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	<title>Musik &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<title>Musik &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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		<title>Speaker&#8217;s Corner: Weißt Du wer ich war? Weißt Du wer ich bin?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Apr 2020 13:07:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[Unser Gastautor Sascha Rück gibt uns eine kleine Kostprobe aus seiner Musikapotheke (editiert und präsentiert von Thorsten Dürholt)]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Unser Gastautor Sascha Rück gibt uns eine kleine Kostprobe aus seiner Musikapotheke (editiert und präsentiert von Thorsten Dürholt)</strong></p>



<h5 class="wp-block-heading"><em>Wieder mal ein Wort vorab.</em></h5>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ein kleines Déjà-vu kommt bei mir auf, habe ich doch vorhin noch in der Redaktion den vorherigen Text von Sascha bearbeitet. Schwupps, fliegt uns ein neuer Beitrag in unser verwaistes Postfach. Und ich habe wieder die Ehre, ihn einzuleiten (auch &#8211; oder nur &#8211; weil ich ihn zuerst gesehen habe). Ehre meine ich in diesem Kontext nicht als Floskel, denn Sascha (mein Kommunikationstrainer) mag keine Floskeln &#8211; die sind zu unverbindlich. Die Ehre liegt für mich darin, dass er Zeuge unserer Arbeit als Redaktion wurde und uns einen weiteren Text anvertraut. </em><br><em>Dieses Vertrauen ehrt mich und unser gesamtes Team. <br>Es ist eine Wertschätzung, die unsere gemeinsame Arbeit definiert &#8211; und vielleicht sogar uns, als Erfahrungsexperten, ausmacht. Das ist ein Teil der Antwort auf die Frage:&#8220;Weißt Du wer ich bin?&#8220; </em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Und schon kann ich überleiten&#8230;</em></p>



<h4 class="wp-block-heading">Prolog: Weißt Du wer ich bin? Weißt Du wer ich war? Weißt DU wer ICH war?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Redaktionssitzung mit Mausebär, Schmusehamster und Leonessa ergriff mich wieder der Drang zu schreiben. <br>Mein Körper lechzte nach einer Mütze Schlaf, da ich seit 6 Uhr früh wach war. Mein Geist übernahm kurz mit einem &#8222;Schnauze&#8220; die Kontrolle und übergab an den &#8222;Autoschreiber&#8220;, der sich begierig vors Laptop setzte und anfing sich auszutoben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da ich beschlossen habe, meine Texte mit Musik zu unterlegen, widme ich mich heute dem Thema:<br>Wer war ich früher, wer bin ich heute?<br>Ich bin immer noch auf kaltem Entzug. Vielleicht mag das der Grund sein, dass mit einem mal Gedanken vom Hirn in die Außenwelt dringen, die ich zu lange und zu krampfhaft versucht habe zurückzuhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Musikapotheke geht heute seltsame Wege &#8211; zu der Überschrift wurde ich von Juliane Werding inspiriert.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Graue Wolken verhingen das Land<br>Ich wusste nicht wohin<br>Nah am Meer stand ein einsames Haus<br>Der Wind strich durch die Tür<br>Und ich sah einen riesigen Saal<br>Mit Spiegeln an der Wand<br>Doch in keinem hab ich mich erkannt&#8230;<br><br>Weißt Du wer ich war? Weißt Du wer ich bin?<br>Bettler oder Königin?<br>Weißt Du wer ich bin? Weißt DU wer ICH war?<br>Ich konnte gar nicht glauben was ich sah&#8230;<br>Die Spiegel zeigten mich mit anderem Gesicht&#8230;<br>Die Spiegel zeigten MICH&#8230;</p><cite>Juliane Werding &#8211; <em>Weißt Du wer ich bin?</em></cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke zurück an die Zeit, als es mir richtig mies ging.<br>Meine 15-jährige Beziehung war ein Scherbenhaufen, ich war überlastet von der Arbeit und funktionierte nur noch.<br>Meine damaligen Kollegen sahen eines Tages mein eingefallenes Gesicht, meine gebeugte Haltung und drängten darauf, einen Arzt aufzusuchen.<br>Mein Hausarzt tat das einzig Richtige: er zog mich aus dem Verkehr und gab mir die Adresse der Psychologischen Instituts Ambulanz (PIA).<br>Er sah mich vor einem Burnout und riet mir dringend die PIA aufzusuchen, um weiteres Unheil zu vermeiden.<br>Nach zwei Beratungsgesprächen und einigen Arbeitsunfähigkeitsverlängerungen später fand ich einen Therapieplatz in einer ambulanten Tagesklinik.<br>Nach meiner Vorstellung dort war ich nach 14 Tagen Wartezeit drin.</p>



