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	<title>Probleme &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<description>Selbsthilfe, Genesungsbegleitung und Betroffenenbeteiligung</description>
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	<title>Probleme &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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		<title>(M)ein Mittsommernachtsalptraum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Aug 2020 20:16:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Guerrilla-Texte ohne Mitwirkung der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Planung]]></category>
		<category><![CDATA[Probleme]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Subjektive Wahrnehmung]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute meldet sich der Mausebär (td) überraschend wieder mal aus der Versenkung. Mit einem ominösen Guerillatext, den ich zum Schrecken meiner Redaktion einfach so mal raushaue. ]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Heute meldet sich der Mausebär (td) überraschend wieder mal aus der Versenkung. Mit einem ominösem Guerillatext, den ich zum Schrecken meiner Redaktion einfach so mal raushaue. <br>Der Anlass? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab berechtigte Kritik daran, dass sich unsere Seite schon seit langem eher der Literatur widmet, als der eigentlichen Arbeit der Erfahrungsexperten. Ich fasse noch einmal zusammen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben eine Gruppierung gegründet um in der Betroffenenarbeit wirksam zu werden. <br>Das betrifft vor allem Personen, die von psychischen Krankheiten betroffen sind, sowie deren Angehörige und professionelle Kräfte, die in diesem Bereich arbeiten, soll aber kein ausschließliches Kriterium der Betroffenheit darstellen. <br>Auch Menschen mit anderen Erfahrungen und Problemen sind uns, beziehungsweise mir, wichtig und willkommen. <br>Um eine Möglichkeit des „Netzwerkens“ zu schaffen, haben wir uns entschieden unsere Onlinepräsenz zu erschaffen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich hat sie sogar Sonja erschaffen und ich fummele mit Alex ein wenig mit daran herum. <br>Diese Plattform sollte dazu beitragen uns zu koordinieren und unserer Arbeit ein zuhause zu geben. <br>Geplant war ein Forum, ein Veranstaltungskalender und halt Kontaktmöglichkeiten, auch für unsere Kooperationspartner. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir wurden von zwei Dingen eingeholt, oder quasi überholt, die unser Baby schneller aus der Taufe hoben, als wir geplant hatten. <br>Zum einen, der Tag der seelischen Gesundheit, dessen Organisation uns dazu nötigte unsere Idee „scharfzuschalten“.<br>und dann kam da diese Kleinigkeit namens Corona. <br>Aus irgendeinem verrückten Grund wollte ich in der Krise eine Chance sehen und fing an zu schreiben. Über mich und meine Ideen und Ansichten&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wurden 69 Texte, die als das „Coronatagebuch“, in meiner frisch gegründete Kategorie „Mausebärs Philosopien“ veröffentlicht wurden. <br>Ehrlich gesagt hätte ich mir vor dieser Zeit nie zugetraut ein Blogger zu sein, der zeitweise täglich seine Texte auf die Menschheit, oder den minimalen Teil der Selben, die das Ganze hier liest, los zulassen. <br>Ich bewarb alles brav auf Facebook, um die Reichweite zu erhöhen und um andere Leute mit in den kreativen Prozess einzubinden.<br> Leider blieben die Kanäle stumm. <br>Nur einige, wenige Auserwählte folgten meinem Beispiel und teilten Gedanken und Ideen mit uns auf unserem Blog. <br>Vielleicht denke ich im zu großen Maßstab und sehr wahrscheinlich brauchen die Dinge Zeit, aber das ist weder mein Problem, noch mein persönlicher „Alptraum“. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor einigen Wochen habe ich Spaß an der Prosa gefunden und bin froh, dass mein kleines Projekt so gut läuft. <br>Was daran besonders gut läuft, ist der Umstand, dass mir die Schreiberei eine Menge Dinge ersetzt, die ich vermisse. <br>Einige vermisse ich durch Corona, andere durch den gesundheitlichen Zustand meiner Frau und wiederum andere durch meine eigene Erkrankung, die ich bei weitem nicht so gut im Griff habe, wie ich es gerne nach außen darstelle. <br>Mein Fortsetzungsroman gibt mir gleichzeitig ein Ventil, mit meinen Problemen umzugehen, als auch ein Ziel,was mir hilft mich selber auf meinem Weg der Recovery fortzubewegen. <br>Die Hoffnung die gesamte Geschichte in nicht allzu ferner Zukunft als gebundenes Buch in meinen Händen zu halten ist für mich ein wichtiger Empowerment-Gedanke, der mich gerade zur Zeit „auf Kurs“ hält. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Dinge in meinem Leben laufen gerade suboptimal, jedenfalls gefühlt und ich stehe, mal wieder, vor riesigen Bergen an Problemen, die mir Angst machen. <br>Ich brauche keine Hilfe, oder ehrlicher gesagt ich bekomme schon Hilfe und rein rational geht auch alles seinen Weg, aber im Inneren bin ich ungeduldig und unleidlich. <br>Mein Leben macht mir gerade wenig Spaß und meine Möglichkeiten der fröhlichen Ablenkung sind durch Corona blockiert. <br>Was mir bleibt sind viele gute Ideen und weit zu wenige Ressourcen, um diese umzusetzen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Roman ist für mich ein sanfter Hügel auf dem ich wandere, der mir die Hoffnung gibt, erklimmbar zu sein und mich auf seinem Gipfel erhöht zu fühlen, statt dauernd nur durch ein Tal zu wandern. <br>Es regt meine Fantasie an und lässt mich hoffen, dass vielleicht, trotz der sehr geringen Wahrscheinlichkeit, die damit verbunden ist, ich etwas erschaffe, was meine eigen Existenz überdauert. <br>Dieses Buch ist mein Lottoschein und auch wenn es, realistisch gesehen, unwahrscheinlich ist, dass es je mehr als 10 Exemplare geben wird, beziehungsweise verkauft werden, erlaubt es mir die Hoffnung zu haben, die ich in vielen Teilen in meinem Leben bereits begraben habe. <br>Daher klammere ich mich, wie viele merken, an diese Utopie, da sie mich hoffen lässt und meinem innerem Pessimisten ungehemmt über den Mund fährt. <br>Ich verrenne mich nicht, denn ich weiß, dass meine Ideen nicht unbedingt realistisch sind. <br>Es geht am Ende auch nicht darum, dass ich eine Enttäuschung erfahren könnte, sondern darum, dass ich diesen Weg gehe und goldene Ziele mich motivieren, auch wenn ich sie niemals erreichen werde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun kommt die berechtigte Kritik, dass diese Romane ja nur bedingt auf unsere Website passen, denn der Bezug zu unserer Arbeit ist nicht deutlich genug. <br>Es freut mich dass es jemandem auch so wichtig ist uns trotz der eigenen Angst, man könne es ihm übel nehmen, darauf hinweist, welche Sorgen er sich in Bezug auf die Außenwirkung unseres Projektes macht. <br>Das Dilemma, dass sich mir als Alptraum anbahnt, fußt auf einem ganz gewaltigem und vor allem egoistischen Problem. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Verfassen meiner Texte ist der eine Teil meiner wohltuenden Freude, aber der mindestens genauso wichtige Teil ist die gemeinsame Lesung und das Lektorat mit meinen Mitstreitern. <br>Es ist etwas, was mich im bestem Sinne empowert und mir einfach gut bekommt. <br>Es hilft mir durch die Woche, genauso, wie mein wöchentlicher Spieltermin (natürlich Online) und das Treffen unserer Selbsthilfegruppe Phönix (leider auch online). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit viel Egoismus habe ich zwei Arbeitstage durchsetzen können, die meinem literarischem Werk gewidmet sind, was mir schon fast zu wenig ist, aber ich will ja nicht gierig werden. <br>Das Problem ist, dass meine Mitstreiter und auch ich noch diverse andere Verpflichtungen haben, die an unserer Energie knabbern und so lieb es auch von meinen beiden Lieblingslektoren ist, mich mit meiner Droge zu füttern, muss ich einsehen, dass es nur begrenzte Ressourcen von dem gutem Zeug gibt. <br>Das heißt eindeutig, dass es nur ein gewisses Kontingent von Texten gibt, die wir gemeinsam bearbeiten können, um sie online zu stellen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das hat nichts mit meinem Output an Texten zu tun, der weit höher liegt, sondern tatsächlich mit der Möglichkeit der Bearbeitung. <br>Da ich nicht jeden Tag ungeprüfte Texte voller grammatikalischer Fehler (wer welche findet darf sie gerne behalten, ich habe genug davon) veröffentlichen darf, da mir sonst die Redaktion mit dem unbedecktem Hinterteil ins Gesicht springt, ist meine Veröffentlichungsrate einfach gedeckelt. <br>Mit einer gewissen Beharrlichkeit durfte ich es auf fünf Texte pro Woche hoch handeln. <br>Das heißt aber auch, dass jeder Text, der mehr in die Idee unserer Seite passt, von meinem Kontingent an Romantexten abgezogen wird. Damit wird nicht nur die für mich dringend notwendige Freude der gemeinsamen Bearbeitung verringert, sondern auch mein Ziel der Vollendung weiter in die Ferne gerutscht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Da ich mich kenne, weiß ich, dass eine Verringerung meiner „Schlagzahl“ in kürzer Zeit zur Resignation führen wird und mein Romanprojekt sein vorzeitiges Ableben finden wird. <br>Ein Punkt der mir schon beim darüber Nachdenken unglaubliche Angst macht. <br>Da aber die Erfahrung gezeigt hat, dass sich im engeren und auch weiteren Umfeld der Erfahrungsexperten wohl der einzige bin, der eine gewisse Anzahl an alternativen Texten fabrizieren kann, oder will, die meine Fortsetzungsromane in ihrer Hinblick auf ihre Sichtbarkeit auf unserer Seite relativieren kann, stecke ich jetzt in einem Gewissenskonflikt.<br>Morgen wird die Redaktion tagen und das Thema wird sehr wahrscheinlich auf der Agenda stehen und es wird eine Entscheidung fallen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl der besagte Kritiker nicht auf meine Romantexte verzichten möchte, wird es schwer, nicht genau darüber zu diskutieren, denn es ist zu bezweifeln, dass wir plötzlich zwei bis drei Autoren finden, die uns genügend Texte liefern, um das gewünschte Gleichgewicht der Seite herzustellen. <br>Ich weiß, es wird natürlich das Vernunftsargument kommen, dass ich mir nicht soviel Druck machen muss. Schließlich hat mein Projekt objektiv gesehen ja Zeit. <br>Hat es aber subjektiv eben nicht. <br>Wie ich mich kenne, werde ich mich der Vernunft beugen und die Schlagzahl verringern, um mich vermehrt anderen Texten zuzuwenden und dabei wird, wie so oft in meinem Leben, wieder etwas in mir langsam absterben. <br>Mein Projekt wird langsam vor sich hin krepieren und eines nicht fernen Tages, werde ich sämtliche Dateien auf meinem Rechner in einem depressiven Schub einfach löschen und damit alles wegwerfen. Das ist ein Erfahrungswert, der mir wohlbekannt ist. <br>Daher gibt es für mich drei Lösungsansätze, die mir spontan einfallen:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Wir legen die Fortsetzungsroman auf eine andere Website um, oder veröffentlichen nicht mehr vorab, sondern schreiben das gesamte Buch vorerst intern weiter. Damit wird die Anzahl der „unpassenden“ Veröffentlichungen geringer, aber auch die Zahl der Veröffentlichungen insgesamt.