Fastenzeit – Tag 21

Fastenzeit - Tag 21 - Titelbild

Wenn das Kopfkino nachts nur Horrorfilme zeigt (oder Psychothriller), dann ist der Nachtschlaf auch nicht gerade toll – ganz zu schweigen von Erholsam

Hallo liebe Mausebärfreunde,

So ganz toll war die letzte Nacht nicht, denn gestern bin ich erst todmüde ins Bett gefallen, habe vier Stunden geschlafen, wie ein Stein und war dann wieder wach. Von da an ging mein Kopfkino an und ich begann, gewisse Gedanken kreisförmig in meinem Kopf zu bewegen.
Tatsächlich war es nicht ganz kreisförmig, sondern eher eine Abwärtsspirale, denn diese Gedanken zogen mich immer weiter runter in eine Bewusstseinsebene, die ich eigentlich, aufgrund von dringend nötigen Bauarbeiten, stillgelegt hatte.
Es dauerte eine ganze Zeit, bis ich mich gedanklich wieder in andere bahnen gebracht habe und dann doch einschlafen konnte, doch gut war der Schlaf nicht. Ich wachte auf, mit einem schlechten Gefühl, antriebslos und fühlte mich irgendwie geschlagen, runtergezogen, deprimiert.

Dennoch habe ich meine Sporttasche gepackt und bin zum Studio gefahren, um ein wenig Bewegung in die Sache zu bekommen.
dort beim Training kam ich weiter ins Grübeln, quasi zurück dahin, wo ich gestern Nacht aufgehört hatte. Und ich fing an, mich innerlich zu zerfleischen, in Selbstkritik, die sich schon annähernd zum Selbsthass, aber auf jeden Fall zum Selbstzweifel ausdehnte.
Dann fing ich an, mich meiner neu gewonnen Achtsamkeit zu erinnern und stellte mir zu erst einmal eine vernünftige Frage.
Die Frage war schlicht und einfach „Warum?„.

Plötzlich war ich komplett weg von den Grübeleien und ging auf Spurensuche, was die Grübelei bei mir ausgelöst hatte. Und diesmal (im Gegensatz zu den vorherigen Fragen, die durch meinen Kopf schwebten), fand ich eine Antwort in mir.
Tatsächlich ging es bei der Antwort um Grenzen.
Gestern wurden bei mir Grenzen überschritten, nicht von mir erbeten oder erlaubt, sondern auf eine achtlose Art und Weise, die mich verletzt hat. Doch mein dummes, konditioniertes Gehirn versuchte erstmal die Schuld bei mir zu suchen und zu bemerken, welche Fehler ich gemacht habe. Eben auch weil ich gestern nicht achtsam war.
Kritik ist immer gut, aus Kritik kann man lernen, aber Kritik darf nicht die roten Linien überschreiten, denn dann wird es zu einem Angriff auf meine Selbstachtung (die wahrlich nur ein kleines sehr verletzliches Pflänzchen ist – auch wenn man mir das selten anmerkt).
Wenn ich nicht achtsam bin, gelangt Kritik bei mir in den Sperrbereich und macht Sachen, die mir dann, im wahrsten Sinne des Wortes den Nachtschlaf rauben und mich voller Selbstzweifel zurück lassen.
Deshalb muss ich auch mehr auf meine roten Linien achten. Vielleicht auch mal lernen, diese zu kommunizieren (erst mir gegenüber und dann anderen Menschen).

Das was ich heute wirklich erreicht habe, ist festzustellen, dass ich gewisse Dinge einfach nicht (mehr) möchte in meinem Leben. Und das ist in dem Fall, dass mit mir auf eine gewisse Art gesprochen wird, die mir nicht gut tut und ich mich klein gemacht fühle.
Und auch nicht, die Art von Kritik, die mich an meinen eigenen Kompetenzen zweifeln lässt – auch damit kann und will ich nicht mehr umgehen. Das für mich zu formulieren, ist ein großartiger Gedanke (der mich jetzt auch schon ein wenig Wohlgefühl vermittelt).
Wie ich diesen Gedanken praktisch umsetze, dass werde ich noch erarbeiten müssen (schon mal gut, dass der Wille und die Einsicht da sind), aber ich denke, ich werde meinen Weg dazu finden, jetzt, da mir das Problem schon einmal klar ist.
Vielleicht ist es Teil meiner Angststörung, dass ich auch noch nicht gelernt habe, für mich Partei zu ergreifen und meine Grenzen deutlich zu setzen (und zu halten), aber irgendwie sollte ich mal lernen, damit umzugehen.

Tja, und so sind die Gedanken auch wieder in eine Art von Meditation gewandert, die mir weiter hilft. Der Gedanke, was ich machen kann, um mich wohler zu fühlen, ist auf jeden Fall positiver, als der Gedanke, was bei mir falsch läuft.
Denn nichts läuft bei mir falsch, ich lasse mich nur ungern auf anderer Leute Rennbahn setzen und dann antreiben – ich bin keine Rennschnecke…

Bis dann, dann,

Euer Mausebär

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben