wenn ich nicht diverse „Fehler“ in meinem System hätte. Damit meine ich eben jene von meinem inneren Team im &#8222;Bullshit-Bingo&#8220; aufs Korn genommenen Verhaltensweisen, auf die ich unterbewusst zurückgreife, obwohl sie mich an mir selber stören. <br>Es ist ein offenes Geheimnis, dass ich mich trotz narzisstischer Persönlichkeitsstörung &#8211; oder gerade deswegen &#8211; nicht sonderlich leiden kann. </p>



<p>Warum nicht? <br>Nun, ich habe einen sehr stark ausgeprägten inneren Perfektionisten, der äußerst hohe Ansprüche stellt. Ansprüche, denen ich selber gar nicht genügen kann. Während ich langsam dem Lernprozess folge, diesen inneren Kritiker neu zu bewerten, um seine Fähigkeiten als Motivator weiter zu nutzen, aber seine zerstörerischen Ansichten nicht auf mein Selbstbild zu übertragen, muss ich mit diesem Element meiner Persönlichkeit jeden Tag aufs Neue umgehen. </p>



<p>Das ist ein Stück meines täglichen Kampfes, der ein Bestandteil dessen ist, dass ich ein Betroffener bin. <br>Es ist Teil meiner Erkrankung, der ich mich immer wieder stellen muss. </p>



<p>So sehr, wie mein innerer Narzisst versucht, mein fehlendes positives Selbstbild durch äußere Bestätigung zu kompensieren, was auch der Grund ist, aus dem dieser Teil meiner Persönlichkeit entstanden ist, kollidiert er immer wieder mit meinem inneren Kritiker. <br>Der latente Streit zwischen den Leuten, die hinter meinem Bewusstsein (Alex würde es den Pressesprecher nennen) stehen, treibt mich in innere Verzweiflung, bis hin zur Erkrankung. </p>



<p>Der Grund meiner Depressionen liegt in zwei Faktoren:<br>Zum einen fehlt mir Vertrauen, denn mein Urvertrauen wurde in meiner Historie immer wieder auf das Übelste vernichtet, was meinen inneren Perfektionisten befeuert hat.<br>Zum anderen fehlt mir Selbstbewusstsein, bzw. Selbstvertrauen, ein Umstand, der meinen inneren Narzissten geboren hat. </p>



<p>Schon früh habe ich gelernt, meine Angst und Schüchternheit durch lautes und aggressives Verhalten zu kompensieren und entwickelte meine innere „Rampensau“, die immer dann übernimmt, wenn ich mich unsicher fühle. <br>Statt zu lernen, diese Gefühle zu überwinden, habe ich durch viele Elemente meine innere „Rampensau“ gestärkt und ihr neue Masken, Techniken und Ähnliches beigebracht, um dem unerbittlichen „Bullshit-Bingo“ meines Kritikerteams zu entgehen. </p>



<p>Aber man kann sich nicht vor sich selbst verstecken und noch weniger sich selbst entkommen. Es gibt keine Möglichkeit, sich von sich selbst scheiden zu lassen. <br>All diese Persönlichkeitselemente in mir sind erschienen, um zu bleiben, wahrscheinlich bis der Tod uns scheidet. <br>Ich weiß, dass meine einzige Möglichkeit zur &#8222;anständigen&#8220; Recovery der Weg der Akzeptanz ist. Das heißt, zu lernen, diese Elemente in mir zu verstehen und zu mögen, um mir anzueignen, mich selber zu mögen. </p>



<p>Unterbewusst war mir schon immer klar, warum auch der Narzisst in mir erschienen ist &#8211;  jedes Persönlichkeitsmerkmal erfüllt einen Zweck, auch wenn dieser manchmal nicht offensichtlich ist &#8211; der mir einfach sagen will, dass, wenn andere Leute mich mögen können, dann kann ich doch gar nicht so schlimm sein, für wie ich mich selber halte. <br>Ein beständiger Streit des Narzissten mit meinem inneren Kritiker, dem Perfektionisten, welcher dem Vertrauen ins Gesicht fäkalisiert und jedes Kompliment, das ich höre, in negative Aussagen uminterpretiert, ist unvermeidlich. </p>



<p>Wahrscheinlich werde ich weiter daran arbeiten müssen, Tag für Tag, und weiterhin das gelegentliche „Bingo“ in meinem Hinterkopf ertragen. Es ist ja auch eine gute Maßeinheit, nicht für die Verbesserung meines Verhaltens, sondern für meinen Umgang mit mir selbst. Wenn ich irgendwann selber bei dem Spiel mitmache, dann habe ich einen großen Meilenstein auf meinem eigenen Weg erreicht, aber ein kleiner Meilenstein ist ja schon, meinem inneren Team die Freude am Spiel zu gönnen und einfach mal zu akzeptieren, dass ich bin, wer ich bin.</p>



<p>Euer, heute selbstreflektierender, Mausebär (td)</p>
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		<title>Kreative Beziehungsunfähigkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Jun 2020 16:50:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
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		<category><![CDATA[Belastbarkeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Innere Grenzen]]></category>
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		<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär(td) berichtet in diesem Beitrag von seinem Beziehungsstress mit seinem neustem kreativen Projekt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Der Mausebär (td) berichtet in diesem Beitrag von seinem Beziehungsstress mit seinem neuestem kreativen Projekt.</p>



<p>Eine kleine Beziehungsstreitigkeit mit Otakuria, der Muse der nerdigen Phantasien, reißt mein jetziges Projekt nahezu gnadenlos aus der kuscheligen Wärme seiner flauschigen grünen Tücher und schleudert es schutzlos auf den Boden. <br>Alle meine Bedürfnisse bilden einen Stiefelkreis und treten gnadenlos auf mein Baby ein. Meine innere Müdigkeit droht sogar mit &#8222;Bordsteinknabbern&#8220; und meine Nachschubbeauftragte (Verantwortlich für Einkauf und Vorratshaltung), hat Stiefel mit Stahlkappen an. Ich fühle mich wie ein geprügelter Hund, denn mein Projekt, das bin auch ich. So wanke ich blutend durch die dunkle Nebengasse und während ich ein verrotztes Taschentuch, statt meiner heißgeliebten grünen Tücher, benutze, um meine Wunden zu säubern, frage ich mich&#8230;</p>



<h5 class="wp-block-heading">Warum scheitert eigentlich die Wirklichkeit so oft an meiner Phantasie?</h5>



<p>Ich frage es bewusst so herum, denn es ist mitnichten eine Grenze meines Vorstellungsvermögens, die mich plagt.<br>Ganz im Gegenteil scheint mir der Raum meiner Kreativität zur Zeit nahezu grenzenlos. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Es sind andere Faktoren, die mich schier zur Verzweiflung treiben. </h5>



<p>Meine Unfähigkeit, an genauso vielen Baustellen zu arbeiten, wie ich es manchmal in Gedanken kann, ist einer dieser Faktoren. <br>Manchmal würde ich mich gerne aufsplitten um an mehreren Gedanken zu einem Projekt gleichzeitig zu arbeiten, sozusagen mein inneres Team zu einem physischen Team werden zu lassen. </p>



<p>Zurzeit ist es leider so, dass alle kreativen Mitarbeiter in meinem inneren Team ihre Aufnahmen des kreativen Diktiergerätes bei einem einsamen Sekretär zur Niederschrift ablegen. Da staut sich gerade eine Menge im Eingangskörbchen auf. <br>Leider hat mein innerer Sekretär, der in der Wirklichkeit durch meinen Körper repräsentiert wird, nur ein begrenztes Vermögen an Schreibkraft. </p>



<p>Auch das ist ein weiterer Faktor. Meine Fähigkeit, Dinge niederzuschreiben, ist abhängig von meiner Energie und Schreibfertigkeit. Während ich zwar nicht mehr das Adler-Suchsystem, also Buchstaben suchen und darauf stürzen, beim Tippen verwende, bin ich noch weit vom flüssigen Schreiben an der Tastatur entfernt. <br>Von der Geschwindigkeit meiner Gedanken, die mir den jeweiligen Text diktieren, wage ich gar nicht erst zu reden. <br>Das jeweilige Innehalten zur Fehlerkorrektur ermöglicht meinem Körper zwar die notwendigen Pausen, nervt meine kreative Ader aber auf das äußerste. </p>



<p>Obwohl ich es schaffe, kognitiv, also geistig, eine Konzentration scharf wie ein Solinger Handwerksprodukt zu erhalten, spielt mein Körper da nicht mit und fordert unbedingte Ruhepausen. <br>Leider lässt der innere Protest gegen diese Ruhepausen meinen Geist nicht zur Ruhe kommen. Dass ich auch ein gewisses Kontingent an Schlaf brauche, versucht mein strebsamer Geist zur Zeit gepflegt zu ignorieren. </p>



<p>Allein der Körper braucht, was er braucht und das nimmt er sich &#8211; notfalls mit Gewalt. <br>Während ich die letzten Tage einfach zu wenig schlafe, merke ich, wie mein Körper mir langsam die Pistole auf die Brust setzt. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Ungeduld und Zielstrebigkeit &#8211; schön und gut &#8211; aber Grenzen sind Grenzen. </h5>



<p>Eine Grenze zu überschreiten, ist häufig ein Konflikt. <br>Diesen Konflikt spüre ich gerade und es ist Zeit, in Friedensverhandlungen zu treten. <br>Meist sind die Ergebnisse der Verhandlung zwischen Körper und Geist, oder auch zwischen „Wollen und Können“, recht einseitige Verhandlungen. </p>



<p>Viel zu oft lasse ich es zu, dass meine eigene Ungeduld die Musen, die mich küssen wollen, nicht nur zu verstärkter Zärtlichkeit, sondern zur sexuellen Nötigung meines Leistungsvermögens drängen. <br>Das schadet nicht nur der erotischen Beziehung zu meinen süßen Musen, sondern auch die sorgsam angefertigten Kunstfilme für Erwachsene, die meine Ungeduld von den  Interaktionen dreht, verlieren deutlich an Qualität. Nicht gut für meine Libido. </p>



<p>Nicht zuletzt drängt mich kein Abgabetermin, sondern alles, was mich gerade beschäftigt, ist mein eigenes Projekt. <br>Es ist nur zu meinem eigenen Vergnügen und trotzdem nagt es wie eine gefräßige Ratte Stücke aus meiner Zeit, die ganz konkreten Verpflichtungen gehören. <br>Das ist nicht gut. </p>



<p>Meine Verpflichtungen sind ein weiterer Faktor. Ein klein wenig Besessenheit gehört zwar zu jedem Herzensprojekt, aber es darf nicht alles andere, was mir wichtig ist &#8211; oder seien sollte &#8211; im Feuer der Leidenschaft verzehren. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Ich sollte eine Grenze ziehen, um mich zu schützen &#8211; wieder mal vor mir selbst. </h5>