</li><li>Ich verfasse eine angemessen Menge an alternativen Texten und veröffentliche meine Fortsetzungsgeschichte halt nur an ein oder zwei Tagen, während die anderen Tage anderen Texten gewidmet sind. Das erhöht signifikant die Wahrscheinlichkeit, das mein Projekt Roman in naher Zukunft einfach sterben wird.</li><li>Wir erhöhen die Schlagzahl an veröffentlichten Texten insgesamt, was sowohl die Qualität, als auch das Energielevel meiner Mitarbeiter signifikant belastet. Und mich natürlich entsprechend auslutscht.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">In allen Fällen sehe ich eine unbedingte Verlustsituation, die mich gerade einfach traurig macht. <br>Nicht aufgrund der Tatsachen, die berechtigt ausgesprochen wurden, sondern weil meine Seifenblase wieder zu zerbrechen droht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gäbe vielleicht noch die Möglichkeit, mich soweit zu fordern, dass ich mich partiell zurückziehe aus allen anderen Unternehmen und einfach alleine weiterschreibe, dann wäre ich aber unkontrolliert und würde wahrscheinlich durchdrehen in irgendeiner Form. <br>Das würde der Seite auch nicht dienen, daher stehe ich gerade vor der Wahl zwischen Pest und Cholera. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Innerlich habe ich Angst vor der Diskussion, die kommen wird und zu einem auf jeden Fall suboptimalen Ergebnis führen wird. <br>Die Realität hat mich erneut eingeholt und beweist mir gerade, warum ich nicht nur das Leben an sich, sondern mich im Besonderen, hasse. <br>Wäre ich fähig meine Sachen alleine auf die Reihe zu bekommen, oder einfach mehr Geduld zu üben, wäre das Problem nicht so groß, aber ich bin leider nicht der „Performer“ der ich gerne wäre. <br>Ich werde gleich noch einen weiteren Teil meines Romans schreiben, auch um in gewisser Weise mich noch daran zu erfreuen, solange es geht und dann mal abwarten, welches der vielen Schwerter, die über meinem Haupt schweben, morgen in der Teamsitzung gnadenlos auf mich einkracht, denn ich weiß keine Lösung, die allen Beteiligten gerecht wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer resignierter Mausebär (td)</p>
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		<title>Urlaub vom Ich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 May 2020 12:17:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Depressionen]]></category>
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		<category><![CDATA[Selbstreflektion]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein kleiner Vorfall bringt das ganze innere Gebäude des Mausebärs (td) ins wanken und er würde sich gern einen  Urlaub von sich selbst gönnen.]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Ein kleiner Vorfall bringt das ganze innere Gebäude des Mausebärs (td) ins wanken und er würde sich gern einen  Urlaub von sich selbst gönnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal in meinem Leben möchte ich einfach flüchten. Das ganze Chaos um mich herum einfach hinschmeißen und einfach weg. <br>Einfach mal mich ins Auto setzten und losfahren, ohne daran zu denken, zurück zukommen. <br>Losfahren, egal wohin und einfach was anderes zu machen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wusste gestern morgen noch nicht, dass es ein solcher Tag wird. Ich hatte einen guten Start in den Tag und ein angenehmes Gespräch am Mittag. Am Nachmittag hatte ich einen Zahnarzttermin und wider erwarten hat mich die neue Füllung kein Geld gekostet und auch nur wenige Schmerzen verursacht. Auf dem Rückweg fuhr ich noch eine bekannte Fast-Food-Kette an, um mir einen Snack zu gönnen. Ich kam mit einer braunen Papiertüte voller Leckereien zuhause an und holte einen Brief aus dem Briefkasten. <br>Als ich ihn dann im Wohnzimmer las, drehte sich mein Magen fast um. Ich konnte nicht mehr weiter essen. Ich las ein zweites Mal. Es war ein Schlag in die Weichteile. Ich will nicht auf die Einzelheiten eingehen, aber es war eine amtliche Bestätigung über einen absoluten Vertrauensbruch.