Fastenzeit – Tag 14

Der Mausebär stellt eine erstaunliche Ressourcenverschiebung fest – und analysiert diese erstmal (un-)gründlich
Hallo liebe Mausebärfreunde,
Ein interessanter Gedanken kam mir heute (und setzte sich in meinem Kopf fest), nämlich das etwas Selbstbetrachtung durchaus angebracht wäre.
Tatsächlich bemerkte ich, dass bei genauerer Betrachtung sich in den letzten Tagen einiges geändert hatte. Nicht in meiner Umgebung oder an meiner Situation, sondern in mir selber. Es scheint so, als würde das Fasten, mit all seinen Konsequenzen und Vorzügen doch tatsächlich meine Prioritäten neu setzen. Und zwar teilweise im positiven, aber auch im negativen…
Da fange ich doch gleich mal mit dem negativen Beobachtungen an und stelle fest, dass meine Konzentrationsfähigkeit gesunken ist. Also ich meine vor allem die Dauer, in der ich mich konzentriert auf eine Sache einlassen kann. Zur Zeit ist zum einen meine Aufmerksamkeit ein kleiner Schmetterling, der gerne den Gedankenwolken, die mich friedlich durchwandern folgt und sich an den Nektar der Stilblüten, die mein inneres Blumenfeld so produziert nährt. Es fällt mir schwer, mich langfristig auf ein Thema einzuschießen, es sei denn es geht um das Lesen (das könnte ich zur Zeit stundenlang – und tue es auch).
Das ist schon spannend, aber scheinbar verliere ich gerade an Biss und der Mausebär wird etwas zahnloser als sonst. Ob das gut oder schlecht ist – das wage ich noch nicht zu beurteilen.
Gut, mir fliegen auch viele Gedanken und Ideen zu, doch neige ich zur Zeit, vielleicht als Folge der Achtsamkeitsübungen, mich sehr auf Dinge der Gegenwart zu konzentrieren, weswegen Planung und Voraussicht gerade nur unter „Ferner liefen“ rangieren.
Natürlich beschränkt meine Kalorienzufuhr auch meine Energie und diese setzte ich zur Zeit bewusst für einige Dinge ein, die für andere Menschen eher zweitrangig wären, für mich aber im Fokus stehen. Andere Dinge schiebe ich dafür gerne nach hinten, denn sie drängen mich gerade nicht.
Drängen lasse ich mich sowieso nicht – um mal zum positiven zu kommen. Ich habe in letzter Zeit mehr innere Ruhe entdeckt und finde, dass ich mehr Geduld habe. Vielleicht auch, weil ich, dank Achtsamkeit, mehr mit mir anfangen kann und daher nicht den Druck verspüre, dauernd beschäftigt zu sein. Aber auch beim Training merke ich, dass ich einen gleichmäßigen Ehrgeiz entwickel, der weniger auf ein Ziel ausgerichtet ist, als mehr darauf, das Beste aus der jetzigen Einheit zu machen und trotzdem vorsichtig und umsichtig mit mir umzugehen.
ich höre mehr tatsächlich in mich rein, also nicht nur auf den Teil in mir, der leistungsgeil ist, sondern tatsächlich auf meine Befindlichkeit, die mir diktiert, wie weit ich gehen kann, darf und soll…
Seltsamerweise ist ein Teil in mir, der sonst immer meckert, plötzlich der Meinung, dass dieser Weg viel schneller zum Erfolg führt.
Klar ist auch noch die Stimme da, die sagt, dass ich mehr Leistung bringen soll und ich bin ihr dankbar für ihre Motivation, aber sie ist halt nur noch ein Begleiter in meinem inneren Team und nicht der Chef.
Vielleicht leren ich tatsächlich gerade ein wichtige Lektion für mein Leben.
In jedem Fall bleibt die Selbstbeobachtung weiterhin spannend, jedenfalls für mich…
Bis dann, dann,
Euer Mausebär
Ein Kommentar
Hey gar nicht so leicht sich zu reflektieren, sich selbst zu beobachten
aber bestimmt ein guter Weg