<p>Auch wenn die Gefahr des Scheiterns meinen inneren Narzissten aufschreien lässt, mein Körper sagt radikal &#8222;Schluss!&#8220; und ich scheitere an der Realität. Mein Projekt wird begraben. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Aber ist das wirklich so?</h5>



<p>Meiner Vermutung nach bin ich wieder dabei, Grenzen zu scharf zu ziehen und nur extreme Lösungen zu sehen. <br>Es gibt aber nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch jede Menge Grautöne. <br>Ich hatte mir selbst die Aufgabe gestellt, diese zu entdecken. </p>



<p>In meinen inneren Friedensverhandlungen bin ich daher so weit gekommen, das Projekt, was mich quält, erst mal säuberlich zu speichern, ein paar Tage nicht daran zu rühren und mich mit anderen Dingen zu beschäftigen. <br>Aber ich werde es nicht löschen oder aufgeben, sondern nach angemessener Ruhepause einfach weiter daran feilen. Stückchen für Stückchen. <br>Manchmal brauchen die Dinge Zeit. </p>



<p>Mein innerer Narzisst nickt nun zufrieden. Kein Aufgeben, sondern einfach ein besseres Zeitmanagement meines Projektes. Pausen zulassen und die Gelegenheit nutzen, mein Erwartungsmanagement neu zu justieren. <br>Nicht mit der heißen Nadel stricken, sondern mit kühlen Kopf elegant erschaffen. </p>



<p>Meine innere Muse, die dieses Projekt betreut, kichert fröhlich, schnappt sich ihre Unterwäsche vom Boden und zwinkert mir noch einmal verführerisch zu, während sie meine Gedankenkammer verlässt. <br>Mich plagt deswegen keine Wehmut, denn ich weiß, diese Liebesaffäre geht noch weiter. Ich werde für mein Projekt mehr Zeit einplanen und die kreative Schöpfung in Ruhe genießen. </p>



<p>Die heiße Affäre mit meiner Muse ist, im Gegensatz zu diesem Beitrag, noch nicht am Ende. <br>Fortsetzung folgt…</p>



<p>Euer Mausebär (td)</p>
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		<title>Alarmstufe Rot &#8211; Wie die Wut mein inneres Team aufmischt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2020 11:33:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Aggressionen]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[inneres Team]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein kleiner Einblick in die Abläufe des inneren Teams vom Mausebären (td) in Zeiten der aggressiven Eskalation.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ein kleiner Einblick in die Abläufe des inneren Teams vom Mausebären (td) in Zeiten der aggressiven Eskalation.</p>



<p>Manchmal habe ich Tage, da läuft mein inneres System auf Alarmstufe Rot. </p>



<p>Mein gesamtes inneres Team wuselt durcheinander, auf der Suche nach dem jeweiligen Platz, der im Sinne der inneren Sicherheit zu bemannen ist und prominente Teile meiner Persönlichkeit streiten sich darum, wer im Ausnahmefall der oberste Anführer ist. <br>Man könnte sagen, mein inneres Team ist ein ungeformter Chaoshaufen, der versucht, eine militärische Ordnung herzustellen und an den eigenen Befindlichkeiten scheitert. <br>Trotz des überall in meinem Kopf blinkenden roten Lichtes und der erhöhten Konzentration auf meine Sensoren, komme ich zu dem Schluss, dass mein inneres Team ungenügend für den Ernstfall ausgerüstet ist. <br>Dabei ist Alarmstufe Rot äußerst gefährlich, weil auch der rote Knopf meiner nuklearen Abwehr in diesem Falle offen steht und ein fröhliches junges Mädchen mit viel Naivität und Engagement darauf herum trommelt. <br>Dieses in eine luftige Variante der Notfalluniform gekleidete und äußerst attraktive Mädchen ist meine innere Personifizierung meiner Aggressionen und auch meiner Wut. Sie ist von Natur aus nicht böse, sondern wie ihre liebenswürdige Zwillingsschwester, die Kreativität, möchte sie nur spielen. Sie möchte einfach meine Aufmerksamkeit und meine Zuneigung. <br>Da ich aber zumeist mit anderen Sachen beschäftigt bin, setzt sie ihren wunderschönen Schmollmund auf und spielt das altbekannte Spiel „Er liebt mich &#8211; Er liebt mich nicht“ an der Schalttafel meines offensiven Waffenarsenals. <br>Das wiederum verunsichert meine innere Angst, die sich am Steuerungspult für die Sensoren verschanzt hat. Jedes Ausfahren eines der inneren Waffensysteme lässt sie, in paranoid Umsichtigkeit, sämtlichen externen Input prüfen, um externe Aggressoren zu bestimmen. Gleich einer selbst erfüllenden Prophezeiung wird sie auch sogleich fündig und erstellt umgehend Bericht. <br>Sofort wird die Bedrohungslage vom Generalstab analysiert. </p>



