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	<title>Politik &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<description>Selbsthilfe, Genesungsbegleitung und Betroffenenbeteiligung</description>
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		<title>Speaker&#8217;s Corner: Entgendern ?!?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Sep 2022 12:04:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär (Thorsten Dürholt) wirbt als Kompromiss für die "gendergerechte Sprache" mit der Methode "Entgendern nach Phettberg"]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Ein Kompromiss den ich unterstützen kann</h3>



<h4 class="wp-block-heading">Ein Beitrag vom Mausebär (Thorsten Dürholt), der einen versöhnlichen Schritt in Richtung Gendergerechtigkeit gehen will.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Vor wenigen Tagen habe ich geschrieben, warum ich meine persönlichen Texte nicht gendern werde. <br>Nach wie vor vertrete ich diese Haltung, aber der zunehmende Druck der Gesellschaft, beziehungsweise eines kleinen, aber sehr lauten Teils der Gesellschaft, zwingt mich dazu, Kompromisse zu finden. <br>Zumindest für bestimmte Auftragsarbeiten und Schreiben, die ich in Vertretung einer Körperschaft mache, die dem Gedanken des Genderns aufgeschlossen gegenüber steht.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was aber macht Sprache Gendergerecht?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Persönlich denke ich verstanden zu haben, dass es darum geht, die Sprache so zu gestalten, dass die Bilder, die sie vermittelt, nicht mehr auf einen geschlechtlichen Archetyp hinweisen. Einigen Menschen ist das generische Maskulinum immer noch zu sehr mit dem Gedanken einer männlichen Vormachtstellung verbunden. <br>Ob dieser Gedanke gerechtfertigt ist, das ist ein ganz anderer Konflikt, den ich hier nicht erörtern werde, denn beide Seiten in dieser Diskussion haben valide und weniger valide Argumente.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Aber was ist dann Gerecht?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Gerecht wäre es, wenn es einen Weg gäbe, alle Menschen, gleich ihres biologischen oder sozialen Geschlechtes immer dann anzusprechen, wenn es sich um eine heterogene Gruppe (also mehr als nur eine geschlechtliche Identifikation in der Gruppe vorhanden) handelt, das Geschlecht nicht bekannt ist (und nicht angenommen werden soll) oder es schlichtweg in dem Moment keine Rolle spielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diesen Effekt kann man zum Beispiel erlangen, in dem man alle Menschen anspricht, zum Beispiel als Leser*innen oder Leser_Innen. Hier soll verdeutlicht werden, dass sowohl Menschen, die sich als Leser, als auch Personen, die sich als Leserin identifizieren, angesprochen sind. Das zusätzliche Sternchen oder der Unterstrich (oder beliebige andere Zeichen) stehen hierbei, für alle diejenigen, die sich in den klassischen Geschlechterrollen nicht wiederfinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Kritik daran ist, dass diese Schreibweise nicht nur kompliziert ist, woran man sich gewöhnen könnte (was ein guter Hinweis darauf ist, dass die geschlechtliche Identität auch nicht immer einfach ist), sondern vor allem, dass es nicht integriert, sondern eigentlich ausgrenzt. <br>Aus der <em>Gruppe der Leser</em>, werden die Gruppen <em>der Leser</em>, <em>der Leserinnen</em> und <em>der Lese-was-auch-immer</em>. Eine vorher homogene Gruppe, geeinigt im Konsum der selben Literatur, zerfällt zu mindestens drei verschiedenen Gruppen. <br>Das mag gerecht sein, ist aber meiner Meinung nach nicht inkludierend.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was ist das Problem?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt stehen sich sogar mindestens zwei Probleme gegenüber. <br>Zum einen die gerechtfertigte Forderung der Menschen, in die Sprache inkludiert zu werden und einen Platz darin zu finden und zum anderen die verbitterte Ablehnung des generischen Maskulinums aufgrund der umstrittenen Geschichte der Geschlechtergerechtigkeit. <br>Und das Ganze bitte inkludierend und machbar!</p>



