Noch eben dem Freitag Rechnung tragen…

Noch eben dem Freitag Rechnung tragen...

…und dann geht es ab ins Wochenende, was aber kaum einen Unterschied macht, denn zur Zeit verteilen sich meine Aufgaben generös über sieben Tage in der Woche – manchmal sogar acht oder neun

Hallo liebe Mausebärfreunde,

Manchmal wundere ich mich darüber, wie sich alles so verteilt. ich habe diverse Aufgaben und versuche diese fair über meinen Alltag zu verteilen und habe dadurch eigentlich immer etwas zu tun. macht meistens Spaß, manchmal nicht…
Hinzu kommen die vielen „Kannst du mal eben“ oder „Würdest Du für mich„, die mein Leben schon alleine deshalb begleiten, weil ich an vielen verschiedenen Stellen tätig bin.
Manchmal komme ich da kaum hinterher und frage mich dann, was es für mich bedeutet,meine Aufgaben (oder die, die mir andere Menschen mal eben ins Nest schieben) zu erledigen.
Ich löse gerne Probleme (bevorzugt die von anderen Menschen) und versuche einen Beitrag zu leisten. Das nennt man wohl Aktivismus, denn ich aktiviere mich für verschiedene Themen, sei es Politik (aktiv und viel), Selbsthilfeförderung (Ja, da bin ich gerne dabei), Genesungsbegleitung (immer an der Arbeit – noch ohne Lohn), Freunde und Familie (offenes Ohr soll ja fast immer möglich sein) und nebenbei versuche ich mein eigenes Leben auf die Reihe zu bekommen.

Zum Glück, kann ich ja als fauler Hartzer es mir leisten, nichts zu tun und gemütlich in der sozialen Hängematte liegen, aber warum ist da mein Terminkalender so voll? Gut ich bin ja nicht komplett Hartzer, ich bin ja ein sogenannter Aufstocker, also jemand, dessen Arbeitslohn unter dem Satz liegt und der deshalb einen Zuschuss bekommt, der einen auf das Leistungsniveau von Grundsicherung bringt (angeblich sogar darüber, wegen dem Eigenbehalt, aber der reicht halt gerade, um die Mehrkosten, die ein Beruf mit sich bringt, zu decken – quasi die Werbungskosten). Auch vom Ehrenamt gebe ich ja die Hälfte ab, um politische Arbeit zu unterstützen, Solidarität zu zeigen, etc…
leider kann mir da das Jobcenter nicht einmal sagen (trotz mehrfacher Anfrage) ob mir diese Abgabe zumindest nicht auf den Freibetrag für Ehrenamt angerechnet wird, sondern als notwendige Ausgabe gilt, sonst zahle ich ab September drauf, nämlich wenn mein Freibetrag ausgeschöpft ist. Entweder kann ich dann meine Abgabe nicht zahlen, oder ich muss halt mit etwas über 200€ weniger im Monat auskommen, nein eigentlich sogar mit noch mehr weniger, weil mir dann ja die gesamte Aufwandsentschädigung abgezogen wird und ich dann nochmal die Hälfte davon zahlen soll. Vielleicht klärt sich das vorab, vielleicht nicht, vielleicht bruache ich einen Anwalt, es wird sich zeigen…

Ist ja auch egal, ich faule Sau habe es ja nicht besser verdient, schließlich kann ich ja (trotz Schwerbehinderung und Pflegegrad) zumindest ein wenig arbeiten, oder?
Dumm nur, wenn man dafür keine Zeit hat, weil man ja schon arbeitet. Der Mausebär verdient nur nichts dafür, weil die Arbeit eines Mausebären ja kostenlos (hoffentlich nicht umsonst) ist. Und das Beste ist, dass ich dadurch, dass ich einen gewissen Teil meiner Arbeit selber einteile (geht nicht alles, weil viele Sachen Termine haben), arbeite ich eigentlich nur effizient, sitze also keine starren Arbeitszeiten ab, sondern arbeite nur, wenn ich auch arbeite…
Vielleicht bin ich deshalb eine faule Sau und ein Sozialschmarotzer, weil ich nicht dumm in einem Büro rumsitze und warte, dass die Uhrzeiger die richtige Stellung einnehmen, um Feierabend zu machen.
Und wenn nun jemand sagt, dass ja niemand behauptet, der Mausebär wäre eine faule Sau, erinnere ich daran, dass ich einen Bewilligungsbescheid des Jobcenters habe und somit zur Gruppe derjenigen gehöre, die in der Öffentlichkeit als Schmarotzer und Arbeitsunwillig bezeichnet werden.
Vielleicht bin ich aber gar nicht die Ausnahme, sonder ein Teil der Regel. denkt mal dran, wenn ihr wieder irgendwelche Politidioten darüber fachsimpeln hört, wie man den asozialen Bürgergeldbezieher an die Schippe bekommt.

Denn vielleicht sind dann irgendwann alle Mausebären (oder Alleinerziehenden Mütter, andere Carearbeiter oder Ehrenämtler) an der Schippe und haben weder Zeit noch Kraft, um euch zu helfen und noch weniger, um aus der Welt einen besseren Ort zu machen. Und das ist auch eine Wahrheit, die vielleicht in Betracht zu ziehen ist…

Bis dann, dann,

Euer Mausebär

Autor

Thorsten Dürholt
Thorsten DürholtDer Mausebär
Thorsten Dürholt schreibt diesen Blog unter dem Pseudonym "Mausebär".
Zur Erklärung gibt es das Mausebären-Manifest unter dem WordPress Link.

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