Bob der Baumeister und das Empowerment

Eine Betrachtung vom Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)

Musik weckt Emotionen und verbindet Gedanken und Gefühle. Wie oft schafft es ein einzelner Song gleichzeitig unsere Ideen und Phantasie anzuregen und mit den passenden Emotionen zu versehen? Geschichten und Träume verschmelzen und werden zu einem persönlichen Gefühl und langsam, über die Zeit bildet sich der persönliche Soundtrack unseres Lebens.
Musik trägt uns und Musik empowert uns,egal ob es der Beat im Fitnessstudio, der aufbauende Song auf dem Weg zur Arbeit oder die Herzschmerz-Schmonzette bei einer romantischen Angelegenheit ist. Ja, selbst beim Liebesleben kann die passende Musik Wunder wirken.
Aber was hat dass jetzt mit Bob dem Baumeister zu tun?
Als ich Mitte bis Ende der ´90 Jahre fleißig (manchmal) zur Schule ging um an meinem Abitur zu basteln, hatte ich einen Radiowecker. Dieser war, nicht zuletzt aus Gründen der Eitelkeit, auf einen englischsprachigen Sender eingestellt, von dem ich mich morgens wecken ließ.
Nach dem ich jahrelang EinsLive gehört hatte und morgens den Ponyhof zum Aufwachen lieb gewonnen hatte, brauchte ich was Neues. Und dann war meine morgendliche Stimulanz ein englisches Programm mit zwei Moderatoren die sich stundenlang über „Who let the Dogs out“ zu amüsieren wussten. Als Jugendlicher genoss ich diese Art von Humor.
Dann eines Morgens hatten sie etwas Neues gefunden. Der neue „heiße Scheiß“ kam aus einer englischen Kinderserie und so ertönte es jeden Morgen aus meinem Radio, immer wieder als Ausrufezeichen…
Bob the Builder – Can we fix it?
Bob the Builder – Yes, we can!
Es war ein Ohrwurm, es drängte sich in meinen Verstand und es machte etwas mit mir. Es motivierte mich. Es machte mich fröhlich und Zuversichtlich. Die Musik war aufbauend und positiv, was mir morgens gut gefiel und der Refrain brannte sich als Slogan ein. Anscheinend war ich nicht der einzige der das so sah, den selbst ein, nicht ganz unwichtiger, Politiker benutze Teile des Slogans für seinen Wahlkampf.
Was machte das Ganze so magisch?
Über die Melodie kann ich nicht berichten, denn es ist schwer Musik mit Worten zu Beschreiben. Ich bin kein Musikwissenschaftler, daher urteilt selbst, der Song ist bestimmt auf YouTube zu finden. Worüber ich was sagen kann ist der Text. Warum ist er so Bedeutsam? Die Antwort ist simpel (wie der Text) und besteht aus zwei Teilen, der Form und dem Inhalt.
Die Form lädt mich ein mitzumachen, eine Frage wird gestellt – „Can we Fix it?“ – und ich werden eingeladen zu antworten – „Yes we can!“-. Der Hörer wird zum Teil des Songs und zum Teil der „Yes we Can!“- Bewegung. Ich werden mitgenommen und kurze Zeit haben ich das Gefühl, ich könnte Alles.
Als Ohrwurm bleibt es einen guten Teil des Tages bei mir und zwingt mein Gehirn mir dauernd zu sagen „Yes, we can!“. Wenn das mal nicht Empowerment ist. Aber auch die Frage enthält viel. Das englische „Fix it“ hat mehrere Bedeutungen (wie viele englische Wörter).
Es steht nicht nur für das reparieren von etwas kaputten, sondern auch ein Termin kann „gefixt“ werden, eine Abmachung ein Vertrag. Dinge die Schieflaufen, Schiefgelaufen sind, ja sogar schieflaufen könnten, alles kann „gefixt“ werden. Sozusagen präventives reparieren. Und somit erwächst in mir der Gedanke, man kann alles wieder gerade biegen, alles reparieren, alles in den optimalen Zustand (zurück-) bringen.
Ein hoffnungsvolles Gefühl, den es bedeutet, auch ich kann mich fixen.
Aber halt, Stop!
Da ist noch eine Ebene, „Yes, we can!“, „Ja, wir können“.
Nicht ich, nicht Du. Nein, Wir können. Zusammenhalt ist das Stichwort. Zusammen kann man alles reparieren. Zusammenarbeit bringt alles in das richtige Maß. Die Gruppe ist stärker als ihre einzelnen Teile. Alles dieses steckt in einem kurzen „Yes, we can!“.
Ob der Autor das gewusst hat? War es Absicht oder Zufall, diese fundamentale Weisheit?
Ich werde es nie erfahren, aber Hauptsache ich bin dabei und sage voller Zuversicht „Yes, we can“.
Stimmt mit mir ein und werdet Teil davon, einfach mal Ja zu sagen und zu glauben, dass wir es schaffen können, ich freue mich auf Euch.

Euer, zuversichtlich trällernde Mausebär (a.k.a. Thorsten Dürholt)

P.S.: Wie steht es mit eurem „Soundtrack des Lebens“? Gibt es da einen speziellen Song von dem ihr mir erzählen wollt? Oder soll ich mehr von meinem Soundtrack des Lebens berichten? Lasst mir einen Kommentar da…

3 Kommentare

  • Erzähl ma weiter, so von Highlight zu Highlight.
    Wer weiß schon wohin das noch führt.

    Antworten
  • Soundtrack of my life:
    Mike & the Mechanics: Silent Running (On dangerous ground)
    Wenn man um 4 Uhr früh dem Weltschmerz nachhängt und das Lied hört, ich garantiere, dann nimmt man sich den Strick #ironieaus.
    Es drückt einiges meiner Gefühle aus die ich sonst nicht durch mein Leben als Aspi ausdrücken kann oder will.

    Antworten
  • Ich habe glaube ich keinen Soundtrack des Lebens. Eine Zeitlang dachte ich es wäre „Creep“ von Radiohead. Aber Nachhinein passt es irgendwie doch nicht so.
    Aber es gibt viele Lieder, die mich an Momente erinnern, in denen ich sie gehört habe. Unter anderem „kiss from a rose“, der mich an eine sehr wichtige Person in meinem Leben erinnert :*

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Nach oben