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	<title>Toleranz &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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	<title>Toleranz &#8211; Erfahrungsexperten am Niederrhein</title>
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		<title>Hilfe, mein Wochenende toleriert mich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2020 12:45:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
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					<description><![CDATA[er etwas ratlose Mausebär (td) schwadroniert in diesem Beitrag mal wieder über moralische Begrifflichkeiten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Der etwas ratlose Mausebär (td) schwadroniert in diesem Beitrag mal wieder über moralische Begrifflichkeiten.</p>



<p>Eine neue Woche bricht an. <br>Frisch gestärkt durch das Wochenende sitzt der Mausebär wieder pünktlich zum Wochenstart vor seinem Rechner und schreibt fleißig an seinem neuesten Beitrag. Es ist einiges passiert an diesem Wochenende. <br>Unter anderem habe ich meinen alten Computer endgültig stillgelegt und die letzten Reste meines Computerkrams in mein Arbeitszimmer gebracht. Oder besser gesagt, die Teile, welche ich behalten möchte, denn den &#8222;toten&#8220; Monitor und den alten Rechner erst die Treppen rauf zu schleppen, um ihn dann wieder nach unten zu befördern, macht keinen Sinn. </p>



<p>Dafür habe ich einen großen Teil der Kartons, die in meinem Wohnzimmer standen, endlich auf dem Speicher verstaut. Die Aufräumarbeiten gehen weiter und irgendwann habe ich mich auch fertig eingerichtet. <br>Der Nachteil bei einem beschränktem Konto in den Händen eines noch beschränkteren Heimwerkers ist, dass es scheinbar unendlich dauert, bis alle Provisorien endlich entfernt sind. <br>Seit nunmehr drei Jahren arbeite ich konstant daran und es hat sich weniger getan, als ich gehofft hatte. Immer, wenn mich die Muse küsst, blockiert mich mein Konto.<br>Aber Stück für Stück taste ich mich vor, um jedes Projekt irgendwann zum Abschluss zu bringen. <br>Vielleicht gelingt es mir irgendwann, in einer &#8222;echten&#8220; Wohnung zu leben, die sich wie mein Zuhause anfühlt und nicht nur in einem zusammengestückelten Design-Alptraum aus dem Katalog einer skandinavischen Einrichtungskette [&#8230;&#8220;mit skandalösen Arbeitsbedingungen für seine Mitarbeiter bei unterdrückender Umgehung gewerkschaftlicher Strukturen&#8230;&#8220; &#8211; Anmerkung des inneren Kängurus des diesen Text redigierenden redaktionellen Schmusehamsters] und Möbelresten aus fünfter Hand. </p>



<p>Ich will aber nicht klagen, denn immerhin war ich fleißig. Ein wenig Müll wurde auch entsorgt. <br>Außerdem habe ich mich mit zwei meiner kreativen Projekte beschäftigt. Diesmal auf ruhige und besonnene Art. <br>Ich fühle mich zumindest nicht so ausgelaugt wie noch vor ein paar Tagen. <br>Gut, es nervt mich ein wenig, dass sich diese Woche schon wieder ein Feiertag eingeschlichen hat und mich zwingt, alle wöchentlichen Erledigungen auf drei Tage zu fokussieren, aber es gibt Schlimmeres. Tatsächlich kann ich sagen: Es geht mir gut. </p>



<p>Das ganze Wochenende kam auch keine katastrophale Nachricht, tatsächlich wurde ich sogar fast unbeschränkt in Ruhe gelassen. Der Fernseher war mein Freund und auch mein Handy versuchte, so wenig zu nerven, wie es ging. <br>Die böse Stimme in mir wartete auf das „dicke Ende“, aber gab gegen Samstagnacht dann auch auf und gewährte mir einen beschaulichen Sonntag. </p>



<p>Jetzt kommt aber doch das letztendliche Problem an der Sache – es gibt nichts, über das ich mich aufregen kann, außer, dass mein Tischventilator gerade, aufgrund leeren Akkus, aussetzte und ich mitten im Satz meinen Erfrischungsspender wieder an die USB-Leine legen musste. </p>



