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	<title>Maske &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<description>Selbsthilfe, Genesungsbegleitung und Betroffenenbeteiligung</description>
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	<title>Maske &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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		<title>Die Masken fallen (mir auf)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2020 12:06:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Maske]]></category>
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					<description><![CDATA[Und noch ein schonungslos demaskierender Bericht, vom selbst ernanntem Hüter der wahren, wahrhaftigen Wahrheit, dem einzig- (aber nicht) artigen Mausebär (td), der schon wieder dem inneren Narzissten erlaubt die Einleitung zu schreiben.]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Und noch ein schonungslos demaskierender Bericht, vom selbst ernanntem Hüter der wahren, wahrhaftigen Wahrheit, dem einzig- (aber nicht) artigen Mausebär (td), der schon wieder dem inneren Narzissten erlaubt, die Einleitung zu schreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">[Anmerkung der Redaktion: Bitte heute nicht nur den Ironieverstärker einschalten, sondern auch den Zynismusmarkierer aktivieren und am Ende den persönlichen Hoffnungsbooster bereithalten.]</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mich ja schon öfter mit dem Thema Masken beschäftigt. <br>Aus eigener Erfahrung halte ich mich für eine Art Experte, was Masken angeht. Ich nutze Masken, ich werde von meinen eigenen Masken benutzt, ich versuche anderer Leute Masken zu durchschauen, kurzum &#8211; ich bin so etwas wie ein Maskenforscher. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gestern fiel mir wieder etwas Neues auf. <br>Die Zeit der Krise und somit die Bedingungen, unter denen wir gerade leben, verändert die Art der Masken, die in der Gesellschaft getragen werden. <br>Es ist jetzt keine revolutionäre Entdeckung, dass die Masken in unserem physischen Umfeld tatsächlich materieller Art sind. Wir haben zur Zeit eine Maskenverordnung von allerhöchster Instanz. So werden jetzt die normalen gesellschaftlichen Masken gegen ihr medizinisches Hygienependant ausgetauscht. Der Stoffschutz über Mund und Nase nimmt plötzlich eine besondere Stellung ein und der Verhüllung der Mund- und Nasenpartie wird mittlerweile genauso viel Beachtung beigemessen, wie der Bedeckung der primären Geschlechtsmerkmale.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Witzigerweise werden<strong> </strong>in diesen Tagen durch die selben Personen, die sich früher über die Verschleierung muslimischer Frauen aufgeregt haben und die sich dem &#8222;Untergang des christlichen Abendlandes&#8220;, nur mit dem rechtschaffenen Schwert des Anti-Vermummungsgesetzes, entgegen gestellt haben, jetzt mit aller Härte diejenigen &#8222;asozialen Subjekte&#8220; gejagt, die sich nicht zu bedecken wissen. <br>Man könnte darüber lachen, wenn es nicht so unfassbar an Idiotie grenzen würde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und während wir fleißig andere Masken aufbauen, auch durch unsere Nicknames im Internet, durch die Distanz, die Kameras haben und ähnlichem Firlefanz, merkt der stille Beobachter, wie in dieser trügerischen Sicherheit langsam die normalen Masken fallen. <br>Ja, in der Krise zeigen viele Menschen plötzlich ihr wahres Gesicht, sei es als fackeltragender Mitläufer bei den täglichen Hexenprozessen im digitalem Dorf der sozialen Medien, als besorgte Denunzianten und Maskenfaschisten oder auch als selbsternannte Systemkritiker, Halbwissenverbreiter und radikale Maskenverteufler. <br>Eine hässliche Fratze enthüllt sich hinter den viel zu durchschaubaren Stoffmasken. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Täglich bin ich immer wieder erstaunt, als wie ignorant und arrogant sich mir völlig fremde Wesen im digitalem Datenaustausch vorstellen. Auch bei manch einem anderen bekannteren Namen zucke ich hin und wieder innerlich zusammen und frage mich, warum diese Person solchen verbalen Brechdurchfall mitten ins Gesicht des Fratzenbuchs (Facebook) fäkalisiert. <br>Die soziale Isolation muss scheinbar dem rationalen Verstand mächtig zusetzen. <br>Oder die Maske der Rationalität wird einfach entfernt und durch den Vorteil der Anonymität ersetzt. <br>Leider bekommt man ja im Internet nicht so einfach mal, wie Klaus Kinski sagen würde, „ein paar in die blöde Fresse“. <br>Das macht quasi mutig. <br>Konsequenzlosigkeit befeuert unser inneres Arschloch ganz hervorragend. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das „Besser-Mensch-Gen“ wird in Krisenzeiten stark dominant. <br>Jeder fühlt sich berufen, den kleinsten Scheiß nicht nur zu kommentieren, zu bewerten und zu verurteilen, sondern erfüllt auch seine Blockwartpflicht ganz vorzüglich. <br>Die Härte der Lage verlangt die Aufmerksamkeit von allen und nur durch konsequente Bespitzelung und Benennung gegenüber Behörden ist das grausige Virus erfolgreich zu vernichten.