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	<title>Kritik &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<description>Selbsthilfe, Genesungsbegleitung und Betroffenenbeteiligung</description>
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	<title>Kritik &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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		<title>Krisenstrategien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sonja Utzenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Aug 2020 14:15:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Rat und Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsbericht]]></category>
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		<category><![CDATA[Krisenstrategie]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
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					<description><![CDATA[Fruchtbare Diskussionen über Krisenstrategien und Feedback über Leserbedürfnisse.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Fruchtbare Diskussionen über Krisenstrategien und Feedback über Leserbedürfnisse. <br>Von Sonja</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute (Gestern) haben wir gemeinsam mit Udo einen Text redigiert und danach noch lange und fruchtbar diskutiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Verlauf der Diskussion kamen wir auf das Thema zu sprechen, dass durch den Roman, den wir gerade veröffentlichen, die Zielsetzung unserer Seite verfehlt wird. Diese Rückmeldung ist für uns wertvoll. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch ist der Roman ein Teil unserer Recovery, wie auch alle anderen Artikel, die wir veröffentlicht haben. Wir werden es uns aber hinter die Ohren schreiben, häufiger wieder Erfahrungsberichte einzustreuen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Udo und Alex fröhlich weiter diskutieren und Faxen machen, lasse ich meiner Phantasie einfach freien Lauf. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich freue mich darauf, demnächst wieder kleine Erfahrungsberichte einzustreuen. Als Krisenstrategie ist das Schreiben von Artikeln durchaus gut und wenn unsere Leser einen Artikel veröffentlichen möchten, freuen wir uns sehr darüber und werden ihn gemeinsam mit dem Autor besprechen und veröffentlichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Versprochen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eure Sonja</p>
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		<title>Wenn Stierexkremente sich richtig reihen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jun 2020 14:59:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaftsspiele]]></category>
		<category><![CDATA[inneres Team]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Recovery]]></category>
		<category><![CDATA[Unorthodoxe Allegorien]]></category>
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					<description><![CDATA[Aus Spiel wird heute Ernst, während der Mausebär (td) die Spielregeln erklärt, mit denen sein inneres Team ihn ärgert.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Aus Spiel wird heute Ernst, während der Mausebär (td) die Spielregeln erklärt, mit denen sein inneres Team ihn ärgert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">[LIVE und liebevoll lektoriert vom Schmusehamster (ak) um 22:36 MESZ] </p>



<p class="wp-block-paragraph">Den heutigen Tag widme ich einem ganz besonderem Spiel. <br>Es ist eine Variante des bekannten Gesellschaftsspieles „Bingo“. Obwohl ich denke, dass fast jeder „Bingo“ eigentlich kennen sollte, werde ich es der Vollständigkeit halber kurz zusammenfassen. <br>Bei dem Spiel bekommt jeder Mitspieler eine Bingokarte (oder mehrere, je nach Absprache). Auf diesen Karten sind 16 Felder mit eingetragenen Zahlen (meist zufällig bestimmt), die in vier Reihen zu jeweils vier Spalten (also gleichmäßig) auf der Karte verteilt sind. <br>Ein Mitspieler betätigt einen Zufallsgenerator, der eine beliebige Zahl aus dem Zahlenraum, aus dem auch die Zahlen auf der Karte stammen, generiert. <br>Diese Zahl wird durch einen Ansager (der neutral ist, also keine Karte vor sich hat) verkündet und alle Mitspieler prüfen, ob sie diese Zahl auf ihrem Bogen haben. <br>Sollte diese Zahl in einem der 16 Felder auftauchen, wird sie vom Spieler markiert. <br>Hat nun einer der Spieler vier markierte Zahlen in Reihenfolge, entweder horizontal, vertikal oder diagonal, ruft er laut „Bingo“. <br>Der Ansager, welcher auch als Schiedsrichter fungiert, prüft die Richtigkeit anhand seiner Aufzeichnungen der ausgerufenen Nummern (ja, die sollte er sich notieren) und wenn diese mit jenen markierten Ziffern auf dem Spielschein des Rufenden identisch sind, hat dieser Mitspieler die aktuelle Runde gewonnen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Glücksspiel wird gerade in den Vereinigten Staaten als gerne genutzte Alternative zu einer reinen Tombola als Preisverteilungssystem bei mehr oder weniger wohltätigen Anlässen genutzt. In dem Fall werden die Bingokarten ähnlich wie Lose gegen ein bestimmtes Entgelt verkauft, was einem Spieler auch erlaubt, sich mehrere Karten zu kaufen. Während die Einnahmen als Spende dienen, werden im Spiel attraktive, meist gespendete, Sachpreise an die glücklichen Gewinner gebracht. <br>Das ist wie Lotto, nur mit dem Unterschied, dass man beim Lotto erst ankreuzt und dann die Zahlen bestimmt werden. <br>Da keine Karte mehrmals dabei sein darf, bestimmt die Anzahl der Karten auch den Zahlenraum, in dem sich die ausgelosten Zahlen bewegen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Soweit, so bekannt. Der Name dieses Spiels ist zu einem geflügelten Wort geworden, mit dem man beschreibt, dass sich eine Situation zur eigenen Zufriedenheit entwickelt hat. <br>Meistens genutzt, wenn mehrere positive Faktoren (oder auch zynischerweise verwendet bei mehreren negativen Faktoren) für den Nutzer des Wortes zusammen fallen.<br>Nähern wir uns jetzt der Variante, die mich heute beschäftigt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit einigen Jahren grassiert eine beliebte Variante dieses sonst als &#8222;altbacken&#8220; verschrienen Spiels, in diversen Jugendszenen. Diese Variante nennt sich „Bullshit-Bingo“, also „Stier-Exkrement-Bingo“, was, im Gegensatz zu einer englischen Variante, bei der darauf gewettet wird, auf welches der markierten Felder eine Kuh ihren nächsten Fladen legt, überhaupt nichts mit Verdauungsendprodukten der liebenswerten Wiederkäuer zu tun hat. <br>Im amerikanischen Slang ist jenes besagte Verdauungsendprodukt ein Synonym für Unsinn, Dummheiten und Gelaber. So wie man in deutscher Tradition seinem Gegenüber nichts vom (sprichwörtlichen) Pferd berichten sollte, mag der Amerikaner an sich scheinbar keine Informationen über die Verdauung von Stieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte, die dahinter steckt, mag bestimmt genauso interessant sein wie die des uninteressanten Pferdes, aber gerade bin ich nicht in Recherchelaune und möchte Euch auch weder von dem ominösen Pferd, noch von Ferdinands (dem Stier aus einem Beitrag vom Schmusehamster) Verdauung berichten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Worum es sich bei &#8222;Bullshit-Bingo&#8220; handelt, ist genauso einfach wie perfide. <br>Ein ahnungsloses Opfer wird von der Spielgruppe ausgewählt und damit gleichzeitig sowohl zu Ansager, als auch Zufallsgenerator, lediglich die Aufgabe des Schiedsrichters bleibt ihm verwehrt. <br>Es werden Karten mit ausgewählten, entweder häufig genutzten Phrasen und/oder Verhaltensweisen des „Opfers“, bestückt und diese an die Mitspieler verteilt. <br>Zu einem vorher unter den Spielern festgelegten Anlass wird jetzt das „Opfer“ von allen beteiligten Spielern auf das genaueste beobachtet und die Nutzung der vorbestimmten Elemente auf seiner Karte zu notieren. <br>Zu einem passendem Augenblick, ganz nach Vorbild des &#8222;normalen&#8220; Bingo-Spiels, ruft dann der „Gewinner“ lauthals „Bingo“ und alle Mitspieler genießen die Verwirrung der umstehenden und unbeteiligten Personen, nicht zu vergessen jene Irritation und Peinlichkeit des bis dato uneingeweihten &#8222;Opfers&#8220;. <br>Das mag nicht freundlich erscheinen, hat aber auch viel mit sozialer Hygiene zu tun und, ähnlich wie beim Mobbing, macht es zumeist allen aktiven Mitspielern, nicht jedoch dem passiven &#8222;Opfer&#8220;, Spaß. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die moralischen Aspekte dieses Spiels will ich mich auch gar nicht viel auslassen, obwohl das ein Thema für einen gesamten Beitrag seien könnte, sondern es geht mir darum, dass ich heute morgen an dieses Spiel verstärkt denken musste. <br>Der Grund war, dass aus einem tiefen Winkel meines inneren Teams ein lautes &#8222;Bingo&#8220; herausschallte. <br>Ja, der Mausebär hatte es geschafft, einem seiner inneren Persönlichkeiten zu einem Bingo zu verhelfen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist mir nicht neu, dass eine gewisse Gruppierung innerhalb meines inneren Parteitages schon seit Jahren dieses, in diesem Fall ausschließlich freundlich gemeinte, neckische Spiel mit mir treibt. So manches mal sitzt mein Ich unbedarft in froher Runde mit meinem inneren Team und plötzlich höre ich ein kicherndes „Bingo“ in meinem Hinterkopf. <br>Zumeist dann, wenn ich unterbewusst wieder zu irgendwelchen Phrasen oder Verhaltensweisen gegriffen habe, von dem mein inneres Team weiß, dass sie mich selber an mir stören. Ich reibe mir sozusagen spielerisch mein eigenes Versagen unter die Nase. <br>Es ist sensationell, aber ich habe eine der höchsten Stufen der Masturbation erreicht, ich kann mich selber „mobben“. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ganze würde natürlich nicht funktionieren, wenn ich nicht diverse „Fehler“ in meinem System hätte. Damit meine ich eben jene von meinem inneren Team im &#8222;Bullshit-Bingo&#8220; aufs Korn genommenen Verhaltensweisen, auf die ich unterbewusst zurückgreife, obwohl sie mich an mir selber stören. <br>Es ist ein offenes Geheimnis, dass ich mich trotz narzisstischer Persönlichkeitsstörung &#8211; oder gerade deswegen &#8211; nicht sonderlich leiden kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum nicht? <br>Nun, ich habe einen sehr stark ausgeprägten inneren Perfektionisten, der äußerst hohe Ansprüche stellt. Ansprüche, denen ich selber gar nicht genügen kann. Während ich langsam dem Lernprozess folge, diesen inneren Kritiker neu zu bewerten, um seine Fähigkeiten als Motivator weiter zu nutzen, aber seine zerstörerischen Ansichten nicht auf mein Selbstbild zu übertragen, muss ich mit diesem Element meiner Persönlichkeit jeden Tag aufs Neue umgehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist ein Stück meines täglichen Kampfes, der ein Bestandteil dessen ist, dass ich ein Betroffener bin. <br>Es ist Teil meiner Erkrankung, der ich mich immer wieder stellen muss. </p>



<p class="wp-block-paragraph">So sehr, wie mein innerer Narzisst versucht, mein fehlendes positives Selbstbild durch äußere Bestätigung zu kompensieren, was auch der Grund ist, aus dem dieser Teil meiner Persönlichkeit entstanden ist, kollidiert er immer wieder mit meinem inneren Kritiker. <br>Der latente Streit zwischen den Leuten, die hinter meinem Bewusstsein (Alex würde es den Pressesprecher nennen) stehen, treibt mich in innere Verzweiflung, bis hin zur Erkrankung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grund meiner Depressionen liegt in zwei Faktoren:<br>Zum einen fehlt mir Vertrauen, denn mein Urvertrauen wurde in meiner Historie immer wieder auf das Übelste vernichtet, was meinen inneren Perfektionisten befeuert hat.<br>Zum anderen fehlt mir Selbstbewusstsein, bzw. Selbstvertrauen, ein Umstand, der meinen inneren Narzissten geboren hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon früh habe ich gelernt, meine Angst und Schüchternheit durch lautes und aggressives Verhalten zu kompensieren und entwickelte meine innere „Rampensau“, die immer dann übernimmt, wenn ich mich unsicher fühle. <br>Statt zu lernen, diese Gefühle zu überwinden, habe ich durch viele Elemente meine innere „Rampensau“ gestärkt und ihr neue Masken, Techniken und Ähnliches beigebracht, um dem unerbittlichen „Bullshit-Bingo“ meines Kritikerteams zu entgehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber man kann sich nicht vor sich selbst verstecken und noch weniger sich selbst entkommen. Es gibt keine Möglichkeit, sich von sich selbst scheiden zu lassen. <br>All diese Persönlichkeitselemente in mir sind erschienen, um zu bleiben, wahrscheinlich bis der Tod uns scheidet. <br>Ich weiß, dass meine einzige Möglichkeit zur &#8222;anständigen&#8220; Recovery der Weg der Akzeptanz ist. Das heißt, zu lernen, diese Elemente in mir zu verstehen und zu mögen, um mir anzueignen, mich selber zu mögen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterbewusst war mir schon immer klar, warum auch der Narzisst in mir erschienen ist &#8211;  jedes Persönlichkeitsmerkmal erfüllt einen Zweck, auch wenn dieser manchmal nicht offensichtlich ist &#8211; der mir einfach sagen will, dass, wenn andere Leute mich mögen können, dann kann ich doch gar nicht so schlimm sein, für wie ich mich selber halte. <br>Ein beständiger Streit des Narzissten mit meinem inneren Kritiker, dem Perfektionisten, welcher dem Vertrauen ins Gesicht fäkalisiert und jedes Kompliment, das ich höre, in negative Aussagen uminterpretiert, ist unvermeidlich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wahrscheinlich werde ich weiter daran arbeiten müssen, Tag für Tag, und weiterhin das gelegentliche „Bingo“ in meinem Hinterkopf ertragen. Es ist ja auch eine gute Maßeinheit, nicht für die Verbesserung meines Verhaltens, sondern für meinen Umgang mit mir selbst. Wenn ich irgendwann selber bei dem Spiel mitmache, dann habe ich einen großen Meilenstein auf meinem eigenen Weg erreicht, aber ein kleiner Meilenstein ist ja schon, meinem inneren Team die Freude am Spiel zu gönnen und einfach mal zu akzeptieren, dass ich bin, wer ich bin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer, heute selbstreflektierender, Mausebär (td)</p>
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		<title>Die große Logik-Lüge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 May 2020 14:41:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär (td) enthüllt unerschrocken, welches abstruse Lügengebilde sich hinter Logik, Mathematik und besonders Statistik versteckt. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Mausebär (td) enthüllt unerschrocken, welches abstruse Lügengebilde sich hinter Logik, Mathematik und besonders Statistik versteckt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein großes Thema der heutigen Zeit ist die Wahrheit über eine Ausnahmesituation. <br>Es gibt mittlerweile mehr Theorien zu dem Coronavirus in diesem Land, als tatsächlich an Coronaviren gestorbene Menschen. <br>Was allen diesen Theorien<strong> </strong>gemein ist, ist die Vehemenz, mit der sie als absolute Wahrheit dargestellt werden, sowie die zeitgleiche hektische Aktivität, mit der dieselben Behauptungen als Lügen entlarvt werden. Bei all diesen Bemühungen ist eines gleich &#8211; sie argumentieren mit logischen Herleitungen, die die inhaltsschwere Wahrheit beweisen sollen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei bedienen sich sowohl Wissenschaftler als auch Politiker und auch private Investigatoren der Methoden der Statistik und anderer Zahlenspielereien, ohne dem geneigten Konsumenten eine abscheuliche Wahrheit zu enthüllen: </p>