<p>Vor Nachrichten habe ich mich gehütet und vor jeder Diskussion rechtzeitig weggeduckt und nun bin ich zwar zufrieden, aber auch ein wenig themenlos. <br>Natürlich könnte ich mir wieder den Erklärbärhut aufsetzen, mir ein beliebiges Thema packen und meine Leser mit dem reichen Schatz meiner sorgsam gestrickten Plattitüden beeindrucken (oder amüsieren), aber die Intellektuellenkarte habe ich in letzter Zeit doch recht häufig ausgespielt. </p>



<p>Wobei ich beim kurzen Durchstöbern meiner inneren Hirnareale doch tatsächlich noch etwas finde. </p>



<p><br>Vor nicht allzu langer Zeit (in einem wohlbekannten Land), hatte ich doch tatsächlich mal wieder ein Gespräch über eines meiner Lieblingsthemen, der Toleranz. <br>Da mir gerade nichts Wichtigeres einfällt und mich niemand mit Themenwünschen ausstattet, muss ich wohl tolerieren, dass dieser Begriff zu meinem heutigem Thema wird. <br>Das passt auch ganz gut zu meiner inneren Stimme, da sich dieses Wochenende eine recht seltene Form von stillschweigendem Waffenstillstand zwischen meinen diversen inneren Kontrahenten abgespielt hat. </p>



<p>Aber was hat Waffenstillstand mit Toleranz zu tun? </p>



<p>Bewusst verzichte ich heute auf eine Erklärung der Herkunft des Wortes Toleranz sondern erkläre, was es für mich bedeutet. <br>Für mich gehört die Toleranz zu der Dreifaltigkeit des inneren Friedens. <br>Gemeinsam mit den Begriffen der Akzeptanz und der Ignoranz, beschreibt es jene drei Geisteshaltungen, die mir erlauben, in einer Welt voller geistigen, sagen wir, ungeformten und überhydrierten Verdauungsendprodukte,  zu überleben – jedenfalls ohne wahnsinnig zu werden (was noch zu überprüfen wäre, ich weiß). </p>



<p>Alle drei Begriffe sind also eine Methode, mit der Geisteshaltung der nicht zu verleugnenden Umwelt und ihrer Bewohner zu koexistieren. Es gibt für mich dadurch folgende Möglichkeiten, mit dem Gedankengut anderer Menschen umzugehen:</p>



<p>Ich kann es akzeptieren, was für mich bedeutet, dass ich es gutheiße und in meinem Leben begrüße. </p>



<p>Ich kann es tolerieren, was bedeutet, dass ich es zwar nicht für mich annehmen kann und will, mich aber dieser Gedanke in anderer Leute Kopf weder stört noch beängstigt.</p>



<p>Ich kann Ideen und Gedanken ignorieren, nämlich dann, wenn dieses Gedankengut nicht in meine Vorstellungswelt passt. <br>Man könnte es herunterbrechen auf die drei Positionen Gut, Egal und Schlecht. </p>



<p>Immer, wenn ich mich mit jemandem über ein Reizthema unterhalte gebrauche ich diese drei Schubladen. <br>Gefällt mir die Idee oder Ansicht meines Gegenübers , kommt der Meinungsaustausch sofort in die Schublade „Akzeptanz“. <br>Sollte ich mit dem Gedankenkonstrukt nichts anfangen können, es mich aber auch nicht triggern, dann wähle ich die Schublade der „Toleranz“, die mir hilft, damit umzugehen und meinem Gegenüber zu signalisieren, dass mich seine Thematik, obwohl sie mich nicht wirklich berührt, doch zumindest weder stört, noch abschreckt. Viele Sachen warten in dieser Schublade auch auf „Wiedervorlage“, also darauf, dass ich mich zu angemessener Zeit damit befasse.<br>Manchmal kommt eine Meinung oder ein Gedankenkonstrukt daher, welches komplett gegen die Moral und Ethik meiner inneren Weltordnung verstößt. Ein Umstand, den wahrscheinlich alle Menschen kennen, ist, dass es den einen Menschen gibt, der plötzlich  etwas „vom Stapel lässt“, womit man nicht gerechnet hätte. Überraschung, leider im negativen Sinne. <br>Bei einigen Mitmenschen ist man es auch gewohnt, dass diese Ansichten vertreten, für die es in einer besseren Welt keine Synonyme gibt oder zu geben scheint.<br>Da fängt bei mir gleich der innere Aufpasser an, diese Sachen einfach in die Resteschublade mit dem Aufkleber der „Ignoranz“ zu kehren. Kann man ja nicht rumliegen lassen, könnte ja einer drauf ausrutschen, oder die Kinder könnten damit spielen. </p>



