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	<title>Meinung &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<description>Selbsthilfe, Genesungsbegleitung und Betroffenenbeteiligung</description>
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	<title>Meinung &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<item>
		<title>Change.org Petition: &#8222;Offener Brief an Carsten Linnemann&#8220; &#8211; Reaktion auf &#8222;Register für psychisch Erkrankte&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sonja Utzenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Jan 2025 19:29:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nachrichten aus der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Petition]]></category>
		<category><![CDATA[umstrittenes Thema]]></category>
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					<description><![CDATA["Register für psychisch Erkrankte" oder "Register für psychisch Erkrankte Gewalttäter"?
Heute ging eine E-Mail von uns an einen recht großen Verteiler. Da uns das Thema wichtig ist, stellen wir den Text der E-Mail auch auf dieser Seite zur Verfügung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute ging folgende E-Mail von uns an einen recht großen Verteiler. Da uns das Thema wichtig ist, stellen wir den Text der E-Mail auch auf dieser Seite zur Verfügung:</p>



<p>Sehr geehrte Gleichgesinnte, Freunde, Kollegen, Klienten, Betroffene und Fachpersonen,</p>



<p>als Geschäftsführer einer Gesellschaft für „Selbsthilfe, Genesungsbegleitung und Betroffenenbeteiligung“ im Bereich der psychischen Erkrankungen/Besonderheiten haben wir von einer Change.org Petition: &#8222;Offener Brief an Carsten Linnemann&#8220; erfahren, die eine Reaktion auf die Forderung nach einem &#8222;Register für psychisch Erkrankte&#8220; darstellt.</p>



<p>Das Interview im Deutschlandfunk, dessen Inhalt kritisiert wird, ist hier zu finden: (ab 3:30) <a href="https://www.deutschlandfunk.de/debatte-um-ausweisungsrecht-interview-carsten-linnemann-cdu-generalsekretaer-dlf-7b43985c-100.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.deutschlandfunk.de/debatte-um-ausweisungsrecht-interview-carsten-linnemann-cdu-generalsekretaer-dlf-7b43985c-100.html</a></p>



<p>Herr Linnemann spricht von zuerst von &#8222;psychisch kranken Gewalttätern&#8220;, in seiner eigenen verstärkenden Wiederholung lässt er jedoch die Bezeichnung &#8222;Gewalttäter&#8220; weg, was der Aussage ein anderes Bild gibt und schwierige Assoziationen zulässt.<br></p>



<p>Formuliert wurde die Petition von Simon Kurzhals (Klinikum Essen Mitte, Oberarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik &amp; Suchtmedizin) und Prof. Dr. Helge Frieling (Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Professor für Molekulare Psychiatrie und Stellv. Klinikdirektor der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie)</p>



<p>Wir stehen hinter den formulierten Aussagen als Mahnung, die Fehler der Geschichte nicht zu wiederholen und bitten mit dieser E-Mail um Unterstützung der Petition in Form von Unterschriften, um diesem Protest das nötige Gewicht zu verleihen. Außerdem bitten wir um die Weiterverteilung der Informationen zu dieser Petition, vor allem in den im Verteiler (unten) erwähnten Vereinen und Organisationen. Falls sie diese E-Mail dadurch mehrfach erhalten, bitten wir dafür um Verzeihung.</p>



<p>Link zur Petition: <a href="https://chng.it/HQrNgLbfhC" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://chng.it/HQrNgLbfhC</a><br></p>



<p>Mit freundlichen Grüßen</p>



<p><strong>Thorsten Dürholt und Sonja Utzenrath</strong></p>



<p>Genesungsbegleitende<br><br>Erfahrungsexperten am Niederrhein<br>Selbsthilfe, Genesungsbegleitung und Betroffenenbeteiligung<br><br>Geschäftsführerende<br>EaN UG (haftungsbeschränkt)<br>Sankt-Peter-Allee 29<br>47906 Kempen<br></p>



<p><strong>Verteiler:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Verantwortliche der Vereine/Organisationen:
<ul class="wp-block-list">
<li>I.d.E.E. e.V.</li>



<li>EX-IN Deutschland e.V.</li>



<li>GPV Kreis Viersen</li>



<li>Lebensart Münster und EX-IN NRW e.V.</li>



<li>BIS Brüggen</li>



<li>Recovery College GT-OWL<br></li>
</ul>
</li>



<li>Uns nahestehende Personen u.a. aus den Bereichen EX-IN muVi, Selbsthilfegruppe Recovery und Klienten unseres Unternehmens</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Grenzen der Autonomie &#8211; Grenzen des Systems&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sonja Utzenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jul 2024 12:33:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Nachlese]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
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					<description><![CDATA[Was haben kalte Füße mit den Grenzen des Systems zu tun? Und woher kommt diese Rivalität zwischen Bielefeld und Viersen? Diese und noch weitere Erkenntnisse möchte ich hier kurz vorstellen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Was haben kalte Füße mit den Grenzen des Systems zu tun? Und woher kommt diese Rivalität zwischen Bielefeld und Viersen? Diese und noch weitere Erkenntnisse möchte ich hier kurz vorstellen.</strong></p>



<p>Ja, Bielefeld scheint es doch zu geben, zumindest gibt es einen Dr. Martin Reker, der dort als Psychiater und Psychotherapeut die Abteilung Abhängigkeitserkrankungen der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie leitet, und teils ernst, teils humorvoll, den Startschuss in die Referentenvorträge beim 11. Fachtag des GPV Kreis Viersen gab.</p>



