Tote Herde

Gesellschaftskritik in Gedichtform von Eurem Schmusehamster (ak). Bitte beachtet den Sicherheitshinweis!

„Vorsicht vor verschreckter Verwirrung vulnerabler Voyeure, verursacht von vermutlich verstörenden Versen voller Verachtung von Viehherden verschleißenden, Völker verschleppenden, Viren verbreitenden Verbrechen.“

Vernunft

Tote Herde

Auf die Schlachtbank mit den Fleischbaronen,
Die Fließband-Schlächter schlecht entlohnen.
Für den letzten Pfennig mehr Profit.
Warum machen wir da noch mit?

Pferchen Tagelöhner in Baracken,
Ohne Heizung, Bett und Platz zum Kacken.
Akkord-Arbeiten von Früh bis Spät –
Damit in deutschen Pfannen Billiges brät.
Für den letzten Pfennig mehr Profit.
Warum machen wir da noch mit?

Transporter voll mit armen Schweinen,
Die ihr Schicksal stumm beweinen.
Stündlich abgeladen und getrieben,
Weit entfernt von ihren Lieben,
Streifen sie sich Ketten über
Und Ihre Blicke werden trüber.
Für den letzten Pfennig mehr Profit.
Warum machen wir da noch mit?

In Reih und Glied zum Bolzenschluss!
Weil es ja einen treffen muss,
Nennt man des Schlachtviehs Todeswächter
Im Aktenordner nur Kopfschlächter.
Eine möglichst hohe Zahl an Leichen,
Damit die Koteletts auch ja reichen,
Sind des Richters stete Qual,
Doch sie haben keine Wahl!
Für den letzten Pfennig mehr Profit.
Warum machen wir da noch mit?

Das Borstenvieh wird abgebrüht,
Mit siedend heißem Dampf besprüht;
Per Sägeblatt mittig zerteilt,
Während das Band schon weiter eilt,
Die Schlachter ihre Messer wetzen,
Schneiden sie das Schwein in Fetzen.
Rotierend wechseln sie die Plätze,
Dass sich niemand gar verletze!
In der Prozesse Langeweile
Statt Schweinefleisch die eigne Hand zerteile.
Für den letzten Pfennig mehr Profit.
Warum machen wir da noch mit?

Die Luft ist sauer von Kot und Schweiß,
es ist feucht hier und auch heiß,
Blutgeruch durchdringt die Halle.
Der Kopf des Schlächters wird zur Falle.
Des Fließbands stete Ungeduld
Befeuert seine gefühlte Schuld.
Bis es ihn zur Flasche drängt,
Mit der er seinen Frust ertränkt.
Für den letzten Pfennig mehr Profit
Warum machen wir da noch mit?

Doch sein Gewissen will nicht schweigen!
Traut er sich nicht, Rückgrat zu zeigen?
Schiebt Wagen-Kolonnen voll mit Bratenstücken,
Während Stress und Sorgen ihn schier zerdrücken.
Liegt nächtens Mann an Mann auf der nackten Erde,
Dürftig gefütterte & schmutzig verbitterte Krankheitsherde.
Für den letzten Pfennig mehr Profit.
Warum machen wir da noch mit?

Zerteilt, gewogen und vakuumiert,
Wird das Frischfleisch zum Supermarkt transportiert,
Beworben, Eingepreist, Etikettiert und gekühlt.
Ist doch egal, was das arme Schwein fühlt!
Für den letzten Pfennig mehr Profit.
Warum machen wir da noch mit?

Lauten des Schlächters letzte Gedanken – doch wird er fliehen!
Bringt den Stuhl unter sich ins Wanken – Spürt das Ziehen.
Für den letzten Pfennig mehr Profit.
Wie lange machen wir da noch mit?

So long, Euer Schmusehamster (ak)

Ein Kommentar

  • Für den letzten Cent Profit machen wir da mit, sind bicht besser als der Schlächter. Wollen auch nur den Profit, weil nichts andres Intresiert.

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