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	<title>Meinungen &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<description>Selbsthilfe, Genesungsbegleitung und Betroffenenbeteiligung</description>
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		<title>Der kurze Weg von Corona zu Diskriminierung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2020 11:49:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Schon wieder verhält sich ein Beitrag in seinem Verlauf nicht so, wie es sich der Mausebär (td) wünscht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Schon wieder verhält sich ein Beitrag in seinem Verlauf nicht so, wie es sich der Mausebär (td) vorher gewünscht hat.</p>



<p>Gestern hatte ich die Ehre, den hundertsten Beitrag auf der Seite der &#8222;Erfahrungsexperten am Niederrhein&#8220; zu veröffentlichen. Alleine in der Rubrik „Mausebärs Philosophien“ habe ich 65 der insgesamt 73 Beiträge, die auf meine Kappe gehen, einsortiert. <br>Wieder mal gibt mir dieses &#8222;Jubiläum&#8220; Zeit zum Hinterfragen, denn bis zu meiner eigenen &#8222;großen 100&#8220; als Autor unter dieser Rubrik ist es jetzt auch nicht mehr so weit. </p>



<p>Bei meiner jetzigen Schreib-, bzw. Veröffentlichungsrate von fünf Texten in der Woche werde ich in sieben Wochen das hundertste Mal für &#8222;Mausebärs Philosophien&#8220; auf den Veröffentlichungsbutton gedrückt haben. <br>Das genaue Datum wird spätestens der 20. Juli sein, wenn mich nicht irgendetwas Unvorhergesehenes vom Schreiben abhält und ich jeden Text thematisch in &#8222;Mausebärs Philosophien&#8220; einsortieren kann.</p>



<p>Aber wie wird  meine Welt dann aussehen? <br>Zur Zeit hat die Krise für mich einen Flachpunkt erreicht. Nicht nur die gefürchtete Kurve der Neuinfektionen scheint konstant gesunken zu sein, sondern auch das Interesse.<br>Während vor ein paar Wochen noch jedem Corona-Pups medial höchste Aufmerksamkeit gewidmet wurde, scheinen sich die Medien endlich abgeregt zu haben.<br>Entweder habe ich es geschafft, sämtliche News-Ticker erfolgreich abzuschalten, oder das Thema wird langsam langweilig. </p>



<p>Die sozialen Medien sind, aus meiner Perspektive, sehr vehement in das Lager des „bedeutsamen schwarzen Lebens“ (#blacklifesmatter) umgezogen. <br>Ich finde es ein wenig zynisch, dass nach dem Tod eines Menschen, wegen dessen Hautfarbe, ein medialer Zirkus das nächste „Betroffenheitsschwein“ durchs Dorf treibt. <br>Damit will ich weder zum Ausdruck bringen, dass Gewalt gegen afroamerikanische Bürger, egal ob durch Polizei oder andere Menschen, in Ordnung wäre, das ist nicht so. Es liegt auch nicht in meinem Interesse, ein doch sehr prägnantes Rassismus-Problem in der amerikanischen Gesellschaft, oder der menschlichen Gesellschaft im Allgemeinen, zu verleugnen. <br>Was mich stört, ist die Art, in der diese Probleme angeprangert werden. <br>Sowohl im Protest, als auch in der darauf reagierenden Satire, werden Grenzen gefestigt statt eingerissen zu werden – so fürchte ich zumindest, aufgrund meiner Wahrnehmung der Berichte. </p>



<p>Es erstaunt mich immer wieder von neuem, welche Aufmerksamkeit auf das Ausgrenzen von Leuten gelegt wird – und zwar von unterschiedlichsten Seiten sowie aus mannigfaltigsten Gründen. <br>Gefühlt würde ich sagen, dass die Menschen, die heutzutage nicht zu mindestens einer „bedrohten Minderheit“ gehören, tatsächlich eine Minderheit sind. </p>



<p>Es ist eine Zeit, in der sich scheinbar jeder entweder persönlich angegriffen fühlt, oder für eine angegriffene Gruppe von Menschen Partei ergreift.<br>Nicht auf eine versöhnliche und vor allem nicht auf die aufklärende Art, sondern ich empfinde einen &#8222;sozialen Krieg&#8220;, der auf diversen Ebenen stattfindet. <br>Ich weiß nicht, ob es sich dabei um eine mediale Verzerrung oder um die Wirklichkeit handelt, aber tatsächliche Probleme werden in der Öffentlichkeit so dargestellt, dass meiner Meinung nach Brücken eingerissen werden, statt sie zu bauen. <br>Es werden Forderungen gestellt, statt sich auf den Weg zu Lösungen zu machen und &#8222;Feindeslager&#8220; erschaffen. Mir kommt es so vor, als wäre die Frage der Schuld wesentlich bedeutsamer für alle Beteiligten, als die Suche nach konkreten Lösungen. </p>



<p>Prinzipiell fühle ich mich durch die gerade aufkeimende neue „Anti-Rassimus-Kampagne“ nicht angesprochen. Ich bin ganz bewusst weder ein Teil der Lösung, noch bin ich, trotz anderer Weltanschauung, ein Teil des Problems. Ich würde mich ganz gerne neutral sehen, obwohl ich, ganz ehrlich gesagt, ein Alltags-Rassist bin. <br>Manchmal sehe ich Menschen eines offensichtlich anderen kulturellen Hintergrundes und habe gleich ein Bild im Kopf. <br>Das Bild ist nicht negativ oder positiv, sondern im Prinzip einfach nur eine Schublade, welche mir hilft, die vielen Menschen, die ich sehe, einzusortieren. </p>



<p>Natürlich knüpfe ich daran eine Erwartungshaltung, also Vorurteile und bin meist überrascht, wenn diese sich als falsch erweisen. <br>Das tue ich in allen möglichen Dingen, nicht nur bezogen auf Hautfarbe, Geschlecht, Altersgruppe oder religiöser Zugehörigkeit, sondern auch nach Haarfarben, Vornamen, Modegeschmack und ähnlichem. </p>



<p>Warum tue ich das? </p>



<p>Ich bin ein Angstmensch, daher versuche ich eine gewisse Kontrolle über meinen Alltag zu behalten. <br>Menschen durch Vorurteile einzusortieren, hilft mir bei der schwierigen Entscheidungsfindung, wie ich mich verhalten soll, wer mir als potentielle Gefahr auffällt oder wer mich interessiert (oder auch nicht). <br>Dafür schäme ich mich nicht im geringsten, sondern so arbeitet mein Gehirn einfach. </p>