<p>Die Vernunft ist selten dabei, da diese damit Beschäftigt ist, zwischen den einzelnen Stationen herumzulaufen und Eskalationen zu verhindern. Dabei schafft diese liebenswürdige, aber etwas schusselige ältere Dame in meinem Kopf es treffsicher, jeden Eskalationsherd meilenweit zu umgehen &#8211; Alarmstufe Rot ist nicht ihr Ding. <br>Und während anderswo noch recherchiert, analysiert und diskutiert wird, löst die Wut erst mal eine volle Salve eines nuklear-verbalen Direktangriffs auf ein beliebiges Ziel aus. <br>Voller fasziniertem Schrecken beobachtet das ganze System den Einschlag, um dann sofort in die Krisenanalyse abzugleiten. <br>Zeitgleich bereitet mein inneres PR-Team sofort eine öffentliche Erklärung vor, um den Erstschlag als Verteidigungshandlung zu legitimieren. Zum Glück gibt es dafür einige dutzende Vorlagen, die gleich Grußkarten für jede Gelegenheit, in drehbaren Ständern warten und nur noch minimal ausgefüllt werden müssen. <br>Sofort kommt es zu einer Verteidigungshaltung. Die Angriffswaffen werden nachgeladen und es wird sich auf den Gegenschlag vorbereitet. <br>Sollte dieser nicht erfolgen, wird voller Erleichterung der innere Endsieg gefeiert, denn innere Krisen machen egoistisch. <br>Erfolgt ein Angriff, wird aus allen Rohren gefeuert. <br>Das Ziel ist die totale Vernichtung des gegnerischen Aggressors, um jede Spur meines Makels eines unberechtigten Angriffs zu vernichten. Sieg oder Niederlage sind die letzten verbliebenen Optionen&#8230;</p>



<p>Nach einiger Zeit kommt dann ein weiteres Teammitglied zum Vorschein, es ist eine Mitarbeiterin der Vernunft, die allseits beliebte Gelassenheit. <br>Fröhlich schlendert sie in der gemütlichen Variante der inneren Uniform (irgendwie macht da jeder daraus was er will) durch die Gänge der Kampfstationen, schwingt mit ihren langen Rastazöpfen von links nach rechts, unisono mit ihrem Hüftschwung und überreicht strahlend jedem der erfolgreichen Krieger einen fetten Joint aus dem Gras der körpereigenen Drogen. <br>Und während alle anderen berauscht die Siegesfeier begehen, versucht Team Vernunft, die Kampfstationen zu deaktivieren und den roten Alarm wieder zu beenden.</p>



<p>Leider entsteht aus der fröhlichen Drogenparty mit körpereigenen Wirkstoffen dennoch ein mieser Kater beim gesamtem Team. Und wenn der nicht gut ausgeschlafen wird, dann droht schon wieder die nächste Alarmstufe Rot.</p>



<p>Ich überlege gerade, ob ich noch etwas dazu schreiben will, aber ich habe das Gefühl, dass alle meine wichtigen Dinge bereits in dieser kleinen Exkursion drin stecken. <br>Vielleicht sollte ich erwähnen, dass die Designentscheidungen völlig abhängig von meinem derzeitigem Medienkonsum sind. Das heißt, wenn ich demnächst von Sci-Fi Serien wieder zu z. B. mittelalterlichen Inhalten abdrehe, werden auch die Beschreibungen meines inneren Teams sich entsprechend verändern. Das Konzept bleibt das Gleiche. <br>Solltet Ihr also jemals mit der gefährlichen Langeweile meines inneren Schätzchens, der Wut, konfrontiert sein, dann macht etwas originelles und lenkt sie ab. Mein inneres Team wird es Euch danken.</p>



<p>Euer, derzeit schon nicht mehr aggressiver, aber echt müder Mausebär (td), der sich jetzt noch ein wenig in seine Höhle kuschelt, um mit seinem inneren Team zu schmusen.</p>
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		<title>Über weibliche Diplomatie radikaler Tendenzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kunze]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 May 2020 12:50:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aspergers Nähkästchen]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[inneres Team]]></category>
		<category><![CDATA[Maske]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialexperiment]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein vergnügliches Sozialexperiment im inneren Team des Schmusehamsters (ak)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ein vergnügliches Sozialexperiment im inneren Team des Schmusehamsters (ak)</p>



<p>Heute Nachmittag war ich zum ersten mal seit der behördlichen Verordnung der &#8222;Maskenpflicht&#8220; in meinem benachbarten Discount-Supermarkt.<br>Zunächst war ich recht stolz auf mein inneres Team. In einer ebenso lustigen wie unbeholfenen Bastelstunde habe ich aus nicht mehr tragfähigen Kleidungsstücken Stoffstücke ausgeschnitten. Diese habe ich nun versucht, zu einem Mund-Nase-Schutz umzuwidmen. Dabei schwebte mir zunächst vor, das zurechtgeschnipselte Stoffstück an den Bügeln meiner Brille zu befestigen. Dann entschied ich mich allerdings doch zu einer Version mittels Halstuch. Passt auch besser zum Cowboyhut, dachte ich mir.</p>



<p>Auf dem Parkplatz des Supermarktes angekommen, kam es zu einer unerwarteten Allianz in meinem inneren Team.<br>Mein innerer linker Gegendemonstrant, Modell &#8222;Schwarzer Block&#8220;, eroberte zusammen mit meinem inneren Wutbürger, Typ &#8222;Südstaaten-Redneck&#8220;, den Platz am Steuerpult meiner Psyche.<br>Es ist selten &#8211; ja geradezu nie &#8211; der Fall, dass diese beiden sich sonst diametral gegenüber stehenden Kontrahenten meines inneren Teams gemeinsame Sache machen.<br>Ich beschloss, das Ganze mal zu beobachten und falls notwendig, energisch einzuschreiten.</p>



<p>Einkaufen stellt für mich dieser Tage ein Unternehmen dar, welches einer Expedition in potentiell feindliches, mindestens aber unwirtliches Gebiet gleicht.</p>



<p>Phase 1: <br>Eroberung eines der abgezählt ausgegebenen Einkaufswagen nach Wartezeit in der ersten Schlange. <br>Maske noch in der Tasche, wenn auch als Einziger, denn die übrigen Menschen sind schon vermummt. Wenn überhaupt, dann erst im letzten Moment, bin noch an der frischen Luft und die Wartenden halten brav voneinander Abstand, denke ich.</p>