<h5 class="wp-block-heading">Logik ist eine der dienstältesten Huren der Argumentation! </h5>



<p class="wp-block-paragraph">Bäm! &#8211; Da stelle ich so was einfach in den Raum; aber wer den Mausebär kennt, weiß, die Begründung folgt und startet gleich mit ein paar erklärenden Details. <br>Im Kern weiß der normale Mensch nicht, was Logik ist und verwechselt diese nur allzu oft mit dem gesunden Menschenverstand. „Das ist doch logisch!“, ist eine oft gehörte Aussage, wenn dem Umgangssprachler eine Aussage als richtig erscheint und er nicht daran zweifelt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch meist ist es das nicht. <br>Dank eines gesamten Seminars über Logik während eines meiner hoffnungslosen Studienversuche, lernte ich die Hintergründe zur Logik und erfuhr, dass Logik letztendlich nur eine folgerichtige Aussage bedeutet. <br>Im weitesten Sinne ist Logik unabhängig von Werten wie Wahrheit. Insgesamt sind absolute Konzepte total unlogisch. <br>Deshalb kommt es auch oft zu größeren Löchern in der Logik, ein gutes Beispiel ist Aristoteles, der behauptete, dass alle Athener Lügner seien. Da er selbst aus Athen stammte, ist diese Behauptung eindeutig gelogen, oder nicht ? <br>Bei absoluten Bedingungen, die ich gerne als Dogmen bezeichne,  verschwindet die Logik meist in großen &#8222;schwarzen Löchern&#8220;, die auch Paradoxien genannt werden. <br>Daher ist es nahezu unmöglich, dogmatische Inhalte zu begründen, ohne sich in Widersprüche zu verstricken. <br>Absolut dogmatische Lehren, wie z.B. die Religionen &#8211; Mathematik, die ebenfalls dogmatisch ist, einmal ausgenommen &#8211; sind daher nahezu allergisch auf Logik. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Lehre der Logik werden zwei (oder mehr) Aussagen, unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt, in ein Verhältnis zueinander gestellt. <br>Ist das Verhältnis stimmig, ist die Gesamtaussage logisch folgerichtig. <br>Klingt jetzt total kompliziert, ist es aber nicht &#8211; frag&#8216; mal den Mausebären.<br>Wenn aus einer wahren Aussage eine wahre Aussage folgt, ist das eine logisch richtige Schlussfolgerung.<br>Wenn aus einer falschen Aussage eine falsche Aussage folgt, ist die Schlussfolgerung ebenfalls logisch richtig. <br>Kombiniert man allerdings eine wahre Aussage mit einer falschen Aussage, wird die abgeleitete Schlussfolgerung logisch falsch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Logik bedeutet nur, dass an jedem Ende einer Gleichung derselbe Gehalt von Wahrheit stehen muss. <br>Das ist im großen und ganzen wie mit Plus und Minus. <br>Verbindet man zwei positive Zahlen wird das Ergebnis eine größerer Betrag, verbindet man zwei negative Zahlen, wird das Ergebnis ebenfalls eine größerer Betrag, auch wenn die eigentliche Zahl negativ ist. <br>Mischt man allerdings beides, also subtrahiert von einer positiven Zahl, oder addiert zu einer negativen Zahl wird dass Ergebnis im Betrag kleiner als eine der beiden beteiligten Zahlen. <br>Fasse ich also zwei Wahrheiten zusammen, entsteht daraus eine größere Wahrheit, und das ist folgerichtig logisch. <br>Fasse ich zwei falsche Aussagen zusammen, entsteht daraus eine größere Falschaussage, und auch das ist folgerichtig logisch. <br>Logik enthüllt somit keine Wahrheit, sondern erfasst nur deren Relation in Bezug auf eine Schlussfolgerung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Kommen wir mal zu einer Tochter der Logik, nämlich der Mathematik. <br>Ich rede jetzt über abstrakte Mathematik und nicht über das Rechnen, das wir in der Grundschule gelernt haben. <br>Mathematik ist im Prinzip eine Sprache mit eigenen Vokabeln, bestehend aus Zahlen und einzelnen Buchstaben &#8211; davon manche alt-griechisch &#8211; und eigener Grammatik, bestehend aus Zeichen, die die Verhältnisse zwischen den einzelnen Wörtern (also den zusammengesetzten Zahlen und/ oder Buchstaben) definieren, sowie einigen Regeln.<br>Wie in allen Sprachen stammen diese Regeln aus Absprachen &#8211; vielleicht kommt das Wort genau daher?<br>Wenn ich sehe, dass aus dem Zusammenschluss zweier Zahlen eine höhere Zahl wird, dann kann ich das zwar folgerichtig nachvollziehen, da ich dieses mit Beobachtungen beispielhaft darstellen kann, aber dass ein Apfel und noch ein Apfel zusammen zwei Äpfel sind, ist im Prinzip erst mal genauso eine Definition wie die, dass ein Apfel ein Apfel ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es geht darum, dass wir eine bestimmte und mathematisch geprüfte Anzahl von (ganzen) Äpfeln, die größer als eins, aber kleiner als drei ist, mit der Zahl zwei definiert haben. <br>Hätten wir die Zahl &#8222;Torg&#8220; genannt, wäre es vielleicht logisch, dass &#8222;feng&#8220; Äpfel minus &#8222;karr&#8220; Äpfel gleich &#8222;torg&#8220; Äpfel sind. Das können wir jetzt  aber nicht beweisen, da wir keine Vorstellung von &#8222;Karr&#8220; und &#8222;Feng&#8220; haben. <br>Wir lernen die Zahlen mit ihren Bezeichnungen wie Worte einer Sprache, die weit verbreitet ist, zumindest in schriftlicher Form. Daher hilft die Mathematik in erster Linie, beobachtete Phänomene zu beschreiben, um sie jemand Anderem zugänglich zu machen. <br>Mathematik schert sich nicht um Wahrheit oder Sachverhalte, sondern nur darum, dass die Aussagen links und rechts eines Gleichheitszeichens übereinstimmen. <br>Somit ist die Lösung einer mathematischen Aufgabe nicht wahr, sondern richtig &#8211; und zwar folgerichtig. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Natur schert sich übrigens einen Dreck um eine mathematische Ordnung, weswegen viele Mathematiker und theoretische Physiker auch einen Großteil ihrer Zeit damit beschäftigt sind, das schöne System der Mathematik immer mehr zu erweitern und zu verbessern, um der Deckungsgleichheit mit der tatsächlichen Realität irgendwann nahe zu kommen. <br>Leider verhält sich die Realität zur Mathematik eher wie eine Parallele, beides läuft nebeneinander her ohne sich absehbar zu berühren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann ist da noch die arme missbrauchte Tochter der Mathematik &#8211; die Statistik. <br>Ein armer Nachkomme der Logik, der schon all zu oft von Sozialwissenschaftlern, Wirtschaftsweisen und Politikern geschändet wurde. <br>Und während schon der britische Premierminister Winston Churchill gerüchtweise verkünden ließ, dass er keiner Statistik trauen würde, die er nicht selbst gefälscht hätte, unterlasse ich es hier, meine Leser mit den Fallstricken der Statistik intim vertraut zu machen und gebe ihnen lieber ein einfaches Beispiel. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Zu den Zeiten, als die weltweite Piraterie am größten war, waren die Ausstöße von CO2-Emissionen wesentlich geringer als heutzutage (wahre Aussage). 2018 war Nigeria das Land mit den meisten Piratenübergriffen auf Seeschiffe. 2018 lag Nigeria auf Platz 144 des Ländervergleiches im CO2-Ausstoß. <br>Also kann man logisch begründen, dass Piraterie die CO2-Emissionen positiv beeinflusst. </p><cite>Vom Mausebär im Internet gewissenhaft recherchiert und sinnentstellend zusammengefasst</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Die Statistik stützt diese Aussage, auch wenn sie faktisch falsch ist. Wir lernen daraus, dass jede statistische Behauptung abhängig von den verwendeten Daten und deren Zusammenhängen ist. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>So steht zum Beispiel statistisch fest, dass einer von acht deutschen Bundeskanzlern bevorzugt Frauenunterwäsche trägt. Das bedeutet, dass stolze 12,5% aller deutschen Bundeskanzler regelmäßig Büstenhalter tragen. <br>Folgerichtig gibt es statistisch eine Chance von 12,5 %, dass z.B. Gerhard Schröder mindestens einmal während seiner Zeit als Bundeskanzler einen Büstenhalter unter seiner Kleidung trug. </p><cite>Originale Mausebär-Statistik</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Alles statistisch vollkommen korrekt, wenn auch wissenschaftlich unsauber. Lasst Euch mal vom Schmusehamster erklären, wie Wissenschaftler arbeiten, Ihr bekommt das Grauen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sagen wir abgekürzt, Wissenschaftler fokussieren sich auf die Beobachtung von einzelnen Ausschnitten, machen Experimente und &#8211; wenn sich das Experiment eine gewisse Anzahl von Malen mit ähnlichem Ergebnis wiederholen lässt &#8211; dann freuen sie sich und formulieren eine These<strong> </strong>oder Theorie, die solange gilt, bis man genügend Ausnahmen gefunden hat, dass sich eine Änderung der These lohnt. <br>Dieses System lässt sich einfach schlecht in unseren Lebensalltag integrieren. <br>Schließlich will keiner von uns die tatsächliche Wahrheit hören, dass Wissenschaftler festgestellt haben, dass Äpfel die Tendenz haben, unter menschlicher Beobachtung sich ohne sichtbare Außeneinwirkung in Richtung des Bodens zu bewegen, was den berechtigten Rückschluss auf eine sogenannte Gravitationskraft zulässt. <br>Solche Wahrheiten könnten Teile der Bevölkerung verunsichern, daher wird man pragmatisch und sagt, &#8222;die Gravitationskraft sorgt dafür, dass alles, was nicht fliegt oder schwebt, zu Boden fällt&#8220;. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wissenschaftler sind folgerichtig nicht gut darin, einfachen Menschen die von ihnen herrlich kompliziert gemachte Arbeit sachgerecht zu präsentieren. Das machen dann Ausnahmetalente, wie der Herr Lesch oder unsere freundlichen Freunde von der Presse, die den Schwurbel zwar auch nur halb verstehen, aber gut verpacken. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und so wird Wahrheit gemacht. Klingt komisch, ist aber so. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Also nicht alles verbreiten, was richtig klingt, nicht alles glauben, was wichtig klingt, einfach mal verschiedene Quellen checken und &#8211; besonders wichtig &#8211; anderen Menschen ihre Wahrheiten lassen, denn die liegt noch immer im Auge des Betrachters. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Pseudowissenschaftliche Grüße definiert Euch der Mausebär (td), der, statistisch gesehen, wahrscheinlich gerade schläft.</p>
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		<title>Über das liebe Leid zweier ungleicher Geschwister</title>
		<link>https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/ueber-das-liebe-leid-zweier-ungleicher-geschwister/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kunze]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 May 2020 12:37:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aspergers Nähkästchen]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Recovery]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Stichprobe seelischer Abgründe des Schmusehamsters (ak)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Eine Stichprobe seelischer Abgründe des Schmusehamsters (ak)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade habe ich mir einen Tatort des Münsteraner Ermittlerduos Thiel und Boerne angesehen. Der Fall spielte in gutbürgerlichen, akademischen Kreisen reicher Oberschichtfamilien und ihrer scheinbar allgegenwärtigen Leichen im Keller. Es ist nicht das erste mal, dass im Münster-Tatort dieses gesellschaftliche Umfeld und dessen Abgründe beleuchtet werden. Häufig spielen dabei übrigens Mediziner in Führungspositionen und deren bestehende Seilschaften eine tragende Rolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder einmal musste ich feststellen, dass diese Klientel bei mir die finsterste Tür seelischer Abgründe öffnet. Ich meine, das laute Klacken des Vorhängeschlosses wahrzunehmen, vermag fast körperlich wahrzunehmen, wie der Riegel zur Seite geschoben wird &#8211; schauerlich qietschend, rostiges Metall auf Metall. Dann springt die Tür auf, nur einen Finger breit und entlässt, von Modergeruch begleitet, einen rötlichen Lichtstrahl, unstet flackernd, in mein seelisches Wohnzimmer. Rieche ich da die schwitzende schwarze Fäulnis verwesender emotionaler Exkremente? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl mir mulmig zumute ist, zieht mich der Türspalt geradezu magisch an und so nähere ich mich mit Trippelschritten. Als ich schließlich in die schmale Öffnung spähe, bemächtigt sich mir das Gefühl, direkt in den Schlund der Hölle zu blicken.<br>Lodernder Zorn schlägt mir mit schier unermesslicher Hitze entgegen, gebiert sprühende Funken der Verachtung und rotglühenden Hass, ob der hochnäsigen Arroganz, ausgrenzenden Ignoranz, korrupten Vetternwirtschaft und geheuchelten Menschenfreundlichkeit, wie sie, publikumswirksam auf die Rolle des schmierigen Bösewichts zugespitzt, im Fernsehen gezeigt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig &#8211; und das ist dem geneigten Leser sicherlich keine Überraschung mehr &#8211; triggern mich diese filmisch gezeichneten Rollenmotive zutiefst. Verschiedene bekannte Protagonisten meines inneren Teams treten auf &#8211; der innere linke Gegendemonstrant schüttelt seine Fäuste, der besorgte und politisch eher rechts stehende Wutbürger grölt seine ausgrenzenden Parolen &#8211; doch das Maß an Agressivität, welches sie diesmal verströmen, verunsichert mich bis an die Grenze zur Furcht, einen Fackel- und Mistgabel-schwingenden seelischen Mob vor mir zu haben. Mein innerer diplomatisch-pressesprechender Moderator kann nicht verhehlen, etwas eingeschüchtert zu sein, als er mit zitternden Händen ans Rednerpult meiner Psyche tritt. Ich schließe die Augen, so wie er es tut und atme mehrmals tief ein und etwas länger wieder aus &#8211; das beruhigt mich. Nun fühlt sich mein innerer Moderator in etwas besserer Verfassung, eine Betrachtung des uns allen heiklen Themas &#8222;Trigger&#8220; zu beginnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die durch den Münster-Tatort heraufbeschworenen Trigger gehen zurück an einen neuralgischen Punkt meines Lebens, an dem ich für die Forschung und Entwicklung im medizinischen Bereich, neben hohem Interesse an den biochemischen Ursachen menschlicher Erkrankungen, nicht weniger empfunden habe, als eine tiefe Liebe für das von mir so empfundene Wunder des Lebendigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Grundstein für diese Liebe, gleichsam den Keimblättern der taubenetzten Pflanze kindlich die Umwelt erforschender Unschuld, legte mein Klassen- und späterer Oberstufenlehrer an der Gesamtschule (Nein, ich schäme mich nicht dafür und ja, das ist das gleiche Abitur, das sie auch am Gymnasium machen). Sein didaktisch am Puls der Zeit ausgerichteter, mit einer Prise Humor gewürzter, Unterricht der verschiedenen Teilgebiete der Biologie bildete das bestmögliche Umfeld für meine ausgeprägte Neugier auf alles, was kreucht und fleucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf diesem stabilen Fundament konnte ich über die Jahre ein stattliches Gebäude errichten und schließlich mit der Promotion im Fach Biochemie krönen. Gleichwohl hatte mein psychisches Korsett an Bewältigungsmechanismen zu jener Zeit bereits damit begonnen, ernsthafte Risse zu entwickeln, wie ich heute, durch mein in der Recovery geschultes Auge, weiß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon als Doktorand lernte ich jedoch die Kehrseite der Medaille kennen. <br>Interesse &#8211; schön und gut. <br>Begeisterung &#8211; okay. <br>Gute Ausbildung &#8211; jaja. <br>Aber zentral sind und bleiben doch allein die Ergebnisse, messbar in Fachartikeln und &#8211; vor allem &#8211; eingeworbenen Fördergeldern, oder etwa nicht?