<p>Ein grundsätzliches Problem sehe ich darin, wenn ich entweder anfangen würde, aus Vorurteilen heraus zu hassen oder eine Machtposition zu missbrauchen, um vorurteilsorientiert Entscheidungen zu treffen, die von der Sache an sich her eigentlich eine neutrale Betrachtung verlangen. <br>Wenn ich neue Menschen kennenlerne, also mich jemand entweder interessiert, mir vorgestellt wird oder ich an einer gemeinsamen Gruppenaktivität teilnehme, versuche ich stets, meine Vorurteile zu unterlassen, bzw. zu unterdrücken, weil ich den Menschen hinter all den Eigenschaften, die ich erkennen kann, sehen möchte. <br>Daraus habe ich gelernt, nicht nur meine Schubladen regelmässig zu entstauben, sondern auch, dass bei der Auswahl meiner Freunde und Bekannten viele Faktoren einfach keine Rolle spielen. <br>Manchmal wundere ich mich, warum andere Leute dem soviel Bedeutung zumessen. </p>



<p>Meine ganze Gedankenreise zeigt mir eines &#8211; im Prinzip vermisse ich anständige Diskussionskultur und vernünftige Debatten. Gefühlt wird nur über Nachteile und Anschuldigungen geredet, statt mal klar zu stellen, welche Vorteile eine möglichst vorurteilsneutrale Welt hätte. <br>Natürlich werden Menschen immer Vorurteile haben, aber eine Begegnungsstätte hilft mehr, diese abzubauen, als jedes Antidiskriminierungsgesetz &#8211; jedenfalls ich werde davon deutlich mehr angesprochen. <br>Meiner Meinung nach ist es deutlich schwerer, einen Menschen zu hassen, dessen Leben man kennengelernt hat. </p>



<p>Um eine Gruppe zu bilden, habe ich mal gelernt, ist es wichtig, nach Gemeinsamkeiten zu suchen und nicht nach Unterschieden. Eindeutig genieße ich bei Menschen, mit denen ich eine gemeinsame Ebene gefunden habe, sehr gerne die Unterschiede. <br>Für mich ist eine wichtige Lebensentscheidung somit getroffen: Ich teile weiterhin die Menschen nach „mag ich“ oder „mag ich nicht“ ein und entscheide, mit wem ich spielen möchte &#8211; da bleibe ich einfach ganz Kind, denn Kindern ist so vieles einfach egal, solange das Gegenüber einfach ein toller Spielkamerad ist.</p>



<p>Eigentlich wollte ich weiterhin überlegen, wie es mit Corona weitergeht und wie meine weiteren Beiträge gestaltet werden. Ich frage mich ja doch, ob meine mausebärischen Coronachroniken die Marke von 100 Beiträgen unter &#8222;Mausebärs Philosophien&#8220; erreicht und wie es dann weitergeht. <br>Ganz gegen mein inneres Bestreben habe ich mich wieder mit Dingen beschäftigt, die mich nur rudimentär etwas angehen. Mal wieder habe ich meine Weltsicht laut herausgeschrieben und das, obwohl ich doch verbale Fastenzeit halten wollte. </p>



<p>Zumindest habe ich einen Beitrag erstellt und bin selbst erstaunt, welche Wege er genommen hat.</p>



<p>In diesem Sinne grüßt Euch Alle der Mausebär (td)</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Ein kleiner Beitrag über die Zeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Jun 2020 13:47:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Ansichten]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Nicht nur Stephen Hawking, sondern auch der Mausebär (td), macht sich gerne mal Gedanken über die Zeit.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Nicht nur Stephen Hawking, sondern auch der Mausebär (td), macht sich gerne mal Gedanken über die Zeit.</p>



<p>Mal wieder sitze ich an meinem Schreibtisch und denke darüber nach, was mir die letzte Zeit so gebracht hat. <br>Ich überlege, zu welchem Thema ich etwas schreiben möchte und welche bedeutsamen Gedanken den freitäglichen Beitrag füllen sollen, um meine Leser auf gute Art ins Wochenende zu verabschieden. </p>



<p>Persönlich freue ich mich auf mein Wochenende, obwohl ich eigentlich schon seit langer Zeit keinen Bezug mehr dazu habe. <br>Da ich meinen Tätigkeiten entweder nach Lust und Laune, oder nach Bedarf und Dringlichkeit nachgehe, habe ich selten eine fixe Wochenstruktur. Für mich macht der eigentliche Wochentag nur in der Hinsicht einen Unterschied, welche Möglichkeiten und Verpflichtungen sich daran fest machen lassen. </p>



<p>Für mich hat die Zeit sowieso eine komische Struktur. Obwohl es seltsam erscheint, nehme ich Zeit nicht als linear wahr &#8211; und vor allem auch nicht als gleichmäßig. <br>Jeder Blick auf eine Uhr überrascht mich immer wieder neu. Je nach Aktivität und Stimmung unterscheidet sich mein Zeitgefühl ganz rapide. Vielleicht mag der Verlauf der Zeit gleichmäßig sein und einer bestimmten Achse folgen, aber ich selber bin davon nicht überzeugt. </p>



<p>Warum bin ich das einfach nicht? <br>Es könnte daran liegen, dass Zeit für mich nicht begreifbar ist. </p>



<p>Klar verstehe ich, dass jede Tätigkeit &#8211; nein sogar jedes Phänomen &#8211; eine bestimmte Dauer hat, aber ist diese wirklich so exakt messbar, wie wir glauben? <br>Wie bei allen Messgrößen ist die Zeit kein natürlicher Wert, sondern ein künstlich geschaffener Messwert. <br>So wie durch das Urmeter (das meines Wissens nach in Paris verwahrt wird) beschlossen wurde, dass die Länge eines bestimmten Stück Holzes exakt ein Meter ist, und danach die Welt ausgerichtet wird, so war auch die Uhrzeit zu aller erst eine Abmachung, der sich andere Menschen anschlossen &#8211; sozusagen die Ur-Uhrzeit. </p>



<p>Die Messung der Zeit folgt zwar natürlichen Regelmäßigkeiten, wie dem Lauf der Sonne oder ähnlichem, aber ein kleiner Zweifel bleibt mir. <br>Das liegt  an dem von mir unterschiedlich gefühlten Fluss der Zeit, der mich die Frage stellen lässt, ist eine Stunde vergangen, wenn die Sonne ihren Schatten zwischen zwei Markierungen hat wandern lassen, oder wandert die Sonne zwischen zwei Punkte und darum ist die Uhrzeit um eine Stunde gewandert? <br>Das klingt banal, aber die Frage ist nach Ursache und Wirkung, ob also die Sonnenbewegung das Maß der Uhrzeit ist oder die Uhrzeit das Maß der Sonnenbewegung. </p>