<h4 class="wp-block-heading">1. Akt: Dancing into Danger </h4>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Watching you waiting<br>Checking on every move that you make<br>If we could dancing into danger (I&#8217;m gonna get you now&#8230;)<br>You keep hesitating<br>Knowing you pay for any mistake<br>You won&#8217;t be dancing into danger (I&#8217;m gonna get you now&#8230;)</p><cite>Inker &amp; Hamilton &#8211; Dancing into Danger</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Ich betrat die Tagesklinik und fragte mich: Was erwartet mich da? Können die mir helfen? WOLLEN die mir helfen oder mich nur ruhigstellen?<br>Eins hatte ich mir vorgenommen: Betäuben lasse ich mich nicht. <br>Und die Psychopharmaka, die mein Ex wie Smarties gefuttert hatte, wollte ich ganz bestimmt NICHT nehmen. Jedenfalls nicht freiwillig.<br>Glücklicherweise war die Oberärztin diesbezüglich verständnisvoll und erklärte mir, auf welches Medikament sie mich einstellen wollte und welche Nebenwirkungen es hatte.<br>Ich ließ es zu. <br>Ich tanzte in die Gefahr.</p>



<h4 class="wp-block-heading">2. Akt: Brand New Day </h4>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>I&#8217;ve stayed in one place for too long <br>Gotta get on the run again <br>I saw the one thing that I want <br>Hell bent, get outta bed <br>I&#8217;m throwing rocks at your window <br>You&#8217;re tying the bed sheets together <br>They say that we&#8217;re dreaming too big <br>I say this town&#8217;s too small &#8230;<br><br>Dream <br>Send me a sign <br>Turn back the clock <br>Give me some time <br>I need to break out <br>And make a new name <br>Let&#8217;s open our eyes <br>To the brand new day <br>It&#8217;s a brand new day</p><cite><em>Ryan Starr</em> &#8211;  Brand New Day (Theme from &#8222;Lie to me&#8220;)</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"> Mit der Zeit lernte ich in den Gruppentherapien über mich zu reden, meine Gefühle (wo ich als Aspi dachte ich habe keine &#8211; welch Irrtum&#8230;) zu äußern und wieder für mich selber einzustehen.<br>In den letzten Wochen vor meiner Entlassung lief mir dann der Mausebär über den Weg.<br>Wenige Stunden später merkte ich, dass offenbar das Schicksal mir jemand zur Seite gestellt hat, der mich lehrte, vieles auch aus einer anderen Perspektive zu sehen.<br>Im Gegenzug revanchierte ich mich mit Kommunikationstraining.<br>Ich bin froh, dass es so gekommen war. <br>Mausebär half mir durch diese Zeit wie kein anderer und sorgte mit dafür, dass ich ein neues Heim bekam, mich von meinem alten Leben endgültig verabschiedete (wenn auch mit jeder Menge Schulden durch Neueinrichtung einer Wohnung und Umzug) und wieder stabil in den Gleisen lief.</p>



<h4 class="wp-block-heading">3. Akt: The Promise you made </h4>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p> [&#8230;] Could I rely on your faith to be strong?<br>To pick me back up and to push me along?<br><br>Tell me<br>You&#8217;ll be there in my hour of need<br>You won&#8217;t turn me away<br>Help me out of the life I lead<br>Remember the promise you made<br>Remember the promise you made&#8230;</p><cite><em>Cock Robin</em> &#8211; The Promise you made</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Rückblickend habe ich mich in den letzten drei Jahren, seit ich Mausebär kenne, sehr verändert.<br>Ich lasse nicht mehr zu, mich zu irgendetwas missbrauchen zu lassen.