Wer will schon einen verwirrten Mausebären?

Der Mausebär macht seine Arbeit in der Reihenfolge, die sich als gut heraus gestellt hat – alles andere stört mich dermaßen, dass dann nichts mehr geht
Hallo liebe Mausebärfreunde,
Tja, mein innerer Autist ist manchmal extrem stark, denn wenn ich meine (täglichen) arbeiten nicht in der Reihenfolge mache, wie ich es erarbeitet habe, kommt Unwohlsein auf. Gut der ADHS-Anteil im Mausebären ist auch stark genug, so dass ich, wenn ich die gewohnte Routine durchbreche, dazu neige, Details zu vergessen.
Jedenfalls lange genug, dass ich die gesamte Arbeit noch einmal Revue passieren lassen darf, um Fehler auszumerzen (aus zeitgeschichtlichen und politischen Gründen finde ich den Ausdruck „ausmerzen“ mittlerweile wieder verdammt passend).
Arbeit doppelt machen nervt total, auch wenn ich als kleiner Perfektionist (da ist wieder der innere Autist) manchmal einfach nicht darum herum komme.
Die Kombi meiner geistigen einschränkungen macht es eh sehr interessant in meinem innerem Team, denn jede meiner Krankheiten hat da seinen eigenen Vertreter, der sich teilweise lauthals beschwert.
Da ist natürlich der laute und stets Aufmerksamkeit suchende Narzisst, an dessem Arm das geringe Selbstwertgefühl hängt und mit vorsichtiger, aber betonter Stimme, alle seine Kommentare ihrerseits kommentiert und kritisiert. Dann gibt es die sanfte Goth-Braut Melancholia, die meine rezidivierenden Depressionen vertritt und mich mit süßer Stimme verlockt, sich in die Schwärze ihrer Umarmung zu flüchten, um die Verzweiflung zu begrüßen (ja, manchmal genieße ich meine düstere Stimmung).
Da ist meine hektische ADHS-Punkbraut, die sich, gemeinsam mit meinem inneren Schweinehund dazu verbündet hat, aus meinem Leben ein Desaster zu machen und von meinem zerstreutem Assistent für meine angeborenen Koordinationsschwierigkeiten umgarnt wird (auf so eine fiese nerdige Weise). Mein innerer Autist kommt im gewand eines Buchhalters, welcher mir versucht, mit Flussdiagrammen die Welt zu erklären und im stetigen Streit mit meiner inneren Muse ist (einer rothaarigen Schönheit), die ihre Anregung eher im Chaos sucht.
Und während mir meine soziale Phobie, in Form eines nervigen beamten stets erklärt, dass ich auf Autorität achten soll, nicht unangesehenem auffallen sollte und bloß nicht mit irgendwas in Kontakt kommen darf, plant mein innerer Soziopath (eine schwarze Wolke mit glühenden Augen), wie ich alle umbringen kann.
Mein innerer Bär ist davon verunsichert und wird davon aggressiv, währen die innere Maus mit großen Augen und zitternd aus ihrem versteck heraus alles sorgfältig beobachtet.
Gut dass mein innerer weißer Meister mittlerweile immer häufiger eingreift, um die fruchtlose Diskussion mit einem Glückskeksspruch zu unterbrechen, so dass mein produktives Team weiterarbeiten kann.
Chaos im Kopf, eine Quelle sprudelnder Energie, die leider schwer einzudämmen ist. dabei bräuchte ich dringend einen guten mentalen Staudamm, um zum einen den Fluss der Kreativität zu regulieren, damit sie nicht dass Tal meines Seins überschwemmt und um Generatoren zu installieren, die in Form eines Kraftwerkes Energie generieren, die ich nutzen kann, um mal etwas umzusetzen.
Naja, ich baue an dem Staudamm und zahlreiche Impulse aus den letzten Jahren bieten gute Baustoffe für dieses Projekt.
Sollte der damm je fertig werden, lade ich alle Mausebärfreunde zur Einweihung ein, aber bis dahin bleibe ich einfach Mausebär und lebe mit Chaos in der Seele.
Bis dann, dann,
Euer Mausebär

Schreiben Sie einen Kommentar