<p>Warum mich diese Frage beschäftigt, ist, wenn die Uhrzeit an die Sonne gebunden ist, dann wäre unsere Wahrnehmung der Zeit von der Regelmäßigkeit der Sonne abhängig. <br>Sollte aber die Sonne an die Uhrzeit gebunden sein, wäre die Regelmäßigkeit der Zeit ein natürlicher Zwang, dem die Sonne unterlegen ist.<br>Da wir im heliozentrischen Weltbild davon ausgehen, dass sich die Sonne überhaupt nicht bewegt, ist der Zeitverlauf von der Drehung der Erde abhängig. <br>Wir vermeinen, die exakte Dauer messen zu können, in der sich die Erde zum einen um ihre eigene Achse und zum anderen um die Sonne dreht. Das Problem ist aber, dass wir die Einheit, mit der wir diesen Verlauf messen, seit Anfang der Zeitrechnung anhand der Drehung, die diese Zeiteinteilung erschaffen hat, ausrichten. </p>



<p>Anders gesagt, die Erde dreht sich in ungefähr 24 Stunden um sich selbst, weil wir die Zeit, welche die Erde sich um die eigene Achse dreht, in 24 Stücke aufgeteilt haben, die wir Stunden nennen. <br>Anhand physikalischer Phänomene, wie die Bewegung von Schatten, dem als gleichmäßig empfundenen Tropfen von Wasser, dem Rinnen einer festen Menge von Sand durch eine kleine Öffnung, dem Ablauf präziser mechanischer Konstruktionen, oder gar dem Zerfall von Atomen, vermeinen wir, diesen Rhythmus beweisen zu können. <br>Aber auch hier fehlt der wirkliche und objektive Beweis. <br>Wir können zwar eine Kausalität zwischen der Drehung der Erde, dem Tropfen von Wasser, dem Rinnen von Sand und dem Zerfall von Atomen feststellen und Apparate konstruieren, die diese Kausalität relativ präzise und zuverlässig messen und dadurch vorhersagen können, aber der letztendliche Grund ist tatsächlich ein Mysterium. </p>



<p>Sagen wir es mal so, wenn ich zu einem Termin fahre, brauche ich eine bestimmte Zeit. Diese liegt innerhalb eines gewissen Parameters und ist abhängig von verschiedenen Faktoren. <br>Selbst der Gang vom Sofa zur Toilette kann, auch unter ähnlichen Bedingungen, unterschiedlich schnell ausfallen. </p>



<p>Warum also sollte unsere gute Erde nicht auch langsame und schnelle Tage haben? </p>



<p>Jetzt kommt der nette Naturwissenschaftler aus meinem inneren Team und erinnert mich daran, dass fast alle natürlichen Phänomene gewissen Mustern folgen, aus denen sich Naturgesetze ableiten lassen. <br>Doch schon grätscht der Neurowissenschaftler unsportlich von der Seite rein und erklärt vehement, dass es vielmehr die Mustererkennung in unserem Gehirn ist, die uns überall Muster erkennen lässt &#8211; manchmal sogar dann, wenn es überhaupt keine gibt. </p>



<p>Nicht zu leugnen wiederum ist ein gewisser Biorhythmus beim Menschen &#8211; zumindest bei mir. <br>Meinen Rhythmus kann ich spüren und somit begreifen, damit ist er für mich beweisbar. <br>Aber wenn es einen übergeordneten Rhythmus wie die Zeit gibt, warum ist dann mein Biorhythmus manchmal so unregelmäßig? <br>Oder warum verläuft er anders als bei meinen Mitmenschen? <br>Wenn ein Mensch isoliert in einem Raum steckt, ohne irgendwelche rhythmusgebenden Vorrichtungen, verliert er als erstes den Sinn für die Zeit. Das behaupten jedenfalls Experimente. <br>Mein Verhalten an gewissen Tagen stützt diese These vorbehaltlos. <br>Damit ist zumindest der von uns allgemein gewählte Zeitrhythmus nicht wirklich natürlich. </p>



<p>Rein praktisch brauche ich die Zeitmessung auch nur zur Koordinierung mit anderen Menschen. Sich auf einen Nenner zu einigen, macht vieles einfacher. <br>In der Hinsicht würde ich Zeit eher als eine Art Landkarte sehen, in der wir unsere abgesprochenen Adressen für ein Treffen suchen können. <br>Mit dem Gedanken verstehe ich auch, warum die Zeit als vierte Dimension des Raumes gesehen wird, denn sie definiert ja unsere Position. </p>



<p>Man könnte quasi sagen, dass Wann und Wo die beiden Achsen eines Koordinatensystem sind, die das Treffen zweier Individuen definieren. Gut, der Ort hat drei Faktoren, nämlich Höhe, Breite und Tiefe, die wir jeweils definieren müssen, aber die hat die Zeit auch in Form von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und genauso wie es Sinn macht, zu wissen, in welchem Stock eines Hochhauses ich jemanden treffen möchte, genauso wichtig ist, ob ich ihn jetzt, in zehn Minuten oder vor zwei Stunden treffen will (oder wollte). </p>



<p>Die Zeit als Adresse in einem dreidimensionalen Koordinatensystem in Korrelation zum Raum in einem ebenfalls dreidimensionalen System, die sich überlappen zu einem einzigen Augenblick &#8211; manchmal hat Wissenschaftsphilosophie doch etwas extrem poetisches. <br>Ich genieße diesen Gedanken und spiele mit diesem Modell noch eine Zeit lang fasziniert in meinem Kopf herum, in dem gerade das ganze Universum flackert. </p>



<p>Normalerweise führt die ganze skeptische Denkweise eher in die Verzweiflung, aber heute erfreue ich mich des Gedankens, dass ich ein schönes Muster in meinem Kopf erschaffen habe. <br>Nachdem ich nun meine, vielleicht schräge Sicht der Zeit mitgeteilt habe, freue ich mich auf die Meinung anderer. <br>Es interessiert mich, wie meine Mitmenschen die Zeit wahrnehmen, nicht als Diskussion, sondern zum Austausch, denn über Wahrnehmungen lässt sich schwer und, vor allem, nur sinnfrei diskutieren.</p>



<p>Ich wünsche allen ein schönes Wochenende, egal wie ihr eure Zeit nutzt , einteilt oder definiert und melde mich wieder am Montag.</p>



<p>Bis dahin verbleibe ich,</p>



<p>Euer Mausebär (td)</p>
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		<title>Laudatio für ein verstorbenes Stück Alltagselektronik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 May 2020 11:48:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Verlust]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär (td) trauert um den Verlust seines Mobilfunkgerätes und reflektiert seine Rolle als Endnutzer.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Der Mausebär (td) trauert um den Verlust seines Mobilfunkgerätes und reflektiert seine Rolle als Endnutzer.</p>



