Speaker’s Corner: Betroffen oder Lack gesoffen?

Was ist „Woke“?

Durch die Medien geistert ein Gespenst. Es nennt sich „Wokeness“. Die Menschen, die von diesem neuartigem Phänomen betroffen sind, nennen sich selbst „Woke“, also „erwacht“ auf deutsch.

Aber woraus sind sie erwacht?

Aus dem Dornröschenschlaf der bürgerlichen Unschuld? Oder aus der Matrix unserer eigenen Moral (Schluck die blaue Pille)? Oder ist es nur eine Gegenbewegung, die sich nicht mehr als „Schlafschafe“ bezeichnen lassen will?

Bei Begriffen wie „Erwachen“ denke ich sofort an Zeugen Jehovas (oder andere Sekten) und an Verschwörungsgläubige (Leute, die Verschwörungstheorien etwas zu ernst nehmen), also Menschen, die einem etwas fanatischem Gedankenkonstrukt folgen, in dem sie die Wahrheit erkannt haben wollen. Seltsame Religiöse Gemeinschaften, Holocaust-Leugner, UFO-Fans, Corona-Feinde, Echsenmensch- und dunkle Eliten-Erkannthaber – alle diese Leute glauben daran eine Wahrheit gefunden zu haben und somit aus dem Schlaf der Unschuld geweckt worden zu sein.

Welche Sekte steckt nun hinter den „Woken“ Menschen?

Kampfbegriffe wie „Intersektionaler Feminismus“, „Kulturelle Aneignung“, „Gendergerechtigkeit“und „Cancelculture“ sind die undefinierte Wahrheit der „woken“ Gemeinschaft. Zumeist Grundlagen für Stellvertreterkriege von Leuten, die, natürlich ungefragt, gefühlte Minderheiten vor ihrer vermeintlichen Diskriminierung retten. Die Weiterführung des sogenannten „White Knightings“, bei dem in Internetforen oder Diskussionen ein selbsternannter weißer Ritter den vermeintlich hilflosen Opfern eines Shitstorms beispringt. Zumeist ohne Ermächtigung seitens des Opfers. Und das im Prinzip nicht nur um dem vermeintlichen Opfer zu helfen, sondern um sich selbst als gute Person zu profilieren.
Dieses Phänomen ist nun nicht nur auf die sozialen Medien, sondern auch (dank dem Engagement des öffentlich-rechtlichem Rundfunks, der meiner Meinung nach von so etwas die Finger lassen sollte) in die politische Diskussion eingezogen. Und dankbar nehmen diverse politische Randparteien (Wie die Linke und die Grünen) diese neuen Themen auf, um ihre eigene Agendalosigkeit aufzubrechen. Und hier wird es dann gefährlich. Denn der Unsinn (ja, das ist meine Meinung) einiger Weniger wird plötzlich zum Diktat für die Massen aufgewertet und führt zu einer sinnbefreiten Gefährdung unserer persönlichen Freiheit.

Was sagen die Betroffenen?

Stört es die indigenen amerikanischen Ureinwohner, dass deutsche Kinder „Cowboy und Indianer“ spielen und sich zu Karneval als Indianer verkleiden, also einer romantischen Form der Vorstellung eben jener indigenen Kulturen? Ich glaube nicht, denn es sind nur Kinder. Es stört sie wahrscheinlich genauso wenig, wie es mich stören würde, wenn sich ein Amerikaner (egal ob indigen oder nicht) zum Oktoberfest eine Lederhose anzieht und sich deutsch vorkommt.
Stört es den einfachen Rastafari, wenn sich ein junges Mädchen Dreadlocks stehen lässt? Ich glaube, dass geht ihm am Hinterteil vorbei, denn es ist nur eine Frisur.

Was ist mein Fazit?

Der Krieg für die Rechte anderer ist immer eine gefährliche Sache, denn man neigt dazu sich zu verrennen. Ich denke, genau das passiert im Moment hier in der öffentlichen Diskussion. Wir haben weitaus größere gesellschaftliche Probleme, als die Aufarbeitung des Kolonialismus, das letzte bisschen Frauenrechte rauszupressen oder die Debatte um die korrekte Anrede von Menschen.
Also bitte, liebe „woken“ Leute, legt euch noch ein wenig hin, schlaft mal gut durch und wenn ihr dann aufwacht, versucht einfach mal, den Leuten zu helfen, die Hilfe brauchen.

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