<br>Zum Glück für uns alle hat die deutsche Geschichte ja schon oft gezeigt, dass wir Deutschen für diese Art des Systemschutzes absolut prädestiniert sind. <br>Es ist natürlich klar, dass dieses Verhalten nur solange korrekt ist, solange es uns nicht persönlich betrifft. <br>Und so starre ich entsetzt auf die Gesellschaft und wundere mich über die massive Präsenz mentaler Kleingärtner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber – ja, es gibt immer auch ein aber – dann scheint plötzlich ein Licht in mein verdunkeltes Gemüt und ich bekomme die Kehrseite der Medaille gezeigt. <br>Es gibt Menschen, die in dieser Situation nicht nur an ihre eigene Bequemlichkeit denken, sondern sich die Aufgabe gestellt haben, der Krise mit positiver Energie gegenüber zu stehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">All diese Personen, die fleißig Mundbedeckungen herstellen, um die Leute in ihrem Umfeld damit zu versorgen. <br>All die Leute, die die Maskentragepflicht, ganz unabhängig von Sinn oder Unsinn mit originellen, witzigen oder hübschen Masken versüßen. <br>Die Unmengen an Leuten, die für andere Menschen Besorgungen machen, die ganzen Menschen, die bereitwillig ihr Klopapier teilen (oder auch andere Vorräte) und vor allem die Leute, die für andere Menschen da sind. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich liebe es, dass es Menschen gibt, die mir jeden Tag ein kleines Lächeln auf das Gesicht zaubern, sei es mit einem kleinem Gruß über diverse Medienkanäle oder mit den Kommentaren zu meinen Texten. <br>Menschen, die mich erstaunen, weil sie mich durch gerade schwere Zeiten stützen und mir ihre Hilfe anbieten. <br>Es gibt Menschen, die mir signalisieren, dass sie Zeit für meine Sorgen und &#8211; viel wichtiger &#8211; für mich haben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">So fallen auch anderer Leute Masken und ich sehe in wunderschöne Gesichter, die mir zulächeln und mir ehrlich vermitteln, dass ich Freunde habe. <br>Man sagt, erst in Krisenzeiten merkt man, wer die wahren Freunde sind. <br>Ich bin davon überwältigt, wie viele Menschen in meiner Umgebung in diese Kategorie passen. Die Krise hat für mich eine heilende Wirkung, denn ich sehe jetzt viele Dinge deutlicher. <br>Dafür bin ich dankbar. <br>Dankbar, dass ich gute Freunde habe, aber auch dankbar, dass ich jeden Tag sehen darf, dass es Menschen gibt, die ganz unverkrampft und unspektakulär einfach etwas machen, was einem anderen Menschen den Tag versüßt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das sind die echten Menschen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und während all die krächzenden Untergangspropheten, all die Ankläger und Nazi-Vergleichszieher, all die Übertreiber und Möchtegerndemagogen, langsam im Hintergrund verschwinden, fülle ich meine Welt mit den Gesichtern dieser Menschen und in meinem Inneren entsteht eine Vorstellung, was das Paradies sein könnte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Also Leute, fangt was mit Eurer Zeit an &#8211; füllt kräftig weiter Euer Karma-Konto und bleibt weiterhin Mensch. <br>Ich drücke Euch alle mit einer bärigen Umarmung und wem die verbale Umarmung nicht ausreicht, bekommt hiermit von mir einen Gutschein &#8211; nach der Krise einlösbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer demaskierter Mausebär (td)</p>
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		<title>Speaker&#8217;s Corner: So viele Masken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sonja Utzenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2020 11:37:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Interaktion im Ausnahmezustand]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Maske]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales Engagement]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker´s Corner]]></category>
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					<description><![CDATA[Sonja Utzenrath sinniert über ein soziales Engagement der überaus sympathischen Art]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Sonja Utzenrath sinniert über ein soziales Engagement der überaus sympathischen Art.