<p>Am gestrigen Tage ist ganz unerwartet mein Mobiltelefon verstorben. <br>Mitten aus der Blüte seines Lebens gerissen, verbrachte es seine letzten Minuten auf Erden in meinen Händen. <br>Es war ein überraschender Tod. Noch eben hatte ich die neuesten WhatsApp- Nachrichten genossen und wollte gerade einen Anruf starten, als sein kleines Display für immer schwarz wurde. <br>Sämtliche Wiederbelebungsversuche waren erfolglos und so blieb mir nichts weiter übrig, als das arme kleine Ding für tot zu erklären. <br>Mir blieb nichts Weiteres übrig, als die üblichen Formalia einzuhalten…</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Nach einer erfolgreichen Entnahme von SIM-Karte und Speicherkarte zu Transplantationszwecken wurde das Mobilgerät zu seiner wahrscheinlich letzten Ruhe zurück in seinen Originalkarton verbracht. <br>Eine spätere Obduktion durch professionelle Elektronikforensiker ist mittels einer Exhumierung jederzeit möglich, aber wahrscheinlich nicht zielführend. <br>Nach gründlicher Analyse der Kosten einer neuromantischen Wiederbelebung, wurde vom Finanzausschuss ein negativer Bescheid erstellt. <br>Somit wird das betreffende Mobilfunkgerät nach einer angemessenen Trauerzeit (sprich Lieferzeit) durch ein Ersatzgerät abgelöst. Das Gremium zur Untersuchung des Vorfalles spricht den Endnutzer von sämtlichen Vorwürfen eines schadhaften Fehlverhaltens frei und genehmigt ihm die erneute Adoption eines mobilen Endgerätes.</p><cite>Aus dem offiziellen Gremiumsprotokoll zum  TOP 31 &#8211; Sonderkommission Mausebärs Handy vom 13. Mai</cite></blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Am Mittwoch, den 13. Mai, wurde zur Trauer von Angehörigen und Freunden das Mobilfunkgerät: <br><strong>Samsung Galaxy J3 des Typen SM-J330F/DS mit der IMEI NO: 353757099191858</strong> <br>an einen besseren Ort berufen. <br>Es tat stets seine Pflicht und blieb auch unter schlimmsten Bedingungen seinem Endnutzer treu ergeben. <br>Ob im Spiel oder in der Arbeit war es stets ein treuer Gefährte und hinterlässt eine Lücke, die nur schwer zu füllen sein wird. <br>Es trauert der Endnutzer Mausebär sowie Familie und Freunde. <br><br>Die Beisetzung wird im allerengsten Familienkreis stattfinden. <br>Von Blumenspenden wird gebeten Abstand zu nehmen und stattdessen eine Spende an den Endnutzer zu entrichten.</p><cite>Sterbeanzeige vom  13. Mai , entnommen aus dem Mausebärischen Tagesblatt, erschienen am 14. Mai in virtueller Auflage</cite></blockquote>



<p>Ja, es war ein grauer Tag, plötzlich verschwand die Sonne aus meinen tränendurchfluteten Augen. <br>Zittern durchfuhr meinen Körper, als ich auf die sterblichen Überreste des mir so vertrauten Gerätes in meinen Händen blickte. <br>Mit zitternder, aber fester Stimme, verkündete ich das unvermeidliche Ende eines elektronischen Lebens. <br>Ich blieb zurück mit düsteren Gedanken und vor allem einer Frage: Wieso? <br>Was hatte ich falsch gemacht? <br>Die unvermeidliche Frage nach meiner Mitschuld an diesem Todesfall zog mich in ihren düsteren Bann. </p>



<p>Wie so oft, wechselte ich zu meiner praktischen Seite. <br>Während in mir die tosenden Stürme der Trauer ganze Landschaften verwüsteten, versuchte mein rationales Ich sofort alle praktischen Probleme zu lösen. Ich tat, was in meiner Macht stand, ich recherchierte, holte mir Beistand und versuchte, Ersatz zu organisieren. Dennoch blieb immer ein eiskalter Stich in meinem Herzen. <br>Nie wieder werde ich es fröhlich vibrierend in meinen Händen halten. <br>Nie wieder wird es in mein Leben eintreten, nachdem es mir mit fröhlichem Klopfen die frohe Botschaft von neuen Informationen gegeben hat. <br>Nie wieder wird es mich morgens sanft mit einem meiner Lieblingsliedern wecken. <br>So viele Dinge, die wir gemeinsam erlebt haben, versinken in einer dichten Nebelwand aus Trauer. </p>



<p>Und wieder frage ich mich, warum ich derjenige bin, der zurückbleibt. <br>Ist es mein Schicksal, alles zu überleben, was vor mir stirbt? </p>



<p>So oft habe ich über all die Medienabhängigen gelacht. Doch jetzt merke ich selbst meine Abhängigkeit. <br>Der gestrige Abend voller unheilschwangerer Ruhe trieb mich ermattet in Morpheus Arme und kein froher Signalton riss mich aus meinem gotteslästerlichen Schlaf. <br>Der Gedanke, dass dieser Zustand jetzt noch mehrere Tage, vielleicht sogar Wochen, anhalten soll, widert mich einfach nur an. <br>Was soll ich mit all der verlorenen Zeit, die ich sonst so vergnüglich mit allerlei unnützen Nachrichtenupdates, Wetterankündigungen und Werbemails verbracht habe, anfangen? <br>Und wer informiert mich über wichtige Dinge des Lebens meiner Freunde und Bekannten? <br>Tagelang kein Threema, kein Whatsapp und keine Anrufe oder SMS. </p>



<p>Nur billig kann ich mich mit Facebook, Google Duo und Email trösten, vor allem da dies alles mich an einen Ort bindet. <br>Kein Facebook-Update auf der Toilette, keine Ankunftsankündigung, während ich mich im Auto auf die Abfahrt vorbereite. Keine lustigen Bilder, die plötzlich auftauchen, während ich im Bett onaniere und die mein Leben mit Spannung bereichern. <br>Es wird eine traurige Zeit voller nervenzerfetzender Ruhe. </p>



<p>Wie konnten die Menschen früher nur ohne Mobiltelefon überleben? <br>Eigentlich gar nicht, die meisten sind gestorben und auch für die letzten Verweigerer sehe ich nicht, dass sie noch lange überleben werden. Ich behaupte mal, dass jeder, der die Mitte dieses Jahrhunderts lebendig erreicht, ein Mobilfunknutzer ist. <br>Das bedeutet, ich befinde mich zur Zeit in unmittelbarer Lebensgefahr. <br>Ich hoffe auf Beistand und Hilfe durch meine nächsten Freunde und Angehörigen. <br>Sollte ich dennoch in den nächsten Tagen versterben, dann verhüllt meine Schande, dass ich es ohne mobile Erreichbarkeit tat.</p>



<p>Euer Trauerflor tragender Mausebär (td) – zur Zeit telefonisch nicht erreichbar</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Wenn Dummheit wehtun würde&#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2020 11:53:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Dummheit]]></category>
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		<category><![CDATA[Satire]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorsicht! Ein provokanter und zynischer Text, vom heute mental extrem angefressenen Mausebär, dem Gandalf nachher in den Kommentaren eher Weinerlichkeit als Biss diagnostizieren wird.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">&#8230;wüssten die dummen Menschen endlich, wie sich die intelligenten Menschen fühlen.</h3>



<p>Vorsicht! Ein provokanter und zynischer Text, vom heute mental extrem angefressenen Mausebär, dem Gandalf nachher in den Kommentaren eher Weinerlichkeit als Biss diagnostizieren wird.</p>



<p>Manchmal wünsche ich mir, ich wäre dumm &#8211; richtig einfach gestrickt. <br>Manchmal wünsche ich mir, meine Umwelt würde mich berechtigt für einen Kleingeist halten. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Was verbinde ich mit Dummheit ? </h5>



<p>Für mich begründet sich Dummheit in seinen Bestandteilen Arroganz, Ignoranz und Unschuld. <br>Dummheit bedeutet für mich das Gegenteil der von Kant beschworenen Aufklärung. <br>Quasi das wohlige Suhlen im Sumpf der selbstverschuldeten Unmündigkeit, statt des von Kant geforderten Aufbegehrens. <br>Schaue ich mir diese drei von mir genannten Bauteile der kognitiven Toastbrothaltung an, merke ich, dass alle drei Begriffe einer kurzen Erklärung bedürfen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Arroganz</h4>



<p>Für mich bedeutet Arroganz schlicht ein eingebildetes Verhalten, oder besser erklärt, die Meinung, man wäre etwas ideales oder einzigartiges und natürlicherweise im Recht. <br>Sein eigenes Handeln weder zu hinterfragen, noch zu reflektieren, gehört ebenso dazu, wie die tatsächliche Überzeugung, stets im Recht zu sein. <br>In seiner Höchstform wird die Arroganz zur Egomanie, also einem absolut übersteigerten Geltungsbedürfnis, das kein anderes Ego neben dem Eigenen erlaubt. Somit verbietet die eigene Selbstbezogenheit, dass Kritik überhaupt wahr genommen wird und jegliche Form des Zweifels perlt am Teflonschutz der eigenen Selbstbezogenheit ab. <br>Ein arroganter Mensch sucht natürlich niemals die Schuld in seinem eigenen Handeln, sondern findet immer andere Schuldige. Jeglicher Situation steht er unberührt gegenüber und erhält sich eine Haltung der natürlichen Überlegenheit und Unberührbarkeit. <br>Gerne wäre ich so arrogant, dass mir die Welt einfach nichts mehr anhaben könnte, da ich voller Überzeugung meiner eigenen Fähigkeiten, einfach sämtliche Kritik locker durch die Hose weg atme. <br>Leider gelingt mir das nur in Zuständen der Wut und der Verzweiflung und das ist nicht gerade mein angestrebter Zustand.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Ignoranz</h4>



<p>Unter Ignoranz verstehe ich die unglaubliche Filterleistung des Gehirns, alles, was nicht ins eigene Weltbild passt, konsequent zu übersehen. <br>Das ist natürlich ein sehr energieaufwendiger Prozess für die grauen Zellen, so dass nicht viel Arbeitskapazität für andere Dinge übrig bleibt &#8211; und so ist der ignorante Mensch auch noch damit gesegnet, sich über die meisten Dinge einfach keine Gedanken machen zu müssen. Selbst harte Fakten prallen gründlich an der schusssicheren Lage Ignoranz des Gehirnes mancher Menschen ab. <br>Es wäre einfach wunderbar, gewisse Dinge nicht mehr aktiv zu bemerken und sich nicht dauernd über Zusammenhänge Gedanken zu machen. <br>Einfach erfrischend eine luftige Brise durch den Kopf wehen zu lassen und den großen Fragen des Lebens mit heiterem Desinteresse gegenüber zu stehen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Unschuld</h4>



<p>Unschuld ist der krasseste Teil des Dummheitskomplexes, weil er tatsächlich eine nicht reproduzierbare Geisteshaltung ist. <br>Meist wird diese spezielle Form der kognitiven Einschränkung nur bei Kindern angetroffen. <br>Es geht nicht mehr um die eigene Selbstüberzeugung oder das bewusste Ignorieren, sondern tatsächlich um Unwissenheit. <br>Eine innere Reinheit, die aus Urvertrauen und Hoffnung zusammengesetzt ist, die noch nicht durch ätzenden Zynismus, giftigen Sarkasmus oder bissige Ironie verschandelt, oder gar vernichtet wurde. <br>Es ist die reine Form der Naivität, die manche Sachen einfach nicht glaubhaft erscheinen lässt, weil die Welt einfach nicht so sein kann. <br>Ich frage mich häufig, welcher Umstand mein Ego schon in frühester Kindheit defloriert hat, so dass ich mich nicht an die selige Zeit der unbekümmerten Kindheit erinnern kann, bzw. diese niemals erlebt habe. <br>Manchmal wünsche ich mir, mein Verstand wäre nicht befruchtet von all dem schrecklichen Wissen und nicht geschändet durch zahlreiche Erfahrungswerte.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die Einigkeit der Dummheit</h4>



<p>Die Dummheit des Einzelnen besteht nach meiner Theorie aus verschiedenen Anteilen der drei von mir genannten Faktoren. <br>Dabei gibt es durchaus verschiedene Geschmacksfarben im immensen Spektrum der von mir anerkannten Dummheit. <br>Ähnlich wie in der Farbenlehre sind diese drei Grundstoffe so etwas wie die Grundfarben, aus deren Mischung der verschiedenen Anteile die jeweilige individuelle Farbe entsteht. <br>Zu diesen Dreien mischen sich noch die beiden Nicht-Farben &#8211; Weiß, für mich hier stellvertretend für die persönliche Bildung und den Wissensstand und Schwarz, was ich wiederum als den Hang zu Dogmatismus und Absolutismus sehe, also dem unreflektierten Annehmen vorgefertigter Meinungen. <br>Aus diesem Cocktail mischt sich dann der individuelle Farbton, der dann von mir, wiederum mit der unsachlichen Methode der Interpretation, eingeordnet wird. <br>Manchmal hilft mir der ein oder andere Mit-Beobachter bei der Auswertung des Farbspektrums, aber viel zu oft stellt es halt nur meine Meinung dar.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Warum wäre ich denn gerne dumm?</h4>



