Fastenzeit Tag 9

Das fiese Gefühl des Versagens und die philosophisch-intellektuelle Aufbereitung im Rahmen der Achtsamkeitsübungen des Mausebären
Hallo liebe Mausebärfreunde,
Bringt es was, sich selber Vorwürfe zu machen?
Im Prinzip ja nicht, denn andere Menschen übernehmen diese Aufgabe ja gerne für einen, unabhängig davon, ob es dem Mausebären gefällt, oder nicht.
dabei helfen einem Vorwürfe mal so gar nicht weiter, denn ein schlechtes Gewissen, ist ja kein sanftes Ruhekissen (wie der Volksmund verkündet) und unruhig zu liegen behindert die gepflegte Reflektion des eigenen Handelns.
Ich mache mir selber zu oft Vorwürfe, nähre mein „schlechtes Gewissen“ mit all den Stimmen in meinem Kopf, die mein „Über-Ich“ (um es freudianisch zu sagen) so angesammelt hat. Aber sind es wirklich meine Stimmen da im Kopf, oder klingen sie nach Menschen aus meinem Leben, die versucht haben, mir Werte zu vermitteln, oder die ich als Vorbild wahrgenommen habe?
Sind es meine Werte, die mich behindern, in Frieden mit mir und meinem Handeln zu sein, oder die Werte von Leuten, die ich aus irgendeinem Grund bewundere und schätze?
Die Frage ist wichtig, denn natürlich kann man an einem Modell lernen (ich bin da ehrlich gesagt schlecht drin), dass Lernen durch Nachahmen ist ein sehr natürlicher Prozess, aber im rahmen der „Auferstehung aus seiner eigenen Unmündigkeit“ nur ein Element, wenn es darum geht, Dinge zu begreifen und die Welt (seine eigene zumindest) zu verstehen.
Ich denke, Intelligenz setzt da an, wo man aus dem Nachahmen rauskommt und kreativ adaptiert, versucht zu verstehen und die Gründe des Handelns abklopft. Und Weisheit fängt da an, wo die eigene Erfahrung diese Gedanken mit Erfahrung untermauert und neue Glaubenssätze erstellt werden, die passend und richtig sind.
Leider können diese Glaubenssätze für andere menschen, als dem Mausebär selber, maximal eine Blaupause, ein Schema sein, nachdem sie ihre eigenen Entwürfe finden müssen.
Es können halt nicht zwei Menschen auf dem selben Stuhl sitzen (oder es wird unbequem).
Früher oder später braucht man seinen eigen Stuhl und dieser passt am besten zum dicken Mausebärenhintern, wenn er selbst gestaltet ist (am Besten nach gründlicher Analyse der Sitzgewohnheiten – Stuhl, Anal-yse, Hintern, der proktopsychologische Ansatz kommt hervor).
Es gibt ja auch emotionale Intelligenz (da hat der Mausebär noch ein großes Lernfeld) und auch da gilt das gleiche, heißt ich muss mir meinen eigenen moralischen Stuhl bauen, auf dem ich sitzen kann, um dort in Ruhe darüber nachzudenken, wie aus meinen inneren Glaubenssätzen eine eigene Lebensweisheit entsteht, die dafür sorgt, dass ich zufrieden mit mir selber, durch das Leben komme.
Dauerhafte Arbeit, denke ich, aber heute ist so ein tag, da kann ich in meiner innerern Schreinerei ein wenig am eigenen Stuhl arbeiten, denn ich brauche seelisch dringend eine gemütliche Sitzfläche, um zur Ruhe zu kommen…
Bis dann, dann,
Euer Mausebär

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