Was fließt da auf der Straße ?

Ein knackiger Text, im jugendlichen Leichtsinn, über die Kompetenzverbesserung des Mausebärs (a.k.a. Thorten Dürholt) und seinem persönlichen Gewinn an der Krise.

Es gibt ein faszinierendes Zitat für mein heutiges Thema:

Kaufe, wenn das Blut auf den Straßen fließt.

Nathan Mayer Rothschild, 1. Baron Rothschild (1840 – 1915), erster Rothschild-Bankier im britischen Erbadel

Faszinierend ist nicht nur der Umstand, dass es wohl historisch nicht ganz einwandfrei bewiesen ist, dass es diese Aussage wirklich gab, sondern- und vor – allem welche Wahrheit hinter dem vermeintlichen Zynismus verborgen liegt.
Ignorieren wir unseren humanistischen Ekel, werden wir feststellen, dass es schon immer die „unruhigen Zeiten“ waren, die für den Zuwachs an Gewinnen bei einzelnen Personen sorgte.
Der alte chinesische Fluch „mögest Du in interessanten Zeiten leben“, war für Händler scheinbar schon zu allen Zeiten eher ein Segen.

Was kann ich davon für mich gebrauchen?

Angesichts der Tatsache, dass ich weder ein Klorollen-Monopol auf die Beine stellen konnte, noch einen lukrativen Handel mit Desinfektionsmitteln begonnen habe, lässt schon erahnen, dass der Zwischenhandel nicht so ganz das Meine ist.
Auch dass ich mich Online lüsternden Hausfrauen willig zur digitalen Befriedigung ihrer Fleischeslust angeboten habe, erwies sich als – sagen wir mal nicht ganz so lukrativ.
Also finanzielle Erfolge waren bei mir bis jetzt nicht wirklich drin.
Trotzdem empfinde ich mich eindeutig als Profiteur der Krise. Ich habe einen Profit gemacht. Keinen Materiellen, wohlgemerkt, sondern einen viel wertvolleren.

Ich habe Kompetenzen erworben.

Seit Beginn der Krise arbeite ich mehr als vorher.
Nicht nur, dass mein Projekt „schöner wohnen“ durch mehrere Bauphasen gewandert ist, nein, ich habe auch andere Aufgaben für mich entdeckt.
Von einer dieser Aufgaben kann sich jeder sofort ein Bild machen. Es geht um meine täglichen Blog-Beiträge.
Nicht nur, dass ich eindeutig sehr stark therapeutisch mit mir selber arbeite und auf aristotelische Weise meine Leser zu meinem bezeugendem Freu(n)deskreis mache – ich lerne auch durch das Schreiben an sich.
Mein Ausdruck erweitert sich, ich spiele mit meinem Wortschatz und verbessere meinen Stil. Selbst meine Fähigkeiten des Tippens werden besser und Sonjas und Alex Argwohn zum Trotz, verbessert sich auch meine Grammatik.
Die täglichen Redaktionssitzungen öffnen mir auch neue Wege. Ich merke, was mir meine Redaktion bedeutet. Sanft üben wir uns in Kommunikation.
Auch die anderen Online-Kontakte bilden mich weiter. Ich übe mich in neuen Formen der Kommunikation.
Ich lerne (zwangsweise) eine ganz neue Ebene des Zuhörens. Nicht nur durch die Beschränkungen der natürlichen Kommunikationskanäle, sondern auch über den Umstand, dass man online halt nicht so ungestraft anderen ins Wort fallen kann.

Es heißt ja, wenn einem Lebewesen ein Sinn entzogen wird, schärfen sich die übrigen Sinne umso mehr.
Schon im Mittelalter trainierten daher die japanischen Schattenkämpfer (Ninja) mit dem Entzug von verschiedenen Sinnen, um die Wahrnehmung zu verbessern. Genau das passiert jetzt gerade mit mir – ich absolviere ein Training.
Ich bastel zur Zeit fleißig an zwei Websites mit und arbeite mit verschiedenen Facebook-Möglichkeiten. Das alles mittlerweile über einen Linux-Rechner.
Ich, der vor drei Jahren noch nicht mal einen Social-Media-Acount hatte.
Da kann ich schon ein wenig stolz auf mich sein.

Ich hantiere mit unterschiedlichen Endgeräten und bin über mehre Kanäle erreichbar.
Und mein anderes Zeug bekomme ich auch erledigt. Ich koche sogar häufiger als vor der Krise.
Es gibt wahrscheinlich noch mehrere andere Dinge, die ich gerade vergesse, oder einfach unterschlage, aber meine Leser dürfen mich gerne daran erinnern.

Heute darf man mich in den Kommentaren fröhlich beweihräuchern, heute ist ein Bärentag.
Am besten, jeder meiner Leser beweihräuchert sich gleich mal mit.
Einfach mal reflektieren, was uns die letzten Wochen gebracht haben – wo haben wir uns verbessert?
Da fällt doch Jedem was ein…

Weil ich in den letzten Tagen immer so endlos gejammert habe, oder ausschweifend philosophiert (bzw. gelabert) habe, gönne ich mir – und auch der Redaktion – heute einfach einen kurzen Text.

Ich wünsche allen einen schönen Bärentag,

Euer Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)

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