<p>Die Frage müsste eigentlich anders herum lauten &#8211; warum verstehe ich mich nicht gerne als intelligenten Menschen? <br>Um es kurz zu machen, in Intelligenz steckt eine ungeheure Verantwortung. Schon als Kind wurde ich mit Phrasen gepeinigt.</p>



<ul class="wp-block-list"><li><em>„Du bist doch klug genug, um es besser zu wissen!“ </em></li><li><em>„Der Klügere gibt nach!“ </em></li><li><em>„Du musst doch Verständnis haben&#8230;“ </em></li><li><em>„Denk doch mal nach, Du bist doch nicht dumm.“</em></li></ul>



<p>Und während ich noch in den frühen Lebensjahren für meine Aufnahmefähigkeit gelobt wurde, endete das spätestens mit der Konfrontation mit dem deutschen Bildungssystem. </p>



<p>Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass ich sehr häufig zwischen den beiden Seiten „Klugscheißer mag keiner“ und „mit Deinen Fähigkeiten ist das doch ein Klacks für Dich“ stecke. <br>Natürlich habe ich die Fähigkeit der Perspektivenübernahme erlernt und geübt, aber niemand hat mich je gewarnt, dass ich scheinbar damit die Verpflichtung eingehe, diese auch nutzen zu müssen. <br>Natürlich habe ich mir Bildung angelesen, aber erwächst daraus die Verpflichtung, diese zum Wohl meiner Umgebung zu nutzen? <br>Warum dürfen dumme Leute ungestraft dumme Dinge tun, aber ich muss immer den „besseren“ Weg wählen, nur weil ich nicht naiv genug bin? <br>Wer hat eigentlich das Recht, diese Erwartungen an mich zu stellen und mir ein schlechtes Gewissen einzureden, nur weil ich mich mal nicht sozial kompetent verhalten will?<br>Die Konsequenzen seines Handelns abschätzen zu können, erscheint mir an manchen Tagen wie ein böser Fluch, den jeder halbgebildete Trottel gegen mich verwenden darf. </p>



<p>Ich habe es mit Alkohol und anderen Drogen versucht. <br>Ich habe es mit Abkehr von der Welt versucht. <br>Ich habe es mit anderen Mitteln versucht. </p>



<p>Aber immer durchschaut irgendwer meine Fähigkeit, kognitiv zu agieren und hat dann Erwartungshaltungen bezüglich meiner gepeinigten Person. <br>Wenn ich aber meinerseits nur die kleinste Erwartung an die minderbemittelten Menschen in meinem Umfeld stelle, und sei es nur einfach mal, mich nicht mit ihrem „dummen Gesülze“ zu belästigen, dann wird mir gleich Gemeinheit unterstellt.</p>



<p>Heute war wieder so ein Tag, an dem ich aufgrund meiner kognitiven Fähigkeiten aufgefordert wurde, meine emotionalen Befindlichkeiten, im Sinne der Sache an sich, hinten anzustellen.</p>



<p>Was mache ich falsch &#8211; ich versuche mich doch jederzeit als ignorant und arrogant darzustellen und würze meine Reden häufig genug mit absoluten Aussagen, sich widersprechenden Dogmen und durchschaubaren Indoktrinierungen? <br>Was soll ich noch tun, um für dumm genug gehalten zu werden, dass ich einfach mal schmollen darf und nicht erwartet wird, dass ich mich vernünftig verhalte?</p>



<p>Ich habe es satt, ich will auf den Arm und getröstet werden.</p>



<p>Euer vom „Besser-Mensch“ sein absolut erschöpfter Mausebär</p>
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		<title>Ich bin ein Narzisst &#8211; also feiert mich !!!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Apr 2020 12:26:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne Tücher]]></category>
		<category><![CDATA[Jubiläum]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine denkwürdige Festrede oder eine  feierliche Andacht von dem gerade durch den 25. Beitrag sehr feierlich berührten Mausebär]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Eine denkwürdige Festrede oder eine  feierliche Andacht von dem gerade durch den 25. Beitrag sehr feierlich berührten Mausebär</p>



<p>Heute feiere ich ein kleines Jubiläum, denn ich schreibe gerade den 25. Beitrag in der Rubrik „Mausebärs Philosophien“. <br>Exakt am 30.03.2020 veröffentlichte ich den ersten Text in dieser brandneuen Rubrik unter dem Titel: „Lagerkoller &#8211; Eine Betrachtung meiner persönlichen Krise“. <br>Seitdem habe ich in 23 weiteren Texten meine Gedanken in die Öffentlichkeit gesandt. <br>Und jetzt folgt der 25. Text, also schon ein kleiner Grund, stolz auf mich zu sein. </p>



<p>Aber auch ein Grund, ein wenig Zwischenbilanz zu ziehen. <br>Für mich bedeutet dieses Jubiläum auch 25 Tage &#8222;Leben mit der Krise&#8220;. <br>25 Tage Lagerkoller mit all seinen Vorteilen und Nachteilen. <br>Was hat mir also die Krise bis jetzt gebracht?</p>



<p>Als erstes will ich feststellen, dass alles gar nicht so schlimm ist, wie befürchtet. <br>Einfach mal so gesagt. Ich will mich jetzt gar nicht über irgendwelche Details bezüglich Corona auslassen, das Fass mache ich bestimmt nicht auf. Auch über die vielen Theorien um den Zustand schere ich mich nicht, da ich es zur Zeit einfach nicht einschätzen kann. Manche wilden Theorien belustigen mich am Rande und hin und wieder spielt auch meine Fantasie mit der Einordnung der Geschehnisse in das „große Bild“, aber der Spaß daran ist nur marginal. Der ein oder andere Witz über die Krise entlockt mir noch ein müdes Lächeln, aber auch als Humor-Steinbruch hat die Krise schon vollständig abgebaut. <br>Gestern gab es dann noch den Aufreger des Tages mit der Mundschutzpflicht, aber selbst da regt sich mein innerer Wutbürger nur mäßig auf. <br>Bei mir entsteht Corona-Lethargie. </p>



<p>Seit 25 Tagen bin ich jetzt zu Hause und ärgere mich, dass ich die niedrigen Spritpreise nicht ausnutzen kann und vergesse dabei, dass ich ziemlich viel Sprit einspare. War ich vor der Krise noch recht häufig unterwegs, bewege ich jetzt mein Auto maximal ein- bis zweimal in der Woche. Ich lebe den ganzen Tag zuhause. <br>Und obwohl ich am Anfang noch fürchtete, ich würde auf der Couch festwachsen, bin ich doch aktiver als vorher. Ich komme nicht mehr viel zum Fernsehen, da ich im digitalen Raum unterwegs bin. <br>Ganz neue Projekte tun sich für mich auf und ich habe große Pläne (Nein, nicht die Weltherrschaft – noch nicht!). </p>