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun, ja doch &#8211; aber es hängt eben auch ganz wesentlich davon ab, wer Dein Chef ist, in welchen Zeitschriften dieser für gewöhnlich publiziert und nicht zuletzt, wen Dein Chef kennt, sowie ob Du in seiner Gunst stehst oder nicht. <br>Politik ist für das Fortkommen auf der Karriereleiter im Umfeld der universitären Forschung und Lehre genau so wichtig, wie in der Industrie oder im Parlament. Doch damals vermochte ich noch trefflich gut wegzuschauen und den aufkommenden Brandgeruch, statt mit heißgelaufenen Lagern, mit leckerem Grillgut zu assoziieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die am Himmel meiner Seele aufziehenden Wolken bereiteten den Boden für den großen Auftritt des hässlichen Zwillingssbruders der Liebe: des Hasses.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnlich wie für die Liebe zuvor skizziert, war auch der Hass ein Sämling, der in meiner Kindheit und Jugend ein ideales Umfeld genoss, um zu wachsen und zu gedeihen, weniger schulisch, als eher familiär.<br>Aufgewachsen in einer Familie ehemaliger Arbeiter, Bauern und Soldaten, sowie eingefleischter SPD-Wähler, wurde mir ein tiefes Misstrauen gegenüber Politikern, Reichen und Schönen, sowie Akademikern anerzogen, wenn ich auch &#8211; glücklicherweise &#8211; Gefühle wie Sozialneid oder Missgunst zwar bisweilen vorgelebt bekommen, jedoch nicht für mich übernommen habe &#8211; zumindest nicht vordergründig. [Unvergessen der Satz eines meiner Onkel auf Besuch in meiner Heimatstadt, der den sonntagnachmittäglichen Spaziergang im benachbarten Park- und Villenviertel mit den Worten einleitete: &#8222;Gehen wir eine Portion Hass tanken.&#8220;] <br>Im Hinterhof meiner Psyche ist es sehr wichtig, regelmäßig mit Schere und Schaufel, Mäher und Mistgabel tätig zu werden, um emotionalem &#8222;Unkraut&#8220; zwar seinen notwendigen Raum zu geben, jedoch mich von seinen dornenbesetzten Ranken nicht erstickend vereinnahmen zu lassen. Dies geht jedoch nicht ohne die eine oder andere Schramme und so manchen quälenden Stich vorüber.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor mich mein Weg über eine Stelle als Laborleiter in den psychischen Zusammenbruch geführt hat, bekam ich die bestehenden Verhältnisse im medizinischen System am eigenen Leib zu spüren. Ich erinnere mich noch gut &#8211; heute schmunzelnd &#8211; an wöchentliche Seminare der Klinik, an der ich gearbeitet habe und wie sich die anwesenden Assistenzärzte darin zu überbieten versuchten, dem Chefarzt in seinen weißbekittelten Allerwertesten zu kriechen, während meine unmittelbaren Mitarbeiter und ich, als Naturwissenschaftler ein ganz anderes System flacher Hierarchien sowie hilfsbereiter Wertschätzung gewohnt, fassungslos daneben gesessen haben.<br>[An dieser Stelle legt der Late-Line-Moderator in meinem inneren Team übrigens eine alte Platte auf und zwar das schöne Lied mit dem Titel &#8222;Arschkruffe&#8220; von &#8222;De Vajabunde&#8220;: der Refrain dieses in Kölner Mundart vorgetragenen Liedes geht in etwa so *räusper* :&#8220;Jo, wat nötz&#8216; et, wenn de einem in dä Ahsch kruffe wills&#8216; un&#8216; do sitz&#8216; schun eine drin?&#8220; &#8211; Hochdeutsch: &#8222;Ja, was nützt es, wenn Du einem in den Allerwertesten kriechen möchtest, aber da sitzt schon einer drin?&#8220;]</p>



<p class="wp-block-paragraph">Möglicherweise rühren meine, durch die Trigger im Münster-Tatort ausgelösten, düsteren Gefühle für Angehörige eines Berufs- und Begütertenstandes einerseits von der frappierenden Ähnlichkeit der beschriebenem Klischees mit meinen Erfahrungswerten aus meiner beruflichen Laufbahn her.<br>Sicherlich spielen dabei andererseits meine eigenen verletzten Gefühle eine Rolle, die durch meinen psychischen Niedergang, gipfelnd im Zusammenbruch 2014, empfindliche Wunden und bis heute schmerzende seelische Narben hinterlassen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Scheidepunkt meiner Karriere, als mich Neugier und Interesse, in Verbindung mit Fleiß und Glück des Tüchtigen, nicht mehr alleine zu tragen imstande waren und ich mich genötigt sah, gewissermaßen politisch aktiv zu werden, zu schmeicheln und aufzuschneiden, sah sich meine große kindliche Liebe getäuscht und die erwachsene Fratze des Hasses erwachte in all ihrer Schrecklichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir ist bewusst, dass ich nur den kleinsten Teil an Menschen kenne, die den von mir so verabscheuten Berufsstand vertreten. Zudem kenne ich Vertreter, die mir den Eindruck vermitteln, gute und rechtschaffene Arbeit zu leisten, sich Zeit zu nehmen und sich nicht für etwas &#8222;Besseres&#8220; zu halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Recovery ist mir bewusst geworden, dass ich den hässlichen Zwillingsbruder der Liebe aushalten, ihm einen adäquaten Platz in meinem inneren Team, oder &#8211; weiter gefasst &#8211; in meinem inneren Parlament zuweisen sollte. Denn am richtigen Platz strategisch aufgestellt und genau zum passenden Zeitpunkt eingesetzt, kann mir auch diese Emotion nützlich sein. Nicht allein, denn nur zu deutlich erscheint mir die Gefahr, zu verbrennen und meine Psyche mit dem ölig-schwarzen Ruß der Verbitterung zu vergiften, aber im Verbund mit anderen Mitspielern, weiteren emotionalen Farben, ist auch der Hass eine essenzielle Facette meines gesunden Ichs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So wie ein Maler sich stets der gesamten Palette an Farben bewusst ist &#8211; Schwarz und Weiß bewusst eingeschlossen &#8211; und deren mannigfaltige Vermischungen, Schattierungen und Wirkungen auf der emotionalen Klaviatur zu famosen Gesamtkunstwerken zu arrangieren vermag, so ist auch im Umgang mit Gefühlen die volle Bandbreite notwendig, unabhängig davon, ob sie unserem persönlichen Gusto, für sich allein genommen, zu- oder abträglich erscheinen, denn Geschmack liegt schließlich immer im Auge und in der Stimmung des Betrachters, um jedes beliebige Motiv, das unser seelisches Auge wahrnimmt, auf unsere emotionale Leinwand bannen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei trage ich durch meine Recovery, Salutogenese und Empowerment dafür Sorge, dass meine Gefühlsbilder auch wirklich bunt sind. Schaut mir dabei bitte immer über die Schulter, denn durch den Austausch mit Euch bekommen meine seelischen Landschaften die Tiefe, welche sie brauchen. Und warnt mich rechtzeitig, wenn ich dunkle Wolken male, während mir die Mittagssonne Schweißperlen und einen Sonnenbrand auf die Stirn treibt.<br><br>Fühlt Euch gedrückt und bleibt neugierig.<br><br>Euer Schmusehamster (ak)</p>
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		<title>Maskentanz und Mummenschanz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2020 10:41:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
