Schatzkiste

Eine neue Kategorie entsteht! Die „Schatzkiste“ als gemeinsame Betrachtung von Alex, Thorsten und Sonja.

Was verstehen wir darunter?

Das Konzept der Schatzkiste haben wir alle drei in einem der Montagskurse in der PHG Viersen kennen gelernt. In der Fortbildung zum Genesungsbegleiter wurde dieses Thema ebenfalls behandelt. Auch in unseren Selbsthilfegruppen kommt das Thema „Schatzkiste“, mitsamt seiner praktischen Anwendung, immer wieder vor.

Meine „Schatzkiste“ verstehe ich als Sammlung von Puzzleteilen, die mir dabei helfen, in kritischen Situationen mich selbst nicht zu verlieren. Ähnlich dem Motiv aus „Hänsel und Gretel“, dem bekannten Märchen der Brüder Grimm, können mir die in meiner Schatzkiste abgelegten Dinge helfen, einer Spur aus hellen Kieseln durch den dunklen Wald meiner seelischen Krise folgen zu können.
Auf dem Weg zurück zu meinem persönlichen Wohl, in das Heim von Recovery, Salutogenese und Empowerment, zu mir selbst zurück zu finden. Dabei betrachte ich es für mich als wichtig, dass diese Dinge auch ganz praktisch, d.h. anfassbar, in einem Kästchen abgelegt werden, denn gerade in Krisenzeiten fällt es mir schwer, mich meiner Ressourcen zu erinnen.

Alex

Das Wort Schatzkiste beinhaltet zwei Worte, Schatz und Kiste. Eine Kiste ist, in meiner Vorstellungswelt, ein Gegenstand in dem andere Dinge verwahrt werden können – abgeschlossen und gesichert.
Ein Schatz ist etwas wertvolles. Etwas bedeutsames, was erobert werden will. Etwas begehrenswertes und einmaliges.
So sehe ich meine Schatzkiste als ein Hort von Dingen, die mich erfreuen, die mit Bedeutungen belegt sind und denen ich einen Wert beimesse.
Wenn ich hineinblicke, erinnere ich mich an bestandene Abenteuer, an gute und auch schlechte Zeiten. Und vor allem daran, dass ich, egal was mir der Tag bringt, am Ende ein neues Erinnerungsstück meinem Hort zufügen kann.

Thorsten

Meine Schatzkiste habe ich sehr wörtlich genommen. Eine kleine Dose enthält Karteikarten mit allen Dingen, die mir gut tun. Mal als Zeichnung, mal als Text oder auch nur als Stichwort.

Sonja

Wann und wie baut man die Schatzkiste auf?

Da die Form der persönlichen Schatzkiste individuell sehr verschieden ist, kann es keine allgemein gültige „Bauanleitung“ für eine Schatzkiste geben. Der Zeitpunkt für das „Wann“ ist jedoch sehr klar zu benennen. In den Zeiten, in denen es uns gut geht, haben wir die Energie, die Muße und die Gelegenheit, unsere Schätze zu erkennen und einzusammeln.

Beim Aufbau meiner „Schatzkiste“ habe ich jeweils Qualitäten ausgewählt, von denen ich heute weiß, dass sie mir gut tun. Dabei verwende ich Hinweise, die ich seit nunmehr sieben Jahren persönlicher Recovery gelernt habe. Ich habe nicht den Anspruch, dass mir jede abgelegte Qualität zu jedem Zeitpunkt sicher weiterhelfen kann. Es ist vielmehr ein breitgefächertes Spektrum, von dem ich weiß, dass es in jeder Phase meines Lebens mindestens eine Qualität gibt, die mir einen Ansatzpunkt aus meiner persönlichen Krise bieten kann.

Alex.

Ich denke, man kann seine Schatzkiste nicht bauen, sondern man muss sie finden. Egal ob in der realen Welt oder in der eigenen Gedankenwelt.
Meine persönliche Schatzkiste ist zum Beispiel kein materieller Gegenstand. Nichts, was jemand außerhalb meiner Erfahrungswelt „begreifen“ kann. Sie ist Teil meines Gedankenpalastes und lebt schon gefühlte Ewigkeiten in den Katakomben meiner inneren Burg. Seit ich in meiner Kindheit meine Gedankenburg, oder besser meine Festung der wohlverdienten Einsamkeit, erbaut habe, gehört sie zum festen Inventar.
Manchmal verändert sie ihr Aussehen, oder ihren genauen Stellplatz, aber sie ist immer da und wartet darauf, dass ich sie füttere. Meine Kiste ist aus intelligentem Birnbaumholz, importiert von Terry Prattchets „Scheibenwelt“ , und folgt mir so manches mal einfach auf meinen geistigen Reisen. Sie erlaubt mir, viele Souvenirs aus meinen Reisen in mein Inneres zu transportieren. Wenn ich dann zuhause in meiner Gedankenfestung residiere und in dem alten Lehnsessel vor dem offenem Kamin sitze, liegt sie schnurrend zu meinen Füßen und erlaubt mir aus ihrem, oder besser meinem, Fundus zu schöpfen.

