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		<title>Der Haushalt der Seele</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 May 2024 14:35:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Konzepte und Ideen]]></category>
		<category><![CDATA[Theorien und Konzepte]]></category>
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		<category><![CDATA[Mausebär]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Wirtschaft, Energie und Psyche - Ein interdisziplinärerer Transfer
eine Betrachtung von Thorsten Dürholt a.k.a. der Mausebär zu Gemeinsamkeiten zwischen Wirtschaft und Psyche
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading has-text-align-center">Wirtschaft, Energie und Psyche &#8211; Ein interdisziplinärerer Transfer</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf den ersten Blick sind die sozialen Wissenschaften, insbesondere der Bereich der Sozialpsychiatrie und die Wirtschaftswissenschaften, insbesondere die Grundlagen der Ökonomie, zwei sehr verschiedene Positionen.<br>Als jemand, der durch seine kaufmännische Ausbildung und seine weiter Beschäftigung (u. A. als Geschäftsführer eines kleinen Unternehmens), sich mit den Grundlagen der Marktwirtschaft und der Volkswirtschaft (sowie natürlich auch der Betriebswirtschaft) zwangsläufig auseinander gesetzt hat, aber auch als, durch meine Ausbildung zum Erzieher und als Nutzer sozial-psychiatrischer Hilfsangebote (und auch als Anbieter solcher Angebote), bin ich mit den Grundlagen beide Felder ein wenig vertraut.<br>So sind mir Gemeinsamkeiten aufgefallen, die ich als den &#8222;Haushalt der Seele&#8220; bezeichne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Grundlage folgt auch die seelische Gesundheit einem durchaus ökonomischen Prinzip. Wir haben, als Menschen zwei sehr basale Triebfedern, die quasi unser innerstes Grundprinzip darstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste Triebfeder ist der Wille zur Expansion. <br>Egal was wir besitzen, wir haben den eingebauten Trieb, mehr erreichen zu wollen. Welches &#8222;mehr&#8220; das ist, ist eine individuelle Angelegenheit und kann sich durchaus gravierend zwischen verschiedenen Menschen unterscheiden, aber egal ob es materielle  oder immaterielle Ansprüche sind, der Wille dazu, mehr zu erhalten ist in uns allen verankert. <br>Diese beständige Trieb zum Wachstum (ähnlich wie beim Wirtschaftswachstum), ist für das eigene Überleben essentiell, denn ohne den ständigen &#8222;Hunger&#8220;, also die Unendlichkeit der eigenen Bedürfnisse (da sind wir schon wieder in der Wirtschaftstheorie), würde uns die eigene Motivation fehlen. Ein Wesen, dessen Ansprüche gestillt sind, verfällt in Lethargie und daraus erwächst Selbstaufgabe und Verfall.<br>So ist die innere &#8222;Gier&#8220; nicht nur eine sogenannte &#8222;Sünde&#8220;, sondern tatsächlich eine Lebensnotwendigkeit, die allerdings das richtige Maß verlangt. Nur wenn wir ständig Hunger verspüren sind wir in der Lage unsere Energie zielgerichtet auf die Erfüllung unseres eigenen Bedarfs zu richten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zweite Triebfeder ist der Wille zum Erhalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mensch verspürt das Bedürfnis, die Dinge, egal ob Materiell oder immateriell, die er besitzt, auch zu behalten. Wir wollen unserer Ressourcen erhalten unseren Besitz nicht hergeben. Die gesamten menschlichen Instinkte zum Überleben, Ängste, Sorgen und ähnliches fußen einzig und allein auf der Grundlage, dass uns etwas genommen werden könnte. <br>Wir wollen nichts verlieren und achten ständig darauf, rein Instinktiv, unseren Besitz zusammen zu halten. aus diesem Grund entsteht auch viel seelisches Leid aus Zuständen, bei denen uns etwas abhanden kommt, sie es körperlich, bei Krankheiten, sei es mentale Fähigkeiten, wie bei degenerativen Erkrankungen oder sei es wirtschaftlich, in zum Beispiel Zeiten der persönlichen Krisen.<br>Unsere Angst, das uns dass, was wir haben, weggenommen werden könnte, führt zu manchmal grotesken Situationen, in denen wir schlimmste Situationen aushalten, aus Angst, wir könnten, wen wir die Situation verlassen, etwas verlieren (häufig entstehen toxische Beziehungen durch das Problem).<br>Dieser grundlegende Trieb hat den Sinn, dafür zu sorgen, dass wir unsere eigene Existenz erhalten, unserer Ressourcen schützen und achtsam mit uns umgehen, ist aber wie der Wille zur Expansion nicht natürlich begrenzt, sondern als Trieb in seiner Zielsetzung unbeschränkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn wir jetzt diese zwei grundlegenden Triebfedern betrachten, sehen wir leicht, dass auch das ökonomische Handeln, von genau den zwei selben Triebfedern bestimmt wird. Es geht in der Ökonomie darum, den eigenen Wohlstand zu mehren (Wirtschaftswachstum) und dabei die eigenen Ressourcen zu erhalten.<br>Natürlich gebietet das Gesetzt der Logik, dass Beides gleichzeitig nicht möglich ist.<br>Wollen wir expandieren, müssen wir investieren, also unsere eigenen Ressourcen einsetzen (und somit riskieren), um neue Ressourcen zu erschließen.<br>In der Wirtschaftslehre wird das Gleichgewicht zwischen den beiden Bedürfnissen (Erhalt und Erweiterung) durch das Minimal- und das Maximalprinzip beschrieben.<br>Das Minimalprinzip geht dabei davon aus, dass wir versuchen, ein bestimmtes (Expansions-) Ziel mit dem geringst möglichen (Ressourcen-) Einsatz zu erreichen.<br>Das Maximalprinzip wiederum geht davon aus, dass wir versuchen mit einem bestimmten (Ressourcen-) Einsatz, das bestmögliche (Expansions-) Ziel zu erreichen.<br>Beide Ziele gleichzeitig zu erreichen, also das Beste Ziel mit dem geringstem Einsatz ist leider nicht möglich, und auf der Suche nach diesem weg, scheitern die Menschen schon seit Jahrhunderten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schauen wir jetzt in die Sozialpsychiatrie, dann sehen wir, dass solche Prinzipien dort durchaus ebenso bekannt sind.<br>Als erstes fällt mir da die &#8222;Spoon-Theorie&#8220; (Löffel-Theorie) von Christine Miserandino ein. Die an der chronischen Autoimmunerkrankung systemischer Lupus erythematodes (SLE) erkrankte amerikanische Bloggerin stellte dabei ihr, durch ihre Erkrankung entstandenes Problem, manche Aufgaben nicht zu bewältigen für eine gesunde Person mithilfe von Löffeln da. Die Löffel sind ein Synonym für ihre (durch Erkrankung eingeschränkte) Energie, die sie braucht, um Aufgaben zu bewältigen.<br>So konnte sie ihrer Zuhörerin begreiflich machen, wie sie ihren eingeschränkten Vorrat an Energie nutzt, in dem sie einzelnen Tagesaufgaben jeweils Löffel zuteilte.<br>Darin erkenne ich sofort das oben genannte Prinzip wieder, den man kann sich mit dieser Theorie gleich dem Gedanken des Minimal- und Maximalprinzips nähern. Wir haben eine konstante Menge, und zwar die Energie-Ressource (in dem Fall gemessen in Löffeln) und eine andere Menge, in Form der Tagesaufgaben.<br>nun unterteilt sich das Problem in wichtige Tagesaufgaben (Dinge, die erledigt werden müssen) für die das Minimalprinzip gilt (also die Tagesaufgaben mit der möglichst geringsten Zahl an Löffeln zu erledigen) und in all die Dinge, die sonst noch gemacht werden wollen (also die Anzahl der verfügbaren Löffel für die möglichst meiste Menge an Freizeit-, Vergnügen, Familie und andere Dinge einzusetzen).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch braucht man, um diese Energieeinschränkung zu haben, eine chronische Erkrankung? Ich denke eher nicht, denn wir alle haben einen durchaus eingeschränkten Energiehaushalt (also unseren eigene Besteckschublade mit unserer persönlichen Löffelsammlung).<br>Je nach persönlicher Situation und Fähigkeiten, setzt sich diese Löffelvorrat nicht nur individuell zusammen, sondern kann auch durchaus von der Tagesform, dem Lebensumständen und ähnlichen Umständen abhängig sein (und durchaus nicht immer konstant sein).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Somit gilt für die Seele, dasselbe, wie für die Grundlagen der Wirtschaft, denn unsere Bedürfnisse sind unendlich (geformt durch den ewigen trieb zur Expansion) und unser persönlicher Bedarf richtet sich danach, welche unserer Bedürfnisse mit genügend Energie zu erreichen sind (also durch Kaufkraft, oder Löffel gedeckt sind, je nachdem, wie man es sehen will). Unsere eigen Energie ist somit die Kaufkraft, also das Kapital unserer Seele.<br>Sollten wir nun unsere eigene Energiemenge ständig überbeanspruchen, so kommt es zu einem inneren (wirtschaftlichen Kollaps).<br>Wenn wir bei dem Beispiel der inneren Energie, als Kapital des Lebens bleiben, dann können wir das mit der Entwicklung der Kaufkraft vergleichen.<br>Haben wir zuviel Kapital (zuviel Energie), und zu wenig Ziele, in die wir diese Energie investieren können, dann haben wir quasi eine seelische Deflation (auch bekannt als &#8222;bore-out&#8220;). Doch bekannter und häufiger ist der Zustand, wo wir zuwenig Energie haben, um unsre benötigten Investitionen zu machen, eine quasi Inflation der seelischen Energie (der sogenannte &#8222;burn-out&#8220;), bei dem die notwendigsten Sachen plötzlich eine zu hohe Menge an Energie kosten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Teil der Genesung von einer psychischen Krise (die sogenannte Recovery-Arbeit) besteht darin, den Haushalt der Seele, wieder in ein Gleichgewicht zu bringen und ein neues System zu etablieren, um vernünftig mit seinen eigenen Ressourcen zu wirtschaften.<br>Somit sehe ich mich als Genesungsbegleiter, der Menschen bei diesem Weg hilft, auch zum Teil als ein Wirtschaftsberater (da hilft mir meine kaufmännische Ausbildung), der seinen Klienten hilft, die innere Buchführung wieder zu sortieren und eine quasi Insolvenz des Lebens abzuwickeln, um sich wieder neu aufzustellen.<br>wie bei jeder wirtschaftlichen Beratungsarbeit, muss man aber nicht erst in die Krise rutschen, um sich eine Beratung zu suchen. Denn wenn man schon merkt, das &#8222;die Zahlen nicht stimmen&#8220;, kann man schon einer drohenden Krise entgegenwirken.<br>Präventive Genesungsarbeit kann helfen, eine Krise zu erkenne, sie abzumildern und sich vorzubereiten, bevor man vor dem eigenem Ruin steht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sie jetzt mehr über die Zusammenhänge zwischen Wirtschaft und Seele erfahren wollen, oder über mögliche (auch betriebliche) Präventionsarbeit, stehen wir, die Erfahrungsexperten am Niederrhein in gerne zu einem kostenlosen (Erst-) Beratungsgespräch zur Verfügung.   Auch eine  entsprechenden Workshop, Seminar oder zu eine individuell vorbereiteten Präsentation bieten wir gerne kostengünstig und nach ihren Bedürfnissen an. <br>Kontaktieren sie uns einfach unter <a href="https://ean-g.de/kontakt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://ean-g.de/kontakt/</a></p>