<br>Ich gebe meine Meinung kund. <br>Vorteil eines Aspis ist, dass er niemals lügt. <br>Er kann es nicht und er will es nicht, weil es zu anstrengend ist.<br>Der Nachteil davon ist, er geht damit (manchmal) Leuten tierisch(st) auf den Geist.<br>Die Erfahrung lehrt mich, nicht mehr in Geduld zu verharren wie ein Lamm, das zum Schlachter geführt wird.<br>Auch darum bin ich gespannt, wohin mich dieses &#8222;Autoschreiben&#8220; führen wird.<br>In der Redaktionssitzung sagte das Team einstimmig: &#8222;Wenn Du solche Texte voll verpeilt raushaust, was kommt dann zum Vorschein wenn Du BEWUSST schreibst?&#8220;<br>Auweia, so weit denke ich erstmal noch nicht.</p>



<h4 class="wp-block-heading"> Epilog: Changes</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Hier lasse ich einfach den Text für sich sprechen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><br>I&#8217;m moving through some changes<br>I&#8217;ll never be the same<br>Something you did touched me<br>There&#8217;s no one else to blame<br><br>The love we had has fallen<br>The love we used to share<br>We&#8217;ve given up pretending<br>As if you didn&#8217;t care<br><br>Change changing places<br>Root yourself to the ground<br>Capitalize on this good fortune<br>One word can bring you round<br>Changes<br><br>I look into the mirror<br>I see no happiness<br>All the warmth I gave you<br>Has turned to emptiness<br>The love we had has fallen<br>The love we used to share<br>You&#8217;ve left me here believing<br>In love that wasn&#8217;t there<br><br>Change changing places<br>Root yourself to the ground<br>Word to the wise &#8211; well you get what&#8217;s coming<br>One word can bring you round<br>Changes<br><br>When I look into your eyes and try to find out how<br>There&#8217;s no way to save it now<br>And everything I feel<br>Changes<br>Keep looking for<br>Changes<br>Changes<br><br>For some reason you&#8217;re questioning why<br>I always believe it gets better<br>One difference between you and i<br>Your heart is inside your head<br><br>One word from you<br>One word from me<br>A clear design on your liberty<br>Who could believe when love has gone<br>How we move on like everyone<br><br>Only such fools<br>Only such jealous hearts<br><br>Only through love changes come<br><br>Change changing places<br>Root yourself to the ground<br>Capitalize on this good fortune<br>One word can bring you round<br>Changes<br><br>One road to loneliness<br>It&#8217;s always the same<br>One road to happiness<br>It&#8217;s calling your name<br><br>Change changing places &#8211; changes<br>Root yourself to the ground<br>Capitalize on this good fortune<br>One word can bring you round<br>Changes<br><br>Change changing places<br>Changes<br>Root yourself to the ground<br>Word to the wise &#8211; well you get what&#8217;s coming<br>One word &#8211; one word can bring you round<br>Changes</p><cite>Yes &#8211; Changes </cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Grüße vom Polarbär</p>



<h5 class="wp-block-heading"><em>Das letzte Wort dem Mausebär</em></h5>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Songauswahl löste bei mir gleich eine Assoziationskette aus. </em><br><em>Ich habe &#8211; ehrlich gesagt &#8211; einen anderen Musikgeschmack und landete geistig sofort bei dem Song &#8222;Changes&#8220; von Black Sabbath (ich danke für den Ohrwurm). </em><br><em>Wahrscheinlich werde ich auch gleich mal meine &#8222;Musikapotheke&#8220; aufsuchen. Nach einem &#8222;bewaffnetem Überfall&#8220; (bei dem ich mir das harte Zeug hole), werde ich mich mit einer (annähernden) Überdosis gutem Hardrock abschießen. </em><br><em>Wenn ich alter Sack damit durch bin, werde ich in sanftere Gefilde gleiten. </em><br><em>Ich hoffe, die Musik überbrückt für Dich die unangenehme Zeit.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Liebe Grüße,</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Thorsten Dürholt</em></p>