<h4 class="wp-block-heading">Geht nicht? Gibt es Nicht!</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem hat eine einfache Lösung, nämlich das generische Maskulinum zugunsten eines generischen Neutrums abzuschaffen. <br>Richtig, jetzt kommen wir zum Entgendern. <br>Wenn das Problem darin besteht, dass sich manche Gruppen mit der Verwendung des Maskulinums nicht angesprochen fühlen, müssen wir ein neutrales Geschlecht entwickeln, das jeden einschließt, gleich seines Geschlechtes (oder anderer Sachen). <br>Die Lösung wäre, wie ich es schon lange vermute, aus der deutschen Sprache mit ihrem generischen Geschlecht eine Sprache mit einem natürlichem Geschlecht (wie in der englischen Sprache) zu machen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Kompliziert? Gar nicht!</h4>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Lösung gibt es bereits.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Thomas Kronschläger, promovierter Literaturdidaktiker der Technischen Universität Braunschweig und begnadeter Science Slammer, hat es geschafft, mich in einem <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.youtube.com/watch?v=1BfDggDMId4" target="_blank">Beitrag zu einem Science Slam</a> (eine Art Kurzvorstellung wissenschaftlicher Forschung und Ideen) und in einem <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.youtube.com/watch?v=EDpUMk4pddg" target="_blank">Interview</a> davon zu überzeugen, dass die Methode des Entgenderns nach Phettberg eine Lösung darstellt, die mich zufrieden stellt und für mich auch (zumindest da, wo nötig) anwendbar ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inspiriert durch den österreichischen Philosophen, Künstler und Kabarettist <a rel="noreferrer noopener" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hermes_Phettberg" target="_blank">Hermes Phettberg</a>, der diese Methode 1992 zuerst verwendete (es ist also etwas Erprobtes) schlägt Herr Kronschläger vor, wie es von Hermes Phettberg verwendet wurde, immer dann, wenn eine Person angesprochen wird, deren Geschlecht nicht bekannt oder im Kontext nicht erwähnenswert ist, die Grundform der Bezeichnung mit einem angehängtem „Y“ zu verwenden und den neutralen Artikel „Das“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/geschlechtergerechte-sprache-2022/346085/entgendern-nach-phettberg/" target="_blank">Ein guter Artikel</a> schaffte es, mir das Prinzip nahe zu bringen und endgültig verständlich zu machen, so dass ich ihn jedem interessierten Menschen empfehlen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So redet man dann, statt von <em>eine/r Ärzt*in</em>, von <em>ein Ärzty</em>. <br>Somit sind sowohl „<em>die Ärztin</em>“, als auch „<em>der Arzt</em>“ (und alle anderen Geschlechtsformen) in dem Begriff „<em>das Ärzty</em>“ inkludiert.<br>Sollte ich zum Beispiel nach einem Zahnarzt suchen in einer fremden Stadt, kann ich nach <em>einer Zahnärztin</em> fragen, wenn ich auf eine weibliche Repräsentantin der dentalen Künste bestehe oder nach <em>einem Zahnärzt</em>y, wenn mir das Geschlecht egal ist (wie es das bei mir normalerweise ist).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mehrzahl verwendet ebenfalls ein „<em>Das</em>“, beziehungsweise die Mehrzahl &#8222;Die&#8220;, als Artikel und die Grundform der Ansprache mit einem angehängtem „ys“. Aus <em>den Lesern</em> werden somit <em>die Lesys</em>.