Thorsten

Meine Schatzkiste ist in ihrer Ur-Form in einer Kunst-Gruppentherapie entstanden. In einer Sitzung zum Thema „Was tut mir gut?“ sollten wir kreativ werden. Andere malten Bilder, kneteten Ton und ich – stellte kleine Kärtchen her, die ich mit den Dingen beschriftete, die mir Energie geben können, wenn ich selbst keine habe. Eine Dose, oder das Konzept der Schatzkiste, gab es damals für mich noch nicht. Dieses Gedankenbild in seiner physischen Ausprägung kam erst sehr viel später hinzu.
Heute befinden sich noch fast alle dieser ersten Kärtchen in meiner Dose, viele andere sind hinzugekommen.

Sonja

Was kommt hinein?

Was immer uns gut tut, es darf und kommt in die Schatzkiste.

In meiner Schatzkiste befinden sich sowohl kleine Erinnerungsstücke, wie ein Pferdezahn oder ein kleiner hölzerner Buddha, als auch zusammengefaltete Zettel, auf denen ich stichwortartig Tätigkeiten oder Gedanken vermerkt habe, oder auf denen sich Kontaktdaten verbergen. All diesen Dingen gemeinsam ist ihre relativ einfache und zeitnahe Möglichkeit zur Umsetzung.

Alex

Unweigerlich kommt mir bei der Fragestellung das Lied „Bilder im Kopf“ von Sido in den Sinn. Dort singt er von dem imaginären schwarzen Photoalbum mit dem silbernen Knopf, in dem er alle seine Erinnerungen bewahrt.
Sofort denke ich an meine Schatzkiste. In erster Linie verwahre ich dort Erinnerungsstücke. Dinge, die mich in guten oder schlechten Zeiten begleitet haben. Sie helfen mir bei der Verarbeitung von Krisensituationen. Es ist die Erinnerung daran, was ich bereits meistern konnte, was mir hilft, wenn ich wieder einmal an mir selbst scheitere. Um mich nicht unfähig zu fühlen, brauche ich Beweise. Diese Beweise werden, schön in durchsichtigen Beweisbeuteln, archiviert und beschriftet. Dann stecke ich sie in das Archiv, versteckt in meiner Schatzkiste. Sollte es mal wieder zur Anklage in meinem Kopf kommen, werden sie herausgeholt und dem Gericht vorgelegt.
Auch für andere Zwecke lagere ich Erinnerungen und Gedanken in meiner Kiste. Einige horte ich als wundervolle Schätze, andere bewahre ich vor der Welt – oder die Welt vor „Ihnen“. So ist meine Schatzkiste nicht nur Archiv, Tresor oder Bärdoras Box, sondern noch so vieles mehr.

Thorsten

Ich habe grade einmal meine Kärtchen zur Hand genommen.
Meine Ideen reichen von sportlicher Betätigung (Nordic Walking, Radfahren, Spazieren gehen), über kreative Beschäftigung (Puzzeln, Nähen, Stricken, Weben und Singen), bis hin zum geistigen „Innehalten“.
Sei es bei der Meditation, beim Lesen, im Garten oder beim Tee trinken – ich muss mir immer wieder klarmachen, dass es in Ordnung ist, sich auszuruhen.
Und dass ich es mir immer wieder bewusst mache, dass ich meine Schätze anwenden sollte.

Sonja

Welche Beiträge werden in diese Kategorie aufgenommen?

Beiträge und Themen, die unserer persönlichen Meinung nach „Schätze“ sind, können in diese Kategorie einsortiert werden. Wir möchten, dass die Beiträge positiv stimmen können und hoffen, dass die Beiträge auch anderen Menschen als Quelle der Inspiration dienen können.

Lasst Euch inspirieren!

Euer Erfahrungsexperten Team

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