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		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine kleine Erklärung, ganz unpolitisch gemeint, warum der Mausebär (td - ja, ich arbeite jetzt auch mit Kürzel) keine Maske tragen möchte.]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Eine kleine Erklärung, ganz unpolitisch gemeint, warum der Mausebär (td &#8211; ja, ich arbeite jetzt auch mit Kürzel) keine Maske tragen möchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute hatte ich gleich zwei begründete Ausflüge in die böse Welt außerhalb meiner heimeligen Höhle. <br>Der eine Weg führte mich zu meinem Reifenexperten des Vertrauens, bei dem ich meine Winterreifen einmotten ließ, um mit meinen Sommerreifen vom Hof zu reiten, bzw. zu fahren. <br>Der zweite Weg führte mich, in angenehmer Gesellschaft durch meinen Betreuer (auch des Vertrauens), zu meinem wöchentlichem Einkaufshorror.  In jugendlichem Leichtsinn hatte ich wieder die Pfandflaschen von mehr als zwei Wochen gehortet und ich denke, ein Pfandbon von über 18€ ist ziemlich selbsterklärend. <br>In allen Fällen hatte ich meinen neuen Begleiter, die verordnete Gesichtsbedeckung. <br>Während ich am Montag schon erste Erfahrungen mit meinem alternativen Palästinenser-Tuch aus alten Punkzeiten sammeln konnte und die Erkenntnis gewinnen durfte, dass sich bei schönem Wetter mit dicker Wolle zu vermummen echt schweißtreibend und den Atem störend ist, sammelte ich heute Erfahrungen mit einem Wegwerf-Mundschutz aus dem Vorrat der Pflegestation in meinem Zuhause und bei der zweiten Tour mit einem wunderbaren Geschenk in Form einer handgenähten Einhornmotiv- Maske. <br>Ich war also, trotz meiner inneren Auflehnung, brav und hielt mich an die verordneten Maßnahmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch fühle ich mich mit der Situation unwohl und kann das auch erklären. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch bevor ich dazu komme, brauche ich noch eine Erklärung vorab. <br>Ich weiß, das Thema triggert zur Zeit nahezu jeden Menschen und Meinungen kochen hoch wie überhitzte Atomkraftwerke. <br>Selbst ich bin darüber schon explodiert.<br> Das, was ich hier schreibe, ist kein Politikum, sondern alleine meine Ansicht und Meinung. <br>Ich möchte damit keinen Menschen zu irgendwas anstiften, radikalisieren oder ähnliches, sondern nur meine Sicht der Dinge wiedergeben. Auf keinen Fall möchte ich auf den Sinn oder auch Unsinn der Maskenpflicht eingehen. Ich könnte mich dazu äußern, will ich aber nicht, da eine vernünftige Diskussion, in diesem politisch aufgeheizten Kontext, meiner Meinung nach nicht zielführend ist. <br>Die Entscheidung wurde getroffen und die Verordnung ist jetzt da, damit Basta. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es geht mir ausschließlich um mein Gefühl. <br>Es passt für mich nicht zusammen, dass ich mich an eine Regel halten soll, deren Sinn ich bei aller Liebe nicht verstehen kann. <br>Ja, ich kenne alle Erklärungen, habe mir alle Seiten angehört, und verstehe auch die Unterschiedlichen Methoden. Es scheint nur niemand verstehen zu können, das ich mir daraus einfach selber eine Meinung bilde. <br>Und ich habe ein Recht auf diese Meinung. <br>Und auch andere haben ein Recht auf ihre Meinung, auch wenn sie mit meiner nicht übereinstimmt. <br>Ich bin überzeugter Demokrat und denke, wenn halt mehr Leute eine andere Meinung haben, dann sollte ich mich halt anpassen und dem Weg der Gesellschaft folgen. <br>Aber ich muss es weder toll finden, noch unterstützen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Persönlich finde ich auch toll, wie viele Leute aus der „Pro-Maske-Fraktion“ sich Mühe geben, andere Leute zu unterstützen. Nähaktionen und ähnliches, genauso wie gemeinsame Maskenbeautytipps oder andere positive Beiträge.<br> Ich freue mich über den teilweise so liebevollen und sozialen Umgang mit der Situation. <br>Mein Problem mit der Maskenpflicht besteht nicht darin, dass ich das ganze Unsinnig finde. Da gibt es weit unsinnigere Gesellschaftsregeln, die ich auch toleriere. <br>Mein Problem besteht aus meiner persönlichen Krise und meinen eigenen Erkrankungen und diese Sicht möchte ich gerne mal schildern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe eine Angststörung! <br>Meine behandelnden Ärzte sind sich nicht sicher, ob es sich um eine generelle Angststörung oder eine sogenannte Sozialphobie handelt. <br>Fakt ist, ich fühle mich im Umgang mit fremden Menschen extrem unwohl. <br>Aus diversen Ängsten heraus habe ich bereits als Kind gelernt, Mimik und Gestik von Personen zu deuten, da ich diese schon immer als sehr ehrliche Kommunikationskanäle erkannt habe.<br> Ich habe extreme Angst in Menschenmassen und fürchte große, anonyme Ansammlungen. <br>Durch die vermummten Gesichter und den zur Zeit vorherrschenden, unsicheren körperlichen Umgang miteinander, fühle ich mich extrem verunsichert. <br>Ein wichtiger Teil meiner eigenen Analyse der Umgebung ist dadurch gestört und das triggert mich auf das ungemeinste. <br>Der Aufenthalt unter Vermummten macht mich extrem aggressiv und ängstlich. <br>Daher brauche ich im Moment meine wöchentliche Einkaufsbegleitung, um mich abzulenken und „runter zubringen“. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb finde ich auch, dass die Benutzung von Masken mich als individuelle Persönlichkeit schädigt und bezweifele, dass ich so eine spezielle Schneeflocke bin und ich damit alleine dastehe. <br>Und bevor sich jemand aufregt, sage ich noch schnell, dass mein Angstgefühl mich so sehr in meiner Lebensqualität beeinflusst, dass ich dadurch tatsächlich die potentielle Gefährdung anderer Personen als zweitrangig sehe. <br>Das mag egoistisch sein, aber wenn jemand das ernst meinen würde, könnte er einen Beitrag leisten und für mich einkaufen fahren, gerne auch mit Maske. <br>Handeln statt meckern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit endet es aber noch nicht…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe eine Persönlichkeitsstörung. <br>Einen großen Teil meines Lebens habe ich hinter Masken gelebt. Keine physischen Masken, sondern verschiedene Rollen, die ich sehr akribisch eingenommen habe. <br>Das führte bei mir zu einer inneren Zwangsproblematik, durch die ich mich in meinem Verhalten immer perfekt meiner Umwelt anpassen wollte. <br>Ich habe meine eigene Persönlichkeit erfolgreich unterdrückt und eine Unzahl an alternativen Persönlichkeiten aufgebaut, in deren Rolle ich schlüpfen konnte. <br>Das Problem war, dass meine Persönlichkeitsentwicklung darunter enorm gelitten hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"> In den letzten Jahren habe ich damit begonnen, meine<strong> </strong>Masken<strong> </strong>systematisch abzubauen und Nähe und Persönlichkeit zu zeigen. <br>Viel positives Feedback und schöne Momente haben mir gezeigt, dass mir dieser Weg gut bekommt und ich Fortschritte mache. <br>Aber wenn ich die Masken aufsetze, klickt etwas in mir um. Ich spüre regressives Verhalten in mir und bemerke, wie alte Muster in mir aufsteigen. <br>Ich möchte mir die Maske abreißen und darauf herumtrampeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Probleme gemeinsam bedeuten für mich die ernsthafte Gefahr, in meiner Erkrankung Rückschritte zu machen. <br>Wenn die Situation länger anhält, bleibt mir nur die soziale Isolation (wie ich es früher schon einmal hatte) oder die Reaktivierung meiner soziopatischen Anteile, um meine eigene Seele zu schützen. <br>In jedem Fall macht die Maske etwas schlechtes aus mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt, dass ich ein extrem adipöser Diabetiker mit Bluthochdruck bin. <br>Mir fällt Bewegung schwer und zur Zeit komme ich nicht zu meinem einzig akzeptablem Sport und kann somit auch nichts dagegen machen. Konsequenz &#8211; ich bin kurzatmig. Unter der Maske bekomme ich extrem schlecht Luft und meine Körperhitze staut an. <br>Nach dem Besuch eines einzigen Discounters bin ich absolut durchgeschwitzt und hechele wie ein Husky in der Sahara.