<br>Klingt kompliziert, aber schon zu meinen Zeiten der kurzen Besuche einer höheren Bildungsakademie wurde von Seiten der Studentenschaft oft von „<em>den Studies</em>“ gesprochen, da ist der Weg zu „<em>den Studys</em>“ ein recht kurzer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klar machte es das auch nicht alles einfacher, aber in der Wahl zwischen „<em>der/ die Oberbürger*innenmeister*innenassistent*in</em>“ und „<em>das Oberbürgysmeistyassistenty</em>“ finde ich das zweite sowohl einfacher im Sprachgebrauch, als auch deutlich leichter zu schreiben.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Mein Fazit</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird sicher Situationen geben, in denen es sprachlich wichtig sein kann, auf die Vielfalt der Menschen hinzuweisen und das sei den entsprechenden Aktivisten auch unbenommen, doch dies ist nicht inkludierend, sondern exkludierend.<br>Wenn man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen will, kann man halt entweder (gendergerecht) ein Apfel und eine Birne sagen oder (entgendernd) zweimal Obst. <br><strong>Inkludierend ist es, wenn man Obst sein darf und nicht, wenn man als liebe Äpfel und Birnen als zwei Gruppen angesprochen wird.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher werde ich da, wo genderneutrale Sprache wichtig ist, mich der Methode des Entgenderns nach Phettberg bedienen und diese auch als Lösung für die EaN UG anregen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich danke euch, liebe Lesys*</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer Mausebäry</p>



<p class="wp-block-paragraph">*Und ja, ich finde das auch niedlich und weich, etwas was die harte deutsche Sprache gebrauchen kann. „<em>Du Arschlochy</em>“ oder du „<em>mieses Schweiny</em>“ klingt gleich viel weniger aggressiv.</p>
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		<title>Speaker&#8217;s Corner: Betroffen oder Lack gesoffen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Sep 2022 10:40:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Speaker's Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär, der gerne schläft, stört sich an der neuen "Wokeness". Ein Kommentar von T. Dürholt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Was ist &#8222;Woke&#8220;?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Medien geistert ein Gespenst. Es nennt sich &#8222;Wokeness&#8220;. Die Menschen, die von diesem neuartigem Phänomen betroffen sind, nennen sich selbst &#8222;Woke&#8220;, also &#8222;erwacht&#8220; auf deutsch.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Aber woraus sind sie erwacht?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem Dornröschenschlaf der bürgerlichen Unschuld? Oder aus der Matrix unserer eigenen Moral (Schluck die blaue Pille)? Oder ist es nur eine Gegenbewegung, die sich nicht mehr als &#8222;Schlafschafe&#8220; bezeichnen lassen will?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Begriffen wie &#8222;Erwachen&#8220; denke ich sofort an Zeugen Jehovas (oder andere Sekten) und an Verschwörungsgläubige (Leute, die Verschwörungstheorien etwas zu ernst nehmen), also Menschen, die einem etwas fanatischem Gedankenkonstrukt folgen, in dem sie die Wahrheit erkannt haben wollen. Seltsame Religiöse Gemeinschaften, Holocaust-Leugner, UFO-Fans, Corona-Feinde, Echsenmensch- und dunkle Eliten-Erkannthaber &#8211; alle diese Leute glauben daran eine Wahrheit gefunden zu haben und somit aus dem Schlaf der Unschuld geweckt worden zu sein.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Welche Sekte steckt nun hinter den &#8222;Woken&#8220; Menschen?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Kampfbegriffe wie &#8222;Intersektionaler Feminismus&#8220;, &#8222;Kulturelle Aneignung&#8220;, &#8222;Gendergerechtigkeit&#8220;und &#8222;Cancelculture&#8220; sind die undefinierte Wahrheit der &#8222;woken&#8220; Gemeinschaft. Zumeist Grundlagen für Stellvertreterkriege von Leuten, die, natürlich ungefragt, gefühlte Minderheiten vor ihrer vermeintlichen Diskriminierung retten. Die Weiterführung des sogenannten &#8222;White Knightings&#8220;, bei dem in Internetforen oder Diskussionen ein selbsternannter weißer Ritter den vermeintlich hilflosen Opfern eines Shitstorms beispringt. Zumeist ohne Ermächtigung seitens des Opfers. Und das im Prinzip nicht nur um dem vermeintlichen Opfer zu helfen, sondern um sich selbst als gute Person zu profilieren. <br>Dieses Phänomen ist nun nicht nur auf die sozialen Medien, sondern auch (dank dem Engagement des öffentlich-rechtlichem Rundfunks, der meiner Meinung nach von so etwas die Finger lassen sollte) in die politische Diskussion eingezogen. Und dankbar nehmen diverse politische Randparteien (Wie die Linke und die Grünen) diese neuen Themen auf, um ihre eigene Agendalosigkeit aufzubrechen. Und hier wird es dann gefährlich. Denn der Unsinn (ja, das ist meine Meinung) einiger Weniger wird plötzlich zum Diktat für die Massen aufgewertet und führt zu einer sinnbefreiten Gefährdung unserer persönlichen Freiheit.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was sagen die Betroffenen?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Stört es die indigenen amerikanischen Ureinwohner, dass deutsche Kinder &#8222;Cowboy und Indianer&#8220; spielen und sich zu Karneval als Indianer verkleiden, also einer romantischen Form der Vorstellung eben jener indigenen Kulturen? Ich glaube nicht, denn es sind nur Kinder. Es stört sie wahrscheinlich genauso wenig, wie es mich stören würde, wenn sich ein Amerikaner (egal ob indigen oder nicht) zum Oktoberfest eine Lederhose anzieht und sich deutsch vorkommt.<br>Stört es den einfachen Rastafari, wenn sich ein junges Mädchen Dreadlocks stehen lässt? Ich glaube, dass geht ihm am Hinterteil vorbei, denn es ist nur eine Frisur.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was ist mein Fazit?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der Krieg für die Rechte anderer ist immer eine gefährliche Sache, denn man neigt dazu sich zu verrennen. Ich denke, genau das passiert im Moment hier in der öffentlichen Diskussion. Wir haben weitaus größere gesellschaftliche Probleme, als die Aufarbeitung des Kolonialismus, das letzte bisschen Frauenrechte rauszupressen oder die Debatte um die korrekte Anrede von Menschen.<br>Also bitte, liebe &#8222;woken&#8220; Leute, legt euch noch ein wenig hin, schlaft mal gut durch und wenn ihr dann aufwacht, versucht einfach mal, den Leuten zu helfen, die Hilfe brauchen.</p>
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		<title>Die Angst vor dem Geschlechterzeugs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 May 2020 11:56:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär (td) berichtet heute von seinen Gedanken zum gestrigen Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Mausebär (td) berichtet heute von seinen Gedanken zum gestrigen Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den heutigen Text habe ich schon gestern, am Sonntag, geschrieben, da sich mir ein interessantes Thema nahezu aufgedrängt hat. <br>Am Sonntag (dem 17.05.) war der &#8222;Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie&#8220;. <br>Das ist ein Tag, der mir auf mannigfaltige Weise einige Gedanken in den Kopf schießt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter anderem verwundert mich ein wenig die Zusammenstellung oder Durchmischung von zwei völlig separaten Themen, denn während sich Homo,- und Bisexualität auf die Orientierung des Geschlechtstriebes bezieht, sind Inter- und Transsexualität Bestandteile der sexuellen Identität. Quasi bezieht sich das Erste darauf, mit wem ich ins Bett gehen möchte und das Zweite darauf, als was ich ins Bett gehen möchte (also im Bezug auf Geschlechteridentität). <br>Ich frage mich natürlich auch, wo die Lobby für die Paraphilen sind, also Menschen, die sexuelles Interesse an z. B. Gegenständen (Objektophilie) oder Tieren (Zoophilie) haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für alle, die das jetzt falsch verstehen (wollen), ich habe weder Probleme mit Menschen, die nicht innerhalb der gewohnten Norm lieben, noch erst recht nicht mit Menschen, deren geschlechtliche Identität nicht mit dem biologischem Geschlecht übereinstimmt oder nicht in das gewohnte binäre System, das die meisten kennen, passt. Mich stört es weder, noch habe ich Angst davor, warum auch?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mich eher stört ist, dass in unserer Gesellschaft noch immer nicht angekommen ist, dass wir alle Individuen sind und es nun mal mehrere Möglichkeiten gibt, sich zu orientieren. <br>Ich verstehe auch nicht, was es mich angehen sollte, ob sich jemand vom Geschlecht her als Mann, Frau, keines von Beiden, beides Gleichzeitig oder Apache Kampfhubschrauber empfindet. <br>Ist mir völlig Wumpe! </p>



<p class="wp-block-paragraph">Genauso wenig, wie es mich interessiert, oder besser gesagt zu interessieren hat, welche Religion, Lieblingsessen bzw. Essgewohnheiten, Einstellung zu Drogen und Genussmitteln oder politischen Überzeugungen jemand für sich verinnerlicht. <br>In dem Punkt kann man sich zwar im Rahmen des gegenseitigen Kennenlernens mal austauschen, aber im Prinzip ist es für mich von gleicher Bedeutung, wie die Farbe der Unterwäsche der jeweiligen Person. <br>Ich danke da ganz extrem meinem inneren Egoisten, der mir vermittelt, dass wenn es keine Bedrohung ist oder wenn es kein gemeinsames Interesse ist, mach es Dir einfach und leg es unter der Rubrik „Egal“ ab. <br>Oder, um es noch konkreter zu sagen, solange mich keiner sexuell belästigt, in meiner Gegenwart andere Wesen sexuell belästigt oder sexuelles Interesse an der selben Person wie ich hat, dann ist es einfach irrelevant. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich verstehe immer noch nicht, wie jemand darauf eine Angst projizieren kann. <br>Gehen wir mal weg von der weit bekannten Angst des Mannes, im Gefängnis die Seife fallen zu lassen. Hierbei geht es um Vergewaltigung, die nur sekundär etwas mit Sexualität zu tun hat, sondern mehr mit Macht und Gewalt. Und ich behaupte auch einfach mal, dass weder homosexuelle Männer noch bisexuelle Männer unter der Dusche vergewaltigt werden wollen. Des weiteren behaupte ich sogar noch ganz dreist, dass es tatsächlich absolut gesundheitsschädlich sein kann, den Knastvergewaltiger als homosexuell zu bezeichnen. <br>Dass ich schon mehrfach in Gruppenduschen, auch mit homosexuellen Männern, geduscht habe und dabei niemals sexuell belästigt wurde, wage ich auf mehr als nur auf körperliche Unattraktivität meinerseits zu schieben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Prinzip sind die meisten Männer, die Vorurteile oder gar Angst vor Homosexualität haben, die ich bis jetzt kennen gelernt habe, eher sexuell an sich nicht wirklich gefestigt in ihrer Persönlichkeit. <br>Das klingt jetzt ziemlich böse von mir, aber ich glaube nun mal, dass Vorbehalte gegen menschliches Verhalten, andere Gruppen oder Kulturen immer zu einem gewissen Teil mit der eigenen Unsicherheit zu tun haben. <br>Als Mensch mit einem gefestigten religiösen Weltbild habe ich zum Beispiel kein Problem damit, andere von diesem Weltbild überzeugen zu müssen, da mir meine eigene Überzeugung reicht. <br>Genauso mit meiner Sexualität. Ich sehe mich in meiner Sexualität selbst als so gefestigt, dass ich nicht den Anspruch habe, dass andere mir dafür ihre Zustimmung erteilen müssen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eine traurige Angewohnheit unserer heutigen