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine liebe Freundin Iris hat, als persönliche Bewältigungsstrategie inmitten des Corona-Wahnsinns, sehr frühzeitig damit begonnen, die Vorräte aus<span style="font-size: inherit;"> der gut gefüllten Stoff-Schatulle des Quilt-Hobbies </span>in ansehnliche &#8222;Alltags-Masken&#8220; (Mund-Nasen-Schutz) zu verwandeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während in Deutschland noch diskutiert wurde, ob und in wie fern eine solche Maske hilfreich oder gar sinnvoll sei, etliche Promis sich der Aktion &#8222;#MaskeAuf&#8220; anschlossen und das Robert-Koch-Institut (RKI) sich skeptisch äußerte, saß sie an der Nähmaschine und nähte. Jede Maske wurde liebevoll verpackt und mit einem erklärenden &#8222;Beipackzettel&#8220; versehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem Freunde und Familie versorgt waren, stellte sich die Frage der Verteilung. Sie traf mit dem örtlichen Kioskbesitzer eine Absprache. Ein Karton mit Masken wurde aufgestellt, ein Sparschwein dazu und jeder durfte sich eine Maske nehmen. Eine Spende für neues Material wurde erbeten, aber nicht erwartet. Die ersten fünfzig Masken verdampften geradezu, so schnell war der Karton leer. Neues Material wurde gekauft, noch bevor die Geschäfte schließen mussten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Masken fanden reißenden Absatz, nicht wenige gaben reichlich. Nachbarn und Bekannte aus dem Viertel sprachen sie an und bedankten sich. Eine der Bewohnerinnen des Viertels stellte eines Tages einen großen Ballen Stoff vor ihre Türe als Spende, weil ihr die Aktion so gut gefiel. So viel Stoff war allerdings erdrückend, weshalb sie den Stoffballen mit einer weiteren Nähstube teilte, die auch ehrenamtlich Masken herstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt, wo die Masken verpflichtend getragen werden sollen, werden sie an vielen Stellen zum Kauf angeboten. Meine Freundin möchte sie aber weiterhin nicht verkaufen. Das ist ihr ein wichtiges Anliegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlerweile hat sie allein 250 Masken genäht. Sie hat viele Stunden an der Maschine gesessen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt mag sie nicht mehr. Sie ist müde geworden und ich kann sie gut verstehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die letzten Masken werden durch vertrauenswürdige Menschen in unserer Umgebung an Menschen verteilt, die nicht viel Einkommen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bewundere Iris für ihr Engagement, denn ich selbst habe es gerade einmal geschafft, Masken für meinen Mann und mich zu nähen. Für weitere Nähaktionen reichte meine Kraft in den letzten Wochen nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An dieser Stelle möchte ich mein virtuelles Glas erheben und Iris, wie auch den vielen anderen fleißigen Masken-Näherinnen in Deutschland und der Welt, für ihren Einsatz danken. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Umarmen darf ich sie leider zur Zeit nicht, obwohl wir das beide gern dringend tun würden und es sehr vermissen. Ich sehne die Zeit herbei, in der das wieder möglich sein wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit sinnenden Grüßen,</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sonja Utzenrath</p>
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		<title>Über weibliche Diplomatie radikaler Tendenzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kunze]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 May 2020 12:50:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aspergers Nähkästchen]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[inneres Team]]></category>
		<category><![CDATA[Maske]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialexperiment]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein vergnügliches Sozialexperiment im inneren Team des Schmusehamsters (ak)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ein vergnügliches Sozialexperiment im inneren Team des Schmusehamsters (ak)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute Nachmittag war ich zum ersten mal seit der behördlichen Verordnung der &#8222;Maskenpflicht&#8220; in meinem benachbarten Discount-Supermarkt.<br>Zunächst war ich recht stolz auf mein inneres Team. In einer ebenso lustigen wie unbeholfenen Bastelstunde habe ich aus nicht mehr tragfähigen Kleidungsstücken Stoffstücke ausgeschnitten. Diese habe ich nun versucht, zu einem Mund-Nase-Schutz umzuwidmen. Dabei schwebte mir zunächst vor, das zurechtgeschnipselte Stoffstück an den Bügeln meiner Brille zu befestigen. Dann entschied ich mich allerdings doch zu einer Version mittels Halstuch. Passt auch besser zum Cowboyhut, dachte ich mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Parkplatz des Supermarktes angekommen, kam es zu einer unerwarteten Allianz in meinem inneren Team.<br>Mein innerer linker Gegendemonstrant, Modell &#8222;Schwarzer Block&#8220;, eroberte zusammen mit meinem inneren Wutbürger, Typ &#8222;Südstaaten-Redneck&#8220;, den Platz am Steuerpult meiner Psyche.<br>Es ist selten &#8211; ja geradezu nie &#8211; der Fall, dass diese beiden sich sonst diametral gegenüber stehenden Kontrahenten meines inneren Teams gemeinsame Sache machen.