<p>Phase 2: <br>Mit eigenem Einkaufswagen die Filiale betreten und vorher die dort rund um die Tür angebrachten Sonderhinweise gegen Corona studieren.<br>Dann passiert es: einer Laune folgend, hindern mich Wutbürger und linker Gegendemonstrant daran, meine Maske aus der Tasche zu ziehen.</p>



<p>&#8222;Steht vorne nirgends dran, das ich das muss!&#8220; grölt der Wutbürger.<br>&#8222;Machen wir doch mal ein Experiment zu sozialem Ungehorsam.&#8220; zischt der linke Gegendemonstrant.</p>



<p>Phase 3: <br>Der Laden wird betreten, die ersten Einkäufe verstaut. Ich bin der einzige ohne Maske. <br>Es dauert keine fünf Minuten und es passiert: eine andere Kundin macht einen Verkäufer auf mich aufmerksam. Äußerlich ruhig, so tuend, als hätte ich nichts gehört, gehe ich, Unschuld heuchelnd, weiter meinem Einkauf nach.</p>



<p>In meinem inneren Team überschlagen sich die Ereignisse.<br>&#8222;Man hat uns verpfiffen!&#8220; knurrt der Wutbürger.<br>&#8222;Wir wurden denunziert!&#8220; echauffiert sich der linke Gegendemonstrant.<br>&#8222;Ja genau &#8211; demontiert hat man uns!&#8220; grölt mein innerer Wutbürger.<br>&#8222;Schnell, ketten wir uns an die Kühltruhe.&#8220; macht der linke Gegendemonstrant den nächsten Vorschlag.</p>



<p>Schnitt</p>



<p>Von der petzenden Kundin alarmiert, spricht mich ein Verkäufer an. Ich drehe mich um.<br>Die Kamera zoomt so, dass wir beide komplett gut sichtbar sind.</p>



<p>Meine Wenigkeit, 38, knapp 1,85 m und 90 Kilo schwer, Vollbart, lange Haare, Brille, Arbeitsklamotten und Cowboyhut auf dem Kopf.</p>



<p>Seine Wenigkeit, vermutlich volljährig aber noch mit dem Aussehen eines Vor-Konfirmanden, knapp 1,75 m und um die 70 Kilo, rotes, kurzgeschorenes Haar krönt ein Gesicht mit Stupsnase und Sommersprossen, in welchem sich nicht die kleinste Spur eines frühreifen Barthaars verirrt.</p>



<p>&#8222;Mein Herr, ich muss Sie bitten, Ihre Nase und den Mund zu bedecken, sonst muss ich Sie bitten, die Filiale zu verlassen.&#8220; entwindet sich ein dünnes Stimmchen aus dem viel zu dünnen Hals des Verkäufers.</p>



<p>&#8222;In Deutschland herrscht Vermummungsverbot!&#8220; brüllt mein innerer Wutbürger.<br>&#8222;Es ist gut zu wissen, dass man in Deutschland auch 75 Jahre nach Kriegsende noch zuverlässig denunziert wird!&#8220; schnappt mein innerer linker Gegendemonstrant.<br>Der Rest meines inneren Teams hat sich irgendwo versteckt.</p>



<p>Jetzt erscheint, wie ein Springteufel, in einem Konfettiregen, mein inneres Blumenmädchen zwischen Wutbürger und linkem Gegendemonstranten und flötet:<br>&#8222;Guckt mal, ich hab hier zwei Clownsnasen. Die setzt Ihr Euch jetzt auf und dann streitet Ihr weiter.&#8220;<br>Synchron fahren die Köpfe zu ihr herum: &#8222;WTF?&#8220;<br>&#8222;Ja&#8220;, flötet das Blumenmädchen weiter, &#8222;das ist ein Rat aus Eckhard von Hirschhausens &#8218;Liebesbuch&#8216;.<br>Und haucht, errötend: &#8222;Ist sowieso ein toller Mann.&#8220;</p>



<p>Schnitt</p>



<p>Den kurzen Moment der allseitigen Iritation nutzt dann endlich mein innerer Mediator, Diplomat und Pressesprecher. Sachlich, aber bestimmt, erobert er die Kontrolle am Schaltpult meiner Psyche zurück.</p>



<p>Ich sage: &#8222;Entschuldigen Sie.&#8220;<br>Ich ziehe mein Halstuch aus der Tasche und bedecke Mund und Nase.</p>



<p>Kasse</p>



<p>Abspann</p>



<p>Outtake:</p>



<p>In einem Akt des Empowerments erscheint mir an diesem Abend erneut das Blumenmädchen meines inneren Teams. Gekleidet nur in einen Hauch von Kreativität. Die Muse küsst, der Mann bastelt.</p>



<p>Meine erste selbstgebastelte Maske für Mund und Nase</p>



<p>So long, Euer Schmusehamster (ak)</p>
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		<title>Was mir in der „Krise“ im Hier und Jetzt Halt gibt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kunze]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2020 13:04:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aspergers Nähkästchen]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[inneres Team]]></category>
		<category><![CDATA[Känguru]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Quarantäne]]></category>
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					<description><![CDATA[Meine wertgeschätzten Kollegen Administratoren von den „Erfahrungsexperten am Niederrhein“ haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass seit unserem ersten Beitrag auf dieser Internetseite bzgl. der erlassenen Kontaktsperre mittlerweile volle 40 Tage ins deutsche Land gegangen sind.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Prolog</h4>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<p>Meine wertgeschätzten Kollegen Administratoren von den „Erfahrungsexperten am Niederrhein“ haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass seit unserem ersten Beitrag auf dieser Internetseite bzgl. der erlassenen Kontaktsperre mittlerweile volle 40 Tage ins deutsche Land gegangen sind.</p>



