Drei (Kopf-) Nüsse für Mausebär

Der Mausebär (td) schreibt heute ganz langatmig, warum er eigentlich nichts hat, über das er schreiben kann und präsentiert daher heute, welche Themennüsse in seinem Kopf schwer zu knacken sind.

Heute ist es schwierig, ein Thema zu finden.
Meistens greife ich nur in meinen Kopf und zack, da ist was. Warum klappt das heute nicht?
Ehrlich gesagt, Themen habe ich genug im Kopf, ich habe nur das Gefühl, dass keines davon in diesen Rahmen passt. Alles, was mich zur Zeit beschäftigt, sind halt schwer zu knackende Nüsse – sozusagen Kopfnüsse.
Zur Zeit beschäftigen mich drei zentrale Themen ganz prägnant, also drei Nüsse für Aschenbär, oder Mäuseputtel (je nach Geschmack).
Das eine sind die neuen Absprachen zur Hygiene und zum körperlichen Abstand, wie sie jetzt bis zum 29. Juni gelten sollen.
Das zweite ist der gesundheitliche Zustand meiner lieben Ehefrau und mein sozialer Umgang mit dem Pflegedienst.
Als drittes habe ich noch ein privates Projekt im Rahmen meines Hobbys (Rollenspiel), was mich zurzeit beschäftigt.

Es ist schwer, dementsprechend anderen Themen in meinem Kopf Raum zu geben, da sich eines dieser drei zentralen Gedankenkonstrukte immer wieder in den Vordergrund drängt.
Aber warum finde ich, dass diese Themen, die mich ja scheinbar so fundamental berühren, nicht in diesen Beitrag gehören?

Ich denke, ich werde mir kurz die Zeit nehmen, die Problematik, mit der ich innerlich kämpfe, zu erläutern. Dazu räume ich, in voller Erkenntnis meiner eigenen Inkonsequenz, jetzt jedem dieser Themen doch einen kleinen Raum ein.

Neues zu Corona

Wie schon angedeutet, macht es mir Bauchschmerzen, mich zu diesem Thema zu äußern.
Es gibt mittlerweile so viele Meinungen und Ansichten, dass es nahezu unmöglich ist, sich zu dem Thema eine objektive Meinung zu bilden und diese adäquat zu äußern, ohne nicht einer oder mehreren Personen auf die emotionalen Füße zu treten.

Die Meinungsfronten sind so verhärtet, dass mir die gewählten Entscheidungsträger schon fast leid tun, da sie keine Entscheidung treffen können, die nicht einen Sturm der Entrüstung von irgendeiner Seite auslöst.
Viele versuchen dieser emotionalen Krise, die aus der medizinischen Krise erwachsen ist, durch Unverbindlichkeit zu begegnen, einfach aus Angst, sich als Anhänger einer falschen Meinung zu positionieren.

Das schließt mich auch ein. Zwar kann ich sowieso nichts an den jetzigen Verordnungen ändern, außer den Weg des Protestes zu wählen (was nicht heißt, dass ich das tun würde), aber ich möchte mich auch nicht in die emotionalen Nesseln setzen.
Das Thema ist einfach mittlerweile zu groß und auch zu kontrovers, um eine einfache Meinung in den Austausch zu bringen.

Und so kommt zum verordneten körperlichen Abstandsgebot ein stillschweigendes meinungsbezogenes Abstandsgebot, was auch von vielen Kritikern lauthals verteufelt wird.
Ich mache mir selber so meine Gedanken und vermeide die Diskussion, da schon alles wichtige gesagt wurde.
Daher beziehe ich auch heute und hier keine Stellung, auch wenn mir das Thema wieder einige Zeit Recherchearbeit abgezwungen hat, denn es ist auch schwierig sich objektiv zu informieren – Leider.

Die Pflege meiner Frau

Schon von Natur aus sollte klar sein, dass ich hier nichts über den konkreten Gesundheitszustand meiner Frau berichte, dass wäre nicht angemessen. Es reicht wenn ich erwähne, dass es in den letzten Tagen einige milde, sagen wir Problematiken gab, die mich Zeit und Gedanken gekostet haben.
Es ist nichts, was nicht in den Griff zu bekommen ist, aber natürlich frisst es Zeit und Energie.
Leider bin ich schlecht darin, diesen Energieverbrauch nach außen zu kommunizieren. Aber ich habe das Gefühl, dass fast jeden Tag irgendeine neue Anforderung an mich gestellt wird und dementsprechend fürchte ich den morgendlichen Gang in die öffentlichen Räume meiner Wohnung.
Es ist halt doof, dass gerade einiges zusammen kommt und das hat auch nichts mit Schuld oder Vorwürfen zu tun, sondern es ist einfach eine Tatsache, dass diese Angelegenheit einen Teil meiner Aufmerksamkeit benötigt, den ich anderswo dann nicht mehr habe.

Hinzu kommt, dass es ein persönliches Problem zwischen mir und der Geschäftsführung des Pflegedienstes gibt.
Das ist dahin gehend besonders Schade, weil die Mitarbeiter, die hier täglich ihre Arbeit machen, sowohl fachlich als auch menschlich einfach genau richtig sind und einen ausgezeichneten Job machen.
Mit vielen dieser „Dauergäste“ in meinen eigenen vier Wänden habe ich ein sehr gutes Verhältnis und zu behaupten, man arrangiere sich, ist weit untertrieben.