<p>Sein Thema: <strong>„Hard to reach“: Im Dialog mit Menschen, deren Verhalten uns an unsere Grenzen zu bringen droht</strong>. Anschaulich berichtete er über Erfahrungen mit Menschen, die sich nicht so einfach helfen lassen wollen, und die zum Teil von einer „Verwahrstelle“ zur nächsten geschoben werden, bis sie den für sie geeigneten Platz gefunden haben. Spaßhaft drohte er auch mit einer Verlegung dieser Patienten nach Viersen, war sich aber nicht sicher, ob hierfür das „Deutschland-Ticket“ ausreicht. <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<p>Weiter ging es mit Dr. Heike Guckelsberger, die sich als Fachbereichsärztin Forensische Psychiatrie der LVR-Klinik Viersen mit denjenigen beschäftigt, die die Grenzen des Systems schon überschritten haben. Unter dem Titel <strong>&#8222;Forensik/Nachsorge &#8211; Schwierigkeiten der Re-Integration&#8220;</strong> lag der Fokus ihres Beitrags auf den rechtlichen Rahmenbedingungen ihrer Arbeit.</p>



<p>Moderiert wurde die Veranstaltung von Ralph Erdenberger, unter anderem bekannt als Radiomoderator bei WDR 5, der vor der Mittagspause zwei Betroffene zum Thema <strong>„Grenzen der Selbstbestimmung und der Autonomie in der Realität“</strong> interviewte. Er hatte vom letzten Fachtag gelernt und war mit warmer Kleidung ausgestattet, worum ihn die Sandalen- und Kurzarmträger unter uns beneideten…denn die Temperaturen in der alten Kirche Lobberich waren im Vergleich zum sonnigen Wetter draußen doch recht frisch. Ansonsten war die Location sehr beeindruckend, und die Verpflegung in den Pausen super!</p>



<p>Aber zurück zum Thema: Bettina Jahnke, Journalistin und EX-IN Trainerin, und Hans Gerd Dohr, Peer Begleiter, stellten sich den Fragen des Moderators und erklärten jeweils aus ihrer Erfahrung, was ihnen am besten tut, wenn sie an ihre Grenzen geraten: Wie sieht der Notfallplan aus, wer ist informiert, bei wem oder wo finde ich Schutz und adäquate Hilfe. Spannend und aus dem Leben gegriffen, und beeindruckend wie den beiden der tägliche Spagat zwischen Hilfe für andere und Hilfe für sich selbst gelingt.</p>



<p>Auf den Weg diesen Spagat zu meistern habe ich mich auch begeben. Als langjährige Erfahrungsexpertin in der Psychiatrie habe ich mich auch für eine Weiterbildung zur EX-IN Genesungsbegleiterin entschieden und absolviere derzeit verschiedene Praktika in diesem Bereich. Sonja und Thorsten habe ich durch einen Vortrag kennengelernt und sie „überredet“, mich an ihrem Fachwissen und ihrer selbständigen Arbeitsweise teilhaben zu lassen. Und so bin ich seit einem Monat stolze Praktikantin der „Erfahrungsexperten am Niederrhein“.</p>



<p>Nach der Mittagspause gab uns Dr. Ingo Spitczok von Brisinski einen Einblick in die <strong>&#8222;Autonomie und Selbstbestimmung in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen&#8220;</strong>, wie er sie als Fachbereichsarzt in der LVR-Klinik Viersen erlebt. Besonders bewegt hat mich seine Erfahrung, dass Eltern manchmal auch gegen das Wohl des Kindes agieren, und welche rechtlichen Möglichkeiten ihm dann zustehen, den Willen des Kindes nach ärztlicher Hilfe umsetzen zu können. Was muss das mit einem Arzt machen, der ja auch nur ein Mensch ist, wahrscheinlich selber Kinder hat, wenn er so zwischen den Fronten steht&#8230; </p>



<p>Beim letzten Referenten lief es einem kalt den Rücken runter und das nicht nur wegen der Temperatur in der Kirche. <br>Dr. Michael Wunder, Psychologe und Psychotherapeut im Ruhestand, ehemaliges Mitglied in der Enquete-Kommission Ethik und Recht der modernen Medizin des Deutschen Bundestages und des Deutschen Ethikrats, referierte über <strong>„Suizidalität und der freie Wille“</strong>. Er beleuchtete besonders die aktuelle gesellschaftliche Lage zum Thema assistierter Suizid. </p>



<p>Puhhh… ein schwieriges Thema. Behutsam rübergebracht aber doch sehr eindrücklich in der Botschaft, dass noch ganz viele Fragen offen sind. <br>Soll man bei nicht ausreichender Dosis als passiver Helfer nachhelfen oder retten, ist nur eine der vielen Fragen, mit denen wir uns als Gesellschaft beschäftigen müssen. Und wie schafft man den Spagat zwischen notwendigen bürokratischen Hürden, um die Absicht des Suizidwilligen genau zu prüfen, und einer Überlastung durch bürokratische Hürden, die zu Taten führen könnten, bei denen andere Menschen ungewollt in Mitleidenschaft gezogen werden. </p>