<p>Dieser Wunsch und der daraus folgende Auftrag führten mich zu zwei Fragen:</p>



<p><strong>Was löst dieses „Jubiläum“ in mir aus?</strong></p>



<p>Und, nachdem der geneigte Leser das Datum der Veröffentlichung dieses Textes, sowie die an den Fingern [zulässig sind die eigenen und jene von Personen, die im selben Haushalt leben – Anmerkung meines inneren Kängurus] abgezählten Tage seit dem Erlass der Kontaktsperre miteinander verrechnet hat:</p>



<p><strong>Warum sträube ich mich, punktgenau zum 40. Tag meinen Beitrag zu „liefern“, sondern ihn stattdessen verspätet einzureichen?</strong></p>



<p>Kommt mit mir auf einen Parforce-Ritt durch meine Welt! Wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk nicht vergessen!</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Was löst dieses „Jubiläum“ in mir aus?</strong></h4>



<p>Zunächst einmal habe ich das Gefühl, dass seit dem Erlass der Kontaktsperre wesentlich mehr Zeit als 40 Tage vergangen ist. Vielmehr habe ich den Eindruck, dass sich die Zeitpanne de-ee-eee-ee-ehnt wie ein Kaugummi. Tage verschwimmen zu Wochen, Wochen zu Monaten, etc.</p>



<p>Meine Ungeduld steigt, endlich wieder zum Alltag zurückkehren zu dürfen, in mein &#8211; sicherlich romantisch-verklärtes &#8211; behagliches Nest meiner sonst üblichen Gewohnheiten.</p>



<p>Zwar habe ich noch im März angegeben, dass mein Leben an sich vor und nach der Kontaktsperre eigentlich nicht viel anders verlaufen ist. Aber natürlich sind die Veränderungen auch in meinem Alltag für mich nicht mehr zu leugnen und rütteln am Gebäude meiner Psyche, wie ich es im Rahmen meiner Recovery bis heute aufgebaut habe.</p>



<p>War ich bisher zum Beispiel ein Gelegenheits-Einkäufer, der mehrmals wöchentlich einen Supermarkt für jeweils kleine Einkäufe aufgesucht hat, plane ich nun langfristiger und bereite mich auf meinen Einkauf vor, wie auf eine Expedition in zwar nicht unbekanntes, jedoch gefährliches Terrain. Der erste, deutlich sichtbare Riss in meiner aus Gewohnheiten solide gemauerten Behausung, bahnte sich knirschend seinen Weg durch meine Psyche.<br>„Früher“ habe ich zum Beispiel beim Blick auf die aktuelle Auswahl der Waren erst entschieden, was ich kochen möchte und mich dabei von Lust, Laune und Kreativität leiten lassen. Diese kulturell domestizierte Form des „Jagens &amp; Sammelns“ war die Ouvertüre zu meiner persönlichen Genusstherapie „Kochen &amp; Essen“, gewissermaßen ein „Schlussstein“ meines psychischen Gebäudes. <br>Doch Einkaufen ist für mich in dieser Form kein Genuss mehr.</p>



<p>Leider ist durch die gegenwärtig ausgesprochene „Maskenpflicht“ in mir ein deutlicher Widerwille entstanden, persönlich Einkaufen zu gehen und so ertappe ich mich dabei, Methoden zu prüfen, mir die Lebensmittel nach Hause liefern zu lassen. Diesen Zustand, sollte ich mich schlussendlich dafür entscheiden, werde ich vielleicht so lange einhalten, bis die „Maskenpflicht“ wieder aufgehoben wird. Der Riss in meinem seelischen Haus wird nun breiter und der Putz beginnt zu bröckeln, doch &#8211; gottseidank &#8211; die Bude bleibt bewohnbar, denn immerhin ist mir das genussvolle Kochen und Essen geblieben.</p>



<p>Gehe ich alleine oder mit den Hunden spazieren, bin ich froh, dass ich mir diese wichtige Säule meines Alltags noch bewahren konnte und unverändert viel Wert darauf lege. Wie wichtig frische Luft und Sonnenschein für uns Betroffene sind, brauche ich an dieser Stelle nicht zu erklären! Ohne UV-Licht kein Vitamin-D, ohne Bewegung keine Glückshormone. Ich kann dies sicherlich als gute Fähigkeit zur Salutogenese bezeichnen. Die Statik meines psychischen Gebäudes ist okay, der Garten voll begehbar, ohne dass die Gefahr herabfallender Steine besteht.</p>



<p>Gleichzeitig bin ich mir über den momentanen Luxus meines täglichen Spazierganges im Klaren, denn bei mir auf dem Land gehen sich die Menschen schon aufgrund der nur spärlichen Bebauung und ausgedehnter Kultur- oder Naturflächen viel besser aus dem Weg, bzw. verteilen sich über eine viel größere Fläche, als dies in einer Großstadt möglich ist. Da ich in der schönsten Stadt Deutschlands den bisher längsten Teil meines Lebens verbringen durfte, bevor es mich, der Liebe wegen, auf das noch schönere platte Land verschlagen hat, kenne ich beide Extreme. <br>Mit Interesse beobachte ich, dass jeden Tag mehr Menschen, unter Einhaltung der Hygienekriterien im Grünen unterwegs sind, deutlich mehr zum Beispiel, als zur sonstigen „Hauptstoßzeit“ [Eat this, Anglizismus – Anmerkung meines inneren Kängurus] am Sonntagnachmittag. Mittlerweile brauche ich beide Hände, um die Zahl der mir begegnenden Mitmenschen zu zählen. </p>



