Fastenzeit Tag 44

Karfreitag, die letzte Hürde vor Ostern und der vorletzte Tag meiner Rendezvous-Tour mit meinen inneren dunklen Musen
Hallo liebe Mausebärfreunde,
Heute date ich mal Invidia (Neid), die auch eine der sieben dunklen Schönheiten ist, die im Hause des inneren Schweinehundes in meinem Kopf wohnen. Und das wirft auch gleich eine Frage zu meinem Verhältnis zum Thema Neid auf – oder anders gefragt, ist der Mausebär überhaupt neidisch?
Wenn ich so drüber nachdenke, würde ich erst einmal und spontan dazu nein sagen. Im sinne von Missgunst so überhaupt nicht. Klar bin ich manchmal neidisch darauf, was ein anderer hat, in dem Sinne, dass ich es gerne selber habe, aber das Gefühl, dass ich es demjenigen nicht gönne, habe ich so gesehen nicht, jedenfalls nicht so, als dass ich es mitbekomme.
Die Frage danach warum jemand etwas hat, was ich nicht habe, bezieht sich bei mir immer auf das Haben, nicht auf die Person.
Ich bin wahrscheinlich schon neidisch in dem Bezug von, etwas zu sehen, was ich selber gerne hätte, könnte oder so, aber es ist eher so, dass Invidia mir leise ins Ohr flüstert, wie schön es wäre, so etwas auch zu können, oder zu haben.
ich möchte auch nicht, was der andere hat, sondern etwas gleiches, ähnliches oder so. es ist nicht, dass ich gerne sein Auto hätte, sondern auch so ein Auto, wie dass da. Also nur als Beispiel, weil ich gerade sehr zufrieden mit meinem Auto bin.
es ist mir zumeist ziemlich egal, was andere Menschen haben, ich neide direkt glaube ich, nur Aufmerksamkeit.
Nicht im Mittelpunkt zu stehen, fällt mir schwer, dass war schon immer so. Wobei ich da langsam lerne und einen gewissen stolz aufbaue, auf Situationen, wo ich auch einfach mal aushalte.
Vielleicht liegt meine Geltungssucht auch in meinen eigenen Ängsten begründet und der Neid ist nur ein Unterstützer, um meine Energien zu sammeln. So dass Invidia, ähnlich wie meine innere Muse des Zorns mich eigentlich nur bestärken wollen, meine Angst zu überwinden.
vielleicht sehen sie ja etwas in mir, was ich (noch) nicht sehen kann und wollen mich über jene Grenze schubsen, die mich daran hindert, mein Potential zu entwickeln.
Invidia hat viele Verlockungen, aber sie ist so eine Form von Verführerin, bei der Man(n) wissen sollte, was einen antreibt, was man wirklich will, was der Mausebär braucht, denn sie verlockt mit allem und bietet gerne mal einen flotten Dreier mit ihren Freundinnen Wollust oder Völlerei an. Das ist in sich und kurzzeitig eine heiße Sache, pumpt einen Mausebär aber ziemlich aus.
Komisch ist, dass gerade die heiße Invidia so gesehen eine absolute Teamspielerin ist, was vielleicht genau dass ist, was ich von ihr lernen kann und auch darf.
Wie alle meiner dunklen Musen meint sie es nicht böse mit mir, sondern liebt mich, auf ihre eigene art und ich muss lernen, die Kraft dieser Liebe produktiv zu nutzen. Für den Mausebären, für mich, aber auch für andere Wesen um mich herum.
Es ist eine weiter Erkenntnis, dass ich ruhig eine Form der Selbstliebe haben daru und diese Muse, wie auch andere Umarmen darf und genussvoll mit ihr Liebe machen kann, solange ich nicht dem rausch zu sehr verfalle, sondern auch die anderen stimmen in mir höre, die wichtig sind.
Balance finden, auch durch Neid, ein interessanter Gedanke, der vielleicht stärker ist, als ich es jetzt ahne…
Bis dann, dann,
Euer Mausebär
Autor

- Der Mausebär
-
Thorsten Dürholt schreibt diesen Blog unter dem Pseudonym "Mausebär".
Zur Erklärung gibt es das Mausebären-Manifest unter dem WordPress Link.
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