<p>Viel „food for thought“ und die Erkenntnis, dass es sich gelohnt hat, den weiten Weg ins niederrheinische Nettetal auf sich zu nehmen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Pride Month?</title>
		<link>https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/pride-month/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jun 2023 11:41:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nachrichten aus der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Position]]></category>
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					<description><![CDATA[Gedanken zum "Pride Month" und unsere Haltung]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Seit einigen Tagen beschäftige ich mich mit dem sogenannten „Pride Month“, eine Erscheinung die aus den Vereinigten Staaten zu uns herüber gekommen ist. Dieser wird gerade aktuell im Juni gefeiert und erinnert an den „Christopher Street Day“ und seine Herkunft, die ebenfalls im Juni verordnet sind.</p>



<p>Ursprünglich eine Aktion der homosexuellen Community, wurde in den letzten Jahren daraus eine Veranstaltung der sogenannten<em> </em>LGBTQ*-Szene<em>.</em> Diese Abkürzung kommt aus dem Englischen und steht für lesbische, schwule, bisexuelle, transgender und queere Menschen und, dank dem angesetzten Sternchen, auch für sämtliche andere sexuellen Orientierungen.<br>Wobei strenggenommen Transsexualität ja keine sexuelle Orientierung ist, sondern eine geschlechtliche Identitätsfrage. Aber mittlerweile werden auch geschlechtliche Identitäten, welcher Form auch immer, politisch unter dem Begriff LGBTQ* vertreten.</p>



<p>Neben den klassischen Partys und Paraden zum „CSD“ (Christopher Street Day), sind auch politische Auftritte und Protestaktionen geplant, um für die Rechte der LGBTQ* Menschen zu werben und auf soziale Ungerechtigkeiten und Unterdrückung aufmerksam zu machen.<br>Auch stellvertretend gerade für die Menschen aus Ländern, die aufgrund der politischen Situation an dieser Demonstration der Freiheit nicht teilnehmen können, ohne extreme Konsequenzen erdulden zu müssen.</p>



<p>Nicht nur Mitglieder der LGBTQ*-Szene zeigen zu diesem Zeitpunkt im wahrsten Sinne Flagge, ist doch die Regenbogenfahne das einende Symbol der Bewegung, sondern auch sogenannte „Allys“, also Menschen, die zwar nicht selber betroffen sind, aber Solidarität zeigen wollen. Gemeinsam stehen sie in diesem Monat öffentlich zu den Rechten und der Gleichberechtigung von Menschen aus der Szene.</p>



<p>Seit zwei oder drei Jahren etabliert sich, dass im Angesicht dieses Monats diverse Unternehmen ihre Verbundenheit mit der LGBTQ*-Szene ausdrücken, indem sie ihr Zeichen, die Regenbogenflagge, zum Beispiel in ihr Logo einarbeiten oder auf spezielle Produkte aufdrucken.<br>Über diese Tatsache kann man nun kontrovers diskutieren und sich selber fragen, ob es sich dabei um tatsächliche Solidarität für die Thematik oder gezieltes Marketing handelt (oder irgend etwas dazwischen). Vor allem weil gerade die Internationalen Unternehmen diese Farben nun einmal nicht in den Ländern zeigen, wo die Unterdrückung am stärksten ist.<br>Aber darüber möchte ich ganz ausdrücklich nicht diskutieren, weil es nicht in meiner Hand liegt.</p>



<p>Ob ich nun selber mich als „Ally“ sehe, oder als Mitglied der LGBTQ*-Szene, oder gar als Gegner, ist in erster Linie meine Angelegenheit, die niemanden etwas angeht.<br>Ja, heutzutage eine steile These, da ich nicht einsehe mich außerhalb meines sozialen Umfeldes zu dieser Thematik zu positionieren oder diese Positionierung von jemanden Anderen verlange.</p>



<p>Ich finde, dass ein Mensch, unabhängig von seinem Aussehen, seiner Kultur, seiner Speisegewohnheiten, seines Glaubens, seiner körperlichen oder geistigen Erkrankungen oder Dispositionen, seiner geschlechtlichen Identität, seiner sexuellen Ausrichtung oder seines Alters die gleichen Rechte, Pflichten und Chancen verdient. Weder mehr noch weniger.</p>



<p>Da ich der Meinung bin, dass man seine eigene Einstellung auch leben muss (und nicht nur fordern), gebe ich jedem Menschen die gleiche Chance und den gleichen Vertrauensvorschuss, gerade wenn es um meine Arbeit geht.<br>Ich möchte einen Menschen individuell betrachten und so wenige Schubladen wie möglich verwenden, weswegen mir viele Sachen an anderen Menschen solange egal sind, bis sie mich direkt oder indirekt betreffen. Erst dann befasse ich mich nämlich, individuell der Situation angepasst, damit.</p>



<p>Aus diesen Gründen trage ich auch keine Regenbogenflagge, weder zum „Pride Month“ noch zu Weihnachten und auch sonst nicht, weil ich keinen aktivistischen Bezug zu dieser Szene habe und ich nicht ihre Interessen oder Angelegenheiten vertreten kann. Weder aus Überzeugung noch aus Erfahrung.</p>



<p>Ich trage häufiger die grüne Schleife zum Thema geistige Gesundheit (also der Hinweis auf psychische Krankheiten), weil ich mich in diesem Bereich politisch engagiere (ja, nahezu ein Aktivist bin) und mich ansprechbar zeigen will.<br>Hier habe ich etwas zu sagen, hier will ich etwas mitteilen und das zeige ich auch.</p>