<p>Die Distanz ermöglicht es mir, so offen wie nie zuvor zu kommunizieren. Meine antrainierten und bewährten Masken funktionieren weder im Videochat, noch in der direkten Konfrontation mit mir selbst. <br>Genau diese Konfrontation bedeutet das Schreiben für mich. Der erste Leser den ich habe, merkt sofort was am Text unehrlich ist, weil er es formuliert hat. Ich kann mich schlecht selbst austricksen &#8211; und das stellt sich mittlerweile als mein größter Trick heraus. <br>Es tut mit gut, ehrlich über mich zu schreiben und mit mir selbst ins Gericht zu gehen. <br>Jeden Tag nehme ich mir die Zeit und gehe meinen Gefühlen nach, mal selbstkritisch, mal satirisch und manchmal auch tragisch. <br>Das plane ich nicht, das strukturiere ich nicht und das verfälsche ich auch nicht. <br>Meine Texte kommen aus dem Kopf, dem Magen oder dem Herzen, aber immer größtenteils ungeschminkt – ein wenig &#8222;aufhübschen&#8220; darf sich ja jede Lady, also auch ich &#8222;Ehren-Girlie&#8220;. <br>So schaffe ich zwar keine einheitliche Qualität, aber das will ich gar nicht. Hätte ich Bock auf Einheitsbrei, würde ich euch jeden Tag die Fortsetzung eines Schundromans präsentieren. <br>Meine Texte gehen mit mir spazieren und ich kenne nur den Anfang. Den Weg bestimmt der Fluss in meiner Arbeit und das Ende ist meist nicht im geringsten das, welches ich am Anfang geplant habe. <br>Es gibt auch kein Script und kein Gerüst, ich schreibe, korrigiere ein paar Fehler, setze das Ergebnis in ein anständiges Format und lasse dann die fleißigen Lektoren darüber schauen. Der Inhalt und auch der Weg werden dabei niemals verändert, nur ein paar Stolpersteine werden ausgemerzt, damit sich meine Leser nicht die geistigen Füße stoßen. </p>



<p>Das ist übrigens gerade eine gute Abzweigung zurück zum Thema, denn das bedeutet ja auch, dass ich jetzt zum 25. Mal mich auf eine Redaktionssitzung mit zwei meiner Lieblingsmenschen freuen kann, die mich stolze 25 Tage ertragen haben. <br>Das ist eine beachtliche Leistung von Sonja und Alex. <br>Und wahrscheinlich werden sie mir auch beim 25. Mal vorgaukeln, dass ihnen etwas an meinen literarischen Machwerken gefällt. Auch darüber freue ich mich wie ein Schneebär (oder so ?!?). <br>Was gibt es noch zu sagen? <br>25 Mal ist mir etwas eingefallen, über das ich schreiben kann. Ich glaube, ich habe noch für weitere 25 Tage Themen in mir drin. <br>Damit komme ich auch zu meiner inneren Frage, wie lange wird die Krise noch andauern? </p>



<p>Wann darf ich meine Freunde endlich wieder in die Arme schließen? <br>Wann kann ich wieder &#8222;Penis-Witze&#8220; mit meiner Lieblingsgruppe teilen – live und direkt? <br>Und wann wird dieser Lifestyle zur Gewohnheit? <br>Ich befürchte ja, die Phase nach der Krise wird viel mehr Krise für mich, als alles, was gerade passiert. Mich wieder Umgewöhnen an meine neue/alte Lebensweise, wird ein langwieriger und schwieriger Prozess. <br>Da bei mir gerade auch so viel einfach rund läuft, befürchte ich auch eine schmerzhafte Trennung von meinem Inselparadies auf dem Dachboden, von dem aus ich mit der ganzen Welt verbunden bin. <br>Jahrelang träumte ich immer mal, davon ein Einsiedler zu sein. Am liebsten so ein Schmuckeremit – das sind Menschen, am häufigsten Männer, die in alten Zeiten, von den privaten Besitzern größerer Parkanlagen, zumeist in England, dafür bezahlt wurden um, gleich einem Eremiten, einsam in dem Park in einer möglichst natürlichen Behausung, wie zum Beispiel einer künstlich angelegten Höhle, zu hausen und damit den Eindruck zu erwecken, der Garten hätte den mystischen Beiklang eines wild lebenden Philosophen (typisch Engländer) &#8211; in einer romantischen Parkanlage bei einem hübschen Schloss. <br>Dank Internet und anderen Kommunikationsmitteln wird der Gedanke immer verführerischer. <br>Gut, das regelmäßige Knuddeln würde mir fehlen, denn das fehlt mir zur Zeit auch ganz schrecklich.<br> Aber vielleicht bekomme ich dafür Besuch von meinen Freunden. Dann grillen wir auch in der herrlichen Parkanlage, fest versprochen. <br>Ein verführerischer Gedanke, aber auch völlig un-umsetzbar. <br>Und glücklich würde ich auch nicht werden. Vielleicht wäre ich die ersten 2 Wochen sehr zufrieden damit, vielleicht sogar 25 Tage, aber danach…</p>



<p> &#8230;danach müsste ich dringend wieder zu meinem Thema zurückkehren, denn das Ende meines Textes nähert sich so langsam. <br>25 Tage habe ich geschrieben und auch die nächsten 25 Tage werde ich weiterschreiben, wenn nichts dazwischen kommt, wie buhende Menschenmassen in meinem Vorgarten, eine total entnervte Redaktion, mein vorzeitiges Ableben, Zensur durch irgendwelche Geheimdienste oder andere Unannehmlichkeiten. <br>Man könnte quasi sagen, es ist Bergfest. </p>



<p>Und beim 50. Beitrag in den Chroniken der mausebärischen Philosophie werde ich sehen, wie es weitergeht.<br>Aber eines sage ich Euch, wenn es bis zum Beitrag Nummer 100 noch im täglichen Rhythmus geht, weil die Krise immer noch andauert, dann mache ich aber mal Ferien, mindestens einen Tag! <br>Morgen wird es wieder etwas anständiges (oder unanständiges) zu Lesen geben, das uns vielleicht wieder zum Grübeln oder Schmunzeln anregt, aber für heute bitte ich mir diese kleine Jubiläumsschrift zu verzeihen und hoffe, der ein oder andere freut sich mit mir auf die nächsten Beiträge vom Mausebär.</p>