Klar ist es manchmal nervig, den ganzen Tag eine weitere Person um sich zu haben, aber das Pflegeteam macht es einen über ihre Pflicht hinaus leicht, diesen Umstand meist zu übersehen.
Auch auf menschlicher Ebene entstehen Kontakte und darüber dann auch Beziehungen mit wertvollen Menschen, was mir die Situation „versüßt“.

Leider gibt es auf der oberen Organisationsebene eine Missstimmung, die mir nicht möglich ist aus dem Weg zu räumen und mich in die, für mich üble Situation bringt, von anderer Personen Entscheidungen und Handlungen abhängig zu sein.
Ich kann einen Konflikt, dem ich nur passiv begegnen kann, schwer aushalten, dafür bin ich zu ungeduldig.
Ich kann auch dieses Problem hier nicht näher erläutern, denn ich halte es für falsch, hier meine dreckige Wäsche zu waschen – hier ist nicht „Mausebärs sarkastischer Waschsalon“.

Mein Hobby

Wenn ich jetzt damit anfangen würde, was Rollenspiel ist, wie es funktioniert und was es so toll macht, würde ich die nächsten Stunden und Tage beschäftigt sein.
Ein komplexes Thema, wie ein leidenschaftliches Hobby, zu erklären, ist niemals so einfach, wie es sein könnte.

Also knapp gesagt, Rollenspiel ist ein sehr aufwendiges Gesellschaftsspiel mit einem ähnlichem Suchtfaktor wie Heroin.
Wie bei jedem Hobby, gibt es unzählige Möglichkeiten, sich neben der direkten Ausübung des Spaßes, mit Vorbereitungsarbeiten, Recherche und ähnlichem zu beschäftigen. Man kann somit sowohl allein, als auch in einer Gruppe, sehr viel Zeit da rein investieren.

Da die Gruppenzeit unter dem Kontaktverbot leidet, erhöht sich der Bedarf der eigenen Beschäftigung mit dem Thema immens.
Man könnte sagen, der Entzug hat mich voll im Griff.
Es gibt in diesem Hobby sehr viel Raum für Kreativität und die Muse, die dafür zuständig ist, ich glaube dass ist Otakuria – die Muse der besessenen Fans, hat mir strahlend einen sehr gierigen Zungenkuss aufgedrückt.
Kurz, aus einer kleinen Idee wurde ein zeitfressendes Projekt, was mich viele Stunden an den Computer bannt, ohne das ich merke, wie die Zeit verfliegt.
Das alles, ohne zu wissen, ob dieses Projekt jemals zum Einsatz kommen wird. Manchmal bin ich halt bekloppt…

Des Weiteren…

Ja, es gibt sogar noch ein paar kleine Dinge, die wie kleine Blütenfeen schillernd durch meinen Aufmerksamkeitsraum flattern und kichernd nach Beachtung suchen.
Zum einen wollen sowohl die beiden Frauen in meinem privaten Leben, also Mutter und Ehefrau (mal wieder bin ich froh, dass ich keine Tochter habe, sonst wäre das Hexentrio komplett) zumindest zeitweise meine ungeteilte Aufmerksamkeit.
Und dann ist ja auch noch der Hund, der gekrault werden will.
Zusätzlich wollte ich eigentlich noch einige Texte für eine Freundin schreiben, was ich glorreich vor mich hin schiebe – und nicht zu vergessen, dass ich den neckischen Plan hege, zusammen mit dem Schmusehamster einen Schundroman zu schreiben.

Fazit

Während ich hier schreibe, was mich alles vom Schreiben ablenkt, habe ich es tatsächlich geschafft, meinen heutigen Teil an Wörtern, mehr oder weniger sinnvoll, aneinander zu reihen.
Ich hoffe, dass es zu mindestens Unterhaltung bietet, denn inhaltlich habe ich ja weder eine Lösung angeboten, noch mein Dilemma so ausführlich beschrieben, dass der Leser sich daran erfreuen kann.
Auch Kunstfertigkeit und Witz blieben heute auf der Strecke.
Es verbleibt Offenheit und der Einblick in des Mausebärens Höhle.

Seid also willkommene Gäste. Und wenn Ihr wieder nach schweren Themen lechzt, dann schreibt mir doch mal Anregungen in die Kommentare.
Sonst müsst ihr weiter mit den seichten Gedanken eines viel beschäftigten, aber fröhlich schreibenden Mausebärs zufrieden sein.

So, jetzt alle man raus aus meiner inneren Höhle, der Mausebär braucht ein wenig Platz.
Morgen seid ihr alle wieder eingeladen, so ganz ohne Mindestabstand in die „Wunderbaren Welt des Mausebären“ – Ihr dürft sogar die Grünflächen betreten, nur wer dort grillen will, muss eine zusätzliche Grillwurst, extra für den Mausebär, auf den Rost legen.

Fluffige Grüße und eine bärige Umarmung sendet Euch der Mausebär (td)

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