<p>Dies ist Grund, warum die EaN UG (haftungsbeschränkt), vertreten durch Sonja und Thorsten, den „Pride Month“ nicht aufnimmt und sich nicht beteiligt, weil wir jederzeit alle Menschen der LGBTQ*-Szene willkommen heißen und sie bei uns genauso Menschen sind wie alle anderen Menschen auch. Und das 365 Tage im Jahr.</p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Speakers Corner: Bin ich ein alter weißer Cis-Mann?</title>
		<link>https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/speakers-corner-bin-ich-ein-alter-weisser-cis-mann/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Sep 2022 03:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Guerrilla-Texte ohne Mitwirkung der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Guerilla-Texte]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein kleiner Guerilla-Text mit Selbstoffenbarung zum Wochenende aus dem Bedürfnis des Mausebär (Thorsten Dürholt) heraus.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Eine seltsame Frage führt zu einem Schwank aus meinem Leben. Vom Mausebär (Thorsten Dürholt), sehr tief aus seiner eigenen Lebensgeschichte gekramt.</h4>



<p>In letzter Zeit mache ich mir viele Gedanken über das Thema „Geschlechter“, sei es im Kontext der Sprache, als auch in der Frage des „Intersektionalen Feminismus“ und ich frage mich warum mich dieses Konzepte mit Ablehnung erfüllen? </p>



<h4 class="wp-block-heading">Was stört mich daran?</h4>



<p>Bin ich am Ende tatsächlich ein „alter weißer CIS-Mann (ob so wirklich heterosexuell sei jetzt mal dahingestellt), also der Inhaber von traditionellen Privilegien und Vorteilen, der um diese bangt?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Vielleicht muss man dazu erst mal etwas über mein Geschlechterbild erfahren</h4>



<p>Um zu verstehen welches Geschlechterbild ich habe, muss ich ein wenig über mich erzählen und über mein Leben, welches dieses Bild geformt hat.</p>



<p>Ich bin Ende der 70er Jahre auf diese Welt gekommen und habe keine Erinnerung an meinen Vater. Erfahren habe ich, dass er ein schweres Alkoholproblem hatte und unter Alkoholeinfluss zur Gewalttätigkeit neigte, was ich nicht weiter ausführen möchte, weil alle Erlebnisse aus diesem Bereich nur durch Dritte an mich gegeben worden. Ich war zu klein, um mich zu erinnern. <br>Meine Mutter hatte meinen Vater verlassen, um zu verhindern, dass mir etwas zustößt. Tatsächlich hat sie versucht die Situation so lange wie möglich auszuhalten, um mir einen Vater zu bieten, bis es halt nicht mehr ging.</p>



<p>Zeitlebens war für mich nur meine Mutter da, die ich für eine sehr starke Frau halte. Sie hatte mit vielen Widerständen zu kämpfen, abhängig davon, dass man zu der Zeit allein erziehende Mütter noch für untragbar hielt und sie ihre Befähigung als Mutter sogar beweisen musste. Zusätzlich war sie Vollzeit berufstätig und beruflich auch erfolgreich. Klar war sie dadurch sehr eingespannt und doch hat meine Mutter immer viel Zeit für mich und meine Fragen, Wünsche und Bedürfnisse gehabt. Sie ist in einer verdammt harten Situation gewesen und hat das niemals an mir ausgelassen. Sie hat mich niemals dafür Verantwortlich gemacht und sie hat mir Toleranz beigebracht. Eine Frau, die einen Grund gehabt hätte, wahrlich schlecht über Männer zu denken, die wahrhaften Sexismus und männliche Gewalt erlebt hat, hat mich niemals spüren lassen, das es was Schlechtes wäre, ein Mann zu sein.</p>



<p>Meine Mutter wurde in der Erziehung von ihrer eigenen Mutter unterstützt, meiner heißgeliebten Großmutter. Ich habe die Zeit mit meiner Oma geliebt und ihr Tod hat mir mein Herz gebrochen. Meine Großmutter war eine starke Frau. Sie hat den Krieg mitbekommen, ist aus ihrer Heimat geflohen, war mit ihrer Schwester unter vielen Gefahren beim „hamstern“ und hat ihren Ehemann als schwerverletzten Krüppel aus dem Krieg zurück bekommen. Trotz allen hat sie ihn wieder gesund gepflegt und sich dabei um Haus und Garten und ihre zwei Kinder gekümmert. Mein Großvater war kein einfacher Mensch, sondern ein wahrhaftiger Haustyrann, obwohl ich ihn später nur als den wunderlichen und verschrobenen alten Mann kennen gelernt hatte, aber es wahr, wie ich aus vielen Geschichten erfahren habe wahrlich nicht einfach. Ich habe meine Großeltern nie zusammen erlebt, da mein Großvater auf seinen zahlreichen Geschäftsreisen wohl viele Affären hatte und meine Großmutter sich von ihm getrennt hat. Zu einer Zeit als das nicht üblich war. <br>Meine Großmutter wollte immer Künstlerin werden (nein, sie war eine Künstlerin) doch um ihre Kinder zu versorgen musste sie auf dem Amt als Schreibkraft arbeiten. Und das tat sie resolut bis zur Rente, ohne sich zu beklagen. Meine Großmutter kam jeden Schultag die 15 Kilometer zu Fuß zu uns nach Hause, damit Jemand da war, wenn ich von der Schule nach Hause kam und hat mir Zeit, Liebe und Aufmerksamkeit geschenkt. Sie hat den Grundstein zu meiner humanistischen Bildung gelegt und mich für Kunst begeistert. <br>Eine starke Frau, die Gewalt, Unterdrückung und Widerstand erlebt hat. Eine Frau, die in harten Zeiten „ihren Mann stehen musste“ und wahrscheinlich mit jedem miesen Klischee konfrontiert wurde, hat mir Verständnis, Toleranz und Moral nahe gebracht. Niemals hat sie mich spüren lassen, dass es was schlechtes wäre ein Mann zu sein, nie hat sie etwas schlechtes über Männer gesagt, sondern mir einfach durch ihre Art gezeigt, dass sie alles konnte und mir den Mut gemacht, dass ich auch alles erreichen kann.</p>