<p>Es grüßt euch zum 25. Mal,</p>



<p>Euer Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)</p>
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		<title>Speaker´s Corner: Ich sehe Nachrichten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2020 19:33:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Leserbrief]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker´s Corner]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Text vom Udo Klingen über die Corona-Krise]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ein Text vom Udo Klingen -redigiert und mit einem Vorwort vom Thorsten Dürholt</p>



<p><em>Gerade habe ich einen Text von Udo bekommen, mit der Frage, ob dieser was für unsere Seite wäre. <br>Gut, das löste erstmal einen Sturm an Gedanken bei mir aus. <br>Ist es richtig, wenn ich anderen Autoren erlaube, in unserem Blog zu posten? <br>Welche Rubrik muss ich dafür eröffnen? </em><br><em>Wie weit darf ich als Lektor redaktionell eingreifen? <br>Dann las ich den Text nochmal und stellte fest, ja, diese Meinung muss auch auf unsere Seite. <br>Vieles ist mir als Redakteur unserer Online-Präsenz noch neu, aber schon Baden-Powell sagte &#8222;Learning by doing&#8220;. </em><br><em>Frei nach diesem Vorsatz präsentiere ich euch den wunderbaren Text &#8222;Ich sehe Nachrichten&#8220;.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Ich sehe Nachrichten.</h2>



<p>Ich sehe Nachrichten. <br><br>Ich höre nur noch Corona. <br>Ich höre große Zahlen, sie benennen die Zahl der Menschen die mit dem Covid-19-Virus infiziert sind. <br>Ich höre kleine Zahlen, sie benennen die Menschen, die genesen sind. <br>Ich höre noch kleinere Zahlen, sie benennen die Menschen, die am Virus verstorben sind. <br>Ich höre, dass ich um Himmels Willen nicht glauben soll, was nicht über die Großen Medienanstalten verbreitet wird. <br><br>Ich höre/sehe Nachrichten. <br><br>Ich höre, dass die Lieferketten nicht mehr funktionieren. <br>Ich höre, dass die Wirtschaft vor einer Rezession steht.<br>Ich sehe mehrere Tage die gleichen Bilder von den gleichen Straßen und Plätzen mit nur wenigen Menschen. <br>Ich höre/sehe Interviews von den wenigen Passanten, die ALLE befürworten, was die Regierung/Behörden von uns verlangen. <br>Wir dürfen uns nicht treffen, um dem Virus eine Ausbreitung zu erschweren. <br>Ich sehe Bilder von leeren Regalen in Supermärkten. <br>Es fehlen Mehl, Hefe, Milch und vor allem Toilettenpapier. <br>(Eigene Beobachtung- auch Nudeln und einige Konserven sind in den Regalen nur noch wenig bis gar nicht vorhanden). <br><br>Ich stelle mir Fragen. <br><br>Ich frage mich sind die Leute verrückt? <br>Sind die Leute gierig?… <br>Ich frage mich warum Interviews nur von den gleichen, oder fast nur von den gleichen Menschen gesendet werden. <br>Ich frage mich ob es keine Menschen gibt, die andere Meinungen haben?</p>



<p></p>



<p>Diese Zeilen schrieb ich Anfang vergangener Woche, doch während des Schreibens erschien es mir völlig sinnlos, es aufzuschreiben und/oder in der Phönixgruppe zu posten.</p>



<p>Heute Nachmittag ging ich einkaufen. Ich brauchte nur wenige Dinge. <br>Ich gehe immer mit Rucksack zum einkaufen, daher brauche ich so gut wie nie einen Einkaufswagen.<br>Vor dem Supermarkt wurde ich aufgefordert, einen Wagen zu nutzen. <br>Mein Freiheitsdrang und meine Abneigung, mich Bevormunden zu lassen sprangen sofort an. Ich zuckte jedoch nur mit den Schultern. Ich schüttelte leicht den Kopf und nahm artig einen Einkaufswagen &#8211; vor Wut spürte ich Brechreiz. <br>Ich ging direkt zur Kasse, da wo man Tabak bekommt. Wieder einmal war meine bevorzugte Marke nicht erhältlich. <br>Innerlich vor Wut schäumend, doch äußerlich vollkommen ruhig, verließ ich mit leerem Wagen den Laden. <br>Ich sagte freundlich &#8222;Tschö&#8220; , zu dem Türsteher, aber ich dachte: &#8222;Du Arschloch hast mich genötigt, diesen dämlichen Wagen hier rum zu schieben&#8220;.<br>Ich brauchte über eine Stunde um mich wieder ab zu regen.<br>Bin ich bekloppt?? <br>Warum rege ich mich so auf, ich muss doch Verständnis für die Angst der Menschen haben.<br>Etwa eine Stunde später fing ich hier an, weiter zu schreiben.<br>Beim Schreiben wurde mir klar, dass ich nicht auf den Türsteher sauer bin. Ich bin auch nicht wirklich sauer, weil ich nicht meinen Tabak bekommen habe.<br>Ich bin Stinksauer, weil die Medien die Leute dermaßen in Panik versetzen, dass es zu solchen unsinnigen Maßnahmen kommt. <br>Sowas wie den Zwang, einen Einkaufswagen zu nutzen.<br>Es ist auch nicht wirklich der Einkaufswagen, der mich so tierisch nervt.<br>Es ist das, was ich nicht zu denken wage.<br>Es ist das, was da wohl noch auf uns zu kommt.<br>Es ist die Möglichkeit, dass die im Moment so oft praktizierte Solidarität, die Hilfsbereitschaft unter den Menschen umschlagen kann.  <br>Und zwar umschlagen in Rücksichtslosigkeit und Gewalt.<br>Ich will keine Nachrichten mehr schauen, doch einem inneren Zwang folgend, schaue ich sie mir doch an.<br>Ich höre/sehe eine französische Krankenschwester, die von Nachbarn aufgefordert wird, weg zu ziehen, weil sie ja schließlich mit kranken und infizierten Menschen in Kontakt kommt.</p>



<p>Träume ich `nen Endzeitfilm???<br>Oder passiert grade das, was mit bzw., aus Raumschiff Enterprise hervor ging &#8211; jeder hat einen kleinen Kommunikator, nennt sich Handy/Smartphone.<br>Bin ich Paranoid ?</p>



<p>Nun, die Zukunft wird es zeigen.</p>



<p>Udo Klingen</p>



<p><em>Habt ihr auch Texte, die zu uns passen und wollt ihr diese unserer Redaktion anvertrauen, setzt euch mit uns in Kontakt und sendet uns euer Material zu. <br>Vorerst gerne unter info@erfahrungsexperten-niederrhein.de  </em></p>



<p><em>Demnächst auch sicher an eine eigene Redaktionsadresse</em>,</p>



<p>Für die Redaktion,</p>



<p>Thorsten Dürholt</p>
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