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		<title>Der prokto-psychologische Ansatz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Oct 2021 12:05:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Ablösungsprozesse]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Stuhlgang]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein wissenschaftliches Essay des Pioniers der modernen Proktopsychologie, empfohlen zum gewissenhaften Studium von eurem Mausebär.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><br>Eine Erläuterung von T.M. Dürholt <br>Prokto-psychologischer Therapeut</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Vor nicht allzu langer Zeit wurde ich in einem sozialem Netzwerk nach der Unterschiedlichkeit zwischen der modernen Prokto-Psychologie und der medizinischen Psychoproktologie gefragt. Aus diversen Reaktionen auf diesen Austausch entnahm ich, dass nicht nur die Differenz dieser beiden modernen Disziplinen nicht landläufig bekannt ist, sondern auch die Grundansätze der Disziplin nicht hinreichend der Öffentlichkeit geläufig gemacht wurden. Im Sinne der heilsamen Wirkung dieser Ansätze, deren wissenschaftliche Bedeutsamkeit noch festzustellen ist, da sie als neo-originäre Disziplin noch quasi in den Kinderschuhen stecken, versuche ich im folgenden die Differenz zwischen den verschiedenen Ansätzen, die sich mit dem Zusammenspiel von Psyche und dem physischen, aber auch symbolischen Körperbestandteilen, die zusammengeführt unter dem altgriechischen Begriff Prokto (Steiß, aber auch Enddarm) in der Medizin firmieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Nähern wir uns dem Thema mit einer kurzen Erläuterung der Begrifflichkeiten von Prokto und Psyche, deren Wissenschaft in der Proktologie und der Psychologie schon seit langer Zeit verharren und erst in unserer Zeit ihre folgerichtige interdisziplinäre Verknüpfung erfahren dürfen.<br>Die Proktologie befasst sich mit dem Enddarm, sprich dem Mastdarm und dem Analkanal und deren Erkrankungen. Folgerichtig also auch mit der Behandlung derer Körperteile und der „Instandsetzung“ ihrer Funktionalität. Somit im Endeffekt mit dem Abschluss des Verdauungsprozesses in Form der Ausscheidung von Feststoffen, sogenanntem Stuhl, oder auch Kot. <br>Der Leidensdruck, der einem den Weg zum Proktologen nahezu unabdingbar an das Herz legt, hat somit seine Wurzeln in einer Störung des sogenannten Verdauungsendprozesses, landläufig auch als Stuhlgang bezeichnet. <br>Wichtig ist zu bemerken, dass obwohl dieser Begriff häufig, leider auch von Fachpersonal als Verdauung bezeichnet wird, diese abgegrenzte Thematik sich nur und ausschließlich mit dem Endprozess des vielschichtigen Themas der Verdauung beschäftigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Die Psychologie beschäftigt sich als Disziplin folgerichtig mit der Psyche, also der Seele. <br>Der Leidensdruck, der den Weg zum Psychologen ebnet, beginnt also in der eigenen Persönlichkeit und deren Befindlichkeiten. Sogenannte „psychische Erkrankungen“ entspringen dem Druck, der entsteht, wenn die eigenen Verhaltensweisen entweder nicht gesellschaftskonform sind oder zu einem nicht kontrollierbaren eigen- oder fremdschädlichen Verhalten führen. <br>Sogenannte „psychische Auffälligkeiten“ werden durch ihre schädliche Auswirkung auf die innere Befindlichkeit oder die soziale Akzeptanz zu einem krankhaften Leiden, dessen Symptome ebenfalls physische Manifestationen annehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Werden beide Disziplin vereint, entstehen nun zwei unterschiedliche Fachdisziplinen, die Proktopsychologie und die Psychoproktologie.<br>Während sich die Psychoproktologie rein dem wissenschaftlichen und medizinischen Ansatz der Verknüpfung der beiden Bestandteile von Seele und Endverdauung annehmen und im Bereich der klassischen Psychoproktologie die Wirkung und Ursachen des Zusammenspieles, also direkt die Auswirkungen von Darmerkrankungen auf die seelische Gesundheit, aber auch die Auswirkungen der seelischen Gesundheit auf die Darmfunktionen untersucht, gibt es einige Unterdisziplinen, wie zum Beispiel die psychiatrische Psychoproktologie, die sich mit der Behandlung der Verdauungsproblematiken aufgrund seelischer Erkrankungen befasst, die pharmazeutische Psychoproktologie, die den Ursachen der häufig zu beobachtenden Auswirkung von Psychopharmaka auf den Verdauungsendprozess auf den Grund geht und noch viele Weitere, deren Bedeutung für die Entwicklung der Psychoproktologie sich erst noch ergeben werden, da diese junge Disziplin, wie bereits erwähnt, noch ein medizinisches Neuland darstellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Die Entdeckung der modernen Psychoproktologie hat dennoch ihre Wurzeln in der modernen Proktopsychologie, die sich im Gegensatz zur Proktopsychologie dem rein psychischen Aspekt des Zusammenspiels von Seele und Endverdauung befasst. Dabei ist in diesem Zusammenhang die Endverdauung sowohl als biologischer Prozess als auch als metaphysisches Bild zu verstehen. <br>Es geht also in der Proktopsychologie nicht nur um die Ablösung von tatsächlichen Verdauungsendprodukten, sondern auch um einen seelischen Verdauungsprozess, bzw. um seine letzte Stufe: die Ablösung.