Welt, dass jeder Mensch betonen will, was er für eine „einzigartige Schneeflocke“ ist, in dem er oder sie (oder es) sich jeder Menge komischer Trends anschließt, um sich dementsprechend zu präsentieren. <br>Und während an anderer Stelle der Klau von Daten durch „böse Weltverschwörer&#8220; und „Unrechtsregime“ bemängelt wird, macht sich der &#8222;moderne Mensch&#8220; gleichzeitig in den sozialen Medien zum Affen und feiert seine Einzigartigkeit damit, dass er das selbe macht wie alle anderen in seiner Filterblase. <br>Wenn sich genug zusammenfinden, bildet sich eine Bewegung. Und da sich eine Bewegung ja bewegen muss, tut man das, in dem sich der fröhliche Mob protestierend versammelt und auf Missstände aufmerksam macht. <br>Nur in einigen Fällen, wie zum Beispiel bei mir, werden dabei so vehement offene Türen eingerannt, dass die fröhlichen Weltverbesserer durch den eigenen Schwung schon wieder durch die Hintertür verschwinden. <br>Da wundert sich der Haufen dann, dass ich ihn wie etwas betrachte, das bei mir durch die Hintertür verschwunden ist. Betrachtet dieses Bild ruhig mal biologisch. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist einfach komisch, teilweise aber leider nicht lustig, wie sich manche Menschen zu Verteidigern einer Sache in der Öffentlichkeit aufschwingen, die normalerweise keine Sau interessieren würde. <br>Manchmal geht es einfach nicht um Toleranz sondern um Akzeptanz. <br>Am Besten akzeptiere ich die Menschen, mit denen ich etwas gemeinsames habe. Und wenn sich diese Ebene gefunden hat, dann kann ich auch viele Ungleichheiten einfach übersehen. <br>Mich störte es nicht, wenn einer meiner Freunde gerne mit Männern ins Bett geht, machen die meisten meiner Freundinnen auch gerne. <br>Mich stört es auch nicht, wenn sich ein Freund, der laut Geburtsurkunde als männlich geboren wurde, sich als weiblich empfindet und damit, ganz natürlich für mich, zu meinen Freundinnen gehört. <br>Mich stört es nicht, wenn meine Freunde lieber Gemüse essen, weil ihnen Fleisch nicht schmeckt, oder ihnen gesundheitlich nicht bekommt, dann ist mehr für mich da. <br>In so vielen Punkten könnten wir uns doch darauf einigen, uns einfach gegenseitig zu akzeptieren. <br>Einfach mal egal sein lassen, wen der Typ, den man trifft, an der Hand hat, denn man will ja auch nicht erfahren, wer alles die eigene Angebetete als unmöglich bezeichnen würde. <br>Wir haben zur Zeit so viele tatsächliche Probleme auf der Welt, warum künstliche erschaffen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich mir etwas wünschen dürfte zum &#8222;Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie&#8220;, dann wäre es, dass dieser umbenannt wird zum &#8222;Welttag gegen die Angst vor der freien geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung&#8220;.<br>Denn das würde alle Konzepte mit einschließen und darauf aufmerksam machen, dass wir alle so leben und lieben dürfen, wie wir sind. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann können wir danach gleich bei Glaube und Kultur weitermachen und dann könnte es doch noch was werden mit einer höheren Ebene der Existenz. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz bewusst sage ich jetzt an dieser Stelle weder etwas zu meinen sexuellen Vorlieben, noch zu meiner geschlechtlichen Identität, nicht nur, weil es Teile der Leserschaft beunruhigen könnte, sondern vor allem, um mit gutem Beispiel voran zu gehen und mal einfach einzuladen, nachzufragen, wenn es jemanden, aus welchem Grund auch immer, interessiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer, mit seiner Sexualität, Geschlechtsidentität, Glaubensvorstellung und Moral äußerst zufriedener Mausebär (td), der andere Menschen ganz sorgenfrei lassen kann, was und wie sie sind.</p>
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