<p>Als für meine seelische Stabilisierung wesentlich empfinde ich zwei Beschäftigungen, nämlich einerseits die permanent geleistete Stallarbeit, andererseits die täglichen Videokonferenzen mit meinen Freunden Sonja und Thorsten. Bildlich gesprochen, kann ich mich hier auf das solide Fundament meines psychischen Gebäudes verlassen, auf welchem ich eine zusätzliche tragende Strebe errichtet habe, die das seelische Dach über meinem Kopf hält.</p>



<p>Die Stallarbeit erdet mich ungemein, weil sie mir – wieder einmal – klar vor Augen führt, dass in dieser Umgebung die Uhren sprichwörtlich anders gehen. Jedwede menschliche Einteilung oder Bewertung von Zeiteinheiten ist im Stall egal. Tieren, Pflanzen und der damit verbundenen regelmäßigen Arbeit ist es schlicht egal, ob Werk- oder Feiertag ist, Normal- oder Ausnahmesituation vorliegt. Hier geht das Leben jenen Rhythmus, der die Erde seit Anbeginn ihrer Existenz prägt: den periodischen Wechsel von Tages- und Jahreszeiten, sowie wetterbedingten Wachstums- und Niedergangsprozessen der belebten wie unbelebten Natur. Diese simple Nüchternheit entschleunigt mich und gibt mir darüber hinaus das permanente Gefühl, etwas Sinnhaftes zu tun. Gute Versorgung macht gesunde, glückliche Tiere und Pflanzen, macht zufriedene, wertschätzende Menschen und das derart vervielfachte Glück strömt in mein eigenes Herz zurück und ist mein seelischer Dynamo.</p>



<p>Dem gegenüber steht die für mich neue Gewohnheit der täglichen Gespräche in den Videokonferenzen mit Sonja und Thorsten. Wie wichtig diese digitalen Zusammenkünfte mittlerweile für mich sind, vermag ich daran zu erkennen, dass mir etwas fehlt, wenn wir an einem Tag einmal nicht zusammenfinden. Die freundschaftliche Atmosphäre und vertrauensvolle Zusammenarbeit bei den „Erfahrungsexperten“, nicht zuletzt auf dieser Website, gibt mir ein Ziel, auf welches ich meine psychische Energie richten kann. Dieser neu gesetzte Fokus vermag zu kaschieren, dass mir die persönlichen Gruppentreffen meiner Selbsthilfegruppen ebenso schmerzhaft fehlen, wie die Treffen zur gemeinsamen Arbeit bei Sonja. Dabei benutze ich ganz bewusst das Wort „kaschieren“ und nicht zum Beispiel „ersetzen“, weil sie für mich kein absolut vollwertiger Ersatz der persönlichen Zusammenkünfte sind. </p>



<p>Würde ich die Stallarbeit als das mich erdende Fundament meiner Salutogenese in diesem extern verordneten Ausnahmezustand bezeichnen, dann ist die tägliche Videokonferenz sozusagen mein Wanderstab, der mir in der Ausnahmesituation zu seelischer Trittsicherheit verhilft.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Warum sträube ich mich, punktgenau zum 40. Tag meinen Beitrag zu „liefern“, sondern ihn stattdessen verspätet einzureichen?</strong></h4>



<p>Zuletzt bleibt die Frage offen, warum ich diesen Beitrag jetzt schreibe und nicht &#8222;auf den Punkt&#8220; genau am 40.Tag nach unserem ersten Corona-Beitrag abgeliefert habe.<br>Das hat damit zu tun, dass ich, seit ich denken kann, in mir eine fast manische Aversion gegen Dinge habe, welche mein inneres Känguru (und sein berühmtes Vorbild von Autor Marc-Uwe Kling) sehr gerne und laut als „bürgerliche Kategorien“ beschimpft.<br>Spaßeshalber habe ich diesen Spieler meines inneren Teams auch mal als „inneren linken Gegen-Demonstranten“ bezeichnet. Dabei finde ich die Bezeichnung „mein inneres Känguru“ mittlerweile aber passender, weil diese Persönlichkeit hinsichtlich verbal glitzernder Facetten wie Humor, Ironie und Sarkasmus eine deutlich höhere Bandbreite hat, als „der innere linke Gegen-Demonstrant“.</p>



<p>Wie auch immer, Dinge wie „Pünktlichkeit“, „Stillsitzen“, „Dresscode“, „Kehrwoche“, „Gemeinschaftsarbeit in Kleingartenkolonien“, „Jubiläen“ und jede Form der Äußerungen wie „Das macht man halt so&#8230;“ oder „Das gehört sich so&#8230;“, oder, geradezu extatisch überspitzt, die Formulierung „weil ich das halt so will [und ich deswegen Recht habe, weil ich Dir weisungsbefugt bin, egal ob als Erziehungsberechtigter, Lehrer, Vorgesetzter, Behörde oder sonstiger Autorität – Einschub meines Recovery-Ichs zum besseren Veständnis, währenddessen mein innerer linker Gegendemonstrant seine Fäuste schüttelt]….“ sind mir ein Gräuel, bleiben zuverlässig in meinem geistigen SPAM-Filter hängen und bereiten mir, abhängig von meiner seelischen Befindlichkeit, kurz-, mittel- oder langfristige Beschwerden wie emotionale Nadelstiche, seelische Schmerzen oder psychische Höllenqualen. Wo das herkommt, weiß ich mittlerweile recht genau [&#8222;Das Übel fing mit der inneren Befruchtung an.&#8220; oder &#8222;Die Wurzel allen Übels ist die aus der Vereinigung von Pollen und Stempel entsprungene Saat.&#8220;, um einen damals schon fast verrenteten Grundschullehrer (Naturkunde &amp; Religion) zu zitieren], aber das soll hier (noch) nicht das Thema sein.</p>