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		<title>Speaker&#8217;s Corner: Noch einer dieser Tage&#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Apr 2020 15:56:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Asperger]]></category>
		<category><![CDATA[Depressionen]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrung]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfsmittel]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker´s Corner]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein persönlicher Einblick von unserem Gastautor Sascha Rück (Redaktionell bearbeitet und mit einem Vorwort von Thorsten Dürholt)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein persönlicher Einblick von unserem Gastautor Sascha Rück (Redaktionell bearbeitet und mit einem Vorwort von Thorsten Dürholt)</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Zu meiner großen Freude präsentiere ich Euch erneut einen Text von einem Gastautor.<br>Auch diesmal ist es wieder eine sehr persönliche Betrachtung, über die ich mich aufrichtig freue. <br>Sascha ist ein guter Freund von mir, was es schwer macht, den Text objektiv zu betrachten, aber das muss ich zum Glück auch gar nicht. <br>Ich hoffe, dass wir bald häufiger Gastautoren bei uns begrüßen dürfen und lade Euch jetzt ohne weitere Umschweife zu Saschas Text ein&#8230;</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Noch einer dieser Tage&#8230;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist das erste Mal, dass ich versuche meine Gedanken zu verschriftlichen.<br>Als Aspi und Kommunikationsass sollte mir dies nicht schwer fallen.<br>Tatsächlich fühle ich mich gerade eher in einem automatischen Schreibmodus, dass irgendwie Ballast mal aus meinem Hirn raus muss und aus Distanz und von Anderen betrachtet wird.<br>Ich bitte daher im Voraus um Verständnis, wenn mein innerer Lektor dieses Mal ausgeschaltet bleibt und ich &#8211; wie schon erwähnt &#8211; einfach automatisch schreibe.<br>Mausebär mag es dann in der Redaktion diskutieren und entscheiden, ob es veröffentlicht wird oder nicht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Prolog &#8211; Wild River</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Einer dieser Tage&#8230;das war ein Beitrag von Mausebär.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einer dieser Tage war gestern, wo ich mich tatsächlich in einem Zustand befand, wo ich kurz vor einem &#8222;Meltdown&#8220; stand.<br>Mir war alles zu viel.<br>Mein derzeitiger Job macht mir zwar Spaß, allerdings &#8222;bettel&#8220; ich schon seit Antritt der Stelle um eine behindertengerechte Ausstattung des Arbeitsplatzes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei meinem alten Arbeitgeber gab es dafür eine Schwerbehindertenvertretung &#8211; man ging hin, formulierte sein Anliegen, was man brauchte. Es kostete einen Anruf und eine E-Mail an den Integrationsdienst der Stadt und zwei bis drei Wochen später hatte man das Verlangte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier in der Niederlassung existiert (noch) keine Schwerbehindertenvertretung (SBV). Anträge werden über die Gesamt-SBV des Konzerns &#8211; welcher in Hamburg sitzt &#8211; geleitet und diese sollte im Idealfall für die Bereitstellung der notwendigen Mittel sorgen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Erster Akt &#8211; Das Drama nimmt seinen Lauf</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Weit gefehlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich äußerte, dass ich aufgrund meiner Schwerbehinderung eine besondere Ausstattung brauche, wurde ich erstmal schräg angeschaut.<br>Nun gut, der Betriebsrat (BR) erbarmte sich meiner, nahm meine Anliegen auf und leitete sie weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und es geschah &#8211; nichts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Rückfrage wurde mir mitgeteilt, dass dies erstmal über die Rechtsabteilung des anderen Standortes laufen musste (ich frage mich immer noch warum, da das Sozialgesetzbuch (SGB) alles klar vorgibt).