<br>Es hat mich echt fertig gemacht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich versuchte die Situation zu klären und stieß auf Taube Ohren und einen vorwurfsvollen Mund. <br>Zurückgelassen wurde ich mit Fragen, Zukunftsängsten und Selbstzweifel. <br>Und jeder Menge Wut. <br>Ich tat das einzig Richtige, ich suchte das Gespräch mit Freunden. <br>Das half, aber trotzdem lag eine Nacht voller Selbstvorwürfen und Grübeleien, wie ein dunkles Omen vor mir. <br>Die Erkenntnis, ein langes Wochenende lang nichts tun zu können, vielleicht sogar in den nächsten Wochen keinen Einfluss auf die Situation zu haben, macht mich fertig. <br>Ich katastrophiere in die Zukunft, schalte die Vernunft aus und meine Gefühle spielen Rugby mit meiner Seele als Ei. <br>Ich will so einen Mist nicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Scheiße, die meinen inneren Paranoiker weckt. <br>Welche Absicht liegt dahinter ? <br>Worauf muss ich mich vorbereiten?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und nicht nur ich hänge darin, sondern auch meine Frau. <br>Unser gemeinsames Leben liegt mal wieder in der Willkür anderer Personen. <br>Und obwohl ich nicht mit Gewissheit sagen kann, ob hinter diesem Anschlag auf mein Vertrauen tatsächlich dunkelste Machenschaften liegen oder nur grenzenlose Dummheit, ist ein Teil in mir zerbrochen. <br>Vertrauen ist in mir zerbrochen, betreffend bestimmten Personen, meiner Weltsicht und auch meiner eigenen Wahrnehmung der Situation. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Da ich es nie richtig gelernt habe, kann ich mich gegen unangemessene Kritik nicht abgrenzen. Unweigerlich mache ich mir Gedanken, was für Fehler ich gemacht habe. <br>Dass mir im Versuch, die Situation zu klären, auch noch Uneinsichtigkeit und Schuldhaftes Verhalten vorgeworfen wurde, trägt nicht zur Aufheiterung meiner Stimmung bei. <br>Ich fühle mich zerdrückt zwischen Vorwürfen und Selbstkritik. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor der Tür steht mein Auto, ich könnte einfach losfahren.<br>Egal wohin, einfach nicht mehr da sein und so. <br>In meiner Nachttischschublade habe ich ein scharfes Messer, auch ein Weg abzuhauen. <br>Ich mache es nicht, denn ich habe mal einer bestimmten Person versprochen, beides nicht zu tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich halte meine Versprechen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich versuche meine Versprechen zu halten!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Zeit zweifele ich, ob dieses Versprechen zum Wohle der entsprechenden Person ist. <br>Natürlich rede ich über meine Frau. <br>Manchmal frage ich mich, ob ich überhaupt gut für sie bin? <br>Ob es nicht fairer gewesen wäre, auf ihre Mutter zu hören und sie nach ihrem Schlaganfall<strong> </strong>sterben zu lassen? <br>Ob sie in einer professionellen Einrichtung, mit einem fähigem Betreuer nicht besser versorgt wäre? <br>Halt, ob es nicht einfach besser wäre, wenn ich verschwinden würde? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie kann mir diese Fragen nicht beantworten und ich traue mich auch nicht, sie zu stellen. <br>Ich glaube das wäre nicht fair. <br>Vielleicht fürchte ich auch die Reaktion? <br>Und meinen eigenes Versagen! </p>