<p>Als Kind habe ich mit Jungs gespielt und auch mit Mädchen. Ich habe mit Lego gespielt und mit He-man und bei einer Freundin genauso mit Barbie. Ich habe Klemmbausteine und Playmobil geliebt und noch viel mehr meine Plüschtiere, mit denen ich Höhlen aus Decken gebaut habe um darin zu lesen, zu Träumen und zu phantasieren. Wenn ich mit der anderen Kinder mit den Fahrräder durch den Wald gedüst bin, Hütten gebaut habe oder Abenteuer erlebt habe, war es mir egal, ob es Jungs oder Mädchen waren. Wir hatten einfach Spaß.</p>



<p>Selbst in meinen härtesten Pubertätszeit fand ich Mädchen nie doof. Da ich keine männliche Bezugsperson in dem Sinne hatte, habe ich so etwas in den Medien gesucht und mochte Action und Abenteuer. Doch habe ich schon früh dieses Männerbild wieder hinterfragt.<br>Unter meinen Freunden waren stets auch Mädchen und das nicht nur weil ich Mädchen sexuell interessant fand. Für mich war es egal, wenn ich jemand mochte, ob er Junge oder Mädchen war und ich habe nie einen großen Unterschied in den Freundschaften gesehen.</p>



<p>Mit 19 Jahren habe ich geheiratet. Eine Frau die neun Jahre älter als ich war und die ich ein knappe Jahr vorher davon überzeugt habe, eine dysfunktionale Beziehung zu beenden. Über zwanzig Jahre hielt diese Ehe, bis ich zum unglücklicherweise zum Witwer wurde. Wir hatten viele gute Zeiten, aber auch harte Phasen mit Frust, Drogenmissbrauch, Krankheiten und Psychischen Problemen, Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Familienproblemen und vielem mehr. </p>



<p>Meine Frau war bei mir, als ich in der Bundeswehrzeit zusammengebrochen bin und in die Bundeswehrpsychiatrie musste und letztendlich aus psychologischen Gründen ausgemustert wurde. Sie hat mich durch drei misslungene Versuche einer akademische Ausbildung begleitet und durch zwei gelungene Berufsausbildungen. Sie hat erlebt, wie ich mich monatelang von der Welt zurückgezogen habe und wie ich mit meinen inneren Dämonen gerungen habe. Sie hat mich durch harte Krankheitszeiten begleitet und mich gehalten wenn es mir schlecht ging.</p>



<p>Auch sie hatte viele Probleme, ich habe sie durch ihre zweite Ausbildung begleitet, durch ihre MS-Diagnose. Ich war da, als sie durch eine nötige Operation ihre Fähigkeit verloren hatte Mutter zu werden, obwohl sie gerne ein Kind von mir gehabt hätte. Ich war da während der Zeit die sie in der psychiatrischen Klinik war und habe sie so häufig es ging besucht, um sie zu unterstützen. Ich war das wen sie nachts mit Panikattacken aufgewacht ist. Und als sie dann einen Schlaganfall erlitt, war sie ihre letzte Jahre als Schwerstpflegefall natürlich zuhause bei mir. <br>Sie war bei mir (und ich bei ihr) bis zu ihrem Tod, wie ich es mit 19 Jahren versprochen habe, ohne eine Frage. Dieses Versprechen war mir über 20 Jahre heilig.</p>



<p>Ich habe meine Frau geliebt, sie war meine beste Freundin, sie war mein Kumpel mit dem ich Scherze gemacht habe, sie war die einzige Person, die mich jemals richtig erkannt hat. Sie hat mich vieles gelehrt und mir vieles geschenkt.<br>Da wir immer ehrlich zu einander waren, habe ich viel durch ihre Augen sehen können. </p>



<p>Und auch über Emanzipation haben wir geredet. Ihre Meinung war stets, dass sich die Männer endlich anpassen sollten und ihre eigene Emanzipation suchen sollten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wir waren über 20 Jahre zusammen, gleichberechtigt Seite an Seite und stets habe ich mich auf sie verlassen und sie auf mich.</h4>



<p>Wenn ich was gelernt habe von diesen drei starken Frauen in meinem Leben, dann ist es das eine:</p>



<h4 class="wp-block-heading">Es ist egal mit welchen Geschlechtsteilen du geboren wurdest, sondern es zählt nur was Du für ein Mensch bist</h4>