<br>Ich fürchte Atemnot und Kreislaufprobleme. <br>Und ich glaube, ich bin nicht der einzige Mensch mit diesen Problemen. In mir springt mein persönlicher Hasskasper an und schreit: „ Ja, die Fetten dürfen am Kreislaufkollaps krepieren, damit die alten Menschen länger leben können. Das ist mal Rücksichtnahme!!!“ <br>Ich fürchte, über diese Punkte denken viele Menschen nicht nach und verurteilen lieber pauschal alle Maskengegner als Egoisten und Asoziale. <br>Und sie haben recht, ich bin Egoist. Und Warum? <br>Weil die wenigsten über meine Probleme nachdenken und sich auch irgendwer um mich kümmern darf. <br>Und ich bin auch asozial. Und Warum? <br>Weil ich dazu gezwungen werde, mich aus der Gesellschaft zu distanzieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wäre schön, wenn manche Menschen einfach mal überlegen würden, warum andere Menschen so sind, wie sie sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich werde demnächst mit meinem Hausarzt diese Probleme besprechen und hoffe auf eine Ausnahmegenehmigung von der Maskenpflicht. <br>Für meine Gesundheit. <br>Aber wenn ich so an die pseudomittelalterlichen Rotten denke, die skandierender Weise mit Mistgabel und Fackel durch die digitalen Landschaften pöbeln um sämtlichen nicht-maskentragenden Ketzern ihr finsteres Zauberwerk austreiben wollen, suche ich lieber schon mal Online nach feuerfester Unterwäsche. Wir sehen uns dann am Scheiterhaufen…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer, durch Masken unangenehm berührter, Mausebär (td)</p>
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		<title>Im falschem Film &#8211; Wie eine Komödie zur Tragödie wird</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Apr 2020 12:48:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Depressionen]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstreflektion]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach einem eigentlich humorigen Film fährt der Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt) einen ganz komischen Film und schreibt schnell darüber, um die Gedanken bloß loszuwerden (Pfui, Bäh)]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Nach einem eigentlich humorigen Film fährt der Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt) einen ganz komischen Film und schreibt schnell darüber, um die Gedanken bloß loszuwerden (Pfui, Bäh)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe eben einen Film gesehen. <br>Ja, einen Film, dessen DVD mein eigenes Ostergeschenk war &#8211; jetzt habe ich ihn endlich in den Player gesteckt. <br>Welcher ist ziemlich egal, weil für den Kontext nur wichtig ist, dass er sich über die Reboot-Welle der letzten Jahre lustig macht. <br>Dutzende von Filmen aus meiner Kindheit und Jugend, werden seit einiger Zeit neu gedreht und aufpoliert wieder in die Kinos gejagt. Gerade vor Klassikern wird da kein Halt gemacht. Sehr zu meinem Leidwesen, obwohl die sogenannten &#8222;Klassiker&#8220;, bei erneuter Betrachtung, auch nicht mehr so toll sind, wie ich sie damals empfand. <br>Manch ein Reboot ist großartig und setzt meine geliebten Geschichten auf originelle Weise neu um. <br>Andere Reboots sind eher zum abgewöhnen, werden doch lieb gewonnene Erinnerungen abgeschlachtet und als Dreck neu verwurstet. <br>Dass niemand das Rad neu erfinden kann und die gleichen Geschichten im neuen Gewand erzählt werden, ist auch gar nicht mein Problem. Auch die, sagen wir, mal Qualität nicht, das ist und bleibt Geschmackssache und eine Diskussion über Geschmacksfragen ist wie einem wilden Bullen an die Testikel zu fassen – einfach nicht zielführend (und am Ende weint einer). <br>Deshalb will ich mich auch gar nicht solange bei dem Film aufhalten, sondern bei einem unangenehmen Gefühl. <br>Es wurde immer wieder darauf herumgeritten, dass die Quelle des Filmes bei einer Reihe von Filmen aus den 90er Jahren stammt. <br>Das war quasi meine Zeit. <br>Der größte Teil meines Geschmackes (wenn man das so nennen will/darf bei, einem bekennenden &#8222;Bad-Taste-Junkie&#8220;), entwickelte sich im Übergang von den 80er in die 90er Jahre. Damals war ich auf der Suche und fand literarische, musikalische und cineastische Vorbilder. Wobei &#8222;Vorbild&#8220; dabei ein recht großes Wort ist, wenn ich an manche meiner jugendlichen Geschmacksverirrungen zurückdenke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Jahre flossen an mir vorbei und heute musste ich erschreckt feststellen, dass wir das Jahr 2020 haben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In meiner Jugend gab es noch Science-Fiction-Geschichten, die in den 2020er Jahren spielten und, viel wichtiger auch eines meiner Lieblings-Rollenspiele aus den 80er Jahren. <br>Ganz still und heimlich sind einfach mehr als 20 Jahre an mir vorbei geflossen und ein Teil von mir klammert sich immer noch daran, der wilde Teenager aus den 90er Jahren zu sein (nur in fett, unattraktiv und unsportlich, wie  Bilder von mir beweisen). <br>Dann sehe ich einen Film mit den selben Köpfen von damals und erschrecke &#8211; gerade bei den schlechten Schönheitsoperationen von Sylvester Stallone und ähnlichen&#8230; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dinge haben sich weiterentwickelt. <br>Junge coole Schauspieler von früher spielen jetzt als alte Säcke an der Seite ihrer ausgewachsenen Töchter. <br>Ein wenig hat mich das erschreckt, weil ich unweigerlich Bilanz zog. Ich suchte &#8211; und suche auch gerade &#8211; in meinen Erinnerungen nach den Highlights der letzten 20 Jahre. <br>Welche Spuren habe ich seit Anbeginn dieses Jahrtausends in der Welt hinterlassen? <br>Im Jahre 1999 vollendete ich mein 23. Lebensjahr. Alt genug, um als erwachsen zu gelten, Zeit genug sich zu orientieren. <br>Was hatte ich vorzuweisen? <br>Quasi nichts. <br>Eine junge Ehe, eine mildere Drogenkarriere, eine eher schlechte Hochschulreife und ein absolut ver-exkrementetes Sozialexperiment namens Bundeswehr. <br>Meine ersten Erfahrungen im Scheitern waren absolviert &#8211; wenigstens darin begann ich eine steile Profikarriere. <br>Aus diversen Gründen war ich Ende der 90er mit meiner Frau Untermieter ihres Ex-Freundes, der aufgrund seiner neuen Beziehung (mit eigener Wohnung) seine Wohnung lediglich als Lager benutzte. <br>Meine Frau hatte einen Job bei besagtem Ex-Freund, der gerade mit Freunden ein eigenes Unternehmen gegründet hatte. <br>Ich war, soweit ich mich erinnere, noch an der Universität in Essen eingeschrieben und verbrachte meine Tage mit Rauschmitteln und Fantasiegebilden in meinem eigenem Kokon. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Millennium kam. <br>Der Millenniumsvirus hätte alle meine inneren Uhren auf Null drehen sollen. Der Silvesterabend 1999 war erstaunlich nüchtern (im Gegensatz zu mir) und das Jahr begann exakt da, wo das Alte aufhörte. <br>Es folgten 20 Jahre meines Lebens, also ca. 7.300 Tage (ohne die ca. 4-5 Tage für die Schaltjahre). <br>7.300 Chancen, zu mindestens meine kleine Welt zu verändern. <br>Was habe ich mit der Zeit getan? <br>Früher gab es mal den Spruch, dass ein Mann drei Dinge in seinem Leben erledigen sollte: </p>