<p>So sammele ich den ganzen gedanklichen Müll, bis die Schublade voll ist und ich den Schrott in meiner inneren Ironiemüllpresse zermahle, um ihn dann in meinem Sarkasmusofen zu verbrennen und auf meiner Zynismushalde aufzuschichten. Da wird es dann Dünger, wie viele Verdauungsendprodukte. Das ist der Grund, warum ich auch andere Menschen selten hasse oder verachte, denn jeder kann der Gesellschaft dienen – und sei es als schlechtes Beispiel. Der größte Mist kann ein Nährboden für intellektuelle Rosen sein, wenn man ihn richtig einsetzt.</p>



<p>Deshalb bin ich so stringent gegen ein Meinungsverbot, denn ich finde nicht nur die Gedanken , sondern auch ihre Äußerung müssen unbedingt frei bleiben, auch wenn es bedeutet, dass auch so manch einfach dummer oder menschenverachtender Unsinn dabei ist. <br>Dafür habe ich ja meiner innere Ignoranz, um mich dagegen zu schützen. <br>Ich weiß, viele Menschen können das nicht und verstehen noch weniger, warum ich so etwas kann, aber ich will Meinungen nicht verurteilen. </p>



<p>Ich rede nicht von Taten. Es ist klar, dass wir auf unsere Mitmenschen aufpassen müssen.<br>Es gibt moralische Entgleisungen, bei denen muss ich einschreiten, nämlich dann, wenn das Wohl einer schwächeren oder gar hilflosen Person gefährdet ist. <br>Taten sind nicht frei, dafür haben wir Anstand, Sitte und Gesetze und alle drei begrüße ich sehr, auch wenn ich manche Stilblüte in den drei Werken gerne abgesägt sehen würde. </p>



<p>Es kotzt mich nur an, dass manche Menschen andere Leute wegen Einstellungen und Meinungen verurteilen. Ich muss nicht jede Meinung begrüßen, aber ich versuche, sie zumeist zu tolerieren und wenn das nicht funktioniert, hilft nur ignorieren. <br>Über Meinungen zu debattieren macht so gar keinen Sinn, da verliert man früher oder später. </p>



<p>Ich fordere meine Leser jetzt nicht zum Nachahmen auf, denn diese Geisteshaltung passt nicht zu jedem Menschen, aber ich bitte darum, über diese Einstellung nachzudenken und sich selbst zu fragen, ob nicht letztendlich jedes Lebewesen eine gewisse Toleranz verdient.</p>



<p>Einen schönen Wochenstart wünscht Euch der Mausebär (td)</p>
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		<title>Die Angst vor dem Geschlechterzeugs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 May 2020 11:56:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär (td) berichtet heute von seinen Gedanken zum gestrigen Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Der Mausebär (td) berichtet heute von seinen Gedanken zum gestrigen Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie.</p>



<p>Den heutigen Text habe ich schon gestern, am Sonntag, geschrieben, da sich mir ein interessantes Thema nahezu aufgedrängt hat. <br>Am Sonntag (dem 17.05.) war der &#8222;Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie&#8220;. <br>Das ist ein Tag, der mir auf mannigfaltige Weise einige Gedanken in den Kopf schießt. </p>



<p>Unter anderem verwundert mich ein wenig die Zusammenstellung oder Durchmischung von zwei völlig separaten Themen, denn während sich Homo,- und Bisexualität auf die Orientierung des Geschlechtstriebes bezieht, sind Inter- und Transsexualität Bestandteile der sexuellen Identität. Quasi bezieht sich das Erste darauf, mit wem ich ins Bett gehen möchte und das Zweite darauf, als was ich ins Bett gehen möchte (also im Bezug auf Geschlechteridentität). <br>Ich frage mich natürlich auch, wo die Lobby für die Paraphilen sind, also Menschen, die sexuelles Interesse an z. B. Gegenständen (Objektophilie) oder Tieren (Zoophilie) haben.</p>



<p>Für alle, die das jetzt falsch verstehen (wollen), ich habe weder Probleme mit Menschen, die nicht innerhalb der gewohnten Norm lieben, noch erst recht nicht mit Menschen, deren geschlechtliche Identität nicht mit dem biologischem Geschlecht übereinstimmt oder nicht in das gewohnte binäre System, das die meisten kennen, passt. Mich stört es weder, noch habe ich Angst davor, warum auch?</p>



<p>Was mich eher stört ist, dass in unserer Gesellschaft noch immer nicht angekommen ist, dass wir alle Individuen sind und es nun mal mehrere Möglichkeiten gibt, sich zu orientieren. <br>Ich verstehe auch nicht, was es mich angehen sollte, ob sich jemand vom Geschlecht her als Mann, Frau, keines von Beiden, beides Gleichzeitig oder Apache Kampfhubschrauber empfindet. <br>Ist mir völlig Wumpe! </p>



<p>Genauso wenig, wie es mich interessiert, oder besser gesagt zu interessieren hat, welche Religion, Lieblingsessen bzw. Essgewohnheiten, Einstellung zu Drogen und Genussmitteln oder politischen Überzeugungen jemand für sich verinnerlicht. <br>In dem Punkt kann man sich zwar im Rahmen des gegenseitigen Kennenlernens mal austauschen, aber im Prinzip ist es für mich von gleicher Bedeutung, wie die Farbe der Unterwäsche der jeweiligen Person. <br>Ich danke da ganz extrem meinem inneren Egoisten, der mir vermittelt, dass wenn es keine Bedrohung ist oder wenn es kein gemeinsames Interesse ist, mach es Dir einfach und leg es unter der Rubrik „Egal“ ab. <br>Oder, um es noch konkreter zu sagen, solange mich keiner sexuell belästigt, in meiner Gegenwart andere Wesen sexuell belästigt oder sexuelles Interesse an der selben Person wie ich hat, dann ist es einfach irrelevant. </p>



<p>Ich verstehe immer noch nicht, wie jemand darauf eine Angst projizieren kann. <br>Gehen wir mal weg von der weit bekannten Angst des Mannes, im Gefängnis die Seife fallen zu lassen. Hierbei geht es um Vergewaltigung, die nur sekundär etwas mit Sexualität zu tun hat, sondern mehr mit Macht und Gewalt. Und ich behaupte auch einfach mal, dass weder homosexuelle Männer noch bisexuelle Männer unter der Dusche vergewaltigt werden wollen. Des weiteren behaupte ich sogar noch ganz dreist, dass es tatsächlich absolut gesundheitsschädlich sein kann, den Knastvergewaltiger als homosexuell zu bezeichnen. <br>Dass ich schon mehrfach in Gruppenduschen, auch mit homosexuellen Männern, geduscht habe und dabei niemals sexuell belästigt wurde, wage ich auf mehr als nur auf körperliche Unattraktivität meinerseits zu schieben. </p>