<p>Es ist mir absolut egal, was andere Menschen für Feminin oder Maskulin halten, diese Klischees existieren in meinem Kopf nicht wirklich, weil ich für jedes dieser Klischees genug Beispiele erlebt habe, die mich auf positive Art von etwas anderem überzeugt haben. Es mag biologische Unterschiede geben, aber die rechtfertigen für mich keine soziale Abspaltung oder Trennung.<br>ja, es gab früher die Legende von Mädchenkram und Jungszeug, dass fand ich schon als Kind seltsam, als Jugendlicher albern und mittlerweile als unnötige Kategorien, die man bloß nicht wieder einführen sollte.</p>



<h4 class="wp-block-heading">So enden wir jetzt mit der Frage des alten weißen Cis-Mann.</h4>



<p> Ja, ich hatte nie einen Grund meine männliche Identität in Frage zu stellen, auch wenn ich als Kind gerne meinen rosafarbenen Pulli getragen habe. Auch wenn ich als Jugendlicher lange Haare hatte und mir Fingernägel lackiert und Lippenstift aufgetragen habe (Kayal sowieso).<br>Ja, ich bin sichtbar europäischer Abstammung. Da ich Sonne hasse, bin ich tatsächlich sehr bleich. <br>Und Alt? Eine Frage der Betrachtung. Mit langsam Mitte 40 bin ich jetzt nicht mehr neu.<br>Ich bin Eindeutig ein alter weißer Cis-Mann. <br>Bei anderen Themen spiele ich im Minderheiten-Bingo zwar gut mit, aber dass tut hier nichts zur Sache.<br>Ich sehe mich jedoch weder als Inhaber von Privilegien, noch habe ich das Gefühl mein Geschlecht hätte mir Vorteile gebracht. Aber selbst wenn, gönne ich meine nicht erkannten Vorteile und Privilegien all den Menschen da draußen, die sie brauchen.</p>



<p>Ich glaube nur nicht , dass ich mir noch von jemanden erzählen lassen muss, was Gleichberechtigung ist, weil die lebe ich seit über 40 Jahren auch ohne Aufklärung.<br><br></p>
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		<item>
		<title>Speaker&#8217;s Corner: Entgendern ?!?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Sep 2022 12:04:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär (Thorsten Dürholt) wirbt als Kompromiss für die "gendergerechte Sprache" mit der Methode "Entgendern nach Phettberg"]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Ein Kompromiss den ich unterstützen kann</h3>



<h4 class="wp-block-heading">Ein Beitrag vom Mausebär (Thorsten Dürholt), der einen versöhnlichen Schritt in Richtung Gendergerechtigkeit gehen will.</h4>



<p>Vor wenigen Tagen habe ich geschrieben, warum ich meine persönlichen Texte nicht gendern werde. <br>Nach wie vor vertrete ich diese Haltung, aber der zunehmende Druck der Gesellschaft, beziehungsweise eines kleinen, aber sehr lauten Teils der Gesellschaft, zwingt mich dazu, Kompromisse zu finden. <br>Zumindest für bestimmte Auftragsarbeiten und Schreiben, die ich in Vertretung einer Körperschaft mache, die dem Gedanken des Genderns aufgeschlossen gegenüber steht.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was aber macht Sprache Gendergerecht?</h4>



<p>Persönlich denke ich verstanden zu haben, dass es darum geht, die Sprache so zu gestalten, dass die Bilder, die sie vermittelt, nicht mehr auf einen geschlechtlichen Archetyp hinweisen. Einigen Menschen ist das generische Maskulinum immer noch zu sehr mit dem Gedanken einer männlichen Vormachtstellung verbunden. <br>Ob dieser Gedanke gerechtfertigt ist, das ist ein ganz anderer Konflikt, den ich hier nicht erörtern werde, denn beide Seiten in dieser Diskussion haben valide und weniger valide Argumente.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Aber was ist dann Gerecht?</h4>



<p>Gerecht wäre es, wenn es einen Weg gäbe, alle Menschen, gleich ihres biologischen oder sozialen Geschlechtes immer dann anzusprechen, wenn es sich um eine heterogene Gruppe (also mehr als nur eine geschlechtliche Identifikation in der Gruppe vorhanden) handelt, das Geschlecht nicht bekannt ist (und nicht angenommen werden soll) oder es schlichtweg in dem Moment keine Rolle spielt.</p>



<p>Diesen Effekt kann man zum Beispiel erlangen, in dem man alle Menschen anspricht, zum Beispiel als Leser*innen oder Leser_Innen. Hier soll verdeutlicht werden, dass sowohl Menschen, die sich als Leser, als auch Personen, die sich als Leserin identifizieren, angesprochen sind. Das zusätzliche Sternchen oder der Unterstrich (oder beliebige andere Zeichen) stehen hierbei, für alle diejenigen, die sich in den klassischen Geschlechterrollen nicht wiederfinden.</p>



<p>Meine Kritik daran ist, dass diese Schreibweise nicht nur kompliziert ist, woran man sich gewöhnen könnte (was ein guter Hinweis darauf ist, dass die geschlechtliche Identität auch nicht immer einfach ist), sondern vor allem, dass es nicht integriert, sondern eigentlich ausgrenzt. <br>Aus der <em>Gruppe der Leser</em>, werden die Gruppen <em>der Leser</em>, <em>der Leserinnen</em> und <em>der Lese-was-auch-immer</em>. Eine vorher homogene Gruppe, geeinigt im Konsum der selben Literatur, zerfällt zu mindestens drei verschiedenen Gruppen. <br>Das mag gerecht sein, ist aber meiner Meinung nach nicht inkludierend.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was ist das Problem?</h4>



<p>Jetzt stehen sich sogar mindestens zwei Probleme gegenüber. <br>Zum einen die gerechtfertigte Forderung der Menschen, in die Sprache inkludiert zu werden und einen Platz darin zu finden und zum anderen die verbitterte Ablehnung des generischen Maskulinums aufgrund der umstrittenen Geschichte der Geschlechtergerechtigkeit. <br>Und das Ganze bitte inkludierend und machbar!</p>



<h4 class="wp-block-heading">Geht nicht? Gibt es Nicht!</h4>



<p>Das Problem hat eine einfache Lösung, nämlich das generische Maskulinum zugunsten eines generischen Neutrums abzuschaffen. <br>Richtig, jetzt kommen wir zum Entgendern. <br>Wenn das Problem darin besteht, dass sich manche Gruppen mit der Verwendung des Maskulinums nicht angesprochen fühlen, müssen wir ein neutrales Geschlecht entwickeln, das jeden einschließt, gleich seines Geschlechtes (oder anderer Sachen). <br>Die Lösung wäre, wie ich es schon lange vermute, aus der deutschen Sprache mit ihrem generischen Geschlecht eine Sprache mit einem natürlichem Geschlecht (wie in der englischen Sprache) zu machen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Kompliziert? Gar nicht!</h4>



<p><strong>Die Lösung gibt es bereits.</strong></p>



<p>Thomas Kronschläger, promovierter Literaturdidaktiker der Technischen Universität Braunschweig und begnadeter Science Slammer, hat es geschafft, mich in einem <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.youtube.com/watch?v=1BfDggDMId4" target="_blank">Beitrag zu einem Science Slam</a> (eine Art Kurzvorstellung wissenschaftlicher Forschung und Ideen) und in einem <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.youtube.com/watch?v=EDpUMk4pddg" target="_blank">Interview</a> davon zu überzeugen, dass die Methode des Entgenderns nach Phettberg eine Lösung darstellt, die mich zufrieden stellt und für mich auch (zumindest da, wo nötig) anwendbar ist.</p>



<p>Inspiriert durch den österreichischen Philosophen, Künstler und Kabarettist <a rel="noreferrer noopener" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hermes_Phettberg" target="_blank">Hermes Phettberg</a>, der diese Methode 1992 zuerst verwendete (es ist also etwas Erprobtes) schlägt Herr Kronschläger vor, wie es von Hermes Phettberg verwendet wurde, immer dann, wenn eine Person angesprochen wird, deren Geschlecht nicht bekannt oder im Kontext nicht erwähnenswert ist, die Grundform der Bezeichnung mit einem angehängtem „Y“ zu verwenden und den neutralen Artikel „Das“.</p>



<p><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/" target="_blank">Ein guter Artikel</a> schaffte es, mir das Prinzip nahe zu bringen und endgültig verständlich zu machen, so dass ich ihn jedem interessierten Menschen empfehlen kann.</p>



<p>So redet man dann, statt von <em>eine/r Ärzt*in</em>, von <em>ein Ärzty</em>. <br>Somit sind sowohl „<em>die Ärztin</em>“, als auch „<em>der Arzt</em>“ (und alle anderen Geschlechtsformen) in dem Begriff „<em>das Ärzty</em>“ inkludiert.<br>Sollte ich zum Beispiel nach einem Zahnarzt suchen in einer fremden Stadt, kann ich nach <em>einer Zahnärztin</em> fragen, wenn ich auf eine weibliche Repräsentantin der dentalen Künste bestehe oder nach <em>einem Zahnärzt</em>y, wenn mir das Geschlecht egal ist (wie es das bei mir normalerweise ist).</p>



<p>Die Mehrzahl verwendet ebenfalls ein „<em>Das</em>“, beziehungsweise die Mehrzahl &#8222;Die&#8220;, als Artikel und die Grundform der Ansprache mit einem angehängtem „ys“. Aus <em>den Lesern</em> werden somit <em>die Lesys</em>.<br>Klingt kompliziert, aber schon zu meinen Zeiten der kurzen Besuche einer höheren Bildungsakademie wurde von Seiten der Studentenschaft oft von „<em>den Studies</em>“ gesprochen, da ist der Weg zu „<em>den Studys</em>“ ein recht kurzer.</p>



<p>Klar machte es das auch nicht alles einfacher, aber in der Wahl zwischen „<em>der/ die Oberbürger*innenmeister*innenassistent*in</em>“ und „<em>das Oberbürgysmeistyassistenty</em>“ finde ich das zweite sowohl einfacher im Sprachgebrauch, als auch deutlich leichter zu schreiben.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Mein Fazit</h4>



<p>Es wird sicher Situationen geben, in denen es sprachlich wichtig sein kann, auf die Vielfalt der Menschen hinzuweisen und das sei den entsprechenden Aktivisten auch unbenommen, doch dies ist nicht inkludierend, sondern exkludierend.<br>Wenn man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen will, kann man halt entweder (gendergerecht) ein Apfel und eine Birne sagen oder (entgendernd) zweimal Obst. <br><strong>Inkludierend ist es, wenn man Obst sein darf und nicht, wenn man als liebe Äpfel und Birnen als zwei Gruppen angesprochen wird.</strong></p>



<p>Daher werde ich da, wo genderneutrale Sprache wichtig ist, mich der Methode des Entgenderns nach Phettberg bedienen und diese auch als Lösung für die EaN UG anregen.</p>