<br>Dabei differenzieren wir zwischen der akademischen Proktopsychologie und der proktopsychologischen Therapeutik. <br>Während sich ersteres mit der Theorie über die Verdauungsendprozesse der Psyche befasst, entwickelt der therapeutische Ansatz Verfahren zur Behandlung von Störungen des seelischen Verdauungsendprozesses.<br>Um die Grundthematik zu erfassen, bedarf es eines kurzen Einblicks in die Entstehungsgeschichte der Proktopsychologie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Der originäre Moment der Entstehung der grundlegenden Theorie um die seelische Endverdauung entstand aus einem künstlerischem Kontext. Die eigentliche Inspiration war das humorisch-satirische Filmwerk „Dracula- Tot aber Glücklich“ von dem begnadeten Altmeister des pointierten Humors, Mel Brooks. <br>In diesem filmischen Meisterwerk kommt es mehrfach zu Szenen, in denen der Direktor einer Psychiatrie auffälligen und renitenten Patienten einen Einlauf verordnet. Diese satirische Spitze, auf die grausamen Methoden der Psychiatrie in ihrer Vergangenheit gemünzt, hatte allerdings eine höhere Metaebene, deren Bedeutung sich mir über die folgenden Jahre nach dem Konsum dieses<br>Meisterwerkes immer mehr erschloss.<br>Der Kernpunkt ist hierbei die Szene, in der der im Film dargestellte Psychiater einer anderen Person gegenüber die Anwendung der Methodik des Einlaufs derart erklärt, dass er sinngemäß behauptet „es gäbe dem Patienten das Gefühl, etwas vollbracht zu haben“. Lange gärte dieser Gedanke in mir und es brauchte einige Zeit, bis ich begriff, warum mich diese Aussage nicht losließ. Bis ich den Zusammenhang zwischen Psyche und Verdauung näher betrachtete.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Im Gegensatz zu der psychoproktologischen Methodik, die den rein biologischen Zusammenhang zwischen dem seelischen Gleichgewicht und der körperlichen Symptomatik erforscht, wendet sich die proktopsychologische Methodik einem eher metaphysischen Ansatz zu. <br>Das begründet sich darin, dass der Proktopsychologe den Zustand der Verdauung auf zwei Ebenen betrachtet.<br>Hierbei ist der psychische Verdauungsprozess ein Synonym für den inneren Prozess der Verarbeitung, der auf seelischer Ebene miteinander verwoben ist, dass ein psychisches Verdauungsproblem logischerweise und aus reiner Konsequenz auch auf die physische Verdauung Einwirkung hat und diese Funktion in gleichem Maße blockiert, in der auch der rein seelische und kognitive Prozess beeinträchtigt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Dass der Zusammenhang zwischen dem psychischen und physischen Verdauungsapparat untrennbar ist, stellt eine bisher selten ausgesprochene, aber dennoch kulturwissenschaftlich messbar unterschwellig langzeitig und weitläufig bekannte Theorie dar. <br>Leicht verständlich wird dieses in der Linguistik deutlich, in der die Umgangssprache in verschiedensten Kulturformen symbolische und bildhafte Metaphern verwendet, die auf eine Verwebung der Ausscheidung und der Ausscheidungsorgane mit seelischen Zuständen hinleitet. <br>So werden die Verdauungsendprodukte seit langer Zeit in verschiedensten Formen als Metapher für meist unangenehme seelische Besonderheiten oder emotionale Extreme instrumentalisiert. <br>Der Weg vom Extrem zum Exkrement scheint ein historisch geprägtes Sinnbild des Loslösens und des Verarbeitens zu sein. <br>So wird der Stuhlgang, bzw. sein Endprodukt, in verschiedenen bildreichen Wendungen so häufig angewendet, dass sich daraus die Kategorie der sogenannten „Fäkalsprache“ von dem Ausdruck Fäkalien, also Verdauungsendprodukte, entwickelt hat. <br>Blumig werden somit mal mehr mal weniger rhetorisch anspruchsvoll verschiedenste, zumeist negative, Umstände mit Verdauungsendprodukten gleichgestellt. Genauere Beispiele dieses Sprachgebrauches sind in den sozialen Medien einfach zu finden, so dass eine detailliertere Ausführung hier nicht benötigt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Auch die linguistische Integration der Ausscheidungsorgane als Symbol des rhetorischen „Kunstgriffes“ ist eine wohldokumentierte Tatsache, die sich schon im Dichterwort des Freiherrn von Goethe niederschlägt, der in seinem berühmten Zitat des Götz von Berlichingen diesen jene berühmten Worte in den Mund legen ließ, die es ermöglichen, auch als gebildeter Mann von Manieren, denn Enddarm auch umgangssprachlich als „Arsch“ zu bezeichnen.<br>Doch welches Sinnbild verbirgt sich in dem kunstvoll rhetorischen Bild der Aussage „…er möge mich im Arsche lecken!“?<br></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mag es sein, dass das naturwissenschaftliche Universalgenie schon damals die ersten Grundlagen der Proktopsychologie erahnte?<br>Der Zusammenhang eines Konfliktes mit dem Ende eines Verdauungsprozesses und der darin beteiligtenn Hauptorgane mag die Endprodukte der Verdauung quasi mit der Quintessenz des Konfliktes gleichsetzen und den Höhepunkt dieses Konfliktes darin sehen, dass der Endprozess der Bearbeitung, also der Verdauung eines Problems durch die Berührung des Abgabeorgans durch das Aufnahmeorgan des Konfliktgegners den Verdauungsprozess von der einen Konfliktpartei abweist, in dem er das Resultat seiner Verarbeitung dem Gegenüber zur Aufnahme in sein sinnbildliches Verdauungsaufnahmesystem, also der oralen Zone, anbietet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Somit wird das betrachtete Problem eindeutig an den Konfliktpartner übertragen und es kommt zu einer sinnbildlich eindeutigen Erklärung des