<p>Im Prinzip sind die meisten Männer, die Vorurteile oder gar Angst vor Homosexualität haben, die ich bis jetzt kennen gelernt habe, eher sexuell an sich nicht wirklich gefestigt in ihrer Persönlichkeit. <br>Das klingt jetzt ziemlich böse von mir, aber ich glaube nun mal, dass Vorbehalte gegen menschliches Verhalten, andere Gruppen oder Kulturen immer zu einem gewissen Teil mit der eigenen Unsicherheit zu tun haben. <br>Als Mensch mit einem gefestigten religiösen Weltbild habe ich zum Beispiel kein Problem damit, andere von diesem Weltbild überzeugen zu müssen, da mir meine eigene Überzeugung reicht. <br>Genauso mit meiner Sexualität. Ich sehe mich in meiner Sexualität selbst als so gefestigt, dass ich nicht den Anspruch habe, dass andere mir dafür ihre Zustimmung erteilen müssen. </p>



<p>Es ist eine traurige Angewohnheit unserer heutigen Welt, dass jeder Mensch betonen will, was er für eine „einzigartige Schneeflocke“ ist, in dem er oder sie (oder es) sich jeder Menge komischer Trends anschließt, um sich dementsprechend zu präsentieren. <br>Und während an anderer Stelle der Klau von Daten durch „böse Weltverschwörer&#8220; und „Unrechtsregime“ bemängelt wird, macht sich der &#8222;moderne Mensch&#8220; gleichzeitig in den sozialen Medien zum Affen und feiert seine Einzigartigkeit damit, dass er das selbe macht wie alle anderen in seiner Filterblase. <br>Wenn sich genug zusammenfinden, bildet sich eine Bewegung. Und da sich eine Bewegung ja bewegen muss, tut man das, in dem sich der fröhliche Mob protestierend versammelt und auf Missstände aufmerksam macht. <br>Nur in einigen Fällen, wie zum Beispiel bei mir, werden dabei so vehement offene Türen eingerannt, dass die fröhlichen Weltverbesserer durch den eigenen Schwung schon wieder durch die Hintertür verschwinden. <br>Da wundert sich der Haufen dann, dass ich ihn wie etwas betrachte, das bei mir durch die Hintertür verschwunden ist. Betrachtet dieses Bild ruhig mal biologisch. </p>



<p>Es ist einfach komisch, teilweise aber leider nicht lustig, wie sich manche Menschen zu Verteidigern einer Sache in der Öffentlichkeit aufschwingen, die normalerweise keine Sau interessieren würde. <br>Manchmal geht es einfach nicht um Toleranz sondern um Akzeptanz. <br>Am Besten akzeptiere ich die Menschen, mit denen ich etwas gemeinsames habe. Und wenn sich diese Ebene gefunden hat, dann kann ich auch viele Ungleichheiten einfach übersehen. <br>Mich störte es nicht, wenn einer meiner Freunde gerne mit Männern ins Bett geht, machen die meisten meiner Freundinnen auch gerne. <br>Mich stört es auch nicht, wenn sich ein Freund, der laut Geburtsurkunde als männlich geboren wurde, sich als weiblich empfindet und damit, ganz natürlich für mich, zu meinen Freundinnen gehört. <br>Mich stört es nicht, wenn meine Freunde lieber Gemüse essen, weil ihnen Fleisch nicht schmeckt, oder ihnen gesundheitlich nicht bekommt, dann ist mehr für mich da. <br>In so vielen Punkten könnten wir uns doch darauf einigen, uns einfach gegenseitig zu akzeptieren. <br>Einfach mal egal sein lassen, wen der Typ, den man trifft, an der Hand hat, denn man will ja auch nicht erfahren, wer alles die eigene Angebetete als unmöglich bezeichnen würde. <br>Wir haben zur Zeit so viele tatsächliche Probleme auf der Welt, warum künstliche erschaffen?</p>



<p>Wenn ich mir etwas wünschen dürfte zum &#8222;Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie&#8220;, dann wäre es, dass dieser umbenannt wird zum &#8222;Welttag gegen die Angst vor der freien geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung&#8220;.<br>Denn das würde alle Konzepte mit einschließen und darauf aufmerksam machen, dass wir alle so leben und lieben dürfen, wie wir sind. </p>



<p>Dann können wir danach gleich bei Glaube und Kultur weitermachen und dann könnte es doch noch was werden mit einer höheren Ebene der Existenz. </p>



<p>Ganz bewusst sage ich jetzt an dieser Stelle weder etwas zu meinen sexuellen Vorlieben, noch zu meiner geschlechtlichen Identität, nicht nur, weil es Teile der Leserschaft beunruhigen könnte, sondern vor allem, um mit gutem Beispiel voran zu gehen und mal einfach einzuladen, nachzufragen, wenn es jemanden, aus welchem Grund auch immer, interessiert.</p>



<p>Euer, mit seiner Sexualität, Geschlechtsidentität, Glaubensvorstellung und Moral äußerst zufriedener Mausebär (td), der andere Menschen ganz sorgenfrei lassen kann, was und wie sie sind.</p>
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		<title>Die Frage nach der Toleranz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2020 14:15:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Definition]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Guerillatexte]]></category>
		<category><![CDATA[Intoleranz]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein spontaner Guerillabeitrag über den eigenen Toleranzbegriff vom Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ein spontaner Guerillabeitrag über den eigenen Toleranzbegriff vom Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)</p>



<h4 class="wp-block-heading">Warum ein Guerillabeitrag ? </h4>



<p>Ich stelle diesen Text mal wieder ohne die redaktionelle Überarbeitung durch mein Lektorat (a.k.a. Sonja, alias das Alphatier) ein. Und das, obwohl wir noch vor ein paar Minuten sehr erfolgreich meinen letzte Text überarbeitet haben (mein Feind die Grammatik). <br>Aber ich habe mir versprochen jeden Tag einen Text einzustellen (jedenfalls während der Krise) und der andere Text war ja von gestern.<br>Also kommt hier mein heutiges Machwerk.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Warum ein Text über Toleranz ?</h4>



<p>In letzter Zeit bemerke ich eine seltsame Eigenschaft bei mir. <br>Ich bin Intolerant. <br>Nicht, dass ich das nicht von mir wusste. Ich habe mich schon lange mit der Thematik „Toleranz und Intoleranz“ beschäftigt. Zur Zeit fällt es mir nur Unangenehm auf. <br>Zuallererst natürlich an Anderen. <br>Ja, über meine Mitmenschen kann ich mich prima aufregen. Jeder hat es doch bemerkt, wie mies sich die Gesellschaft immer mehr entwickelt. <br>Doch ist das wirklich so oder liegt es an meiner Wahrnehmung der sogenannten Gesellschaft? <br>Ist es eine Beobachtung oder nur wieder eine andere Form von „die Anderen“?</p>



<p>Seit einiger Zeit beobachte ich mich selber und mach mir geistige Notizen über den Stand meiner eigenen Toleranz. <br>Die Ergebnisse sind alles Andere als zufrieden stellend. <br>Liegt es am Alter? <br>Macht die aufkommende Lebenserfahrung (ich wage nicht von Weisheit zu sprechen) gleichzeitig unflexibel im Denken?</p>



<p>Ich war immer Stolz darauf, jegliche Sichtweisen nachvollziehen zu können. <br>Perspektivenübernahme ist mein Zauberwort. <br>Kann ein Mensch der in der Lage ist, die Perspektive seiner Mitmenschen einzunehmen überhaupt Intolerant sein?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was ist überhaupt Intoleranz?</h4>



<p>Allen voran, ich bin nicht der Duden und auch nicht Wikipedia. Meine Definition von Intoleranz ist zuallererst ausschließlich meine Meinung. Wer für sich eine andere Sicht hat, darf (Nein, sollte) diese gerne haben. <br>Ich würde mich sogar freuen, wenn er diese in den Kommentaren mitteilt. Aus Diskussionen kann ich am Besten (und am meisten) lernen.</p>



<p>Intoleranz ist für mich genau das Gegenteil von Perspektivenübernahme. <br>Es geht nicht darum zu erkennen, das Menschen (oder andere Dinge) sich unterscheiden. Das sind Tatsachen. Wir sind nicht gleich. <br>Es geht auch nicht darum, die Dinge wertungsfrei zu halten oder alles zu akzeptieren. <br>Es geht für mich darum, einfach mal meine eigene Sichtweise zu verlassen und die Perspektive eines Anderen anzunehmen. <br>Mir zu überlegen wie Dieser eine Situation bewertet und warum er so handelt. <br>Es geht mir nicht darum etwas zu rechtfertigen, oder meine Meinung zu ändern sondern um Verständnis. <br>Tolerieren bedeutet für mich nicht gleich Akzeptanz. <br>Es bedeutet für mich eine neue Deutungsebene einzunehmen. <br>Mal „ein paar Meilen in eines anderen Menschen Schuhe zu laufen“- wie es eine amerikanische Redewendung empfiehlt. <br>Vielleicht führt es zu Akzeptanz, also dazu, dass ich dieses Verhalten als annehmbar hinnehme. Vielleicht lerne ich sogar eine neue Verhaltensweise. Oder im schlimmsten Fall muss ich erkennen, dass ich ein gewisses Verhalten so wenig verstehe, dass ich es „aus meiner Welt tilge“, also mit totaler Ignoranz sanktioniere. <br>Ich möchte gerne offen sein.</p>



<p>Als junger Mensch entschied ich mich „Intolerant gegen Intoleranz“ zu sein. <br>Erst in meiner Ausbildung zum Erzieher begann ich daran zu zweifeln. Schuld war mein Religionslehrer. <br>Großspurig verkündete er: „in meinem Klassenraum darf jeder Alles sagen, nur wer rassistische oder diskriminierende Bemerkungen macht fliegt raus“. <br>Die Worte schwangen noch in der Luft, als sich mein ausgestreckter Arm dazu gesellt. <br>Mir brannte die Frage auf den Nägeln, ob Rassismus zu sanktionieren nicht auch eine Form von Diskriminierung wäre. <br>Die kurze Diskussion mit dem Lehrer brachte nur ein Ergebnis, nämlich das wir uns fortan nicht leiden konnten (ich merkte es vor allem an der Note). <br>Das bewegte was in mir. Ich wollte nicht diskriminieren. <br>Ich wollte nicht Intolerant sein. <br>Ich beschloss für mich, niemals Mitglied einer Bewegung zu sein, die gegen etwas arbeitet, sondern wollte mich für ein „Dafür“ engagieren. Ich wollte mich neben dem, liebevoll von Ulli Stein gezeichneten, Pinguin mit dem Schild „Dagegen“ setzen mit dem Schild „Dafür“.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Und nun ?</h4>



<p>Schwerer umzusetzen als gedacht. <br>Es gibt soviel in der Welt was mir nicht passt und manchmal habe ich keinen Mut mehr die Welt einfach durch ein anderes Vorbild zu verändern. <br>Es ist soviel einfacher zu hassen, als zu lieben. <br>Aber auch soviel unbefriedigender. <br>Während ich jetzt schreibe kommt bei mir neuer Mut auf. Ich spüre wieder das sich meine Stimme in mir erhebt, die genau diese Einstellung immer predigt und mir stets Mut zuspricht.</p>



<p>Ich war in letzter Zeit sehr oft Intolerant und es geht mir nicht gut. <br>Liegt es an der Welt, oder an mir ? <br>Ich werde es erfahren, denn ich werde weitermachen und weiter andere Perspektiven erkunden. <br>Weiter meinen Horizont erweitern. <br>Weiter in der Diskussion bleiben. <br>Und weiter lernen, denn das macht mich aus. <br>Es wird manchmal anstrengend aber die Schätze die ich in meinem Gedanken und in meinen Gefühlen verwahre sind so ungleich viel wertvoller. <br>Ich versuche es weiter und öffne mich für neue Sichtweisen. Statt von mir auf andere zu schließen, werde ich einfach mal anders sein. <br>Ich bleibe neugierig, den Neugier ist der größte Widersacher der Intoleranz und am Ende auch des Hasses und der Angst.</p>



<p>Ladet mich doch auch mal in eure Gedanken ein,</p>



<p>Euer Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)</p>
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