<p class="wp-block-paragraph">Jahrelang hat meine Frau zu mir gehalten und mir geholfen, mit der Welt klar zukommen und ich verzweifele schon nach 4-5 Jahren. <br>Ich weiß jetzt sogar tatsächlich nicht mehr, wie lange es her ist. Der Hirnschlag war im November, ziemlich gegen Ende. <br>Und im Februar war ich dann mit dem Umzug fertig, so dass sie im April, glaub ich, nach Hause kommen konnte. <br>Aber das Jahr weiß ich nicht mehr, in so etwas bin ich schlecht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit ich in Kempen wohne und hier betreut werde, mache ich kontinuierlich Fortschritte, teilweise aus Zwang heraus, teilweise durch neue Möglichkeiten und Kontakte. <br>Hin und wieder ist es mir peinlich, dass sich mein Leben so drastisch verbessert, während die Situation meiner Frau stagniert. <br>Früher hat sie in depressiven Phasen oft behauptet, ich wäre ohne sie besser dran. <br>Ich traue mich nicht, ihr von meinen Fortschritten zu berichten, aus Angst, es würde ihr beweisen, dass es so wäre. <br>Mitnichten ist es so, selbst in ihrer Krankheit hat sie mich stärker gemacht, weil sie der Grund war, mich zu verbessern. <br>Mit ihrem Schlaganfall und seinen Spätfolgen hat sie mir den ultimativen Arschtritt verpasst, um mich aufzuraffen und neue Wege auszuprobieren. <br>Ich weiß nicht, wie ich ihr dafür danken kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß auch nicht, wie ich mich verhalten soll. <br>Zurzeit habe ich Trauer, Wut und Angst in mir. Diese drei Monster toben gerade so schrecklich, dass sich selbst mein narzisstischer Persönlichkeitsanteil versteckt hat. <br>Jetzt muss ich abwarten, was passiert. <br>Mein Auto steht immer noch vor der Tür. Ich will weg, auf Urlaub von mir selbst &#8211; nein, noch mehr, ich möchte mich von Anteilen von meiner Persönlichkeit scheiden lassen. Ich will die einsame Insel oder die Berghöhle. <br>Ich möchte, dass die Probleme aufhören und ich mal ein Stück Glück genießen kann. <br>Ich möchte wieder richtig schlafen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Langsam komme ich innerlich zur Ruhe. <br>Es ist wichtig für mich, den Mist aus mir rauszulassen. Obwohl ich ein guter Redner bin, fällt es mir schwer, über Gefühle zu reden.<br>Ich folge dem Rat, die Gedanken aufzuschreiben um sie loszuwerden. Ich stelle sie in die Öffentlichkeit als meine persönliche Urschrei-Therapie. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich werde nicht wegfahren, denn am Montag soll es einen neuen Text geben (ihr wisst, freies Wochenende). <br>Zeit, mir etwas zu überlegen. <br>Zeit, zu reflektieren und meine Optionen abzuwägen. <br>Tief in meinem Inneren bin ich froh, dass mich mehr hier hält, als wegdrängt. <br>Ich weiß, ich habe Freunde. <br>Ich habe Aufgaben und ich versage nicht in allen Teilen meines Lebens. <br>Vielleicht unterdrücke ich meinen inneren Narzissten viel zu stark? <br>Und nur, weil ich mich selbst nicht lobe, brauche ich die Anerkennung anderer wie ein Junkie &#8211; ich sollte das sein lassen. <br>Vielleicht wäre allen Beteiligten am besten gedient, nur die Selbstzweifel auf große Fahrt zu schicken? <br>Ein Versuch wäre es Wert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Text war jetzt wirklich etwas konfus und sprang von Gedanken zu Gedanken. <br>Willkommen in meinem Kopf! <br>Ich nehme mir heute &#8211; und wahrscheinlich in der Zukunft auch noch öfters &#8211; raus, dieses Zeug einfach zu veröffentlichen. <br>Einfach so und für mich. <br>Wenn ihr den einen oder anderen Gedanken auch kennt, freue ich mich, von euch zu hören. Wenn ihr diese Gedanken nicht kennt, freue ich mich für Euch und bekunde Euch sowohl meinen Neid, als auch den Wunsch, dass sich Dies nicht<strong> </strong>ändern möge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wünsche euch allen ein schönes und vor allem sorgenfreies Wochenende,</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euer Mausebär (td)</p>
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