<br>Nach weiteren zwei Wochen &#8211; in denen nichts geschah &#8211; und mehrere Interventionen an den BR später übergab man den Vorgang an die lokale Personalchefin.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zweiter Akt &#8211; Das Inferno</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann geschah etwas, was ich zwar schon vorausgeahnt hatte, was bei mir wiederum Frustrationen auslöste und in eine schwere depressive Episode führte. Symbolisch hätte ich mir in diesem Moment den Strick genommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wurde tatsächlich &#8211; und allen Ernstes &#8211;  gefragt, warum ich diese Hilfsmittel benötige (es handelt sich dabei um drei Monitore und einen Laptop).<br>Ich wies &#8211; zum Glück mit Hilfe eines BR-Mitgliedes, welches bei diesem Gespräch auf meinen ausdrücklichen Wunsch dabei war &#8211;  darauf hin, dass mir diese technischen Hilfsmittel meine Arbeit erleichtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Antwort kam dann: &#8222;Ja, nur im Zuge der Gleichberechtigung müssten das dann ja deine Kollegen auch haben. Hast Du nicht etwas Schriftliches, eine Empfehlung eines Arztes oder Psychiaters?&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">WTF &#8211; ich bin derjenige, der Hilfe braucht und muss mich allen Ernstes noch für meine Behinderung rechtfertigen?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Dritter Akt &#8211; Planet der verlorenen Zeit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Und da schaltete ich ab. Ich habe den Rechtfertigungsmodus so satt gehabt die ganzen Jahre, BEVOR meine Behinderung als solche festgestellt wurde.<br>Und hier geht es wieder von vorne los, weil sämtliche Leute keine Ahnung haben, wie man den Integrationsdienst als Arbeitgeber kontaktiert und um Unterstützung bittet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Letztendlich lieferte ich die lokale Adresse und man sicherte mir zu, mich sobald wie möglich zu informieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies ist jetzt auch schon wieder zwei Wochen her. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin durch Home Office gezwungen, mit einem aufs Minimalste ausgestatten Rechner und einem(!!!) Monitor zu arbeiten. Recherche kann nicht betrieben werden, da die IT-Regeln jede Seite, die aus Google weiter herausführt, blockt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück zu gestern.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vierter Akt &#8211; Samurai</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war durch das Wetter nicht gerade gut drauf &#8211; Wetterumschwünge führen bei mir zu Kopfschmerzen, die ich dann massivst mit Medikamenten unterdrücken muss, um funktionsfähig zu sein.<br>Und bedingt durch fehlende Psychopharmaka war ich seit Tagen auf kaltem Entzug, was mir meine Arbeit nicht wirklich erleichterte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem dann gestern mit Mühe und Not einige Reporte fertiggestellt waren, holte ich mir einen weiteren Kollegen ins Boot.<br>Ich war fertig, ich zitterte, ich hatte Mühe, mein äußeres Konstrukt zu wahren. Dennoch gelang es mir, mein Anliegen nochmal dringendst zu schildern, auch mit dem Hinweis, dass ich so nicht effektiv und effizient arbeiten kann und will.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Gespräch war mir wirklich zum Heulen.<br>Ich konnte es nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also ging ich auf Youtube und suchte mir was aus meiner Musikapotheke.<br>Es lief viel von Michael Cretu.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Samurai<br>Wild River<br>Zeitlose Reise<br>Planet der verlorenen Zeit</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und bei jedem Lied fühlte ich mich mieser. Ich postete sie auf Facebook mit einem Emoticon.