<ul class="wp-block-list"><li>Ein Haus bauen </li><li>Ein Kind zeugen </li><li>Ein Buch schreiben (oder auch einen Baum pflanzen) </li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Davon habe ich schon einmal nichts erledigt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Glück für die Menschheit, habe ich meinen Samen nicht auf fruchtbare Äcker ergossen. <br>Folgerichtig musste auch kein Kind unter mir als Vater leiden. Das meine ich nicht zynisch, denn ich denke ich wäre kein guter Vater. <br>Mir fehlen essentielle Fähigkeiten, wie zum Beispiel ausreichend Empathie und Mitgefühl. Ich wäre auch zu ungeduldig und selbst bezogen. <br>Ich weiß nicht, wie ich mir einen Vater wünschen würde, da ich selber keinen hatte. <br>Aber ich bin mir sicher, mich hätte ich nicht gern als Vater gehabt. <br>Da ich keine Geschwister habe, geht mein Ast des Familienstammbaumes mit mir unter, unwiederbringlich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich werde niemals ein Erbe hinterlassen, sondern die kapitalistischen Wölfe dürfen meinen Leichnam fleddernder Weise zerfleischen. Es gibt ja auch nicht viel Materielles zu vererben. <br>Mein Großvater hat das Haus erbaut, in dem ich wohne, meine Mutter hat den Umbau und Ausbau gestemmt und mein Stiefvater hat Zeit und Arbeit hineingesteckt. <br>Nach dem Tod meiner Mutter werde ich das Haus erben und wie ich mich kenne, wird es verfallen und langsam mit mir wegsterben, wenn ich den Besitz überhaupt solange halten kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bringt mich zum Punkt Hausbau. <br>Das wird wohl nichts. <br>Ich habe es innerhalb von mittlerweile mehr als zwei Jahren, in denen ich plane, nicht geschafft, den Anbau eines Aufzuges zu organisieren, um meine Frau aus der Wohnung bringen zu können. <br>Ich behaupte, dass ich meine Frau liebe und bringe nicht einmal zustande, mehr als eine Idee zu dem Projekt beizutragen. <br>Das macht mich nicht gerade zum guten Ehemann, noch nicht mal zu einem passablen Exemplar. <br>Dass ich selber nach fast zwei Jahren gerade erst begonnen habe mich häuslich einzurichten und etwas an der Ästhetik meiner Wohnsituation zu verbessern, ist einfach mein Problem. Ich darf mir selbst soviel Wert und Aufmerksamkeit zubilligen, wie ich will. <br>Aber meine Frau in einem Zustand von ständigen Improvisationen und “es wäre schön, wenn&#8230;“ zu halten, ist unfair und beschämt mich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bringt mich auch zu der Zwischenfrage, ob ich ein guter Ehemann war, oder bin? <br>Die klare Antwort kann nur ein „Nein“ sein. <br>Ich bin ein egoistischer Drecksack, der weder zum Haushalt, noch zum Haushaltsgeld, irgendwas Größeres oder Regelmäßiges beigetragen hat. <br>Selbst als meine Frau arbeitete, war ich der schlechteste Hausmann, den man sich vorstellen kann. <br>Meine Frau war eine Göttin. Selbst zu Zeiten, als sie selber in der Psychiatrischen Klinik war, versuchte sie mich stets zu motivieren und zu unterstützen. Sie hat mich immer verteidigt, unterstützt und versorgt. <br>Wir hatten keine Symbiose, denn rückwirkend fühle ich mich wie ein Parasit. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt schaffe ich es nicht mal, einen &#8222;verkoitusten&#8220; Aufzug zu organisieren, damit man sie im Rollstuhl mal in den Garten fahren kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Da wären wir auch gleich beim Baum. <br>Ich bin kein Pflanzenfreund. <br>Bei einem Schulprojekt haben wir mal Bäume gesetzt, um ein Areal aufzuforsten, aber ich glaube, das zählt nicht. <br>Ich bin eines von jenen Geschöpfen, die weder säen noch ernten und trotzdem von einer höheren Macht ernährt werden, um mal ein sehr beliebtes Buch recht frei zu zitieren. <br>Gartenarbeit ist nicht meine Welt. <br>Der Garten, der zum Haus gehört, wird nach dem Tod meiner Mutter zum Mausebär-Gedenk-Biotop verkommen. <br>Die Nachbarn werden mich hassen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das alternative Buch ist auch eine ferne Utopie. <br>Natürlich kann ich schreiben, jedenfalls ein wenig. <br>Aber ich schaffe keine andauernden Projekte und bin zu ungeduldig mit mir selbst. <br>Außerdem würde mir der Masochist fehlen, der einen tatsächlich längeren und möglicherweise fiktionalen Text von mir lektorieren soll. Eine Aufgabe, die augenscheinlich gegen die Menschenwürde verstoßen würde. <br>Und selbst wenn, wer würde einen Roman aus dem Hause Mausebär lesen wollen? <br>Jeder, der mich kennt, würde gleich einen mehrere hundert Seiten starken „Penis-Witz“ befürchten. <br>Und wahrscheinlich sogar zu recht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich werde wohl nie ein richtiger Mann werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber zurück zu meiner Bilanz. <br>Nachdem ich die „großen Drei“ in den letzten 20 Jahren offensichtlich nicht erreicht habe, was habe ich an Erfolgen vorzuweisen? <br>Glück bei den Frauen? &#8211; Ich bin seit über 20 Jahren verheiratet, da war nur selten Zeit, mich als Weiberheld zu versuchen.<br>Erfolg im Beruf? &#8211; Ich habe zwei abgeschlossene Berufsausbildungen mit jeweils minimaler Berufserfahrung.<br>Karriere? &#8211;  Die Zahlen auf meiner Rentenprognose sind im zweistelligem Bereich und noch nicht mal im hohen. Grundsicherung bis Grabstein ist die Devise. <br>Irgendwelche großen Taten? &#8211; Nicht, dass ich wüsste, ich habe keine Menschenleben gerettet, keine großen Projekte angestoßen und keine Veränderung in der Welt erzeugt. <br>Tiefe Freundschaften? &#8211; Ich habe kaum Beziehungen zu Leuten, die ich länger als 5-6 Jahre kenne. Alle Beziehungen von früher sind vom Winde verweht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist wie es ist, wenn ich morgen sterben sollte, hätte ich keine Spuren in der Welt hinterlassen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade bringt mich das auf schlechte Gedanken. <br>Manchmal finde ich es schade, dass ich so einfach vergehen werde und in nicht mal 20 Jahren nach meinem Tod kein Beweisstück meiner Existenz mehr da sein wird. <br>Andererseits werde ich das auch nicht erleben &#8211; also nur halb so schlimm. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Jugendlicher wollte ich berühmt werden, als junger Mann wollte ich zumindest berüchtigt werden, als „erwachsener“ Mann wollte ich wenigstens in einem Gebiet erfolgreich sein und ich bin noch nicht alt genug, um zu wissen, was ich als „alter Sack“ sein will. <br>Zurzeit bin ich im Umbruch zwischen Resignation und Neuorientierung, was immer das als Floskeln heißen mag. <br>Aber ich werde auch nicht aufgeben, weiter jeden Tag ein Stück voran schreiten und vielleicht finde ich irgendwann zurück auf den Weg, den ich vor über 20 Jahren verlassen habe, um mich im Dickicht diverser Ablenkungen zu verlaufen. <br>Hin und wieder werde ich hier von meinen Schritten berichten. <br>Vielleicht hilft es ja auch anderen Menschen, die sich verlaufen haben? <br>Wenn wir alle mal laut rufen, können wir uns vielleicht erreichen und sind dann im tiefem dunklen Wald unserer Probleme nicht mehr allein. <br>Laut einer alten Pfadfinderregel, sollten sich beim durchqueren einer Wüste, ohne Navigationsmittel, möglichst ein Linkshänder und ein Rechtshänder händchenhaltenderweise zusammenfinden. <br>Rechtshänder zieht es beim Gehen nach rechts und Linkshänder nach links, darum gehen Leute in der Wüste meist im Kreis, ohne es zu bemerken. Zusammen können sich Beide ausgleichen und einen Weg geradeaus finden. <br>Und so können wir vielleicht auch gemeinsam einen Pfad zurück auf den geraden Lebensweg finden, wenn wir zusammenarbeiten. <br>Oder zumindest in der Gemeinschaft mehr Spaß und weniger Angst beim Suchen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wahrscheinlich bleibe ich nur aus einem Grund stets der erfolglose Mausebär, weil ich meine Erfolge nicht erkennen kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem gibt es da draußen den einen oder anderen, der mich nicht wie einen Loser behandelt und allen diesen Menschen sage ich jetzt und hiermit mal ausdrücklich Danke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danke!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer selbstkritischer, aber unreflektierter Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)</p>
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