<br>Ich beschloss, das Ganze mal zu beobachten und falls notwendig, energisch einzuschreiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einkaufen stellt für mich dieser Tage ein Unternehmen dar, welches einer Expedition in potentiell feindliches, mindestens aber unwirtliches Gebiet gleicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Phase 1: <br>Eroberung eines der abgezählt ausgegebenen Einkaufswagen nach Wartezeit in der ersten Schlange. <br>Maske noch in der Tasche, wenn auch als Einziger, denn die übrigen Menschen sind schon vermummt. Wenn überhaupt, dann erst im letzten Moment, bin noch an der frischen Luft und die Wartenden halten brav voneinander Abstand, denke ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Phase 2: <br>Mit eigenem Einkaufswagen die Filiale betreten und vorher die dort rund um die Tür angebrachten Sonderhinweise gegen Corona studieren.<br>Dann passiert es: einer Laune folgend, hindern mich Wutbürger und linker Gegendemonstrant daran, meine Maske aus der Tasche zu ziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Steht vorne nirgends dran, das ich das muss!&#8220; grölt der Wutbürger.<br>&#8222;Machen wir doch mal ein Experiment zu sozialem Ungehorsam.&#8220; zischt der linke Gegendemonstrant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Phase 3: <br>Der Laden wird betreten, die ersten Einkäufe verstaut. Ich bin der einzige ohne Maske. <br>Es dauert keine fünf Minuten und es passiert: eine andere Kundin macht einen Verkäufer auf mich aufmerksam. Äußerlich ruhig, so tuend, als hätte ich nichts gehört, gehe ich, Unschuld heuchelnd, weiter meinem Einkauf nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In meinem inneren Team überschlagen sich die Ereignisse.<br>&#8222;Man hat uns verpfiffen!&#8220; knurrt der Wutbürger.<br>&#8222;Wir wurden denunziert!&#8220; echauffiert sich der linke Gegendemonstrant.<br>&#8222;Ja genau &#8211; demontiert hat man uns!&#8220; grölt mein innerer Wutbürger.<br>&#8222;Schnell, ketten wir uns an die Kühltruhe.&#8220; macht der linke Gegendemonstrant den nächsten Vorschlag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnitt</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von der petzenden Kundin alarmiert, spricht mich ein Verkäufer an. Ich drehe mich um.<br>Die Kamera zoomt so, dass wir beide komplett gut sichtbar sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Wenigkeit, 38, knapp 1,85 m und 90 Kilo schwer, Vollbart, lange Haare, Brille, Arbeitsklamotten und Cowboyhut auf dem Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Wenigkeit, vermutlich volljährig aber noch mit dem Aussehen eines Vor-Konfirmanden, knapp 1,75 m und um die 70 Kilo, rotes, kurzgeschorenes Haar krönt ein Gesicht mit Stupsnase und Sommersprossen, in welchem sich nicht die kleinste Spur eines frühreifen Barthaars verirrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Mein Herr, ich muss Sie bitten, Ihre Nase und den Mund zu bedecken, sonst muss ich Sie bitten, die Filiale zu verlassen.&#8220; entwindet sich ein dünnes Stimmchen aus dem viel zu dünnen Hals des Verkäufers.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;In Deutschland herrscht Vermummungsverbot!&#8220; brüllt mein innerer Wutbürger.<br>&#8222;Es ist gut zu wissen, dass man in Deutschland auch 75 Jahre nach Kriegsende noch zuverlässig denunziert wird!&#8220; schnappt mein innerer linker Gegendemonstrant.<br>Der Rest meines inneren Teams hat sich irgendwo versteckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt erscheint, wie ein Springteufel, in einem Konfettiregen, mein inneres Blumenmädchen zwischen Wutbürger und linkem Gegendemonstranten und flötet:<br>&#8222;Guckt mal, ich hab hier zwei Clownsnasen. Die setzt Ihr Euch jetzt auf und dann streitet Ihr weiter.&#8220;<br>Synchron fahren die Köpfe zu ihr herum: &#8222;WTF?&#8220;<br>&#8222;Ja&#8220;, flötet das Blumenmädchen weiter, &#8222;das ist ein Rat aus Eckhard von Hirschhausens &#8218;Liebesbuch&#8216;.<br>Und haucht, errötend: &#8222;Ist sowieso ein toller Mann.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnitt</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den kurzen Moment der allseitigen Iritation nutzt dann endlich mein innerer Mediator, Diplomat und Pressesprecher. Sachlich, aber bestimmt, erobert er die Kontrolle am Schaltpult meiner Psyche zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sage: &#8222;Entschuldigen Sie.&#8220;<br>Ich ziehe mein Halstuch aus der Tasche und bedecke Mund und Nase.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasse</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abspann</p>



<p class="wp-block-paragraph">Outtake:</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem Akt des Empowerments erscheint mir an diesem Abend erneut das Blumenmädchen meines inneren Teams. Gekleidet nur in einen Hauch von Kreativität. Die Muse küsst, der Mann bastelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine erste selbstgebastelte Maske für Mund und Nase</p>



<p class="wp-block-paragraph">So long, Euer Schmusehamster (ak)</p>
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