<p>Ich danke euch, liebe Lesys*</p>



<p>Euer Mausebäry</p>



<p>*Und ja, ich finde das auch niedlich und weich, etwas was die harte deutsche Sprache gebrauchen kann. „<em>Du Arschlochy</em>“ oder du „<em>mieses Schweiny</em>“ klingt gleich viel weniger aggressiv.</p>
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		<title>Speaker&#8217;s Corner: Betroffen oder Lack gesoffen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Sep 2022 10:40:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär, der gerne schläft, stört sich an der neuen "Wokeness". Ein Kommentar von T. Dürholt]]></description>
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<h4 class="wp-block-heading">Was ist &#8222;Woke&#8220;?</h4>



<p>Durch die Medien geistert ein Gespenst. Es nennt sich &#8222;Wokeness&#8220;. Die Menschen, die von diesem neuartigem Phänomen betroffen sind, nennen sich selbst &#8222;Woke&#8220;, also &#8222;erwacht&#8220; auf deutsch.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Aber woraus sind sie erwacht?</h4>



<p>Aus dem Dornröschenschlaf der bürgerlichen Unschuld? Oder aus der Matrix unserer eigenen Moral (Schluck die blaue Pille)? Oder ist es nur eine Gegenbewegung, die sich nicht mehr als &#8222;Schlafschafe&#8220; bezeichnen lassen will?</p>



<p>Bei Begriffen wie &#8222;Erwachen&#8220; denke ich sofort an Zeugen Jehovas (oder andere Sekten) und an Verschwörungsgläubige (Leute, die Verschwörungstheorien etwas zu ernst nehmen), also Menschen, die einem etwas fanatischem Gedankenkonstrukt folgen, in dem sie die Wahrheit erkannt haben wollen. Seltsame Religiöse Gemeinschaften, Holocaust-Leugner, UFO-Fans, Corona-Feinde, Echsenmensch- und dunkle Eliten-Erkannthaber &#8211; alle diese Leute glauben daran eine Wahrheit gefunden zu haben und somit aus dem Schlaf der Unschuld geweckt worden zu sein.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Welche Sekte steckt nun hinter den &#8222;Woken&#8220; Menschen?</h4>



<p>Kampfbegriffe wie &#8222;Intersektionaler Feminismus&#8220;, &#8222;Kulturelle Aneignung&#8220;, &#8222;Gendergerechtigkeit&#8220;und &#8222;Cancelculture&#8220; sind die undefinierte Wahrheit der &#8222;woken&#8220; Gemeinschaft. Zumeist Grundlagen für Stellvertreterkriege von Leuten, die, natürlich ungefragt, gefühlte Minderheiten vor ihrer vermeintlichen Diskriminierung retten. Die Weiterführung des sogenannten &#8222;White Knightings&#8220;, bei dem in Internetforen oder Diskussionen ein selbsternannter weißer Ritter den vermeintlich hilflosen Opfern eines Shitstorms beispringt. Zumeist ohne Ermächtigung seitens des Opfers. Und das im Prinzip nicht nur um dem vermeintlichen Opfer zu helfen, sondern um sich selbst als gute Person zu profilieren. <br>Dieses Phänomen ist nun nicht nur auf die sozialen Medien, sondern auch (dank dem Engagement des öffentlich-rechtlichem Rundfunks, der meiner Meinung nach von so etwas die Finger lassen sollte) in die politische Diskussion eingezogen. Und dankbar nehmen diverse politische Randparteien (Wie die Linke und die Grünen) diese neuen Themen auf, um ihre eigene Agendalosigkeit aufzubrechen. Und hier wird es dann gefährlich. Denn der Unsinn (ja, das ist meine Meinung) einiger Weniger wird plötzlich zum Diktat für die Massen aufgewertet und führt zu einer sinnbefreiten Gefährdung unserer persönlichen Freiheit.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was sagen die Betroffenen?</h4>



<p>Stört es die indigenen amerikanischen Ureinwohner, dass deutsche Kinder &#8222;Cowboy und Indianer&#8220; spielen und sich zu Karneval als Indianer verkleiden, also einer romantischen Form der Vorstellung eben jener indigenen Kulturen? Ich glaube nicht, denn es sind nur Kinder. Es stört sie wahrscheinlich genauso wenig, wie es mich stören würde, wenn sich ein Amerikaner (egal ob indigen oder nicht) zum Oktoberfest eine Lederhose anzieht und sich deutsch vorkommt.<br>Stört es den einfachen Rastafari, wenn sich ein junges Mädchen Dreadlocks stehen lässt? Ich glaube, dass geht ihm am Hinterteil vorbei, denn es ist nur eine Frisur.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was ist mein Fazit?</h4>



<p>Der Krieg für die Rechte anderer ist immer eine gefährliche Sache, denn man neigt dazu sich zu verrennen. Ich denke, genau das passiert im Moment hier in der öffentlichen Diskussion. Wir haben weitaus größere gesellschaftliche Probleme, als die Aufarbeitung des Kolonialismus, das letzte bisschen Frauenrechte rauszupressen oder die Debatte um die korrekte Anrede von Menschen.<br>Also bitte, liebe &#8222;woken&#8220; Leute, legt euch noch ein wenig hin, schlaft mal gut durch und wenn ihr dann aufwacht, versucht einfach mal, den Leuten zu helfen, die Hilfe brauchen.</p>
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