<p>Außerdem habe ich, seit dem Beginn meiner Recovery, nach und nach das Konzept des „Leben im Hier und Jetzt“ verinnerlichen können. Mir diese Fähigkeit vermittelt zu haben, lässt sich mit der liebevollen und an meinen eigentlichen Bedürfnissen ausgerichteten Gestaltung der Innenarchitektur meines „psychischen Gebäudes“ vergleichen. <br>Für diese Fähigkeit bin ich meinen verschiedenen professionellen und betroffenen Bezugspersonen während der letzten gut sieben Jahre sehr dankbar.</p>



<p>Es ist nicht zuletzt dieser, aus dem Buddhistischen entlehnte, Fokus auf das momentane Erleben im Hier und Jetzt und das Wirken in der von mir beeinflussbaren Umgebung, der mir den Umgang mit dem Zustand der gegenwärtigen äußeren Krise erleichtert.</p>



<p>Dieses Lebensgefühl hat zweifelsohne auch dazu geführt, dass ich, während meines „früheren Lebens“, als regelmäßige Zäsuren wahrgenommene Anlässe und Koventionen, gegen welche ich bis dahin nur jene, von mir gerade beschriebene, Abneigung verspürte, ihren Status als mein Leben &#8222;absolut&#8220; bestimmende Konstanten genommen habe, indem ich sie als &#8222;relativ&#8220; zu betrachten lernte. Nicht, weil ich mir selbst gleichgültiger geworden bin, mir zu wenig wert bin, um mich zu feiern, sondern, indem ich jeden Tag und jeden Moment versuche, als etwas Einzigartiges und Besonderes anzusehen. Im Hier und Jetzt erlebe ich Raum und Zeit als relativ, ja nahezu bedeutungslos. Sein im Hier und Jetzt bedeutet für mich die Vereinigung von Überall und Nirgends, von Niemals und Ewig. Das Gefühl, am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu sein und dass jenes, was ich tue, sinnhaft ist.</p>



<p>Es ist für mich ein nur unzureichend verbal beschreibbarer Prozess, viel eher ein tiefes Gefühl, nicht zuletzt geboren aus den Fragen, die mich seit dem &#8222;Was-ist-Was&#8220;-Band &#8222;Physik&#8220; aus meiner Schulbibliothek beschäftigt haben: &#8222;Was war vor dem Urknall?&#8220; und &#8222;Wenn jedwede Materie eine maximale Lebensspanne hat, was kommt danach?&#8220;, gipfelnd in der Schöpfung meines ersten erfahrbaren seelischen Dämons, gleich dem &#8222;schwarzen körperlosen Monster, welches Licht verschlingt und Schatten gebiert, sich mit Vorliebe unter meinem Bett versteckt und sich tief am Grund meines seelischen Wegwerfbrunnens versteckt hält&#8220; und seither mein inneres Kind mit der Ungewissheit quält, ob am Ende des aufglühenden Funkens, den mein Leben in der unendlichen ewigen Schwärze des Kosmos darstellen soll, für mich wie für alle nichts als raum- und zeitlose Schwärze wartet. Heute ahne ich, dass es das Auftauchen dieses, von mir so bezeichneten, Dämons war, welches den ersten spürbaren Riss in mein psychisches Gebäude gebracht hat und seitdem für den heftigen Streit und die Zerrissenheit meines inneren, wissenschaftlich orientierten Agnostikers und Nihilisten mit dem, zutiefst kindlichen und romantisierenden, spirituell suchenden Teil meines Ichs führt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Epilog</h4>



<p>Ich weiß nicht genau, was mich zu jenem vorgenannten Absatz getrieben hat. Noch während ich den eigentlich schon fertig getippten Text vom Textverarbeitungsprogramm auf die Internetseite eingefügt habe und in der Absicht, noch kurz Absätze und Layout gerade zu rücken, öffnete sich in meinem Kopf eine Falltür und die Worte sprudelten aus mir heraus. Sie scheinen mir der emotionale Schlusspunkt meines heutigen Textes zu sein, gleich einer formlosen, stinkenden Masse fauligen seelischen Schlamms, der sich aus den Rissen in den Zwischenwänden meines psychischen Gebäudes, lange aufgestaut und an meiner Substanz zehrend, endlich seinen Weg ins Freie bahnen durfte. Hofft mit mir, dass mit dem kurzfristigen Druck nun auch der langfristige Schmerz nachlassen darf.</p>



<p>Über 40 Tage Kontaktsperre, geschlossene Begegnungsstätten, fehlende Umarmungen.</p>



<p>Ihr fehlt mir, ganz persönlich, und viele Umarmungen warten darauf, dass sie sich endlich wieder vereinigen dürfen.</p>



<p>Bis dahin, bleibt vor allem eines: Gesund!</p>



<p>Liebe Grüße von Eurem Schmusehamster (ak)</p>
</div></div>



<p></p>
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