<br>War es ein Hilfeschrei? <br>Lediglich eine Person hat diesen gehört und fragte mich, was passiert sei.<br>Ich habe nicht geantwortet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Epilog &#8211; Zeitlose Reise</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Heute wachte ich nach einer unruhigen Nacht mit weiteren Kopfschmerzen auf.<br>Okay, das war ein STOP meines Körpers (oder Geistes?).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem täglichen Teamgespräch nahm ich mir heute frei. Ich wollte und konnte nicht mehr.<br>Immerhin kam heute eine kurze Rückmeldung, dass sich die IT Abteilung telefonisch Montag bei mir melden will.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit dröhn ich mich aus meiner Musikapotheke mit Enya zu.<br>Macht nicht abhängig und beruhigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hoffe, wenn die Hilfestellung der &#8222;Happy Pills&#8220; eintrifft, dass ich dann wieder den Logiker (Vulkanier) in mir zum Vorschein bringe, der alles unter Kontrolle hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Falls Euch Ideen kommen, was ich noch machen kann, kommentiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grüße vom Polarbären </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Es ist natürlich maximalfäkalisiert, wenn man in seinen Problemen vom Wohlwollen anderer Personen abhängig ist. Schlimmer noch: wenn der &#8222;Gegner&#8220; eine Organisation ist, in der sich jeder Ansprechpartner auf die Sachkompetenz anderer beruft. Da hilft nur Geduld und zähes &#8222;daran herum nagen&#8220;. <br>Persönlich kenne ich &#8222;solche Tage&#8220; aus der &#8222;liebevollen&#8220; Zusammenarbeit mit dem Jobcenter, wo schon manche imaginäre Bissstelle die Tische garniert. <br>Im Namen der Redaktion wünsche ich Dir, lieber Polarbär, ganz viel Kraft und statt dauernd in trauriger Musik zu ertrinken, rate ich Dir zur Kontaktaufnahme mit wohlmeinenden Freunden. Manchmal muss der innere Verdauungsendproduktsbestand einfach sachgerecht entsorgt werden. </em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Also bleib mit uns im Gespräch.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Liebe Grüße,</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Thorsten Dürholt</em></p>
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			</item>
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		<title>Bob der Baumeister und das Empowerment</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2020 11:24:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Empowerment]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker&#039;s Corner]]></category>
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					<description><![CDATA[Musik weckt Emotionen und verbindet Gedanken und Gefühle. Wie oft schafft es ein einzelner Song gleichzeitig unsere Ideen und Phantasie anzuregen und mit den passenden Emotionen zu versehen? Geschichten und Träume verschmelzen und werden zu einem persönlichen Gefühl und langsam, über die Zeit bildet sich der persönliche Soundtrack unseres Lebens.]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Eine Betrachtung vom Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt) </p>



<p class="wp-block-paragraph">Musik weckt Emotionen und verbindet Gedanken und Gefühle. Wie oft schafft es ein einzelner Song gleichzeitig unsere Ideen und Phantasie anzuregen und mit den passenden Emotionen zu versehen? Geschichten und Träume verschmelzen und werden zu einem persönlichen Gefühl und langsam, über die Zeit bildet sich der persönliche Soundtrack unseres Lebens. <br>Musik trägt uns und Musik empowert uns,egal ob es der Beat im Fitnessstudio, der aufbauende Song auf dem Weg zur Arbeit oder die Herzschmerz-Schmonzette bei einer romantischen Angelegenheit ist. Ja, selbst beim Liebesleben kann die passende Musik Wunder wirken.  <br>Aber was hat dass jetzt mit Bob dem Baumeister zu tun? <br>Als ich Mitte bis Ende der ´90 Jahre fleißig (manchmal) zur Schule ging um an meinem Abitur zu basteln, hatte ich einen Radiowecker. Dieser war, nicht zuletzt aus Gründen der Eitelkeit, auf einen englischsprachigen Sender eingestellt, von dem ich mich morgens wecken ließ. <br>Nach dem ich jahrelang EinsLive gehört hatte und morgens den Ponyhof zum Aufwachen lieb gewonnen hatte, brauchte ich was Neues. Und dann war meine morgendliche Stimulanz ein englisches Programm mit zwei Moderatoren die sich stundenlang über „Who let the Dogs out“ zu amüsieren wussten. Als Jugendlicher genoss ich diese Art von Humor. <br>Dann eines Morgens hatten sie etwas Neues gefunden. Der neue „heiße Scheiß“ kam aus einer englischen Kinderserie und so ertönte es jeden Morgen aus meinem Radio, immer wieder als Ausrufezeichen… <br>Bob the Builder – Can we fix it? <br>Bob the Builder – Yes, we can! <br>Es war ein Ohrwurm, es drängte sich in meinen Verstand und es machte etwas mit mir. Es motivierte mich. Es machte mich fröhlich und Zuversichtlich. Die Musik war aufbauend und positiv, was mir morgens gut gefiel und der Refrain brannte sich als Slogan ein. Anscheinend war ich nicht der einzige der das so sah, den selbst ein, nicht ganz unwichtiger, Politiker benutze Teile des Slogans für seinen Wahlkampf. <br>Was machte das Ganze so magisch? <br>Über die Melodie kann ich nicht berichten, denn es ist schwer Musik mit Worten zu Beschreiben. Ich bin kein Musikwissenschaftler, daher urteilt selbst, der Song ist bestimmt auf YouTube zu finden. Worüber ich was sagen kann ist der Text. Warum ist er so Bedeutsam? Die Antwort ist simpel (wie der Text) und besteht aus zwei Teilen, der Form und dem Inhalt.  <br>Die Form lädt mich ein mitzumachen, eine Frage wird gestellt &#8211; „Can we Fix it?“ &#8211; und ich werden eingeladen zu antworten – „Yes we can!“-. Der Hörer wird zum Teil des Songs und zum Teil der „Yes we Can!“- Bewegung. Ich werden mitgenommen und kurze Zeit haben ich das Gefühl, ich könnte Alles. <br>Als Ohrwurm bleibt es einen guten Teil des Tages bei mir und zwingt mein Gehirn mir dauernd zu sagen „Yes, we can!“. Wenn das mal nicht Empowerment ist. Aber auch die Frage enthält viel. Das englische „Fix it“ hat mehrere Bedeutungen (wie viele englische Wörter). <br>Es steht nicht nur für das reparieren von etwas kaputten, sondern auch ein Termin kann „gefixt“ werden, eine Abmachung ein Vertrag. Dinge die Schieflaufen, Schiefgelaufen sind, ja sogar schieflaufen könnten, alles kann „gefixt“ werden. Sozusagen präventives reparieren. Und somit erwächst in mir der Gedanke, man kann alles wieder gerade biegen, alles reparieren, alles in den optimalen Zustand (zurück-) bringen. <br>Ein hoffnungsvolles Gefühl, den es bedeutet, auch ich kann mich fixen. <br>Aber halt, Stop! <br>Da ist noch eine Ebene, „Yes, we can!“, „Ja, wir können“. <br>Nicht ich, nicht Du. Nein, Wir können. Zusammenhalt ist das Stichwort. Zusammen kann man alles reparieren. Zusammenarbeit bringt alles in das richtige Maß. Die Gruppe ist stärker als ihre einzelnen Teile. Alles dieses steckt in einem kurzen „Yes, we can!“. <br>Ob der Autor das gewusst hat? War es Absicht oder Zufall, diese fundamentale Weisheit? <br>Ich werde es nie erfahren, aber Hauptsache ich bin dabei und sage voller Zuversicht „Yes, we can“. <br>Stimmt mit mir ein und werdet Teil davon, einfach mal Ja zu sagen und zu glauben, dass wir es schaffen können, ich freue mich auf Euch. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer, zuversichtlich trällernde Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt) </p>



<p class="wp-block-paragraph">P.S.: Wie steht es mit eurem „Soundtrack des Lebens“? Gibt es da einen speziellen Song von dem ihr mir erzählen wollt? Oder soll ich mehr von meinem Soundtrack des Lebens berichten? Lasst mir einen Kommentar da…</p>
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