Ein Gedanke zum Sonntag

Der Tag verfliegt heute in einer gewissen Ruhe, sehr angenehm.
Zwar habe ich schon einige hauswirtschaftliche Verrichtungen erledigt (und habe noch so 1-2 auf dem Zettel), aber irgendwie habe ich heute weder Druck noch Stress.
Ich habe (mehr oder weniger) ausgeschlafen, mich bereits um die Übermittlung meines Zählerstandes gekümmert und ein wenig die Küche aufgeräumt.
Optional sind heute noch Wäsche und Müllentsorgung dran. Ansonsten Mittagsschläfchen, lecker was essen und ein wenig die Glotze flimmern lassen.
Kurz gesagt ein ruhiger und friedlicher Sonntag.

Auch meine Gedanken sind heute recht frei. Zwar fließen sie heute irgendwie zäh wie Brei durch mein Gehirn und sind gar nicht fluffig leicht und wolkig, wie ich es mir manchmal wünsche, aber zumindest blubbert die zähe Masse nicht so oft und fließt recht gleichmäßig in festen Bahnen.
Mich beschleicht somit das Gefühl, all meine Pflichten und Schludrigkeiten vorerst erledigt zu haben, jedenfalls alles mit Terminbindung.
Mein Büro sieht grausig aus (voll die Unordnung), aber darum kann ich mich langsam und in Ruhe kümmern, eines nach dem Anderen und mit Ruhe und Geduld.

Jene Tage, an denen ich nicht in Hektik ausbreche, bei all den Sachen, um die ich mich kümmern müsste, sind selten.
Zumeist katastrophiere ich in meinem Kopf, irgendwo zwischen total aufgedreht und so überdreht, dass ich komplett handlungsunfähig bin. In jedem Fall ein Garant für Unzufriedenheit, weil ich mich entweder Übernehme oder halt nichts geschafft bekomme.

Manchmal frage ich mich selber, warum mein Kopf nur in Extremen arbeiten kann. Es ist scheußlich: „entweder ganz oder gar nicht„, „Durchziehen oder ein Loser sein„, „Tun oder nicht tun, es gibt kein Versuchen“ und „Führe, Folge, oder geh mir, verdammt nochmal, aus dem Weg„. Mein Gehirn mag scheinbar Superlative.

Selbst meine philosophischen Ansätze und Gedanken sind selten gemäßigt, sondern beinhalten Extreme und und sind teilweise übermäßig Konsequent in ihren Grundsätzen. Manchmal durchdenke ich Idee mit so kühler Logik (bis hin zum Zynismus), dass man denken könnte, mir wäre alle Empathie verloren gegangen.
Tatsächlich arbeitet meine Empathie losgelöst von meinem logischen Verstand und nicht selten schaffe ich es meine Gefühlswelt, bis hin zur gefühlten Soziopathie, abzuschotten oder sogar einfach auszuschalten.
Mein Mitleid und Anteilnahme sind dann einfach gerade nicht da und meine Gedanken sind nur auf das Ziel gerichtet.

Manchmal ist das eine praktische Fähigkeit, weil es mir hilft, mich vom leid der Welt zu distanzieren. manchmal ist es unpraktisch, weil ich, im Arbeitsprozess vertieft, nicht mitbekomme, was ich anderen Leuten antue (emotional gesehen).
erst wenn ich dann darüber mit den Betroffenen rede und dabei meine Sensibilität wieder anschalte, kann ich dann das Ganze nachvollziehen und zumeist bin ich dann sehr geknickt.

So, der dicke, alte Mann genießt nun seinen Restsonntag und ist dann auch Morgen wieder,

Euer Mausebär

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