Zustandes der Abgeschlossenheit mit der Problematik des Konfliktes und der Bereitschaft, diese dem uneinsichtigen Konfliktpartner zur Verarbeitung zu überlassen. <br>Somit ist der Prozess der Abwendung von einem Problem mit dem gleichzeitigen Desinteresse darüber, dass eine andere Person sich mit der Verarbeitung der Problematik beschäftigen kann oder will, in der umgangssprachlichen und sinnbildlichen Übergabe des Problems, zu einem in allen Bildungsschichten geläufigen „geflügelten Wort“ geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenso ist die Gleichsetzung einer Person, die ihre Problematiken ungehemmt von sich gibt und einen radikalen Verdauungsprozess bestehender Probleme propagiert oder darstellt, mit dem anatomisch üblichen Ausscheidungsorgan in einem abwertenden linguistischen Zusammenhang üblich und auch vielfältig belegt.<br>Eine so vielfältige Übereinstimmung zwischen linguistischen Gleichsetzungen, erkannter Symbolik und biologischen Vorgängen kann in nur so geringem Maße ein Zufall sein, dass die letztendliche Formulierung der proktopsychologischen Grundlagen zu einem so späten Punkt in der Kulturgeschichte nicht nur ein Rätsel an sich, sondern auch eine Entdeckung von ungeahnter Tragweite darstellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem alleine diese kleine Exkursion die kulturelle Verknüpfung von Verdauung und Psyche verdeutlicht hat, wende ich mich wieder der eigentlichen Thematik zu.<br>Das grundlegende Axiom der proktopsychologischen Grundlagen besteht aus dem Ansatz, dass das emotionale Verdauungssystem der Seele, quasi des inneren Körpers, dem des physischen Körpers so ähnlich ist, dass wir sie vorerst in ihren Prozessen als deckungsgleich betrachten werden. <br>Hierbei nutzen wir die Vorstellung eines sogenannten psychischen Körpers als Sinnbild für die Prozesse des seelischen Egos und seiner kognitiven Wahrnehmung. Die Seele wird somit nur sinnbildlich als ein eigener Körper wahrgenommen und nicht in Form eines Astralkörpers, wie es in diversen religiösen und mystischen Vorstellungen der Fall ist. Auch wenn solche Bilder in der therapeutischen Praxis durchaus weiterhelfen können, da gerade in der direkten therapeutischen Aufgabenstellung die Trennung der sozialen Wissenschaften, der Psychologie und der Philosophie, von den sogenannten Randwissenschaften, den Religionswissenschaften und der &#8222;verpönten&#8220; Esoterik, weder so notwendig wie in der theoretischen wissenschaftlichen Arbeit, die eine scharfe Abgrenzung benötigt, noch erstrebenswert sind, soweit diese Sinnbilder dem Patienten dienen sich einen Zugang zu verschaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der reine Verdauungsvorgang besteht aus drei grundlegenden Teilen, der Aufnahme, der Verarbeitung und der Ausscheidung.<br>Im Prinzip wird etwas ungefiltert aufgenommen, die hilfreichen Bestandteile werden ausgesondert und die unnötigen oder gar schädlichen Bestandteile aus dem System entfernt. <br>Dieses Prinzip können wir ebenso auf den seelischen Körper anwenden. Dieser nimmt Impulse in der Form von emotional belegten kognitiven Eindrücken auf. Ähnlich wie der physische Körper ohne die Aufnahme von energiereicher Masse in Form von Nahrungsmitteln degeneriert und letztendlich mortalisiert, sorgt auch die Abschottung von Sinneseindrücken in Form emotionaler, sozialer oder sensorischer Deprivation zu Mangelerscheinungen bis hin zu ernsthaften, in letzter Konsequenz letalen, Folgen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutlich stellen somit kognitive Wahrnehmungen sowohl im sozialen, als auch im emotionalen Bereich, aber auch rein sensorische Eindrücke die grundlegende Nahrung der Seele dar. Die Aufnahme dieser Eindrücke ist in soweit der Nahrungsaufnahme gleichzusetzen, als das auch in diesem Prozess ein Mangel, aber auch ein Übermaß, das System stören und zu Beeinträchtigungen führen kann, die in leichteren Fällen zu einer seelischen Verstimmung bis hin zu einer seelischen Verdauungsstörung, in ernsthaften Fällen oder lang anhaltend zu Erkrankungen, teilweise sogar chronischer Natur, führen können.<br>Die aufgenommen Sinneseindrücke werden dann durch den seelischen Verdauungsapparat geschleust, wobei im Idealfall die notwendigen und für die seelische Entwicklung positiven Bestandteile abgetrennt und der Verwertung zugeführt werden, während die negativen und schädlichen Eindrücke zur Ausscheidung geführt werden. Hier sind wir unmittelbar im direktem Verdauungsprozess der Psyche angekommen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zumeist werden die verschiedenen Verdauungsstörungen, die sich in diesem Prozess bilden, durch die klassischen Schulen der Psychotherapeutik erkannt und behandelt. Im Vergleich ist der klassische Therapeut der Gastroenterologe der Psychologie, da er sich mit der Trennung der Wirkstoffe der seelischen Impulse beschäftigt und versucht, dass innere Gleichgewicht der „Nahrungsaufnahme“ wieder in ein funktionales Prozedere zu leiten. <br>Allerdings bildet die klassische Psychotherapie, aber auch die Verhaltenstherapie zwar eine gute Kenntnis der zweiten Phase der Verdauung ab, arbeitet aber selten bis gar nicht mit der dritten Phase der Verdauung. Im schlimmsten Fall strebt die klassische Psychologie danach, alles zu verdauen und unterschlägt den notwendigen Ausscheidungsprozess der unverdaulichen Komponenten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nähern wir uns nun der proktopsychologischen Arbeit, betrachten wir den dritten Teil des Verdauungsprozesses. <br>Hier sind wir nun im Mastdarm und Enddarm der Seele.<br>Die Aufgabe des Intestium Rectums, auch kurz als Rectum, Mastdarm oder auch Schlackdarm bezeichnet, ist die Speicherung von Verdauungsendprodukten, die zur Ausscheidung vorgesehen sind. An den Mastdarm schließt der Analkanal an, der das Rektum, also das Enddepot, mit dem After, also dem Ausgang, verbindet und über ein System von Schließmuskeln gemeinsam mit dem Mastdarm als „Endlager“ unserer Verdauungsprodukte über den richtigen Zeitpunkt zur Ausscheidung befindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gehen wir jetzt wieder zu dem Bild unseres psychischen Körpers, werden wir sehen, dass auch die Seele über ein Depot verfügt, in dem alle jene ausgesonderten Eindrücke und Emotionen gelagert sind, bis es möglich ist, diese gefahrlos aus dem System zu defäkalisieren.<br>Bei dem psychisch erkrankten Menschen kann es nun zu verschiedensten Störungen in diesem Prozess der Loslösung kommen. Im Prinzip steht hier schon fest, dass es sich um Wahrnehmungsendprodukte handelt, die zwar zur Ausscheidung vorgesehen sind, aber entweder im falschen Maße oder zur falschen Zeit abgesondert, oder auch nicht abgesondert werden. Es handelt sich im wahrsten Sinne um ein seelisches Entsorgungsproblem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die äußeren Konflikte dieser Entsorgungsproblematik liegen in dem Umstand, dass wie bei der rein physischen Entsorgung der Verdauungsreste die gesellschaftlichen Umstände eine enge Vorgabe zur &#8222;richtigen&#8220; gesellschaftskonformen Ablösung vorsieht. So mag der seelische Fäkalisierungsprozess an falscher Stelle genauso Unbehagen und Beklommenheit in der Umgebung erzeugen, wie es beim<br>sogenannten Stuhlgang der Fall ist. Das gesellschaftliche Problem verschärft sich dadurch, dass die angemessenen Orte zum seelischen Stuhlgang im Gegensatz zur physischen Kotabgabe nicht durch spezielle Räumlichkeiten gekennzeichnet sind, so dass der seelisch kranke Mensch im wahrsten Sinne des Wortes stets auf der Suche nach dem „passenden Gebüsch“ ist, um sich gesellschaftskonform Erleichterung zu verschaffen.<br>Hinzu kommen die inneren Probleme, die sich aus dem Maß der Ausscheidung ergeben. So ist bei manchen die Ausfuhr der ungewollten Eindrücke zäh und breiig oder gar flüssig wie bei einer Diarrhö, oder verhärtet und schmerzhaft, einer Verstopfung gleich. <br>In beiden Fällen kann der Druck auch mit ungewollten verbalen Flatulenzen einhergehen, die der Umwelt unmissverständlich, aber leider auch nicht gesellschaftskonform die umgangssprachlich „stinkige“ Laune des Betroffenen aufzeigt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sollten diese Ausscheidungsproblematiken länger anhaltend sein, kann es zu schweren Symptomen wie sozialem Rückzug, Unsicherheit, Medikamentenabhängigkeit und vielen anderen kommen.<br>Der Sinn der Proktopsychologie besteht darin, gezielt an dem Problem anzusetzen und somit bildhaft das Problem von der anderen Seite aus anzugehen und durch eine Regeneration des rektalen Bereichs der Seele und Förderung eines konformen Ausscheidungsprozesses, die Herstellung einer vernünftigen seelischen Darmflora wieder zu erlauben und somit die klassische Psychologie zu erweitern, zu ergänzen<br>und letztendlich zu vervollkommnen.<br>Gleich dem physischen Körper entspannt und fokussiert eine fachgerechte Ausscheidung den seelischen Körper und sorgt für innere Ausgeglichenheit.<br>Somit wird die Lücke geschlossen und der gesamte Prozess der seelischen Verdauung kann durch fachgerechte Psychotherapie gezielt in ein Gleichgewicht gebracht werden. <br>Daher ersetzt die Proktopsychologie auch weder die klassische Psychotherapie, die sich verstärkt mit der Aufnahme beschäftigt, oder die Verhaltenstherapie, die sich mit der klassischen Verdauung auseinandersetzt, sondern ergänzt diese beiden Disziplinen durch den notwendigen und lange vergessenen dritten Teil, der hilft, der gesunden Verdauung unserer Seele Vorschub zu leisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Im Sinne einer guten seelischen Verdauung,</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>T.M. Dürholt proktopsychologischer Therapeut <br>Kempen den 11.10.2021</p>
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		<title>Die große Logik-Lüge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thorsten Dürholt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 May 2020 14:41:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Coronatagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mausebärs Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mausebär (td) enthüllt unerschrocken, welches abstruse Lügengebilde sich hinter Logik, Mathematik und besonders Statistik versteckt. ]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Der Mausebär (td) enthüllt unerschrocken, welches abstruse Lügengebilde sich hinter Logik, Mathematik und besonders Statistik versteckt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein großes Thema der heutigen Zeit ist die Wahrheit über eine Ausnahmesituation. <br>Es gibt mittlerweile mehr Theorien zu dem Coronavirus in diesem Land, als tatsächlich an Coronaviren gestorbene Menschen. <br>Was allen diesen Theorien<strong> </strong>gemein ist, ist die Vehemenz, mit der sie als absolute Wahrheit dargestellt werden, sowie die zeitgleiche hektische Aktivität, mit der dieselben Behauptungen als Lügen entlarvt werden. Bei all diesen Bemühungen ist eines gleich &#8211; sie argumentieren mit logischen Herleitungen, die die inhaltsschwere Wahrheit beweisen sollen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei bedienen sich sowohl Wissenschaftler als auch Politiker und auch private Investigatoren der Methoden der Statistik und anderer Zahlenspielereien, ohne dem geneigten Konsumenten eine abscheuliche Wahrheit zu enthüllen: </p>



<h5 class="wp-block-heading">Logik ist eine der dienstältesten Huren der Argumentation! </h5>



<p class="wp-block-paragraph">Bäm! &#8211; Da stelle ich so was einfach in den Raum; aber wer den Mausebär kennt, weiß, die Begründung folgt und startet gleich mit ein paar erklärenden Details. <br>Im Kern weiß der normale Mensch nicht, was Logik ist und verwechselt diese nur allzu oft mit dem gesunden Menschenverstand. „Das ist doch logisch!“, ist eine oft gehörte Aussage, wenn dem Umgangssprachler eine Aussage als richtig erscheint und er nicht daran zweifelt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch meist ist es das nicht. <br>Dank eines gesamten Seminars über Logik während eines meiner hoffnungslosen Studienversuche, lernte ich die Hintergründe zur Logik und erfuhr, dass Logik letztendlich nur eine folgerichtige Aussage bedeutet. <br>Im weitesten Sinne ist Logik unabhängig von Werten wie Wahrheit. Insgesamt sind absolute Konzepte total unlogisch. <br>Deshalb kommt es auch oft zu größeren Löchern in der Logik, ein gutes Beispiel ist Aristoteles, der behauptete, dass alle Athener Lügner seien. Da er selbst aus Athen stammte, ist diese Behauptung eindeutig gelogen, oder nicht ? <br>Bei absoluten Bedingungen, die ich gerne als Dogmen bezeichne,  verschwindet die Logik meist in großen &#8222;schwarzen Löchern&#8220;, die auch Paradoxien genannt werden. <br>Daher ist es nahezu unmöglich, dogmatische Inhalte zu begründen, ohne sich in Widersprüche zu verstricken. <br>Absolut dogmatische Lehren, wie z.B. die Religionen &#8211; Mathematik, die ebenfalls dogmatisch ist, einmal ausgenommen &#8211; sind daher nahezu allergisch auf Logik. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Lehre der Logik werden zwei (oder mehr) Aussagen, unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt, in ein Verhältnis zueinander gestellt. <br>Ist das Verhältnis stimmig, ist die Gesamtaussage logisch folgerichtig. <br>Klingt jetzt total kompliziert, ist es aber nicht &#8211; frag&#8216; mal den Mausebären.<br>Wenn aus einer wahren Aussage eine wahre Aussage folgt, ist das eine logisch richtige Schlussfolgerung.<br>Wenn aus einer falschen Aussage eine falsche Aussage folgt, ist die Schlussfolgerung ebenfalls logisch richtig. <br>Kombiniert man allerdings eine wahre Aussage mit einer falschen Aussage, wird die abgeleitete Schlussfolgerung logisch falsch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Logik bedeutet nur, dass an jedem Ende einer Gleichung derselbe Gehalt von Wahrheit stehen muss. <br>Das ist im großen und ganzen wie mit Plus und Minus. <br>Verbindet man zwei positive Zahlen wird das Ergebnis eine größerer Betrag, verbindet man zwei negative Zahlen, wird das Ergebnis ebenfalls eine größerer Betrag, auch wenn die eigentliche Zahl negativ ist. <br>Mischt man allerdings beides, also subtrahiert von einer positiven Zahl, oder addiert zu einer negativen Zahl wird dass Ergebnis im Betrag kleiner als eine der beiden beteiligten Zahlen. <br>Fasse ich also zwei Wahrheiten zusammen, entsteht daraus eine größere Wahrheit, und das ist folgerichtig logisch. <br>Fasse ich zwei falsche Aussagen zusammen, entsteht daraus eine größere Falschaussage, und auch das ist folgerichtig logisch. <br>Logik enthüllt somit keine Wahrheit, sondern erfasst nur deren Relation in Bezug auf eine Schlussfolgerung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Kommen wir mal zu einer Tochter der Logik, nämlich der Mathematik. <br>Ich rede jetzt über abstrakte Mathematik und nicht über das Rechnen, das wir in der Grundschule gelernt haben. <br>Mathematik ist im Prinzip eine Sprache mit eigenen Vokabeln, bestehend aus Zahlen und einzelnen Buchstaben &#8211; davon manche alt-griechisch &#8211; und eigener Grammatik, bestehend aus Zeichen, die die Verhältnisse zwischen den einzelnen Wörtern (also den zusammengesetzten Zahlen und/ oder Buchstaben) definieren, sowie einigen Regeln.<br>Wie in allen Sprachen stammen diese Regeln aus Absprachen &#8211; vielleicht kommt das Wort genau daher?<br>Wenn ich sehe, dass aus dem Zusammenschluss zweier Zahlen eine höhere Zahl wird, dann kann ich das zwar folgerichtig nachvollziehen, da ich dieses mit Beobachtungen beispielhaft darstellen kann, aber dass ein Apfel und noch ein Apfel zusammen zwei Äpfel sind, ist im Prinzip erst mal genauso eine Definition wie die, dass ein Apfel ein Apfel ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es geht darum, dass wir eine bestimmte und mathematisch geprüfte Anzahl von (ganzen) Äpfeln, die größer als eins, aber kleiner als drei ist, mit der Zahl zwei definiert haben. <br>Hätten wir die Zahl &#8222;Torg&#8220; genannt, wäre es vielleicht logisch, dass &#8222;feng&#8220; Äpfel minus &#8222;karr&#8220; Äpfel gleich &#8222;torg&#8220; Äpfel sind. Das können wir jetzt  aber nicht beweisen, da wir keine Vorstellung von &#8222;Karr&#8220; und &#8222;Feng&#8220; haben. <br>Wir lernen die Zahlen mit ihren Bezeichnungen wie Worte einer Sprache, die weit verbreitet ist, zumindest in schriftlicher Form. Daher hilft die Mathematik in erster Linie, beobachtete Phänomene zu beschreiben, um sie jemand Anderem zugänglich zu machen. <br>Mathematik schert sich nicht um Wahrheit oder Sachverhalte, sondern nur darum, dass die Aussagen links und rechts eines Gleichheitszeichens übereinstimmen. <br>Somit ist die Lösung einer mathematischen Aufgabe nicht wahr, sondern richtig &#8211; und zwar folgerichtig. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Natur schert sich übrigens einen Dreck um eine mathematische Ordnung, weswegen viele Mathematiker und theoretische Physiker auch einen Großteil ihrer Zeit damit beschäftigt sind, das schöne System der Mathematik immer mehr zu erweitern und zu verbessern, um der Deckungsgleichheit mit der tatsächlichen Realität irgendwann nahe zu kommen. <br>Leider verhält sich die Realität zur Mathematik eher wie eine Parallele, beides läuft nebeneinander her ohne sich absehbar zu berühren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann ist da noch die arme missbrauchte Tochter der Mathematik &#8211; die Statistik. <br>Ein armer Nachkomme der Logik, der schon all zu oft von Sozialwissenschaftlern, Wirtschaftsweisen und Politikern geschändet wurde. <br>Und während schon der britische Premierminister Winston Churchill gerüchtweise verkünden ließ, dass er keiner Statistik trauen würde, die er nicht selbst gefälscht hätte, unterlasse ich es hier, meine Leser mit den Fallstricken der Statistik intim vertraut zu machen und gebe ihnen lieber ein einfaches Beispiel. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Zu den Zeiten, als die weltweite Piraterie am größten war, waren die Ausstöße von CO2-Emissionen wesentlich geringer als heutzutage (wahre Aussage). 2018 war Nigeria das Land mit den meisten Piratenübergriffen auf Seeschiffe. 2018 lag Nigeria auf Platz 144 des Ländervergleiches im CO2-Ausstoß. <br>Also kann man logisch begründen, dass Piraterie die CO2-Emissionen positiv beeinflusst. </p><cite>Vom Mausebär im Internet gewissenhaft recherchiert und sinnentstellend zusammengefasst</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Die Statistik stützt diese Aussage, auch wenn sie faktisch falsch ist. Wir lernen daraus, dass jede statistische Behauptung abhängig von den verwendeten Daten und deren Zusammenhängen ist. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>So steht zum Beispiel statistisch fest, dass einer von acht deutschen Bundeskanzlern bevorzugt Frauenunterwäsche trägt. Das bedeutet, dass stolze 12,5% aller deutschen Bundeskanzler regelmäßig Büstenhalter tragen. <br>Folgerichtig gibt es statistisch eine Chance von 12,5 %, dass z.B. Gerhard Schröder mindestens einmal während seiner Zeit als Bundeskanzler einen Büstenhalter unter seiner Kleidung trug. </p><cite>Originale Mausebär-Statistik</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Alles statistisch vollkommen korrekt, wenn auch wissenschaftlich unsauber. Lasst Euch mal vom Schmusehamster erklären, wie Wissenschaftler arbeiten, Ihr bekommt das Grauen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sagen wir abgekürzt, Wissenschaftler fokussieren sich auf die Beobachtung von einzelnen Ausschnitten, machen Experimente und &#8211; wenn sich das Experiment eine gewisse Anzahl von Malen mit ähnlichem Ergebnis wiederholen lässt &#8211; dann freuen sie sich und formulieren eine These<strong> </strong>oder Theorie, die solange gilt, bis man genügend Ausnahmen gefunden hat, dass sich eine Änderung der These lohnt. <br>Dieses System lässt sich einfach schlecht in unseren Lebensalltag integrieren. <br>Schließlich will keiner von uns die tatsächliche Wahrheit hören, dass Wissenschaftler festgestellt haben, dass Äpfel die Tendenz haben, unter menschlicher Beobachtung sich ohne sichtbare Außeneinwirkung in Richtung des Bodens zu bewegen, was den berechtigten Rückschluss auf eine sogenannte Gravitationskraft zulässt. <br>Solche Wahrheiten könnten Teile der Bevölkerung verunsichern, daher wird man pragmatisch und sagt, &#8222;die Gravitationskraft sorgt dafür, dass alles, was nicht fliegt oder schwebt, zu Boden fällt&#8220;. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wissenschaftler sind folgerichtig nicht gut darin, einfachen Menschen die von ihnen herrlich kompliziert gemachte Arbeit sachgerecht zu präsentieren. Das machen dann Ausnahmetalente, wie der Herr Lesch oder unsere freundlichen Freunde von der Presse, die den Schwurbel zwar auch nur halb verstehen, aber gut verpacken. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und so wird Wahrheit gemacht. Klingt komisch, ist aber so. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Also nicht alles verbreiten, was richtig klingt, nicht alles glauben, was wichtig klingt, einfach mal verschiedene Quellen checken und &#8211; besonders wichtig &#8211; anderen Menschen ihre Wahrheiten lassen, denn die liegt noch immer im Auge des Betrachters. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Pseudowissenschaftliche Grüße definiert Euch der Mausebär (td), der, statistisch gesehen, wahrscheinlich gerade schläft.</p>
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